Eine Rezension über Bier ist immer subjektiv. In diesem Fall habe ich zu allem Überfluss ein Bier vor mir stehen, das meine Vorurteile hervorruft – das Anti Aging Bier aus der Klosterbrauerei in Neuzelle. Weshalb Vorurteile? Ich habe schon so manches Anti Aging-Produkt konsumiert, seien es Kekse, sei es Schokolade oder seien es Getränke. Alle diese Produkte haben eines gemeinsam: sie haben mir nicht geschmeckt. Und jetzt zum ersten Mal als Bier. Da mir die Biere aus dieser kleinen Brauerei in der Lausitz ansonsten schon gut geschmeckt haben, will ich versuchen, meine Vorurteile beiseite zu lassen. Mal sehen, ob es mir gelingt.
Weshalb Anti Aging Bier? Die Zutatenliste gibt Auskunft: neben Badebier enthält die Flasche noch die Zusätze Sole, Spirulina und Flavonoide (Quercetin). Sole ist eine Kochsalzlösung mit einem Salzgehalt von 1,5 % bis 6 %. Spirulina wird laut Wikipedia in der Alternativmedizin verwendet, um den Cholesterinspiegel zu senken. Außerdem werden diesen Blaualgen Effekte im Kampf gegen Viren und Allergien zugeschrieben. Wikipedia betont jedoch, dass es dazu keine belastbaren Untersuchungen gebe. Zu Quercetin schreibt Wikipedia: „Quercetin werden weitreichende, physiologisch positive Effekte zugesprochen. Hervorzuheben ist dabei die antikarzinogene Wirkung, welche hauptsächlich auf das antioxidative Potential zurückzuführen ist. Quercetin wirkt ähnlich wie die Vitamine A, C und E als Radikalfänger.“ Auch wenn die Wirkungen wohl nicht wirklich nachgewiesen sind – etwas vollkommen Falsches ist in diesem Bier nicht. Probieren wir es einfach einmal.
Tiefschwarz und klar steht das Bier im Glas, darüber eine mittlere Schaumkrone, hellbraun, feinporig. Der Schaum bleibt auch lange stehen. Optisch macht das Bier also einen guten Eindruck. Das Bier duftet angenehm nach Röstaromen, unterstützt durch blumige Aromen. Auch das sehe ich positiv. Aber wie schmeckt das Bier?
Der Antrunk bringt eine leichte Süße mit sich und die Röstaromen des Malzes breiten sich sofort im gesamten Mund aus. Der starke Röstgeschmack dieses recht trockenen Bieres bleibt auch bis zum Ende erhalten. Dann ist da aber noch der Salzgeschmack, der von der Sole stammt. Er ist nicht stark, stört mich aber doch deutlich. An dieser Stelle musste ich mich fragen, ob ich das Bier zu Ende trinken möchte oder nicht. Es ist doch grenzwertig. Schließlich habe ich mich dagegen entschieden. Das bedeutet aber nicht, dass das Bier ungenießbar wäre. Ich habe mich entschieden, mit dem Bier eine Schwarzbiersoße zu kochen, die ich dann zu einem Steak vom Ibericoschwein gegessen habe. Diese Soße war hervorragend, so dass ich mit gutem Gewissen sagen kann, dass dieses Bier auf jeden Fall eine Daseinsberechtigung hat.
Zutaten:
Badebier (Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen), Sole, Spirulina, Flavonoide (Quercetin)
Alkoholgehalt:
4,8 % Vol.
Brauerei:
Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
15898 Neuzelle
http://www.klosterbrauerei.com
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Jetzt steht wieder einmal ein Bier aus der Ratsherrn-Brauerei in den Hamburger Schanzenhöfen vor mir. Ein Bier? Für mich schon, aber Puristen, die verschärften Wert auf das Reinheitsgebot legen, werden mir widersprechen. Sie werden auch Bestätigung auf den Etiketten finden, auf denen nichts von Bier steht, sondern es ist nur von einer Brauspezialität die Rede. Weshalb? Hier wurden auch Koriander, Orangenschale und Kamillenblüten mit verbraut. Nennen Sie es wie Sie wollen, Entscheidend ist doch in erster Linie, dass es schmeckt. Können wir uns darauf einigen?
Heute steht mal wieder ein Bier aus der Hauptstadt vor mir und möchte gerne verkostet werden. Das Rückenetikett preist das Bier als süffige rubinrote Spezialität an. Na ja, das weckt doch schon mal einige Erwartungen. Mal sehen, ob das Bier diese Erwartungen erfüllen kann.

Welcher Teufel hat mich eigentlich geritten, dass ich ein Rauchbier gekauft habe? Vermutlich hat mich gereizt, dass es sich um ein Rauchweizen handelt, eine Seltenheit. Außerdem stammt das Bier aus der hessischen Brauerei Braufaktum, während Rauchbier traditionell aus dem fränkischen Bamberg stammt. In der Regel stört mich der Rauchgeschmack im Bier, der in der Regel sehr hervorstechend ist. Aber egal, jetzt habe ich es vor mir stehen und ich werde tapfer sein und es verkosten. Sehen wir uns zunächst die Etiketten an.
Am 3. Juli wurde das taz.panterbräu, das Bier der taz, der Öffentlichkeit vorgestellt und schon ist es bei mir angekommen (an dieser Stelle vielen Dank an Frau Renner von der taz für das Zusenden). Nach den Worten des Brauers handelt es sich um das rote Lager für das rote Lager. Na ja, warten wir mal ab, wie das Bier so ist. Das Etikett verrät erst einmal nicht viel über das Bier; es beschränkt sich auf die minimal erforderlichen Angaben. Aber OK, kommen wir zum Bier.