BraufactuM verkauft jetzt auch Fassbier

BraufactuM mit Sitz in Frankfurt/Main ist die Craft Beer-Brauerei der Radeberger Gruppe. Bekannt ist die Brauerei durch ihre 15 eigenen Biere, die durch 25 Biere von Partnerbrauereien ergänzt werden. Auf der diesjährigen Internorga stellte das Unternehmen erstmals drei Fassbiere vor. Zunächst werden die Sorten Progusta (ein IPA), Palor (ein Pale Ale) sowie The Brale (ein Brown Ale) im Fass zu je 20 l angeboten. Marc Rauschmann, Geschäftsführer bei BraufactuM , erläutert: „Craft Biere erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, besonders auch in Restaurants und Bars. Die Nachfrage nach unseren Bieren seitens der Gastronomie war so groß, dass wir uns zusammen mit der Radeberger Gruppe zu diesem Schritt entschieden haben.“

Diese Argumentation ist durchaus naheliegend. Die Ratsherrn-Brauerei in Hamburg füllt mittlerweile 70 % des dort gebrauten Bieres in Fässern ab und beliefert damit die Gastronomie.

Bald alkoholfreies Bier aus Kleinbrauereien?

Alkoholfreies Craft Beer? Mir ist erst eines untergekommen, das ü.NN. aus Hamburg. Ansonsten ist das Geschäft mit alkoholfreiem Bier bislang den großen Brauereien vorbehalten, da die Herstellung recht aufwändig ist. Nach einem Bericht des SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) ist es dem Zentrum für Verfahrenstechnik der Fachhochschule Nordwestschweiz gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, das es auch kleinen Brauereien ermöglicht, in dieses Business einzusteigen.

Das neue Verfahren ist im Prinzip ganz einfach. Das gegorene Bier wird durch einen Polymerfilter gedrückt, der das alkoholhaltige Wasser von den anderen Inhaltsstoffen des Biers trennt und durch alkoholfreies Wasser ersetzt. Der vollautomatische Prozess wird durch ein Refraktometer überwacht und gesteuert. Sobald der Alkoholgehalt des Biers unter 0,5 % fällt, den Grenzwert für alkoholfreies Bier, schaltet die Anlage sich ab.

Professor Wolfgang Riedl, Leiter des Zentrums für Verfahrenstechnik, ist überzeugt, dass sich die Anlage relativ günstig herstellen lässt und dadurch gerade für kleine Brauereien attraktiv ist. Gegenüber dem SRF erklärte er: „Das ist das Schöne an diesem Verfahren: Das Bier aus dem Tank an die Anlage anschliessen, über Nacht aufarbeiten lassen. Und am nächsten Morgen liegt in dem Tank, in dem am Vortag noch alkoholhaltiges Bier gelagert war, alkoholfreies Bier und kann dann abgefüllt werden.“

Auch Luzius Bosshard, Geschäftsleiter von der Brauerei: „Unser Bier“ in Basel ist begeistert: „Die Anlage ist kompakt und könnte gut bei uns eingebaut werden. Und auch die Kosten sind nicht so hoch wie bisherige Anlagen.“

Bislang kosteten Anlagen für das Entfernen des Alkohols aus dem Bier mindestens 100.000 Euro, während eine Kleinanlage mit dem neuen Verfahren vermutlich ab etwa 30.000 Euro erhältlich sein soll. Vorher sind allerdings noch einige Hürden zu nehmen. Bislang hat die Anlage noch keinen Praxistest in einer Brauerei durchlaufen und es existiert bislang nur ein Prototyp. Aber eventuell können wir uns schon bald auf alkoholfreies Craft Beer freuen.

Eine detailliertere Kurzdarstellung dieses Verfahrens zum Entfernen des Alkohols aus dem Bier finden Sie in einer Kurzdarstellung, die das Zentrum für Verfahrenstechnik der Fachhochschule Nordwestschweiz veröffentlicht hatte, die aber inzwischen leider nicht mehr zur Verfügung steht.

Macht Bier glücklich?

Mit dieser Frage hat sich im Jahr 2013 das Fraunhofer Institut beschäftigt. Wie sind die Forscher zu diesem Ergebnis gekommen?

Als Maßstab nahmen die Forscher die Ausschüttung von Dopamin nach dem Genuss einer kleinen Menge Bier. Dopamin wird häufig auch als das Glückshormon bezeichnet. Vor dem ersten Problem stand das Fraunhofer Institut bereits vor dem Start der Studie – es wurden Biertrinker und Biertrinkerinnen gesucht, die aber nicht rauchen durften. Dabei stellte es sich heraus, dass es nicht möglich war, biertrinkende Nichtraucherinnen zu finden. An der Studie nahmen daher ausschließlich Männer teil.

Ihnen wurde eine minimale Menge Bier verabreicht, genauer gesagt 15 ml. Damit ist die ausgeschenkte Menge Alkohol, die lediglich 0,6 g betrug, zu vernachlässigen. Sie ist geringer als in einem Stück Hefekuchen oder einem Schnapsglas Bier enthalten ist. Diese geringe Menge Bier reichte bereits aus, dass im Gehirn praktisch sofort Dopamin ausgeschüttet wurde. Aufgrund der geringen Zeitspanne zwischen dem Trinken des Biers und der Ausschüttung des Dopamins ist auszuschließen, dass der Alkohol für das vermehrte Dopamin verantwortlich ist, da Alkohol etwa 20 Minuten benötigt, um im Gehirn anzukommen.

Damit dürfte klar sein: Bier macht tatsächlich glücklich.

Das Fraunhofer Institut geht in seinem Blogartikel auch auf die Frage ein, woher der Bierbauch bei Männern kommt. Es heißt dort, dass die in Form von Fett eingelagerte Energie nicht aus dem Bier käme, das weniger Kalorien enthalte als beispielsweise Wein oder Säfte. Schuld seien die Bitterstoffe des im Bier enthaltenen Hopfens, die Lust auf Essen machen.

Der letzten Aussage kann ich mich anschließen. Aber nimmt ein Wirkungstrinker mit Bier wirklich weniger Kalorien auf? Rechnen wir doch einfach mal nach. 100 ml Bier enthalten je nach Sorte in der Regel 45 – 50 Kalorien. 100 ml Wein bringen etwa 60 – 80 Kalorien mit. Auf den ersten Blick scheint die Aussage des Fraunhofer Instituts also zu stimmen. Aber, liebe Forscher von Fraunhofer, haben Sie einmal einen Wirkungstrinker beim Konsum von Bier oder Wein beobachtet? Nach einem Liter Wein haben die meisten genug, während nach einem Liter Bier noch so einiges geht. Dazu kommt noch, dass es unter Weintrinker deutlich mehr Genusstrinker gibt als bei den Konsumenten des Gerstensaftes (so zumindest mein Vorurteil). Insgesamt dürfte ein Biertrinker nach einer durchzechten Nacht deutlich mehr Kalorien zu sich genommen haben als ein Weintrinker. Der Bierbauch kommt also wohl doch zu einem guten Teil von den Kalorienmengen im Bier.

19. – 21. August 2016: Bierbörse in Hildesheim

Mitten im Hochsommer ist es wieder so weit: die Bierbörse macht zum dritten Mal in Hildesheim Station. Südlich von Hannover gelegen, etwa auf halber Strecke Richtung Harzrand lohnt sich ein Besuch eigentlich immer, aber an diesem Wochenende ganz besonders. Der historische Marktplatz (na gut, ein Großteil der Gebäude dort ist erst etwa 30 Jahre alt, aber immerhin nach den historischen Vorbildern originalgetreu nachgebaut) sowie die Fußgängerzone verwandeln sich an den drei Veranstaltugstagen in einen großen internationalen Biermarkt. Laut der Ankündigung der Veranstalter werden viele Aussteller aus dem In- und Ausland erwartet, die mehr als 450 unterschiedliche Biere aus etwa 130 anbieten. Selbstverständlich wird auch die Musik nicht fehlen. Allerdings steht das Programm noch nicht fest oder es ist zumindest auf der Website des Veranstalters noch nicht veröffentlicht. Dort stehen noch die Künstler aus dem Jahr 2015.

Am Freitag ist die Bierbörse von 15:00 Uhr bis Mitternacht geöffnet, am Samstag von 12:00 Uhr bis Mitternacht und am Sonntag pünktlich zum Frühschoppen um 11:00 Uhr, dieser muss allerdings um 21:00 Uhr beendet sein, da dann die Bierbörse in Hildesheim für dieses Jahr ihre Pforten schließt.

5. – 8. Mai 2016: Hückeswagener Bierbörse

Eigentlich habe ich ja das Vorurteil, dass Bierfeste eher in der Großstadt stattfinden. Das kleine Städtchen Hückeswagen mit seinen etwa 15.000 Einwohnern belehrt mich jetzt eines Besseren. Dort findet Anfang Mai an vier Tagen vom 5. Bis 8. Mai bereits zum sechsten Mal die dortige Bierbörse statt. Zentral im historischen Örtchen lockt die Veranstaltung jedes Jahr tausende Besucher aus dem Einzugsgebiet um Radevormwald, Wipperfürth, Wermelskirchen und Remscheid an. Auch in diesem Jahr sind wieder etwa 30 Bier- und Imbissstände geplant, die in der Bahnhofstraße und auf dem Etapler Platz aufgebaut werden.

Die Bierbörse öffnet am Donnerstag um 11:00 Uhr, Freitag und Samstag um 15:00 Uhr und am Sonntag wieder um 11:00 Uhr. Schluss ist jeweils um Mitternacht, nur am Sonntag schließen die Stände bereits zur Tagesschau um 20:00 Uhr, damit die Besucher zum Tatort wieder zu Hause sein und von den mehreren hundert Biersorten träumen können, die während der Veranstaltung angeboten werden.

Die offizielle Eröffnung findet am Donnerstag mit dem Fassanstich durch Herrn Bürgermeister Dietmar Persian statt, sofort gefolgt durch Livemusik von Annegets Rhythm. Am Freitag treten um 16:00 Uhr die Kelsey’s Cowboys und am Samstag ebenfalls um 16:00 Uhr die Walking Hats. Das kulturelle Highlight für den Sonntag steht noch nicht fest.

Brauereigaststätten in Schleswig-Holstein

Sicherlich kennen Sie das: Sie sind in einer fremden Stadt und wollen etwas essen. Wo gibt es aber gutes Essen? Ich suche in einem solchen Fall meist nach einer Brauereigaststätte. In der Regel ist das Angebot recht fleischlastig, aber oft regional geprägt, häufig saisonal und fast immer schmackhaft und mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Diese Auflistung erstelle ich, um mir das Leben zu erleichtern. Dabei bin ich mir darüber klar, dass die Liste vermutlich niemals vollständig wird, aber ich gebe mir wirklich Mühe. Wenn Sie mir Hinweise auf fehlende Einträge geben, bin ich Ihnen dankbar. Die Adressen sind nach den Postleitzahlen sortiert.

Brauberger zu Lübeck

Alfstr. 36
23552 Lübeck

Öffnungszeiten:

Täglich ab 17:00

www.Brauberger.de

 

Brauhaus Eutin

Markt 11
23701 Eutin

Öffnungszeiten:

täglich 11:30 – 23:00

www.brauhaus-eutin.de

 

Klüvers Brauhaus

Schiffbrücke 2-4
23730 Neustadt i.H.

Öffnungszeiten:

Mo. bis So. 10:30 Uhr bis 23:00 Uhr

www.kluevers.com

 

Kieler Brauerei am Alten Markt GmbH & Co. KG

Am Alten Markt 9
24103 Kiel

Öffnungszeiten:

Das verrät die Brauerei leider nicht.

www.kieler-brauerei.de

 

Landgasthof Kirschenholz

Hauptstraße 4
24637 Schillsdorf

Öffnungszeiten:

Weshalb zum Teufel machen so viele Hausbrauereien denn so ein Geheimnis um die Öffnungszeiten ihrer Brauhausgaststätte?

www.kirschenholz.de

 

Hansens Brauerei

Schiffbrücke 16
24943 Flensburg

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag 11:30 Uhr bis 0:30
Freitag und Samstag 11:30 bis 01:00
Sonntags 11:30 Uhr bis 0:00 Uhr

www.hansensbrauerei.de/

 

Husums Brauhaus

Neustadt 60-68
25813 Husum

Öffnungszeiten:

Montag-Samstag ab 17:00 Uhr

www.husums-brauhaus.de

Brauereigaststätten

Sicherlich kennen Sie das: Sie sind in einer fremden Stadt und wollen etwas essen. Wo gibt es aber gutes Essen? Ich suche in einem solchen Fall meist nach einer Brauereigaststätte. In der Regel ist das Angebot recht fleischlastig, aber oft regional geprägt, häufig saisonal und fast immer schmackhaft und mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Diese Auflistung erstelle ich, um mir das Leben zu erleichtern. Dabei bin ich mir darüber klar, dass die Liste vermutlich niemals vollständig wird, aber ich gebe mir wirklich Mühe. Wenn Sie mir Hinweise auf fehlende Einträge geben, bin ich Ihnen dankbar. Die Adressen sind nach den Postleitzahlen sortiert.

Deutschland

4

Fieges Stammhaus
Bongardstr. 23
44787 Bochum

Öffnungszeiten:

Montag – Samstag ab 12:00

www.fieges-stammhaus.de

Rüttenscheider Hausbrauerei GmbH
Girardetstr. 2
45131 Essen

Öffnungszeiten

Sonntag – Montag 17:00 – 23:00
Dienstag- Donnerstag 17:00 – 0:00
Freitag- Samstag 17:00 – 1:00

www.ruettenscheider-hausbrauerei.de

Dampfe – das Borbecker Brauhaus
Heinrich-Brauns-Str. 9 – 15
45355 Essen

Öffnungszeiten

Montag – Donnerstag 11:00 – 0:00
Freitag – Samstag 11:00 – 1:00
Sonntag 10:30 – 0:00

www.dampfe.de

7

Braumanufaktur Schönbuch
Bolzstrasse 10
70173 Stuttgart

Öffnungszeiten

Sonntag – Mittwoch 11.00 – 24.00
Donnerstag bis SaSamstag 11.00 – 01.00 Uhr

http://www.brauhaus-schoenbuch.de/stuttgart.html

Braumanufaktur Schönbuch
Lange Str. 20
71032 Böblingen

Öffnungszeiten

Täglich 11:00 – 24:00

www.brauhaus-schoenbuch.de/boeblingen.html

Braumanufaktur Schönbuch
Auf dem Brühl 1
75365 Calw

Öffnungszeiten

Täglich 11:00 – 24:00

http://www.brauhaus-schoenbuch.de/calw.html

Aldersbacher Kloster Weisse Hell

Wieder einmal ein Weizenbier aus Bayern, diesmal das Aldersbacher Kloster Weiße Hell aus dem niederbayerischen Aldersbach in der Nähe von Passau. Schon das Rückenetikett macht neugierig auf das Bier, da hier keinerlei Hopfenextrakt verwendet wird. Das weist darauf hin, dass es sich um ein handwerklich gebrautes Bier handelt.

Im Glas macht das Bier schon mal einen guten Eindruck. Goldgelb bis Bernsteinfarben lacht es mich an, allerdings nicht ganz so hefetrüb wie viele andere Hefeweizen. Darüber eine gewaltige feinporige Schaumkrone, die auch lange stehenbleibt. So soll ein Weizenbier aussehen.

Und dann erst mal der Duft – Hefe und Banane sind ja typisch für ein naturtrübes Weizen. Dazu kommen noch Noten von Zitrusfrüchten und Blüten. Offensichtlich hat die Brauerei bei der Auswahl ihres Hopfens ein gutes Händchen bewiesen.

Der Antrunk wird von der Hefe bestimmt, die durch eine leichte milde Säure und einem Hauch Banane unterstützt wird. Der Körper ist voll, gut austariert und spritzig. Lediglich den Abgang hätte ich mir etwas kräftiger gewünscht. Dann wäre das Bier perfekt gewesen, aber auch so spielt es eindeutig in der obersten Liga.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Aldersbach
Frhr. V. Aretin KG
94501 Aldersbach
www.aldersbacher.de

Das eigene Bier – so geht es einfach

Bier selbst zu brauen ist nicht trivial. Das Malz muss ausgewählt und schließlich gemaischt werden, und das bei richtiger Temperatur und in der richtigen Zeitspanne, der richtige Hopfen muss zur richtigen Zeit zugesetzt werden… Jeder Schritt ist eigentlich einfach, aber es sind ziemlich viele Schritte, so dass die Arbeit recht komplex wird. Außerdem ist viel Zeit erforderlich, die aufgewandt werden muss, um ein richtig gutes Bier zu erhalten.

Eine Brauerei ähnelt in Teilen einem Chemiebetrieb, sowohl optisch als auch von den Vorgängen her, die zum Bierbrauen erforderlich sind. Andreas Wengert von der Firma Wengert Brauereien hat es gegenüber dem Webportal http://www.schwaebische.de erklärt: „Es ist wichtig, die Temperaturen genau einzuhalten, damit die Enzyme arbeiten können“. Es finden während des Brauens viele unterschiedliche chemische Prozesse statt: Enzyme müssen gebildet und Stärke muss abgebaut werden, die Stärke muss in Zucker umgewandelt und dieser muss von der Hefe in Alkohol und Kohlensäure aufgespalten werden… Sechs Stunden dauert es etwa, bis das Bier so weit ist, dass es auf 10° Celsius abgekühlt ist und mit Hefe versetzt werden kann, so dass der eigentliche Gärvorgang beginnt.

Dann gärt das werdende Bier fast zwei Wochen, bevor es in Flaschen abgefüllt und dort weiter reifen kann. Vom Beginn des Brauens bis zum ersten Schluck Bier vergehen gut und gerne drei Wochen. Es ist also ein erheblicher Aufwand erforderlich, auf höchstem Niveau ein eigenes Bier zu brauen.

Automatisiert Bier brauen

Die Firma Wengert aus dem schwäbischen Grünkraut stellt Brauereieinrichtungen nicht nur für große Brauereien her, sondern auch den Wengert Brauprofi, mit dem sich weitgehend automatisiert 25 Liter Bier in professioneller Qualität brauen lassen. Allerdings benötigt das Gerät einen Wasseranschluss und einiges an Platz. In vielen Haushalten muss dafür vermutlich die Waschmaschine weichen. Dazu kommt noch der Kaufpreis, der mit allem Zubehör immerhin etwa 2.500 Euro beträgt. Damit ist das Gerät nur bedingt hausfrauenkompatibel. Für das Brauen im Privathaushalt dürfte der Brauprofi daher nur ein Nischendasein fristen.

Und dann kommt das Braufässchen

Einen ganz anderen Ansatz bietet das Startup-Unternehmen Braufässchen aus München. Das Unternehmen verspricht, dass es möglich ist, mithilfe eines Brausets innerhalb einer Woche ein eigenes Bier zu brauen. Dieses Versprechen war für mich Anlass genug, es einmal zu testen.

Die Bestellung

Das Unternehmen unterhält einen Webshop, wo es möglich ist, entweder ein vordefiniertes Brauset zu bestellen oder sich das gewünschte Bier selbst zu konfigurieren. Immerhin 14 vordefinierte Brausets stehen derzeit zur Verfügung. Wem das nicht ausreicht, kann sich auch sein eigenes Bier konfigurieren. Fünf Bierstile stehen zur Auswahl. Exemplarisch habe ich einmal das dunkle Bier ausgewählt. Dafür stehen drei verschiedene Hopfensorten für ein mildes, durchschnittlich herbes oder herbes Bier zur Verfügung. In einem dritten Schritt kann ich zwischen sieben unterschiedlichen Aromen auswählen. Für den ersten Versuch habe ich aber das vorkonfigurierte Pale Ale ausgewählt. Die Bestellung ist schnell erledigt, ich musste mich lediglich erst einmal daran gewöhnen, dass ich im Onlineshop nicht auf meine Wahl klicken musste, sondern die gewählten Zutaten nach oben ziehen musste.

Die Lieferung

Wenige Tage später war es dann so weit: mein Braufässchen kam an. Gut und sicher in einem stabilen Transportkarton fand ich die Verkaufsverpackung. Wenn das Bier so ansprechend ist wie die Verpackung kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen. Ich frage mich lediglich, weshalb es die vorkonfigurierten Brausets nur online gibt, nicht im Getränkemarkt. Aber egal, das ist eine Entscheidung des Anbieters mit seinen drei Gründern Wolfgang Westermeier, Ping Lu und Dominik Guber.

Also mache ich mit dem Auspacken weiter. Die Verkaufsverpackung enthält ein handelsübliches Partyfässchen mit fünf Liter Inhalt, eine Flasche Malzextrakt, drei kleine Fläschchen mit Hopfenaromen, ein Tütchen Hefe, einen Gärverschluss für das Fass, drei Bierdeckel und eine Kurzanleitung für das Brauen.

Werfe ich einen Blick auf die Anleitung. Versprochen wird, dass die Vorbereitung nur zehn Minuten dauert. Ich bin ja gespannt, ob sich diese Zeitangabe bewahrheitet. In dieser Zeit müssen lediglich einige einfache Schritte erledigt werden: der Malzextrakt muss in das Fässchen gefüllt werden, die Flasche muss mit teilweise kaltem und kochendem Wasser ausgespült und das Wasser in das Fass gefüllt werden, das Fass muss mit Wasser aufgefüllt werden, einmal kräftig durchschütteln, Hopfen, Hefe und Aromen müssen in das Fass, das Fass muss verschlossen werden und schon kann das Gären losgehen. Dafür soll das Fass fünf Tage bei Raumtemperatur und zwei Tage im Kühlschrank stehen. Anschließend soll das Bier fertig sein.

Irgendwie erinnert mich das Vorgehen an „Malen nach Zahlen“. Aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Ein Großteil der Komplexität der Aufgabe wird vor dem Anwender verborgen und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Also beginne ich an und setze mein Bier an.

Die Vorbereitung

Der Verschluss ist schnell vom Fass genommen und ich kann den Malzextrakt einfüllen. Dabei stelle ich fest, dass der Flaschenhals etwa den gleichen Durchmesser hat wie die Öffnung in Fass. Ich will aber eigentlich vermeiden, dass etwas danebengeht und ich die Außenseite des Fasses verschmiere. Ich bin einfach zu faul, das Fass hinterher zu reinigen. Also verwende ich einen Trichter. Das war aber wohl ein Fehler. Der Malzextrakt ist so dickflüssig, dass es eine dreiviertel Stunde dauerte, bis das Malzextrakt im Fass war. Es wäre wohl doch besser gewesen, eine Verschmutzung zu riskieren. Aber da habe ich wohl zu viel und zu weit gedacht. Das Wasser, die Hefe und die Aromen in das Fass gefüllt, den Gärverschluss eingesetzt und – die reine Arbeitszeit hat wirklich nicht mehr als zehn Minuten benötigt.

Die Gärung

Ich habe das Fässchen in Heizungsnähe aufgestellt. Für den Fall, dass die Gärung zu kräftig wird, habe ich ein Geschirrtuch unter das Fass gelegt und damit auch sicher nichts spritzen kann, habe ich es auch mit einem Tuch abgedeckt. Diese Vorsichtsmaßnahme war aber nicht erforderlich; nur eine minimale Menge wurde aus dem Gärverschluss herausgedrückt. Nach einem Tag musste das Fässchen noch einmal umgedreht werden, dann konnte ich es weitere vier Tage stehen lassen. Dann trat ein Problem auf: das Fass sollte noch für zwei Tage in den Kühlschrank. Das hatte ich zwar gewusst, aber nicht berücksichtigt, so dass einfach kein Platz vorhanden war. Glücklicherweise hat meine Wohnung einen Balkon und draußen herrschen kühlschrankähnliche Temperaturen. Ich habe das Fass also nach draußen gestellt und zwei Tage später war das Bier fertig.

Die Verkostung

Endlich war es so weit und ich konnte das Bier verkosten. Optisch konnte ich nichts aussetzen. Hefetrüb und mahagonifarben präsentierte sich das Bier im Glas. Der feinporige Schaum hatte eine gute Standzeit. Auch das Aroma war für ein IPA typisch. Und der Geschmack? Mir fehlte etwas die sortentypische Süße. Das kann ich aber nicht dem Braufässchen anlasten, sondern ich gehe davon aus, dass die Gärung zu nahe an der Heizung stattgefunden hat, wodurch die Hefe zu viel Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure aufgespalten hat. Ansonsten ließ sich an dem Bier nichts aussetzen. Es war trotz meines Fehlers immer noch erheblich besser als ein Bier aus industrieller Großproduktion.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Braufässchen kostet vorkonfiguriert 35,00 Euro, also 7,00 Euro je Liter. Damit ist es etwa ein Drittel günstiger als professionell gebrautes IPA in der Flasche, das ab circa 3,50 Euro angeboten wird. Dafür ist das Flaschenbier aber nach meinem Geschmack doch noch besser, Fehler wie eine zu warme Gärung wie bei mir kommen dort nicht vor. Wenn Sie eine Party planen und Ihren Gästen etwas Besonderes anbieten wollen, sollten Sie sich überlegen, einmal auf das Angebot von www.braufaesschen.com zurückzugreifen. Allerdings – für den Fall, dass Ihnen etwas Ähnliches passiert wie mir und das Bier nicht perfekt wird, sollten Sie beim ersten Mal die eine oder andere Kiste Bier in den Keller stellen, einfach als Plan B.

Heidaleberg

Der Name des Bieres, das jetzt vor mir steht, erinnert mich an die Studentenszene der 1980er Jahre. Damals machte sich fast jeder einen Spaß daraus, Städtenamen zu verballhornen, auch wenn aus Heidelberg damals Highdelberg wurde. Eventuell lässt der Name dieses IPAs auf das Alter des Geschäftsführers der Brauerei schließen. Aber das nur am Rande. Auch dieses Bier aus der Brauerei zum Klosterhof wird in einer Flasche mit 0,75 Litern Inhalt abgefüllt, die der Konsument außerhalb von Heidelberg nur im Altglascontainer zurückgeben kann. Das ist zwar schade, aber eventuell entschädigt ja das kunstvolle Etikett für diese Umweltsünde. Und das Etikett verrät auch bereits, dass die Brauer in die Rezeptur dieses Biers viel Herzblut gelegt haben: es wurden für das Brauen sieben Malze, acht Hopfen und zwei Hefesorten verwendet. Da kann ich wohl hoffen, dass dabei etwas ganz Besonderes herausgekommen ist.

Rotgolden und leicht hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge gemischtporiger Schaum, der aber lange erhalten bleibt. Da sich der Schaum bei IPAs häufig schnell auflöst, sticht dieses IPA zumindest optisch schon mal positiv heraus.

Wie ich es erwartet habe, wird das Aroma durch verschiedene Zitrusdüfte geprägt. Dazu kommt auch ein leichter Karamellduft. Ich denke mal, dass der Brauer gerne mit unterschiedlichen Malzarten herumspielt, so dass Duft und Geschmack des Malzes auch im IPA zur Geltung kommen, was bei dieser Biersorte nicht immer der Fall ist. Kommen wir zum ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß. Die Süße paart sich mit einer feinperligen Kohlensäure, wodurch das Bier angenehm frisch erscheint. Im Körper steigert sich die Süße noch und es kommen kräftige Bitternoten dazu. Mir persönlich fehlt jetzt etwas Säure, so dass der Geschmack mir nicht wirklich rund erscheint. Der Abgang ist sortentypisch recht bitter und ganz tief in der Kehle kommen noch Kaffeenoten dazu.

Alles in Allem habe ich hier ein recht gutes IPA vor mir, das sich aber zumindest teilweise von anderen IPAs unterscheidet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Aromahopfen, Ale-Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

17,5° Plato

Brauerei:

Brauerei zum Klosterhof GmbH
Stiftweg 4
69118 Heidelberg
www.brauerei-zum-klosterhof.de