Am 30. September ist der Tag des österreichischen Bieres

Dass in Österreich teilweise wirklich gutes Bier gebraut wird ist nicht neu. Immerhin gibt es in dem kleinen Land aktuell 214 Brauereien. Dass es für nahezu alles einen Gedenktag gibt, ist ebenfalls nicht neu. Das österreichische Bier hatte bislang noch keinen eigenen Tag. Nun wird Österreichs Kalender um einen Feiertag reicher. Ab sofort erklärt das ‚Bierland Österreich‘ den 30.09. offiziell zum „Tag des österreichischen Bieres“. Die Datumswahl fiel dabei nicht zufällig auf den letzten Septembertag, wird doch nach altem österreichischen Brauch am 30.09. auch der historische Übergang in das neue Braujahr – der Brausylvester – begangen und gefeiert.

Bis weit ins Mittelalter reicht die Historie des Brausylvester zurück. Vor vielen hundert Jahren waren die Menschen mit einer Situation konfrontiert, die heute unvorstellbar wäre: einem sommerlichen Herstellungsverbot für Bier! In den Sommermonaten hätten die hohen Temperaturen dem wärmeempfindlichen Bier zu stark zugesetzt und passende Kühlgeräte gab es noch nicht. So erstreckte sich die Biersaison zwischen den Feiertagen Michaeli (29. September) und Georgi (23. April). Zur Freude aller Bierliebhaber und nicht zuletzt dank der Erfindung des Lagerbieres durch den Österreicher Anton Dreher senior steht heute einer ganzjährigen Bierproduktion nichts im Wege. Der 30.09. aber hat sich als bieriges Fest und Bilanzstichtag in vielen Brauereien gehalten.

Tag des österreichischen Bieres

Nun erfährt das bierige Datum noch eine zusätzliche Würdigung besonderer Art. Das ‚Bierland Österreich‘ ruft ab sofort den 30.09. als offiziellen ‚Tag des österreichischen Bieres‘ aus. „Dass wir als ausgesprochenes Bierland keinen eigenständigen ‚Tag des österreichischen Bieres‘ hatten, ist ja fast schon ein Skandal“, meint Sigi Menz, Obmann des Verbandes der Brauereien Österreichs. „Mit über 1000 verschiedenen, heimischen Bieren und einem zertifizierten dreifstufigen Ausbildungsprogramm für Biersommeliere gehören wir weltweit zu den absoluten Spitzenreitern in Sachen Biervielfalt und Wissen rund um Hopfen und Malz. Der Tag des österreichischen Bieres ist demnach die Huldigung des Lieblingsgetränks der Österreicher, ein Bekenntnis zu unserer gelebten Genusskultur sowie Ausdruck der Wertschätzung für die ausgezeichnete und leidenschaftliche Arbeit unserer Brauer. Im Grunde haben wir einen neuen inoffiziellen Nationalfeiertag“, so Menz.

Ob es morgen besondere Veranstaltungen zur Feier des Biersylvesters gibt ist mir leider nicht bekannt.

Teilnehmerrekord beim European Beer Star

Europas bedeutendster Bier-Wettbewerb erreicht in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung:

Beim European Beer Star wetteifern aktuell 2.103 Biere aus 44 Ländern um die begehrten Auszeichnungen, durch die seit dem Jahr 2004 die Biere beim European Beer Star in den unterschiedlichen Bierkategorien ausgezeichnet werden. Es werden nur die drei besten je Kategorie prämiert, damit ist der European Beer Star einer der härtesten Wettbewerbe weltweit. Der Wettbewerb beschränkt sich auf Bierkategorien, die ihren traditionellen Ursprung in Europa haben, aber teilnehmen können die Brauereien aus der ganzen Welt – und sie nutzen das auch intensiv. Als neue Kategorien wurden 2016 wieder zusätzliche Spezialitätensegmente aufgenommen, um gerade das Wachstum der internationalen Craft-Biere abzubilden. Neu in 2016 sind:  Brown Ale  Traditional Pale Ale  New Style Pale Ale.

Über die Vergabe von Gold, Silber und Bronze entscheiden am 7. Oktober 124 Bierexperten in der Brau-Akademie Doemens

Während auf dem Münchner Oktoberfest die Wertschätzung für Bier vorrangig in Hektolitern gemessen wird, findet nur knapp elf Kilometer von der Wiesn entfernt zeitnah eine Veranstaltung statt, bei der die Vielfalt der Biere im Fokus steht: Bereits zum 13. Mal ist die Brau-Akademie Doemens in Gräfelfing Austragungsort des bedeutsamsten Bier-Wettbewerbes in Europa, dem European Beer Star. 2.103 Biere aus 44 Ländern aller Kontinente – so viele wie nie zuvor – sind in diesem Jahr für die „Champions-League der Bierwelt“ angemeldet. In einer Blindverkostung entscheiden 124 Bier-Experten aus 30 Ländern am 7. Oktober über Gold, Silber und Bronze in 58 Kategorien (Bierstile). „Wir sind natürlich sehr stolz über die phänomenale Entwicklung der Teilnehmerzahlen“, freut sich Oliver Dawid, der neue Geschäftsführer der Privaten Brauereien, die diesen Wettbewerb seit 2003 ausrichten, „der European Beer Star gilt als der vielleicht härteste Bier-Wettbewerb und ist damit zu einer weltweit begehrten Auszeichnung für Brauereien und deren Braumeister geworden!“

Seit einigen Wochen treffen täglich Hunderte Biere aus aller Welt bei Doemens ein und stellen die Mitarbeiter vor gewaltige logistische Herausforderungen. Jedes einzelne Bier wird erfasst, kategorisiert und für die Blindverkostung vorbereitet. Bis zur Verkostung werden so mehr als 20.000 Flaschen in Kühlcontainern eingelagert – hinsichtlich der Sortenvielfalt das wohl größte Bierlager Deutschlands.

Um 5 % auf 847 Biere stieg die Anzahl der teilnehmenden Biere aus Deutschland; sogar um 9 % legten die internationalen Biere zu (1.265). Insgesamt also eine Steigerung bei den eingereichten Bieren um 7 % gegenüber dem Vorjahr (2.103 zu 1.957). Zugelassen beim European Beer Star sind alle Bierstile, die ihren Ursprung in Europa haben.

Damit hat der European Beer Star längst die ursprüngliche Zielsetzung, die Genussvielfalt von Bier noch stärker ins Bewusstsein der Verbraucher zu rücken, hinter sich gelassen. „Mit diesem Wettbewerb haben wir einen nicht unerheblichen Beitrag dazu geleistet“, erklärt der Präsident der Privaten Brauereien, Gerhard Ilgenfritz, „dass Bier heute wieder viel stärker im Gespräch ist und eine Wertschätzung erfährt, die diesem natürlichen, aufwändig erzeugten Lebensmittel wieder gerecht wird.“

Verkostet werden von den 124 Jury-Mitgliedern (Braumeister, Bier-Sommeliers und Bier-Experten) erstmals Biere in 58 Kategorien: vom Alt- bis zum Zoigl-Bier, bekannte Bierstile wie Weißbiere oder Bockbiere, aber auch hierzulande noch wenig bekannte Sorten wie Porter, Stout, Witbiere oder Pale Ales. In jeder Kategorie werden nur je einmal Gold, Silber und Bronze vergeben. Die Blindverkostung gewährleistet eine transparente und unbestechliche Beurteilung. Bewertet wird ausschließlich nach Kriterien wie sie auch der Konsument zur Beurteilung heranzieht, also Optik, Schaum, Geruch, Geschmack, sortentypische Ausprägung.

Die Verkostung findet am 7. Oktober in der Brau-Akademie Doemens in Gräfelfing statt. In mehreren Teams mit Vor-, Zwischen- und Finalrunden werden die Medaillengewinner ermittelt. „Auf die neuerlich gestiegene Anzahl an teilnehmenden Bieren haben wir mit der Aufstockung der Jury reagiert,“ erläutert Verkostungsleiter Sebastian Wedekind, „damit die Urteilskraft unserer Juroren den ganzen Tag über erhalten bleibt.“ Verkostet werde ohnehin nur in ganz kleinen Schlucken, versichert Geschäftsführer Dawid, über den Tag gesehen komme da jeder Verkoster nur auf wenig mehr als eine Maß Bier.

Die Verleihung der Preise findet dann am 9. November im Rahmen der internationalen Messe BrauBeviale in Nürnberg statt.

Der European Beer Star der Privaten Brauereien (in Kooperation mit der Association of small and independent Breweries in Europe), seit 2003 weltweit ausgelobt, wird unterstützt von der Barth-Haas Group, der BayWa, Rastal und MicroMatic. Partner sind die Brau-Akademie Doemens und die Brauwelt .

30. 9. 2016: „Prost, NRW! Das Land der Biere“ im WDR

Nachdem der erste Ausstrahlungstermin am 22. Juli wegen des Amoklaufs in München abgesagt werden musste, strahlt der WDR seine Sendung „Prost NRW! Das Land der Biere“ nun am 30. September von 20:15 Uhr bis 21:00 Uhr aus. In der Sendung begeben sich Constanze Klaue und Lothar Schröder auf die Suche nach Traditionen und neuen Trends. Sie schauen in Brauhäuser und Brauereien, Kneipen und Biergärten, begleiten einen Biersommelier und einen Hopfenbauern. Aus diesem Anlass hat der WDR den folgenden Pressetext veröffentlich, den ich an dieser Stelle unverändert wiedergebe:

Die mehr als 120 Brauereien des Landes sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – mit langer Tradition. Das Recht, Bier zu brauen, brachte der Stadt Dortmund schon im späten Mittelalter sichere Einkünfte und Wohlstand. Heute weltweit bekannte NRW-Marken wie Veltins, Diebels oder Krombacher gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. Viele Biersorten und Produktionsstandorte spiegeln auch die Wirtschaftsgeschichte des Landes: Dortmund entwickelte sich in der Nachkriegszeit zur wichtigsten Bierstadt Europas. Als später die Zechen schlossen, ging der Konsum des traditionellen Export-Bieres zurück. Der Pils-Siegeszug aus dem Sauerland begann, Brauereien mussten schließen oder wurden übernommen.

Neue Bier-Trends

Ein Problem der Brauer von heute ist der sinkende Pro-Kopf-Verbrauch. Neue Sorten, Mix-Getränke und Werbestrategien sollen den Absatz steigern. Im Trend liegt das „Craft Beer“. Gemeint sind in kleinen Mengen und unabhängig von den großen Konzernen gebraute Biere mit eigenem Charakter. Sie werden überwiegend von Jüngeren konsumiert, die der großen Marken überdrüssig und experimentierfreudig sind. Vier junge Männer in Voerde am Niederrhein begannen in der Garage ihr eigenes Bier zu brauen. Das „Brauprojekt 777“ ist mittlerweile zu einer kleinen Brauerei geworden. Die kleinste Brauerei Kölns trat bereits vor 15 Jahren mit einem eigenen Reinheitsgebot an: Ins Bier darf alles, was schmeckt und dem Menschen gut tut. Zum Beispiel Hibiskus-Blüten im „Pink-Panther“. Auch mittelständische Betriebe produzieren inzwischen neue Geschmacksrichtungen, indem sie unterschiedliche Hopfen verwenden. Die von drei Frauen geführte Strate-Brauerei in Detmold bekam beispielsweise für ihr Detmolder Chardonnay-Hopfen jetzt einen World Beer Award.

Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit den meisten Biersorten. Ob Pils, Kölsch, Alt oder Export: Die Liebe zum regionalen Bier ist tief verwurzelt in der langen Geschichte des Braulandes Nordrhein-Westfalen. Constanze Klaue und Lothar Schröder sind in der WDR-Dokumentation „Prost, NRW! Das Land der Biere“ auf der Suche nach Traditionen und neuen Trends. Sie schauen in Brauhäuser und Brauereien, Kneipen und Biergärten, begleiten einen Biersommelier und einen Hopfenbauern. Zu sehen ist der Film am Freitag, 30. September 2016, von 20.15 bis 21 Uhr im WDR Fernsehen und danach in der WDR Mediathek (www.wdr.de/mediathek).

Soweit der Pressetext. Wenn der Film in der Mediathek veröffentlicht wurde, werde ich den Link hier einstellen.

26. September – 1. Oktober: Münster: Bier im Quartier

Das Schöne am Craft Beer ist die Vielfalt. Diese Vielfalt ist aber gleichzeitig das größte Problem. Da geht man in eine Craft Beer Bar und muss sich zwischen vielen verschiedenen Bieren entscheiden. Welches Bier soll ich nehmen? Eine große Hilfe bei der Entscheidungsfindung sind Craft Beer Events. Dort lassen sich nicht nur viele verschiedene Biere verkosten, sondern die Brauer sind vor Ort und können einiges zu den Bieren erzählen. So lassen sich Kontakte knüpfen und so mancher hat dort sein neues Lieblingsbier gefunden.

Ein ganz besonderes Event findet in dieser Woche in Münster statt. Es dauert nicht nur wie üblich ein, zwei oder drei Tage, sondern gleich eine ganze Woche. Eine weitere Besonderheit von „Bier im Quartier“ ist, dass nicht an einem Platz einige Stände aufgebaut sind, sondern die Veranstaltung, die eigentlich aus elf Events besteht, findet an täglich wechselnden Locations statt, die über ganz Münster verteilt sind. So lässt sich nicht nur viel Bier kennenlernen, sondern so ganz nebenbei erleben die Besucher auch ganz Münster. Wenn das mal kein Grund ist, eine Reise nach Münster zu unternehmen.

  • Der Auftakt war bereits gestern im Läuterwerk. Dort wurde um 17:00 Uhr ein Bier begonnen zu brauen, das die Gäste per Facebook bestimmt haben. Wenn das Bier in einigen Wochen fertig ist, lohnt es sich sicher auch, die Party zu besuchen, die aus diesem Anlass ausgerichtet wird.
  • Ebenfalls gestern, allerdings erst um 20:00 Uhr, begann bereits das zweite Event in der Musikkneipe Buddenturm. Dort fand die fränkische Bierreise statt, bei der es, wie bei diesem Namen zu erwarten war, fränkische Bierspezialitäten gab.
  • Heute befindet sich bereits seit 17:00 ein Brauer in der Flaschenmeisterei. Welcher Brauer es ist und aus welcher Brauerei er kommt, wurde im Vorfeld leider nicht verraten, lediglich, dass es an diesem Abend Biere dieser Brauerei gibt.
  • Nun kommen wir aus der Vergangenheit in die Gegenwart bzw. in die direkte Zukunft. Heute um 20:00 gibt es in der Mole Craft Beer satt. Dieser Genuss wird leider aber durch die Übertragung des Fußballspiels des BVB gegen Madrid getrübt. Aber eventuell gibt es unter den Lesern ja auch Freunde des runden Leders, die im Gegensatz zu mir dieses doppelte Angebot zu schätzen wissen.
  • Am morgigen Mittwoch geht es bei Getränkefeinkost Münster in der Steinfurter Str. 9 weiter. Ab 17:00 gibt es dort Biere zu verkosten. Das Besondere ist, dass nicht verraten wird, um welches Bier es sich handelt. Ob der beste Biertester etwas gewinnt ist mir nicht bekannt. Bei dieser Herausforderung wäre ein kleiner Preis für den Sieger aber sicher angemessen.
  • Bei Location #6 gibt es etwas zu gewinnen – vermutlich aber nichts stoffliches, sondern Erfahrung und Wissen. Und das ist doch sicher mehr wert als der eine oder andere Flaschenöffner. Auf jeden Fall findet am 28. September ab 20:00 Uhr in der Finne Brauerei in der Kerßenbrockstr. 8 das Bier PubQuiz statt. Was ist im Glas? Single Hop, Witbier oder Oak Aged? Gespielt wird in Fünfergruppen. Da die Plätze beschränkt sind, ist eine vorherige Anmeldung unter info@finne-brauerei.de erforderlich.
  • Am 29. 9. wird es bei James in der Hörsterstr. 27 so richtig englisch. OK, das ist dort nichts Besonderes, aber an diesem Tag kommen ab 17:00 Uhr alle Biere aus der Grafschaft Yorckshire. Das ist dann doch bemerkenswert.
  • Ebenfalls am Donnerstag, allerdings erst von 17:30 Uhr bis 21:30 findet im Lilies am Fischmarkt ein Bier&Foodparing statt. Es gibt ein richtiges Biermenü mit der dazu passenden Bierbegleitung.
  • Kommen wir zur neunten Location. Am 30. September gibt es im Kiosk von Aziz in der Neubrückenstr. 25 nicht nur alles, was Sie in einem Kiosk erwarten, sondern auch Livemusik. Da der Kiosk nicht allzu groß ist, wird dort sicher die Luft brennen. Außerdem wird der Brauer der Gruthaus-Brauerei dort sein.
  • Nun wird es zweistellig und die Location 10 ist das LWL Museum für Kunst und Kultur. Dort finden Sie das Lux, wo es am 30. 9. Ab 20:00 Biercocktails zu trinken gibt. Ein Besuch lohnt sich sicher.

Tschechien hat seine Biere des Jahres gekürt

Neben Deutschland und Belgien ist Tschechien die dritte große Biernation in Europa. Daher ist es auch kein Wunder, dass dort die besten tschechischen Biere jedes Jahrgangs gekürt werden. Am Dienstag letzter Woche war es wieder so weit – und die Biere des Jahres 2016 wurden bekanntgegeben. Sieger wurde in der Hauptkategorie „Helle Lagerbiere“ die Brauerei Radegast mit ihrem Bier Ryze Hořká 12ͦ. Den zweiten Platz unter den hellen Lagerbieren belegte „Královské pivo Litovel Premium“ Brauerei Litovel aus Mähren. Auf Rang drei landete das „Staropramen Ležák“ der Prager Bierbrauerei Staropramen. Für den Wettbewerb wurden insgesamt 58 Biersorten in fünf Kategorien gemeldet. Das sind 20 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

Unter den alkoholfreien Biersorten siegte das „Birell Světlý“ vor „Birell Polotmavý“ und dem alkoholfreien Bier „Bakalář“ aus Rakovník. Zum besten dunklen Bier kürte die Jury genauso wie im Vorjahr das Bier „Litovel Dark“. Einen ersten Platz belegte zudem das dunkle Lagerbier Bernard.

Ach ja, bevor ich es vergesse: der Wettbewerb wurde in diesem Jahr zum 16. Mal durchgeführt.

Der Wettbewerb wird jedes Jahr vom Tschechischen Verband der Bierbrauereien und Mälzereien veranstaltet. Im Rahmen der Siegerzeremonie wurden der emeritierte Brauer von Pilsener Urquell, Pavel Průcha, und Jiří Špringl von der Firma „Chmel Polepská blata“ in die Ruhmeshalle des tschechischen Bierbrauwesens aufgenommen. Průcha arbeitete seit 1970 in der Brauerei in Plzeň / Pilsen, später ist er zum Chefbrauer der Marke „Pilsener Urquell“ aufgestiegen. Špringl gilt als Experte für den Anbau des Hopfens „Saazer Mittelfrüher“ (Žatecký poloraný červeňák).

Mit Material von Radio Praha.

Forestinne Gothika

Normalerweise lasse ich mich ja nicht über die Gestaltung der Etiketten der Biere aus, da mir der Inhalt der Flaschen wichtiger ist als das Aussehen. Aber bei der Forestinne-Reihe der Brasserie Caracole mache ich mal eine Ausnahme. Das Erkennungszeichen ist ein süßer Waldelf mit neckischem Augenaufschlag, der auf jedem dieser Biere in einer anderen Situation gezeigt wird. Ob diese Darstellung Ihnen gefallen oder nicht müssen Sie selbst entscheiden. Aber eines müssen Sie doch sicher zugeben: der Wiedererkennungswert ist enorm.

Das Bier ist – wie ich es bei dem Namen erwartet habe – schwarz und beinahe blickdicht. Nur wenn ich das Glas gegen das Licht halte, scheint etwas rubinrot durch. Darüber eine durchschnittliche Menge haselnussbrauner cremiger Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist erstaunlich komplex – ein ganzer Strauß an Karamellaromen steht im Vordergrund. Dazu kommen Rotwein und Pflaumen. Später gesellen sich noch Düfte von Toffee, Vanille und Cognac dazu.

Der Antrunk ist erstaunlich trocken, zumindest aber weniger süß als ich es erwartet habe. Die reichlich vorhandene Kohlensäure sorgt aber für eine gewisse Frische. Der Körper, der nicht so intensiv schmeckt wie es die Farbe des Bieres erwarten ließ, gesellt der verhaltenen Süße dieses Bieres noch Noten dunkler Schokolade hinzu, die angenehme Bitterstoffe mit sich bringen. Die Schokoladengeschmäcker und die Bitterstoffe prägen auch den Abgang, der aber nur kurz nachklingt.

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Caracole
5500 Falmignoul (Dinant)
Belgien
www.forestinne.be

Venloosch Alt

Von dem Bier, das jetzt vor mir steht, behauptet die Brauerei Lindeboom, dass es das erste Altbier aus den Niederlanden wäre. Ich war ja nun schon häufiger dort und hatte eher den Eindruck, dass es sich um das einzige Altbier aus den Niederlanden handelt. Aber egal, wollen wir mal testen, wie dieses Brauereierzeugnis schmeckt.

Intensiv mahagonifarben steht das Bier im Glas, darüber eine durchschnittliche Menge feinporiger elfenbeinfarbener Schaum, der sich leider schnell auflöst. Dafür sehe ich eine überdurchschnittliche Menge Kohlensäure.

Das Aroma ist süßlich und deutlich malzbetont. Dazu rieche ich leichte Röstaromen und Karamell. Allzu komplex ist das Aroma aber nicht.

Der Antrunk ist dann nicht so süß wie ich es erwartet hätte, dafür aber durch die Kohlensäure spritzig. Der Körper ist intensiv. Wirklich intensiv. Ich habe vorher noch nie ein Altbier getrunken, das so einen intensiven Geschmack hatte. Kaffee- und Kakaonoten kommen zum Vorschein und obwohl ich kaum Bitterstoffe schmecke, macht das Bier einen recht ausgewogenen Eindruck. Der Abgang ist eher schwach. Das Bier rinnt durch die Kehle, ohne einen Eindruck zu hinterlassen. Dafür bleibt der Geschmack von Kaffee und Kakao auf der Zunge sehr lange erhalten. Je länger der Geschmack auf der Zunge ist, desto mehr kommt der Kaffeegeschmack in den Vordergrund.

Dieses Altbier ist nur schwer mit dem Altbier zu vergleichen das wir auf Düsseldorf oder Münster kennen. Irgendwie fehlt der Hopfen, aber der starke malzige Geschmack macht dieses Bier zu etwas Besonderen.

Zutaten:

Wasser
Gerstenmalz
Hopfen
Kräuter
Karamel

Alkoholgehalt:

5,0 %

Brauerei:

Lindeboom Bierbrouwerij B.B.
Postbus 4416
6086 ZG Neer
www.lindeboom.nl

Super des Fagnes Griottes

Belgien ist unter anderem für seine Fruchtbiere bekannt. Die meisten dieser Spezialitäten kommen eher aus dem flämischen Teil Belgiens, aber jetzt steht ein mit Kirschen gebrautes Fruchtbier aus der Wallonie vor mir. Aber nicht nur die Herkunft des Bieres ist eine Besonderheit, sondern auch, dass es wohl mit 7 % ganzen Früchten gebraut wurde, nicht wie die Fruchtbiere aus Flandern mit Fruchtsaft oder mit Sirup. Zumindest ist auf dem Rückenetikett ausschließlich von Kirschen die Rede. Mal sehen, ob sich dieser Unterschied auch im Geschmack widerspiegelt.

Satt rubinrot ist das Bier, dabei klar und mit sehr viel Kohlensäure. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge cremiger Schaum, hell rosafarben, der lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei alles richtiggemacht.

Das Aroma wird durch die Düfte vollreifer Kirschen zusammen mit Marzipan dominiert, hinter denen die Aromen von Malz und Hopfen fast verschwinden.

Der Antrunk ist süß und fruchtig. Bei aller Vollmundigkeit ist er aber aufgrund der reichlich vorhandenen Kohlensäure spritzig. Im Körper tritt mehr und mehr der Geschmack von Marzipan in den Vordergrund. Offensichtlich wurde hier wirklich mit ganzen Kirschen gearbeitet, so dass auch der Geschmack bitterer Mandeln aus dem Inneren der Kirschkerne durchkommt. Damit wird dieses Bier eigenwilliger als die Fruchtbiere aus dem Norden Belgiens, es hat einfach mehr Persönlichkeit. Dabei gefällt dieses sehr intensive Bier sicherlich nicht jedem, aber ich bin wirklich begeistert. Lediglich der Abgang ist kurz und er fällt gegenüber der Geschmacksexplosion des Antrunks und des Körpers ziemlich ab. In diesem speziellen Fall sehe ich das aber nicht einmal als Nachteil an.

Es ist sicher kein Bier, das ich den ganzen Abend so nebenbei trinken könnte. Aber es ist ein guter Aperitif vor Speisen, die etwas Süße vertragen, beispielsweise vor Wildgerichten. Dieses Bier ist auch eines der wenigen, die ich zu Desserts empfehlen kann, beispielsweise zu Vanillepudding oder Nusseis. Ich könnte mir auch vorstellen, dass dieses Bier mit einem Geliermittel wie Pektin aufgekocht ein wirklich leckeres Gelee ergibt. Aber das habe ich nicht getestet.

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Brasserie des Fagnes
Route de Nismes 26
5660 Mariembourg
Belgien
www.fagnes.com

Fagnes Scotch

Nun steht nach langer Zeit mal wieder ein Bier als Belgien vor mir. Das Fagnes Scotch stammt aus einer kleinen handwerklichen Brauerei in der Wallonie und es handelt sich um einen limitierten Sud. Biere mit Naturkorken sind in den meisten Fällen besondere Biere, die mit besonderer Sorgfalt hergestellt werden, weshalb ich mir von diesem Bier auch einiges verspreche. Mal sehen, ob es meinen Erwartungen entsprechen wird.

In einem dunklen Rotbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Dazu kommt reichlich lebhafte Kohlensäure, die für eine durchschnittliche Menge hellbraunen Schaum sorgt, der recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist sehr intensiv. Bereits beim Einschenken verteilt es sich in der Umgebung, so dass ich eigentlich nicht mit der Nase ans Glas gehen muss, um den deutlich malzbetonten Duft nach Whisky wahrzunehmen. Vom ersten Moment an duftet das Bier schon sehr edel. Bald kommen auch andere Düfte dazu, ich rieche Trockenfrüchte, es könnten Feigen sein, sowie dunkle Schokolade. Schon dieses komplexe Aroma ist ein Grund, dieses Bier zu kaufen. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass das Bier im Geschmack nicht abfällt.

Der Antrunk ist schon mal nicht so süß wie ich es erwartet habe. Dafür ist er aber sehr intensiv, beinahe likörartig. Durch die reichlich vorhandene Kohlensäure wirkt das Bier aber trotz des intensiven Geschmacks nicht schwer, sondern wirklich spritzig. Auch der Körper ist sehr komplex und er macht einen fast wuchtigen Eindruck. Jetzt kommt auch die Süße zum Vorschein, die ich eigentlich bereits im Antrunk erwartet hätte. Dazu kommt eine Mischung aus Bitter- und Röstaromen, die sich durch einen Hauch an Schokolade mit der Süße perfekt ausgewogen verbinden. Der Abgang ist überraschend mild, fast wie ein sehr sanfter Whisky.

Das Bier ist extrem lecker, aber es ist nichts für den ganzen Abend. Dafür ist es einfach zu intensiv. Es eignet sich hervorragend als Aperitif, beispielsweise vor einem Wildgulasch. Ich habe dazu frisches Popcorn geknabbert, das mit Salz und geräuchertem Paprikapulver gut gewürzt war.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Gewürze, Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie des Fagnes
Route de Nismes 26
5660 Mariembourg
Belgien
www.fagnes.com

24. September 2016: Craft Beer Festival auf Sylt

Ob Groß- oder Kleinstadt – überall finden Bierfeste und Craft Beer-Tests statt. Da kann selbstverständlich auch Deutschlands Promi-Insel Sylt nicht zurückstehen. So findet am kommenden Samstag im Alten Kursaal von 14:00 bis 21:00 Uhr das erste Craft Beer Festival statt. Dort bekommt jeder Besucher am Eingang gegen ein Pfand von 5 Euro ein Glas, das er bei den elf teilnehmenden Brauereien für einen Euro mit 0,1 Liter Craft Beer auffüllen lassen kann. Ich meine, das ist ein wirklich fairer Preis.

Die folgenden Brauereien nehmen an der Veranstaltung teil:

  • And Union – Modernist Bavarian Craft Beer
  • Crew Republic – Ale Werkstatt
  • BRLO Craft Beer
  • Braufaktum – Internationale Brau-Manufaktur
  • Maisel & friends – Biere mit starkem Charakter
  • Kehrwieder Kreativbrauerei
  • Craft Werk Brewing
  • Carlsberg Craft Beers
  • Berliner Berg Brauerei
  • Störtebecker Braumanufaktur.