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Braxzz Orange IPA

Wieder einmal steht ein Bier von Braxzz vor mir, jeder Brauerei in der malerischen Keizersgracht in Amsterdam, die sich ganz den alkoholfreien Bieren verschrieben hat. Da ich bei meinem letzten Test vom Bier nicht unbedingt angetan war bin ich diesmal vorsichtig und sehe mir erst einmal das Etikett an. In der Zutatenliste finde ich die Einträge Gerstenmalzextrakt und Hopfenextrakte (ja, wirklich, das steht im Plural in der Zutatenliste). Hefe suche ich vergebens. Erneut beschleicht mich das Gefühl, dass ich hier kein gebrautes Bier vor mir stehen habe, sondern einfach ein zusammengerührtes Getränk, also eher eine Limonade. Mal sehen, wie dieses Getränk schmeckt.

Bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei wenig gemischtporigen Schaum, der schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist nicht sonderlich kräftig, dafür aber angenehm fruchtig nach Zitrusfrüchten, abgerundet durch einen Hauch Harz. Mit der Zeit wirkt das Aroma ziemlich künstlich und erinnert an ein Fruchtsaftgetränk aus dem Tetra-Pack.

Der Antrunk ist trocken und ich stelle fest, dass das Braxzz Orange IPA reichlich sehr feinperlige Kohlensäure enthält. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Sie werden aber fast vom kräftigen Bitter überdeckt. Insgesamt ist das Braxzz recht vollmundig. Der Abgang wird durch ein kräftiges Bitter mit langem Nachklang dominiert.

Das Braxzz Orange IPA ist durchaus gut trinkbar, aber bei mir bleibt der Eindruck, dass es sich eher um eine Limonade handelt, nicht um ein Bier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz-Extrakt, Hopfenextrakte, Kohlendioxid, Natürliche Aromastoffe, Zitronensäure

Alkoholgehalt:

0,2 % Vol.

Brauerei:

Braxzz BV
Keizersgracht 391A
1016 Amsterdam
Niederlande
https://braxzzamsterdam.com

Braxzz Porter

Braxx ist eine holländische Brauerei, die in Amsterdam an der malerischen Keizersgracht im Zentrum beheimatet ist. Sie ist im April 2018 mit drei alkoholfreien Bieren auf den Plan getreten, darunter auch dieses Porter. Ganz nebenbei bemerkt sind alle Biere aus dieser Brauerei alkoholfrei. Wenn eine Brauerei sich vollständig auf alkoholfreie Biere stützt, muss sie schon ein gutes Produkt anzubieten haben. Viele alkoholfreie Biere haben sowohl beim Geschmack als auch beim Mundgefühl Probleme. Es fehlt der Geschmacksträger Alkohol und das Wasser im Bier fühlt sich im Mund auch einfach anders an als Alkohol. Mal sehen, wie die Amsterdamer das in den Griff bekommen haben.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei nur wenig gemischtporigen mittelbraunen Schaum, der sich schnell auflöst. Bei der Optik dieses Bieres ist also noch etwas Luft nach oben.

Das Aroma ist röstig mit Noten nach dunkler Schokolade. Dazu kommt ein leichtes Sauer.

Der Antrunk ist süß und ich stelle fest, dass das Bier nur wenig Kohlensäure enthält. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Röstnoten stehen im Mittelpunkt und verleihen dem Bier den Geschmack verbrannten Malzes. Dabei ist das Bier schlank, in keiner Weise so vollmundig wie ich es bei einem Porter erwarte. Insgesamt macht das Bier einen unausgewogenen Eindruck. Der Abgang zeichnet sich durch ein schwaches Bitter und den Geschmack der Röststoffe aus. Ein Nachklang ist kaum feststellbar.

Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt, dass es sich wohl eher um eine zusammengemischte Limonade handelt, nicht um ein Bier. Eine Gärung hat vermutlich nie stattgefunden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Kohlensäure, Natürliches Aroma, Zitronensäure, Pektin

Alkoholgehalt:

0,0 % Vol.

Brauerei:

Araxzz BV
Keizersgracht 391A
1016 EJ Amsterdam
Niederlande
www.braxzz.com

Tsingtao Wheat Beer

Wikipedia schreibt über die Tsingtao-Brauerei: “Die Brauerei wurde im Jahre 1903 von deutschen Siedlern als Germania-Brauerei in Kiautschou gegründet. Der Betrieb wurde auch während dem Ersten und Zweiten Weltkrieg bzw. unter japanischer Besetzung aufrechterhalten. Die Schreibweise Tsingtao ist eine Besonderheit, da die offizielle Umschreibung des Ortsnamens Qingdao lautet. Andererseits wurde auch der alte deutsche Ortsname nicht direkt übernommen, denn dieser lautete Tsingtau. 1949 wurde die Brauerei verstaatlicht und in den 1990ern wieder privatisiert. 1972 wurde Tsingtao in den US-amerikanischen Markt eingeführt und ist seitdem das am meisten verkaufte chinesische Bier in den USA. Am 15. Juli 1993 ging das Unternehmen in Hong Kong an die Börse. Weltweit wird Tsingtao in über 50 Staaten exportiert, damit liegt Tsingtaos Anteil des chinesischen Bierexports bei ca. 50 %. 2016 braute das Unternehmen rund 79,2 Millionen Hektoliter Bier in 62 eigenen Brauereien. Zwei weitere Brauereien werden als Joint-Venture betrieben. Der Marktanteil von Tsingtao in China liegt bei ca. 17 % (2019). Tsingtao ist die zweitgrößte Brauerei der Volksrepublik China und war im Jahre 2016 auf Platz 6 der größten Brauereien weltweit.”

Ein Blick auf das Rückenetikett lässt mich etwas stutzen. Tsingtao nennt das Bier zwar Weizenbier, ausweislich des Etiketts wurde Weizenmalz aber nur zu 6,4 % verwendet. Es ist schon erstaunlich.

Blassgold und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Der feinporige Schaum ist durchschnittlich ausgebildet, was für ein Weizenbier erstaunlich wenig ist. Auch die Haltbarkeit der Schaumkrone lässt zu wünschen übrig, denn bis auf einen kleinen Rest fällt sie recht flott in sich zusammen.

Das Aroma wird durch eine leichte Süße dominiert, unterstützt durch den Duft nach Trockenfrüchten, der sich mit dem Geruch des Alkohols in Richtung Rumtopf verbindet. Die für ein Weizenbier typischen Aromen nach Banane und Nelke bleiben im Hintergrund. Für ein dunkles Bockbier würde das Aroma durchaus in Ordnung gehen, aber zu der blassen Farbe passt es absolut nicht.

Als das Bier erstmals auf meine Zungenspitze trifft ist der Eindruck – nichtssagend. Die feinperlige Kohlensäure ist recht großzügig dosiert, ansonsten könnte ich fast Mineralwasser trinken. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt die Süße hervor, dazu erstmals die Fruchtigkeit überreifer Bananen, die schon fast an getrocknete Bananen erinnert. Trotzdem ist das Bier recht schlank. Im Abgang kommt kurz ein leichtes Bitter zum Vorschein, das nur sehr kurz nachklingt.

Dieses Bier ist für mich eine totale Enttäuschung.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz (6,4 %), Hefe, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Wird nicht angegeben. Als Herkunft wird lediglich China genannt, außerdem der niederländische Importeur:

Asia Express Food
Kilbystraat 1
8263 CJ Kampen
Niederlande
www.asiaexpressfood.nl

La Trappe Witte Trappist

Die Abtei Koningshoeven liegt in Berkel-Enschot in der niederländischen Provinz Nordbrabant. Von dort kommt das Witte Trappist, das jetzt vor mir steht. Ein Blick auf die Zutatenliste auf dem Rückenetikett überrascht mich. Ich hätte eigentlich ein Witbier nach belgischem Vorbild erwartet, bei dem auch Koriandersamen und Bitterorangenschalen verbraut werden. Das ist bei diesem Bier nicht der Fall; im Grunde ist das Witte Trappist ein Weizenbier nach bayrischem Vorbild mit einer zweiten Gärung in der Flasche. Ob die Niederländer das können? Gleich werde ich es wissen.

In hellem Weizengelb und leicht hefetrüb mit einer sehr voluminösen Schaumkrone, die sehr standfest ist, strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die Optik ist schon mal makellos.

Das Aroma ist frisch und leicht säuerlich. Das Bananenaroma des Weizenmalzes mischt sich mit den Hopfenaromen nach Zitrusschale, Steinfrüchten sowie nach weißem Pfeffer und Gewürznelke.

Der Antrunk passt zum Aroma. Er ist frisch und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure wirklich spritzig. Auf der Zunge breitet sich eine angenehme Fruchtigkeit aus, die sich mit dem Geschmack des Malzes mischt. Bitterstoffe sind nur gering vorhanden, wodurch das Bier nicht ganz rund ist. Gut gekühlt ist es aber ein angenehmes Sommerbier. Der Abgang ist mild und schlank, die Fruchtigkeit und das Bitter sind eher verhalten, klingen aber lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Glukosesirup, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Bierbrouwerij de Koningshoeven
Eindhovenseweg 3
5056 RP, Berkel-Enschot
Niederlande
www.latrappetrappist.com

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Bird of Prey IPA

In der Nähe von Amsterdam liegt Haarlem, die Heimat der Brauerei Uiltje. Robbert Uyleman, der Inhaber dieser Brauerei ist bekannt für Biere, bei deren Herstellung viel Hopfen verwendet wurde und die einen markanten Namen tragen. In diesem Fall handelt es sich um ein IPA mit dem Namen Bird of Prey. Inspiriert wurde das Bier oder zumindest die Gestaltung des Etiketts durch die amerikanische Comicserie Birds of Prey (deutsch: Raubvögel). Das ist eigentlich auch naheliegend, wenn wir uns den Namen der Brauerei ansehen, Uiltje (deutsch: Eule).

Recht hell mit einem Stich ins orange und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist komplex und fruchtig. Düfte nach Grapefruit, Ananas, Honig und Vanille steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist ebenfalls fruchtig, dabei auch recht süß. Für meinen Geschmack ist die Kohlensäure etwas zu knapp dosiert, aber es ist noch gut akzeptabel. Auf der Zunge bleibt die Fruchtigkeit erhalten und ein freundliches Bitter kommt dazu. Das Bier ist vollmundig und sehr gut trinkbar. Der Abgang ist erstaunlich mild. Das leichte Bitter klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Chinook, Glacier, Mosaic, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Uiltje Brewing Company B.V.
Bingerweg 25
2031 AZ Haarlem
Niederlande
www.uiltjecraftbeer.com

Yokohama Kapitein Rooijbosch

Der legendäre Kapitän Rooijbosch gab seinen beiden Besatzungsmitgliedern Jo und Ko Dees im 17. Jahrhundert den Befehl, an Land in Japan zu gehen. Die unschlagbaren Japaner nannten ihr Dorf nach diesem Auftrag aus Respekt Yokohama.

Das Bier, das jetzt seinen Namen trägt, verdankt seinen Geschmack dem japanischen Hopfen Sorachi Ace, der für diese Brauerei entwickelt wurde.

Kupferfarben präsentiert sich das Yokohama Kapitein Rooijbosch im Glas, zusammen mit einer sehr voluminösen Krone aus sahnigem hellbraunem Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet intensiv nach Trockenpflaumen, Karamell und Kräutern. Den Roibuschtee, der ebenfalls in dem Bier verbraut wurde, kann ich in der Nase nicht feststellen.

Der Antrunk ist süß und fruchtig; das Mundgefühl ist fas dickflüssig. Für die Süße enthält das Bier für meinen Geschmack zu wenig Kohlensäure. Auf der Zunge bleibt die Süße dominant. Ich schmecke Rosinen und Pflaumen. Die Bitterstoffe des Hopfens bleiben weitgehend im Hintergrund, aber trotzdem macht das Bier einen ausgewogenen Eindruck. Auch im Abgang bleibt die Süße erhalten. Jetzt kommt auch ein freundliches Bitter dazu. Der Abgang klingt sehr lange nach.

Die Süße und Fruchtigkeit stehen von Anfang bis Ende im Mittelpunkt. Für ein IPA sind die Bitterstoffe sehr zurückhaltend. Das Yokohama Kapitein Rooijbosch ist ein ungewöhnliches Bier, das seinen Stil nicht wirklich trifft. Trotzdem mag ich es.

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Bierbrouwerij Vermeersen
Absdaalseweg 2
4561GG Hulst
Niederlande
www.vermeersen.com

Rook & Vuur

Die Brouwerij de Molen ist eine Craft Beer-Brauerei mit Sitz in Bodegraven, etwa 30 Autominuten von Amsterdam entfernt. Die Brauerei ist für ihr vielfältiges Angebot an handwerklich hergestellten Bieren bekannt. Ihre Rezepte und Brauprozesse sind sehr spezifisch, um die Aromen und die Bitterkeit zu erreichen, die die Biere dieser Brauerei einzigartig machen. Alle sechs Wochen bringt die Brauerei ein neues Bier auf den Markt, das es vorher noch nicht gab und das es wahrscheinlich nie wieder geben wird. Im Jahr 2017 produzierte die Brauerei etwas mehr als 10.000 Hektoliter. Etwa die Hälfte des Bieres wird in ungefähr 30 Länder weltweit exportiert. Aus dieser Brauerei stammt das Rook & Vuur (Rauch & Feuer), das jetzt vor mir steht. Mit Rauchmalz und Chillies gebraut verspricht es, etwas ganz Besonderes zu sein. Mal sehen, ob es dieses Versprechen auch halten kann.

Praktisch blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Die hellbraune Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös, hellbraun und feinporig. Sie bleibt sehr lange erhalten.

Intensive Röststoffe steigen mir mit dem Duft nach Buchenrauch und geräuchertem Speck in die Nase. Dazu kommt noch die Süße nach Pumpernickel und der Duft dunkler Schokolade. Das macht Lust auf den ersten Schluck, auch wenn ich doch hoffe, dass die Chillies nicht zu kräftige Schärfe ins Bier bringen.

Rauch und eine angenehme Süße prägen den ersten Eindruck auf der Zunge. Das Mundgefühl ist cremig und voll. Der Geschmack von geräuchertem Speck, gegrilltem Fleisch und Schokolade mischt sich mit dem von Nüssen und Brombeeren. Und nein, die Chillies sind nicht im Vordergrund, sondern runden den Geschmack subtil ab. Im Abgang lässt die Süße nach und der Rauch verstärkt sich. Jetzt schmecke ich auch die 8,2 Volumenprozente Alkohol, der für einen sehr langen Nachklang sorgt.

Zutaten:

Wasser, Malz Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,2 % Vol.

Brauerei:

Brouwcafè de Molen
Overtocht 43
2411 BT Bodegraven
Niederlande
www.brouwerijdemolen.nl

Christoffel W-IPA

Für dieses Bier hat die im Jahr 1986 gegründete Brauerei St. Christoffel aus JB Breda in den Niederlanden ein Witbier mit einem milden IPA gekreuzt. Außerdem wurde das Bier einer Nachgärung in der Flasche unterzogen, eine Methode, die in der Regel zu komplexen Aromen und Geschmäckern führt. Außerdem wurde der Würze Hafer zugesetzt, der für einen milderen Geschmack sorgen soll. Dieses Bier wird seit 2001 gebraut. Jetzt will ich herausfinden, ob die Kombination gelungen ist.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und fällt auch durchschnittlich schnell in sich zusammen. Die Optik ist angenehm und ohne Besonderheiten.

Düfte nach Toffee, Grapefruit, Mango und harzigem Holz steigen mir in die Nase. Jetzt wird mir das Bier bereits sympathischer.

Der Antrunk weist eine leichte Süße auf und wirkt frisch und spritzig. Schnell spiegeln sich die fruchtigen Aromen auf der Zunge wider, unterstützt durch ein passendes Bitter. Auch der Nachklang ist durch ein mildes und freundliches Bitter mit langem Nachklang geprägt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafer, Hopfen (Mandarina Bavaria, Merkur, Centennial), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

St. Christoffel Secialbieren BV.
Raadhuisstraat 28
4835 JB Breda
Niederlande
www.christoffelbieren.com

Kees! Export Porter

Kees Bubberman ist einer der renommiertesten Brauer der Niederlande. Vor einigen Jahren begann er als Hausbrauer und er gewann innerhalb von zweieinhalb Jahren jeden Wettbewerb, an dem er teilgenommen hatte. Die Emelisse Brauerei ernannte Kees im Jahr 2007 zum Braumeister. Sieben Jahre lang war Kees Emelisse Braumeister, und sein Bier hat es verdient, in die Ratebeers’ Worlds Top 100 Breweries im Jahr 2014 aufgenommen zu werden.

Dann erfüllte sich Kees seinen Traum von einer eigenen Brauerei und Anfang 2015 nahm die Brauerei Brouwerij Kees die Arbeit auf.

Das Export Porter 1750 basiert auf einem englischen Originalrezept von 1750 für ein russisches Imperial Stout – dem berühmten Stil, den Katharina die Große damals bevorzugte.

Und wirklich, das Export Porter ist schwarz, absolut blickdicht schwarz. Es bildet nur wenig mittelbraunen feinporigen Schaum, der aber lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist so, wie ich es erwartet habe. Düfte nach Espresso, Schokolade und dunklen Früchten steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Er erste Kontakt des Export Porter 1750 mit der Zunge ist vor allem süß, beinahe klebrig und fast schon dickflüssig. Aber dieses Bier kann gleich beim ersten Mundkontakt auch überraschen: Obwohl die sehr feinperlige Kohlensäure extrem knapp dosiert ist, wirkt Bier trotzdem frisch. Das Mundgefühl ist cremig und durch die reichlich vorhandene Malzsüße und die Röstaromen des Malzes wirkt das Bier sehr rund. Auch im Abgang dominieren die Röststoffe und die Süße, wobei beide Eindrücke nicht lange nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Malz (Pale Ale, Caramel, Carafa 1), Hopfen (Fuggles, Sorachi Ace)

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Bittereinheiten:

108 IBU

Brauerei:

Brouwerij Kees!
Voltaweg 16
4338 PS Middelburg
Niederlande
www.brouwerijkees.nl

La Trappe Isid‘or

Bruder Isidorus Laaber war der erste Braumeister der Onze Lieve Vrouw von Koningshoeven Abtei in Berkel-Enschot in den Niederlanden. Im Jahre 1884 begann er, Trappisten Bier zu brauen und legte den Grundstein für das Bier, das dort bis heute gebraut wird. Eine weise Entscheidung, für die viele Bierliebhaber ihm dankbar sind. Das macht Bruder Isidorus zum Gründungsvater von La Trappe. Im Jahr 2009 wurde anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Trappistenbrauerei Bruder Isidorus mit seinem eigenen Bier geehrt: La Trappe Isid’or. Das Bier wurde so gut aufgenommen, dass es in das Standard-Sortiment aufgenommen wurde. Heute steht es vor mir.

Tief bernsteinfarben und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber zeigt sich ein cremiger beiger Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Auffällig ist die viele lebhafte Kohlensäure.

Das liebliche Aroma ist frisch und intensiv. Düfte nach Karamell, Banane und Sirup steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist weich und recht süß. Malz mischt sich mit den für Weizen typischen Fruchtnoten nach getrockneter Banane, Sahnebonbon und Dörrobst. Schnell kommen noch am hinteren Gaumen geröstete Nüsse dazu. Süße, Bitterstoffe und eine leichte Säure sind ausgewogen. Dazu kommt noch ein leichter Hefegeschmack. Der Abgang ist leicht bitter und die Banane kommt stärker zum Vorschein.

Der Geschmack ist sehr intensiv, weshalb das Bier in kleinen Schlucken getrunken werden sollte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Glukosesirup, Hopfen (Perle aus klostereigenem Anbau), Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Bierbrouwerij De Koningshoeven
Eindhovenseweg 3
5056 RP Berkel-Enschot
Niederlande
www.latrappetrappist.com

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