Nun steht nach längerer Zeit mal wieder ein Weizenbier aus Oberbayern vor mir, das Grünbacher Altweiße Gold.
Bereits als ich mir das goldene und hefetrübe Weizenbier einschenke, fällt mir die viele Kohlensäure auf. Viel Kohlensäure? Nein, das trifft es noch nicht. Wahnsinnig viel Kohlensäure trifft es besser. Bei all den Bieren, die ich bislang verkostet habe, ist mir noch nicht so viel Kohlensäure untergekommen. Ansonsten bildet sich während des Einschenkens noch die weizenbiertypische Menge weißer feinporiger Schaum, der auch recht lange erhalten bleibt. Wie sich die Unmengen an Kohlensäure auf das Bier auswirken, bleibt abzuwarten; ansonsten hat die Brauerei zumindest optisch schon mal alles richtiggemacht.
Das Aroma ist sortentypisch, aber auch eigen. Ein teigiger Duft steht im Vordergrund, unterstützt durch die Düfte nach Bananen und Zitrone. Damit kann ich einen frischen Geschmack erwarten, es könnte durchaus das richtige Bier nach einem langen anstrengenden Tag sein. Aber jetzt greife ich vor, das ist ja schon das Fazit.
Der Antrunk ist recht süß, mein erster Eindruck ist, dass zu viel Süße vorhanden ist. Aber nein, die Süße wird durch den Geschmack der ebenfalls reichlich vorhandenen Hefe ergänzt. Dadurch hat das Bier einen eigenen Charakter, ohne dabei den typischen Geschmack von Weizenbier zu verlieren. Sobald sich das Bier im Mund verteilt, wird die Süße durch eine Säure ergänzt; mir fehlt spätestens hier aber das Bittere des Hopfens. Auch der Abgang ist sehr mild und kurz.
Wer ein sehr mildes Weizenbier mag, ist mir diesem Bier zum Ausklang eines heißen Sommertags sicher gut bedient. Da das Grünbacher anfangs sehr viel Kohlensäure enthält, kann es langsam getrunken werden, da es sich viel Zeit lässt, schal zu werden.
Zutaten:
Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Alkoholgehalt:
5,3 % Vol.
Stammwürze:
12,5 %
Bittereinheiten:
12 IBU
Brauerei:
Schlossbrauerei Grünbach
Kellerberg 2
52461 Grünbach
www.schlossbrauerei-gruenbach.de
Nun steht mal wieder ein Bier aus Großbritannien vor mir, das Fuller’s India Pale Ale. Die englischen Biere und ganz besonders die aus der Brauerei Fuller haben mit bislang gut gefallen und der Hinweis auf dem Halsetikett der Flasche, dass es sich um ein „award winning ale“ handele, steigert meine Erwartungen selbstverständlich noch weiter. Mal sehen, ob dieses Bier meine Erwartungen erfüllen kann.
Wer an Bier aus Stralsund denkt, der denkt zuerst an die Störtebeker Brauerei. Und mit dem Stralsunder Bier liegt man damit auch nicht wirklich falsch. Es ist zwar eine andere Marke, aber sie kommt trotzdem aus der bekannten Braumanufaktur an der Greifswalder Chaussee.
Im August letzten Jahres veranstaltete die Störtebeker Braumanufaktur bereits zum vierten Mal das Festival der Bierspezialitäten in Stralsund. Knapp 15 Hobbybrauern aus ganz Deutschland hatten ihre Kreationen eingereicht. Sie nahmen dabei an der ersten Meisterschaft der Hobbybrauer teil, bei der sie ein eigens eingebrautes „Imperial Stout“ einreichen mussten. Eine sechsköpfige Jury – unter anderem mit dem Vizeweltmeister der Biersommeliers Frank Lucas – verkosteten im Vorfeld der Veranstaltung die verschiedenen Biere und kürten die Besten: Platz eins ging an Stefan Mahlburg.
Craft Beer aus Großbritannien hat bei mir einen guten Ruf. Bislang hatte ich noch kein Bier von der Insel, von dem ich sagen würde, dass es mir nicht schmeckt. Nun habe ich mal wieder ein Porter vor mir stehen und ich bin gespannt, ob sich dieser Eindruck auch hier bestätigt.
Nachdem mit das Moritzberger Felsenkeller-Pils wirklich gut gefallen hat, will ich gleich ein weiteres Bier aus der erst in diesem Jahr gegründeten Hildesheimer Braumanufaktur verkosten. Das Brunhilde, ein India Brown Ale, verspricht auf dem Etikett „ein wohlgeformtes dunkles Ale von intensivem ausgewogenem Charakter“. Dieses vollmundige Versprechen sowie meine positiven Erfahrungen mit dem Pils schrauben meine Erwartungen selbstverständlich kräftig nach oben und ich bin jetzt gespannt, ob das Bier meine Erwartungen erfüllen kann. Probieren wir es aus.
Der Name des Bieres, das jetzt vor mir steht, drückt eine tiefe Heimatverbundenheit aus. Das ist auch kein Wunder. Obwohl der Moritzberg bereits 1911 in Hildesheim eingemeindet wurde, sehen sich die Bewohner auch heute noch eher als Moritzberger, nicht als Hildesheimer. Auch der Felsenkeller hat eine historische Bedeutung. Im Moritzberg gibt es einen Eiskeller, der bis zum Jahr 1906 von der Victoria-Brauerei genutzt wurde, um das Bier mit Eis zu kühlen, das im Winter aus dem Eisteich an der Alfelder Straße geschnitten und im Eiskeller eingelagert wurde. Aber das ist noch nicht die gesamte Biertradition des Moritzbergs. Bis in die 1960er oder 197er Jahre hatte die Härke-Brauerei ein Lager in der Brauhausstraße, dort wo heute das Altenheim ist. Die jetzige Gaststätte Treppchen war damals die Brauereigaststätte. Von daher ist es eigentlich logisch, dass es jetzt wieder ein Bier vom Moritzberg gibt, auch wenn es von der erst in diesem Jahr gegründeten Hildesheimer Braumanufaktur am anderen Ende von Hildesheim an der Goslarschen Landstraße gebraut wird. Aber kommen wir zum Felsenkeller-Pils.