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Weltweit erste Untersuchung zu Covid-19-Auswirkungen liegt jetzt vor

Im Auftrag der ProWein – der weltweit wichtigsten und größten Fachmesse für die Wein- und Spirituosenindustrie – hat die Hochschule Geisenheim Ende 2020 zum vierten Mal Experten der gesamten Wertschöpfungskette der Weinbranche aus 49 Ländern befragt. Aus Anlass der globalen Pandemie stand die diesjährige Befragung ganz im Zeichen der Auswirkungen von Covid-19 auf die globale Weinbranche.

Ich gehe davon aus, dass sich die Ergebnisse der Studie zumindest teilweise auch auf Craft-Brauereien übertragen lassen. Aus diesem Grund veröffentliche ich hier die vollständige Pressemitteilung der Messe Düsseldorf.

Laut Prof. Simone Loose, Leiterin des Institutes für Wein- und Getränkewirtschaft der Hochschule Geisenheim ist der aktuelle ProWein Business Report die weltweit erste Untersuchung, die die globalen Auswirkungen von Covid-19 auf die verschiedenen Bereiche des Weinsektors quantifiziert und die Erwartungen für die notwendige zukünftige Ausrichtung der Weinbranche misst. “Die außerordentliche Bedeutung des Themas Covid-19 für die Weinbranche zeigt sich an der sehr hohen Beteiligungsquote der internationalen Experten, die sich im Vergleich zu den Vorjahren auf fast 3.500 Teilnehmer verdoppelt hat”, unterstreicht Bastian Mingers, Project Director der ProWein die Aussagekraft des aktuellen Business Report. “Jeder in der Branche hat ein hohes Interesse, die erfahrenen Auswirkungen auf seinen Betrieb mit anderen zu vergleichen. Gleichzeitig suchen alle Unternehmen nach Anhaltspunkten für möglichen Strategien und Auswege aus der Krise.”

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick

Die Covid-19 Pandemie und die daraus folgende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage sind die akut wichtigsten Bedrohungen der Weinbranche, die andere Herausforderungen wie die Gesundheitspolitik, den Klimawandel und den internationalen Handelskrieg in den Hintergrund drängen.

  1. So haben die durch die Pandemie verursachten Schließungen von Hotels und Restaurants zu einer globalen Disruption der Absatzkanäle von Wein geführt. Der Lebensmitteleinzelhandel und der Onlinehandel sowie teilweise der Weinfachhandel haben in vielen Ländern von diesen Verschiebungen profitiert. Die durch Covid-19 fehlenden Auslandstouristen führten jedoch in vielen Weinbauländern zu einem starken Einbruch des lokalen Weinkonsums.
  2. Die Auswirkung der Covid-19 Krise auf die Weinproduzenten variierte in Abhängigkeit ihres Absatzfokus. Vor allem kleinere Weingüter waren besonders von den Schließungen der Gastronomie und Hotellerie sowie den ausbleibenden Touristen betroffen.
  3. Durch die weltweit zeitgleichen Auswirkungen der Pandemie kam es außerdem zu einem globalen Rückgang der Weinexporte, vor allem in Länder mit einem hohen Anteil an Weinkonsum zu sozialen Anlässen und in Restaurants. Die Branche erwartet nur eine sehr langsame Erholung von Tourismus und Export und rechnet für das Jahr 2021 mit einer weiteren Verschlechterung der ökonomischen Lage. Für die Mehrzahl der Weinproduzenten in Spanien, Frankreich und Italien waren mehrere ihrer wert- und volumenmäßig stärksten Absatzkanäle gleichzeitig negativ betroffen. Auch die Steigerungen des Onlineverkaufs konnte dies bei weitem nicht kompensieren.
  4. Als Reaktion auf die Pandemie intensivierten sowohl der Handel als auch die Produzenten in ihre Onlinekommunikation, eröffneten Onlineshops, führten Onlineverkostungen durch und boten Lieferservice an. Diese durch Covid-19 stark beschleunigte digitale Transformation der Weinbranche wird sich aus Sicht der Experten auch in Zukunft weiter fortsetzen.
  5. Kostensenkungen und staatliche Hilfsprogramme haben umfangreiche Entlassungen und Betriebsschließungen bisher abwenden können. Die Experten erwarten jedoch eine Konsolidierung und zunehmende Konzentration der Branche, wenn im Zuge des weiteren Verlaufs der Pandemie zahlreiche Betriebe aufgeben müssen. Die Unternehmen werden in Zukunft auch eine stärkere Diversifikation auf verschiedene Absatzkanäle und Absatzmärkte anstreben, um ihr Risiko besser zu streuen. So versuchen Produzenten vor allem auf das Direktkundengeschäft und den Lebensmittelhandel auszuweichen, was den Wettbewerb in diesen Kanälen in Zukunft weiter verschärfen wird. Es wird befürchtet, dass Kostensenkungen und aufgeschobene Investitionen auch die Anpassung der Weinbranche an den Klimawandel und die Steigerung der ökologischen Nachhaltigkeit verlangsamen werden.
  6. Auch wenn viele Konsumenten sich in der Pandemie mit Wein verwöhnt haben, erwarten die Experten für die Zukunft durch die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 eher preissensiblere Kunden und einen geringeren Absatz von Premiumweinen. Dagegen wird erwartet, dass sich der globale Absatz von Wein insgesamt nach Covid-19 zum größten Teil wieder erholen wird.

Aktuelle Herausforderungen der Weinbranche

Covid-19 und die wirtschaftliche Lage sind akut die wichtigsten Bedrohungen der Weinbranche

Die Auswirkungen der Covid-19-Krise und der erwartete negative Einfluss auf die globale ökonomische Lage sind in diesem Jahr die mit Abstand wichtigsten Herausforderungen der Weinbranche. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Bedrohung durch den Klimawandel und die Gesundheitspolitik durch die akute Bedrohung der Pandemie etwas in den Hintergrund getreten, werden aber nach wie vor als wichtig angesehen.

Covid-19 verursacht Disruption in den Absatzkanälen von Wein

Beschränkungen durch Covid-19 verändern Weinabsatz

Durch die globalen Beschränkungen hat die Covid-19-Krise zu einer abrupten Veränderung im Einkaufsverhalten der Konsumenten geführt. In vielen Ländern kam es zu umfangreichen Schließungen und Beschränkungen der Gastronomie und Hotellerie. Auch der internationale Tourismus, der für den Absatz in Ländern wie Spanien, Frankreich und Italien von immenser Bedeutung ist, kam weitestgehend zum Erliegen. Im Gegenzug waren die Verbraucher stärker als vorher darauf angewiesen, ihren Wein im Lebensmitteleinzelhandel oder online einzukaufen.

Schließung und Einschränkung von HoReCa

Die Beschränkungen durch Covid-19 haben vor allem Restaurants und Hotels getroffen, von denen 77% laut den Befragungsergebnissen zumindest zeitweise schließen mussten. Die auferlegten Hygienemaßnahmen führten für mehr als 60% der Restaurants und Hotels zu höheren Betriebskosten, Einschränkungen in den angebotenen Dienstleistungen und geringerer Auslastung sowie rückläufigem Umsatz. Die gesamte Branche litt und leidet noch immer unter dem fast kompletten Ausfall von privaten und öffentlichen Veranstaltungen und Festlichkeiten.

Im Vergleich zu Restaurants und Hotels war der Weinfachhandel deutlich weniger stark betroffen, nur 25% der Betriebe mussten schließen und/oder erlitten Umsatzeinbußen. Im Gegenzug berichteten sogar 38% der Weinfachhändler von gestiegenen Umsätzen seit März.

Ökonomische Folgen für HoReCa

Hotels und Restaurants sind durch die Schließungen, die Hygienemaßnahmen und den Einbruch des Tourismus am stärksten ökonomisch getroffen worden. Für ungefähr 80% der Betriebe hat sich die ökonomische Lage durch Covid-19 verschlechtert, davon 30% sehr stark. Ausgehend von einem positiven Niveau im Jahr 2019 ist damit die ökonomische Situation von Hotels und Gastronomie drastisch gesunken auf den negativsten Wert aller untersuchten Bereiche der Weinbranche. Im Gegensatz dazu profitiert der Weinfachhandel im Vergleich zu allen anderen Bereichen am deutlichsten, auch wenn die ökonomische Situation gegenüber dem Vorjahr rückläufig ist. Der Großhandel und die Importeure liegen mit einem deutlichen Rückgang zwischen beiden Extremen, befinden sich aber weitestgehend in einer zufriedenstellenden ökonomischen Lage.

Ökonomische Folgen für die Weinproduzenten

Insgesamt war der Großteil der internationalen Weinproduzenten von den Covid-19-bedingten Absatzveränderungen negativ betroffen. Durch ihre Listung im Lebensmitteleinzelhandel konnten vor allem größere Produzenten, wie Weinkellereien und Genossenschaften, einen Teil ihrer Verluste kompensieren. Dennoch berichteten fast 60% der Betriebe von wirtschaftlichen Verlusten durch Covid-19. Bei den kleineren Weingütern, die noch stärker von Weintourismus und Gastronomie leben, hat sich die ökonomische Lage bei 70% der Betriebe durch Covid-19 verschlechtert. Auch wenn die Weinproduzenten ihren Absatz über Onlinekanäle stark gesteigert haben, so ging dieser von einer sehr geringen Ausgansbasis aus und konnte für die meisten Betriebe die Verluste aus den wichtigen Absatzkanälen Gastronomie, Export und Weintourismus bei weitem nicht kompensieren. Vor allem mediterranen Weinproduzenten fehlt durch die Regulierung des innereuropäischen Wein-Onlinehandels für Wein der einfache Zugang zu den Kunden in Mittel- und Nordeuropa.

Export durch weltweite Folgen der Pandemie gesunken

Durch das globale Ausmaß der Pandemie haben sich die Absatzkanäle faktisch in allen Weinmärkten der Welt gleichzeitig verschoben. Damit kam es zu einer starken negativen Rückkopplung auf den Weinexport der drei Hauptproduktionsländer, von denen Frankreich und Spanien bereits seit Oktober 2019 zusätzlich von Importzöllen in die USA betroffen waren. Der Exportverlust von Italien fiel durch die Ausnahme von den Importzöllen geringer aus.

Neben den USA waren vor allem diejenigen Importmärkte wie China und Hong Kong von Rückgängen betroffen. Dort ist der private Weinkonsum noch relativ gering – wird Wein doch überwiegend zu besonderen gesellschaftlichen Anlässen konsumiert wird, die durch Covid-19 nicht mehr stattfanden. Auch der Export in Länder wie die Niederlande oder Schweiz, wo Wein eine wichtige Rolle in der Gastronomie einnimmt, war in 2020 rückläufig. Die Aussichten für eine Erholung des Exports im Jahr 2021 sind eher verhalten.

Reaktionen der Unternehmen

Onlinekommunikation boomt

Sowohl Produzenten als auch Handel richteten ihr Marketing in der Krise vollkommen neu aus – und zwar mit sehr starkem Fokus auf alle Onlinekanäle. 60% der Weinproduzenten und ca. 50% der Händler sowie Hotels und Restaurants intensivierten die Kommunikation mit ihren Abnehmern über Social Media (Facebook, Instagram etc.). Jeder dritte Weinfachhändler schaltete Onlinewerbung. Fast jedes vierte Weingut und jeder fünfte Weinfachhändler führte Onlineverkostungen durch, um seine Abnehmer und Endverbraucher während des Lockdowns zu erreichen. Ebenso eröffnete jedes vierte Weingut und jeder zehnte Weinfachhändler einen neuen, eigenen Onlineshop.

Weinproduzenten setzten auf Direktkonsumenten und suchten neue Absatzkanäle

Der Absatz an Direktkunden konnte von 44% der Weinproduzenten gesteigert werden – konkret durch Sonderangebote mit Preisnachlässen (46%) und eine stärkere Kundenaktivierung via Newsletter (40%). Jeder vierte Weinproduzent versuchte von den Absatzsteigerungen im Lebensmittelhandel und Onlinehandel zu profitieren, indem er dort neue Listungen aushandelte.

Lieferservice als sicheres Mittel der Stunde

Nach dem Motto “wenn der Kunde nicht zum Wein kommen kann, dann kommt der Wein zum Kunden” bot jeder zweite Weinfachhändler, jedes dritte Restaurant und jeder vierte Weinproduzent einen Auslieferungsservice seiner Produkte an. Damit war eine kontaktlose und sichere Übergabe der Ware möglich, ohne dass Weinverbraucher ihr Haus verlassen mussten. Für Restaurants hat dieser Lieferservice aber nur einen Bruchteil der Einnahmen kompensieren können, da das Ambiente, das Flair und der Service eines Restaurantbesuchs nicht nach Hause lieferbar sind.

Kostensenkung notwendig und öffentliche Hilfsprogramme genutzt

80% der von der Krise negativ beeinflussten Unternehmen mussten ihre Ausgaben und Kosten senken, um wirtschaftlich überleben zu können. Die Hälfte der Betriebe verschob geplante Innovationen und Investitionen. Vier von zehn Unternehmen nutzen öffentliche Hilfsprogramme, auch um Angestellte weiter entlohnen zu können. Jeder fünfte Produzent war gezwungen, Mitarbeiter zu entlassen. Jeder zehnte befragte Produzent hat an der Krisendestillation teilgenommen, die in vielen Ländern (außer Deutschland) Übermengen vom Markt nehmen sollte. Europaweit wurden ca. 10 Mio. Hektoliter (mehr als eine deutsche Jahresernte) mit Krisenmaßnahmen der Europäischen Union eingelagert oder destilliert.

Veränderung des Verbraucherverhaltens

Verbraucher verwöhnten sich mit Wein

Während des Lockdowns beobachteten die Händler eine höhere Ausgabebereitschaft der Konsumenten, die sich z.B. als Kompensation für ihre ausgefallene Auslandsreise auch mal einen besonderen Wein gönnten. Durch den oft im Inland verbrachten Urlaub griffen Konsumenten auch stärker zu einheimischen und regionalen Weinen. Die Nachfrage nach Sekt litt besonders unter den fehlenden gesellschaftlichen Anlässen und Feiern, zu denen Sekt normalerweise getrunken wird.

Für die Zukunft preissensiblere Kunden erwartet

Die erwarteten negativen ökonomischen Auswirkungen der Covid-19-Krise werden in Zukunft auch das verfügbare Einkommen der Verbraucher belasten. Der Weinhandel erwartet deshalb für die Zukunft eher preissensiblere Weinkäufer, hofft jedoch gleichzeitig auf einen Anstieg der Nachfrage nach regionalen und nachhaltig produzierten Weinen.

Erwartungen für das kommende Jahr 2021

Nur langsame Erholung von Gastronomie und Export erwartet

Für die Gastronomie und Hotellerie erwarten die Experten übereinstimmend eine langsame Erholung. Die Mehrzahl erwartet auch nach der Krise weitere Zurückhaltung und Vorsicht der Touristen und nur jeder Dritte hofft auf einen schnellen und starken Anstieg. Für Hotels, Gastronomen und deren Weinzulieferer ist deshalb noch hohes Durchhaltevermögen notwendig, um diese Phase zu überbrücken und wirtschaftlich zu überleben. Jeder dritte Experte ist optimistisch und erwartet nach Covid-19 eine vollständige Erholung des Weinabsatzes in der Gastronomie mit ihren Chancen für neue innovative Unternehmenskonzepte bietet.

Nachfrage des Weinhandels etwas geringer

Vier von zehn Einkäufern aus dem Weinfachhandel, der Gastronomie und Hotellerie beabsichtigen im Jahr 2021 neue Weine von neuen Produzenten zu listen und einzukaufen. Dagegen sieht sich jeder dritte Einkäufer durch notwendige Kosteneinsparungen und Reduktion des gebundenen Kapitals gezwungen, im nächsten Jahr weniger Wein zu kaufen.

Erwartungen für die Zukunft

Anhaltende Wirkung der Verschiebung der Absatzkanäle erwartet

Die Experten stimmen darin überein, dass der Onlinehandel von Wein auch nach der Pandemie weiterhin eine sehr starke Rolle spielen wird. Ebenso wird der Weinabsatz über den Lebensmittelhandel aus Sicht der Befragten gestärkt aus der Krise hervorgehen. Jeder Dritte erwartet in Zukunft auch den Verkauf von Premiumweinen über den Lebensmittelhandel.

Zukünftige Weinnachfrage leicht unter altem Niveau erwartet

Für die Zeit nach Covid-19 erwartet jeder siebte Experte eine Erholung der Weinnachfrage auf das vorherige Niveau. Der Anteil der Befragten, die ein unvollständige Erholung erwarten ist geringfügig höher als der Anteil, der von einem Anstieg der Weinnachfrage ausgeht. Der Weinhandel mit Schwerpunkt auf Mitteleuropa ist etwas optimistischer als die Weinproduzenten mit ihrem Schwerpunkt auf Südeuropa. Weinproduzenten aus Deutschland und der Neuen Welt sowie Weinfachhändler erwarten nach der Krise eine stärkere Nachfrage nach Premiumweinen als vor der Krise, während die Erwartungen der Weinproduzenten aus Südeuropa im Hinblick auf Premiumwein eher verhalten sind.

Zukünftige strategische Anpassung der Weinbranche

Digitale Transformation der Weinbranche beschleunigt sich

Unternehmen aller Bereiche der Wein-Wertschöpfungskette von Wein sind sich einig darin, dass die Digitalisierung eine deutlich stärkere Rolle in der Weinbranche spielen wird. Auch wenn es hier zwischen den EU-Ländern noch rechtliche Hürden im grenzüberschreitenden Onlineabsatz gibt, stimmen zwei von drei Experten zu, dass Produzenten zukünftig stärker auf die direkte Digital-Vermarktung setzen werden. Auch 56% der Händler planen, ihre Ausgaben für digitales Marketing zu steigern und mehr als jeder Dritte will in neue Wege investieren, seine Kunden besser (digital) zu erreichen. Auch der Einzug der Digitalisierung in die Weinproduktion wird sich weiter beschleunigen und die Experten sind sich einig, dass es hier nicht zu einer Verlangsamung dieses Prozesses durch die Covid-19 Krise kommen wird.

Covid-19 beschleunigt Strukturwandel und Diversifikation

Der plötzliche Einbruch wichtiger Absatzkanäle und Exportmärkte wird aus Sicht der befragten Experten dazu führen, dass sich Weinproduzenten stärker diversifizieren müssen, um ihre Abhängigkeit und das Risiko einzelner Kanäle und Märkte zu reduzieren. Dies wird nur durch ein weiteres Unternehmenswachstum oder Kooperationen möglich sein, die eine zusätzliche Spezialisierung im Vertrieb ermöglichen und notwendiges Absatzvolumen garantieren. Zwei von drei befragten Produzenten erwarten negative Auswirkungen der Covid-19 Krise auf die Branche in einem Ausmaß, dass ein Teil der Produzenten wirtschaftlich nicht überleben wird. Dies wird zu einer weiteren Beschleunigung des bereits bestehenden Strukturwandels führen, aus dem weniger, aber dafür größere Betriebe hervorgehen.

Covid-19 verlangsamt Nachhaltigkeitsbewegung der Branche

Der letzte ProWein Business Report 2019 hat deutlich gemacht, dass der fortschreitende Klimawandel in der Weinbranche zu wachsendem Engagement für die Nachhaltigkeit der Branche geführt hat. Der Großteil der Maßnahmen zum Schutz der Umwelt erfordert jedoch Investitionen der Betriebe. Covid-19 hat bereits jetzt zur Verschiebung von Investitionen geführt und die wirtschaftliche Substanz vieler Betriebe angegriffen, die für Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit notwendig ist. Drei von zehn Experten befürchten deshalb, dass die Produzenten nicht so schnell wie notwendig ihre ökologische Nachhaltigkeit steigern und sich an den Klimawandel anpassen können.

Die Studie wurde im Auftrag der ProWein vom Institut für Wein- und Getränkewirtschaft der Hochschule Geisenheim unter Leitung von Prof. Dr. Simone Loose und ihrem Team ausgeführt. Damit stellt die ProWein der Weinbranche ein weltweit einzigartiges Marktbarometer als längerfristige Zeitreihe zur Verfügung und gibt in jährlichen Sonderthemen Antwort auf wichtige Fragen der Branchen. Wir bedanken uns bei den Teilnehmern der Befragung und hoffen auch weiterhin auf rege Beteiligung der Produzenten und Vermarkter von Wein.

Die Brauereigasthöfe sind bedroht

Ich veröffentliche hier eine Pressemitteilung des Bayerischen Brauerbundes. Das hier beschriebene Problem betrifft allerdings nicht nur die Brauereigaststätten in Bayern, sondern da es sich um eine Hilfe des Bundes handelt, die den Brauereigasthöfen vorenthalten wird, ist das Thema für die gesamte Bundesrepublik aktuell.

Bei Bayerns Brauereigasthöfen geht die Existenzangst um. Bis vor wenigen Tagen hatten sie gehofft, auch in den Genuss staatlicher Unterstützung zu kommen, wie sie dem Gastgewerbe insgesamt versprochen wurde. Doch jetzt droht der Bund sie von staatlichen Hilfsgeldern abzuschneiden.

Wie die gesamte Gastronomie sind auch die Brauereigasthöfe in Deutschland seit Anfang November zu erzwungener Untätigkeit verurteilt, geschlossen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Um ein großflächiges Gastronomiesterben zu verhindern, gewährt der Bund die sog. “Novemberhilfe”, die zwischenzeitlich auf den Monat Dezember ausgedehnt wurde: Dem Gast- und Beherbergungsgewerbe wird als Ersatz für die zu tragenden Umsatzausfälle eine Entschädigung in Höhe von bis zu 75% der Umsätze der Vorjahresmonate ausbezahlt.

Doch Brauereigasthöfe sollen, wie jetzt bekannt wurde, als “Mischbetriebe” durchs Raster fallen. Weil sie neben der Gastronomie und Hotellerie auch eine handwerkliche Brauerei betreiben, hätten sie nur eine Chance auf staatliche Unterstützung, wenn der Außer-Haus-Verkauf der Brauerei an den Handel maximal 20% des Gesamtumsatzes ausmacht.

Durch das ohnehin wenig gewinnträchtige Geschäft mit Flaschenbier könnten diese handwerklich arbeitenden Brauereien die enormen Verluste, die der erzwungene Stillstand der gastgewerblichen Betriebsteile verursacht, jedoch bei weitem nicht kompensieren, kritisiert Stefan Stang, Hauptgeschäftsführer Private Brauereien Bayern, die Überlegungen des Bundes.

“Für die vielen Brauereigasthöfe ist das ein herber Rückschlag”, zeigt sich auch Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes gleichermaßen entsetzt wie enttäuscht. Erst vor wenigen Tagen war Hoffnung aufgekeimt, dass auch die Brauereigasthöfe in den Genuss der für das Gastgewerbe geschnürten Hilfspakete kommen würden. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hatten den Brauern persönlich zugesichert, der Bund habe klargestellt, dass auch Mischbetrieben des Ernährungshandwerks November- und Dezemberhilfe zugestanden werde. Hierzu zählen typischerweise auch “Brauereien mit einer selbst betriebenen gastronomischen Einrichtung”, wie es im Schreiben des Ministers wörtlich heißt.

Doch jetzt droht der Bund die aufkeimende Hoffnung auf die dringend benötigten Hilfsgelder im Keim zu ersticken.

Eine “offensichtliche Ungerechtigkeit” beklagt auch der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA BAYERN und kommentiert die Haltung des Bundes mit völligem Unverständnis.

Ausdrücklich sehe der Gesetzgeber eine Sonderregelung für Gastronomiebetriebe vor, die ihre Leistungen auch im Außerhausverkauf anbieten”, so DEHOGA Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert, “bis Corona waren gastgewerbliche Betriebe auch seitens der Politik aufgefordert, sich zusätzliche wirtschaftliche Standbeine zu schaffen und dies soll diesen Vorzeigebetrieben nun ausgerechnet zum Verhängnis werden. Wenn Bäckereien und Konditoreien richtigerweise für ihre geschlossenen Cafés Hilfsgelder abrufen können, dann sei es nur recht und billig, auch den staatlicherseits stillgelegten Brauereigasthöfen in dieser für sie existenzgefährdenden Lage zu helfen.”

Christof Pilarzyk betreibt im oberfränkischen Rödental mit seiner Familie einen solchen Privaten Brauereigasthof. Als Vorsitzender der Organisation “Private Brauereigasthöfe und Hotels” vertritt er die Interessen von 63 deutschen Häusern. “Wir stehen mit dem Rücken zur Wand.” Der Chef des fast 600 Jahre alten Gasthofes, zu dem seit über 500 Jahren auch eine eigene Brauerei gehört, beklagt Corona-bedingt in diesem Jahr im Gasthof schon 1 Mio. Euro Verlust. “Die kleine Brauerei kann das niemals auffangen” sagt er und fordert bei der staatlichen Unterstützung eine Gleichbehandlung mit anderen Gaststätten und Hotelbetrieben. “Die angeschlossene Brauerei ist das Markenzeichen der Brauereigasthöfe””, so Pilarzyk. Es könne nicht sein, dass ihnen das bei der Inanspruchnahme von Hilfsleistungen nun zum Verhängnis werde.

Mit Unverständnis verweist er auf Bäckereien und Konditoreien, die für ihre ebenfalls stillgelegten Cafés Hilfsgelder abrufen können. Sie gelten in den Augen des Bundeswirtschaftsministeriums nämlich als “Gaststätten”, der Thekenbereich als deren Außerhausverkauf – unabhängig von seiner Größe.

Sollte der Bund nicht nachbessern, so die übereinstimmende Ansicht der Branchenvertreter, wären nicht nur die gastgewerblichen Betriebsteile, sondern auch die oft Jahrhunderte alten Familienbrauereien in ihrem Bestand gefährdet.

Die Trends im Biermarkt

Die Weltbierproduktion ist 2019 gemäß BarthHaas Bericht Hopfen 2019/2020 seit fünf Jahren erstmals wieder leicht angestiegen – um 0,5 Prozent auf 1.913 Millionen Hektoliter. Für 2020 steht allerdings bereits fest: Bedingt durch Covid-19 ist mit deutlichen Absatzeinbußen zu kalkulieren. So geht Plato Logic derzeit davon aus, dass der Weltbiermarkt in diesem Jahr ein Minus zu verkraften hat, das zwischen 6,5 und 11,2 Prozent schwanken kann.

Vor allem wegen phasenweise ausgesetzter Tourismus- und Gastronomieaktivitäten sowie einer schleppenden Erholung der genannten Wirtschaftsbereiche rechnet das Marktforschungsinstitut 2020 mit einem weltweiten Pro-Kopf-Konsum an Bier von nur noch 24,2 Liter (2019: 26,2 Liter/Kopf). Nach Regionen gesplittet prognostiziert Plato Logic den höchsten Pro-Kopf-Konsum mit 56,4 Liter (2019: 59,4 Liter) für den amerikanischen Kontinent. Es folgen Europa mit 52,6 Liter/Kopf (2019: 56,2 Liter/Kopf), Asien/Pazifik mit 16 Liter/Kopf (2019: 17,4 Liter/Kopf) sowie Afrika und der Mittlere Osten mit 8,3 Liter/Kopf (2019: 9,8 Liter/Kopf). Innerhalb Europas soll Tschechien mit 144,1 Liter/Kopf (2019: 155,3 Liter/Kopf) mit Abstand Spitzenreiter bleiben. Auf Platz 2 sieht der Marktforscher Deutschland mit 102,9 Liter/Kopf (2019: 106,4 Liter/Kopf). Platz 3 dürfte Österreich mit 99,2 Liter/Kopf (2019: 110,9 Liter/Kopf) vor Rumänien und Polen für sich beanspruchen. Aller Voraussicht nach wird sich im laufenden Jahr hinsichtlich der Rangfolge der größten bierproduzierenden Länder wenig ändern. Nach China sehen BarthHaas und Plato Logic gleichermaßen die USA, Brasilien, Mexiko, Deutschland, Russland, Japan, Vietnam und Großbritannien vorne an. Auf Platz 10 vermutet BarthHaas Polen, während Plato Logic von Spanien ausgeht.

Top-40-Brauereigruppen halten rund 90 Prozent der Weltbierproduktion

Die größten zehn Brauereigruppen werden 2020, so lauten die Prognosen, ein zum Vorjahr identisches Ranking beibehalten. Gemäß BarthHaas verbuchte die globale Nummer 1, AB InBev, 2019 einen Anteil von 29,3 Prozent an der Weltbierproduktion auf sich. Gemeinsam mit den nächstplatzierten Heineken, China Res. Snow Breweries, Carlsberg und Molson Coors betrug er 58,6 Prozent. Betrachten wir die 40 absatzstärksten Brauereigruppen weltweit, realisierten diese im vergangenen Jahr mit 1.723 Millionen Hektoliter 90,1 Prozent der Weltbierproduktion.

Craftbier mit Potenzial

Mit 77,1 Millionen Hektoliter trugen die Craftbrauereien 2019, so Plato Logic, etwa vier Prozent zum Weltbiermarkt bei. Innerhalb Europas (2019: 30,7 Millionen Hektoliter) gab es im Vergleich zum Vorjahr (2018: 30,6 Millionen Hektoliter) nur ein geringes Plus. Der Markt Afrika/Mittlerer Osten (2019: 0,25 Millionen Hektoliter) verhielt sich statisch. Von 37,6 auf 39,1 Millionen Hektoliter wuchsen die Produktionszahlen indes auf dem gesamten amerikanischen Markt und auch in der Region Asien/Pazifik ging es 2019 ordentlich bergauf: auf 7,1 Millionen Hektoliter (2018: 5,6 Millionen Hektoliter).

In den USA, dem Land, in dem die Craftbier-Bewegung startete, legte handwerklich Gebrautes 2019 erneut zu. Während der Gesamtbierabsatz um zwei Prozent sank, kamen Craftbiere mit 26,3 Millionen Barrel (ca. 30,9 Millionen Hektoliter) auf ein Plus von vier Prozent. Die Umsatzzahlen mit Craftbier beliefen sich auf 29,3 Milliarden US-Dollar und stiegen um sechs Prozent. Folglich hielt Craftbier am US-Biermarkt 2019 einen volumenmäßigen Anteil von 13,6 und einen wertmäßigen Anteil von 25,2 Prozent. Erwirtschaftet wurden diese Anteile von insgesamt 8.275 Craftbrauereien. Neben 942 Neugründungen gab es im letzten Jahr 294 Betriebsschließungen. Interessant: Die Top 50 US-Craftbrauereien, angeführt von den Spitzenreitern D.G. Yuengling and Son, Boston Beer Company und Sierra Nevada Brewing Company, vereinten 53,6 Prozent des US-Craftbierabsatzes auf sich (2018: 55,5 Prozent). Fakten, die unter anderem bestätigen, dass sehr kleine Brauereien, häufig auch Gasthausbrauereien, vor Ort, starken Zuspruch fanden.

Neu denken hilft

In den 2020er-Zahlen wird sich eine derart positive Entwicklung wohl nicht mehr zeigen. So rechnet Paul Gatza, Senior Vice President of Professional Brewing Division, Brewers Association, durch die aufgrund der Pandemie verursachten Restaurant- und Barschließungen mit rückläufigen Absätzen von mindestens 20 Prozent. Gatza: “Seit 1968 wird 2020 das erste Jahr in der Geschichte der Craftbrauer, sein, in dem Verkaufszahlen nach unten gehen.” Dennoch sieht Gatza die Zukunft der US-Craftbrauer positiv: “Craftbrauer sind seit jeher offen für Neues und sowohl kreativ als auch flink. Diese Eigenschaften helfen in der jetzigen Situation enorm. Beispielsweise sind einige Craftbrauereien bereits mit alternativen alkoholhaltigen Trendgetränken wie Hard Seltzer äußerst aktiv.” Laut Gatza haben sich die Craftbrauereien künftig auch darauf einzustellen, dass Verbraucher mehr Direktbelieferungen wünschen. “E-Commerce ist nun gelernt und wir rechnen damit, dass der Konsument auch nach den Beschränkungen durch Covid-19 auf diesen für ihn komfortablen Vertriebsweg setzen möchte.”

Ideenreich zeigen sich die vom Lockdown in der Gastronomie besonders betroffenen handwerklichen Brauereien indes weltweit. Ein Beispiel hierfür aus Australien: Eine Brauerei brachte im April die Marke “‘Plan: C’ Simple Ale – The Brew to get you Through” für wenige Monate in den Markt. Die Motivation war, ein Craftbier zu einem geringeren Preis als üblich zur Verfügung zu stellen, um denjenigen, die durch die Pandemie ein niedrigeres Einkommen generierten, den Craftbier-Genuss zu ermöglichen und gleichzeitig Geld in die eigene Kasse zu bekommen. Das 18er Dosenpack war für AU$ 40 erhältlich. Gemäß Mintel kosten mit Craftbier befüllte Sixpacks in Australien üblicherweise zwischen AU$ 19 bis 24. Zudem wurde – ebenso wie viele weitere Brauereien weltweit – ein kostenloser Lieferservice angeboten, um die rückläufige Entwicklung in der Gastronomie zu kompensieren. Eine weitere Karte, die Craftbrauereien derzeit häufig ziehen, ist die Bitte an die Nachbarschaft, sie durch entsprechenden Bierkonsum zu unterstützen. Vielfach wird Verbrauchern zudem die Möglichkeit geboten, in Crowdfunding-Projekte zu investieren.

Trend zur Regionalität

Auch die deutschen Brauereien haben es derzeit nicht leicht. Bereits 2019 sank der Bierabsatz der in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager laut Statistischem Bundesamt gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent auf rund 92 Millionen Hektoliter. In der Corona-Krise spricht der Deutsche Brauer-Bund von verheerenden Folgen für seine Mitglieder. So ist der Bierabsatz gemäß einer Umfrage des Deutschen Brauer-Bundes im ersten Halbjahr 2020 in den Unternehmen um 16 Prozent zurückgegangen, der Umsatz lag im Schnitt um 19 Prozent unter dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen die Mitgliedsbrauereien des DBB mit einem Absatzminus von mindestens 14 Prozent und mit einem Umsatzeinbruch von durchschnittlich 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Marc-Oliver Huhnholz, Pressesprecher Deutscher Brauer-Bund: “Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie auf die Betriebe der deutschen Brauwirtschaft erreichen auch in Bezug auf den Einbruch des Bierabsatzes ein seit Gründung der Bundesrepublik nie dagewesenes Ausmaß.” Als einen positiven Aspekt sieht Stefan Stang, Hauptgeschäftsführer des Verbands Private Brauereien Bayern, den Trend zu regionalen Biermarken, der sich seiner Meinung zufolge in der Krise in Deutschland eher verstärkt hat und weiter verstärken wird.

In der Krise Chancen sehen

In der Krise Chancen sehen und neue Ideen realisieren – ein Motto, das auch einige deutsche Brauereien aufgreifen. Beispielsweise fand Mitte März der Rollout der ersten beiden Sorten von HopfenFrucht statt, einer neuen Getränkekategorie, die aus einem alkoholfreiem Bier und Direktsaft besteht. Eine hessische Brauerei brachte Anfang April einen Bier-Apfelwein-Hybrid in den Markt, der Helles mit Äppelwoi vereint. Eine ganz andere jedoch nicht minder erfolgreiche Idee verwirklichte eine andere Brauerei anlässlich der Einführung einer neuen Bierspezialität. Sie organisierte für Besucher im Mai eine Brauerei-Besichtigung mit dem eigenen PKW.

Alkoholfreie und alkoholarme Biere bedienen Gesundheits- und Sober Curious-Trend

Vielleicht liefert die Krise für einige Brauereien auch den Anstoß, noch mehr in Richtung alkoholfreie und alkoholarme Biere zu denken. Laut Plato Logic stieg der globale Konsum in diesem Segment von 44,8 Millionen Hektoliter (2018) auf 47,5 Millionen Hektoliter in 2019. Innerhalb Europas legten die Alkoholfreien und Alkoholarmen im genannten Zeitraum von 28 Millionen Hektoliter auf 29,8 Millionen Hektoliter zu. Ein Segment, das auch den Trend zu gesunder Ernährung sowie den aus den USA stammenden “Sober Curious”-Trend (nüchtern, aber neugierig) bedient. Wie “in” Alkoholfreies sein kann, demonstrierten beispielsweise erst kürzlich schottische Craftbrauer. So eröffneten sie im hippen Londoner Zentrum Anfang des Jahres eine Bar, in der ausschließlich alkoholfreies Craftbier angeboten wird.

Gold beim European Beer Star für das neue Weihenstephaner Helle

Die Konkurrenz beim European Beer Star (EBS) war auch in diesem Jahr wieder groß: In der Kategorie European-Style Mild Lager wurden Biere aus aller Welt verkostet und bewertet – und der Sieger war am Ende das neue Helle der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan. Auch der Weizenbock Vitus aus Weihenstephan ging wieder einmal mit Edelmetall nach Hause: Silber in der Kategorie South German-Style Weizenbock Hell.

Bei der BrauBeviale in Nürnberg, die in diesem Jahr digital stattfand, wurden die beiden Biere am 11. November ausgezeichnet. 2036 Biere aus 42 Ländern nahmen in diesem Jahr an dem prestigeträchtigen Wettbewerb teil. Warum prestigeträchtig? Im Gegensatz zu anderen Wettbewerben, in denen jedes Bier mit einer bestimmten Punktzahl Gold erhält, gibt es beim EBS nur einen Sieger pro Kategorie. Es wird also tatsächlich “das Beste” seiner Art ausgezeichnet. 66 Jurymitglieder haben die Sieger im Oktober im Rahmen einer großen Blindverkostung ermittelt.

Gold beim European Beer Star ist also eine überragende Leistung – und dementsprechend groß war die Freude im Hause Weihenstephan über diese wertvolle Auszeichnung. Das Weihenstephaner Helle kam erst im Mai 2020 auf den Markt und ist ein mildes, süffiges Bier mit einer dezenten Hopfenblume. Über ein Jahr nahm man sich im Vorfeld Zeit, um das Bier zu perfektionieren – mit zahlreichen Verkostungen, Feinabstimmungen und Expertenmeinungen. Die Goldmedaille, noch dazu im ersten Jahr, ist damit auch eine Bestätigung für die hervorragende Arbeit, die am Weihenstephaner Hellen geleistet wurde: “Dieser Erfolg macht uns sehr stolz”, sagt Josef Schrädler, Direktor der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan. Auch 1. Braumeister Tobias Zollo zeigt sich überwältigt: “Diese Auszeichnung ist der Beweis, dass unser Helles im Geschmack ganz oben steht.”

Bei all dem Jubel über den Erfolg des Hellen soll auch der Weizenbock Vitus nicht vergessen werden. Der helle Weizenbock ist der Seriensieger der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan und holt zum wiederholten Male eine Medaille beim European Beer Star – in diesem Jahr war es Silber. “Diese erneute Platzierung auf dem Treppchen zeigt, dass unser Vitus konstant höchsten Ansprüchen genügt”, freut sich Schrädler.

Staatsminister Bernd Sibler, dessen Ministerium für Wissenschaft und Kunst die Brauerei angehört, freute sich über diese Erfolgsmeldung und gratulierte: “Die Biere der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan sind weltweite Exportschlager. Sie sind Botschafter unserer bayerischen Bierkultur. Die älteste noch bestehende Brauerei der Welt trifft mit ihrer traditionellen Braukunst bis heute den Geschmack von Bierkennern und -genießern weit über den Freistaat hinaus. Herzlichen Glückwunsch zu dieser großartigen Auszeichnung!”

Auch beim Verband der Privaten Brauereien ist man mit dem European Beer Star 2020 sehr zufrieden – trotz Zeiten der Pandemie: “Die phänomenale Entwicklung unseres Wettbewerbes zeigt, welchen Stellenwert handwerkliche Braukunst und die große Biervielfalt genießen. Wir sind stolz, dass wir in diesen turbulenten Zeiten einen so hochkarätigen Wettbewerb auf die Beine stellen konnten”, sagt Hauptgeschäftsführer Stefan Stang.

BrauBeviale 2020 Special Edition: Präsentation des Hobbybrauer-Gewinnerbiers „Hoptimism“

Der Gewinner des 3. Hobbybrauerwettbewerbs von Maisel & Friends und der BrauBeviale heißt Christoph Wolfrum. Im Februar 2020 wurde sein American Pale Ale “Hoptimism” bei der “Home Brew Bayreuth” zum Sieger gekürt und in der Zwischenzeit bei Maisel & Friends nachgebraut. Das Hobbybrauer-Gewinnerbier wird im Rahmen der BrauBeviale 2020 Special Edition erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Am Donnerstag, 12. November 2020, präsentiert Michael König, Biersommelier bei Maisel & Friends, gemeinsam mit Christoph Wolfrum “Hoptimism” live auf der digitalen Dialogplattform myBeviale.com.

Die kreativen Brauer von Maisel & Friends und die BrauBeviale als wichtigste Investitionsgütermesse für die Getränkeindustrie haben den Wettbewerb für Hobby- und Heimbrauer im Jahr 2018 ins Leben gerufen und er erfreut sich jedes Jahr zunehmender Beliebtheit. Im dritten Veranstaltungsjahr war das Wettbewerbsthema “American Pale Ale” und Heimbrauer aus ganz Deutschland reichten ihre Kreationen ein. Um das Gewinnerbier zu ermitteln, führte eine hochkarätig besetzte Fachjury aus Braumeistern, Biersommeliers, Fachjournalisten und Bloggern im Februar 2020 eine mehrere Stunden andauernde Blindverkostung durch.

Gewinner kommt aus der Heimat der BrauBeviale

Christoph Wolfrum aus Nürnberg überzeugte die Juroren und gewann den Wettbewerb mit seinem Pale Ale “Hoptimism”. Im September durfte der Hobbybrauer seine Kreation im großen Maßstab in der Brauwerkstatt von Maisel & Friends in Bayreuth nachbrauen. Einen Tag lang unterstütze Christoph Wolfrum das Maisel-Team tatkräftig beim Brauen und entwickelte auch das Etikett seines Bieres mit.

“Hoptimism” zur BrauBeviale 2020 Special Edition

Im Rahmen der BrauBeviale 2020 Special Edition wird das Hobbybrauerbier “Hoptimism” erstmals der Öffentlichkeit präsentiert: Am 12. November 2020 wird Christoph Wolfrum gemeinsam mit Michael König, Biersommelier bei Maisel & Friends, sein Bier von 12 bis 12:30 Uhr auf myBeviale.com vorstellen – live mitzuerleben auf der Craft Beverages & brau@home Stage, dem zentralen Anlaufpunkt für Heim- und Hobbybrauer vom 10. bis 12. November 2020, den sogenannten Launch Days der neuen digitalen Dialogplattform für die Getränkeindustrie.

Die Launch Days der myBeviale.com, sprich der 10. November 2020, sind auch der Startschuss für den Verkauf des streng limitierten Biers im Maisel & Friends Onlineshop: www.maiselandfriends.com/shop.

Im Anschluss an die Launch Days können Probierpakete von Getränkespezialitäten, die ursprünglich in der Craft Drinks Area zur Verkostung bereitstehen sollten, bestellt werden. Für die Verkostung Zuhause werden auf myBeviale.com dann Verkostungsnotizen und Hintergrundinfos durch Sommeliers bereitgestellt. Auch “Hoptimism” wird in diesen Probierpaketen enthalten sein.

Der European Beer Star im Corona-Jahr

Der European Beer Star der Privaten Brauereien ist auch in diesem Jahr der wichtigste Bierwettbewerb weltweit. In diesem Jahr war die Durchführung des Wettbewerbs aufgrund der Reisebeschränkungen und anderer Widrigkeiten durch Corona nicht einfach, aber dank eines strengen Präventionskonzeptes konnte die Bewertung im Rahmen einer Präsenz-Verkostung beim European Beer Star-Partner Doemens durchgeführt werden. Leider konnten in diesem Jahr nicht so viele Tester teilnehmen wie im letzten Jahr, aber immerhin waren 74 Verkosterinnen und Verkoster Anfang Oktober in Gräfelfing bei München anwesend und beurteilten die vielen eingereichten Biere. Der Verband Private Brauereien verlieh die Awards in Gold, Silber und Bronze heute im Rahmen der BrauBeviale 2020 Special Edition zum ersten Mal digital.

Zu den Siegern: Deutschland gewinnt vor USA und Italien

Deutschlands Brauereien führen wie schon im Jahr 2019im Medaillenspiegel. Sie dürfen sich mit 72 European Beer Stars schmücken: 21 Mal in Gold, 23 Mal in Silber und 28 Mal in Bronze. Platz zwei belegten die USA mit 11 Mal Gold, 5 Mal Silber und 6 Mal Bronze. Platz drei geht an Italien, mit 9 Mal Gold, 10 Mal Silber und 8 Mal Bronze.

Die erfolgreichste internationale Brauerei des European Beer Star 2020 kommt aus Taiwan. Buckskin freut sich über 3 Mal Gold in den Kategorien “German-Style Pilsener”, “German-Style Heller Bock” und “Smoke Beer Franconian Style”. Dazu kommen 3 Mal Silber in den Kategorien “Session Beer”, “Alt” und “South German-Style-Kristallweizen”. Aber auch hier strahlt ein Teil des Ruhms auf Deutschland, denn die Buckskin-Sudkessel werden von einem deutschen Braumeister geführt.

Württembergische Brauerei führt europäisches Ranking an

Die erfolgreichste Brauerei Deutschlands ist im Taubertal in Baden-Württemberg beheimatet. Die Distelhäuser Brauerei gewinnt 3 Mal Gold. Für ihr Jubiläumsbier 1670 in der Kategorie “Belgian-Style Strong Blond Ale”, für ihren Weizen Bock, Kategorie “South-German Weizenbock Hell” und für das Distelhäuser Dinkel in der Kategorie “Beer with alternative Cereals”. Hinzu kommen zwei European Beer Stars in Bronze in den Kategorien “SouthGerman-Style Hefeweizen Hell und -Kristallweizen”. Distelhäuser ist damit auch die beste europäische Brauerei beim globalen Wettbewerb European Beer Star.

Trotz der widrigen Umstände im Corona-Jahr war die Internationalität des Wettbewerbs enorm: 61 Prozent der eingereichten Biere kamen von Brauereien außerhalb Deutschlands und zwar aus 41 Ländern. Die Medaillen gehen in 28 Länder. Die Brauereien, die beim European Beer Star 2020 ausgezeichnet wurden, kommen aus Europa, aus Nord- und Südamerika, aus Asien und aus Australien.

Bayerische Brauereien sammeln die meisten European Beer Star Awards

Die Camba Bavaria aus Seeon ist die zweitbeste deutsche Brauerei des Wettbewerbes: Gold für Camba Dark Side und Bavarian Wit; Silber für Camba Hell und Bronze für das Camba Märzen. Damit konnte Camba Bavaria den großen Erfolg aus dem vorigen Jahr noch übertrumpfen.

Viele Brauereien Bayerns konnten an ihre Erfolge im Jahr 2019 anknüpfen. Etwa die Schönramer Landbrauerei – mit Gold für Schönramer Hell und Silber für Schönramer Pils. Oder Eittinger Fischerbräu – mit 2 Mal Silber – für das Kirta Bier in der Kategorie “German-Style Märzen” sowie Urtyp Dunkel in der Kategorie “European-Style Dunkel”. Auch die Ayinger Brauerei gehört wieder zu den Siegern: Die Ayinger Urweisse erhielt zum fünften Mal Gold in der Kategorie “South German-Style Hefeweizen Bernsteinfarben”. Bronze gibt es zudem für Ayinger Altbairisch Dunkel.

Gold Ochsen überrascht in diesem Jahr mit einem Kristallweizen Doppelbock

Seit nunmehr acht Jahren überrascht die Ulmer Traditionsbrauerei Gold Ochsen mit ihren kreativen Bier-Sondereditionen, die stets in limitierter Auflage von 1.597 – das Gründungsjahr der Brauerei – per Hand in elegante 0,75-Liter-Flaschen abgefüllt werden. 2020 dürfen wir uns über ein ganz besonderes Jahrgangsbier freuen: das Gold Ochsen Kristallweizen Doppelbock. Ein Kristallweizen wird nur sehr selten als Bock- beziehungsweise Doppelbock gebraut und gilt deshalb als Rarität – neben der ausgewiesenen Brauexpertise von Gold Ochsen auf dem Gebiet des Kristallweizens war dies der Grund, ein Kristallweizen Doppelbock in limitierter Auflage zu brauen. “Wir freuen uns sehr, dass mit der Edition 2020 eine gleichermaßen außergewöhnliche wie einzigartige Weizenstarkbierspezialität unsere Reihe an Jahrgangsbieren fortführt”, so Gold Ochsen Geschäftsführerin Ulrike Freund. Das Gold Ochsen Kristallweizen Doppelbock ist ab 26. Oktober 2020 im Brauerei Shop, im Ochsen Shop in der Ulmer Innenstadt sowie bundesweit über den Gold Ochsen Online Shop erhältlich. Als Rarität in eleganter, mit Kork verschlossener Flasche und edler Verpackung eignet es sich beispielsweise auch als besonderes Weihnachts-, Geburtstagsgeschenk oder als Dankeschön für Familie, Freunde und Geschäftspartner.

Beim Gold Ochsen Kristallweizen Doppelbock treffen elegante Spritzigkeit und ein ausgeprägter Körper auf malzaromatische Süße, dezente Fruchtsäure sowie eine feine Prise Aromahopfen. “Um die einzigartige charakteristische Note unseres obergärigen Jahrgangsbiers weiter zu unterstreichen, haben wir neben dem Tettnanger Aromahopfen noch speziellen ‚Citra Hopfen’ verwendet. Diese Sorte zeichnet sich durch eine Vielzahl an Fruchtnoten aus, darunter Maracuja, Litschi, Pfirsich, aber auch rote Beeren, grüne Früchte oder Blumen”, erläutert Stephan Verdi, technischer Betriebsleiter und 1. Braumeister bei Gold Ochsen. Die kräftig goldgelb leuchtende Bierspezialität umschmeichelt nach Angaben der Brauerei die Nase mit ihrem ausgewogenen Aromenspiel, das sich durch den typischen obergärigen, fruchtigen, leicht bananenartigen Weizengeruch auszeichnet. Diese Komposition macht das Gold Ochsen Kristallweizen Doppelbock zu einer Gaumenfreude, die als Aperitif serviert werden kann und zudem perfekt mit hellen Fleischgerichten und Süßspeisen harmoniert.

Der ganz besondere Charakterdoppelbock mit 7,8 Volumenprozent Alkohol wurde nach einer speziellen Rezeptur mit Weizen- und Gerstenmalz eingebraut und mittels der durch die Brauerei sorgfältig kultivierten obergärigen Gold Ochsen Hefe vergoren. Nach einer langen und kalten Reife- sowie Lagerphase im Keller haben es sich die Gold Ochsen Braumeister nicht nehmen lassen, dieses obergärige Starkbierjuwel kristallklar zu filtrieren. Wie der Alkoholgehalt der Starkbierspezialität schon vermuten lässt, handelt es sich beim Doppelbock um das stärkste Bier unter den Bockbieren. Manchmal wird es auch als Fastenbock bezeichnet, da es früher Mönchen und Nonnen während der Fastenzeit als “flüssiges Brot” Energie spendete. “Ein Doppelbock passt aufgrund seiner Stärke ideal in die kalte Jahreszeit – als Kristallweizen jedoch ist es eine absolute Rarität auf dem Markt. Als die Idee aufkam, diese Spezialität als limitiertes Jahrgangsbier zu brauen, zeigte sich das gesamte Team sofort begeistert – nicht zuletzt, da wir damit auch unsere Kristallweizen-Braukunst abseits unseres beliebten Klassikers unter Beweis stellen können”, so Produktionsleiter Bernhard Frey.

Die BrauBeviale 2020 ist als physische Veranstaltung abgesagt

Es hat vermutlich jeder gemerkt: die Corona-Fallzahlen steigen unaufhörlich, nachdem die Urlauber aus Spanien und anderen Ländern im Süden zurückgekehrt sind (ob dies ursächlich zusammenhängt oder nur zufällig zeitlich zusammenfällt müssen wir hier nicht diskutieren). Dass in dieser Situation viele Veranstaltungen nicht stattfinden können liegt wohl auf der Hand.

Nach ausführlichen Gesprächen und kritischer Beobachtung der aktuellen Lage hat die NürnbergMesse in enger Abstimmung mit ihren Kunden und Partnern beschlossen, die physische Messe der BrauBeviale 2020 Special Edition nicht wie geplant durchzuführen und das Programm ausschließlich in die digitale Welt zu verlegen. Grund hierfür sind die aktuellen nationalen und globalen Entwicklungen der Corona-Pandemie, die rasant steigenden Infektionszahlen sowie die damit einhergehenden massiven Dienstreisebeschränkungen in den Unternehmen. Auf der digitalen Dialogplattform myBeviale.com treffen sich Aussteller und Besucher ganzjährig virtuell. Das umfangreiche Rahmenprogramm BrauBeviale@stage wird vom 10. – 12. November 2020 dort online zu erleben sein. Die nächste BrauBeviale findet 2022 wieder im Messezentrum Nürnberg statt.

Die NürnbergMesse ist mit der BrauBeviale 2020 Special Edition lange Zeit dem ausdrücklichen Wunsch der Getränkebranche nachgekommen, sich endlich wieder persönlich zu treffen und auszutauschen. Zahlreiche intensive Gespräche mit Ausstellern, Partnern und Besuchern haben zu dieser Entscheidung geführt. In Abstimmung mit den zuständigen Behörden wurden Sicherheits- und Hygieneschutzkonzepte erarbeitet, die eine reibungslose und sichere Messeteilnahme für alle gewährleisten sollten. Bis zuletzt hat die BrauBeviale Special Edition viel Zuspruch und Unterstützung aus der Branche erhalten. “Wir hatten einen langen Atem und hätten ihn auch noch bis November gehabt – für unsere Aussteller, Besucher und Partner. Leider wird der Branche nun auch die letzte Möglichkeit eines physischen Treffens in diesem Jahr genommen” bedauert Andrea Kalrait, Executive Director BrauBeviale bei der NürnbergMesse. “Allerdings dürfen wir bei allem Engagement natürlich nicht unsere Augen vor den aktuellen Entwicklungen verschließen. Das sind wir unseren Kunden und Partnern schuldig. Wir waren gut vorbereitet, müssen jedoch realistisch mit der aktuellen Situation umgehen. Insofern arbeiten wir nun weiter mit Hochdruck an unserem Online-Angebot und freuen uns, die Getränkebranche ab November virtuell auf unserer digitalen Dialogplattform myBeviale.com zu vereinen.”

Die Getränkebranche trifft sich digital: myBeviale.com

Zusammenkommen, Wissen teilen, Ideen mitnehmen: Das erwarten die Aussteller und Besucher von der BrauBeviale. Um den Dialog in der Getränkebranche zu stärken, startet Anfang November die digitale Dialogplattform myBeviale.com (http://www.mybeviale.com/) . Bereits für die physische Veranstaltung wurde ein umfassenderes Rahmenprogramm denn je geplant. BrauBeviale@stage mit sechs Themenbühnen wird nun ausschließlich online erlebbar sein. Andrea Kalrait dankt allen Kunden, die die BrauBeviale auch als Special Edition unterstützt haben: “Starke Partner in schwierigen Zeiten sind unersetzlich. Wir arbeiten gemeinsam ebenso engagiert weiter, um der internationalen Getränkebranche auch virtuell und ganzjährig eine Plattform zu bieten. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen online und spätestens 2022 wieder im Nürnberger Messezentrum!”

Aktuelle Informationen zur BrauBeviale Special Edition unter: www.braubeviale.de und auch hier. Ich werde die Entwicklung verfolgen und Sie auf dem Laufenden halten.

Helles übertrifft Absatzerwartungen der Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan

Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan präsentierte im Mai 2020 eine weitere untergärige Bierspezialität: ein harmonisch ausbalanciertes Helles mit ausgewogenem, aber schlankem Malzkörper und elegantem Hopfenaromaprofil. Für dessen Entwicklung hat sich die Brauerei gut ein Jahr Zeit gelassen und sich dabei auf geschichtliche Wurzeln gestützt, da es in der Vergangenheit bereits zwei Helle gab. Das neue Helle ist nun seit einigen Monaten in der Euroflasche im Handel erhältlich. Damit liefert Weihenstephan eine Antwort auf den nationalen und internationalen Trend hin zu eleganten, eher milderen Biersorten. Das Weihenstephaner Original wird als kräftigere Variante weiterhin im Sortiment bleiben.

Für die Entwicklung des neuen Hellen wurden, in enger Abstimmung mit Koryphäen aus der Bierszene, diverse Rezepturen sowie Sudverfahren getestet, um ein optimales geschmackliches Ergebnis zu erzielen. Zudem wurde in der Geschichte der Brauerei geforscht und zahlreiche Expertenmeinungen bei Verkostungen eingeholt, die in die Rezeptur genauso wie in das Gebinde und die optische Aufmachung geflossen sind. Das Ergebnis bezeichnet die Brauerei als ein aromatisches Gesamtkunstwerk, das die Philosophie der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan bestens zeigt: Braukunst mit traditionellen wie auch modernen Einflüssen hergeleitet aus der Geschichte der Brauerei. Es demonstriert gelebtes bayerisches Brauchtum dem aktuellen Zeitgeist angepasst und wird mit feinstem Hallertauer Hopfen und Malz aus dem Freistaat hergestellt.

Trend hin zu hellen Biersorten

“Natürlich ist der Trend hin zu hellen Bieren nicht mehr brandneu, aber wir wollten mit unserem neuen Hellen alles richtig machen. Daher haben wir uns bei der Entwicklung die Zeit gelassen, die wir gebraucht haben, um eine Bierspezialität herzustellen, die unseren Ansprüchen gerecht wird und auch auf geschichtlichen Tatsachen fußt. Das Helle in der Euroflasche ist eine eigene Kategorie geworden und wir wollen natürlich Teil dieser Entwicklung sein”, erklärt Brauereidirektor Prof. Dr. Josef Schrädler die Tatsache, dass zusätzlich zum Weihenstephaner Original von der Staatsbrauerei nun noch eine weitere untergärige, helle Bierspezialität auf dem Markt erhältlich sein wird. Diese jedoch in der Euro- und nicht in der NRW-Flasche. “Unsere erste Zwischenbilanz nach den ersten Monaten fällt sehr positiv aus. Die Verbraucher sind von dem milden, sanften Aroma, der eleganten Bittere begeistert”, berichtet Dr. Schrädler mit Blick auf die ersten Absatzzahlen.

Zurück zu Bewährtem: zwei Helle im Sortiment

Früher gab es in Weihenstephan schon einmal zwei Helle: eine leichtere Variante, so wie das jetzt wieder neu aufgelegte, und ein stärker eingebrautes Helles. Letzteres ist ein Vertreter der Kategorie Export, zeichnet sich durch einen höheren Alkoholgehalt aus, ist damit länger haltbar und ideal für den Weg ins Ausland. Aus diesen beiden Hellen entstand das Weihenstephaner Original Helles mit 5,1% vol. Da die Vorlieben der Bierkenner in den letzten Jahren jedoch vielfältiger geworden sind, möchte die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan mit zwei hellen, untergärigen Bierspezialitäten für jeden Bierliebhaber eine Antwort bereit haben.

Das neue Helle unterscheidet sich deutlich vom Weihenstephaner Original, das es nach wie vor in der NRW- und der Longneck-Flasche gibt und im Aroma etwas würziger ist. Es ist milder, gefälliger mit einem ausgewogenen Malzkörper, der mit einer eleganten Hopfenaromatik überrascht. Für beide Geschmacksrichtungen gibt es viele Fans – und deshalb wird die Staatsbrauerei das Original weiterhin im Sortiment behalten.

Das sagen Bierexperten zum neuen Hellen:

Mareike Hasenbeck, Biersommelière, bloggt auf feinerhopfen.com:

“Das neue Helle zeigt sich glanzfein in einem strahlenden Goldton im Glas, ein schneeweißer, feinporiger und stabiler Schaum liegt obenauf. In die Nase strömen liebliche Malznoten und eine sanfte Würze. Das Mundgefühl ist weich und leicht prickelnd. Auf der Zunge präsentiert sich das Helle mit einer zarten Süße, einem Honig-Touch und einer milden Würze. Das Finish zeigt sich mit einer minimalen Herbe. Das neue Helle ist lieblicher, milder und sanfter im Aroma (als das Original; Anm. der Redaktion).”

Elisa Raus, amtierende Weltmeisterin der Biersommeliers:

“Ein sehr rundes, süffiges Genusserlebnis. Optisch vereint die Flasche Tradition und Moderne, innendrin verbirgt sich ein typisches, sehr gutes Helles. Der erste Schluck macht direkt Lust auf mehr. Gelungen!”

Brauwirtschaft gründet Genossenschaft zur Stabilisierung des Mehrwegsystems

Der Bayerische Brauerbund e.V., der Brauereiverband NRW e.V. und die Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände e.V. haben gemeinsam mit sechs Brauereien am 8. September in Düsseldorf die “MPB Mehrwegpool der Brauwirtschaft eG” gegründet.

Unter dem Dach dieser Genossenschaft soll, aufbauend auf vorhandenen Mehrweg-Einheitsgebinden, das einzigartige deutsche Glas-Mehrwegsystem für Bier stabilisiert werden. Die Initiatoren wollen die Gründung ausdrücklich als verbändeübergreifend an die gesamte deutsche Brauwirtschaft gerichtete Einladung zur aktiven Mitwirkung verstanden wissen.

Der genossenschaftlich organisierte Mehrwegpool soll dazu dienen, die Mehrwegquote zu stabilisieren bzw. zu erhöhen und die Nutzung der Bierflaschen effizienter und damit umwelt- und verbraucherfreundlicher zu gestalten.

Der bisherige Prozess bis zur Gründung der Genossenschaft sei im Austausch mit den Kartellbehörden erfolgt. Dankbar sei man ihnen, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft, Michael Hollmann, zugleich Vorsitzender des Brauereiverbandes NRW e. V., für ihre zielführende, wohl­wollende und hilfreiche Begleitung ab Beginn der Projektierung bis zur jetzt erfolgten Gründung der neuen Genossenschaft. Auch mit den Länderfinanzministerien sei man seit etlichen Monaten in einem konstruktiven Dialog. Ebenfalls hilfreich und unterstützend hätten sich der Genossenschaftsverband, der Bundesverband Glasindustrie, aber auch Vertreter der Genossenschaft Deutscher Brunnen mit ihrer Expertise eingebracht.

Von der kontrollierten Poolpflege unter dem Dach der neu gegründeten Genossenschaft verspreche man sich mittelfristig den Stopp und langfristig die Abkehr von der Individualisierung von Mehrweg­gebinden, die Stärkung des Glas-Mehrwegsystems und eine weitgehende Gebinde-Standardisierung insgesamt, die ökonomisch, vor allem aber auch ökologisch geboten sei.