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Monk Johnny

Die kleine Brauerei De Keukenbrowers stellt stolze 28 unterschiedliche Biere her, die sie in fünf Kategorien aufgeteilt hat. Monk Johnny war das erste Bier aus der Monk-Serie, die die Brauerei unter dem Namen “The dark side” zusammenfasst.

Und wirklich – blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine leicht überdurchschnittliche Krone aus hellbraunem und feinporigem Schaum.

Das Bier duftet nach Mokka. Die Röstaromen dominieren den Duft total. Auch die 10 Volumenprozent Alkohol halten sich im Duft diskret im Hintergrund.

Der Antrunk ist relativ süß, was aber durch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure gemildert wird. Ich schmecke Schokolade und Vanille. Dabei ist das Mundgefühl weich und rund. Der Abgang ist recht bitter und ich schmecke verbrannten Kaffee mit langem Nachklang.

Eigentlich fing das Monk Johnny ja richtig gut an, aber der Abgang hat mir dieses Bier absolut vermiest. Es hat sicherlich seine Liebhaber, aber für mich ist das nichts.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Palemout 7), Kandiszucker (Candico), Hopfen (Northern Brewer, Hallertau Hersbrücker, Styrian Goldings), Hefe

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Bittereinheiten:

48 IBU

Farbe:

80 EBC

Brauerei:

De Keukenbrouwers
Vredestraat 147
2540 Hove
Belgien
www.dekeukenbrouwers.be

Lille Stout

An dem Bier, das jetzt vor mir steht, ist bereits das Etikett auffällig. Auf dem Hauptetikett steht lediglich der Name der Brauerei und groß, dass es der dritte Sud ist. Um was für ein Bier es sich handelt (es ist ein Stout), steht lediglich klein auf der Halskrause. Inzwischen hat die Brauerei die Etikettierung wohl geändert. Der Name ist in die Mitte des Etiketts gerückt, um den wievielten Sud es sich handelt erscheint nicht mehr. Nur der Bierstil ist weiterhin klein auf der Halskrause vermerkt. Es ist schon erstaunlich, was sich die Brauer alles einfallen lassen, damit ihre Biere im Regal auffallen.

Auch das Rückenetikett erstaunt mich. Dort sind nicht nur die Zutaten aufgeführt, sondern beim Malz auch die Lieferanten. Erstmals erlebe ich es auch, dass nicht nur erwähnt wird, dass Hefe verwendet wurde, auch nicht, ob es sich um ober- oder untergärige Hefe handelt, sondern es steht sogar der Hefestamm auf dem Etikett. Es handelt sich um Safale s04. Jetzt ist aber genug der Vorrede, kommen wir zum Bier.

Das Bier begrüßt mich in einem sehr dunklen Rubin. Der sahnige Schaum ist mittelbraun und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma verrät schon, dass die Kieler viel kräftig geröstetes Malz verwendet haben. Ich rieche Kakaopulver und Kaffee unterstützt durch würzige Noten. Die Brauer schreiben, dass auch der Duft von Zimt zu riechen wäre, aber das kann ich nicht identifizieren. Aber das tut meiner Begeisterung für dieses Aroma keinen Abbruch.

Der Antrunk ist stiltypisch recht süß. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert. Gerade bei einem relativ süßen und dunklen Bier würde ich mir eine kräftigere Karbonisierung wünschen. Auf der Zunge ist das Bier samtig frisch. Kaffee und leichte Bitterstoffe dominieren den Geschmack, dazu ein minimales Sauer, so dass ein recht vollmundiges Bier entsteht. Im Abgang schmecke ich zunächst eine leichte Fruchtigkeit, die schnell durch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang abgelöst wird.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Schokoladenmalz), Hafer, Roggenmalz (Röstmalz), Hopfen (East Kent Goldings), Hefe (Safale S04)

Alkoholgehalt:

6,1 % Vol.

Stammwürze:

11,9° Plato

Bittereinheiten:

24 IBU

Brauerei:

Lillebräu GmbH
Eichkamp 9c
24116 Kiel
www.lillebraeu.de

Wildwuchs Große Freiheit

Der Hamburger Jung Friedrich “Fiete” Matthies stellt seit 2014 in der Jaffestraße in Hamburg-Wilhelmsburg an der Elbe seine unkonventionellen Biere her. 2019 eröffnete er die erste Hamburger Bio-Brauerei in Wilhelmsburg und kreiert dort seine ökologischen Craft Biere. Das Wildwuchs Große Freiheit Bitter Ale ist das erste alkoholfreies Biobier aus Hamburg, und entstand in Kooperation mit BrewCraft. Mal sehen, was dabei herausgekommen ist.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas. Die hellgraue Schaumkrone ist recht klein und fällt auch schnell in sich zusammen. An der Optik könnte Fiete noch etwas arbeiten.

Das Aroma gefällt mir schon deutlich besser. Es ist sehr komplex und so steigen mir herbe Düfte in die Nase, ich rieche Kräuter, auch eine leichte fruchtige Säure und selbstverständlich Espresso. Dabei ist das Aroma aber auch frisch. So gefällt mir das Bier.

Der Antrunk ist recht süß, was aber durch die reichlich vorhandene und sehr feinperlige Kohlensäure ausgeglichen wird. Als sich das Bier auf der Zunge ausbreitet, erobern kräftige Röststoffe meinen Mundraum, die aber noch etwas Platz für die Säure lassen, die ich bereits in der Nase wahrgenommen habe. Für ein alkoholfreies Bier ist das Mundgefühl überraschend samtig. Im Abgang verstärken sic die Röstaromen noch und wirken jetzt fast überdosiert. Dafür klingen sie lange nach.

Die Große Freiheit ist ein ungewöhnliches Bier, das zu gefallen weiß. Eines ist aber sicher: hier vermisse ich den nicht vorhandenen Alkohol absolut nicht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafermalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

0,29 % Vol.

Stammwürze:

6 %

Brauerei:

Brauwerk Hamburg KG
Jaffestr. 8
21109 Hamburg
www.wildwuchs-brauwerk.de

The Crafty Brewing Company Irish Stout


Lidl hat vor einiger Zeit im Rahmen einer Sonderaktion einige Craftbiere angeboten. Aus dieser Aktion stammt auch das Irish Stout, das jetzt vor mir steht. Gebraut wurde es von der Rye River Brewing Company im irischen Celbridge. Ich vermute jetzt mal, dass dieses Stout speziell für die Aktion von Lidl gebraut wurde, denn auf der Website der Brauerei sind zwar mehr als zwanzig Biere aufgelistet, die die Brauerei anbietet, aber die Biere, die Lidl im Angebot hatte sind nicht dabei. Das muss aber nicht zwangsweise ein Nachteil sein.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große Krone aus gemischtporigem Schaum, die aber lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal 1a.

Wie erwartet bestimmen Röststoffe das Aroma des Bieres. Es duftet nach Kaffee und dunkler Schokolade. Aus dem Hintergrund kommt auch noch eine leichte Säure durch, die aber keinesfalls dominant wird.

Der Antrunk ist stiltypisch süß. Die Kohlensäure ist recht gering dosiert und ich würde mir da doch noch etwas mehr wünschen. Auf der Zunge dominieren die Röststoffe, ohne dass das Bier schwer wirkt. Im Gegenteil, es ist erstaunlich schlank. Dabei steht der Schokoladengeschmack im Vordergrund, während die Süße etwas nachlässt. Im Abgang erfreut zunächst der Geschmack der Röststoffe die Kehle. Dieser Geschmack lässt langsam nach und ein leichtes Bitter kommt mit einem langen Nachklang in den Vordergrund.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,25 % Vol.

Brauerei:

Rye River Brewing Company
Donaghcumper
Dublin Road
Celbridge
W23 AX07
Irland
www.ryeriverbrewingco.com

Ahorn Walnuss Stout

Jetzt steht das Ahorn Walnuss Stout aus der Bierfabrik in Berlin-Marzahn vor mir. Mit diesem Bier hat Sebastian Mergel, der Inhaber der Brauerei, bereits vor dem Brauen eine wahre Odyssee durch die Bürokratie der Hauptstadt hinter sich gebracht. Die Vorgänge hat er in einem Beitrag für den Reinheitsgebot-Blog der FAZ dokumentiert. Dort hat er auch beschrieben, wie unterschiedlich die Behandlung der Anträge auf das Brauen eines besonderen Bieres ist. Nicht nur, dass die verschiedenen Bundesländer die Anträge unterschiedlich behandeln, sondern auch innerhalb eines Landes ist keine einheitliche Linie zu erkennen.

Richtig skurril sind aber die Kommentare, die einige Nutzer hinterlassen haben. So schreibt beispielsweise ein Leser, der sich “Feinkostnutzer” nennt: “Es ist vollkommen richtig dass man solche Mischungen nicht einfach Bier nennen darf. Ich will als Verbraucher sicher sein dass es sich um Bier handelt und nicht um “bierhaltige Plörre”.” Da war offensichtlich jemand nicht in der Lage, zu begreifen, was er oder sie da schreibt. Der Duden beschreibt die Bedeutung von Plörre wie folgt: “dünnes, wässriges, gehaltloses, fades Getränk, besonders dünner Kaffee”. Ein Stout ist aber niemals dünn, wässrig, gehaltlos und fade, handelt es sich doch dabei um einen besonders gehaltvollen Bierstil. Niemand ist gezwungen, ein solches Bier zu trinken und dann noch zu mögen. Aber wenn jemand meint, unbedingt einen Kommentar schreiben zu müssen, könnte er oder sie sich durchaus an die Realität halten. Wäre Sebastian nur etwa 100 Kilometer nach Osten gefahren, wäre er in Polen gewesen. Dort hätte er sich in einer Brauerei einmieten können, sein Bier dort brauen und nach Deutschland importieren. Schon hätte er das Ahorn Walnuss Stout problemlos in Deutschland als Bier verkaufen dürfen, ganz ohne Sondergenehmigung. Rechtlich nicht korrekt, aber gefühlt eingängig, ist eher die Einschätzung, dass Sebastian die Bearbeitungsgebühr von 250 Euro als Strafe dafür bezahlt hat, dass er die Wertschöpfung in Deutschland durchgeführt hat. Na ja, kommen wir zum Bier.

Absolut blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine wunderschöne mittelbraune und sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Stout wie gemalt.

Düfte nach Ahorn, Bitterschokolade und gerösteten Walnüssen steigen mir in die Nase, unterstützt durch die Röstnoten des Malzes, die an Espresso erinnern. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet hätte. Stattdessen breitet sich im Mund ein angenehmer Geschmack nach dunkler Schokolade aus, unterstützt durch den Geschmack der Nüsse sowie den holzigen Noten des Ahornsirups. Die Haferflocken sorgen für ein volles samtiges Mundgefühl. Langsam kommt durch das Malz noch der Geschmack nach Mokka dazu. Im Abgang wird die Süße etwas stärker und auch die Nüsse kommen in den Vordergrund. Der Geschmack klingt noch sehr lange nach.

An diesem Bier gefällt mir besonders, dass der Zucker aus dem Ahornsirup weitgehend vergoren wurde und das Bier damit eher leicht herb ist. Dadurch empfiehlt es sich als hervorragender Begleiter zu einem süßen Dessert oder auch einfach zu Schokolade und Keksen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Haferflocken, Ahornsirup, Walnüsse, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

BBF Berliner Bier Fabrik GmbH
Zur Alten Börse 74
12681 Berlin
www.berlinerbierfabrik.com

Hercule Stout

Die Belgier sind ja bekanntlich stolz auf ihre Comic- und Romanfiguren. So ist es auch kein Wunder, dass die Brasserie des Légendes auch Hercule Poirot ein Bier gewidmet hat, dem von Agatha Christie ersonnenen Privatdetektiv, der von sich selbst sehr eingenommen ist und in England ermittelt. Sein Markenzeichen ist der angeklebte schwarze Schnurrbart, der sicherlich auch bei der Entscheidung Pate gestanden hat, zu Ehren von Hercule Poirot ein Stout zu brauen.

Ein erster Blick auf die Zutatenliste auf dem Rückenetikett zeigt, dass das Hercule ohne Zusätze von Gewürzen oder Zucker gebraut wurde. So gesehen könnte es auch aus Bayern stammen, wo keine Ausnahmen vom Reinheitsgebot zugelassen werden. Aber dann würde das Bier auch sicher nicht Hercule heißen.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine leicht überdurchschnittlich große hellbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Intensive Düfte nach Schokolade, Kaffee und Vanille steigen mir in die Nase. Das Aroma gefällt mir auch wenn es keine Überraschungen bot.

Der Antrunk ist gering süß, was in einem gewissen Gegensatz zu der reichlich dosierten feinperligen Kohlensäure steht. Auf der Zunge ändert sich der Eindruck. Jetzt schmeckt das Bier nach dunkler Schokolade, Espresso und einem Hauch Lakritz. Ungewöhnlich ist der frische Geschmack, der für ein Stout nicht selbstverständlich ist. Säure ist nur in geringem Maß vorhanden; trotzdem ist der Geschmack voll und rund. Im Abgang drängt sich der Geschmack nach Schokolade in den Vordergrund und das Bier wird trockener. Der Geschmack klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Brauerei:

Brasserie des Légendes sprl
Rue du Castel 19
B-7801 Irchonwelz
www.brasseriedeslegendes.be

Rook & Vuur

Die Brouwerij de Molen ist eine Craft Beer-Brauerei mit Sitz in Bodegraven, etwa 30 Autominuten von Amsterdam entfernt. Die Brauerei ist für ihr vielfältiges Angebot an handwerklich hergestellten Bieren bekannt. Ihre Rezepte und Brauprozesse sind sehr spezifisch, um die Aromen und die Bitterkeit zu erreichen, die die Biere dieser Brauerei einzigartig machen. Alle sechs Wochen bringt die Brauerei ein neues Bier auf den Markt, das es vorher noch nicht gab und das es wahrscheinlich nie wieder geben wird. Im Jahr 2017 produzierte die Brauerei etwas mehr als 10.000 Hektoliter. Etwa die Hälfte des Bieres wird in ungefähr 30 Länder weltweit exportiert. Aus dieser Brauerei stammt das Rook & Vuur (Rauch & Feuer), das jetzt vor mir steht. Mit Rauchmalz und Chillies gebraut verspricht es, etwas ganz Besonderes zu sein. Mal sehen, ob es dieses Versprechen auch halten kann.

Praktisch blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Die hellbraune Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös, hellbraun und feinporig. Sie bleibt sehr lange erhalten.

Intensive Röststoffe steigen mir mit dem Duft nach Buchenrauch und geräuchertem Speck in die Nase. Dazu kommt noch die Süße nach Pumpernickel und der Duft dunkler Schokolade. Das macht Lust auf den ersten Schluck, auch wenn ich doch hoffe, dass die Chillies nicht zu kräftige Schärfe ins Bier bringen.

Rauch und eine angenehme Süße prägen den ersten Eindruck auf der Zunge. Das Mundgefühl ist cremig und voll. Der Geschmack von geräuchertem Speck, gegrilltem Fleisch und Schokolade mischt sich mit dem von Nüssen und Brombeeren. Und nein, die Chillies sind nicht im Vordergrund, sondern runden den Geschmack subtil ab. Im Abgang lässt die Süße nach und der Rauch verstärkt sich. Jetzt schmecke ich auch die 8,2 Volumenprozente Alkohol, der für einen sehr langen Nachklang sorgt.

Zutaten:

Wasser, Malz Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,2 % Vol.

Brauerei:

Brouwcafè de Molen
Overtocht 43
2411 BT Bodegraven
Niederlande
www.brouwerijdemolen.nl

Buffalo Belgian Stout

Die Geschichte der Brauerei Van Den Bossche ist mit der bemerkenswerten Geschichte von Buffalo Bill verwoben, dem Veranstalter der immer noch berühmten Western-Show. Im Jahr 1907 ging er mit seiner Show auf Europatournee. Er machte im gleichen Jahr auch in Sint-Lievens-Esse Station, dem kleinen Ort, in dem die Brauerei Van den Bossche beheimatet ist. Wie alle anderen wollten auch die Beschäftigten der Brauerei zur Vorstellung auf dem Dorfplatz gehen. Der chinesische Freiwillige, der die kochende Würze aufrühren musste, um sicherzustellen, dass sie nicht verbrennt, ging auch zu der Vorstellung. Die Geschichte besagt, dass die Belegschaft von der Vorstellung zurückkehrte, die Würze kühlte und Hefe zusetzte, ohne etwas zu sagen. Erst als der Braumeister eine Probe nahm, bemerkte er, dass versehentlich ein anderes Bier gebraut worden war. Das Bier zeigte einen Alkoholgehalt von fast sechs Prozent. Mit der Abreise des Zirkus Buffalo aus Sint-Lievens-Esse wurde das gleichnamige Bier geboren. Buffalo 1907 war das erste aus einer Reihe von Buffalo-Bieren. Aufgrund des handwerklichen und regionalen Charakters des Bieres wurde es mit dem regionalen Produktlabel von VLAM ausgezeichnet. Hundert Jahre nach Buffalo 1907 folgte ein erster Nachfolger: Buffalo Belgian Stout. Das Bier wurde auf Wunsch des amerikanischen Importeurs der Brauerei Van Den Bossche gebraut. Es wurde zu einem schweren Büffel: leicht karamellisiert und mit 9 % Alkohol. Für den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte kann ich nicht garantieren, aber die Brauerei erzählt sie so.

Dunkel kastanienbraun ist das Buffalo Belgian Stout. Darüber steht eine durchschnittliche Krone aus beigem gemischtporigem Schaum, die recht lange erhalten bleibt.

Röststoffe dominieren das Aroma, unterstützt vom Duft dunkler Früchte und von Rübensirup. Dazu kommt ein diskreter alkoholischer Duft. Ich würde mir das Aroma noch etwas komplexer wünschen, aber es ist nicht schlecht.

Der Antrunk ist spritzig und überraschend frisch. Auch der Geschmack ist nicht so intensiv wie ich es aufgrund der Optik erwartet habe. Auf der Zunge drängen sich die Röststoffe mit ihrem Kakaogeschmack etwas in den Vordergrund. Auch der Geschmack nach Sirup zeigt sich auf der Zunge, dazu ein leichtes Aroma nach Nüssen und Erde. Die immerhin neun Volumenprozente Alkohol sind gut eingearbeitet und fallen kaum auf. Im Abgang werden die Röststoffe noch etwas stärker und die Süße des Malzes klingt lange nach.

Zu diesem Bier passen gut in Bier gekochte Miesmuscheln.

Zutaten:

Wasser. Gerstenmalz, Hopfen, Nachgärungszucker

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Van Den Bossche
Sint-Lievensplein 16
9550 Sint-Lievens-Esse
Belgien
www.paterlieven.be

CREW Republic Roundhouse Kick

Die Brauerei CREW Republic aus Unterschleißheim steht im Allgemeinen für ehrliche, handwerklich gebraute und geschmacklich außergewöhnliche Biere. Damit schafft das Team ein Zuhause für alle, denen “Standardbiere” nicht genug sind. Jetzt steht das Roundhouse Kick vor mir, ein Imperial Stout.

Absolut blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Es entwickelt sich nur wenig mittelbrauner Schaumgemischtporiger Schaum, der sich sehr schnell auflöst. Würde der Schaum länger erhalten bleiben, würde mir das Bier richtig gut gefallen.

Meiner Nase gefällt das Bier schon erheblich besser, denn hier kommt der erste Kick. Düfte dunkler Schokolade, nach Kaffee und Karamell schmeicheln ihr, unterstützt durch den Duft dunkler Früchte. Ich meine, Kirschen und Pflaumen wahrzunehmen. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Samtweich umschmeichelt das Roundhouse Kick meine Zunge mit seiner Malzsüße. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, aber auch recht knapp dosiert. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Dafür gefällt mir aber der Geschmack nach dunklen Früchten und Trockenfrüchten, bevor die Röstaromen mich mit dem Geschmack nach dunkler Schokolade und Espresso begeistern. Der Geschmack der 9,2 Volumenprozente Alkohol hält sich diskret im Hintergrund und zeigt sich gerade soweit, dass er den Geschmack des Malzes unterstützt. Jetzt kommt ein ausgewogenes Bitter dazu. Was für ein Bier. Auch im Abgang drängen sich zunächst die Röstaromen in den Vordergrund, bevor im Nachklang der Hopfen wieder zu seinem Recht kommt.

Das Roundhouse Kick ist ein Imperial Stout, das zu überraschen weiß. Obwohl – etwas anderes hätte ich von Crew Republic auch nicht erwartet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Chocolate Malt, Karamellmalz, Röstmalz), Hopfen (Columbus, Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

9,2 % Vol.

Bittereinheiten:

71 IBU

Brauerei:

CREW Republic Brewery GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 Unterschleissheim
www.crewrepublic.de

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BrewAge Chicxulub

Nur für den Fall, dass Sie sich fragen, wo dieser merkwürdige Name herkommt: Wikipedia erklärt ihn wie folgt: “Der Chicxulub-Krater (nach dem Ort Chicxulub Puerto, von Mayathan Ch’ik Xulub [tʃikʃuˈlub], ch’ik “Floh, Zecke”, xulub’ “Teufel, Dämon, Horn”)[1] ist ein laut neuester Datierung 66 Millionen Jahre alter Einschlagkrater mit ca. 180 km Durchmesser im Norden der Halbinsel Yucatán in Nordamerika (Mexiko). Da er unter mächtigen Sedimentgesteinen begraben und nicht erodiert ist, zählt er zu den besterhaltenen großen Einschlagkratern der Erde. Im Zusammenhang mit der Kreide-Paläogen-Grenze wird er mit dem Aussterben der Dinosaurier und eines großen Teils der mesozoischen Tier- und Pflanzenwelt während des Übergangs zum Känozoikum in Verbindung gebracht.” Soviel zum Namen des Oatmeal Stout, das jetzt vor mir steht. Kommen wir nun zum Bier.

Eine Besonderheit dieses Bieres ist, dass es unter anderem mit Haferflocken gebraut wurde. Ich erhoffe mir davon eine schön weiche Textur. Mal sehen, ob das Bier meine Erwartungen erfüllt.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Selbst als ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert nichts durch. Dazu kommt eine leicht überdurchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch haben die Jungs aus Wien schon mal alles richtiggemacht.

Düfte nach Schokolade, Espresso, Nüssen und Kirschen steigen mir in die Nase. Am Röstmalz haben die Österreicher nicht gespart.

Der erste Kontakt des Bieres wird durch die kräftige Malzsüße geprägt, unterstützt durch die reichlich vorhandene sehr feinperlige Kohlensäure. Nach und nach kommen auf der Zunge die anderen Aromen zu ihrem Recht. Schokolade und Kaffee verbinden sich mit einer geringen Fruchtigkeit zu einem Gesamteindruck. Das Mundgefühl ist weich und rund. Im sehr milden Abgang wird das Bier trockener, bleibt dabei aber recht mild und jetzt würde ich mir durchaus etwas mehr Bitterstoffe wünschen. Aber insgesamt ist das Bier absolut stimmig.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner, Karamell, Röstmalze), Haferflocken, Hopfen (Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

16,8° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

BrewAge GmbH
Haberlandtgasse 64/3/1
1220 Wien
Österreich
www.brewage.at