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Urfränkisches Landbier

Fränkisches Bier genießt bei mir eigentlich einen großen Vertrauensvorschuss. Um das Ergebnis dieses Biertests vorwegzunehmen: diesmal war ich wirklich enttäuscht.

Beim Eingießen fällt die angenehme rotbraune Farbe auf. Der elfenbeinfarbige Schaum besteht aus ungleichmäßig großen Blasen und fällt schnell zusammen. Bereits beim Antrunk fällt vor allem ein deutlich säuerlicher Geschmack mit einer leichten Schokoladennote auf. Im Abgang ist das Bier unangenehm bitter. Nein, dieses Bier braucht die Welt nicht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

 

Brauerei:

Privatbrauerei Kesselring
97342 Marktsteft
http://www.kesselring-bier.de/

Franziskaner Weißbier alkoholfrei

Nehmen wir uns mal wieder einem alkoholfreien Weizenbier an. Eigentlich stehe ich einem alkoholfreien Weißbier eher skeptisch gegenüber, da diese Biere meist eher flach schmecken und beim Entfernen des Alkohols auch der typische Weizencharakter verlorengeht. Wie die anderen Weizenbiere aus dieser Brauerei ist auch das alkoholfreie Weizen leicht trüb, es zeigt einen schönen dichten und gleichmäßigen feinporigen Schaum, der nicht allzu standfest ist, was aber bei alkoholfreien Bieren nicht anders zu erwarten war. An der Nase ist das Bier zunächst unscheinbar. Der Antrunk ist leicht süßlich; aber leider recht dünn. Langsam entwickelt sich auf der Zunge aber der Geschmack, der dieses Bier zu den besten seiner Art macht. Lt. Etikett auf der Rückseite der Flasche ist das Bier isotonisch. Ob das stimmt weiß ich nicht, aber auf jeden Fall ist es ein erfrischendes Getränk an heißen Tagen oder nach körperlicher Anstrengung.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hefe, Hopfenextrakt, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Spaten-Franziskanerbräu GmbH
80335 München
https://www.franziskaner-weissbier.de/

Biershop Bayern

Riedenburger Festbier

Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr. Zeit also, ein bayrisches Festbier zu testen. Für Saisonbiere wie dieses zu Weihnachten haben die Brauereien meist spezielle Rezepte, um so ein ganz besonderes Bier zu brauen. Das Riedenburger Festbier ist ein Biobier, nicht nach den Biorichtlinien der EU, die sich lediglich um die Rückstandfreiheit kümmern, sondern es handelt sich um ein „richtiges“ Biobier nach den Bioland-Richtlinien, also ein wirklich nachhaltiges Getränk.

Rohstoffe aus echtem biologischem Landbau sind in der Regel deutlich teurer als solche aus konventionellem Anbau. Häufig können die Mehrkosten nicht vollständig an die Konsumenten weitergegeben werden. Wir können also mit Fug und Recht davon ausgehen, dass bei Verarbeitern, die die teureren Rohstoffe verwenden, noch so einiges an Idealismus vorhanden ist. Des Weiteren gehe ich davon aus, dass diese Brauer auch mehr Sorgfalt beim sachgemäßen Umgang mit den Rohstoffen walten lassen. Dementsprechend hoch sind meine Erwartungen an dieses Bier. Zeit also, das erste Glas einzuschenken.

Ein schön klares Bier in der Farbe dunklen Bernsteins fließt in das Glas, gekrönt von einem elfenbeinfarbenen Schaum, der aber leider sehr schnell in sich zusammenfällt. Schade, ich hätte mir mehr Standfestigkeit gewünscht. Aber der Duft – intensiv nach geröstetem Malz, süßlich mit Zitrusfrüchten gemischt. Schon das Schnuppern an diesem Bier ist ein echtes Erlebnis.

Der Antrunk ist leicht hopfig und zeigt etwas Malz. Dazu eine erfrischende leichte Säure. Es ist nicht wirklich süffig, so dass es sich nicht einfach herunterschütten lässt, sondern es ist ein Bier, bei dem wir jeden einzelnen Schluck bewusst genießen sollten. Nach einem kurzen Verbleib im Mund kommt auch der Geschmack der fünfeinhalb Volumenprozent Alkohol zum Tragen, ohne dabei unangenehm zu werden. Im Abgang kommt anschließend der Hopfen zum Tragen. Der Geschmack bleibt recht lange im Mund erhalten.

Dieses Bier erfüllt meine Anforderungen an ein Saisonbier mit Rohstoffen aus biologischem Anbau in vollem Umfang. Ich würde mir lediglich etwas mehr der sehr schön feinperligen Kohlensäure wünschen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Mit Ausnahme des Wassers stammen alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau.

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
93339 Riedenburg
http://www.riedenburger.de

Biershop Bayern

Sebaldus Weizen Dunkles Hefe

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus Franken vor mir – das dunkle Weizen von Sebaldus, benannt nach dem Schutzpatron von Nürnberg. Zu diesem Namen passt auch das historisch gestaltete Etikett. Aber nicht nur die Herkunft aus Franken macht Lust auf das Bier, auch ein Blick auf das Rückenetikett der Flasche steigert die Vorfreude auf das Bier. Dieses Bier enthält keinen Hopfenextrakt, sondern nur Hopfen. Da können wir davon ausgehen, dass es sich um ein handwerklich hergestelltes Bier handelt, da sich beim Hopfen jede Charge von den anderen unterscheidet, ganz im Gegensatz zum standardisierten Hopfenextrakt. Mal sehen, ob das Bier diesen Erwartungen gerecht wird.

Dunkel, kupferfarben und trüb ist das Bier im Glas, gekrönt von einer hellen gelblichen Schaumkrone, genau wie es von einem dunklen Weizenbier erwarte. Der Duft wird von der Hefe bestimmt, die durch Noten nach Banane und Zitrusfrüchten unterstützt wird. Eigentlich hätte ich bei einem dunklen Weizenbier auch den Duft von Röstmalz erwartet, der aber hier nicht durchkommt. Das könnte aber auch daran liegen, dass ich einen leichten Schnupfen habe.

Der Antrunk scheint im ersten Moment etwas enttäuschend. Mir fehlt etwas die typische Süße des Röstmalzes. Aber schnell breitet sich eine feine Säure aus, die zusammen mit dem Geschmack des Röstmalzes und der feinen Kohlensäure die anfängliche Enttäuschung in Begeisterung umschlagen lässt. Langsam kommt noch etwas Bitteres dazu, sehr angenehm. Im Abgang bestimmen die Bitterstoffe den Geschmack, der auch nach dem Schlucken noch einige Zeit erhalten bleibt.

Insgesamt hinterlässt das dunkle Sebaldus Weizen bei mir einen sehr guten Eindruck. Es handelt sich um ein süffiges Bier mit viel Charakter, das ich meinen Gästen gerne anbiete.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Röstmalzbier, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Tucher Traditionsbrauerei
90409 Nürnberg

Urbanus Kellerweizen

Jetzt steht vor mir das Urbanus Kellerweizen aus Pfaffenhofen und wartet darauf, dass ich es teste. Das nostalgisch gestaltete Etikett weist ausdrücklich darauf hin, dass dieses Bier mit „exquisiter Sekthefe“ gebraut ist. Na ja, wollen wir einmal sehen, ob die Sekthefe einen Unterschied in der Qualität ausmacht.

Trüb und bernsteinfarben ist das Bier im Glas, darüber ein feinporiger hellgelber Schaum, der auch recht lange stehenbleibt. Optisch gibt es an diesem Bier also schon mal nichts auszusetzen. Beim Duft hält sich das Weizenmalz erst einmal ziemlich im Hintergrund. Ich rieche etwas Malz, Früchte – und Riesling. Der Duft macht neugierig auf den Geschmack.

Der Antrunk ist weich und angenehm. Neben dem zurückhaltenden Weizenmalz schmecke ich zunächst vor allem eine erfrischende Säure. Während sich das Bier im Mund erwärmt, kommt immer mehr auch der Geschmack nach dem Riesling durch, den ich bereits im Duft entdeckt habe. Der Abgang ist nur leicht bitter und die Frische bleibt im Mund zurück.

Fazit: Das Urbanus Kellerweizen ist ein wirklich rundes Bier, das ich ohne Einschränkungen empfehlen kann.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Urbanus-Brauerei
85276 Pfaffenhofen/Ilm
http://www.urbanus-bier.de

Neumarkter Lammsbräu Blond

Jetzt steht vor mir mal wieder ein Biobier aus dem fränkischen Neumarkt, diesmal das Neumarkter Lammsbräu Blond. Die klare Flasche zeigt bereits das kräftige Gelb dieses Bieres, die Farbe erinnert an Quittensaft. Im Normalfall werden Biere ja vor dem Licht geschützt. Sehen wir mal, ob die klare Flasche dem Bier geschadet hat. Eine weitere Besonderheit des Neumarkter Blond ist das Mineralwasser, das zum Brauen benötigt wurde. In der Regel wird Wasser aus einem Brunnen oder Leitungswasser verwendet.

Der Schaum ist anfangs sehr schön fein, fällt dann aber relativ flott in sich zusammen. Das Bier duftet vorwiegend nach Getreide sowie in geringerem Maße nach Hopfen. Der Antrunk ist frisch und ein wenig herb und zeigt relativ wenig Geschmack. Wir werden aber im Abgang durch eine leichte Bitterkeit entschädigt. Hier kommt zum ersten Mal der Hopfen wirklich durch.

Insgesamt ein erfrischendes leichtes Bier am Ende eines heißen Tages oder für Menschen, die das Bittere des Bieres nicht so gerne mögen.

Zutaten:

Mineralwasser, Gerstenmalz, Naturdolden-Hopfen

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Neumarkter Lammsbräu
Amberger Str. 1
92318 Neumarkt
http://www.lammsbraeu.de

Neumarkter Lammsbräu Zzzisch Edelpils

Nun will ich mal wieder ein Bier aus Franken verkosten. Diesmal aber kein Weizenbier, sondern ein Pils aus Neumarkt.

Nun ist das Bier bereits im Glas. Leuchtend gelb, klar und mit einer wunderbaren schneeweißen Schaumkrone lacht es mich an. Der Duft wird getragen von den vielfältigen Aromen des Naturhopfens, aber auch eine feine Süße ist festzustellen.

Der Antrunk ist mild und leicht süß. Da sich der Hopfen vornehm zurückhält, ist das Bier nicht allzu herb. Durch eine leichte Säure im Hintergrund ist das Bier sehr schön erfrischend. Der Abgang ist wie erwartet leicht und angenehm bitter und der Geschmack hält sich wirklich lange. Ein Bier wie es sein muss.

Zutaten:

Mineralwasser, Gerstenmalz, Naturdoldenhopfen

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Neumarkter Lammsbräu
Amberger Str. 1
92318 Neumarkt
http://www.lammsbraeu.de

Andechs Weißbier Hell

Lohnt es sich eigentlich, die Biere vom heiligen Berg in Bayern zu testen? Alleine der Name Andechs steht doch für Qualität und es besteht kein Risiko, von den Bieren der Mönche enttäuscht zu werden. Genau deshalb lohnt sich ein Test, denn ich will auch mal wieder einen risikolosen Test durchführen.

Das leicht trübe Weizenbier (es enthält signifikant weniger Hefe als die meisten Hefeweizen) zeigt einen deutlichen Rotstich. Darüber eine wunderbare feine und feste Schaumkrone, die lange stehen bleibt. Das Bier duftet angenehm nach Hefe, Weizen und Früchten. Doch, bis jetzt macht es einen guten Eindruck. Zeit also für den ersten Schluck.

Der Geschmack wird erheblich stärker von der Hefe beeinflusst als ich nach der Optik erwartet hätte, eigentlich so stark, dass er jeden anderen Geschmack in den Hintergrund drängt. Vom Weizenmalz ist kaum etwas zu schmecken. Im Abgang mischt sich der Hefegeschmack mit säuerlichen Geschmäckern. So bekommt dieses spritzige Hefeweißbier noch einige Ecken und Kanten, die ihm wirklich guttun.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Andechs
Bergstr. 2
82346 Andechs
http://www.andechs.de/

Weißer Franke

Nun steht mal wieder eine Flasche Weißbier aus Franken vor mir, diesmal aus der Ritter St.Georgen-Brauerei aus dem fränkischen Nennslingen. Dieses Bier fällt bereits im Getränkemarkt durch sein buntes Etikett auf. Am unteren Rand steht noch der lateinische Spruch „fortes fortuna adiuvat“, laut dem Pons Online-Wörterbuch lautet die deutsche Übersetzung „wer wagt gewinnt“. Braucht man Mut, um dieses Bier zu verkosten? Sehen wir mal.

Im Glas sieht das hefetrübe Weizenbier mit seiner hellen Bernsteinfarbe schon mal sehr gut aus. Der Schaum ist weiß, feinporig und bleibt lange stehen. Der Duft ist intensiv nach Weizen, er zeigt aber auch eine feine Säure und einen Hauch Banane. Soweit macht das Bier also schon mal einen sehr guten Eindruck.

Im Antrunk kommt vor allem die Hefe zum Tragen. Der Körper ist voll und bringt den Hopfen in den Vordergrund. Die angenehme Säure kommt zusammen mit den Bitterstoffen erst im Abgang hervor.

An diesem süffigen Weizenbier gibt es nichts auszusetzen. Allerdings erwarte ich von einem Bier aus Franken doch noch etwas mehr Charakter.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Ritter St.Georgen-Brauerei
91790 Nennslingen
http://www.ritter-bier.de/

Weltenburger Kloster Anno 1050

Jetzt steht das Märzen Weltenburger Kloster Anno 1050 vor mir. Die Klosterbrauerei im niederbayrischen Weltenburg wurde im Jahr 1050 gegründet und ist vermutlich die älteste Klosterbrauerei der Welt. Heute wird das Bier nicht mehr im Kloster gebraut, sondern nach dem Originalrezept in der Brauerei Bischofshof in Regensburg.

Das Bier steht bernsteinfarbig im Glas, darüber eine feinporige Schaumkrone mit langer Standzeit. Der Duft enthält eine Fülle von Aromen und wird eindeutig vom Naturhopfen geprägt, unterstützt durch das Aroma von Waldhonig. Soweit macht dieses Märzen eigentlich alles richtig.

Der Antrunk ist wunderbar vollmundig, leicht süß durch den Karamellzucker des Malzs. Dann wird das Bier kräftig, so wie ich es von einem Märzen erwarte. Lediglich der doch einigermaßen bittere Abgang gefällt mir an dieser Bierspezialität nicht so recht, aber das ist wohl auch Geschmackssache. Eventuell würde mich der Abgang auch nicht so stören, wenn das Bier kühler gewesen wäre und ich es zu einem bayrischen Essen genossen hätte.

 Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

 

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Bischofshof e.K.
93049 Regensburg
im Auftrag
Klosterbrauerei Weltenburg GmbH
http://www.weltenburger.de