Ich weiß, der Advent ist bereits längere Zeit vorbei und der nächste Advent lässt auch noch lange auf sich warten, aber der Adventsbock aus der Klosterhofbrauerei in Heidelberg hat mich erst in dieser Woche erreicht. Da ich bei einem Saisonbier wie dem Adventsbock immer etwas ganz Besonderes erwarte, musste ich ihn selbstverständlich sofort verkosten. Das Etikett gibt keine speziellen Informationen her und auch im Internet steht nicht mehr. Trotzdem fällt mir eines auf: das Bier ist in einer Mehrwegflasche mit 0,75 Litern Inhalt abgefüllt. Dagegen ist eigentlich nichts zu sagen, sondern im Gegenteil sind Mehrwegflaschen umweltfreundlich. Dies gilt selbstverständlich nur dann, wenn der Konsument auch die Möglichkeit hat, die Flasche zurückzugeben. Ich würde es daher begrüßen, wenn das Bier, das verschickt wird, in Standardflaschen abgefüllt würde, die überall zurückgegeben werden können. Die Flasche, in der mich der Adventsbock sowie mehrere andere Biere der Brauerei zum Klosterhof erreicht haben, werde ich in Essen leider nicht los. Schade, damit wird aus einer umweltfreundlichen Mehrwegflasche ein Einweggebinde. Aber kommen wir zum Bier.
In einem dunklen Mahagoniton, fast schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Es ist hefetrüb und bildet einen größtenteils cremigen hellbraunen Schaum, er ist fast weiß, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.
Das Aroma wird durch Röststoffe dominiert, ich rieche bittere Schokolade, Gewürznelken und Kräuter. Ich habe durchaus den Eindruck, dass der Auswahl des Malzes und der Hopfensorten viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde und dass das Ergebnis überzeugend ist.
Der Antrunk ist mittelsüß und ich stelle eine sehr feine Kohlensäure fest. Auch im recht intensiven Körper dominiert die Süße, Karamelltöne kommen zum Vorschein und eine minimale Säure. Die Bitterstoffe fehlen mir hier etwas. Diese kommen erst im Abgang zusammen mit deutlichen Kaffeenoten zum Vorschein.
Der Adventsbock der Brauerei zum Klosterhof ist ein Bockbier, das sich durchaus angenehm von der Vielzahl der im Handel erhältlichen Bockbiere abhebt.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Alkoholgehalt:
6,5 % Vol.
Stammwürze:
16,5°
Brauerei:
Brauerei zum Klosterhof GmbH
Stiftweg 4
69118 Heidelberg
http://www.brauerei-zum-klosterhof.de
Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, woher der etwas merkwürdige Name dieses Bieres kommt. Weder auf dem Etikett noch auf der Homepage der Brauerei Walter Bräu im Weseler Ortsteil Büderich konnte ich einen Hinweis darauf finden. Lediglich den Hinweis „Ein Bier das verbindet“ konnte ich entdecken. Aber ich will mich nicht länger mit dem Namen aufhalten und das Bier verkosten.
Nun steht noch ein Bier aus Wesel vor mit, das Walter Bräu Landbier.
Nun steht wieder ein Bier aus Wesel vor mit, das Walter Bräu Rotbier. Rotbier ist eine Spezialität, die ich hauptsächlich aus Nürnberg und aus Belgien kenne, die aber mehr und mehr auch in Nord- und Westdeutschland gebraut wird. Mal sehen, ob die Westfalen mit diesem Bier auch zurechtkommen.
Meist kennen wir Altbier als dunkles Bier. Das Altbier aus Münster ist anders und mit hellem Malz gebraut. Von der Optik her würden wir das Bier eher für ein Lager halten. Aber es handelt sich wirklich um ein obergäriges Altbier.
Nun habe ich ein Double IPA aus der Münchener Bierschmiede Crew Republic vor mir stehen. Weshalb Double IPA? IPAs werden nach dem Brauen noch einmal kalt gehopft. Dieses Bier wird aber nicht nur einmal, sondern zweimal kaltgehopft. Damit wollen die Brauer alles, aber wirklich alles aus dem Aromahopfen herausholen. Ob sich das lohnt will ich jetzt herausfinden.
Nun will ich gleich noch ein Bier aus der kleinen Brauerei Walter Bräu in Wesel verkosten, diesmal das Klosterbier.
Jetzt will ich erstmals ein Bier aus dem westfälischen Wesel verkosten. Die Brauerei Walter Bräu, von der dieses Bier stammt verkauft sein Bier häufig im Direktvertrieb. Ich kenne sie von verschiedenen Verkaufsmessen in Essen, auch auf der Grünen Woche in Berlin war die Brauerei vertreten. Außerdem verfügt die Brauerei über einen Biergarten. Es handelt sich um ein sehr spezielles Konzept. Die Getränke müssen im Biergarten gekauft werden, das Essen kann der Gast gerne mitbringen. Das ist noch relativ normal und zumindest aus bayerischen Biergärten auch bekannt. Aber im Biergarten von Walter Bräu kann der Gast auch grillen, ein Fondue, ein Raclette veranstalten oder sein Fleisch auf dem heißen Stein garen. Das dafür benötigte Zubehör sowie Geschirr und Besteck stellt die Brauerei, der Gast bringt das Essen mit und bezahlt für die Reinigung der verwendeten Gerätschaften. Irgendwie ist das ein witziges Konzept. Aber kommen wir zum Hildegard Bier.
Nur für den Fall, dass Sie sich über den etwas merkwürdig anmutenden Namen wundern: ü.NN steht als Abkürzung für „über Normalnull“, womit klar sein sollte, dass dieses Bier aus Norddeutschland kommt. Genauer gesagt aus Hamburg. Über Normalnull steht aber nicht nur für den Wasserstand in der Hansestadt, sondern der Name sagt auch etwas über das Bier aus. Alkoholfrei bedeutet nicht „ohne Alkohol“, auch wenn der Begriff einen Alkoholgehalt von 0,0 % nahelegen würde. Tatsächlich darf alkoholfreies Bier maximal 0,5 % Alkohol enthalten. Dieses Bier enthält 0,4 % Alkohol. Das erscheint Ihnen viel?
Jetzt will ich mich mal wieder mit einem Bier aus Großbritannien beschäftigen, jahreszeitlich passend mit Fuller’s Old Winter Ale. Es ist eines von zwei jahreszeitlichen Ales dieser Brauerei aus London.