Archiv der Kategorie: Craft Beer

1332 Gose

Auf den ersten Blick erscheint der Name 1332 für ein Bier etwas merkwürdig. Aber er macht durchaus Sinn. Vom 27. März 1332 stammt die älteste erhaltene Urkunde, in der Gose erwähnt wurde. Gebraut wurde sie im Kloster Ilsenburg, einer ehemaligen Benediktinerabtei in der heutigen Stadt Ilsenburg, Landkreis Harz. Die 1332 Gose stammt aber nicht aus Sachsen-Anhalt, sondern aus der Berliner Bierfabrik, gelegen im Bezirk Marzahn.

Strohgelb präsentiert sie die Gose im Glas. Darüber steht eine extrem große sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Es empfiehlt sich also, dieses Bier sehr vorsichtig einzuschenken. Aber dann macht es eine wirklich gute Figur.

Das Aroma ist fruchtig-säuerlich geprägt. Düfte nach Banane, grünen Äpfeln und Birnen steigen mir in die Nase, gut abgerundet durch die leichte Würzigkeit des Korianders.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure spritzig. Erst als sich die Gose auf der Zunge verteilt, kommt die Fruchtigkeit kräftig zum Tragen. Der Geschmack roter Johannisbeeren steht im Vordergrund. Er korrespondiert gut mit der hintergründigen Süße. Die Säure ist deutlich zu schmecken, aber nicht zu kräftig. Insgesamt ist das Bier gut ausgewogen. Das Mundgefühl ist schlank, aber trotzdem voll und rund. Im Abgang lässt die Säure etwas nach und die Würzigkeit des Korianders kommt erstmals deutlich hervor. Der Fruchtgeschmack klingt noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Koriander, Salz, Hefe, Milchsäurebakterien

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Brauerei:

BBF Berliner Bierfabrik
Zur Alten Börse 74
12681 Berlin
http://www.berlinerbierfabrik.com

Genys Baltas Melas

Jetzt steht das Baltas Melas der kleinen Brauerei Genys aus Kaunas, Litauen, vor mir. Das Bier haben mir die Brauer auf der ProWein in Düsseldorf zum Verkosten mitgegeben. Baltas Melas ist litauisch für „Weiße Lüge“. Wenig überraschend handelt es sich um ein Witbier nach belgischem Vorbild. Die Brauerei beschreibt das Baltas Melas so: „Ohne Sch**ß können wir sagen, dass unser Witbier Baltas Melas zu jeder Jahreszeit immer Teil des Sommers sein wird. Eine Nase von Zitrone und feuriger Orange wird von erfrischenden Weizennoten erfüllt, die die elegant und durch Honignoten unterstützte Bitterkeit von Baltas Melas unterstrichen wird.“ Der litauische Onlinehändler Vynoguru (www.vynoguru.lt) wird noch romantischer: „Weiße Lüge. Du versprichst, sie zum Mond und zurück zu bringen. Auch wenn sie weiß, dass das nicht wahr ist, setzt sie einen Helm auf und wartet auf die Magie. Was für eine süße weiße Lüge! Witbier mit orangefarbenen Noten – fühlt sich wie Magie auf dem Mond an.“ Na, da bin ich aber mal gespannt, was hier auf mich wartet.

Golden und leicht hefetrüb ergießt sich das Bier ins Glas und bildet dabei eine relativ kleine feinporige Schaumkrone, die leider recht flott in sich zusammenfällt.

Die Minuspunkte, die die Optik gesammelt hat, macht das Aroma aber wieder gut. Das Baltas Melas duftet, wie sich ein Witbier präsentieren soll. Düfte nach reifer Banane und Nelken steigen mir in die Nase, unterstützt durch das Aroma der Orangenschalen. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Frisch und spritzig sind die ersten Eindrücke, die das Bier der Zunge vermittelt. Es ist relativ trocken und enthält viel sehr feinperlige Kohlensäure. Aber dann kommt die Fruchtigkeit mit Macht. Ich schmecke Banane, dazu etwas Karamell und Waldhonig, abgerundet durch den Geschmack der Orangenschale. Das Mundgefühl ist wirklich rund; trotzdem bleibt das Bier leicht. Im Abgang wird die Fruchtigkeit noch stärker und jetzt kommen auch leichte Bitterstoffe dazu. Trotz der geringen Bitterkeit klingt der Geschmack noch lange in der Kehle nach.

Das Baltas Melas von Genys ist ein wunderbares Sommerbier, eines der besten Witbiere, die ich bislang getrunken habe. Dazu gebratener Fisch oder Muscheln und der Abend ist gerettet.

Zutaten:

Wasser, Malz (Pilsener, Weizenmalz, Münchner Malz, Caramalz, Cara Pilsener), Hopfen (Saphir), Bitterorangenschalen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Bittereinheiten:

12 IBU

Brauerei:

Genys Brewing, UAB
Juozapavičiaus av. 7H
45251 Kaunas
Litauen
www.genysbrewing.lt

Duvel Tripel Hop Cashmere

Die Brauerei Duvel Moortgat ist in Breendok beheimatet, einem Ortsteil der Gemeinde Puurs-Sint-Amands in der belgischen Provinz Antwerpen. Die Brauer sind immer auf der Suche nach Innovationen um originelle Geschmacksmischungen mit exklusiven Hopfensorten zu kreieren. Im letzten Jahr haben sie die Hopfensorte „Cashmere“ entdeckt. Dabei handelt es sich um das Ergebnis der Kreuzung einer weiblichen „Cascade“-Hopfenpflanze mit einer männlichen „Northern Brewer“-Hopfenpflanze. Jetzt will ich das Ergebnis verkosten.

Strohblond und leicht hefetrüb mit sehr viel feinporigem Schaum fließt das Bier ins Glas. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Aromen nach Zitronenschalen, Melonen und Kräutern steigen mir in die Nase. Da haben die Brauer am Cashmere wirklich nicht gespart.

Beim ersten Kontakt mit dem Bier meldet mir meine Zunge eine leichte Süße, aber nur recht wenig Kohlensäure. Aber dann kommt die Fruchtigkeit zum Tragen. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider und sie werden durch ein ordentliches Bitter begleitet, das die Fruchtaromen aber nicht überdeckt. Das Mundgefühl ist samtig und frisch. Der Abgang wird durch ein freundliches Bitter geprägt, das anfangs schnell nachlässt, aber ein Rest klingt lange nach.

Zutaten:

Eine Zutatenliste stellt die Brauerei nicht zur Verfügung; lediglich die Hopfensorten (Saaz, Styrian Golding, Cashmere) wurden veröffentlicht.

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Duvel Moortgat
NV-Breendonkdorp 58
2870 Puurs
www.duvel.be

Glaab’s Grie Soß

Was macht ein hessischer Brauer, der ein Craft Beer außerhalb des Reinheitsgebots brauen will? Er lässt sich von der Frankfurter Grünen Soße inspirieren und schon ist er fertig. Soweit das Vorurteil, dem aber Glaabsbräu aus Seligenstadt gefolgt ist. So entstand im Jahr 2018 erstmals das saisonale Craftbier Glaab´s Grie Soß. Seit April 2019 kam die zweite Auflage dieses Biers wieder in den Handel, ganz nach dem Motto „Schmägg die Kraft der siwwe Kräuder“. Das Biermischgetränk besteht zu 90% aus einem mild gehopften hellen Bier und 10% aus den sieben Kräutern der hessischen Grünen Sauce (Petersilie, Kresse, Borretsch, Schnittlauch, Sauerampfer, Kerbel und Pimpernelle). Ich habe mich auf der Internorga mit den Brauern unterhalten, die mir erzählt haben, dass sie einige Zeit aufwenden mussten, um die richtige Kräutermischung zu finden. Vor allem der Schnittlauch musste geringer dosiert werden, da er im Bier sonst zu dominant wurde. Wie sich die sieben Kräuter der Grünen Soße im Bier machen will ich jetzt feststellen.

Golden und klar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine reichliche feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz geprägt und das Bier duftet wie ein ordentliches Helles. Erst beim zweiten Schnüffeln kommen die Kräuter zum Vorschein, dann aber immer kräftiger. Noch bin ich mir nicht sicher, was ich davon halten soll.

Der Antrunk ist recht trocken und erfrischend. Auf der Zunge schmecke ich wenig bitter, auch wenig Fruchtigkeit; trotzdem ist das Bier wirklich vollmundig. Dafür entwickelt sich der Geschmack der Kräuter, der aber erst im Abgang richtig zur Geltung kommt, dann aber mit Macht. Dabei stelle ich fest, dass die Kräuter gut aufeinander abgestimmt sind und keines besonders hervorsticht. Dass der Geschmack noch lange in der Kehle nachklingt ist sehr angenehm.

Die Grie Soß von Glaabsbräu ist schon etwas Besonderes. Die Kräuter geben dem Bier eine tolle Würzigkeit, die dieses Bier zu einem erstklassigen Begleiter zu vielen Speisen macht. Ich kann mir dazu gut ein Steak oder auch einen Schweinebraten vorstellen. Nur zur Frankfurter Grünen Soße würde ich es nicht empfehlen, denn da fehlt dann der Kontrast.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Kräuter (Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpernelle, Sauerampfer, Schnittlauch), Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Bittereinheiten:

19 IBU

Farbe:

13 EBC

Brauerei:

Glaabsbräu GmbH & Co. KG
Wallstr. 1
63500 Seligenstadt
www.glaabsbraeu.de

Bertinchamps Blanche

Im Jahr 2011 war die Familie Humblet auf der Suche nach einem Ort, an dem sie eine neue Brauerei bauen und ihre Tradition und lange Liste der von ihrem Vater Benoit Humblet gebrauten Biere fortsetzen konnte. Bei dieser Suche entdeckten sie den Hof von Bertinchamps, unweit von Gembloux gelegen. Obwohl der Hof sehr alt und verfallen war hatte der Bauernhof einen atemberaubenden Charakter, der sich in einer Umgebung befindet, die seinem Prestige entspricht. Es war Zeit für eine gewisse Verjüngung und das Renovierungsprojekt begann sofort. Fast 2 Jahre harter Arbeit folgten. Im März 2013 wurde das Brausystem in den alten Scheunen installiert. Moderne Gärtanks mit einem Fassungsvermögen von 6.000 hl wurden aufgestellt, ein erstaunlicher Kontrast zwischen moderner Technologie und dem Betrieb, der mehr als 7 Jahrhunderte zurückreicht. Aus dieser Brauerei stammt das Bertinchamps B+ Blanche, ein Witbier, das nach altem Rezept gebraut wurde, und das jetzt vor mir steht.

Weizenblond und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich beim Einschenken eine sehr schöne feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Aromen nach Banane, Zitrone und Hefe steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige Kräuterdüfte. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig und erfrischend. Die Kohlensäure ist extrem feinperlig. Und extrem geht es auch weiter, nämlich mit der Fruchtigkeit. Ich schmecke Banane, Zitrusfrüchte und Vanille. Dabei ist das Bier recht vollmundig und süffig. Im Abgang kommt noch ein leichtes Bitter dazu, das die Fruchtigkeit hervorragend ergänzt. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Das Bertinchamps B+ Blanche ist ein sehr schönes Sommerbier, von dem ich mir lediglich etwas mehr Zitrusaromen wünschen würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, natürlicher Zitronenextrakt, Kräuter

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de Bertinchamps
4, Rue de Bertinchamps
5030 Gembloux
Belgien
www.bertinchamps.be

Mücke 168

Angefangen haben Dennis Pfahl und Michael Kesseböhmer als Hobbybrauer und hatten mit ihren selbstgebrauten Bieren bei ihren Freunden Erfolg. So fingen sie irgendwann an, ihre Biere auch zu verkaufen. Die Biere für den Verkauf brauen sie aber nicht in einer eigenen Brauerei, sondern sie mieten sich bei Frank Liebhart in Detmold ein, der sie mit Rat und Tat unterstützt. Aus dieser Verbindung erklärt sich auch der Name des Weizenbiers: vom Ortsteil Holsterhausen in Essen nach Detmold sind es 168 Kilometer. Außerdem ist das 168 auch ein Collaboration Brew der beiden Brauereien. Da Frank Liebhart die Biere , die unter seinem Namen vertrieben werden, grundsätzlich aus biologischen Zutaten braut, ist das Weißbier, das jetzt vor mir steht, ebenfalls ein Biobier.

Strohgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Für ein Weizenbier entwickelt es beim Einschenken überraschend wenig feinporigen Schaum, der aber lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier nichts auszusetzen.

Düfte nach Banane, Limone, Steinfrüchten und Nelken bilden das komplexe Aroma dieses Bieres. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist fruchtig und die Aromen spiegeln sich vom ersten Moment an auf der Zunge wider. Schnell kommen die Zitrusnoten in den Vordergrund und sorgen zusammen mit der Süße des Malzes für ein volles und rundes Mundgefühl. Langsam geht die Süße zurück und macht einer leichten angenehmen Herben Platz. Der Abgang ist mild und die Frucht klingt einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Cascade, Chinouk, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Liebharts Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Gelskamp 6
32758 Detmold
www.residenz-biere.de

Zusammen mit

Kesseböhmer-Mai & Pfahl GbR
MÜCKE – Craft Beer
Hölderlinstr. 28
45147 Essen
www.muecke-craftbeer.de

Birra Flea Anais

So, das ist jetzt das letzte Bier aus der Brauerei Birra Flea, das mir die Brauer auf der ProWein mitgegeben haben. Dieses Bier habe ich mir für den Schluss aufgehoben, einfach weil es sich hierbei um ein Rauchbier handelt, das erste seiner Art aus Italien, das ich ins Glas bekomme.

Wie immer ist auch dieses Bier einer historischen Frau gewidmet. Diese Widmung beschreibt die Brauerei so: „Die bloße Erwähnung des Namens ‚Anais‘ erinnert an Düfte und berauschende Düfte des Orients, Goldanhänger, Silberkörner und Bänder aus lila, exotischen Essenzen von Myrrhe und Weihrauch, Zedernfrüchten und Alraunenpflanzen. Das ist es, was der junge Friedrich II. gedacht haben könnte, als er die Cousine seiner neuen Frau traf. Tatsächlich heiratete Friedrich II. im November 1225 Yolanda von Brienne, Königin von Jerusalem, hauptsächlich aus diplomatischen Erwägungen. Der Kaiser war von den Frauen des Königlichen Gefolges fasziniert, insbesondere von ihrer Cousine Anais wegen ihrer tiefschwarzen Augen und ihres Körpers, der an ferne Länder wie Syrien, den Libanon und die Insel Zypern erinnerte. Yolanda war noch eine zu junge und unausgereifte Frau, also beschloss Friedrich, die erste Nacht seiner Hochzeit zusammen mit Anais zu verbringen und begann mit ihr eine Beziehung von Vergnügen und Üppigkeit. Allerdings war Anais eine zu willensstarke und unbezwingbare Frau, um zu akzeptieren, dass sie ein reines exotisches Vergnügungsobjekt ist, das dazu bestimmt ist, ein Leben als Konkubine zu führen. Fredrick betrachtete Anais als wunderschöne und schwer fassbare ‚Blume Syriens‘ und als sie den Kaiser verließ, schrieb er eine bewegende Abschiedsklage in der vergeblichen Erwartung auf die Rückkehr seines geliebten Anais.“

Das Anais ist ein Rauchbier, ein alter Bierstil, der nahezu in Vergessenheit geraten war und eigentlich nur noch in Bamberg überlebt hat. Das ist auch der Grund, weshalb Slowfood das Rauchbier in die „Arche des guten Geschmacks“ aufgenommen hat. Im Rahmen der Craft Beer-Bewegung wurde auch das Rauchbier wieder beliebter und es wird heute wieder von vielen kleinen Brauereien hergestellt. So auch von Birra Flea in Italien. Wie alle anderen Biere dieser Brauerei wurde auch das Anais nicht gefiltert oder pasteurisiert und außerdem in der Flasche ein zweites Mal vergoren.

Bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittliche Schaumkrone, die auch durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch den Duft nach Toffee dominiert, während sich das Raucharoma eher zurückhält. Ich habe den Eindruck, dass dies ein Rauchbier für Einsteiger handelt.

Im Antrunk sorgt die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure zusammen mit einer leichten Süße für eine ordentliche Frische. Für ein Rauchbier ist der erste Kontakt mit der Zunge ungewöhnlich, aber durchaus angenehm. Auf der Zunge spiegelt sich das Toffeearoma wider und vereint sich mit einem leichten freundlichen Bitter und dem diskreten Raucharoma zu einem Gesamtkunstwerk. Das Mundgefühl ist rund und voll. Der Abgang ist eher schlank, das Bitter tritt zurück und macht dem leichten Rauchgeschmack Platz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,4 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Bittereinheiten:

28 IBU

Brauerei:

Flea Società Agricola a r.l.
Via Fratelli Cairoli
Zona Industriale Sud
06023 Gualdo Tadino, PG
Italien
www.birraflea.com

Hoppy Hell

Für eine Brauerei aus Bayern ist es ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit, eine Helle zu brauen. Da macht Maisel & Friends aus dem fränkischen Bayreuth jetzt keine Ausnahme mehr. Ab sofort ist im Standardsortiment dieser Brauerei das Hoppy Hell erhältlich. Auch wenn es sich beim Hellen um ein Standardbier der Bayern handelt, bedeutet dies nicht, dass es einfach zu brauen ist. Gerade bei diesem Bierstil fallen Bierfehler stark auf. Da die Bayreuther ihre Biere immer sehr sorgfältig brauen und sie die Bierstile immer individuell interpretieren, erwarte ich hier etwas ganz Besonderes.

Golden und nur leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große Schaumkrone, die überraschend schnell in sich zusammenfällt.

Zitrusaromen stechen im Duft besonders hervor. Dazu kommen der Duft von Mirabellen und aus der zweiten Reihe meldet sich noch diskret der Duft nach Karamell.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Auf der Zunge entwickelt sich ein charmanter Zitrusgeschmack der die Frische noch unterstreicht. Zum vollen Mundgefühl kommt eine hervorragende Süffigkeit. Im Abgang tritt die Fruchtigkeit etwas in den Hintergrund und macht einem freundlichen Bitter mit langem Nachklang Platz.

Meiner Meinung nach ist der Bierstil nicht so ganz getroffen. Aufgrund der für ein Helles kräftigen Kalthopfung ähnelt das Bier schon fast einem Pale Ale. Aber das ändert nichts daran, dass mir das Bier gefällt und es ein Bier für (fast) jede Gelegenheit ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

11,5 %

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

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Birra Flea Adelaide

Wie die anderen Biere von Birra Flea ist auch Adelaide einer historischen Frau gewidmet. So beschreibt die Brauerei die Frau: „Adelaide war eine Mischung aus deutscher Härte, die sie von ihrer väterlichen Dynastie geerbt hat, und italienischem Charme, der aus den umbrischen Tälern zwischen Assisi und Spoleto stammte, wo ihr Vater Conrad lebte und regierte. Adelaide war die erste Herrin Friedrichs II., bekannt durch seine Heirat mit Konstanz von Aragon. Dennoch waren die beiden Frauen keine Rivalen, sondern Protagonisten zweier paralleler und spektakulärer Leben; Konstanz war der ältere, gut gelesene und verfeinerte Begleiter, während Adelaide sinnliche Liebe und jugendliche Ablenkung war. Die Figur der Adelaide war geheimnisvoll, wie bei allem, was mit dem Privatleben des Kaisers Friedrich II. zu tun hat. Adelaide brachte Enzo, den König von Sardinien, zur Welt, der unter ihren Kindern, ob legitim oder nicht, dem Vater am ähnlichsten war.“

Das Adelaide ist ein American Pale Ale. Dieser Bierstil ist aus dem Pale Ale entstanden, einem Bierstil, der in England seit dem18. Jahrhundert bekannt ist. Als im letzten Jahrhundert in den USA neue Hopfensorten gezüchtet wurden, wurden diese neuen Hopfen von den amerikanischen Brauern für das Pale Ale eingesetzt, besonders der Hopfen Cascade. So entstand das American Pale Ale (APA). Auch Adelaide ist einer zweiten Gärung in der Flasche unterzogen worden.

Golden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Bei der Optik hat die Brauerei schon mal alles richtig gemacht.

Düfte nach Grapefruit, Karamell, Honig und Heu steigen mir in die Nase. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße aus, wobei die Kohlensäure von Anfang an für eine tolle Frische und Spritzigkeit sorgt. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Der Geschmack nach Grapefruit bringt eine leichte Säure mit und die Bitterstoffe sind gut auf die Fruchtigkeit abgestimmt. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang wird die Säure etwas kräftiger, aber mit den Bitterstoffen wirkt das Bier gut ausgewogen. Der Geschmack klingt lange nach.

Das sehr gut trinkbare und süffige Bier eignet sich gut als Begleiter bei Grillfesten.

Zutaten:

Wasser von Gualdo Tadino, Gerstenmalz, Hopfen (Kaskade, Citra), Hefen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,5° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Flea Società Agricola a r.l.
Via Fratelli Cairoli
Zona Industriale Sud
06023 Gualdo Tadino, PG
Italien
www.birraflea.com

Wolfscraft The Export

„Deutsches Bierhandwerk. Unangepasst.“ Das fasst die Philosophie von Wolfscraft aus München bestens zusammen. Denn vor Beginn ihrer Bierkarriere stellten die Jungs fest, dass fast alle deutschen Biere irgendwie gleich schmecken. „Dabei sollte Bier unangepasst wie ein Wolf sein.“ Aus dieser Erkenntnis ging Wolfscraft hervor – und mit ihnen klassische deutsche Biere, die modern interpretiert werden. Dafür lassen sie nicht nur die Biere fünfmal so lange reifen wie die industriellen Brauereien, sondern sie verwenden auch regionale Zutaten und brauen ihr Bier mit Ökostrom. Jetzt steht das Export von Wolfscraft vor mir.

Hell goldfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist überdurchschnittlich groß und bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist fruchtig mit Düften nach Zitrusfrüchten, die durch einen Hauch Karamell unterstützt werden.

Die ersten Eindrücke, die das Bier beim Kontakt mit der Zunge hinterlässt, sind eine leichte Süße und eine reichlich dosierte sehr feinperlige Kohlensäure. Als sich das Bier auf der Zunge ausbreitet entfaltet sich der komplexe Geschmack. Die Fruchtigkeit steht im Vordergrund, die gut auf die Malzsüße sowie das jetzt aufkommende Bitter abgestimmt ist. Das Bitter ist für ein Export recht kräftig, aber nicht so stark, dass es einen durchschnittlichen Bierkonsumenten überfordert. Der Abgang lässt die Geschmäcker etwas schwächer werden; trotzdem bleiben die fruchtigen Geschmäcker und auch die Malzsüße erhalten. Sie klingen sie recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Wolfscraft GmbH
Hopfenstraße 8
80335 München