Jetzt will ich wieder ein Bier der italienischen Brauerei Birra Flea verkosten. Wie bei den anderen Bieren ist auch dieses einer historischen Persönlichkeit gewidmet: „Sie sollte ein Junge sein: Kaiser Friedrich II. war sich dessen seit dem Moment der Empfängnis von Margaret sicher, denn zu diesem Zweck folgte er genau der Anweisung der Astrologen. Zu diesem Zweck war Margaret auch die einzige legitime Tochter, die aus der Vereinigung zwischen Friedrich II. und Isabella von England geboren wurde. Margherita lebte weit weg von Sizilien und den Kämpfwn. Sie heiratete Albert II. Landgraf von Thüringen, Markgraf von Meißen. 1257 wurde aus ihrer Vereinigung ein ‚neuer Frederik‘ namens ‚The Joyful‘ geboren, der für eine Weile die Hoffnung auf eine neue glorreiche Zukunft für das schwäbische Haus vertrat: der dritte Frederik.
Im Wesentlichen handelt es sich beim Birra Flea Margherita um ein Weizenbier. Im Gegensatz zum deutschen Weißbier enthält dieses aber mehr Gersten- als Weizenmalz, zumindest, wenn auch die Italiener die Reihenfolge in der Zutatenliste entsprechend der Menge angeben.
Strohgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas, zusammen mit einer durchschnittlichen Blume, sowohl was das Volumen als auch die Haltbarkeit angeht.
Das Aroma wird durch den Duft nach Bananen geprägt, dazu eine leichte fruchtige Säure sowie einige würzige Noten nach weißem Pfeffer und etwas Mandel. Damit ist der Duft für ein Weizenbier ungewöhnlich komplex und er macht richtig Lust auf den ersten Schluck.
Zunächst stellt meine Zunge eine leichte Süße fest, gepaart mit reichlich dosierter kräftiger Kohlensäure. Dann schmecke ich die Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt. Dazu kommt ein zunächst leichtes Bitter, das mit der Zeit kräftiger wird. Das Mundgefühl ist voll, rund und frisch. Der Abgang ist anfänglich bitter und langsam entwickelt sich der Geschmack nach Marzipan, der lange nachklingt.
Das Birra Flea Margherita ist ein Bier, das überraschen kann und das es wert ist, langsam und bewusst genossen zu werden. Es passt zu vielen italienischen Gerichten fast besser als der übliche Rotwein.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe
Alkoholgehalt:
5,2 % Vol.
Bittereinheiten:
15 IBU
Brauerei:
Flea Società Agricola a r.l.
Via Fratelli Cairoli
Zona Industriale Sud
06023 Gualdo Tadino, PG
Italien
www.birraflea.com
Flea ist eine Brauerei aus Umbrien in Italien. Ich habe den Brauer kürzlich in Düsseldorf kennengelernt und er hat mir seine Biere zum Verkosten gegeben. Eine Besonderheit dieser Brauerei ist, dass sie ihre Kreationen jeweils einer historischen Besonderheit widmet. In diesem Fall ist es Bianca Lancia.
Die Schweiz ist eigentlich nicht für ihre Braukunst bekannt; und das, obwohl die Schweiz das Land mit der größten Brauereidichte weltweit ist. Auf jeweils etwa 8.600 Einwohner kommt eine Brauerei (zum Vergleich: in Deutschland kommen auf jede Brauerei etwa 50.000 Einwohner). Das bedeutet, dass die meisten Brauereien in der Schweiz Kleinbetriebe sind, die handwerklich arbeiten. Ich weiß allerdings nicht, weshalb die Biere aus der Schweiz im Ausland so selten angeboten werden, insbesondere weil ich das Vorurteil habe, dass die Schweizer sehr auf Qualität achten, und das nicht nur bei Uhren und Schokolade. Und tatsächlich – als ich Ende letzten Jahres auf der BrauBeviale war, wo ich viele Biere verkosten konnte, hat mich ein Bier aus der Schweiz am meisten beeindruckt. Dieses Bier steht jetzt vor mir und ich bin mal gespannt, ob es mir zu Hause genauso gut schmeckt wie auf der Messe.
Für den Winter braut Hellers in Köln jedes Jahr einen Weizenbock. Das obergärige Bier wird bereits im Frühjahr eingebraut, so dass es viel Zeit zum Reifen hat. Das verspricht ein besonderes Trinkerlebnis.
Als vor etwa 40 Jahren mit Clausthaler das erste alkoholfreie Bier auf den Markt kam, war dieses Bier wirklich kein Genuss. Inzwischen hat sich die Brauereitechnik deutlich weiterentwickelt und auch viele alkoholfreien Biere sind gut trinkbar. Kaum eine Brauerei verzichtet noch darauf, diese Biere anzubieten, bilden sie doch das Marksegment, das noch wächst. Auch viele Craft Beer-Brauereien bieten inzwischen alkoholfreie Biere an. So ist es auch kein Wunder, dass jetzt Maisel & Friends ein alkoholfreies Bier anbietet.
In der Wallonie liegt nahe der Grenze zu Luxemburg die kleine Gemeinde Ebly, so klein, dass sie weder über eine eigene Website noch über einen Eintrag bei Wikipedia verfügt. Aber eines gibt es – eine Brasserie mit eigenem Bier. Zwar wird es nicht in Ebly gebraut, sondern bei der Brasserie des Légendes in Ellezelles, aber trotzdem gibt es vom La Corne de Bois des Pendus gleich eine ganze Serie unterschiedlicher Biere: Die Trilogie Corne du Bois des Pendus besteht aus einem Lagerbier, einem Schwarzbier und einem Tripel. Diese drei dauerhaft verfügbaren Biere werden durch ein fruchtiges Bier sowie ein winterliches Spezialbier ergänzt. Jetzt steht das Winterbier vor mir. Von diesem Bier werden pro Jahr lediglich 200 Hektoliter hergestellt. Wenn diese weg sind, sind sie weg und auf das nächste Winterbier muss der geneigte Käufer ein Jahr warten.
In jedem Jahr braut Maisel & Friends seinen Hopfenreiter, ein Double IPA, in diesem Jahr zum vierten Mal. Das Besondere an diesem Bier ist, dass verschiedene Brauereien für diesen Sondersud ihren Lieblingshopfen spenden. Die Brauereien wechseln von Jahr zu Jahr, so dass auch jeder Hopfenreiter anders ist. Lediglich der Bierstil bleibt der gleiche. In diesem Jahr sind einige Hopfensorten dabei, die ich noch nicht kenne, so dass es sich lohnt, zunächst einen kurzen Blick darauf zu werfen, bevor ich das Bier verkoste.
Aus der Nähe von Kassel kommt Rehbocks Pale Ale, das jetzt vor mir steht. Im Regal fällt dieses Bier sofort auf. Der Rehbock vor dem Sudkessel ist recht originell. Dass ich zweimal hinsehen musste, um den Schriftzug Pale Ale lesen zu können ist sicherlich gewollt und der Auffälligkeit geschuldet. Mal sehen, ob der Inhalt der Flasche so originell ist wie das Etikett.
Das KaDeWe ist seit mehr als 100 Jahren dafür bekannt, sich höchsten Qualitätsansprüchen und dem Sinn zum Besonderen zu verpflichten. Dieses Pilsner wird von BRLO speziell für das KaDeWe gebraut und in einem vier Wochen andauernden Eisreifeverfahren vollendet. Eigentlich kann ich bei einem Bier, das für das nobelste Kaufhaus der Hauptstadt gebraut wurde, wirklich etwas Besonderes erwarten und ich gehe an diese Verkostung auch mit entsprechend hohen Erwartungen.
In der Nähe von Amsterdam liegt Haarlem, die Heimat der Brauerei Uiltje. Robbert Uyleman, der Inhaber dieser Brauerei ist bekannt für Biere, bei deren Herstellung viel Hopfen verwendet wurde und die einen markanten Namen tragen. In diesem Fall handelt es sich um ein IPA mit dem Namen Bird of Prey. Inspiriert wurde das Bier oder zumindest die Gestaltung des Etiketts durch die amerikanische Comicserie Birds of Prey (deutsch: Raubvögel). Das ist eigentlich auch naheliegend, wenn wir uns den Namen der Brauerei ansehen, Uiltje (deutsch: Eule).