Hohe Braukunst entlang der Romantischen Straße

An Deutschlands beliebtester Ferienstraße finden sich zahlreiche alteingesessene Brauereien. Diese laden zur geselligen Verkostung von sowohl traditionellen und ganz typischen Biersorten als auch von ausgefalleneren ein.

Bier ist ein wichtiger Teil der deutschen Kultur. Erst kürzlich informierte der Deutsche Brauerbund darüber, dass die Zahl der Brauereien kontinuierlich steigt. Die meisten von ihnen befinden sich in Bayern und Baden-Württemberg. Da wundert es nicht, dass sie auch entlang der Romantischen Straße, die von Würzburg bis Füssen verläuft, zahlreich vertreten sind. Vor allem alteingesessene Traditionsbetriebe sind hier sesshaft und bieten durstigen Besuchern ihren nach dem Reinheitsgebot erzeugten Saft aus Hopfen und Malz an.

Genussreiche Pfade

In der mainfränkischen Residenzstadt Würzburg existiert seit 1643 die Brauerei Würzburger Hofbräu, die vom Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn gegründet wurde und zur Erinnerung daran noch heute die Krone in ihrem Logo trägt. Die Vielfalt der Biere dort ist groß: Neben einem klassischen Weizen und einem Schwarzbier, zeichnet sich der „Haustrunk“ durch seinen ungefilterten naturtrüben Charakter aus. Sein bernsteinfarbenes Aussehen und der mild-malzige Geschmack macht es nicht nur zum Lieblingsbier des Braumeisters, sondern auch vieler Besucher. Eine weitere kleine Besonderheit ist auch das „1643“, ein feines Lagerbier, das zu Ehren des Gründungsjubiläums gebraut wurde.

Ausgezeichnete Brauereien

In Tauberbischofsheim befindet sich mitten im Grünen die Distelhäuser Brauerei, die sich bereits über zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen freuen durfte und sogar zu den erfolgreichsten Brauereien weltweit zählt. Dazu tragen das „Distelhäuser Landbier“ mit dezenter Karamellnote sowie das kernig-vollmundige Exportbier bei, das 2004 unter anderem mit dem „European Beer Star“ ausgezeichnet wurde. Echte Handwerkskunst erlebt man auch in der Herbsthäuser Brauerei in Bad Mergentheim, deren Tradition im Jahr 1581 ihren Anfang nahm. Um dies zu unterstreichen, findet sich im Sortiment das kellertrübe „1581“, ein untergäriges Erzeugnis mit mild-­würzigem Geschmack. Die jüngste Errungenschaft im Sortiment ist das „Herbsthäuser Helles“, das ganz für süffigen Biergenuss steht. Dafür steht auch das „Exportbier Friedrich Hauf“ der Brauerei Hauf in Dinkelsbühl. Seinen Namen hat es natürlich dem Gründer zu verdanken, der hier im Jahr 1901 mit dem Brauen begann. Heute ist das Unternehmen in der Region unersetzlich und man trifft sich in der hauseigenen Gaststätte „Zum wilden Mann“ zur geselligen Runde. Die nächste Kostprobe können Sie im Fürstlichen Brauhaus Wallerstein im gleichnamigen Ort nehmen. Seit über 400 Jahren wird dort mit Leidenschaft und Liebe zu heimischen Rohstoffen gebraut. Das beliebte „Fürst Wallerstein Original Hell“, ein feinhefiges, leicht fruchtiges Weißbier, rundet sowohl die Brotzeit als auch jedes Festmahl ideal ab.

Geballte Braukraft

In Augsburg können Sie sich in gleich drei alteingesessenen Häusern von der Braukunst überzeugen lassen. Die älteste von ihnen ist die Hasen-Bräu, deren Wurzeln bis ins Jahr 1464 zurückreichen. Bei Führungen besteht hier auch die Möglichkeit, direkt in die Sudkessel zu blicken. Bei dieser Gelegenheit erfahren Sie auch, wo das „Häsle“, ein helles Vollbier, oder das „Hasen hell“, ein seit Generationen beliebtes Traditionsgetränk, ihren Ursprung haben. Auch in der Brauerei Riegele wird die Liebe zum Gerstensaft schon lange gelebt, nämlich seit über 600 Jahren. Dies macht sie zu einer der ältesten Braustätten der Welt. Neben den charakterstarken Bieren können Sie hier beim Genuss der Hausspezialitäten eine kleine Reise durch die Welt erleben. Dies gelingt etwa mit dem „Amaris 50“, das einen Hang zur extremen nordamerikanischen Hopfung hat. Ein besonderes Erzeugnis des Augsburger Brauhauses Thorbräu, das seit 1582 existiert, ist die „Augsburger Weisse“. Aber auch ausgefallene Bierkreationen, wie etwa ein Celtic Biobier, gibt es hier.

Krönender Abschluss

Weiter südlich stoßen Sie auf das Schongauer Brauhaus, eine besonders familienfreundliche Gasthausbrauerei, die mit Abstand die jüngste Adresse ist. Im Sortiment findet sich ein klassisch helles Lagerbier, ein aromastarkes Dunkles und ein helles Weißbier. Die letzte Station entlang der Romantischen Straße ist das Schlossbräuhaus in Schwangau, dem Ort der Königsschlösser. Mit dem Blick auf diese kann man das bayrische Nationalgetränk dort entweder im gemütlichen Braustüberl oder im Biergarten genießen. Doch nicht nur der Gaumen kommt hier auf seine Kosten: Im Schlossbräuhaus kann der Besucher im Rahmen eines Brauseminares sogar selbst zum Braumeister werden.

Autor: bfs

Bilder: Romantische Straße

 

 

Einige der Biere dieser Brauereien habe ich in diesem Blog auch bereits beschrieben. Wenn Sie nun den Ursprung der Biere kennenlernen wollen, liste ich hier die Adressen der Brauereien an der Romantischen Straße auf:

Würzburger Hofbrau
Höchberger Str. 28, 97082 Würzburg

Distelhäuser Brauerei
Grünsfelder Str.3, 97941 Tauberbischofsheim

Herbsthäuser Brauerei
Alte Kaiserstraße 28, 97980 Bad Mergentheim

Brauerei Hauf KG
Heiningerstraße 28, 91550 Dinkelsbühl

Brauhaus Wallerstein
Obere Bergstraße 78, 86757 Wallerstein

Brauerei Hasen-Bräu
Berliner Allee 36, 86153 Augsburg

Brauerei Riegele
Fröhlichstraße 26, 86150 Augsburg

Brauerei Thorbräu
Wertachbrucker-Tor-Straße 9, 86152 Augsburg

Schongauer Brauhaus
Altenstadter Straße 13, 86956 Schongau

Schossbräuhaus Schwangau
Gipsmühlweg 5, 87645 Schwangau

10. 5. 2018: Vatertagsparty in der Vulkan Brauerei in Mendig

Nächsten Donnerstag ist es wieder soweit: es ist Vatertag, der Termin, an dem traditionell losgezogen wird, durch den Wald und dort in ein Ausflugslokal, wo die Ausflügler versuchen, dem Wirt den Zapfhahn trockenzulegen. Dabei darf es auch gerne eine Brauereigaststätte sein.

Da ist es auch kein Wunder, dass die eine oder andere Brauerei an dieser Tradition teilhaben wollen. So findet in der Vulkan Brauerei in der Vulkaneifel am Donnerstag eine Vatertagsparty statt. Pünktlich um 11:00 Uhr startet die Party im Innenhof der Brauerei und die beiden Bands, die die Brauerei engagiert hat, beginnen um 13:00 Uhr. Damit die Brauer die Chance haben, den Kampf um den Zapfhahn zu gewinnen, haben sie in diesem Jahr die Anzahl der Hähne verdoppelt. Also gilt: ordentlich Durst mitbringen.

Location:

Innenhof der Vulkan Brauerei
56743 Mendig

4. 5. – 6. 5. 2018: Kleinbrauermarkt in Ulm

Vor einer traumhaften Kulisse findet am kommenden Wochenende auf dem südlichen Münsterplatz in Ulm bereits zum 14. Mal der Kleinbrauermarkt statt. Dort präsentieren 14 regionale Klein- und Kleinstbrauereien ihre Erzeugnisse vor.

Eigentlich ist es ja bereits ein Craft Beer-Fest. Die Brauereien sind im Familienbesitz und es wird handwerklich gearbeitet. Und auch wenn die bayerischen Brauer sich gerne und zu Recht auf ihre lange Tradition berufen, gibt es dort nicht nur die klassischen Bierstile wie Pils, Märzen, Dunkles Bier, Lager, Weizen und die verschiedenen Bockbiere wie etwa Weizen- und Maibock zu verkosten, sondern auch Bierstile, die eher aus der Craft Beer-Szene bekannt sind, beispielsweise Triple oder IPA werden die Gaumen der Gäste erfreuen.

Auch wenn sich die Kleinbrauer nicht als Craft Beer-Brauer bezeichnen, können sich die Besucher des Marktes auf Biere mit einem unverwechselbaren und individuellem Charakter freuen. Selbst beim gleichen Bierstil trägt das Gebräu jeder Kleinbrauerei seinen eigenen Stempel, jedes besitzt eine spezifische Ausprägung.

Damit die Besucher möglichst viele Biere verkosten können, wird das Bier nicht wie sonst in 0,5 l-Gläsern ausgeschenkt, sondern auf dem Kleinbrauermarkt ist es inzwischen zur Tradition geworden, dass die Biere in 0,1 l-Gläsern ausgeschenkt werden, die in Ulm ProBiererle heißen. Und damit die Gäste nicht bei einer Brauerei stehen bleiben und dort versacken haben die Brauer sich noch etwas ausgedacht: die Gäste können sich die verkosteten Biere im „ProBierPass“ dokumentieren lassen. Wer sechs unterschiedliche Stempel gesammelt und bei der Ziehung aus der Lostrommel auch noch Glück hat, kann noch einen ordentlichen Vorrat für zu Hause gewinnen: 14 mal gibt es 30 Liter Bier zu gewinnen, die von den Glücklichen in beliebiger Stückelung bei den Brauereien abgeholt werden können.

Selbstverständlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. An fester Nahrung gibt es

Schupfnudeln, Braten, hausgemachte Wurst, Maultaschen, Steaks, Dünnele, in Bier marinierte Hähnchen, Käsespezialitäten und vieles mehr. Die musikalische Untermalung mag Geschmackssache sein. Am Freitag und Samstag spielen regionale Musikkapellen auf, während am Sonntag eine Swing-Band ihre Kunst zum Besten gibt.

Der Ulmer Kleinbrauermarkt 2018 findet von Freitag, 4. Mai (16 – 21 Uhr), am Samstag, 5. Mai (11 – 21 Uhr) und am Sonntag, 6. Mai (11 – 18 Uhr) auf dem südlichen Münsterplatz statt. Neben den 13 regionalen Stamm-Brauereien ist der „Moosbeurer Adlerbräu“ zum zweiten Mal als Gastbrauerei vertreten. Weitere Informationen zum Ulmer Kleinbrauermarkt finden Sie auf der Website der Veranstalter.

Zombräu Voodoo

Jetzt steht das letzte Bier von Tobias und Bastian Merches aus Mirskofen vor mir, das Zombräu Voodoo. Es ist ein leichtes IPA mit nur 3,7 Volumenprozenten. Das Etikett verspricht also ein leichtes Sommerbier für zwischendurch. Mal sehen, ob ein IPA mit so wenig Alkohol auch schmecken kann. An dieser Stelle sage ich noch einmal „Danke“ an die beiden Brauer für die Zusendung der Biere.

Rotgolden und wenig hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Ich sehe reichlich Kohlensäure und es bildet sich viel feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig und für ein India Pale Ale erstaunlich mild. Düfte nach Limonen, Maracuja und Mango steigen mir in die Nase. Bis jetzt kann mich das Bier wirklich begeistern.

Der Antrunk ist fruchtig und hopfenbetont, aber auch der Malzkörper kommt zu seinem Recht und sorgt für eine leichte Süße. Diese Mischung überzeugt vom ersten Moment an. Schnell kommt ein ordentliches Bitter dazu, das etwa so kräftig ist wie die Fruchtigkeit und sie beinahe überdecken will. Der Geschmack ist nicht so stark wie bei IPAs mit mehr Alkohol, aber überraschend voll. Auch der Abgang kann überraschen. Er ist vergleichsweise mild und klingt trotzdem lange und angenehm nach.

Mit seinem relativ wenigen Alkohol, seiner Frische und seiner Fähigkeit, den Durst zu löschen, ist dieses Bier ideal für einen heißen Sommertag.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Helles Caramelmalz), Hopfen (Nugget, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

3,7 % Vol.

Brauerei:

Zombräu OHG
Obere Sendlbachstr. 19
84051 Mirskofen
www.zombraeu.com

Ablassfrei Thaddäus Zwickelbier

Auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Essen steht seit einigen Jahren Ablassfrei und bietet dort Marmeladen und vier Biere an. Die sehr ansprechende Ausstattung des Standes hat mich dazu verleitet, von jedem der Biere jeweils eines mitzunehmen, ohne dass ich mir vorher die Zutatenliste angesehen habe. Als ich das zuhause nachholte, musste ich feststellen, dass beim Brauen der Biere auch Hopfenextrakt verwendet worden war. Hätte ich zwischen 4 und 10 Euro pro Flasche ausgegeben, wenn ich das geahnt hätte? Vermutlich nicht, aber jetzt war es zu spät. Es ist halt wie es ist, deshalb öffne ich die Flasche und schenke mir das erste Glas ein.

Golden und nur leicht hefetrüb opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine minimal überdurchschnittliche feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier eine gute Figur.

Das Aroma ist würzig und hopfig und ähnelt einem Pils. Dazu kommen einige grasige Noten. Damit ist der Duft recht angenehm, wenn auch wenig spektakulär.

Der Antrunk ist leicht süß und ich stelle fest, dass das Thaddäus nur wenig Kohlensäure enthält, die aber angenehm feinperlig ist. Schnell gesellt sich ein leichtes freundliches Bitter dazu. Allerdings macht das Bier einen etwas wässrigen Eindruck. Der Abgang ist leicht bitter; er klingt aber lange nach.

Insgesamt ist das Thaddäus Zwickelbier von Ablassfrei kein schlechtes Bier, aber es ist austauschbar. Es handelt sich meiner Meinung nach um ein durchschnittliches Industriebier, das allerdings zum Preis eines Craft Beer verkauft wird. Die € 3,50 im Onlineshop bzw. € 4,00 auf dem Markt ist das Bier wirklich nicht wert.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Medival Food Group
Volkardeyer Weg 51
40472 Düsseldorf
www.ablassfrei.de

Straffe Hendrik Wild

Das Straffe Hendrik Wild ist eine wilde Variante des bekannten Straffe Hendrik Tripel. Dieses traditionelle Bier wird mit Brettanomyces-Hefe vergoren. Sie sorgen für fruchtige Aromen, die mit den reichhaltigen Aromahopfen harmonieren. Die wilden Hefen sorgen für eine längere natürliche Haltbarkeit sowie für eine Reifung des Bieres in der Flasche, die während der nächsten Jahre für eine Weiterentwicklung des Geschmacks sorgen. Bevor das Bier ausgeliefert wird, muss es längere Zeit in der Flasche reifen. Erst nach drei Monaten Flaschenreifung in den Kellern ist die Gärung der wilden Hefen abgeschlossen und das junge Bier kann getrunken werden. Das Bier entwickelt sich ebenso in den nachfolgenden Jahren noch weiter. Die bitteren Hopfenaromen werden weicher, während die wilden Hefen weiterwirken und fruchtige sowie blumige Aromen bilden. Aus diesem Grund unterscheiden sich die Jahrgänge des Straffe Hendrik Wild voneinander. Dieses Bier wird nur einmal pro Jahr abgefüllt.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier, zusammen mit einer riesigen feinporigen Schaumkrone, schneeweiß und sehr lange haltbar. Die Optik ist perfekt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert, aber auch der Hopfen kommt zu seinem Recht. Düfte nach Karamell, Honig, Trockenfrüchten, Brot und Getreide steigen mir zusammen mit etwas Bergamotte sowie Kräuterduft in die Nase. Ein so komplexes und dabei gut ausgewogenes Aroma ist selten.

Der erste Eindruck beim Antrunk ist die Süße, die aber durch viel feinperlige Kohlensäure ausgeglichen wird. Die Aromen, die ich bereits in der Nase wahrgenommen habe, spiegeln sich jetzt auf der Zunge wider. Zunächst macht das Bier einen frischen und leicht fruchtigen Eindruck. Dann zeigt sich der ordentliche Malzkörper, das Bier ist rund und süffig. Ich schmecke Trockenfrüchte, unterstützt durch den Geschmack des Alkohols, der sich aber nicht in den Vordergrund drängt. Der trockene Abgang ist zunächst wenig bitter und das Herbe des Hopfens entwickelt sich langsam, klingt dann aber sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kandiszucker

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Stammwürze:

19° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Brouwerij De Halve Maan
Walplein 26
8000 Brügge
Belgien
www.straffehendrik.be

Super 8 Blanche

Wieder einmal steht ein Bier aus der Brouwerij Haacht in Boortmeerbeek vor mir, das Super 8 Blanche. Auch dieses Bier haben mir die Brauer auf der Internorga mitgegeben. Auch wenn ich für diese Flasche nicht gezahlt habe, werde ich mich bemühen, sie objektiv zu beurteilen.

Super 8 ist eines von fünf Bieren unterschiedlicher Bierstile, für die die Brauerei sogar eine eigene Website eingerichtet hat. Wie der Name bereits aussagt ist das Super 8 Blanche ein Witbier, eines der typischen frischen belgischen Biere, die eine gewisse Ähnlichkeit mit dem deutschen Weizenbier haben, aber meist doch deutlich erfrischender sind. Ob das auch auf dieses Bier zutrifft will ich jetzt feststellen.

In hellem Gold und minimal hefetrüb strahlt mir das Bier im Glas entgegen. Dazu baut sich beim Einschenken sehr viel fester Schaum auf, der auch lange erhalten bleibt. Es empfiehlt sich also, beim Einschenken vorsichtig zu sein, um nicht zu lange mit dem ersten Schluck warten zu müssen.

Das Bier duftet nach Biskuitteig mit deutlichen Zitrusnoten sowie dem Aroma von Orangenschale und Koriander. Genauso erwarte ich ein belgisches Witbier.

Der Antrunk ist leicht süß und vom ersten Moment an fruchtig und frisch. Auf der Zunge entwickelt sich eine volle und runde Fruchtigkeit, wobei sich die Zitrusnoten mit dem Koriander wunderbar vereinen. Zusätzlich wird das Bier leicht trocken, was es zu einem guten Durstlöscher im Sommer macht. Der Abgang ist kaum bitter und leicht fruchtig. Der Nachklang ist kurz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Weizenmalz, Koriander, Orangenschale, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Haacht
Provinciesteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.haacht.com

Braukatz Hop Cat

Das Allgäu – eine Bilderbuchlandschaft. Von dort kommt das Bier, das jetzt vor mir steht, das Braukatz Hop Cat aus der Brau-Manufaktur Allgäu in Nesselwang. Die Brauerei ist seit 1883 in Familienbesitz. Neben den traditionsreichen bayrischen Bieren werden hier auch einige Craft-Biere kreiert, so auch das Hop Cat.

Das helle Gelb des Bieres und die leichte Trübung durch die Hefe gefallen mir schon mal gut. Leider hat das Bier nur recht wenig gemischtporigen Schaum, der auch schnell in sich zusammenfällt.

Über die meiner Meinung nach doch noch verbesserungsfähige Optik dieses Bieres trösten aber die fruchtigen Aromen hinweg, die mir bereits während des Einschenkens in die Nase steigen. Vor Allem Limone und Ananas kann ich riechen. Spätestens mein Geruchssinn verrät mir, dass ich hier ein besonderes Bier vor mir stehen habe.

Bei diesem fruchtigen Aroma erwarte ich einen recht süßen Antrunk – und ich werde auch nicht enttäuscht. Die fruchtige Süße, in der sich das Aroma widerspiegelt, wird aber durch die gut dosierte feinperlige Kohlensäure ausgeglichen. Schnell verbindet sich ein kräftiges aber freundliches Bitter mit der Fruchtigkeit. Jetzt zeigt das Hop Cat seinen Charakter – kräftig und ausgewogen, damit aber absolut nicht langweilig. Trotz des kräftigen Bitter bleibt das Bier sehr gut trinkbar. Auch der Abgang ist fruchtig und zeigt dabei ein erstaunlich mildes Bitter. Trotzdem klingt er ellenlang nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Triskel, Brewers Gold), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,0 %

Bittereinheiten:

42 IBU

Brauerei:

Post-Brauerei Nesselwang
Karl Meyer
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
www.brau-manufactur-allgaeu.de

Biershop Bayern

Regensburger Brauerei Bischofshof wird klimaneutral

Bis zum Jahr 2019 will die Regensburger Stiftungsbrauerei Bischofshof zur ersten völlig klimaneutralen Brauerei in Bayern werden. Wichtigster Meilenstein auf dem Weg zu diesem Ziel soll eine rund 8,5 Millionen Euro teure neue Energiezentrale werden, die bis zum Herbst dieses Jahres ans Netz gehen soll. Die neue Energiezentrale, die der Regensburger Energieversorger Rewag auf dem Brauereigelände errichtet, wird die Brauerei sowie ein derzeit entstehendes neues Viertel mit 1.200 Wohnungen und die Kinderklinik St. Hedwig CO2-neutral mit Strom und Wärme versorgen.

Herzstück des neuen „grünen Energiehauses“ sind eine Dampfkesselanlage sowie drei Blockheizkraftwerke, die mit Bio-Erdgas aus regionaler Biomasse betrieben werden, wie Bischofshof-Brauereidirektor Hermann Goß am 25. April in einem Pressegespräch ankündigte. Zusätzlich soll eine eigene neue Photovoltaikanlage helfen, die Eigenstromversorgung der Brauerei klimaneutral sicherzustellen. Sie produziert jährlich rund 60.000 Kilowattstunden Strom. Diese Menge reicht aus, um etwa eine halbe Million Hektoliter Bier zu brauen.

Die neue Energiezentrale soll nach Aussagen des Rewag-Vorstandschefs Olaf Hermes jährlich rund 28 Millionen Kilowattstunden Wärme und rund 5,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Wichtiger Schlüssel für die hohe Effizienz der Kraft-Wärme-Kopplung bei den Blockheizkraftwerken ist nach Angaben der Investoren die Nutzung von Synergien: So wird die Abwärme der Brauerei beispielsweise genutzt, um die Wohngebäude im neuen Dörnbergviertel zu beheizen. Damit würde ein außergewöhnlich hoher Wirkungsgrad von über 90 Prozent erreicht.

Brauereidirektor Hermann Goß sagte, bis zum kommenden Jahr wolle Bischofshof als Pionier in Bayern komplett klimaneutral produzieren. Bereits in den vergangenen Jahren habe die Brauerei mit Millioneninvestitionen an diesem Ziel gearbeitet und neue umweltschonende und energiesparende Technologien eingeführt. 2006 weihte die Stiftungsbrauerei, zu der auch Weltenburger gehört das modernste Sudhaus der Welt ein. Es hilft, rund 40 Prozent an Primärenergie einzusparen und erhielt den Umweltpreis der Stadt Regensburg.

Seit 2013 arbeiten die Bischofshof-Mitarbeiter in einer neuen Arbeitswelt, die zusammen mit dem Fraunhofer-Institut entstand und die eng an ökologischen und ökonomischen Grundsätzen ausgerichtet ist. Seit 2016 in Betrieb ist ein neuer Gär- und Lagerkeller mit einer deutlich effizienteren Kühlleistung. Weitere Investitionen beispielsweise in Tankmöglichkeiten für E-Fahrzeuge auf dem Brauereigelände sind nach Worten des Brauereidirektors in Planung. Regensburgs Umweltbürgermeister Jürgen Huber sprach bei der Vorstellung der Pläne für die neue Energiezentrale von einem „guten Tag für Regensburg“. Er freute sich, dass globale Herausforderungen mit regionaler Dynamik beantwortet würden.

Lausitzer Dunkel

Auf dunkle Biere hatten die ostdeutschen Brauereien lange Zeit nahezu ein Monopol. Das hat sich zwar in den letzten Jahren geändert, so dass wir uns jetzt auch im Westen ebenfalls über eine größere Biervielfalt freuen können, aber jetzt steht ein Original vor mir, das Lausitzer Dunkel, ein dunkles Lagerbier, von der Eibauer Brauerei im sächsischen Teil der Lausitz. Aus dieser Brauerei kannte ich bislang nur das Schwarzbier, das mir recht gut gefallen hat, so dass ich mir im Onlineshop der Brauerei alle Biere aus Eibau bestellt habe, die ich jetzt nach und nach hier vorstellen werde.

Dunkel ist eigentlich zu wenig gesagt, das Bier ist schwarz, blickdicht schwarz Nur wenn ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert schwach ein leichtes Rubinrot durch. Darüber bildet sich viel feinporiger hellbrauner Schaum, der sich zunächst durchschnittlich schnell auflöst. Ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma ist eher schwach und mir steigt nur ein überraschend geringer Duft nach Kaffee in die Nase. Vom Hopfen kann meine Nase nichts feststellen.

Der Antrunk ist ziemlich süß und die reichlich dosierte Kohlensäure macht in diesem speziellen Fall den ersten Eindruck auch nicht besser. Auch als sich das Bier auf der Zunge ausbreitet, bleibt lediglich ein wässrig-süßer Geschmack. Im Abgang stelle ich kurz einen leichten Kaffeegeschmack fest, Bitterstoffe sind nur wenig vorhanden. Ein Nachklang fehlt fast vollständig.

Nachdem mir das Schwarzbier wirklich gut gefallen hat, enttäuscht mich das Lausitzer Dunkel wirklich. Ich werde es sicher nicht noch einmal kaufen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Süßstoff Natrium Saccharin

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Eibau i. Sa.
02739 Eibau
www.eibauer.de