Archiv der Kategorie: Biertest

Trappistes Rochefort 8

Nun steht mal wieder ein Trappistenbier aus Belgien vor mir, das Trappistes Rochefort 8. Die Trappistenbiere werden in sechs belgischen Klöstern im Kloster von den Mönchen gebraut. Im Fall der Abtei Notre-Dame de Saint-Rémy, aus der das Rochefort stammt, ist das seit 1595 der Fall. Das Rochefort 8 wird aber erst seit 1955 gebraut. Bei dieser Brauerei handelt sich um die kleinste der Trappisten-Brauereien.

Das Rochefort-Bier wird nach einem Ritual getrunken. Zunächst einmal sollte es nicht zu kalt getrunken werden. Kommt das Bier aus dem Kühlschrank, können sich die Aromen nicht richtig entfalten und es bleibt ein Großteil des Genusses auf der Strecke. Empfohlen werden für das Rochefort 8 12° – 14°. Da es im normalen Haushalt schwierig ist, die Temperatur so exakt zu erreichen, empfehle ich, das Bier im Keller zu lagern und bei Kellertemperatur zu genießen. Das stellt meiner Meinung nach einen guten Kompromiss zwischen dem Aufwand dar, die optimale Temperatur zu erreichen und dem Wunsch nach einem kühlen Bier. Aber das ist erst der erste Teil des Rituals. Die Trappistenbiere aus diesem Kloster sollten in zwei Schritten getrunken werden. Im ersten Schritt werden etwa 90 % des Bieres in ein Glas mit einer weiten Öffnung eingegossen und genossen. Dieser Teil des Bieres enthält dann wenig Hefe, so dass die Aromen des Bieres deutlicher festzustellen sind. Ist der Großteil des Biers getrunken, wird die Hefe in der Flasche durch kreisende Bewegungen aufgewirbelt, das letzte Zehntel des Bieres wird eingeschenkt und getrunken. Durch die Hefe kommt jetzt ein anderer Geschmack zustande.

Braun ist das Bier, die Hefe ist bereits beim ersten Einschenken zu bemerken. Es bildet sich viel feinporiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Die Farbe des Schaums ist weiß mit einem Stich ins Gelbe oder Elfenbein.

Das Aroma ist betörend: Karamell, Trockenpflaumen, Rosinen, frische dunkle Früchte und Kaffeeduft steigen mir in die Nase. Das ist eine richtige Aromabombe. Da freue ich mich doch schon auf den ersten Schluck. Und der Antrunk enttäuscht mich nicht. Er ist spritzig mit sehr feinperliger Kohlensäure. Schnell breiten sich milde Röstnoten und eine gewisse Fruchtigkeit im Mund aus, wobei Süße, Säure und Bitterstoffe wirklich ausgeglichen sind und so für eine gute Süffigkeit sorgen. Der Abgang ist mild und die Fruchtigkeit kommt noch einmal richtig durch. Leider klingt der Geschmack nicht lange nach, was eigentlich der einzige Nachteil ist, den ich diesem Bier bescheinigen muss.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Rohgetreide, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

9,2 % Vol.

Brauerei:

Abbaye N.-D. De Saint-Remy
5580 Rochefort
Belgien
www.trappistes-rochefort.com/

DIE BIEROTHEK

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La Bière de Beloeil

Nun habe ich ein Bier aus der Brasserie Dupont vor mir stehen, ein Starkbier namens La Bière de Beloeil. So weit, so gut. Bis hierhin ist es nichts, was es aus der Masse der belgischen Biere heraushebt. Aber dieses Bier hat doch eine Besonderheit, die es einmalig macht. Das beginnt bereits mit dem Namen. Das Schloss Beloeil ist eines der prächtigsten Schlosser Belgiens und dort wird auch dieses Bier verkauft. Auch wenn Schloss und Schlossgarten wirklich beeindruckend sind, scheint dem Haus Ligne, dem das Schloss seit dem 14. Jahrhundert gehört, das Geld für eine vollständige Erhaltung und Renovierung zu fehlen. An vielen Stellen bröckelt die Schönheit und es wäre sicher schade, wenn dieses wunderbare Anwesen verfallen würde. Wenn Sie in der Wallonie sind, sollten Sie sich dies Perle belgischer Architektur und Gartenbaukunst unbedingt ansehen. Die Besitzer können den Eintritt mit Sicherheit gut gebrauchen.

Aber kommen wir nun zum Bier. Bernsteinfarben mit einem deutlichen Rotstich zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel gemischtporiger Schaum, weiß mit leichten Gelbstich, der durchschnittlich schnell zusammenfällt.

Das Bier wurde in der Flasche nachvergoren und die Brauerei schreibt auf dem Rückenetikett, dass die Flasche lange im Keller bei 12° gelagert wurde. Wie lange schreibt die Brauerei aber nicht. Im Ergebnis kommt eine schöne Bernsteinfarbe zustande und im Glas bildet sich sehr viel weißer Schaum mit einem leichten Gelbstich. Der Schaum ist gemischtporig und fällt durchschnittlich schnell in sich zusammen.

Das Aroma wird durch Karamell und Röstaromen bestimmt, dazu kommen fruchtige Noten, die das Aroma komplex machen.

Der Antrunk ist recht süß, durch die reichlich vorhandene Kohlensäure aber trotzdem angenehm. Schnell kommt ein kräftiges Bitter dazu, unterstützt durch etwas Säure. Insgesamt ist der Geschmack sehr vollmundig und ausgewogen. Der Abgang wird durch ein freundliches Bitter mit einem langen Nachklang bestimmt.

Es lohnt sich auf jeden Fall, dieses Bier einmal zu kaufen und es zu verkosten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Zucker. Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Dupont
rue Brasse 5
7904 Tourpes
Belgien
www.brasserie-dupont.com

Hemelinger

Kürzlich war ich in Bremen und sah dort an jeder Straßenecke (und auch zwischen den Straßenecken) Werbung für ein Bier namens Hemelinger. Ein Bier, das nach einem Stadtteil von Bremen benannt ist und das in Bremen offensichtlich viel verkauft und vermutlich auch getrunken wird – das ist selbstverständlich ein Grund, ein solches Bier mitzunehmen und zu verkosten.

Beim Betrachten der Etiketten fiel mir auf, dass das Bier zwar nach einem Stadtteil von Bremen benannt ist und meines Wissens auch nur in Bremen verkauft wird, dass es aber aus Braunschweig kommt und dort exklusiv im Auftrag eines Getränkegroßhändlers aus Achim gebraut wird. Eigentlich handelt es sich also um ein niedersächsisches Bier, aber das allein ist bekanntlich nicht ehrenrührig.

Golden steht das Bier im Glas und es enthält eine gute Menge Kohlensäure, so dass sich viel feinporiger Schaum bildet, der auch lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier also überraschend gut.

Das Aroma ist durch Malz geprägt und der Duft des Hopfens lässt sich eventuell erahnen, keinesfalls aber wirklich feststellen. Schade. Nachdem die Optik mir sehr gut gefallen hat, sinkt das Bier in meiner Meinung jetzt deutlich ab. Der Antrunk ist recht süß, aber schnell breitet sich der bittere Geschmack des Hopfenextrakts im Mund aus. Das Bier macht jetzt keinen sonderlich ausgewogenen Eindruck mehr. Der Abgang ist dann eher wässrig und macht keine Freude.

Wenn ein Bier am Kiosk schon für deutlich unter einem Euro zu erwerben ist, kann ich als Konsument sicherlich nicht mit einem hochwertigen Bier rechnen. Aufgrund des Preises mag die Qualität des Hemelinger Spezial angemessen sein, aber wer wirklich genießen will, sollte sich doch lieber an ein anderes Bier halten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Hofbrauhaus Wolters GmbH
38102 Braunschweig

Für

Getränke Ahlers GmbH
28832 Achim
www.hemelinger-bier.de

Saxo

Die kleine Brasserie Caracole aus Falmignoul, einem Vorort von Dinant, stellt erstaunlich viele Biere her. So auch das Saxo, ein Belgian Strong Pale Ale, das dem in Dinant gebürtigen Adolphe Sax gewidmet ist. So ganz nebenbei bemerkt: wenn Sie sich einmal in der Wallonie aufhalten, sollten Sie an Dinant nicht vorbeifahren. Diese Kleinstadt am Ufer der Maas ist zumindest einen kurzen Besuch wert. Dabei sollten Sie sich nicht nur die Zitadelle ansehen, die unübersehbar über dem Maasufer angelegt ist, sondern Sie sollten sich auch einmal die Innenstadt ansehen. Das Saxophon ist überall prominent in der Stadt vertreten. Die Maasbrücke ist mit Kunstobjekten in Form verschiedener Saxophone geschmückt, im Geburtshaus von Adolphe Sax ist ihm zu Ehren ein Museum eingerichtet… Wenigstens einen Tag sollten Sie für die Erkundung von Dinant unbedingt einplanen. In der Pause empfehlen sich auch unbedingt die vielen Konditoreien. Aber kommen wir nun zum Saxo.

Goldgelb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge grobporiger Schaum, der sich aber leider schnell auflöst.

Das Bier duftet nach Karamell, Äpfeln und Gewürzen. Das ist doch schon mal sehr angenehm und macht Lust auf den ersten Schluck. Der Antrunk ist spritzig und leicht süß. Schnell wird das Bier freundlich bitter. Dabei ist der Geschmack intensiv und ausgeglichen. Die viele Kohlensäure macht das Bier süffig. Wenn ich es etwas länger im Mund behalte, kommen langsam die Bitterstoffe des Hopfens zum Vorschein. Sie werden aber nicht allzu kräftig, auch nicht im Abgang, der nicht allzu lange nachklingt.

Abschließend wird dieses Bier sicher nicht mein Favorit, auch wenn es nicht schlecht ist. Es sollte aber gekühlt getrunken werden, da ansonsten die Säuren zu stark in den Vordergrund kommen.

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Caracole
Côte Marie-Thérèse 86
5500 Falmignoul
Belgien
www.caracole.be

Erdinger Schneeweiße

Früher habe ich den Winter ja gemocht. Aber nachdem es mich vor etwa einem Vierteljahrhundert ins Ruhrgebiet verschlagen hat, habe ich keinen richtigen Winter mehr gesehen. In den Monaten, in denen es früher Winter war, so richtig mit Schnee und Eis unter blauem Himmel, gibt es heute nur noch ungemütliches Dreckwetter. Nur eines ist geblieben: Von November bis Februar gibt es die Winterbiere, die mit mehr Stammwürze und daher mit mehr Geschmack gebraut wurden. Obwohl es sich dabei meist um Bockbiere handelt, steht jetzt ein Winter-Weizenbier vor mir, die Schneeweiße von Erdinger.

Schon das Etikett mit einem Winterwald lässt von früheren Zeiten träumen und auch die Aussage „so schmeckt der Winter“ lässt hoffen. Mal sehen, ob meine Erwartungen auch erfüllt werden, die ich hier wohl etwas höher ansetzen kann als bei den meisten Fernsehbieren. Schließlich arbeitet die Brauerei in Erding nicht mit Hopfenextrakten.

Schön bernsteinfarben mit einem Goldstich und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Dazu kommt reichlich Kohlensäure, die für eine wunderbare Schaumkrone sorgt.

Das Aroma ist durch das Malz geprägt, leichte Röstnoten bestimmen den Duft. Bereits jetzt merke ich, dass die Brauerei am Hopfen gespart hat. Der Antrunk ist relativ süß, dazu etwas Säure, die für eine gewisse Spritzigkeit sorgt. Der Körper ist intensiv, fruchtig und ausgewogen. Dazu vollmundig und süffig. Der Abgang besticht durch ein freundliches Bitter mit einem ellenlangen Nachklang.

Zusammen mit einem deftigen bayerischen Essen ist das Bier wirklich empfehlenswert.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

12,9° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei Erdinger Weißbräu
85435 Erding
www.erdinger.de

Schneider Weiße TAP7 Mein Original

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei Schneider im mittelbayerischen Kelheim vor mir. Es handelt sich um das TAP7 Mein Original. Die Brauerei gibt an, dass es sich um die Urform des Weißbiers aus München handelt. Im Jahr 1871 war Georg I. Schneider der Pächter des Königlich Weißen Hofbräuhauses am Platzl in München, genau an der Stelle, an der sich heute das Hofbräuhaus befindet. Die Brauerei betont, dass das TAP7 Mein Original unverändert gebraut wird. Quasi handelt es sich also um ein Museumsstück im Bierregal. Dann wollen wir uns doch überzeugen, ob das Bier noch der heutigen Zeit entspricht oder ob eventuell früher alles besser war.

Rotgolden, hefetrüb und mit reichlich Kohlensäure zeigt sich das Bier im Glas, darüber die für Weizenbier typische Menge weißer cremiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist bestechend. Röststoffe, Hefe, Heu, Banane, Gewürze… So soll ein Weizenbier sein. Der Antrunk ist frisch. Schnell breitet sich eine leichte Säure im Mund aus zusammen mit Röststoffen und einem leichten Geschmack von Bitterschokolade. Der Abgang ist angenehm bitter und er klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

12,8 %

Brauerei:

Schneider Weiße
G. Schneider & Sohn GmbH
93309 Kelheim
www.schneider-weisse.de

Biershop Bayern

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Berliner Schwarze

Berliner Weiße ist ja allgemein bekannt. Jetzt ist neu die Berliner Schwarze auf dem Markt. Schwarzbiere gibt es ja, Stout ist auch bekannt… Dieses Craft Beer hält sich aber nicht an das deutsche Reinheitsgebot, sondern enthält neben Hopfen und Malz noch geringe Beigaben von Ginseng und Maca. Ich glaube zwar nicht, dass 1 % Ginseng und/oder 0,8 % Maca irgendeine pharmazeutische Wirkung haben (und selbst wenn das so sein sollte, würde ich Bier nicht unbedingt als Trägersubstanz dafür empfehlen), aber eventuell verbessern diese Zusätze ja den Geschmack.

Aber was sind Ginseng und Maca überhaupt? Ginseng ist der bekanntere Zusatz. Wikipedia schreibt der asiatischen Wurzel die Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte gegen Stress und Krankheiten zu. Auch der Maca-Knolle werden nach Wikipedia positive Effekte auf die körperliche Leistungsfähigkeit und die psychische Belastbarkeit zugeschrieben.

Wie gesagt, ich vermute mal, dass die Dosis nicht für eine gesundheitliche Wirkung ausreicht, aber wenn ich so etwas in der Zutatenliste lese, dann werde ich doch neugierig. Kommen wir nun zum Biertest. Gebraut wird das Bier durch die Brauerei Landsberg in Sachsen-Anhalt für die Robin Green AG in Berlin. Von dort wird das Bier versandt, nicht nur an den Einzelhandel und die Gastronomie, sondern auch direkt an Endverbraucher. Aber kommen wir zum Bier.

Schwarz und blickdicht präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger haselnussbrauner Schaum, der sich durchschnittlich schnell auflöst.

Das Aroma ist blumig, dazu ein Hauch Banane sowie einige Röststoffe. Auf jeden Fall sind die Röststoffe deutlich weniger dominant als ich aufgrund der Farbe erwartet hätte. Der Duft beweist bereits, dass die Mischung der Hopfen (Magnum, T’N’T) wirklich gelungen ist. Der Antrunk ist malzig und süß; durch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure wirkt er aber angenehm frisch. Erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt und dabei auch etwas erwärmt drängen sich die Röststoffe in den Vordergrund, was aber zusammen mit der fruchtigen Säure zu einem guten runden Geschmack führt. Der Abgang ist freundlich bitter und der Geschmack klingt lange nach.

Wollen Sie die Berliner Schwarze auch einmal probieren? In Zusammenarbeit mit dem Hersteller können wir Ihnen eine Flasche des neuen Schwarzbiers als Kostprobe anbieten. Wie Sie an Ihre Probe kommen? Melden Sie sich einfach über das Kontaktformular und teilen Sie uns Ihren Namen und Ihre Mailadresse mit, damit Sie sich für die Probe anmelden können. Nur solange der Vorrat reicht.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Gerstenmalzextrakt, Hopfen (Magnum, T’N’T), Hefe, Ginseng (1 %), Maca (0,8 %)

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Brauerei Landsberg
Bahnhofstr. 33
06188 Landsberg

Für

Robin Green AG
Schaperstr. 18
10719 Berlin
www.berliner-schwarze.de

Forestinne Mysteria

Wieder steht ein Bier aus der Forestinne-Reihe aus der Brasserie Caracole vor mir, diesmal das Mysteria, ein helles Bier. Diesmal ist die kleine Waldelfe mit dem neckischen Augenaufschlag sogar dreimal auf dem Etikett abgedruckt.

Satt golden, mit viel Kohlensäure steht das Bier im Glas. Es bildet sich eine durchschnittliche Menge sahniger weißer Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist intensiv malzig, leicht süß mit einem Hauch von Zitrusfrüchten. Dazu noch etwas Duft der Hefe sowie von einigen Gewürzen – der komplexe Duft dieses Bieres überzeugt schon mal.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es nach dem Aroma erwartet hätte und aufgrund der reichlich vorhandenen Kohlensäure wirklich spritzig. Aber das ist erst der Anfang und das Bier hat noch einige Überraschungen bereit. Der Körper ist kräftig. Die Süße baut sich schnell ab und es bleibt ein leicht saurer und angenehm bitterer Körper. Trotz des recht süßen Aromas habe ich hier ein trockenes Bier. Der Abgang ist leicht bitter; leider hält sich der Geschmack aber nur kurz.

Ein sehr gut trinkbares Bier, das eventuell nicht jedem gefallen will, das aber viel Charakter hat.

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Caracole
Côte Marie-Thérèse 86
5500 Falmignoul
www.forestinne.be

Nostradamus

Weshalb die Brauerei, die in einem Vorort von Dinant beheimatet ist, ihr Bier nach dem Anfang des 16. Jahrhunderts verstorbenen Arzt und Hellseher benannt hat, ist mir nicht bekannt. Aber die Brasserie Caracole ist ja für ihre phantasievollen Biernamen und selbstverständlich auch für ihre guten Biere bekannt. Ich hoffe nur, dass sie mich auch dieses Mal nicht enttäuscht. Aber das ist ein kalkulierbares Risiko, hat Nostradamus doch im Jahr 2002 in seiner Kategorie einen weltweiten Bierwettbewerb gewonnen.

Schwarz mit einem Mahagonistich ist es, das Nostradamus. Es bildet viel cremigen Schaum mit einem leichten Gelbstich, der lange Zeit erhalten bleibt. So gefällt mir das Bier, zumindest optisch gibt es nichts auszusetzen.

Nostradamus duftet intensiv nach Karamell, getrockneten Feigen, Bananen und Kirschen. So ein komplexes Aroma ist nicht selbstverständlich. Der Antrunk ist süß und durch die sehr reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure trotzdem frisch. Auf der Zunge bilden sich dann Expressonoten, die durch den verhaltenen Geschmack von Gewürzen ergänzt werden. Eine leichte Säure rundet den Geschmack ab. Der Abgang wird durch ein freundliches Bitter mit mittellangem Nachklang geprägt.

Ich muss sagen, dass die Brasserie Caracole hier wieder einmal eine herausragende Bierspezialität kreiert hat. Ich freue mich, dass ich die Biere dieser kleinen Brauerei gekauft habe. Dabei war ich im Laden zunächst kritisch und habe überlegt, ob ich die Biere überhaupt kaufen soll. Ich fand die phantasievollen Etiketten ziemlich kitschig und zweifelte, ob dazu ein gutes Bier passt. Aber doch, es funktioniert.

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Caracole
Côte Marie-Thérèse 86
5500 Falmignoul
www.caracole.be

Trappistes Rochefort 6

Dieses Trappistenbier kommt aus der Kleinstadt Rochefort, die in der Wallonie etwa 20 km von Dinant entfernt liegt. Die Mönche in der dortigen Abtei Notre-Dame de Saint-Rémy brauen drei Biere, das Rochefort 6, das Rochefort 8 und das Rochefort 10. Insgesamt werden jährlich etwa 18.000 Hektoliter gebraut, die weltweit verkauft werden. Jetzt steht das Rochefort 6 vor mir. Es ist das leichteste der drei Trappistenbiere aus dieser Abtei. Wenn Sie alle drei Biere nacheinander verkosten möchten, sollten Sie mit diesem Bier beginnen.

Dunkelrot und leicht hefetrüb ist das Bier im Glas. Dazu kommen viel Kohlensäure sowie sehr fein feinporiger weißer Schaum mit einem leichten Gelbstich, der lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier perfekt.

Das Bier duftet intensiv nach Malz, reifen Bananen und Trockenfrüchten. Trotz einiger herber Noten ist das Aroma frisch.

Der Antrunk ist überraschend leicht und spritzig. Schnell bildet sich auf der Zunge ein kräftiges Bitter mit Noten von Schokolade und Kaffee. Das wird durch eine ausgewogene Säure abgerundet. Der Abgang ist freundlich bitter und der Geschmack klingt lange nach.

Ich weiß ja, dass viele Deutsche etwas Angst vor kräftigen und dunklen Bieren haben. Das Trappistes Rochefort 6 kann für diese Menschen durchaus als Einstieg in die Welt der Starkbiere dienen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Rohgetreide, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Abbaye N.-De Saint-Remy
5580 Rochefort
Belgien
www.trappistes-rochefort.com

DIE BIEROTHEK

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