Weihnachtsbiere sind meist dunkle Biere mit einem hohen Alkoholgehalt und intensivem Geschmack. Manchmal frage ich mich aber auch, was diese Biere mit Weihnachten zu tun haben. Meist handelt es sich um etwas kräftigeres Bockbier. Jetzt habe ich das St. Bernardus Chrismas Ale vor mir stehen, ein Abteibier aus Belgien.
Es handelt sich zunächst einmal um ein typisches belgisches Dark Ale. Es wird auf der Basis des weltweit gut verkauften Bernardus 12 gebraut. Dafür wird ein Hefestamm verwendet, der bereits seit 1946 kultiviert wird.
Dunkel Mahagoni ist das St. Bernardus Christmas Ale, fast schwarz. Es bildet sich eine sehr große Menge hell-haselnussbrauner Schaum, der durchschnittlich schnell in sich zusammenfällt. Optisch macht das Bier also schon mal einen guten Eindruck.
Nach getrockneten Pflaumen und Feigen duftet das Bier, dazu kommen Düfte nach Waldhonig, Rosinen und Gewürzen. Ich meine, Nelken und Pfeffer wahrnehmen zu können.
Der Antrunk ist nicht so süß wie ich es nach dem Aroma erwartet habe und die sehr feinperlige Kohlensäure macht das Bier angenehm frisch. Schnell breitet sich der weihnachtliche Geschmack im Mund aus, der an Likör erinnert. Marzipan und Mandeln finden sich im Geschmack, wobei sich Süße und Säure perfekt die Waage halten. Der Abgang ist sehr mild und wenig bitter und er bringt noch eine leichte pfefferige Note mit.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe
Alkoholgehalt:
10 % Vol.
Brauerei:
Brasserie St. Vernard N.V.
Trappistenweg 23
8978 Watou
Belgien
www.sintbernardus.be
Weihnachtsbiere sind meist dunkle Biere mit einem hohen Alkoholgehalt und intensivem Geschmack. Manchmal frage ich mich aber auch, was diese Biere mit Weihnachten zu tun haben. Meist handelt es sich um etwas kräftigeres Bockbier. Bei diesem Bier ist es anders. Das liegt nicht nur am stimmungsvollen Etikett, sondern ganz besonders am Inhalt der Flasche.
Jetzt steht mal wieder ein Abteibier aus Belgien vor mir. Im Gegensatz zu den Trappistenbieren werden die Abteibiere nicht im Kloster gebraut, sondern in einer externen Brauerei nach Rezepten aus dem Kloster. Dabei bleibt das Rezept im Besitz des Klosters und die Brauerei erhält lediglich die Lizenz, das Bier nach diesem Rezept zu brauen. In diesem Fall handelt es sich um ein obergäriges Bier im klassischen Tripel-Stil, das seit 1992 in der Brauerei Brouwerij Sint-Bernardus in Watou in Flandern gebraut. Das Gütesiegel Belgian Hops weist darauf hin, dass der Hopfen in diesem Bier überwiegend Hopfen aus Belgien verwendet wurde. Der Hopfen in diesem Bier stammt aus der Anbauregion Poperinge im Westen von Flandern.
Nun steht mal wieder ein Trappistenbier aus Belgien vor mir, das Trappistes Rochefort 8. Die Trappistenbiere werden in sechs belgischen Klöstern im Kloster von den Mönchen gebraut. Im Fall der Abtei Notre-Dame de Saint-Rémy, aus der das Rochefort stammt, ist das seit 1595 der Fall. Das Rochefort 8 wird aber erst seit 1955 gebraut. Bei dieser Brauerei handelt sich um die kleinste der Trappisten-Brauereien.
Nun habe ich ein Bier aus der Brasserie Dupont vor mir stehen, ein Starkbier namens La Bière de Beloeil. So weit, so gut. Bis hierhin ist es nichts, was es aus der Masse der belgischen Biere heraushebt. Aber dieses Bier hat doch eine Besonderheit, die es einmalig macht. Das beginnt bereits mit dem Namen. Das Schloss Beloeil ist eines der prächtigsten Schlosser Belgiens und dort wird auch dieses Bier verkauft. Auch wenn Schloss und Schlossgarten wirklich beeindruckend sind, scheint dem Haus Ligne, dem das Schloss seit dem 14. Jahrhundert gehört, das Geld für eine vollständige Erhaltung und Renovierung zu fehlen. An vielen Stellen bröckelt die Schönheit und es wäre sicher schade, wenn dieses wunderbare Anwesen verfallen würde. Wenn Sie in der Wallonie sind, sollten Sie sich dies Perle belgischer Architektur und Gartenbaukunst unbedingt ansehen. Die Besitzer können den Eintritt mit Sicherheit gut gebrauchen.
Kürzlich war ich in Bremen und sah dort an jeder Straßenecke (und auch zwischen den Straßenecken) Werbung für ein Bier namens Hemelinger. Ein Bier, das nach einem Stadtteil von Bremen benannt ist und das in Bremen offensichtlich viel verkauft und vermutlich auch getrunken wird – das ist selbstverständlich ein Grund, ein solches Bier mitzunehmen und zu verkosten.
Die kleine Brasserie Caracole aus Falmignoul, einem Vorort von Dinant, stellt erstaunlich viele Biere her. So auch das Saxo, ein Belgian Strong Pale Ale, das dem in Dinant gebürtigen Adolphe Sax gewidmet ist. So ganz nebenbei bemerkt: wenn Sie sich einmal in der Wallonie aufhalten, sollten Sie an Dinant nicht vorbeifahren. Diese Kleinstadt am Ufer der Maas ist zumindest einen kurzen Besuch wert. Dabei sollten Sie sich nicht nur die Zitadelle ansehen, die unübersehbar über dem Maasufer angelegt ist, sondern Sie sollten sich auch einmal die Innenstadt ansehen. Das Saxophon ist überall prominent in der Stadt vertreten. Die Maasbrücke ist mit Kunstobjekten in Form verschiedener Saxophone geschmückt, im Geburtshaus von Adolphe Sax ist ihm zu Ehren ein Museum eingerichtet… Wenigstens einen Tag sollten Sie für die Erkundung von Dinant unbedingt einplanen. In der Pause empfehlen sich auch unbedingt die vielen Konditoreien. Aber kommen wir nun zum Saxo.
Früher habe ich den Winter ja gemocht. Aber nachdem es mich vor etwa einem Vierteljahrhundert ins Ruhrgebiet verschlagen hat, habe ich keinen richtigen Winter mehr gesehen. In den Monaten, in denen es früher Winter war, so richtig mit Schnee und Eis unter blauem Himmel, gibt es heute nur noch ungemütliches Dreckwetter. Nur eines ist geblieben: Von November bis Februar gibt es die Winterbiere, die mit mehr Stammwürze und daher mit mehr Geschmack gebraut wurden. Obwohl es sich dabei meist um Bockbiere handelt, steht jetzt ein Winter-Weizenbier vor mir, die Schneeweiße von Erdinger.
Nun steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei Schneider im mittelbayerischen Kelheim vor mir. Es handelt sich um das TAP7 Mein Original. Die Brauerei gibt an, dass es sich um die Urform des Weißbiers aus München handelt. Im Jahr 1871 war Georg I. Schneider der Pächter des Königlich Weißen Hofbräuhauses am Platzl in München, genau an der Stelle, an der sich heute das Hofbräuhaus befindet. Die Brauerei betont, dass das TAP7 Mein Original unverändert gebraut wird. Quasi handelt es sich also um ein Museumsstück im Bierregal. Dann wollen wir uns doch überzeugen, ob das Bier noch der heutigen Zeit entspricht oder ob eventuell früher alles besser war.