BRLO – als ich erstmals ein Bier dieses Unternehmens im Regal sah, vermutete ich aufgrund der Schreibweise, dass es sich um ein Bier aus dem slawischen Sprachraum handelt, beispielsweise aus Tschechien oder Polen. Damit lag ich etwas neben der Wahrheit, wenn auch nicht vollständig. Tatsächlich ist BRLO der alte slawische Name von Berlin. Damit ist nicht nur der etwas merkwürdig anmutende Name der Brauerei erklärt, sondern auch der Standort dieser seit Ende 2014 arbeitenden Brauerei am Gleisdreieck in Berlin aufgedeckt.
Das Team steckt offensichtlich viel Herzblut ins Bier. Das Malz wird von einer Mälzerei in Franken geliefert, die Biogetreide malzt. Dabei handelt es sich nicht um EU-Bioware, die eher ein Bio Light bietet, sondern um Getreide von Bioland- und Naturland-Betrieben. Dass das Bier trotzdem kein Biobier ist, liegt vermutlich daran, dass nicht ausreichend Hopfen der unterschiedlichen Sorten zur Verfügung steht.
Dabei braut das Team nicht alle Biere selbst, sondern mietet sich für einige Biere bei anderen privat geführten Brauereien ein. So stammt das Pale Ale, das ich jetzt testen will, aus der Klosterbrauerei Neuzelle in Brandenburg.
Damit wären wir endlich beim Bier angekommen. Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel weißer sahniger Schaum, der nur sehr langsam in sich zusammenfällt. Zumindest optisch hat die Brauerei also alles richtiggemacht.
Bereits beim Einschenken steigt mir das Aroma nach Südfrüchten in die Nase, Orange und Gewürze sind dabei. So soll ein Pale Ale sein.
Der Antrunk ist frisch und süß und durch eine passende Menge Kohlensäure spritzig. Grapefruit und Orangenschale sind die ersten Eindrücke. Schnell breitet sich ein angenehmes und fruchtiges Bitter aus, das im Abgang milder wird. Der Nachklang ist nicht allzu lang.
Zutaten:
Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Münchener Malz, Caramelmalz), Hopfen (Cascade, Centennial, Citra, Saphir, Willamette), Hefe (London Ale)
Alkoholgehalt:
6 % Vol.
Bittereinheiten:
35 IBU
Brauerei:
Braukunst Berlin GmbH
Torstr. 33-35
10119 Berlin
www.brlo.de

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Kreativbrauerei Kehrwieder von Oliver Wesseloh vor mir. Der Inhaber der kleinen Brauerei in Hamburg gehört zu den führenden Köpfen der deutschen Craft Beer-Szene. Das ist er auch zu Recht, denn die Biere, die ich bislang von ihm getrunken habe, haben mir wirklich gut geschmeckt. Selbst der einen Ausnahme, die ich nicht gar so prickelnd fand, muss ich einen besonderen Charakter bescheinigen. Nun bin ich mal gespannt, ob das auch für das Bier mit dem ungewöhnlichen Namen Prototyp zutrifft.
Früher kamen aus Dänemark nur recht wässrige Biere, die nun wahrlich keinen Genuss bereiteten und die auch so dünn gebraut wurden, dass sie eigentlich nicht einmal zum Wirkungstrinken zu gebrauchen waren. Das hat sich inzwischen glücklicherweise geändert, so dass auch von unseren nördlichen Nachbarn trinkbare Biere und auch Craft Beere kommen. Ein solches habe ich jetzt vor mir stehen, sogar ein Biobier und wie aus dem Norden fast zu erwarten war, ein Pilsener.
Wie viel Brautradition steckt noch im norddeutschen Industriebier? Wie aktuell ist das Reinheitsgebot für Bier noch? Wem gehören die norddeutschen Brauereien? Diesen und anderen Fragen geht der Beitrag aus der Reihe 45 Min nach, der im Auftrag des NDR produziert wurde.
Endspiel ist der auf den ersten Blick etwas merkwürdig anmutende Name dieser Gemeinschaftsproduktion der Brauerei Lehe in Estland mit St. Erhard in Bamberg. Woher der Name stammt will mir noch nicht so richtig in den Kopf und ich weiß auch nicht, in welcher Form die Zusammenarbeit stattgefunden hat. Ich weiß nur, dass St. Erhard das Bier aus Estland importiert; ob eine weitere Zusammenarbeit stattgefunden hat, beispielsweise bei der Entwicklung des Rezepts, ist mir nicht bekannt. Auf meine Anfrage bei der Brauerei bekam ich nur die gleiche Prosa als Antwort, die auch auf dem Rückenetikett der Flasche abgedruckt ist:
Nein, Sie haben die Überschrift nicht falsch gelesen und ich habe auch nicht zu viel getrunken, um noch richtig zu schreiben. Dieses Bier aus dem Elsass heißt wirklich Wihnacht’s Bier und hat den Untertitel Biere de Noel, also Weihnachtsbier. Nun sind weder die Franzosen im Allgemeinen noch die Elsässer im Besonderen für ihre Brautradition bekannt, aber da die saisonalen Biere meist deutlich besser sind als die durchschnittlichen Erzeugnisse, hoffe ich hier auf ein besonderes Bier. Bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt.
Nun steht mal wieder ein Fruchtbier aus Belgien vor mir, das Liefmans Fruitesse. Aber das ist noch nicht die Besonderheit dieses Bieres, sondern dies ist das erste Bier, bei dem die Brauerei empfiehlt, es mit Eiswürfeln zu kühlen. Auf dem Rückenetikett wird die Verwendung von sechs Eiswürfeln empfohlen. Das ist schon recht happig. Aber gut. Gerade Fruchtbiere sollten durchaus etwas stärker gekühlt werden, besonders, wenn sie im Sommer getrunken werden.
Nun habe ich nach langer Zeit mal wieder ein Bier aus Hessen vor mir stehen. Das Braustüb’l Helles stammt aus Darmstadt, wo Sie auch die Brauereigaststätte besuchen und/oder die Brauerei in absoluter Bahnhofsnähe besichtigen können. Immerhin 13 Biere sowie ein Radler stellt die kleine Brauerei her und deshalb fand ich es im Nachhinein doch etwas traurig, dass ich in einem Supermarkt in Darmstadt nur das Helle sowie das Pils gefunden habe. Die anderen Biersorten, von denen mich einige mit Sicherheit gereizt hätten, waren aber leider durch die Fernsehbiere aus den Regalen verdrängt worden. Kommen wir jetzt aber zum Bier.
Jetzt steht ein Bier vor mir, das sich rühmt, das originale Weihnachtsbier zu sein. Es handelt sich um das Gordon Xmas. Das Bier stammt von Anthony Martins, einer englisch-belgischen Brauereigruppe, zu der Timmermans, Bourgogne des Flandres und die Waterloo Brewery gehören. Aus welcher Brauerei das Bier genau stammt verrät Martins nicht, sondern auf dem Rückenetikett ist lediglich der Hinweis „Brewed in Benelux“ vermerkt. Aber das ist auch nicht entscheidend, sondern es kommt auf die Qualität des Biers an.
Jetzt habe ich ein Bier aus dem oberbayrischen Altötting vor mir stehen. Dort hat seit 1890 die Brauerei Hell-Bräu ihren Sitz. Das Familienunternehmen, das viel Wert auf die Traditionen Bayerns legt, ist in jedem Jahr auf der in Altötting stattfindenden Hofdult mit einem Festzelt vertreten. Wie wichtig der Brauerei dieses Fest ist, zeigt sich auch darin, dass die Website ausschließlich dieses Fest bewirbt. Jetzt teste ich das Bayerisch Dunkel.