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Maisel&Friends Dirty 30

Ein runder Geburtstag ist für viele Menschen etwas Besonderes und aus diesem Grund werden diese Geburtstage häufig auch ganz besonders begangen. Einmalig ist aber wohl das Geburtstagsgeschenk, das sich Markus Briemle, der Braumeister von Maisel&Friends, zu seinem 30. Geburtstag gemacht hat. Er braute sich ein Bier mit 30 unterschiedlichen Malzen und ebenfalls 30 unterschiedlichen Hopfensorten, das Dirty 30.

Das Sprichwort sagt ja aus, dass viele Köche den Brei verderben. Verderben auch viele Rohstoffe das Bier oder kommt dabei etwas ganz Spezielles mit einem ungeheuer komplexen Aromaprofil heraus? Ich habe jetzt das Bier vor mir stehen und bin wirklich gespannt, was dabei herausgekommen ist.

Wenn 30 Malze auf 30 Hopfensorten treffen, dann knallt es auf jeden Fall so richtig. Zwei skelettierte Widder treffen aufeinander, einer mit Hopfen, einer mit Malz beladen. Wenn mir das Bier so gut gefällt wie das Etikett, das von Markus Schwester gestaltet wurde, dann werde ich sicher begeistert von dem Ergebnis sein.

Rein optisch macht das Black IPA schon mal seinem Bierstil alle Ehre. Tiefschwarz und praktisch blickdicht präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Krone aus festem hellbraunem Schaum, der sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma droht, die Wahrnehmungsfähigkeit meiner Nase zu überfordern. Der Duft nach Ananas steht im Vordergrund, dicht gefolgt von anderen Aromen. Ich rieche einen ganzen tropischen Obstsalat, dazu den Duft roter Früchte und von Rosinen, dazu einen Hauch schwarzer Pfeffer. Erst mit der Zeit kommt auch das Aroma des Malzes mit den Düften nach Toffee und dunkler Schokolade hervor. Ich bin davon überzeugt, dass andere Konsumenten noch weitere Duftnoten feststellen werden.

Jetzt ist es aber Zeit für den ersten Schluck. Und der erste Eindruck auf der Zunge ist, dass es sich beim Dirty 30 um ein frisches prickelndes Bier handelt. Es ist nichts zu spüren von der Schwere vieler dunkler Biere. Damit qualifiziert sich dieser Sondersud als ein hervorragendes Sommerbier. Das wird durch die ungeheure Fruchtigkeit des Bieres unterstützt. Zunächst schmecke ich Kumquats, bevor sich alle Aromen, die ich bereits in der Nase wahrgenommen habe, auf der Zunge widerspiegeln. Aber dabei bleibt es nicht. Auch Mandarine, Grapefruit und Banane kommen zum Vorschein. Die 8,2 Volumenprozent Alkohol sind dabei so gut in das Bier integriert, dass sie nicht hervorschmecken, sondern den Geschmack des Hopfens sowie des Malzes unterstützen. Überraschend ist auch der Abgang. Er ist deutlich weniger bitter als der Geschmack auf der Zunge, dafür tritt die Fruchtigkeit noch einmal klar hervor und sie klingt auch lange nach.

Das Dirty 30 ist ein Brauexperiment, das auf Anhieb überzeugen kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Roggenmalz, Dinkelmalz, Hopfen (Amarillo, Ariana, Bramling Cross, Callista, Cascade, Celeia, Centennial, Chinook, Citra, Crystal, Ella, Enigma, Hallertauer Blanc, Hallertauer Herkules, Hallertauer Perle, , Hallertauer Saphir, Hallertauer Tradition, HBC431, Hersbrucker, Hüll Melon, Mandarina Bavaria, Mittelfrüh, Relax, Saazer, Spalter Select, Styrian Fox, Styrian Golding, Tettnanger, Triskel, Vic Secret), Hefe

Alkoholgehalt:

8,2 % Vol.

Stammwürze:

17,5° Plato

Bittereinheiten:

62 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Pina Colada Cream Ale

ERSTER!!! Das Pina Colada Cream Ale aus der Ratsherrn-Brauerei in den Hamburger Schanzenhöfen wird seit letztem Freitag, dem 1. Juni 2018, verkauft und bislang hat noch niemand etwas über dieses spezielle Bier geschrieben. Nicht einmal auf den Webseiten von Ratsherrn und von Otto’s Burger, einer kleinen Burgerkette, mit der zusammen Ratsherrn dieses Bier entwickelt hat, steht etwas darüber. Bei Otto’s Burger wundert mich das ehrlich gesagt auch, denn dort findet sich jetzt – im Juni – noch Hinweise auf das Autumn Special und das Winter Special. Oder bereiten die sich schon im Frühsommer auf die kalten Jahreszeiten vor? Ich weiß es nicht. Vermutlich werden dort alle Ressourcen in die Burger gesteckt. Das macht schon Sinn.

Es ist aber nicht das erste Pina Colada Cream Ale. Die Funky Buddha Brewery aus Florida hat sogar ein Imperial Pina Colada Cream Ale mit satten 10,2 Volumenprozenten Alkohol gebraut. Im Vergleich dazu ist das Bier aus Hamburg mit seinen 5,8 Umdrehungen noch recht moderat.

Leuchtend golden und hefetrüb strahlt mir das Bier entgegen. Darüber bildet sich eine durchschnittliche feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch die Ananas dominiert, unterstützt durch die Kokosraspeln und einen leichten Hauch Orangenschale, die sich aber diskret im Hintergrund hält. Damit duftet das Bier ungewöhnlich, aber das Aroma macht neugierig auf den Geschmack.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist die ungeheure Frische dieses Bieres, die aber schnell durch die extreme Fruchtigkeit abgelöst wird. Kokos und Ananas halten sich dabei die Waage und die Orangenschale liefert noch einige herbe und bittere Noten, wodurch der Geschmack gut abgerundet wird, dabei aber auch sehr mild bleibt. Das Mundgefühl ist cremig. Der Abgang ist mild, wobei die Ananas und besonders der Geschmack der Kokosraspeln lange nachklingen.

Das Bier hält, was sein Name verspricht. Der Geschmack der Pina Colada ist gut getroffen, die Cremigkeit des Mundgefühls passt… Braucht die Welt dieses Bier? Gut gekühlt erfrischt es wirklich, aber ich glaube, eine Flasche reicht erst einmal. Die Ausnahme ist, wenn ein passendes Essen dazu gereicht wird. Zu Fisch oder Geflügel dürfte es gut passen. Auch zu einem Burger, wie es die Brauerei empfiehlt, kann ich mir das Pina Colada Cream Ale vorstellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Hafermalz, Weizenspitzmalz), Ananaspüree, Kokosnussraspeln, Hopfen (Tradition), Zitronenschale, Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstr. 30a
20357 Hamburg

In Zusammenarbeit mit Otto’s Burger.

Kreativsud #1

Das Bier, das ich jetzt testen will, ist ein Novum für mich. Als Hersteller steht kein einzelner Brauer, sondern als Hersteller fungiert der Bundesverband der Kreativbrauer e.V. Auf den ersten Blick scheint es so, als ob dieser Verein das deutsche Reinheitsgebot bekämpft. Liest man sich die Website des Vereins durch, ist schnell zu erkennen, dass die in dem Verein zusammengeschlossenen Brauer eigentlich genau die Regeln leben, die beim deutschen Reinheitsgebot immer betont werden, die aber in der Realität nicht oder zumindest nicht immer eingehalten werden. Reinheit sollte bei Lebensmitteln eigentlich ein Synonym für Natürlichkeit sein, was aber bei industriell gebrautem Bier nicht wirklich zutrifft. Außerdem fordern die Brauer, dass auch andere natürliche Zutaten im Bier verarbeitet werden dürfen, die im Reinheitsgebot oder besser gesagt im vorläufigen Biergesetz nicht vorgesehen sind. Aber beschäftigen wir uns jetzt mit dem Bier.

Bernsteinfarben und ungefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Die feine Süße wird durch den Kümmel und besonders durch den Wacholder unterstützt. Ich weiß ja nicht, wann das Bier genau eingebraut wurde, aber bereits jetzt taucht vor meinem inneren Auge ein leckerer Hirsch-Sauerbraten auf. Ganz offensichtlich ist das Bier für den Winter gedacht.

Der erste Eindruck beim Antrunk ist die Süße des Bieres. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure nur sparsam dosiert. Schnell drängen sich die Gewürze, in erster Linie der Wacholder, in den Vordergrund und verdrängen die Süße. Im Abgang flackert kurz etwas Säure auf, die aber schnell wieder dem Wacholder Platz macht, der sehr lange nachklingt.

Dieses Bier eignet sich gut als Begleiter zu Wildgerichten oder zum Kochen einer winterlichen Soße. Die Gewürze stehen im Vordergrund und lassen dem ebenfalls enthaltenen Hopfen keinen Platz im Geschmack.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Kümmel, Wacholder, Salz, Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Brauerei:

Bundesverband der Kreativbrauer e.B.
Rathgeberstr. 7
97656 Oberelsbach
www.deutschkreativbrauer.de

Störtebeker Eis Lager

Um ein Eisbier herzustellen wird zunächst das Bier normal gebraut und anschließend bei unter null Grad Celsius eingefroren. Das Wasser gefriert und der Alkohol, der die Aromen enthält und einen deutlich tieferen Gefrierpunkt hat, bleibt flüssig und kann abfließen. Das Ergebnis ist ein deutlich stärkeres und aromatischeres Bier, in diesem Fall satte 9,8 Volumenprozente.

Jetzt steht das Eis Lager aus der Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund vor mir. Bislang kannte ich Eisbiere nur als Eisbock, weshalb diese Verkostung für mich durchaus spannend ist.

Kupferfarben und gefiltert präsentiert sich mir das Eis Lager. Die Schaumkrone ist recht üppig und feinporig. Sie bleibt auch lange erhalten. Bei der Optik hat die Brauerei schon mal keinen Fehler gemacht.

Wie ich bei einem Lagerbier erwarte, ist das Aroma malzbetont. Düfte nach Honig, Biskuit und Karamell steigen mir in die Nase. Aber auch der Hopfen steuert Düfte nach Pfirsich und Orangenschale zum Aroma bei. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck ist der eines recht süßen Bieres, was nach der Eisreifung aber zu erwarten war. Außerdem harmoniert die Süße gut mit der sehr feinperligen Kohlensäure. Und noch eine Erwartung von mir wird erfüllt: der Geschmack ist intensiv. Aber erst als sich das Bier auf der Zunge erwärmt lässt es so richtig seine Muskeln spielen. Wuchtig und rund wärmt es mich. Der Alkohol ist gut eingebettet und leistet seinen Beitrag zur Intensivierung des Geschmacks, ohne dass er hervorsticht. Der Abgang ist wenig bitter und lässt eine Whiskeynote erahnen, die sehr lange nachklingt.

Das Störtebeker Eis Lager ist ein tolles Bier, das am besten in kleinen Schlucken genossen wird.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Calypso), Hefe

Alkoholgehalt:

9,8 % Vol.

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
Greifswalder Chaussee 84-85
18439 Stralsund
www.stoertebeker.com

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Tucher Urbräu

Heute nehme ich mir mal ein Bier aus der Radeberger-Gruppe vor, das Tucher Urbräu. Das Helle stammt aus Fürth und da die Franken für ihre Braukunst bekannt sind, hoffe ich auf ein leckeres Bierchen, auch wenn es aus einem Großkonzern stammt.

Hellgolden präsentiert sich das Bier im Glas mit viel feinporigem Schaum, der auch lange erhalten bleibt. An der Optik ist schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma ist malzbetont. Der Duft nach Biskuitteig steigt mir in die Nase. Dazu kommt ein Hauch Fruchtigkeit, ich meine eine Spur Limone entdecken zu können.

Der Antrunk ist mäßig süß und die sehr feinperlige Kohlensäure ist recht ordentlich dosiert. Auf der Zunge nimmt die Süße des Malzes etwas zu. Eventuell erscheint es mir aber auch nur so, denn ich kann nur wenige Bitterstoffe feststellen und von Fruchtigkeit kann keine Rede sein. Genau dieser Eindruck setzt sich auch im Abgang fort. Das können di Franken aber eigentlich besser. Trinken lässt sich das Bier durchaus, aber um zu einem Genusserlebnis zu kommen, fehlt doch sehr viel. Selbst die Brauerei scheint von ihrem Urbräu nicht so richtig überzeugt zu sein, denn auf der Website kann ich keinerlei Informationen zu diesem Bier finden. Schade.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Tucher Bräu GmbH & Co. KG
Tucherstraße 10
90763 Fürth
www.tucher.de

Keiler Land-Pils

Das Keiler Land-Pils, das jetzt vor mir steht, stammt aus Lohr am Main in Unterfranken, genauer gesagt im Spessart. Allerdings ist die Keiler-Bier GmbH, die als Hersteller auf dem Etikett genannt wird, nicht selbstständig, sondern gehört zu Würzburger Hofbräu. Die Würzburger scheinen sich aber nicht viele Gedanken um das Bier aus Lohr zu machen (falls es überhaupt noch in Lohr gebraut wird), denn die Website von Land-Bier wurde seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr gepflegt. Die letzte Presseerklärung des Unternehmens stammt von Mitte Oktober letzten Jahres und nun haben wir bereits Ende Mai. Da ist mir kein Webauftritt doch lieber als solch ein vernachlässigter. Aber ich habe ja noch die Hoffnung, dass die Brauerei dem Bier mehr Aufmerksamkeit schenkt als der Website, und darauf kommt es schließlich an.

Golden und klar zeigt sich das Land-Pils im Glas. Die überdurchschnittliche Schaukrone ist fest und bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet getreidig mit einigen würzigen Noten. Für ein Pils ist das Aroma des Hopfens wirklich schwach ausgeprägt, so dass der Duft eher zu einem Hellen passen würde.

Der Antrunk ist frisch und angenehm. Auf der Zunge kommt ein dezentes Bitter dazu und der Abgang zeigt wenig Hopfen. Trotzdem klingt er relativ lange nach.

Das war die kürzeste Beschreibung eines Bieres, die ich jemals verfasst habe. Aber mehr gibt es zu diesem Bier aus nicht zu sagen. Es handelt sich um ein recht angenehmes Konsumbier, das sich gut trinken lässt, das aber keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Etwas mehr Ecken und Kanten würden dem Land-Pils gut zu Gesicht stehen. Dann könnte eventuell auch der Untertitel „Die saugute Spezialität“ passen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,6 %

Brauerei:

Keiler Bier GmbH
Höchberger Straße 28
97082 Würzburg
www.keilerbier.de

König Ludwig Weissbier alkoholfrei

Die Schloßbrauerei Kaltenberg, besser bekannt als König Ludwig, ist eine der bekanntesten Brauereien in Bayern und in der Regel gefallen mir die Biere aus dieser biederbayerischen Brauerei recht gut. Umso mehr überrascht mich ein Blick auf das Etikett, da ich dort feststelle, dass dieses Bier ausschließlich mit Hopfenextrakt gebraut wurde. Ein Blick auf die Website der Brauerei, die im Übrigen die detailliertesten Informationen zu den Bieren anbietet, die ich bislang gesehen habe, bringt die nächste Überraschung ans Licht: im Bier sind ganze 0,001 % Hopfenextrakt enthalten, also wirklich ein Tausendstel Prozent. Da bin ich wirklich gespannt, ob es den Brauern gelungen ist, mit dieser minimalen Dosis Hopfenextrakt ein gut trinkbares Bier herzustellen.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine voluminöse feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier nichts auszusetzen.

In der Nase machen sich getreidige Noten breit. Der stiltypische Bananenduft ist nur in Ansätzen vorhanden. Damit ist das Aroma etwas enttäuschend.

Der Antrunk ist recht trocken, dabei prickelnd und frisch. Damit empfiehlt sich dieses Bier als Durstlöscher an einem heißen Sommerabend. Auf der Zunge ist das Bier getreidig mit wenigen Bitterstoffen und auch eine Fruchtigkeit suche ich recht vergebens. Insgesamt macht das Bier im Mund keinen runden Eindruck. Der Abgang ist wenig bitter und er klingt kaum nach.

Bei diesem Bier dominiert das Malz von Anfang bis Ende. Als Durstlöscher ist es sicherlich geeignet, aber für den Genuss ziehe ich dann doch andere Biere vor.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

0,35 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

König Ludwig GmbH & Co. KG
Schloßbrauerei Kaltenberg
Augsburger Str. 41
82256 Fürstenfeldbruck
www.koenig-ludwig-brauerei.com

Dunkle Macht

Jetzt will ich mich mit der Dunklen Macht auseinandersetzen. Nein, nicht mit der Dunklen Macht aus Starwars, sondern mit dem Smoked Porter aus der Bierschmiede der Hamburger Brauerei Landgang. Die Brauer beschreiben das Bier wie folgt: „Schwarz wie die Nacht. Rauchig wie das Feuer, sinnlich und hochkomplexe Aromen, die sich am besten in einem Rotweinglas verkosten lassen. Es sind die dunklen Mächte der Versuchung, die seit Jahrhunderten ihren Reiz ausüben. Ihnen widmen wir dieses ungewöhnliche Porter, das einzigartig schmeckt durch den Gebrauch von getorftem Malz.“ Damit formuliert die Brauerei einen hohen Anspruch, der aber wohl auch erfüllt wird, denn dieses Bier hat im Jahr 2016 die Goldmedaille beim Internationalen Craft Beer Award errungen. Mal sehen, wie es sich bei mir macht.

Absolut blickdicht schwarz präsentiert sich die Dunkle Macht im Glas und macht damit ihrem Namen alle Ehre. Die sahnige Schaumkrone ist mittelbraun und durchschnittlich groß. Sie fällt anfangs relativ schnell zusammen, aber ein Rest bleibt dann lange erhalten.

Das Aroma wird durch die Röstaromen dominiert, genau wie ich es erwartet hatte. Düfte nach Bitterschokolade und Rauch steigen mir in die Nase, aber durchaus auch ein Hauch Blumigkeit, der vom Hopfen stammt.

Der erste Geschmackseindruck ist recht süß und die sehr feinperlige Kohlensäure ist wirklich zurückhaltend dosiert. Auf der Zunge entwickeln sich die Geschmäcker nach Schokolade und Kaffee, die durch einen Hauch roter Früchte abgerundet werden. Das Mundgefühl ist cremig und mit dem leichten Bitter und der zurückhaltenden Fruchtigkeit macht das Bier einen runden Eindruck. Der Abgang ist wenig bitter nach dunkler Schokolade. Der Geschmack klingt aber lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggenmalz, Hopfen (Taurus, Northern Brewer“, Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Stammwürze:

16,0 %

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Landgang Brauerei GmbH & Co. KG
Beerenweg 12
22783 Hamburg
www.landgang-brauerei.de

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Lemke Black Rye IPA

Die Brauerei Lemke aus Berlin bescheibt diesen Bierstil so: „Zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelten die Engländer mit dem dunklen, röstmalzbetonten Porter das erste Bier nach heutiger Brauart. Das nahmen sie auch mit auf ihre Reise nach Nordamerika, wo Roggen (Rye) das erste Brau-Getreide war, das die Auswanderer anbauten. Als schließlich 100 Jahre später mit dem IPA das erste helle und stark hopfenbetonte Bier das Licht der Welt erblickte – und seinen großen Siegeszug antrat, lag es nahe, beide Bierstile zu vereinen, das Black Rye IPA war geboren.“ Mit dem Black Rye IPA von Lemke steht also ein traditioneller Bierstil vor mir und ich will jetzt mal feststellen wie er mir so gefällt.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier. Darüber bildet sich ein ordentlicher fester mittelbrauner Schaum, der nur langsam in sich zusammenfällt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma überrascht mit seiner Komplexität. Anfangs dominieren fruchtige Aromen nach Ananas, Melone und der Süße getrockneter Feigen. Etwas später wagen sich auch Düfte nach Pumpernickel und Schokolade an die Oberfläche. Es lohnt sich also, der Nase mehr als einen Versuch zu gönnen.

Der Antrunk ist durch die Süße des Malzes geprägt, die durch die extrem feinperlige und sanfte Kohlensäure sowie den Noten nach Roggen umschmeichelt wird. Dabei ist das Bier überraschend frisch. Schnell kommt die Fruchtigkeit in den Vordergrund und die Aromen, die die Nase bereits festgestellt hat, spiegeln sich auf der Zunge wider. Ich frage mich nur, wo sich die 65 Bittereinheiten verstecken. Ein gewisses Bitter spielt beim Geschmack mit, aber irgendwie hätte ich ja mehr erwartet. Insgesamt produziert das Black Rye IPA ein angenehmes, rundes und samtiges Mundgefühl. Im Abgang lässt die Süße nach und macht einem fruchtigen und freundlichen Bitter mit sehr langem Nachklang Platz.

Die Brauer haben in Berlin ein Bier kreiert, an das ich mich glatt gewöhnen könnte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Caraaroma, Carafa), Roggenmalz, Hopfen (Cascade, Amarillo, Galaxy), Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

18,5° Plato

Bittereinheiten:

65 IBU

Brauerei:

Brauerei Lemke GmbH
Dircksenstr., S-Bahnbogen 143
10178 Berlin
www.lemke.berlin

Beck’s Red Ale

Lange Jahr war die Brauerei Beck’s in Bremen, die seit 2002 zu AB InBev gehört, fast ausschließlich für ihr Pils bekannt. Beworben wurde das Bier mit einem Segelschiff, das die grenzenlose Freiheit der Meere symbolisierte. So ist es auch kein Wunder, dass die Brauer im Jahr 2015 die Reihe „Taste The World“ herausbrachten, zu der auch das Red Ale gehört, das die Werbung als die Verkörperung des irischen Lebensgefühls beschreibt.

Rubinrot und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine recht große feste und elfenbeinfarbene Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt. Optisch haben die Hanseaten alles richtig gemacht.

Das Aroma ist malzig-süß. Neben dem Duft nach Karamell steigt mir kein Hopfenaroma in die Nase. Schade, da hätte ich mir eigentlich mehr erwartet.

Der Antrunk wird durch eine leichte Malzsüße dominiert und er ist durch die feinperlige Kohlensäure recht spritzig. Aber dann fällt das Bier in ein Loch. Es bleibt bei der Süße, weitere Geschmackseindrücke suche ich leider vergebens. Erst im Abgang zeigt sich neben der Süße ein leichtes Bitter mit einem vergleichsweise kurzen Nachklang.

Um nebenbei mal ein Bier zu trinken ist das Red Ale von Becks ja in Ordnung, aber einen besonderen Genuss darf der Konsument leider nicht erwarten. Ich bin enttäuscht. Eventuell hatte ich ja auch falsche Erwartungen, da ich meist Craft-Biere trinke. AB InBev positionierte das Red Ale wie folgt: „Wir haben nicht den Plan aus einer Marke wie Beck’s ein Craft-Bier zu machen. Das erwartet der Konsument nicht von einer internationalen Marke wie Beck’s. Wir zielen mit den Produkten in die Kategorie ‚Internationale Biere‘ und weniger in die ‚Craft“-Ecke'“.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Brauerei:

Anheuser-Busch InBev
Deutschland GmbH & Co. KG
28199 Bremen
http://www.ab-inbev.de/marken/becks.html