Guinness goes Veggie

Für Vegetarier ist es schon nicht einfach, sich abwechslungsreich zu ernähren. Dies gilt noch mehr für Veganer, bei denen nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts tierischen Ursprungs sein darf. Dass der Gänsebraten zu Weihnachten dabei auf der Strecke bleibt ist offensichtlich. Lakritze? Da wird häufig Bienenwachs als Trennmittel verwendet. Bei den Genussmitteln geht es weiter. Wein wird häufig mit Gelatine geklärt. Und Hardcore-Veganer achten sogar auf die Befestigung der Etiketten, nämlich darauf, dass kein auf Kasein basierender Klebstoff verwendet wird. Ganz ehrlich, mir wäre das zu aufwändig. Würde denn wenigstens das Bier in den Lebensentwurf der Veganer passen? Häufig nicht, denn einige Brauereien verwenden zum Klären des Biers geringe Mengen Hausenblase. Dieser aus einer Störart hergestellte Stoff wird dem Bier zugesetzt. Dabei reicht laut Wikipedia 1 Gramm je Hektoliter. Die Hausenblase sorgt dafür, dass die Trubstoffe ausflocken und sich am Boden absetzen, so dass das Bier eher abgefüllt werden kann. Da von der Hausenblase im abgefüllten Bier keine Rückstände vorhanden sind, ist die Hausenblase bei Bier von der Deklarationspflicht ausgenommen.

Dieses Verfahren setzt die Guinness-Brauerei bereits seit dem 19. Jahrhundert ein. Nachdem Veganer bereits vor einigen Jahren über change.org eine Petition gegen diese Praxis gestartet haben, erhört sie die Brauerei nun. Die Wirtschaftswoche zitiert einen Sprecher mit den Worten: „Auch wenn die Hausenblase ein sehr effektiver Weg der Klärung ist und wir sie seit vielen Jahren verwenden, werden wir sie nicht mehr auf sie zurückgreifen, sobald das neue Filtrationssystem installiert wird“. Nun wird das Guiness also nach 256 Jahren vegan.

27. 11. 2015 – 1. 5. 2016 Dortmunder Neu Gold – Bier, Kunst, Alchemie

Im letzten Jahrhundert waren in Dortmund verschiedene Brauereien ansässig, die inzwischen aber nicht mehr vorhanden sind. Teilweise gibt es zwar die Marken noch, die Biere werden aber in anderen Brauereien hergestellt. Wenn wir mal von kleinen Pflänzchen der aufkommenden Craft Beer-Bewegung absehen ist Dortmund heute braustättenfrei. Trotzdem will Dortmund anlässlich des 500jährigen Bestehens des Reinheitsgebots für Bier im nächsten Jahr an der Tradition festhalten. Aus diesem Grund wird am 27. November 2015 die Ausstellung „Dortmunder Neu Gold – Bier, Kunst, Alchemie“ eröffnet, die bis zum 1. Mai 2016 geöffnet bleibt.

Die Stadt Dortmund beschreibt das Ausstellungskonzept wie folgt: „“Neu Gold“ betrachtet Brauen und Bier als Bilder für Verwandlungsprozesse: Malz, Hopfen und Hefe werden zu Dortmunder Bier, Kohle und Stahl werden zu alchemischem Gold. Nüchterne Hänflinge werden zu bierbäuchigen Prachtkerlen, ein Grundnahrungsmittel wird zum Exportschlager und aus einer Brauerei entsteht ein Museum.“ Na gut, das sagt noch nicht allzu viel aus, aber im Rahmen der Ausstellung werden auch Brau-Workshops angeboten, Filme werden gezeigt, es findet ein Bier-Slam statt. Vom 22. bis 24. April 2016 findet dort auch ein Craft Beer Festival statt. Eine genauere Agenda ist bislang nicht veröffentlicht worden. Aber eventuell finden Sie zu dem Zeitpunkt, an dem Sie diesen Artikel lesen, auf der Seite der Touristeninformation NRW weitere Informationen.

Neumarkter Gerstenthaler alkoholfrei

Nun steht mal wieder ein Biobier aus Neumarkt in der Oberpfalz vor mir, erstmals aber nicht aus der Lammsbräu-Brauerei, sondern von Glossner Bräu. Es handelt sich um ein alkoholfreies Schankbier. Häufig ist Schankbier ja nicht von bester Qualität und der Entzug des Alkohols macht das Bier auch nicht wirklich schmackhafter. Dementsprechend niedrig sind meine Erwartungen. Aber bevor ich über dieses Bier den Stab breche will ich erst einmal prüfen, ob sich mein Vorurteil bestätigt. Schenke ich mir also eine Probe ein.

Golden steht das Bier im Glas und mir fällt auf, dass es relativ wenig Kohlensäure enthält. Auf dem Bier steht eine mittlere Menge Schaum, feinporig und reinweiß, der auch einige Zeit erhalten bleibt. Rein von der Optik her macht das Bier also einen guten Eindruck, der mit etwas mehr Kohlensäure perfekt sein könnte.

Das Aroma ist eindeutig neben dem Malz durch den Hopfen bestimmt, auch der Geruch brauner Banane ist dabei. Fast könnte der Eindruck entstehen, dass es sich um ein Weizenbier handelt. Der Antrunk ist leicht süß und aufgrund der geringen Kohlensäuremenge wenig spritzig, fast langweilig. Der Körper ist recht bitter, was aber nicht unangenehm ist, sondern durchaus noch ausgewogen harmonisch mit der Süße des Malz und der leichten Säure, die der Hopfen mit sich bringt. Der Abgang ist nicht wirklich überzeugend, aber zumindest bleiben die Bitterstoffe längere Zeit in der Kehle erhalten.

Das alkoholfreie Gerstenthaler ist wirklich kein Spitzenbier, auch wenn es für ein alkoholfreies Bier doch besser ist als der Durchschnitt. Mit dem Alkohol geht bekanntlich auch ein guter Teil des Geschmacks verloren. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ich dieses Bier in einer Blindverkostung nicht als alkoholfrei erkannt hätte. Dieser Eindruck ist sicher der guten Auswahl der Hopfensorte geschuldet.

Zutaten:

Mineralwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Gärungskohlensäure

Brauerei:

Brauerei Franz Xaver Glossner & Neumarkter Mineralbrunnen e.K.
Deininger Weg 88
92318 Neumarkt
http://www.glossner.de

Biershop Bayern

Ratsherrn Westküsten IPA

Nun steht mal wieder ein Bier aus der kleinen Brauerei in den Hamburger Schanzenhöfen vor mir, das Ratsherrn Westküsten IPA. Über meine Erwartungen an Biere aus dem Schanzenviertel habe ich an anderer Stelle bereits ausführlich geschrieben. Deshalb spare ich mir hier die Wiederholung, nur so viel: meine Erwartungen sind hoch.

Rotgolden und mit lebhafter Kohlensäure zeigt sich das Bier im Glas, dazu eine lebhafte Kohlensäure. Darüber ein feinporiger weißer Schaum, der aber leider nicht lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird von den sechs Hopfensorten bestimmt, die in diesem Bier verbraut wurden. Wie bei einem guten Ale zu erwarten dominieren Zitrusnoten und einige Bitterstoffe, das Aroma erinnert vor allem an Zitronenschalen, eventuell an Grapefruit.

Der Antrunk ist nur leicht süß und die lebhafte Kohlensäure verleiht ihm bereits einige Spritzigkeit. Der Körper ist eher bitter und bringt einiges an Zitrusnuancen mit sich. Zusammen mit der Kohlensäure ergibt sich aber ein rundes Geschmacksbild. Nachdem der Körper viele Bitterstoffe zum Vorschein brachte ist der Abgang überraschend mild. Trotzdem hält sich die bittere Note recht lange.

Zu einem guten chinesischen oder indischen Essen ist dieses Bier der ideale Begleiter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener, Chateau Biscuit, Caramünch), Hopfen (Herkules, Saphir, W. Goldings, Cascade, Simcoe, Amarillo), Hefe

Stammwürze:

14,3 % Vol.

Bittereinheiten:

60 IBU

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstr. 30a
20357 Hamburg
http://www.ratsherrn.de

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24. 6. 2016 bis 26. 6. 2016: Bierbörse Wuppertal-Barmen

Im diesem Jahr war die Premiere der Bierbörse in Wuppertal-Barmen. Da die Veranstaltung ein voller Erfolg war, wird es vom 24.06. bis zum 26.06.2016 eine Neuauflage geben. Unter Beteiligung der ortsansässigen Gastronomen werden im zweiten Jahr circa 25 bis 30 nationale und internationale Bierausschankgeschäfte teilnehmen.

Die Veranstaltung findet in der Fußgängerzone von Wuppertal-Barmen statt. Am Freitag beginnt der Ausschank um 15:00 Uhr und endet um Mitternacht. Samstag werden die Stände genau wie am Sonntag bereits um 12:00 Uhr geöffnet, Ende ist ebenfalls um Mitternacht, am Sonntag bereits um 20:00 Uhr.

Craft Beer Festival in Graz

In Deutschland sind viele Bierfeste bekannt, auch Events, auf denen speziell Craft-Biere vorgestellt werden. Dass es solche Events auch in Österreich gibt ist nicht so bekannt. Das ist eigentlich erstaunlich, einfach schon weil nicht nur ich den Eindruck habe, dass bei unseren Nachbarn im Südosten gutes Essen und Trinken wichtiger ist als bei uns.

Aber auch in Österreich gibt es nicht nur die Hersteller von Industriebieren wie Gösser, Puntigamer, Stiegl oder Ottakringer, sondern auch im Alpenstaat kommen immer kleine Brauereien auf den Markt. Es ist also kein Wunder, wenn Stefan Roth am kommenden Wochenende in Graz erstmals ein eigenes „Craft Beer Festival“ veranstaltet. Er rechnet dort mit bis zu 7.000 Besuchern. Dort können 150 verschiedene Biere, ein Drittel davon aus Österreich, verkostet werden.

Ort der Veranstaltung ist vom 13. bis 15. November 2015 die Stadthalle Graz (Freitag/Samstag ab 14 Uhr, Sonntag ab 12 Uhr). Das Tagesticket kostet 7 Euro.

Die meisten Biere stammen aus kleinen Gasthausbrauereien, aus den Kellern begeisterter Hobbybrauer oder von innovativen Kleinunternehmern, die mit Spezialgeschmacksrichtungen am Kuchen des traditionell hohen heimischen Bierabsatzes – 104 Liter pro Kopf und Jahr – mitnaschen wollen. „In einer Gesellschaft, die generell Richtung Individualität strebt, ist es mehr als nur ein kurzer Hype“, glaubt Roth.

Einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen der Bierszene in Deutschland und der in Österreich sehe ich allerdings. Während in Deutschland die großen Brauereien die Craft Bier-Brauer meiden wie der Teufel das Weihwasser (ich erinnere hier an die Bemerkung von Michael Möller, Chef der Hofbräu in München, der der Welt sagte: „Bei diesen Bieren geht es um Genuss und nicht um Menge“, sagte Möller. „Das hat auf der Wiesn nichts verloren.“), sehen die Großbrauereien in Österreich den Trend zu handwerklich gebrauten Bieren durchaus poritiv. Markus Liebl, Generaldirektor bei Österreichs größtem Abfüller Brauunion, sagte der Kleinen Zeitung: „Je mehr Menschen Faszination für Bier in der ganzen Bandbreite mitnehmen, je mehr Wissen da ist, desto mehr lebt die Bierkultur“. Diese Offenheit würde ich mir in Deutschland ebenfalls wünschen.

Rhönpiraten Weizen

Drei Biere der Rhönpiraten aus Franken habe ich bereits getestet und ich war von allen drei Kreationen begeistert. Mal sehen, ob sich diese Begeisterung auch beim Weizen hält. Das Etikett verrät wie immer keine Informationen über diese fränkische Brauspezialität, weshalb ich direkt zur Verkostung übergehen kann.

Goldgelb und hefetrüb steht das Weizen im Glas Darüber sehe ich viel feinporigen und reinweißen Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier also absolut gelungen.

Das Aroma wird durch das Getreide bestimmt, es ist leicht säuerlich und auch die Hefe kommt deutlich zum Vorschein. Im Antrunk ist das Bier leicht aber unaufdringlich süß, Malz und Hefe zeigen sich in einem angenehmen Verhältnis. Der Abgang ist leicht bitter, so wie er sein soll, und er klingt lange nach. Leider befindet sich zwischen Antrunk und Abgang ein deutliches geschmackliches Loch. Wenn es der Brauerei gelingt, dieses Loch zu stopfen, hat dieses Bier durchaus das Zeug zu einem absoluten Spitzenprodukt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

Brauerei:

Rhönpiraten
Inh. Stephan Kowalsky
Friedenstr. 25
97645 Ostheim
http://www.rhoenpiraten.de

Störtebeker: aus Whisky-Bier wird Scotch-Ale

Ich weiß nicht, wie häufig ich das schon im Internet gelesen habe: jemand versucht Bier zu verkosten, stößt auf ein Whisky-Bier und wundert sich, dass in der Auflistung der Inhaltsstoffe kein Whisky zu finden ist. Diesen Menschen sei ein Blick auf das Rückenetikett empfohlen, wo meist ausgeführt wird, dass das Bier nicht mit Whisky gepanscht, sondern dass es mit Whiskymalz gebraut wurde.

Dieses Missverständnis war vermutlich der Anlass für die Brauer in Stralsund, das bekannte Whisky-Bier, das in der gesamten Bundesrepublik vertrieben wird und sich zu Recht wachsender Beliebtheit erfreut, ab Januar 2016 in Scotch-Ale umzubenennen. Die Brauerei verspricht aber, dass die Rezeptur unverändert bleibt.

Riegele Auris 19

Nun will ich mal wieder ein Bier aus der Riegele Braumanufaktur testen, das Auris 19. Woher dieser Name? Das Bier ist mit 19° Stammwürze gebraut. Wenn das Bier dann auch noch als „Goldenes Feuer“ beworben wird, steigen selbstverständlich meine Erwartungen. Im Glas zeigt sich das Bier in einem satten goldgelb mit einer lebhaften Kohlensäure. Der Schaum ist eher sparsam vertreten, dafür aber feinporig. Dass sich der Schaum schnell auflöst trübt den optischen Eindruck, ist aber noch kein K.O.-Kriterium. Das Aroma wird von Malz und blumigen Noten bestimmt, es ist fruchtig und zeigt auch einen Anklang von Ananas. Da macht es doch gleich Spaß, sich auf den ersten Schluck zu freuen. Der Antrunk ist sehr mild, aber schnell dominiert das Malz den Geschmack. Das Ganze aber durchaus angenehm auf das Bittere des Hopfens abgestimmt. Der Abgang ist mäßig bitter, der Geschmack bleibt aber lange erhalten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Steffi), Hopfen (Hallertauer Perle, Opal), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Riegele BierManufaktur
S. Riegele KG
86150 Augsburg
http://www.riegele.de

Biershop Bayern

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Welde Jahrgangsbier 6. Edition

Bei guten Weinen sind wir es ja gewöhnt, auf den Jahrgang zu achten. Beim Bier ist dies dagegen recht selten. Weshalb eigentlich? Bier enthält doch erheblich mehr Grundstoffe aus der Natur, die bei jeder Ernte anders sein können. Wenn nun ein Bier auf dem Etikett den Jahrgang angibt, schraubt das bei mir die Erwartungen kräftig in die Höhe. Mal sehen, ob das Bier diese Erwartungen auch erfüllen kann. Zusätzlich sagt das Rückenetikett aus, dass dieser Lagerbock acht Wochen lang gereift ist. Auffällig ist auch der Naturkorken, mit dem die Flasche verschlossen ist. Diese Art, Bierflaschen zu verschließen, kenne ich sonst nur aus Belgien.

Gelbrot und hefetrüb steht das Bier im Glas, dazu sehe ich eine lebhafte Kohlensäure. Darüber relativ wenig weißer Schaum mit einem leichten Stich ins Beige. Er ist zwar feinporig, löst sich aber trotzdem relativ schnell auf.

Das Aroma ist ein wahrer Reigen an Früchten: Neben Karamell kommt Banane zum Vorschein, der Duft getrockneter Feigen spielt mit, dazu ein leicht säuerlicher Ton… Doch, am Aroma gibt es nichts auszusetzen.

Nun ist es an der Zeit für den ersten Schluck. Zunächst fällt mir auf, dass der Antrunk für ein Bockbier überraschend wenig Süße mit sich bringt. Ein Großteil des Malzzuckers ist wohl zu den immerhin 6,7 % Alkohol vergoren worden. Das ist aber absolut kein Minuspunkt. Der Körper ist sehr kräftig. Eine ausgeglichene Menge Bitterstoffe paart sich mit dem Geschmack von Malz und einem Hauch Banane. Ein wirklich leckeres Bier. Der Abgang ist für dieses kräftige Bier überraschend mild, trotzdem aber lang anhaltend.

Nachdem mich der Jahrgang 2014 nun vollkommen überzeugt hat, bin ich mal gespannt, ob die Brauerei auch im aktuellen Jahr diese Qualität halten kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Brauerei:

Weldebräu
68723 Plankstedt-Schwetzingen
http://www.welde.de