Wieder einmal steht ein Bier von Ralph Hertrich vor mir. Diesmal hat er ein dunkles Bockbier kreiert. Da die anderen Biere aus Feucht alle von hervorragender Qualität waren, gehe ich an diese Verkostung mit sehr hohen Erwartungen. Die Erwartungen werden noch weiter gesteigert, als ich auf das Rückenetikett der Flasche sehe. Obwohl Bockbiere eigentlich ihren Geschmack aus dem Malz gewinnen, hat Ralph auch bei diesem Bock richtig gute Hopfensorten verwendet. Zusammen mit den drei verwendeten Malzen wird das wohl ein richtig guter Bock sein. Jetzt ist aber an der Zeit, die Flasche zu öffnen.
Mahagonifarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist durchschnittlich groß, sahnig, hellbraun und bleibt lange erhalten. Optisch ist der Lammbock ansprechend.
Düfte nach Karamell, frischem Brot und Waldhonig steigen mir in die Nase. Dabei ist das Aroma recht süß und verdrängt die Röststoffe des dunklen Malzes weitgehend. So weit ist es ziemlich normal für ein dunkles Bockbier. Herausragend aus der Masse der dunklen Böcke ist aber der Duft nach Trockenfrüchten, vornehmlich Rosinen sowie einem Hauch Haselnuss, der vom Hopfen stammt.
Wie erwartet fällt der Antrunk ziemlich süß und auch recht intensiv aus. Die extrem feinperlige Kohlensäure nimmt dem Lammbock aber die Schwere und sorgt für eine angenehme Frische. Auf der Zunge kommen dann die Röststoffe leicht in den Vordergrund und sorgen mit einer leichten Fruchtigkeit für ein volles Mundgefühl. Fast meine ich, den Geschmack von Rübenkraut festzustellen. Der Abgang ist leicht rauchig und mild, die leichte Fruchtigkeit bleibt bestehen und klingt lange nach.
Der Lammbock ist ein ungewöhnliches Bier, das sich wohltuend aus der Masse der Bockbiere abhebt. Am Bier, das sich sehr gut als Begleitung zu Wild eignet, ist in meinen Augen nichts auszusetzen. Aber Ralph hat bei der Beschreibung des Lammbock auf seiner Website doch glatt noch einen Bock geschossen: „Dieser Bock ist die Deluxe-Version. Dieser Bock ist die „Jakobs Krönung“ des Bockbiers“ Ja, was den nun? Deluxe oder Jakobs Dröhnung? Ich tendiere zu ersterem. Zu Jakobs-Kaffee gibt es mit Sicherheit bessere Alternativen.
Zutaten:
Brauwasser, Gerstenmalz (Münchner, Pilsner, Wiener, Karamell, Rauch), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Hersbrucker Spät, Spalter Select, Enigma, Merkur), Hefe
Alkoholgehalt:
7,3 % Vol.
Stammwürze:
17,9° Plato
Bittereinheiten:
33 IBU
Brauerei:
Hopferei Hertrich
Brückkanalstraße 33
90537 Feucht bei Nürnberg
www.hopferei.de
Als ich kürzlich Freiburg besuchte habe ich die Badisch Gose der Brauerei Welde gefunden. Da mir die Biere von Welde, die ich bislang verkostet habe, sehr gut gefallen haben, musst ich selbstverständlich auch dieses Bier mitnehmen. Wieder zuhause habe ich aber gezögert, die Flasche zu öffnen. Ich habe bereits einige Biere dieses Stils getrunken und die Geschmäcker dieser Biere variierten sehr stark. Sie reichten von wunderbar fruchtig bis hin zu furchtbar sauer, einfach nur sauer.
Neun unterschiedliche Biere sowie drei Bier-Mischgetränke bietet die inhabergeführte mittelständische Brauerei aus Bochum an und damit ist sie der unangefochtene Platzhirsch in ihrer Heimatstadt. Außerdem ist die Brauerei Mitglied bei den Freien Brauern, einem Verbund führender unabhängiger Familienbrauereien. Jetzt steht das Fiege Gründer vor mir, ein Export.
Dithmarschen ist ein Landstrich an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins und wird durch die Eider und den Nord-Ostsee-Kanal begrenzt. Bekannt ist diese Gegend als Hauptproduktionsort von Windenergie, Kohl und Gänsen. Und dann ist dort noch die Brauerei Karl Hintz in Marne. Ich kann mich an die 1980er Jahre erinnern, als es von dort ausschließlich ein recht gut trinkbares Pils gab, zumindest sind mir damals keine anderen Biere aus Marne untergekommen. Inzwischen hat die Brauerei ihr Sortiment erweitert, unter anderem um das dunkle Lagerbier, das jetzt vor mir steht.
Jetzt steht ein Bier mit Tradition vor mir. Das
Welde und Himbergs Braukunst-Keller haben sich zusammengetan, um das Pepper Pils zu kreieren. Beide Brauereien stehen für gute Biere, so dass ich von diesem Bier etwas Besonderes erwarte. Besonders gespannt bin ich, welche Aromen des rosa Pfeffers dem Bier hinzufügen. Ist es scharf oder fruchtig? Gleich werde ich es wissen.
Auf der Internorga überraschte mich die Brauerei Klüvers in diesem Jahr mit einem neuen Bier, dem Seegang. Damals hatte das Bier noch keinen Namen und wurde einfach als Algenbier angepriesen. Bei diesem Angebot handelte es sich um einen Probesud und ob dieses Bier in die Produktion geht, sollte davon abhängen, wie das Bier auf der Messe beim Publikum ankommt. Entwickelt hat die Brauerei dieses Bier in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut in Lübeck. Als ich im Sommer dieses Jahres in Neustadt war, habe ich auch Klüvers besucht. Im Laden neben der Brauereigaststätte, in dem Klüvers seine Produkte verkauft, gab es das Seegang nicht, nur in der Gaststätte konnte ich es bestellen, um eine Flasche mit nach Hause zu nehmen. Nun habe ich das Seegang getrunken und mich gewundert, dass die Brauerei dieses Bier nicht auf seiner Website erwähnt, es aber bei mehreren Versandhändlern sowie bei Citti, einer regionalen Supermarktkette, im Angebot ist. Na ja, ich muss auch nicht alles verstehen. Kommen wir zum Bier.
Nun steht nach längerer Zeit mal wieder ein Bier vor mir, das aus biologischen Zutaten gebraut wurde. Nun macht der Bio-Anbau das Bier nicht zwangsweise besser, aber wenn eine Brauerei die teuren Rohstoffe verwendet, geht sie in der Regel auch behutsam damit um, lässt dem Bier die Zeit zum Reifen… Diese Faktoren beeinflussen den Preis stärker als die Zutaten und sorgen in der Regel für einen besseren Biergenuss.
Achtern Diek, also „hinterm Deich“ heißt das Bier, das jetzt vor mir steht. Damit ist die Herkunft dieses Pilseners auch schon treffend umschrieben, liegt doch Marne direkt an der Nordsee. Wo heute die Brauerei steht, existierte bereits im Jahr 1775 eine bäuerliche Braustätte. 1884 wurde dann von Christian Hintz die Brauerei gegründet, die sich bis heute im Familienbesitz befindet. Die Brauer hatten also Zeit genug zum Üben und so erwarte ich jetzt ein gutes und herbes norddeutsches Pils.
Im Osten des östlichen Teils der Lausitz liegt Eibau, von wo das Bockbier kommt, das jetzt vor mir steht. Das Etikett verspricht viel: „Oberlausitzer Braukunst mit dem feinen Unterschied. Dunkles Bockbier mit dem unverwechselbaren kräftig-würzigen und zugleich bekömmlichen Geschmack.“ Na, dann will ich mal anfangen.