Echt jetzt? Darf Kölsch nicht nur innerhalb der Grenzen Kölns gebraut werden? Es gibt doch in Köln eine Brauerei, die ihr Kölsch in Köln braut, aber das fertige Bier in Tanklastzügen zur außerhalb gelegenen Abfüllanlage fährt. Das ist schon richtig. Trotzdem darf Kölsch auch in anderen Städten gebraut werden, es darf dann nur nicht Kölsch heißen.
Aber wie kommen ausgerechnet die Düsseldorfer, die doch sonst so stolz auf ihr Altbier sind, dazu, ein Kölsch zu brauen? Und noch dazu die Brauerei Uerige, deren Altbier als das zweitbeste Altbier weltweit und als das beste Altbier Deutschlands ausgezeichnet wurde? Der Chef von Uerige hat es gegenüber dem Kölner Express wie folgt begründet: „TV-Koch Dave Hänsel ist auf uns zugekommen und suchte für sein neues Restaurant ein neues Bier. Es sollte ein helles Bier sein. Aber kein Pils und kein Weizen oder Ähnliches. Es sollte ein obergäriges Vollbier sein.“
Er setzte sich also mit seinem Braumeister André Meurer zusammen und die beiden entwickelten ein Craft Beer. Ich selbst habe es noch nicht getrunken, aber es soll eine goldene Farbe und eine sanfte Perlung haben, zusammen mit einem sanften Geschmack und einer Kräuternote.
Der Kölner Express hat auch einige Brauer in Köln gefragt, was sie von einem Kölsch-ähnlichen Bier halten, das in der Landeshauptstadt gebraut wird. Zumindest öffentlich bleiben sie gelassen: „Das stört uns überhaupt nicht. Solange sie es nicht Kölsch nennen und damit werben, gibt’s keine Einwände.“ Erklärt Christian Kerner, Geschäftsführer des Kölner Brauerei-Verbandes gegenüber dem Express. Wie sollen sie sich auch darüber aufregen. Schließlich brauen die Kölner ja auch Altbier, zumindest das ist auch durchaus nicht schlecht.
Ich werde mal sehen, dass ich das neue Bier der Brauerei Uerige mal verkosten kann und werde dann darüber berichten.
In knapp zwei Wochen ist es soweit: Am Freitag, 15. Juli beginnt das 7. Alpirsbacher Hopfenfest. Damit gehört dieses Fest im schönen Schwarzwald zu den bereits älteren Bier- und Brauereifesten. Die Besucher erwarten drei Tage mit vollem Programm.
Am 26. 6. ist es so weit – der bereits 9. Tag der norddeutschen Braukultur wird im Museum Kiekeberg zelebriert. Ob Kleinbrauerei, Gasthausbrauerei oder Craft Beer – bei „Bier aus dem Norden“ steht die handwerkliche Braukunst im Mittelpunkt. Ob es sich um ein altes Rezept oder um eine Neuentwicklung handelt – überzeugen Sie sich davon, welche Geschmacksvielfalt aus den Zutaten Hopfen, Malz und Hefe entstehen kann. Knapp zwei Dutzend Brauereien bieten ihre Spezialitäten an. Sie alle eint der Wunsch, aus speziell ausgewählten Rohstoffen geschmackliche Kunstwerke zu schaffen. Sei es durch neue Rezepturen und Brautechniken oder durch Rückbesinnung auf überlieferte, in Vergessenheit geratene Sorten.
Nun steht mal wieder ein Bier aus Großbritannien vor mir, genauer gesagt aus Cornwall, das Admirals Ale. Ein Blick auf die Etiketten bringt nichts Überraschendes zu Tage, außer, dass dieses Bier dem deutschen Reinheitsgebot entspricht. Außerdem legen die Brauer viel Wert auf die Regionalität der Rohstoffe, lediglich der Hopfen ist nicht ausdrücklich als regionales Produkt benannt. Außerdem wurde die Brauerei zum vierten Mal als beste regionale Brauerei ausgezeichnet. Nun weiß ich nicht, wie groß die Konkurrenz im Land von Rosamunde Pilcher ist, aber so ganz schlecht kann die Mannschaft in St. Austell nicht sein. Dementsprechend hoch sind jetzt meine Erwartungen.
Nun ist der Sommer im Ruhrpott angekommen und es ist an der Zeit, mal wieder ein alkoholfreies Bier zur verkosten. Jetzt habe ich ein Frei-Bier vor mir stehen, ein alkoholfreies Pils aus der Braumanufaktur Störtebeker in Stralsund. Häufig schmecken die alkoholfreien Biere ja recht wässrig, einfach weil Alkohol ein Geschmacksträger ist. Aber die Biere aus Stralsund sind ja sonst sehr geschmackvoll, so dass ich von Vornherein das Vorurteil habe, dass das Frei-Bier eine Ausnahme darstellen könnte.
Ich weiß, dass die Polen teilweise wirklich gute Biere brauen. Selbst die meisten Industriebiere sind vollmundig, da die dortigen Brauereien mit der Stammwürze nicht so geizig sind wie viele deutsche Brauereien. Aber ich glaube, diesmal erlebe ich eine Premiere: mein erstes Bockbier aus Polen. Die Qualität der polnischen Biere ist ja sehr unterschiedlich, meiner Meinung nach ist die Qualitätsbreite noch deutlich größer als in Deutschland. Jedenfalls bin ich auf das Ergebnis dieser Bierprobe gespannt. Das Etikett verspricht einen dunklen Bock mit reichhaltigem Geschmack, der bereits seit 1860 nach dem gleichen Rezept gebraut wird.
Heute steht mal wieder ein naturtrübes Weizenbier vor mir, das Kapuziner Kellerweizen aus Kulmbach in Oberfranken. Das Rückenetikett verspricht einen besonderen Genuss. Na, dann wollen wir mal sehen.