4. 8. – 6. 8. 2017: WeldeFest in Plankstadt

Nur noch zwei Tage sind es bis zum Brauerei-Fest im Lustgarten in Plankstadt. Das Sommer-und-Genuss-Fest startet am Freitagabend um 18 Uhr mit dem mittlerweile vierten Craft Beer Tapday Rhein-Neckar. Weil es immer mehr Liebhaber der besonderen Biere gibt, hat die Braumanufaktur das nordbadische Craft Beer-Eldorado auf zwei Tage ausgedehnt. Interessante Brauereien aus der Region und ganz Deutschland bringen ihre Bierspezialitäten mit, Welde bietet neben den hauseigenen Craft Bieren eine kleine Menge einer exklusiven Holzfassrarität an. Für kulinarische Grundlagen sorgen erneut verschiedene Foodtrucks und die Lustgartenküche. Auf der Bühne stehen Live-Bands, die Musik von Pop und Rock über New Orleans Brass bis Samba performen. Am Samstag und Sonntag bietet die WeldeBierwelt Verkostungen und Brauereiführungen an, die kleinen Besucher haben Spaß als Fassbrause-Forscher, beim Mitmachzirkus Paletti und Hüpfburgen. Der Eintritt zum Fest ist wie immer frei. 

Eröffnet wird das Fest am Freitagabend um 18 Uhr mit dem vierten Craft Beer Tapday, bei dem verschiedene Brauereien aus Nah und Fern ihre Spezialitäten zur Verkostung präsentieren. Die Brauer sind höchstpersönlich anwesend, schenken die Biere aus und stehen Rede und Antwort rund um ihre Kreationen. „Wir haben auch in diesem Jahr wieder interessante Craft Beer Brauereien aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich und Kanada zu Gast“, berichtet Braumeister Stephan Dück. Er selbst hat mit seinem Team eine besondere holzfassgereifte Köstlichkeit vorbereitet. „Bei der letzten Holzfasslieferung war ein Single Malt Fass von der schottischen Insel Islay dabei. Das musste ich einfach für eine kleine Sonderedition Bockbier nutzen, um das herrlich torfige Aroma exklusiv mit der malzigen Süße des Bieres zu verbinden“, berichtet der Braukünstler. Er freue sich auf BRLO und Lennys Artisanal Ales aus Berlin, auf Tilmans Biere aus München und auf die Biere der lokalen Freunde wie dem Mannheimer „Taproom“, Hopfenstopfer aus Bad Rappenau und der Eppinger Palmbräu. Gespannt ist er auch auf die Spezialitäten von Next Level Brewing aus Wien und Steamworks aus Vancouver. Natürlich gibt es auch am Sonntag Craft Beer, dann aber nur noch das von Welde. Für Craft Beer Enthusiasten und Bier-Interessierte ist der Craft Beer Tapday Rhein-Neckar in Plankstadt immer wieder eine gute Gelegenheit, unterschiedliche Bierstile von Welde und den Gast-Brauereien kennenzulernen und in entspannter Atmosphäre mit den Brauern zu sprechen.

Welde No1 Slow Beer Pils: Zum Fest im neuen Design

Rechtzeitig zum WeldeFest zeigt sich das Welde No1 Slow Beer Pils der Braumanufaktur im neuen Design. Die Braumanufaktur Welde wurde bereits 2015 mit dem Slow Brewing Siegel für exzellente Produktion und herausragende Bierqualität ausgezeichnet. Eine besondere Zertifizierung erhielt nun das Welde No1 Pils aus Plankstadt: das Slow Brewing Institut zertifizierte es als „Slow Beer“. „Darauf sind wir echt stolz, denn der Weg zur Auszeichnung war lang und steil – aber auch gut und richtig“, erklärt Braumeister Stephan Dück. Deshalb dürfe sich das Bier ab sofort und mit Fug und Recht „Welde No1 Slow Beer Pils“ nennen. „Das Bierrezept selbst haben wir nicht angetastet, unser No1 wird nach wie vor aus besten Rohstoffen gebraut und darf in aller Ruhe sechs Wochen kältereifen“, so Dück weiter.

Unterstützt wird die Anpassung des Markennamens durch ein neues Erscheinungsbild – das bekannte silbrig glänzende Etikett ist einem aus weißen, umweltfreundlichen nicht metallbedampftem Papier mit plakativem, schwarzem Schriftbild gewichen. Die Änderung des Namenszusatzes erfolge auch und vor allem deshalb, weil die Brauerei sich mit dem Begriff Premium nicht mehr identifizieren könne. Premium sei mittlerweile weit davon entfernt, Garant für geprüft beste Qualität zu sein. Es sei im Gegensatz zum Slow Brewing Siegel kein echtes Qualitätssiegel und keine offizielle Bewertung durch eine neutrale Instanz, erklärt Welde-Chef Hans Spielmann. „Slow Beer ist das ECHTE Premium!“, konstatiert Spielmann.

Was ist Slow Brewing?

Das Slow Brewing Institut mit Sitz in Freising ist das konsequenteste Gütesiegel am internationalen Biermarkt. Es bewertet Bier und Brauerei. Nicht nur der konstant herausragende Geschmack, sondern der gesamte Herstellungsprozess unterliegt der strengen Kontrolle durch die unabhängigen Experten des Slow Brewing Instituts. Diese Kontrollen werden regelmäßig und in kurzen Intervallen durchgeführt.

Einer strengen Prüfung unterzogen werden Produktionsqualität und Geschmack, eingesetzte Rohstoffe, Unternehmensführung und -kultur. Die Zertifizierung erfolgt durch unabhängige Experten. Das harte, unabhängige Audit erfolgt durch technisch fundierte Prüfverfahren.

Weitere Infoszum Slow Brewing Institut finden Sie unter www.slow-brewing.com.

Essen & Trinken

Pils, Hefeweizen und weitere Welde-Biere gibt es vom Fass und aus der Flasche im Lustgartenausschank und an den vielen weiteren Getränkeständen, die der Lustgarten-Wirt betreibt. Eine Auswahl an alkoholfreien Bieren, Fassbrause und anderen Getränken rundet das Getränkeangebot ab. Da Cocktails und legale Muntermacher auch auf einem Brauereifest nicht fehlen sollen, offeriert Luciano Gastro außerdem Caipi & Co. und Kaffeespezialitäten an einem Stand in Bühnennähe.

Was sich bewährt hat kommt gern wieder: an allen Festtagen beziehen neben Leckereien aus der Lustgartenküche verschiedene Foodtrucks in der Sudhausstraße Stellung und bieten ihre Snacks an. Passend zu den unterschiedlichen Bieren haben die Foodtrucker eine kleine, aber feine Auswahl an Gerichten mit und ohne Fleisch dabei. Zubereitet wird alles direkt vor den Augen der Genießer. Von verschiedenen Burgervariationen, Tacos und Burritos über Maultaschen und Currys aus Sri Lanka reicht die Speisekarte. Auch die Klassiker Gyros und Döner fehlen nicht.

Beim gemütlichen Zusammensitzen und dem Genuss von Craft Beer mit Burger oder einem gepflegten Pils zum Chicken-Curry darf die Musik nicht fehlen. Der Freitagabend wird eröffnet von „Coulord Rain“, gefolgt von der mitreißenden „Night Live Band“. Die drei Jungs von „Coulord Rain“ stehen auf handgemachter Musik und bringen ab 18 Uhr Coversongs aus Pop, Rock, Schlager und Country und eigene Songs zu Gehör. „The Night Live Band“ will ab 20.30 Uhr den Lustgarten mit Partyhits aus den letzten Jahrzehnten, Rock, Soul und Funk zum Kochen bringen.

Samstag: Touren, Kinderspaß, Genuss und Musik

Am Samstag öffnet das Festgelände in Plankstadt um 15 Uhr. Das Team von Luciano Gastro bietet Flammkuchen, Bratwurst und Co. in der WeldeLustgarten-Küche an und sorgt für kühle Getränke. Burgervariationen, mexikanische Taccos, gewürzbetonte Currys mit Basmatireis und Maultaschenspezialitäten stehen in den Foodtrucks in der Sudhausstraße bereit. Die WeldeBierwelt öffnet ihr Tore für Brauereiführungen. Am Craft Beer Stand können Bierspezialitäten von verschiedenen Brauereien kennengelernt und verkostet werden.

Ein besonderes Highlight werden die Craft Beer Verkostungen samstags und sonntags in der WeldeBierwelt sein. Braumeister Stephan Dück widmet sich „holzfassgereiften Bieren“, mit Biersommelier Max Spielmann kommt Schokolade von der Manufaktur Chocami aus Heidelberg als Begleiter zum Craft Beer ins genussvolle Spiel. Malte Brusermann, ebenfalls frischgebackener Biersommelier, verbindet Craft Beer mit dem Eis vom Altlußheimer Eiscafé Negri. Welche Aromen sich bei „Craft Beer & Käse“ entfalten, weiß Käsepapst Lothar Müller aus Hockenheim am allerbesten. Am Samstagabend um 20.30 Uhr stellt die Biersommeliére und Bierbloggerin Mareike Hasenbeck Deutschlands ungewöhnlichste Biere vor. Die Bierexpertin aus München schreibt den renommierten Bierblog „feinerhopfen.com“ und ist zu Gast beim WeldeFest 2017. Die Verkostungen finden im Zwickelkeller der Braumanufaktur statt, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Mehr Informationen und Tickets gibt es, solange der Vorrat reicht, im Vorverkauf auf www.welde.de/WeldeWelt. Mögliche Restbestände können beim Fest direkt im Eingangsbereich der WeldeBierwelt erworben werden.

Die kleinen Besucher lädt die WeldeBierwelt zur betreuten Fassbrause-Forschungsreise ein und der Mitmachzirkus Paletti baut seine Zirkusarena auf. Jonglieren, Seiltanz und mehr aus der Welt der Artisten selber ausprobieren – das geht unter fachkundiger Anleitung bei dem Zirkus aus Mannheim. Wer sich zwischendurch richtig doll auspowern möchte, kann nach Herzenslust in einer der beiden Hüpfburgen toben. Für durstige Kinderkehlen haben die Getränkestationen alkoholfreie Getränke wie Säfte, Mineralwasser und Fassbrause im Sortiment.

Der Wetterbericht sagt einen lauen Sommerabend mit 25° C voraus. Er beginnt um 18 Uhr mit „Soul on“. Die Jungs um Bandleader Steven Neuhaus bringen beim Fest ihre Songs unplugged auf die Bühne. Rap und Soul verbinden sich mit rockigen Singer/Songwriter-Lyrics, rheinhessisches Herz mit New Yorker Visionen, fertig ist dynamisches Crossover.

Anschließend greift Fatma Tezegül zum Mikro und wird mit ihren Entertainer-Qualitäten, ihrer kraftvollen, tiefen und warmen Stimme und mit ihrer Band „Fatma2Soul“ ordentlich einheizen. Jemand schrieb einmal über die Band: „Eine explosive Mischung aus Professionalität und wahrer Spielfreude“ – und hatte recht damit.

Genuss, Spiel und Spaß auch am Sonntag

Schön und gemütlich soll der WeldeFest-Sonntag anfangen. Ab 11 Uhr stehen Stände und Foodtrucks für kulinarische und bierige Genüsse bereit, in der Craft Beer Area warten aromenreiche Spezialbiere von Welde auf Bier-Entdecker. Die WeldeBierwelt ist geöffnet und bietet erneut Touren und Verkostungen an. Der Mitmachzirkus Paletti wird mit dem angrenzenden Hüpfburg-Areal Tummelplatz für Zirkuskinder und Springmäuse. In der WeldeBierwelt gehen Fassbrause-Forscher auf Expedition.

Passend zum entspannten Frühschoppen spielt „Brass2Go“ auf: das sind sieben StudentInnen und AbsolventInnen der Musikhochschule Mannheim, die eine Brass Band im Stil der New Orleans Brass Band Tradition auf die Beine gestellt haben. Gekleidet in knallrote Anzüge, spazieren sie mit Susafon, Trompeten, Posaunen und Schlagzeug über das Festgelände und verbreiten mit richtig viel Spaß gute Laune zum Mitsingen.

Den Nachmittag läuten Marco und Dario aus Hockenheim ein. Mit ihrer Band „Used“ lassen sie den unbeschwerten Sixties Sound neu aufleben und präsentieren neben ihren eigenen Kompositionen auch Songs von Ray Davies, Paul McCartney und vielen anderen. Die Zwillinge sind schon in Kindertagen der Musik verfallen und studierten beide an der Popakademie in Mannheim.

Zum Abschluss entführen die Musiker von „Havana Coastline“ die Gäste mit einer bunten Show in die Karibik. Die Band bringt die klassischen Musikstile Soca, Calypso und Reggae aus Trinidad und Tobago auf die Bühne und die Gäste zum Tanzen.

Danach kann, wer möchte, den Rest des Sonntagabend im Lustgarten ganz entspannt bei bestem Bier von hier und Snacks aus der Lustgartenküche ausklingen lassen und sich auf das WeldeFest 2018 freuen – das vielleicht beste Fest des Sommers im Rhein-Neckar-Delta.

Riegele IPA Liberis 2+3

Mit alkoholfreien Bieren tun sich die Craft Beer-Brauer ziemlich schwer. Das verwundert mich nicht allzu sehr, fehlt den alkoholfreien Bieren schließlich mit dem Alkohol ein wichtiger Geschmacksträger. Inzwischen gibt es mit dem Riegele IPA Liberis 2+3 ein weiteres alkoholfreies IPA, das jetzt vor mir steht. Da Riegele erst kürzlich beim Meiningers International Craft Beer Award als Craft-Brauer des Jahres national ausgezeichnet wurde, gehe ich davon aus, dass es sich hierbei um ein wirklich gutes Bier handelt. Dies gilt umso mehr, wenn wir uns vor Augen halten, dass das Liberia 2+3 beim gleichen Wettbewerb die Silbermedaille errungen hat.

Wenn Sie sich fragen, was das 2+3 im Namen zu bedeuten hat, kann ich die Frage schnell beantworten. Das Bier wurde mit zwei speziellen Hefen sowie mit den drei Hopfensorten Amarillo, Simcoe und Mandarina Baravia gebraut.

Goldorange und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Schaumkrone, feinporig und mit einem leichten Gelbstich. An der Optik gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Das Aroma kann mit der Optik mithalten. Das Bier duftet intensiv nach tropischen Früchten. Ich rieche Grapefruit, Mandarine und einen Hauch Muskat. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und fruchtig, wobei die Kohlensäure für eine ordentliche Spritzigkeit sorgt. Ich schmecke Mandarine, Litschi und Pfirsich. Insgesamt ist der Geschmack rund und ausgewogen, auch wenn ich mir etwas mehr Bitterstoffe wünschen würde. Schließlich haben wir hier ein IPA im Test. Der Abgang ist freundlich bitter und er klingt sehr lange nach.

Das Riegele IPA Liberis 2+3 ist das dritte alkoholfreie IPA, das ich verkoste. Eine so intensive Fruchtigkeit habe ich dabei noch nicht erlebt. Für meinen Geschmack ist das Erzeugnis aus dem Haus Riegele das Beste, aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bitterwert:

25 IBU

Brauerei:

Brauerei S.Riegele
Frölichstraße 26
86150 Augsburg
www.riegele.de

Biershop Bayern

DIE BIEROTHEK  

Craftbeer-Shop-Banner

Flensburger Kellerbier

Lange Zeit trauten sich die großen Brauereien nicht an das Kellerbier ran. Die Biere wurden alle gefiltert, teilweise wohl, weil die Biertrinker an klare Biere gewohnt waren. Außerdem verliert das Bier durch das Entfernen der Trubstoffe bis zu einem bestimmten Grad auch Fehlgeschmäcker. Auf der anderen Seite machen die Hefe sowie die anderen Trubstoffe das Bier vollmundiger und geschmackvoller, was vermutlich die steigende Beliebtheit der Kellerbiere, in Süddeutschland meist als Zwickl oder Zwickel bezeichnet begründet. In den letzten Jahren wurden die hefetrüben Biere immer beliebter und so versuchen sich nun auch die großen Brauereien daran. So auch die Brauerei in Flensburg, deren Kellerbier ich jetzt vor mir stehen habe.

Traditionell füllt das Familienunternehmen in Flensburg das Bier in die traditionellen Bügelflaschen ab. In den 1980er Jahren war das auch einer der Gründe, dass die Biere aus Flensburg (wenn ich mich richtig erinnere gab es damals ausschließlich das Pilsener) Kultstatus erlangten.

Optisch macht das Bier schon mal was her. Schön bernsteinfarben und hefetrüb steht das Bier im Glas, darüber viel sahniger weißer Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont mit Anklängen getrockneter Datteln und einem Hauch Cognac. Dabei ist das Bier aber für ein norddeutsches Bier nur sehr zurückhaltend gehopft worden.

Der Antrunk ist relativ süß und die Kohlensäure sorgt für eine angemessene Frische. Schnell verschiebt sich der Schwerpunkt des Geschmacks hin zu bitter. Dabei bleibt der Geschmack aber vollmundig und rund. Der Abgang ist dann erstaunlich wenig bitter, aber jetzt macht sich der Alkohol bemerkbar, wodurch der Abschluss leicht sprittig ist.

Alles in Allem ist das Kellerbier aus Flensburg nicht schlecht, aber mir fehlt doch noch einiges an Charakter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH & Co. KG
Munketoft 12
24937 Flensburg
www.flens.de

Wier

Rund eineinhalb Jahre dauerte die Produktentwicklung des neuen Aperitifs. Der Anspruch war es, ein völlig neuartiges Getränk herzustellen, in dem sich die herbe Note von Bier und die fruchtige Frische von Wein geschmacklich ergänzen und miteinander eine sensorisch ausgewogene Beziehung eingehen. Die erste Idee galt der Suche nach einem geeigneten Bier und einem korrespondierenden Wein, was selbst für die beiden versierten Sensorikerinnen Alixe Winter und Katharina Ganter-Fraschetti eine längere Probephase mit zahlreichen Versuchen bedeutete. Denn es gestaltete sich nicht so einfach, eine Bier-Wein Kombination zu finden, bei der nicht ein Getränk geschmacklich dominierte. Im Anschluss daran folgte eine intensive und herausfordernde Arbeit im Keller. In dieser Zeit kreierten die Kellermeister unter der Leitung von Jörg Wiedemann aus den beiden Basiszutaten, badischer Traubenmost und Freiburger Bierwürze, den wohlschmeckenden, in der Geschmacksrichtung von den beiden Sensorikerinnen definierten Aperitif WIER. Die gemeinsame Vergärung der beiden Zutaten brachte schließlich das überzeugende Ergebnis.

„Es freut mich besonders, dass es gelungen ist, einen Aperitif zu kreieren, den es so noch nicht gibt und der aus natürlichen Zutaten aus hiesiger Erzeugung besteht,“ so Katharina Ganter-Fraschetti, Geschäftsführerin der Brauerei GANTER. „Nachdem der Name gefunden war, wurde ‚WIER von hier‘ auch sehr rasch zu unserem Leitmotiv.“ Alixe Winter, Geschäftsführerin der Alten Wache – Haus der badischen Weine, überzeugt die sensorisch gelungene Komposition: „Für mich ist der Aperitif eine Liebesheirat von prickelnd, cremig-frischer Traubenfrucht und vollmundiger, würzig-maskuliner Hopfennote. Das Getränk erfüllt erneut unsere hohen Ansprüche an die Entwicklung neuer Getränke rund um den badischen Wein. Nur so gelingt es uns, Kunden aller Altersgruppen aus der Region und darüber hinaus zu interessieren und von unseren regionalen Qualitäten zu überzeugen.“

Für den Badischen Winzerkeller war die Entwicklung von WIER alles andere als Tagesgeschäft. „Für unser Haus ist es ein außergewöhnliches Produkt, aber `Bier-Wein-Getränke` aus Deutschland und Übersee sind uns in letzter Zeit immer wieder begegnet. Deshalb haben wir gerne zugestimmt, das Experiment und die Initiative von Brauerei GANTER und der Alten Wache mit unserem kellertechnischen Know-how zu unterstützen“, so Peter Schuster, der Vorstandsvorsitzende des Badischen Winzerkellers. „Der hohe Einsatz im Keller hat sich gelohnt. Unseren Kellermeistern ist ein neuer, überzeugender Aperitif gelungen, ein vergleichbares Getränk haben wir bisher noch nicht verkostet.“

WIER – kein Wein, kein Bier, den Aperitif für Entdecker, gibt es ab sofort in der 0,75l Flasche in der Brauerei GANTER und der Alten Wache – Haus der badischen Weine. Empfohlen wird eine Serviertemperatur von 5-7 Grad und als Glas ein Weißweinglas. Den Aperitif gibt es zu Beginn in einer limitierten Erstauflage von 500 Litern in 666 Flaschen. Abfüller ist der Badische Winzerkeller.

Eine der 666 eleganten Flaschen steht jetzt vor mir und wartet darauf, von mir verkostet zu werden (die Flasche ist wirklich so schlank wie auf dem Foto zu sehen, es handelt sich dabei nicht um eine Verzerrung). Das künstlerisch gestaltete vordere Etikett enthält genau drei Worte: In der Mitte steht groß Wier, darüber kleiner in Gold und durchgestrichen Wein und darunter ebenfalls in goldener Schrift und durchgestrichen Bier. Jetzt bin ich gespannt, ob mir der Inhalt der Flasche ebenso gefällt wie das Etikett.

Für den Genuss empfehlen die Hersteller ein Weißweinglas. Das sollte das kleinste meiner Probleme sein. Und bereits beim Öffnen der Flasche kommt die erste Überraschung: die Flasche sieht wie eine Sektflasche aus und auch als ich die Aluhülle über dem Verschluss entfernt habe, sieht der Verschluss wie ein Sektkorken aus. Und weshalb bekomme ich den Korken nicht aus der Flasche? Ganz einfach. Es ist kein Korken und deshalb steckt er auch nicht im Flaschenhals. Tatsächlich handelt es sich um einen Drehverschluss. Das ist sicher eine gute Entscheidung für alle Konsumenten, die die Flasche nicht an einem Abend leeren, denn der Verschluss lässt sich auch gut, fest und dicht wieder aufschrauben. Aber jetzt will ich den Aperitif erst einmal einschenken.

Im Glas sieht das Wier wie ein Rieslingsekt aus. Eine schöne goldgelbe Farbe paart sich mit einer leichten Kohlensäure. Aber bereits in der Nase zeigt sich, dass es sich nicht um einen Sekt handelt. Die Fruchtigkeit des Weins steht klar im Vordergrund des Aromas. Dazu kommen blumige Düfte und – was mich überrascht und erstaunt – der Duft von Pfeifentabak. Jetzt heißt es neugierig und mutig zu sein, um festzustellen, wie sich das Wier im Mund macht.

Zunächst schmeckt das Wier wie ein Sekt, der noch einige Restsüße enthält. Der allererste Eindruck ist also nicht allzu spektakulär, aber schnell beginnt das Wier, seine Muskeln spielen zu lassen. Auf der Zunge wird der Aperitif intensiv und vollmundig, und je weiter er sich Richtung Kehle bewegt, desto stärker kommt auch der Hopfen zum Vorschein, der sich erstaunlich gut mit dem Geschmack des Weins vereint.

Das Wier hebt sich wohltuend von den meisten Cocktails ab, die häufig zum Beginn einer Feier oder anderen Veranstaltung angeboten werden und wo ich mich häufig frage, was ich da eigentlich im Glas habe. Ich würde mich freuen, wenn es nicht bei einem einmaligen Versuch bleiben würde und das Wier auch deutschlandweit in den Verkauf gelangen würde. Der Brauerei ist es gelungen, eine sehr angenehme neue Art des Aperitifs zu kreieren.

Die flüssige Urlaubspostkarte

Auf den ersten Blick erscheinen Postkarten aus dem Urlaub irgendwie altbacken. Dabei haben wir uns darüber früher immer gefreut. Eine SMS mit Urlaubsgrüßen kann die Postkarte nicht ersetzen. Aber vielleicht ein Karton mit Bier, dessen Etiketten einen Urlaubsgruß enthalten. Diese Möglichkeit bietet die Klosterbrauerei in Neuzelle. Machen Sie Familie und Freunden doch mal so eine Freude. Es ist ganz einfach.

Klicken Sie zunächst auf den folgenden Banner:

 

Damit rufen Sie den Shop auf. Im Menü auf der linken Seite finden Sie den Link „Bier mit persönlichem Etikett“. Klicken Sie darauf. Es folgt ein Klick auf die Schaltfläche „Her geht’s los“. Auf der folgenden Seite suchen Sie eine Vorlage aus. Im nächsten Schritt suchen Sie sich ein Bild aus, das auf Ihrem Rechner gespeichert ist. Das Bild sollte im Hochformat vorliegen. Laden Sie das Bild hoch, indem Sie auf Weiter klicken. Jetzt müssen Sie nur noch Ihr Bild in die Vorlage einpassen (keine Angst, das geht ganz einfach). Nun können Sie einen Text für den oberen und den unteren Teil des Etiketts eingeben. Klicken Sie noch einmal auf Weiter, wählen Sie das gewünschte Bier und die Menge aus, überprüfen Sie noch einmal Ihre Eingaben und wenn alles so ist wie Sie es wünschen, ist Ihre Bestellung für die Lieben daheim schon erledigt.

Nico Leffler ist bester deutscher Hobbybrauer

Mit Spannung erwartet ist der erste Deutsche Meister der Hobbybrauer nun gefunden: Der Brauer-Azubi Nico Leffler (Brauerei „Humulus Lucullus“) aus Erzhausen (Hessen) überzeugte am 29. Juli im Störtebeker Brauquartier die 35-köpfige Jury aus Sommeliers, Braumeistern und Bierbotschaftern mit seinem hellen Bockbier und setzte sich gegen rund 80 Konkurrenten aus ganz Deutschland durch.

Nico Leffler ist der erste Deutsche Meister der Hobbybrauer

Vor großem Publikum nahm er am Samstagabend um 19:00 Uhr seinen Pokal entgegen. „Ich bin überwältigt und sehr stolz, die Jury mit meinem hellen Bockbier überzeugt zu haben“, freut sich der Sieger. „Das bernsteinfarbene Siegerbier mit 7% Vol. Alkohol wurde einstimmig zum Favoriten gewählt. Das Besondere: Das Bockbier wurde mit fruchtigem Aromahopfen gestopft. Ein sehr rundes, gut trinkbares Bier“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Auf dem 2. Platz landete Udo Sierks aus Wester-Ohrstedt in Schleswig-Holstein. Bronze erhielt eine Frau: Wiebke Melcher aus Hamburg.

Nico Leffler darf sich nun auf einen besonderen Gewinn freuen: Er wird gemeinsam mit den Brauern der Störtebeker Braumanufaktur sein Bier im größeren Umfang einbrauen – von der Schrotmühle bis in die Flasche. Darüber hinaus erhält er dann 40 Kisten des fertigen Bieres – der Rest wird über die Störtebeker Braumanufaktur verkauft.

Eine 35-köpfige Jury verkostete die Wettbewerbsbiere.

„Bier ist schon seit einiger Zeit wieder vermehrt in aller Munde. Nicht wenige Craft Beer-Fans wollen jedoch nicht nur Bier trinken, sondern selber brauen. Die Zahl passionierter Hobbybrauer steigt kontinuierlich an und es war uns eine Herzensangelegenheit, dem Thema Hobbybrauen eine angemessene Plattform zu geben. Ich denke, das ist uns mit diesem erfolgreichen Auftakt der Meisterschaft gelungen“, so Braumanufaktur-Inhaber Jürgen Nordmann.

Freuen konnte sich an diesem Tag auch der Freiberger Tobias Kandler. Als Sieger im Publikumswettbewerb überzeugte er die Besucher des Festivals mit seinem Spezial Ale, einem englischen Ale mit besonderer Malzmischung und englischem Aromahopfen. Insgesamt 71 Stimmen reichten zum Sieg. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Ich braue schon seit 20 Jahren. Das Bier ist eins meiner Lieblingsbiere und wird nur zu speziellen Anlässen gebraut. Damit zu gewinnen freut mich sehr“, so Kandler.

Das süffige Ale schmeckte nicht nur den Festivalgästen. „Auch wir Bierexperten waren von der kreativen Vielfalt der Hobbybrauer und besonders des Publikumssiegers begeistert“, erzählt Jury-Mitglied Michael Lembke von der Craftbeer-Brauerei BRLO aus Berlin. „Wir haben selbst ganz klein mit dem Bierbrauen angefangen und verfolgen die Hobbybrauer-Szene mit viel Interesse. Daher freut es uns umso mehr, dass wir gemeinsam mit Tobias seine Kreation als Gewinn bei uns in Berlin einbrauen werden.“

Über 750 Gäste kamen zum Festival.

Auch für das Brauquartier und die weiteren Hobbybrauer war das Festival ein großer Erfolg: Über 750 Besucher kamen vorbei und verkosteten die knapp 150 Biere. „Wir freuen uns über die zahlreichen Besucher und die gute Stimmung auf der Veranstaltung“, so Braumanufaktur-Inhaber Jürgen Nordmann. Aussteller wie die Malzfabrik Weyermann, der Hopfen-Lieferant Barth-Haas Group oder die IHK Oberfranken, die über die Weiterbildung zum Bierbotschafter und den Hausbrauer-Kurs sprach, informierten die Gäste auf 2100 Quadratmetern rund ums Thema Bier. Für den passenden kulinarischen Rahmen sorgten unter anderem das Störtebeker Braugasthaus, der Burgermeister aus Stralsund, Die Rostocker Wurstspezialitäten und auch Jackle & Heidi, die neben ihrem Bier-Eis aus dem Störtebeker Nordik-Porter auch andere Köstlichkeiten mitbrachten.

Der Wettbewerb zur Deutschen Meisterschaft

Um das handwerkliche Können der Brauer vergleichen und den Deutschen Meister offiziell küren zu können, wurde ein ausgewählter Bierstil als offizielles Wettbewerbsbier festgelegt: Die knapp 80 Hobbybrauer mussten im Vorfeld ein helles Bockbier mit etwa 6,5% vol. Alkohol einbrauen. Erlaubt war, was das Reinheitsgebot hergibt. Hier war Kreativität gefragt. Ob alternative Getreidesorten oder Aromahopfen: Der Geschmack des Produkts sollte die Bierexperten überzeugen und trotzdem die Charaktereigenschaften eines hellen Bockbieres erfüllen.

Die Jury aus Sommeliers und Bierbotschaftern verkostete die Biere in 5 Gruppen. Diese wählten unter den von Ihnen probierten Bieren den jeweiligen Favoriten und kürten im Finale den Sieger.

Hopf Helle Weiße

Miesbach ist eine im Mittelalter gegründete Kleinstadt in Oberbayern – ein Ort, wie ihn sich die Touristen wünschen. Im Dreieck Tegernsee, Schliersee und Wendelstein gelegen bietet der Ort enge, verwinkelte Gassen, einen schönen Marktplatz mit prächtigem Maibaum und die berühmte bayerische Gemütlichkeit. Auch die „Miesbacher Tracht“ wird bis heute aus Tradition und Verbundenheit zur Heimat getragen. Und genau aus dieser Bilderbuchidylle stammt das Weißbier, das jetzt vor mir steht, die Helle Weiße aus der Brauerei Hopf. Dass es auch in Kleinstädten und sogar Dörfern in Oberbayern ein eigenes Bier gibt, ist ja eigentlich nichts Besonderes. Aber eines hebt die Brauerei Hopf doch auch der Masse der Brauereien heraus: während es andernorts ein mehr oder weniger umfangreiches Standardsortiment an Bieren gibt, das durch eine saisonale Spezialität ergänzt wird, braut man in Miesbach sogar fünf saisonale Biere: die Spezial Weiße, den Weißen Bock, die Buospacher Bockfotzn, die Sauberne Schixs und das Bluat vo da Gams. Eintönig kann das Bier dort also nicht werden.

Goldgelb und kräftig hefetrüb ist das Bier, über dem sich eine sahnige weiße Schaumkrone bildet, nicht allzu üppig, aber dafür mit einer langen Verweildauer, bis sie schließlich doch in sich zusammengefallen ist. Ein Hefeweizen wie gemalt. Hoffentlich geht es so weiter.

Das Aroma ist stiltypisch. Ich rieche Banane, Hefe und einen Hauch Gewürznelken. Der Duft ist gut und angenehm, dabei aber unspektakulär.

Der Antrunk ist relativ süß und ich stelle fest, dass das Bier relativ wenig Kohlensäure enthält. Schade. Etwas mehr Kohlensäure hätte dem Bier sicher gutgetan. Aber bereits bei der ersten Berührung zwischen Bier und Zungenspitze fällt mir die Fruchtigkeit des Biers auf, die sich noch verstärkt, während sich das Bier im Mund verteilt. Anfangs sticht noch der Geschmack der Hefe stark hervor, zu dem sich aber schnell Noten von Birne und Banane gesellen. Zusätzlich sorgt eine leichte Säure für Frische. Auch der Abgang ist fruchtig und ich kann nur wenige Bitterstoffe feststellen.

Die durchgehende Fruchtigkeit unterscheidet dieses malzbetonte Weizenbier von vielen anderen. Das könnte daran liegen, dass dieses Bier nicht wie die meisten anderen Weizenbiere mit 51 % Weizenmalz und 49 % Gerstenmalz gebraut wurde, sondern dass für die Helle Weiße von Hopf satte zwei Drittel Weizenmalz eingesetzt wurden.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,7 %

Brauerei:

Weißbierbrauerei Hopf
Schützenstr. 8+10
83714 Miesbach
www.hopfweisse.de

Biershop Bayern

Liebhart’s „Dat Schwatte“

Jetzt steht ein Schwarzbier aus Ostwestfalen für mir. Diese Gegend ist für Nordrhein-Westfalen ungefähr das, was Franken für Bayern ist. Hier wie dort gibt es viele kleine Brauereien, die kein 08/15-Bier brauen, sondern deren Produkte Charakter haben. Die Biere schmecken nicht jedem und das wollen sie auch nicht, sondern hier findet jeder sein unverwechselbares Bier. Die Bierspezialität, die jetzt vor mir steht, hat die Brauerei nach eigenen Angaben im Jahr 2009 auf der Grundlage eines alten Rezepts neu entwickelt. Jetzt will ich „Dat Schwatte“ von der Brauerei Liebhart’s aus Detmold verkosten.

Dat Schatte trägt seinen Namen zu Recht. Blickdicht schwarz ist es mit einer leicht überdurchschnittlichen hellbraunen sahnigen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es schon mal nichts auszusetzen.

Röstaromen nach dunkler Schokolade prägen das Aroma. Der Duft gefällt mir durchaus, auch wenn die Röstaromen die Düfte des Aromahopfens vollkommen in den Hintergrund drängen. Der Hopfen ist bestenfalls zu erahnen.

Der Antrunk ist angenehm trocken, spritzig, voluminös und frisch. Die Röststoffe dominieren auch den Geschmack deutlich. Aber auf der Zunge kommt nicht so sehr der Geschmack von Schokolade an, sondern eher von Espresso. Der Abgang ist anfangs freundlich bitter, klingt aber mit dem Geschmack dunkler Schokolade und von Espresso nach.

Dat Schwatte ist das ideale Bier zum Nackensteak oder bei einem Grillabend.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Aromahopfen

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Brauerei:

Liebhart’s Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Gelskamp 6
32758 Detmold
www.residenz-biere.de

Herrenhäuser Weizen

Herrenhausen ist ein Stadtteil im Norden der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Bekannt ist Herrenhausen durch die Herrenhäuser Gärten, die bereits seit dem 18. Jahrhundert die Menschen anziehen. Aber dort gibt es auch die Privatbrauerei Herrenhausen, aus der das Weizenbier stammt, das jetzt vor mir steht.

Die Brauerei vertreibt ihre Biere nur regional, hat mir aber ihr Weizenbier sowie ihr Pils zugeschickt, damit ich sie hier im Ruhrgebiet verkosten und beschreiben kann. Vielen Dank dafür. Wenn ich mal wieder in Hannover bin, werde ich versuchen, auch die anderen Biere im Einzelhandel zu finden, damit ich auch diese beschreiben kann. Aber jetzt geht es erst einmal um das Weizen.

Goldgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Und es enthält enorm viel Hefe. Trotzdem sehr sich sehr viel aktive Kohlensäure, die zusammen mit dem Hopfen eine sehr voluminöse weiße und sahnige Schaumkrone ausbildet, die lange erhalten bleibt. So steht das Bier wie gemalt vor mir.

Der stiltypische Bananenduft steht auch bei diesem Bier im Vordergrund, wenn auch nicht so intensiv wie bei den meisten Weizenbieren. Dazu kommen teigige und blumige Noten. Zusammen mit einigen würzigen Aromen duftet das Bier frisch und angenehm. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist eher trocken und nur mäßig süß. Dabei ist er sehr frisch; zusammen mit der sanften Weizenmalznote ist das Herrenhäuser Weizen also genau das Richtige für einen warmen Sommerabend. Schnell kommen auch die fruchtigen Noten dazu, die für ein rundes und samtiges Mundgefühl sorgen. Die reichlich vorhandene Hefe komplettiert den Geschmack. Im milden Abgang kommt auch der Geschmack der Banane zurück, die recht lange nachklingt.

Die Traditionsbrauerei aus Hannover hat mit dem Weizen ein charaktervolles Bier geschaffen, das sich wohltuend aus der Menge der Weizenbiere abhebt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei Herrenhausen
Herrenhäuser Str. 83-99
30419 Hannover
www.herrenhaeuser.de

Gösser Beer

Austria’s finest beer – mit diesem selbstbewussten Spruch bewirbt die Brauerei Gösser aus der Steiermark ihr Lager-Bier. Bereits bevor ich die Flasche öffne sehe ich diese Werbeaussage bereits kritisch. Wenn ein halber Liter Bier weniger als einen Euro kostet, dann würde mich ein hervorragendes Bier schon erstaunen. Aber ich habe bei meinen Verkostungen bereits so manche Überraschung erlebt, also geben wir dem Bier doch einfach eine faire Chance.

Optisch macht das Bier schon mal was her. Goldgelb glänzt es, dazu eine durchschnittliche Menge gemischtporiger Schaum, der sich aber leider recht schnell auflöst.

Das Bier duftet nach Malz und Toffee, unterstützt durch einige herbe und blumige Noten. Wirklich begeistert bin ich von dem Aroma nicht; es ist eher durchschnittlich. Halt wie ein gutes Industriebier.

Der Antrunk ist recht süß, aber die sehr feinperlige Kohlensäure rettet den Geschmack. Schnell kommt ein kräftiges Bitter dazu, das die anderen Geschmackseindrücke überlagert und dazu führt, dass das Bier einen recht unausgewogenen Eindruck macht. Der Abgang glänzt durch ein nicht wirklich freundliches Bitter mit einem mittellangen Nachklang.

Das Bier ist gut trinkbar und bringt auch einige Kontraste von süß nach bitter mit sich, aber für ein echtes Genussbier reicht das nicht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

11,9° Plato

Brauerei:

Brau Union Österreich AG
4021 Linz
Österreich
www.goesser.at