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Birra Flea Federico Il extra IPA

Wie alle Biere von Birra Flea ist auch das IPA einer historischen Persönlichkeit gewidmet, Federico Il. Ihm ist nicht nur dieses Bier gewidmet, sondern auch die Universität von Neapel trägt seinen Namen. Er gilt als der erste moderne Herrscher und eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Mittelalters. Er war König von Sizilien, König von Deutschland, König von Jerusalem und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches; außerdem förderte er Künstler und Dichter und war selbst ein Intellektueller und Philosoph. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Förderung der Literatur durch die sizilianische Schule für Poesie.

Kupferfarben zeigt sich das Bier im Glas. Dazu enthält es viel Hefe, was aber auch kein Wunder ist, denn es wurde einer zweiten Gärung in der Flasche unterzogen. Die Schaumkrone ist voluminös, fest und elfenbeinfarben und sie bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet intensiv nach Zitrusfrüchten und Zitrusschalen, dazu kommen würzige Noten.

Der Antrunk ist frisch und leicht süß. Die für eine Flaschengärung knapp dosierte sanfte Kohlensäure ist sehr feinperlig. Auf der Zunge kommt ein freundliches Bitter hervor, gut abgestimmt mit der Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und klingt lange nach.

Zutaten:

Gualdo Tadino, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Stammwürze:

14,5° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Flea Società Agricola a r.l.
Via Fratelli Cairoli
Zona Industriale Sud
06023 Gualdo Tadino, PG
Italien
www.birraflea.com

Birra Flea Margherita

Jetzt will ich wieder ein Bier der italienischen Brauerei Birra Flea verkosten. Wie bei den anderen Bieren ist auch dieses einer historischen Persönlichkeit gewidmet: “Sie sollte ein Junge sein: Kaiser Friedrich II. war sich dessen seit dem Moment der Empfängnis von Margaret sicher, denn zu diesem Zweck folgte er genau der Anweisung der Astrologen. Zu diesem Zweck war Margaret auch die einzige legitime Tochter, die aus der Vereinigung zwischen Friedrich II. und Isabella von England geboren wurde. Margherita lebte weit weg von Sizilien und den Kämpfwn. Sie heiratete Albert II. Landgraf von Thüringen, Markgraf von Meißen. 1257 wurde aus ihrer Vereinigung ein ‚neuer Frederik’ namens ‚The Joyful’ geboren, der für eine Weile die Hoffnung auf eine neue glorreiche Zukunft für das schwäbische Haus vertrat: der dritte Frederik.

Im Wesentlichen handelt es sich beim Birra Flea Margherita um ein Weizenbier. Im Gegensatz zum deutschen Weißbier enthält dieses aber mehr Gersten- als Weizenmalz, zumindest, wenn auch die Italiener die Reihenfolge in der Zutatenliste entsprechend der Menge angeben.

Strohgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas, zusammen mit einer durchschnittlichen Blume, sowohl was das Volumen als auch die Haltbarkeit angeht.

Das Aroma wird durch den Duft nach Bananen geprägt, dazu eine leichte fruchtige Säure sowie einige würzige Noten nach weißem Pfeffer und etwas Mandel. Damit ist der Duft für ein Weizenbier ungewöhnlich komplex und er macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Zunächst stellt meine Zunge eine leichte Süße fest, gepaart mit reichlich dosierter kräftiger Kohlensäure. Dann schmecke ich die Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt. Dazu kommt ein zunächst leichtes Bitter, das mit der Zeit kräftiger wird. Das Mundgefühl ist voll, rund und frisch. Der Abgang ist anfänglich bitter und langsam entwickelt sich der Geschmack nach Marzipan, der lange nachklingt.

Das Birra Flea Margherita ist ein Bier, das überraschen kann und das es wert ist, langsam und bewusst genossen zu werden. Es passt zu vielen italienischen Gerichten fast besser als der übliche Rotwein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Flea Società Agricola a r.l.
Via Fratelli Cairoli
Zona Industriale Sud
06023 Gualdo Tadino, PG
Italien
www.birraflea.com

Birra Flea Bianca Lancia

Flea ist eine Brauerei aus Umbrien in Italien. Ich habe den Brauer kürzlich in Düsseldorf kennengelernt und er hat mir seine Biere zum Verkosten gegeben. Eine Besonderheit dieser Brauerei ist, dass sie ihre Kreationen jeweils einer historischen Besonderheit widmet. In diesem Fall ist es Bianca Lancia.

Bianca Lancia, eine italienische Adlige aus dem Piemont, war eine der vier Ehefrauen von Kaiser Friedrich II. und wahrscheinlich diejenige, die er am meisten liebte. Sie unterhielten eine langjährige geheime Beziehung und nach Ansicht einiger Historiker war Bianca Lancia die einzige wahre Liebe seines Lebens. Sie war ein freundlicher und zarter Mensch und war während Friedrichs Leben ständig und diskret anwesend. Ihre Hochzeit wurde an dem Tag gefeiert, an dem Bianca Lancia im Sterben lag, um den politischen Aufstieg ihres Sohnes Manfred zu legitimieren, der der letzte schwäbische König von Sizilien war.

Das Bianca Lancia ist ein Witbier, ein Bierstil, den ich gerne mag. Mal sehen, ob die Italiener diesen belgischen Bierstil gut hinbekommen. Bevor ich mir das Bier einschenke werfe ich aber noch einen Blick auf das Rückenetikett, genauer gesagt auf die Zutatenliste. Dort fällt mir auf, dass das Wasser als “Wasser aus Gualdo Tadino” ausgewiesen wird. Für mich weist das darauf hin, dass das Wasser so verwendet wird wie es aus der Leitung oder aus dem Brunnen kommt. Das gefällt mir. Viele große Brauereien demineralisieren das Wasser und fügen dem demineralisierten Wasser anschließend wieder eine definierte Mineralienmischung hinzu. Damit handelt es sich nicht mehr um natürliches Wasser, sondern um ein standardisiertes Industrieprodukt. Dadurch wird das Bier sicher nicht schlechter, aber dieses Vorgehen ist ein Schritt hin zu einem Einheitsgeschmack.

Strohgelb und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist sehr groß und bleibt auch einige Zeit erhalten. Die Optik ist damit schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma ist angenehm fruchtig. Düfte nach Banane, Orangenschale, Koriander und Hefe steigen mir in die Nase, umrahmt mit Biskuitduft. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeigt eine leichte Süße. Die Kohlensäure ist zurückhaltend aber ausreichend dosiert, sanft und sehr feinperlig. Auf der Zunge kommt die Würze des Korianders in den Vordergrund, begleitet mit einer leichten fruchtigen Säure. Die Bitterstoffe des Hopfens bleiben diskret im Hintergrund. Der Abgang ist leicht fruchtig und der Geschmack nach Orange klingt kurz nach.

Ich meine, dass Flea das belgische Witbier gut auf Italien angepasst hat. Das Bianca Lancia ist ein schönes leichtes Sommerbier, das sich gut an einem warmen Sommerabend auf dem Balkon oder im Garten genießen lässt. Es passt gut zu Fischgerichten oder einer Käseplatte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hefe, Hopfen, Koriander, Schalen von der Bitterorange

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Flea Società Agricola a r.l.
Via Fratelli Cairoli
Zona Industriale Sud
06023 Gualdo Tadino, PG
Italien
www.birraflea.com

Peroni Nastro Azzurro

Heute steht mal ein italienisches Bier vor mir, das Peroni Nastro Azzurro aus Rom. Wenn die Italiener beim Bierbrauen genauso gut sind wie beim Keltern von Wein, dann muss das nun etwas Besonderes sein. Dann will ich mal sehen.

Beim Einschenken macht das Bier schon mal keinen allzu guten Eindruck. Blassgelb ist das kristallklare Bier im Glas, darüber nur wenig grobporiger Schaum, der sich auch schnell auflöst. Glücklicherweise will ich das Bier aber nicht malen, sondern trinken. Der Duft wird durch den Hopfenextrakt geprägt: aufdringlich, bitter und ohne die Tiefe und Vielfalt eines Aromahopfens. Langsam kommen mir Zweifel: ob der Kauf dieser Flasche wirklich eine gute Wahl war?

Der Antrunk lässt sich nur mit dem Begriff “wässrig” beschreiben. Keine Süße des Malzzuckers, keine anderen Aromen, einfach langweilig. Der Körper ist bitter, nicht mehr. Und der Abgang? Er ist genauso nichtssagend wie der Rest vom Bier. Das Beste an diesem Bier ist die Kohlensäure. Liebe Italiener, wenn das alles ist, das ihr beim Brauen zustande bekommt, dann beschränkt euch doch bitte auf das Keltern von Wein und das Brennen von Grappa. Dieses Bier war aber absolut nichts.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Mais-Grieß, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:
5,1 % Vol.

Brauerei:
Birra Peroni S.r.l.
Via Birolli 8
Rom
Italien
http://www.peroniitaly.com