Der Bierblog Der Blog zur Bierkultur

29. März 2017

Choco Porter

Filed under: Biertest,Craft Beer — Schlagwörter: , , , — Maddes @ 13:31

Es gibt Biere, von denen ich nur den Namen hören muss, um bei mir Erwartungen zu erwecken. Ich muss zugeben, dass so früh geweckte Erwartungen etwas unfair sind gegenüber den Brauern, denn das beste Bier kann enttäuschen, wenn es nicht den Erwartungen entspricht, die ich als Konsument habe. Ein solches Bier steht jetzt vor mir, das Choco Porter aus dem Hause Maisel & Friends.

Dass ich hier etwas unfair an die Verkostung gegangen bin, sei mir bitte nachgesehen. Es ist bei diesem Namen schon schwierig, sich nicht genau vorzustellen, wie dieses Bier wohl schmecken wird. Es ist bei diesem Bier ja auch schwer, kein Vorurteil zu entwickeln. Von einem Porter erwarte ich eine tiefschwarze Farbe und ein malzbetontes süffiges und leicht süßes Bier mit einem samtigen Mundgefühl. Außerdem erwarte ich, dass dieses Bier vergleichsweise wenige Bitterstoffe aus dem Hopfen enthält. Der Namensbestandteil Choco weckt in mir die Erwartung, dass bei diesem Bier auch besonders kräftig geröstetes Malz verwendet wurde, so dass die Gerste auch leichte Noten dunkler Schokolade entwickelt. Kurz gesagt erwarte ich ein Bier zum Wohlfühlen. Die Messlatte für dieses Bier liegt also ziemlich hoch.

Erstmals habe ich das Choco Porter bereits kennengelernt, bevor mir die Brauerei einige Flaschen zum Verkosten zugeschickt hat. Es war beim Brauerstammtisch am Rande der Internorga in Hamburg. Dort gab es das Choco Porter vom Fass und auch ohne gestaltetes Etikett bin ich direkt auf dieses Bier angesprungen und kann daher bereits jetzt mitteilen, dass es die Maisel & Friends wieder einmal nicht geschafft hat, mich zu enttäuschen. Allerdings habe ich dort den Fehler gemacht, das Choco Porter gleich zuerst zu probieren. Hinterher haben mir die anderen Biere nicht mehr so gemundet wie sie es sicher getan hätten, wenn ich sie vor dem Choco Porter getrunken hätte. Wenn Sie mehrere Biere an einem Abend trinken wollen, wiederholen Sie meinen Fehler nicht und verkosten Sie das Choco Porter ganz am Schluss.

Nun aber genug der Vorrede. Es ist Zeit, das Bier einzuschenken und zu verkosten. Und wie ich es erwartet habe ist das Bier schwarz, wirklich tiefschwarz. Erst als ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert ein leichtes Rubinrot durch. Über dem Bier bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Menge hellbrauner Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Mehr kann ich von der Optik nicht erwarten.

Düfte dunkler Schokolade schmeicheln meiner Nase, unterstützt durch Noten von Kaffee und etwas Toffee. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck ist eine leichte Süße, deutlich aber nicht so intensiv wie ich es erwartet (oder befürchtet?) habe. Schnell breitet sich der Geschmack von Schokolade und Espresso im Mund aus. Dabei kommt der Espressogeschmack stärker in den Vordergrund als im Aroma. Im Hintergrund stelle ich noch eine ganz leichte Säure fest, gerade so viel, dass im Zusammenspiel mit der Süße des Malzes ein runder Geschmack entsteht. Das Mundgefühl ist cremig und trotz des wirklich intensiven Geschmacks bringt das Bier eine ungeheure Süffigkeit mit sich. Im Abgang schiebt sich die Schokolade wieder mehr in den Mittelpunkt und da der Hopfen nur sparsam verwendet wurde, ist die Bitterkeit sehr zurückhaltend und der Geschmack klingt nicht gar so lange nach. Bei diesem Bier betrachte ich das aber nicht als Nachteil.

Das Choco Porter ist das vierte Sessionbier dieser Brauerei, das sich aber deutlich von den anderen Bieren dieser Produktreihe unterscheidet. Während beim Choco Porter eindeutig mit den Malzen gespielt wurde, sind die anderen Biere hopfenbetont. Ursprünglich sollte es ausschließlich als Fassware für die Gastronomie vertrieben werden. Ich finde es gut, dass sich die Brauerei entschieden hat, es nun auch in Flaschen zu vertreiben. Seit Ende März ist das Bier deutschlandweit im Handel erhältlich.

Zutaten:

Wasser
Gerstenmalz
Hopfen
Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 %

Stammwürze:

15,2° Plato

IBU:

22

Brauerei:

Brauerei Gebr. Maisel KG
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Dithmarscher Maibock

Filed under: Biertest — Schlagwörter: , , , — Maddes @ 06:09

Der Frühling ist ausgebrochen und damit gibt es auch wieder den Maibock. Leider ist dieser Bierstil hier im Ruhrgebiet nicht allzu beliebt, was sich in der Auswahl dieser saisonalen Bierspezialität niederschlägt. Aber immerhin habe ich in meinem Getränkemarkt den Maibock aus Dithmarschen bekommen, den ich jetzt verkosten möchte. Er kommt aus der einzigen Privatbrauerei an der Westküste Schleswig-Hosteins, die seit fast zweieinhalb Jahrhunderten für gute Biere bekannt ist.

Satt bernsteinfarben ist das Bier und es enthält recht viel Kohlensäure. Im Glas bildet sich leicht überdurchschnittlich viel weißer Schaum, größtenteils feinporig, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Die Optik ist also schon mal nicht verkehrt.

Das Aroma ist kräftig malzig. Ich rieche leichte Röststoffe, dazu Kräuter und im Hintergrund helle Früchte, ich meine, den Duft von Birnen wahrzunehmen.

Der Antrunk ist kräftig und stiltypisch süß. Aber das ist erst der Anfang. Auf der Zunge entwickelt sich schnell eine ordentliche Fruchtigkeit, das Bier ist rund und süffig. Die immerhin 6,8 Volumenprozente Alkohol versteckt die Brauerei geschickt hinter dem intensiven Geschmack. An den Zutaten hat die Brauerei wahrlich nicht gespart. Lediglich der Abgang enttäuscht mich etwas; der Nachklang ist kurz und mir persönlich ist er zu mild. Etwas mehr Bitterstoffe würden diesem Bier sicher guttun.

Ansonsten könnte ich mich an dieses Bockbier aber durchaus gewöhnen.

Zutaten:

Wasser
Gerstenmalz
Hopfen

Alkoholgehalt:

6,8 %

Brauerei:

Dithmarscher Privatbrauerei
Oesterstr. 18
25709 Marne
www.dithmarscher.de

27. März 2017

Höker bajer

Filed under: Biertest,Craft Beer — Schlagwörter: , — Maddes @ 09:41

Dass ich recht selten Biere aus Dänemark teste liegt sicher nicht an der Qualität der bislang verkosteten Biere, sondern einfach daran, dass mir dänische Biere nicht häufig angeboten werden. Andernfalls würden Sie hier sicher mehr über Biere aus Dänemark lesen können. Jetzt steht vor mir das Høker bajer vor mir, ein Pils aus der Brauerei Hancock. Es wurde ausschließlich mit Saazer Hopfen aus Tschechien gebraut, der auch dem Pilsener Urquell seinen Geschmack verleiht, und ist mindestens 45 Tage gereift. Das klingt doch schon mal sehr gut und ich will jetzt mal sehen, was dabei herausgekommen ist.

In einem satten Goldgelb steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der etwas schneller als der Durchschnitt in sich zusammenfällt. Aber schlecht ist die Optik mit Sicherheit nicht.

Das Aroma gleicht gut zwischen dem verwendeten Malz und dem Hopfen aus. Kräuter und Blumen sind zu entdecken; das Aroma erinnert daher an eine blühende Wiese. Doch, ich habe den Eindruck, ein gutes Pils vor mir stehen zu haben.

Der Antrunk ist recht süß, dabei recht intensiv und mir fehlt doch etwas Kohlensäure. Deshalb fehlt mir zumindest anfangs etwas Frische. Schnell fordert der Hopfen sein Recht ein und schiebt sich in den Vordergrund, bleibt aber mit der Süße im Einklang. Der Abgang ist leicht bitter und er klingt sehr lange nach.

Wer Pils mag, wird das Høker bajer lieben.

Zutaten:

Wasser
Gerstenmalz
Stärke
Hopfen (Saazer)
Ascorbinsäure

Alkoholgehalt:

5,0 %

Brauerei:

Hancock Bryggerierne A/S
7800 Skive
Dänemark
www.hancock.dk

Gipfelstürmer

Filed under: Biertest,Biobier — Schlagwörter: , — Maddes @ 08:36

Nun steht mal wieder ein Bier von Stiegl im schönen Salzburg vor mir. Es handelt sich um den Gipfelstürmer aus der Hausbier-Reihe der Brauerei. Dabei handelt es sich um ein Dinkel-Weißbier, wobei das Bier mit mehr Dinkelmalz als mit Gerstenmalz gebraut wurde. Für die Gärung wurde eine obergärige Weißbierhefe verwendet.

Wie es zu diesem Bier kam, erklärt der Braumeister Dr. Kiener auf dem Etikett: „Der beste Weg, den Kopf für neue Bierkreationen freizubekommen, ist eine Wanderung in den Hohen Tauern. Diesmal war mein Ziel der Großglockner, das Dach Österreichs, das über allen umliegenden Bergen thront. Ich genoss meinen Aufstieg zum Gipfel. Der Schnee, das Eis und die kalten Felsen sorgten für eine willkommene Erfrischung meines Geistes. Als ich oberhalb der Hohenwartscharte stand, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen: Eingebettet zwischen Eis und Blockwerk wuchs ein tropischer Fruchtbaum. Litt ich an Höhenkrankheit? Lag es am fehlenden Sauerstoff? Keineswegs. Mein nächster Gedanke war kristallklar. Ein erfrischendes Dinkelvollbier mit dem fruchtigen Duft von tropischen Früchten musste her! Ich ließ den Gipfel links liegen und machte mich rasch an den Abstieg, immer noch die cremefarbene Schaumkrone dieser Bierspezialität vor Augen, und konnte es kaum erwarten, meine Idee in die Tat umzusetzen.“ So viel zur Prosa auf dem Etikett, kommen wir zur Verkostung des Bieres.

Leuchtendorange bis kupferfarben und hefetrüb ist der Gipfelstürmer mit einer leicht überdurchschnittlichen Menge weißen Schaums, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal recht ansprechend.

Auch das Aroma ist sehr angenehm fruchtig. Ich rieche Zitronenschalen, Ananas, Mango und Banane. Damit macht das Bier richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist relativ süß und vollmundig. Dazu kommt eine feinperlige Kohlensäure, die für eine wirkliche Frische sorgt. Schnell breitet sich eine feine Fruchtigkeit im Mund aus, Ananas steht im Vordergrund, aber auch weitere Früchte sind vertreten. Erst im Abgang setzt sich ein freundliches und zartes Bitter durch, das dieses Bier wundervoll abrundet.

Zutaten:

Wasser
Dinkelmalz
Gerstenmalz
Hopfen (Spalter Select, Triskel, Simcoe)
Weißbierhefe

Alkoholgehalt:

5,2 %

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Stieglbrauerei zu Salzburg
5020 Salzburg
Österreich
www.stiegl.at

23. März 2017

Baltic Dubbel

Filed under: Biertest,Craft Beer — Schlagwörter: , , — Maddes @ 09:27

Nun habe ich mal wieder ein Bier aus dem hohen Norden vor mir stehen, das Baltic Dubbel aus der Insel-Brauerei auf Rügen. Markus Berberich gibt seinen Bieren immer einen besonderen und persönlichen Touch. Dabei hält er sich nicht sklavisch an die einzelnen Bierstile, sondern macht aus seinen Bieren immer etwas Individuelles, so dass ich auf dieses Bier wirklich gespannt bin, insbesondere, weil die Insel-Brauerei grundsätzlich nur Naturhopfen verwendet, keine Pellets und keinen Hopfenextrakt (na gut, letzteres verbietet sich bei Craft Beer ja von selbst).

Schwarz steht das Bier im Glas, lediglich, wenn ich es gegen das Licht halte, schimmert ein leichtes Rubinrot durch. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge weißer feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch gibt es also schon mal nichts zu meckern.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Deutlich zu riechen ist der Duft dunkler Schokolade. Aber es kommt noch mehr zum Vorschein. Einen Hauch von Rum kann ich entdecken, zusammen mit Trockenfrüchten. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber zusätzlich meine ich auch den zarten Duft von Walnüssen wahrzunehmen. Auf jeden Fall ist das Aroma sehr komplex und macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist durch die Röststoffe geprägt, dabei recht süß und ich stelle fest, dass die Kohlensäure nicht nur sehr feinperlig ist, sondern auch nach meinem Geschmack perfekt dosiert wurde. Sobald sich das Bier im Mund ausgebreitet hat, geht der Schokoladengeschmack in den Hintergrund und Espressonoten kommen hervor. Das Mundgefühl ist samtig und rund, so dass es an einen Dessertwein erinnert. Beim Schlucken verstärkt sich noch der Geschmack nach Rum und Früchten. Der Abgang ist trocken und langanhaltend mit einem freundlichen Bitter.

Was für ein Bier. Der Geschmack wechselt von süß über Schokolade und Espresso bis hin zu einem leichten Bitter. Wie die anderen Biere aus der Insel-Brauerei nicht zum nebenbei-hinter-die-Binde-kippen, sondern zum bewussten Genießen.

Zutaten:

Brauwasser
Gerstenmalz
Weizenmalz
Roggenmalz
Traubenzucker (vollständig vergoren)
Naturhopfen
Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 %

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei GmbH
Hauptstr. 2c
18573 Rambin
www.insel-brauerei.de

21. März 2017

Heute 21:00 im WDR: Ranga Yogeshwar macht den Biertest

Filed under: News — Maddes @ 12:09

Dass deutsche Biertrinker ihr Lieblings-Pils von anderen Marken unterscheiden können, scheint ein Mythos zu sein. Das WDR-Wissenschaftsmagazin „Quarks & Co“ hat in einem wissenschaftlich belastbaren Test mit 60 Pils-Trinkern und zwölf professionellen Sensorikern drei der großen Pils-Marken geschmacklich verglichen.

Zuerst mussten sie die Biere geschmacklich voneinander unterscheiden. Dabei bekamen sie jeweils drei Gläser vorgesetzt. In zwei Gläsern befand sich das gleiche Pils, eines enthielt eine andere Marke. Die Aufgabe bestand darin, das Bier, das nur einmal vorkam, herauszuschmecken. Das Ergebnis: Weniger als die Hälfte (47 Prozent) der Antworten war richtig. Und das, obwohl statistisch schon allein durch Erraten ein Drittel richtige Antworten zu erwarten gewesen wären. Der wissenschaftliche Leiter der Untersuchung, Dr. Daniel Mörlein, folgert: „80 Prozent der Pils-Trinker können zwischen diesen Bieren vermutlich geschmacklich nicht unterscheiden.“ Moderator Ranga Yogeshwar präsentiert den Test bei „Quarks & Co“ am Dienstag, 21.3.2017, um 21 Uhr im WDR Fernsehen sowie ab sofort in der WDR-Mediathek: wdr.de/mediathek.

Wie nah die Biere geschmacklich wirklich beieinander liegen, hat „Quarks & Co“ im Anschluss mit zwölf geschulten Sensorikern untersucht. Dabei wurden die drei Pils-Sorten nach 33 Merkmalen beurteilt, die sich auf Aussehen, Geruch, Geschmack, Mundgefühl und Nachgeschmack bezogen. Darunter waren Merkmale wie malzig, hopfig, hefig, fruchtig, bitter und süß. Nur bei acht der 33 Merkmale zeigt sich überhaupt ein statistisch signifikanter Unterschied. Dazu sagt Dr. Daniel Mörlein: „Die größten Unterschiede treten im Nachgeschmack auf, also nachdem das Bier runtergeschluckt wurde.“

„Quarks & Co“ folgert: Im Geschmack unterscheiden sich die drei untersuchten Pils-Biere, die zu den zehn größten Pils-Marken gehören, kaum, obwohl sie aus unterschiedlichen Braukonzernen stammen. Offenbar wird der deutsche Biermarkt, was die vorherrschende Biersorte Pils betrifft, von einem Einheitsgeschmack geprägt. Wer glaubt, unter den führenden Pils-Marken ein Lieblingsbier zu haben, unterliegt wohl häufig einer Illusion.

Soweit der Pressetext des WDR. Irgendwie kann mich das Ergebnis aber kaum verwundern. Auch wenn hier nicht verraten wurde, welche Biere der WDR ausgeschenkt hat, vermute ich mal, dass es sich um Biere handelt, die mit Hopfenextrakt gebraut wurden. Bei der Herstellung des Extrakts werden nur die Bitterstoffe des Hopfens extrahiert, so dass es sich nicht mehr um ein Naturprodukt handelt, sondern um ein standardisiertes Industrieprodukt. Und wenn die Grundstoffe identisch sind, ist kein unterscheidbares Endprodukt zu erwarten. Die Biere sind häufig nicht von schlechter Qualität, aber sie sind halt auswechselbar.

16. März 2017

Maisel & Friends IPA

Filed under: Biertest,Craft Beer — Schlagwörter: , , , — Maddes @ 08:53

Ich glaube, es gibt keinen Craft Beer-Brauer ohne ein IPA. Ab und an mag ich diese Bierstil ja wirklich gerne, aber manchmal habe ich auch den Verdacht, dass ein Sud nicht gelungen ist und durch eine reichliche Gabe von Simcoe-Hopfen doch noch für den Verkauf gerettet werden soll. Dieses Gefühl kommt bei mir immer auf, wenn das Bier nur noch nach dem Hopfen schmeckt und der Geschmack des Malzes vollkommen überdeckt wird. Nun hoffe ich, dass dieser Verdacht beim IPA aus Bayreuth unbegründet ist.

Kupferfarben und mit sehr aktiver Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich viel feinporiger weißer Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Die Optik ist also schon mal sehr ansprechend.

Zitronenschalen und rote Johannisbeeren prägen das Aroma dieses IPA, aber auch das Malz kommt zu seinem Recht. Aus dem Hintergrund meldet sich auch eine Prise Gewürz, es könnte sich um Pfeffer handeln.

Der Antrunk ist spritzig und leicht süß und bereits an der Zungenspitze kommen die Bitterstoffe zum Einsatz. Aber erst, wenn sich das IPA auf der Zunge verteilt, zündet es alle seine Geschmacksnoten. Neben den dominierenden Zitrusnoten prägen rote Beeren den Geschmack, nicht nur die roten Johannisbeeren, die bereits die Nase festgestellt hat, sondern auch andere Beeren, ich meine Brombeeren herauszuschmecken. Der Abgang ist trocken und klingt lange nach.

Ein IPA wie es sein soll.

Zutaten:

Wasser
Gerstenmalz
Hopfen (Ahtanum, Cascade u.a.)
Hefe

Alkoholgehalt:

6,3 %

Stammwürze:

14,4 %

Brauerei:

Brauerei Gebr. Maisel KG
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

14. März 2017

Hofbräu Maibock

Filed under: Biertest — Schlagwörter: , , , — Maddes @ 15:03

Nicht nur im Norden werden Maiböcke gebraut, auch das Hofbräuhaus in München bringt ihren eigenen Maibock auf den Markt. Nach Angaben der Brauerei wurde der dortige Maibock erstmals im Jahr 1614 gebraut und ist damit das älteste Bockbier Münchens. Wenn der bayerische Finanzminister und der Direktor der Brauerei Hofbräu München alljährlich in der letzten Aprilwoche zum Maibockanstich einladen, dann kommt alles was in Politik, Wirtschaft und Kultur Rang und Namen hat ins Hofbräuhaus am Platzl. Auch das bayerische Fernsehen hat sich dort bereits sehen lassen und die Veranstaltung übertragen. Mich wundert es nun doch etwas, dass das Bier bereits so lange vor dem offiziellen Anstich im Handel erhältlich ist. Aber gut, es ist halt so. Kommen wir zum Bier.

Dunkel-bernsteinfarben ist er, der Maibock aus dem Hofbräuhaus. Er bildet eine mittlere Menge feinporigen Schaum, weiß mit deutlichem Gelbstich. Der Schaum fällt nur langsam in sich zusammen.

Das Aroma ist durch das Malz geprägt. Ich rieche Toffee und einen leichten Anklang von getrockneten Feigen.

Der Antrunk ist süß und ich stelle eine feinperlige Kohlensäure fest. Das ist so OK und entspricht meinen Erwartungen. Der Körper ist zunächst bitter und die Malzsüße verschwindet kurz im Hintergrund. Insgesamt empfinde ich das Bier als nicht ganz ausgewogen, aber als durchaus süffig. Der Abgang ist angenehm bitter, klingt aber nicht allzu lange nach.

Zutaten:

Wasser
Gerstenmalz
Hopfen

Alkoholgehalt:

7,2 %

Brauerei:

Staatliches Hofbräuhaus in München
Hofbräuallee 1
81829 München
www.hofbraeuhaus.com

Flensburger Frühlingsbock

Filed under: Biertest — Schlagwörter: , , , — Maddes @ 13:36

Jetzt ist Mitte März und damit die Hochzeit der Bockbiere. Viele Brauereien stellen Maiböcke her, die jetzt auf den Markt kommen. Dass die Brauerei aus Flensburg ihr Bockbier nun Frühlingsbock nennt, macht da keinen Unterschied. Immerhin wurde der Frühlingsbock bereits mehrfach ausgezeichnet, 2014 beim World Beer Award, 2015 bei Meiningers International Award mit der Silbermedaille und 2016 mit dem goldenen Preis der DLG. Es muss sich hier also um ein recht gutes Bier handeln. Die Brauerei verspricht, dass der Frühlingsbock angenehm kräftig und lebendig ist.

Goldgelb mit einem Stich ins orange präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge recht grobporiger Schaum, der aber recht lange erhalten bleibt.

Der Antrunk ist süß und ich stelle fest, dass der Frühlingsbock recht wenig Kohlensäure enthält. Er ist nicht so kräftig wie ich es bei einem Maibock mit 6,9 % Vol. erwarten würde. Weiter geht es wie bei einem durchschnittlichen Bockbier. Der Frühlingsbock ist süffig, recht rund und mild. Auch der Abgang ist mild und praktisch nicht bitter. Damit entspricht der Frühlingsbock ziemlich genau seinem Bierstil. Er ist gefällig ohne dass ich irgendwelche Highlights feststellen konnte. Das mag aber auch daran liegen, dass ich vorher den Hopfenbock von Maisel & Friends getrunken habe. Gegen diesen Sondersud wirken die meisten anderen Biere eher fad. Meine fehlende Begeisterung für dieses Bier mag eventuell auch daher rühren.

Zutaten:

Wasser
Gerstenmalz
Hopfen

Alkoholgehalt:

6,9 %

Brauerei:

Flensburger Brauerei
24937 Flensburg
www.flens.de

Franken Bräu Winterbier

Filed under: Biertest — Schlagwörter: , , , — Maddes @ 11:54

Der Winter ist in dieser Saison mal wieder ausgefallen. Eis und Schnee blieben uns auch in diesem kalendarischen Winter versagt. Darauf hatte ich eigentlich gewartet, um das Winterbier aus Franken zu testen. Nun hat der Frühling begonnen und es ist an der Zeit, dass dieses Bier endlich wegkommt. Daher werde ich es jetzt verkosten, auch wenn die Temperaturen nicht zu diesem Bier passen.

Erst einmal gilt es zu klären, um was für einen Bierstil es sich überhaupt handelt. Zum Winter würde ja ein Bockbier passen. Die Brauerei hüllt sich in vornehmes Schweigen und schreibt auf ihrer Website von einem Festbier. Jetzt muss ich spekulieren und ich vermute, dass es sich eher um ein Märzen handelt. Das würde eher zu den 5,4 % Vol. passen, die das Bier hat und auch in Franken ist ein Märzen wahrscheinlicher. Mal sehen, was die Verkostung ergibt.

Goldgelb ist das Bier und es bildet sich eine durchschnittliche Menge gemischtporiger Schaum, der recht lange erhalten bleibt. Doch, das Bier ist hübsch anzusehen.

Es duftet nach Toffee und blumig, wodurch es eher an eine Sommerwiese erinnert als an eine verschneite Winterlandschaft. Aber es ist ja auch schön, durch den in der Hallertau angebauten Aromahopfen etwas vom Sommer in die kältere Jahreszeit hinüberzuretten.

Der Antrunk ist wenig süß und er offenbart mehr Kohlensäure als optisch erkennbar war. Zunächst steht der Hopfen im Vordergrund, das Bier ist also recht bitter, bevor sich eine feine Süße bemerkbar macht. Der Abgang ist recht trocken und das Bitter klingt noch lange nach.

Das Franken Bräu Winterbier hebt sich wohltuend aus der Masse der Winter- und Weihnachtsböcke ab. Kein Wunder, es ist ja auch ein Märzen, aber eines, das nicht nur im Winter schmeckt.

Zutaten:

Wasser
Gerstenmalz
Hopfen

Alkoholgehalt:

5,4 %

Brauerei:

Franken Bräu
96268 Mitwitz
www.frankenbraeu.de

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