Weiherer Urstöffla

Nun steht das Urstöffla aus der Brauerei Weiherer im fränkischen Viereth-Trunstadt vor mir und wartet auf seine Verkostung. Das Bier weist einige Besonderheiten auf. Es ist nicht nur ausschließlich mit Zutaten aus biologischer Erzeugung gebraut, sondern es ist auch nachhaltig hergestellt worden. Darauf weist das Solarbier-Siegel auf dem Rückenetikett hin. Unter dem Namen haben sich etwa drei Dutzend Brauereien zusammengeschlossen, die mit Solarstrom arbeiten und die sich auf diese Weise vom Verbrauch von Strom verabschiedet haben, der durch fossile Energieträger oder durch Atomkraft erzeugt wurde. Dann ist das Bier noch in einer Pfandflasche, die auch von anderen Brauereien befüllt werden kann. Umweltfreundlicher kann ein Bier vermutlich nicht sein.

Und schlecht kann das Bier auch nicht sein. Es wurde zweimal beim Craft Beer Award ausgezeichnet, 2015 mit der Gold- und 2016 mit der Silbermedaille.

Dunkel bernsteinfarben zeigt sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist feinporig, aber leider deutlich unterdurchschnittlich voluminös und sie fällt in durchschnittlicher Zeit in sich zusammen.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche leichte Röstnoten, Trockenbirnen und Karamell. Dazu kommt noch ein dezenter süß-würziger Duft, es könnte sich um Zimt handeln. Nicht schlecht, die Nase verspricht ein mildes und relativ süßliches Bier.

Der Antrunk ist dann auch recht süß, was mit heute durchaus gefallen könnte, wenn die Brauerei nicht so sparsam mit der sehr feinperligen Kohlensäure umgegangen wäre. Schnell kommt eine leichte Säure zur Malzsüße, die eine gewisse Fruchtigkeit mit sich bringt. Hier spiegeln sich auch die Birnen wieder, zusammen mit etwas Mango. Insgesamt macht der Körper einen recht runden Eindruck. Der Abgang ist sehr mild mit wenig Bitter und einem kurzen Nachklang.

Das Bier macht insgesamt nichts verkehrt, ist aber meiner Meinung nach zu sehr auf den Einheitsgeschmack ausgerichtet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,6 %

Brauerei:

Brauerei Kundmüller
Weiher 13
96191 Viereth-Trunstadt
www.weiherer-bier.de

Biershop Bayern

13. 8. 2017: Oberschwäbischer Biertag im Museumsdorf Kürnbach

Gibt es ein schöneres Ambiente zum Probieren regionaler Bierspezialitäten als historische Gebäude aus der Gegend? Das hat sich wohl auch das Museumsdorf Kürnbach bei Karlsruhe gesagt und richtet am Sonntag den oberschwäbischen Biertag aus. Von 10 bis 18 Uhr können Sie die Vielfalt regionalen Bieres entdecken.

Filtriert und naturtrüb, ober- und untergärig, Pils und Bock: Auch Schwaben bietet viele Bierspezialitäten. Beim Oberschwäbischen Biertag präsentieren die vier noch bestehenden Traditionsbrauereien im Landkreis Biberach ihr flüssiges Gold – das Bräuhaus Ummendorf, die Brauerei Blank aus Zwiefaltendorf, die Kronen-Brauerei Laupheim und die Schussenrieder Erlebnisbrauerei. Hinzu stößt auch dieses Jahr wieder die Hausbrauerei des Café Weichhardt aus Biberach und die Schlossbrauerei Aulendorf.

Das Verkosten gehört selbstverständlich dazu: Im Eintrittspreis sind Kostproben der Brauereispezialitäten (oder Nichtalkoholisches) inbegriffen. Fassanstich ist um 11 Uhr.

Vor 150 Jahren gab es im Gebiet des heutigen Landkreises Biberach mehr als 180 Brauereien, dazu brauten Hunderte daheim ihr eigenes Bier für den Hausgebrauch. Seitdem hat sich nicht nur die Brauereienlandschaft verändert, vielmehr wurde der ganze Brauprozess durch technische Neuerungen revolutioniert: Ohne Kühlungstechnik hätten Pils und Helles ihren Siegeszug nicht antreten können. Auf die Historie des Gerstensafts wird der Präsident des „Vereins zur Förderung der oberschwäbischen Bierkultur“ Hans-Georg Rimmele kenntnisreich und unterhaltsam in zwei Vorträgen um 13 und 15 Uhr mit integrierten Bierverkostungen eingehen. Ebenso informieren Ausstellungseinheiten über die regionale Biergeschichte sowie das Zusammenspiel von Hopfen und Malz.

Das Museumsdorf hat einen schattigen Biergarten zwischen strohgedeckten Bauernhäusern und bietet damit den passenden Rahmen für einen gemütlichen Sonntag. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: der Festbetrieb Rauscher, die Vesperstube samt Biergarten und die Rißtaler Trachtengruppe sorgen für eine ausreichende Grundlage und die Blasmusikkapelle des Musikvereins Mühlhausen sorgt für die musikalische Untermalung. Der Wetterbericht sagt für den Mittag 22° bei wolkenlosem Himmel voraus, es gibt also die besten Voraussetzungen für einen angenehmen Sonntag bei toller Atmosphäre. Sollte sich aber das Wetter nicht an die Vorhersage halten, steht auch ein Festzelt zur Verfügung.

Die Besucher können mit den Braumeistern reden oder sich vom Hobby-Brauer Frank Bittner erklären lassen, wie man sein eigenes Bier zuhause im Keller herstellt – Probieren seiner eigenen Bierkreation inklusive. Einen weiteren Hingucker bildet der Emminger Jürgen Heiß mit seiner mobilen Brauerei, der an diesem Tag auf offenem Feuer im Kessel Bier wie anno dazumal herstellt. Zudem erhellen unterschiedliche Informationseinheiten die Kulturgeschichte von Hopfen, Malz und Gerstensaft.

Mit Material von www.schwaebische.de

Teilnehmerrekord beim European Beer Star 2017

Die Vorbereitungen für die Wettbewerbs-Verkostung am 11. August in der Akademie Doemens (Gräfelfing b. München) laufen auf Hochtouren

Einen neuerlichen Teilnahme-Rekord für den European Beer Star vermeldet Oliver Dawid, Geschäftsführer der Privaten Brauereien Bayern. Insgesamt 2.151 Biere aus 46 Ländern wurden eingereicht. „Damit ist der European Beer Star in diesem Jahr der weltweit bedeutendste Bier-Wettbewerb.“

Der European Beer Star ist eine echte Erfolgsgeschichte: Als der Verband der Privaten Brauereien den Wettbewerb 2004 erstmals ausrichtete, wurden 271 Biere zur Verkostung an die Brau-Akademie Doemens nach Gräfelfing geschickt. Vor vier Jahren, als die Gewinner letztmals auf der drinktec in München ausgezeichnet wurden, waren es bereits mehr als 1.500 Biere. Für das inzwischen 133-köpfige, internationale Experten-Team – überwiegend Braumeister, Bier-Sommeliers und ausgewiesene Bierkenner aus 26 Ländern – ist die Blindverkostung am 11. August in der Brau-Akademie Doemens eine echte Herausforderung. Verkostet werden die Biere so wie auch der Konsument Bier erlebt, nach rein sensorischen Kriterien wie Farbe, Schaum, Geschmack oder Geruch. In kleinen Schlucken wird das Bier von den Verkostern natürlich auch getrunken, denn nur so kann der „Körper“ des Bieres im Abgang bewertet werden: Rezenz, Vollmundigkeit und Hopfenaroma.

Auf erstmals 60 Bierstile nach europäischer Brauart ist der European Beer Star 2017 angewachsen. Die Jury vergibt pro Kategorie nur jeweils eine Gold-, Silber und Bronzemedaille, die in diesem Jahr am 13. September auf der drinktec, der weltweit größten Messe der Getränkebranche, überreicht werden: Für traditionelle Sorten wie Helles, Pils oder Weißbier, für bei uns noch weniger populäre Bierstile wie India Pale Ale, Porter oder Belgisches Tripel und erstmals auch für alkoholfreies Bier (unter- und obergärig). Dabei fällt auf, dass der European Beer Star immer internationaler wird. Erstmals liegt der Anteil der eingereichten deutschen Biere unter 40%, bewerben sich Biere aus Ländern wie Belize, Tunesien oder Aserbaidschan. „Der Trend zu individuellen, charaktervollen Bieren handwerklicher Brauart ist längst nicht nur auf die traditionellen Biernationen beschränkt“, weiß Verkostungsleiter Sebastian Unertl von den Privaten Brauereien, „und die besten davon stellen sich beim European Beer Star dem Urteil der Fach-Jury, denn eine Auszeichnung bei unserem Wettbewerb bedeutet natürlich eine besonders hohe Reputation.“

So sehr sich die Privaten Brauereien über die jährlich steigende Resonanz freuen, so sehr ist der Partner, die Doemens Akademie, mit der Logistik der Verkostung gefordert. Mehr als 25.000 Biere in unterschiedlichen Gebinden, in Kisten oder Kartons, treffen dieser Tage in Gräfelfing ein. Die Mitarbeiter und Studenten von Doemens sind in diesen Wochen dabei, bis zur Verkostung am 11. August alle Sendungen zu kommissionieren, entsprechend der Kategorien zu beschriften und für die Blindverkostung vorzubereiten. „Doemens ist im Sommer 2017 das sortenreichste Bier-Depot Deutschlands und wir tun alles dafür, dass Europas größte Bierverkostung gewohnt professionell ausgerichtet wird“, verspricht Akademie-Geschäftsführer Dr. Werner Gloßner.

Erlkönig Dunkel

Seit 1871 gibt es die Brauerei Erl in Geiselhöring in Niederbayern. Das Dunkle, das jetzt vor mir steht, ist eines der ältesten Biere aus dieser Brauerei und wird bereits seit der Gründerzeit des Unternehmens hergestellt. Die Brauerei bezeichnet das Bier als echten Geheimtipp. Ausschließlich mit dunklem Malz und Naturhopfen aus der Hallertau gebraut erwarte ich ein Bier, das mir gefallen wird, insbesondere, weil es im Jahr 2015 beim International Beer Award ausgezeichnet wurde.

Kastanienbraun mit einer durchschnittlichen Menge feinporigem beigem Schaum zeigt sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone bleibt lange erhalten und sorgt so zusammen mit der Farbe für ein wirklich edles Aussehen.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche milde Röststoffe, unterstützt durch etwas dunkle Schokolade. Das Malz kann ich nicht bewusst wahrnehmen, aber so komplex das Aroma ist, enthält es mit Sicherheit auch einige dezente Duftnoten des Hopfens.

Aufgrund des malzigen Aromas hätte ich einen ziemlich süßen Antrunk erwartet. Diese Erwartung wurde zum Glück nicht erfüllt, sondern die Malzsüße ist sehr gut auf die Röststoffe abgestimmt. Zusammen mit der sehr feinperligen Kohlensäure ist das erste Mundgefühl einfach perfekt. Schnell kommt der Geschmack nach Schokolade stärker durch. Dabei enthält das Bier nur wenige Bitterstoffe sowie eine ganz leichte Säure. Bitterstoffe und Säure passen sich dabei gut an die Süße des Malzes an. Auch der Abgang ist nur mäßig bitter, aber der Geschmack bleibt lange erhalten.

Dieses Bier gefällt sicher allen Biertrinkern, die nicht so sehr auf Bitter stehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Landbrauerei Ludwig Erl
94333 Geiselhöring
www.erl-braeu.de/

Biershop Bayern

Red Castle Brew Rotbier

Jetzt steht das Rotbier von Red Castle Brew in Gräfenberg vor mir. Rotbier gibt es nicht nur in Nürnberg, sondern auch in der Hanse und in Belgien war bzw. ist das Rotbier verbreitet. Es ist aber das typische Bier aus Nürnberg. Die rote Farbe kommt vom Malz, das zwar stärker als das Helle Malz geröstet wird, aber nicht so stark wie die Malzsorten für die schwarzen Bierstile. Angeblich soll es das Rotmalz bereits seit dem 12. Jahrhundert geben und damit auch das Rotbier. In der Regel sind die Rotbiere sehr vollmundig, so dass ich mich auf dieses Bier richtig freue und ich hoffe, dass es mich nicht enttäuscht.

Kräftig rot ist das Rotbier Red Castle Brew schon mal. Dazu ist es naturtrüb. Leider entwickelt sich die Schaumkrone nicht allzu stark. Obwohl sie unterdurchschnittlich hoch ist, ist der elfenbeinfarbige Schaum schön sahnig und er hält sich auch lange.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche Röstaromen nach Toffee, dazu aber auch eine ordentliche Fruchtigkeit des Hopfens, der nach Pomelos duftet. So gefällt mir das Bier.

Der Antrunk ist recht süß und ich stelle fest, dass die feinperlige Kohlensäure sehr knapp dosiert wurde. Da würde ich mir eindeutig mehr wünschen. Das Bier verteilt sich auf der Zunge und jetzt kommt die Fruchtigkeit richtig zum Tragen. Auch wenn sich jetzt der Geschmack einer überreifen Birne unter die Eindrücke mischt, wirkt das Bier vollmundig und rund. Der Abgang enthält nur sehr wenige Bitterstoffe, die aber trotzdem lange nachklingen.

Das Red Castle Brew Rotbier ist für Menschen gebraut, die vollmundige und milde Biere mögen.

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Brauerei:

Red Castle Brew
Gewerbepark Hüll 17
91322 Gräfenberg
https://www.facebook.com/search/top/?q=red%20castle%20brew

Mönchshof Naturtrüb’s alkoholfrei

Die meisten Brauereien in Franken sind bekanntlich kleine Brauereien, in denen mehr oder weniger handwerklich gearbeitet wird. Jetzt steht das Mönchshof Naturtrüb’s Alkoholfrei vor mir. Dieses Bier kommt aus der Kulmbacher Brauerei, dem vermutlich größten Brauereikonzern Frankens, die im Jahr 2010 immerhin 16 Tochterunternehmen in der Bilanz stehen hatte (neuere Zahlen liegen mir leider nicht vor). Jetzt will ich mal feststellen, ob die Brauerei auch ein gutes alkoholfreies Bier brauen kann.

Recht hell ist das Bier und es enthält ordentlich viel Hefe. Die Schaumkrone ist recht klein und besteht aus gemischtporigem weißem Schaum, der aber recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist frisch. Das Bier duftet nach Teig und Gras. Das Aroma gefällt mir jedenfalls schon mal.

Der Antrunk ist mild und bringt überraschend wenig Süße mit sich. Auch wenn das Bier im ersten Moment etwas wässrig wirkt, bringt die sehr feinperlige Kohlensäure einige Frische ins Bier. Leider fällt das Bier dann aber ab. Dem Körper fehlt die Vollmundigkeit, die ich aufgrund der Menge der Hefe eigentlich erwartet habe. Geschmacklich punkten kann nur der angenehm bittere Abgang mit einem recht langen Nachklang.

Das Naturtrübe von Mönchshof hat in meinen Augen die gleichen Probleme wie so viele andere alkoholfreie Biere. Da mit dem Alkohol ein wichtiger Geschmacksträger fehlt, wirkt es nicht wirklich ausgewogen. Trotzdem ist es an einem warmen Sommerabend ein guter Durstlöscher.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft
95326 Kulmbach
www.mönchshof.de

Bitburger 1817 Jubiläumsbier

Nun will ich mich einem Bier der Bitburger Gruppe zuwenden, dem Bitburger 1817 Jubiläumsbier. Auch wenn Bitburger eigentlich nur für Fernsehbiere bekannt ist, hoffe ich doch bei einem Bier, das zum 200jährigen Jubiläum der drittgrößten Brauerei Deutschlands gebraut wurde, etwas mehr Charakter.

Goldgelb, recht hell und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große gemischtporige weiße Schaumkrone, die leider recht schnell in sich zusammenfällt. Abgesehen von der kurzen Standzeit der Schaumkrone ist an der Optik nichts auszusetzen.

Das Aroma wird durch die Hefe dominiert. Dazu kommen fruchtige Noten nach Aprikose und Zitrusfrüchten.

Der Antrunk ist frisch und mäßig süß. Aber sobald sich das Bier im Mund verteilt, fällt das Bier in ein Loch. Allein Das Malz sowie der Hopfen mit seinen leichten grasigen Noten reichen hier leider nicht aus, um ein vollmundiges Bier zu bilden. Mehr Stammwürze könnte ein Lösungsweg sein; mehr Hefe ein weiterer, da mit der Entfernung der Hefe auch ein Teil des Geschmacks verlorengeht. Der Abgang ist dann unerwartet kräftig bitter, was nicht schlecht ist, aber auch nur kurz nachklingt.

Das Bitburger 1817 Jubiläumsbier würde ich zwar einem 08/15-Pils vorziehen, aber von einem echten Genuss ist es in meinen Augen doch noch recht weit entfernt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

5 % Vol.

Stammwürze:

11,93 %

Brauerei:

Bitburger Braugruppe GmbH
54634 Bitburg
www.bitburger.de

4. 8. – 6. 8. 2017: 21. Internationales Berliner Bierfestival

Die Genießer-Biermeile am ersten Augustwochenende, vom 4. bis 6.8.2017, ist seit 1997 zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Hauptstadt herangewachsen. Bei der alljährlichen Touristenattraktion werden wieder über 800.000 friedlich feiernde Besucher aus aller Welt mitten im Herzen von Berlin erwartet. Das 21. Internationale Berliner Bierfestival findet auf 2,2 Kilometern zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor an der Karl-Marx-Allee statt.

Jedes Jahr steht ein Land, eine bestimmte Region oder ein spezielles Thema im Mittelpunkt des Festivals. So zum Beispiel 2008 die Tschechische Republik, 2009 Belgien, 2010 Vietnam, 2011 wurde zum 15. Internationalen Berliner Bierfestival ein neuer GUINNESS WORLD RECORDTM aufgestellt, 2012 Biere der Ostseeregion, 2013 Polen, 2014 Craft Beer – handwerklich gebraute Bierspezialitäten, 2015 „Erlebnistour der Bier- und Burgenstraße“ und 2016 lautete das Motto: 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot. Zurückschauend auf diese erfolgreichen Jahre lässt sich auf den ersten Blick die Themenvielfalt der beliebten Veranstaltung erkennen.

In diesem Jahr stehen zwei Traditions-Brauereien aus dem Bundesland Nordrhein-Westfalen im Mittelpunkt des Geschehens. Die Privatbrauerei Ernst Barre feiert in diesem Jahr ihr 175-jähriges Jubiläum und stellt mit der Bierspezialität Barre Pilsener ein Festivalbier. Barre Bräu ist eine Brauerei im ostwestfälischen Lübbecke aus dem Kreis Minden-Lübbecke im Wiehengebirge. Die 1842 von Ernst Johann Barre gegründete Traditions-Brauerei ist überall im Barre-Land ein bedeutendes Markenzeichen. Die Erzquell Brauerei Bielstein bringt mit dem Zunft Kölsch ein weiteres Festivalbier mit nach Berlin. Bielstein ist eine Ortschaft der Stadt Wiehl im Oberbergischen Kreis. Die Brauerei ist seit vier Generationen im Familienbesitz. Sie wurde im Jahr 1900 als Adler Brauerei GmbH gegründet. Einen zweiten Standort gibt es mit der über 125-jährigen Erzquell Brauerei in Siegtal am Fuße des Giebelwalds. Im längsten Biergarten der Welt präsentieren sich 344 Brauereien aus 87 Ländern, mit 2400 einmalig vertretenen Bieren. Es gibt kulinarische Spezialitäten und 19 Bühnen mit Live-Musik, mit nationalen und internationalen Künstlern, bei freiem Eintritt.

Öffnungszeiten:

Freitag, 4. August: 12 bis 24 Uhr
Sonnabend, 5. August: 10 bis 24 Uhr
Sonntag, 6. August: 10 bis 22 Uhr

Und noch ein kleiner Tipp zum Abschluss: Selbst an drei Tagen lassen sich nicht alle Biere verkosten, die auf dem längsten Biergarten der Welt angeboten werden. Es ist also sinnvoll, sich vorzubereiten und im Vorfeld bereits zu überlegen, welche Biere verkostet werden sollen. Die Veranstalter haben das auch erkannt und unter http://www.bierfestival-berlin.de/biermeile.html?1501605878 alle Biere aufgelistet, die am Wochenende ausgeschenkt werden. Es lohnt sich wirklich, sich einmal durch die 57 Seiten zu klicken, über die Vielfalt zu staunen und eine Liste zu erstellen, welche Brauereien besucht werden sollen.

Rittmayer Handgranate

Laut dem vorderen Etikett handelt es sich bei diesem Bier um die weltweit einzige Handgranate, die keinen Schaden anrichtet. Das gilt aber vermutlich nur, wenn der Anwender die Gebrauchsanweisung auf dem Rückenetikett beachtet:

  1. Flasche mit der linken Hand festhalten.
  2. Mit der rechten Hand den Bügelverschluss öffnen. ACHTUNG: Das „Plopp-Geräusch“ ist normal – nicht erschrecken!
  3. Flasche zum Mund führen und wie gewohnt genießen!

Na gut, dann wollen wir das mal so glauben und uns sicherheitshalber dabei exakt an die Gebrauchsanweisung halten. Hier noch einige Infos zur Brauerei:

Es handelt sich um eine der ältesten Brauereien im Forchheimer Land in Oberfranken. Das Familienunternehmen wurde im Jahr 1422 gegründet. Das ehemals gräfliche Brauhaus war der Lieferant des Jagdschlosses Hallerndorf. Vom Grafen von Kulmbach erhielt die Brauerei wegen ihres guten Bieres sogar eine eigene Wappenurkunde verliehen. Unter der Leitung von Braumeister Georg Rittmayer wurde das Familienunternehmen zu einem kleinen mittelständischen Betrieb ausgebaut. 15 verschiedene Biersorten, davon drei Saisonbiere umfasst das Sortiment; der Ausstoß der Brauerei liegt bei rund 25.000 Hektolitern jährlich.

Im Frühjahr 2012 wurde die neue Brauerei am Ortsrand von Hallerndorf in Betrieb genommen. Sie gehört zu den innovativsten mittelständischen Brauereien in ganz Deutschland. Durch ein ausgeklügeltes Energiekonzept mit Hackschnitzelanlage und den Verzicht auf den Einsatz fossiler Brennstoffe sowie eines eigens entwickelten Wärmespeichersystems wurde die neue Brauerei von der TU München-Weihenstephan mit dem Markensiegel SOLARBIER® zertifiziert. Alle mit diesem Siegel gekennzeichneten Biere werden ausschließlich mit regenerativen Energien hergestellt – ein Beitrag für den Erhalt unserer Umwelt.

Gebraut werden die Biere mit Tettnanger Hopfen, dem sogenannten „Grünen Gold“, das erfolgreiche Braumeister zur Verfeinerung ihrer besten Bierspezialitäten schätzen. Die Brauerei verspricht, dass besondere Rezepturen und eigens entworfene Malzmischungen dem Bier eine besondere Note verleihen und für unverwechselbaren Geschmack sorgen. Mal sehen, ob die Handgranate dieses Versprechen halten kann.

Schön getreidegelb zeigt sich die Handgranate im Glas, zusammen mit einer voluminösen weißen und feinporigen Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal wirklich was her.

Das Aroma ist ausgewogen. Das Malz und der Hopfen präsentieren sich in der Nase gleichberechtigt. Der Hopfen ist gut ausgewählt. Der Duft bringt Noten von Kräutern und frischem Gras mit. Dazu kommt die feine Süße des Malzes. Das ist doch schon mal nicht schlecht.

Der Antrunk bringt einige angenehme Süße mit, aber leider ist die Kohlensäure nur wenig vorhanden. Dafür entschädigt aber der vollmundige Geschmack des Malzes, der zusammen mit der leichten Säure und einem leichten Bitter sehr gut ausgewogen ist. Der Abgang ist freundlich herb-bitter mit einem ellenlangen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

33 IBU

Brauerei:

Brauerei Rittmayer OHG
An der Mark 1
91352 Hallerndorf
www.rittmayer.de

Club Bier 01 Coffee Stout

Liechtenstein ist ja nicht unbedingt für seine Braukunst bekannt, aber auf der anderen Seite muss es auch nicht verwundern, dass auch dort Bier gebraut wird. Jetzt steht ein Bier aus dem Liechtensteiner Brauhaus vor mir. Das Coffee Stout hat die Ordnungsnummer 01, was bedeutet, dass es sich um das erste Bier aus der sechsteiligen Serie der Club Biere handelt, einer Reihe ungewöhnlicher Biere der Brauerei.

Schwarz mit einem kleinen Stich ins Braune ist das Bier, darüber eine feinporige hellbraune Schaumkrone, die aber relativ schnell in sich zusammenfällt. Da bei diesen sehr dunklen und intensiven Bieren der Schaum meist nicht sonderlich haltbar ist, betrachte ich das aber nicht als Makel.

Das Aroma wird durch intensive Röstaromen dominiert. Ich rieche dunkle Schokolade und Kaffee. Der Hopfen hält sich so weit im Hintergrund, dass er sich in der Nase nicht wahrnehmen lässt.

Der Antrunk ist wie aufgrund des Aromas erwartet ziemlich süß und ich bemerke, dass die Kohlensäure nur sehr sparsam vorhanden ist. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Aber dann füllt ein intensiver Geschmack von Espresso den Mund, der mit den vorhandenen Bitterstoffen einen angenehmen Kontrast zur Süße des Antrunks bildet. Jetzt macht das Bier einen ausgewogenen Eindruck und ich könnte mir vorstellen, dass zu diesem Zeitpunkt mehr Kohlensäure eher stören würde. Der Abgang ist wenig bitter, eher trocken, und jetzt kommt der Geschmack dunkler Schokolade zum Vorschein, der ellenlang nachklingt.

An dieses Bier könnte ich mich gewöhnen. Allerdings sollte es gut gekühlt genossen werden, nur dann kommen die Kontraste richtig zur Geltung. Zu diesem Bier passt sowohl eine bayerische Brotzeit mit kräftigem Käse und Schinken als auch ein süßes Dessert. Dieses Coffee Stout ist wirklich sehr anpassungsfähig.

Zutaten:

Liechtensteiner Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Wiener, Carafa, Caramünch, Melanoidin, Caraamber), Hopfen (Perle, Hallertauer Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 %

Stammwürze:

12,8° Plato

IBU:

32

Brauerei:

Liechtensteiner Brauhaus AG
Im Rösle 4
9494 Schaan
Liechtenstein
www.brauhaus.li