Im niederbayerischen Kloster Mallersdorf braut sich Woche für Woche etwas ganz Besonderes zusammen: Dort mixt seit mehr als drei Jahrzehnten eine von deutschlandweit nur drei brauenden Klosterschwestern einen göttlichen Gerstensaft. Zum Brauen kam Schwester Doris wie die Jungfrau zum Kind: Als sie mit 16 ins Kloster kam, gab es im Brauhaus noch Arbeit. Doch schnell wurde der Nonne ihr Schicksal zur Leidenschaft. Als einzige Frau ihres Jahrgangs wurde Schwester Doris vor über 38 Jahren an einer Fachschule in Ulm zur Braumeisterin – als Jahrgangsbeste.
Die Brau-Tradition des Klosters Mallersdorf reicht bis ins 16. Jahrhundert. Doch seit Schwester Doris in der Brauerei das Sagen hat, ist die moderne Braukunst hinter den altwehrwürdigen Klostermauern eingezogen. „Das alte Klosterrezept ist ein Mythos und nur ein Werbespruch“, beichtet die brauende Nonne. Das Bier von damals wolle heute aber auch keiner mehr trinken.
Doch trotz technischer Tricks liegt die Qualität des Klosterbiers auch heute noch zum Großteil in Gottes Hand: „Das Wetter im April und die folgende Gerste-Ernte sind entscheidend“, sagt Schwester Doris. Verarbeitet wird das Getreide aus eigenem Anbau in einer beauftragten Mälzerei außerhalb der Klostermauern.
Bei aller Modernität läuft in der Klosterbrauerei aber doch noch einiges anders. „Bei uns ist Bier ein Frische-Produkt“, sagt Schwester Doris. Nach sechs bis acht Wochen sollte es getrunken sein – denn in Mallersdorf wird das Bier nicht steril gefiltert wie beim üblichen Gerstensaft aus dem Getränkemarkt. Dadurch bleiben viele gesunde und geschmacksgebende Inhaltsstoffe erhalten.
Einmal wöchentlich ist „Sudtag“ im Kloster Mallersdorf: Dann ist Schwester Doris ab halb vier Uhr morgens im Einsatz, um mit ihrem Gesellen rund 70 Hektoliter für etwa 700 Kästen „göttliches Bier“ zu brauen. Das füllt die Nonne anschließend auch höchstpersönlich ab. Produziert wird Helles und naturtrübes Zoigl. Das Bier hat zwölf Prozent Stammwürze und fünf Prozent Alkoholgehalt. Im Advent und in der Fastenzeit kommt noch ein helles Bockbier dazu.
Verkauft wird das besondere Bier täglich direkt ab Kloster und in ausgewählten Märkten in der Region, beispielsweise in Straubing, Landshut und Regensburg. Doch auch die rund 500 Nonnen von der Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen im Kloster Mallersdorf sind ihrem eigenen Bier nicht abgetan: Etwa ein Fünftel der Jahresproduktion von rund 3000 Hektolitern trinken sie selbst.
Ihrer Berufung als brauende Klosterschwester will die 66-jährige Doris Engelhard – so Gott will – noch mindestens 20 Jahre nachkommen. Eine Nachfolgerin ist bisher nicht in Sicht. „Im Kloster wird gearbeitet und gestorben“, sagt Schwester Doris.
Jetzt steht nach längerer Zeit mal wieder ein Bier aus der kleinen Brauerei Walter Bräu aus Wesel am Niederrhein vor mir. Diese Brauerei hat eine Besonderheit. Kleine Brauereien gibt es inzwischen viele, das ist mittlerweile nichts Besonderes mehr. Dass auch kleine Brauereien ihr Bier über eine eigene Brauereigaststätte verkaufen ist auch eher die Regel als die Ausnahme und Walter Bräu bildet da keine Ausnahme. Dass in den meisten Brauereigaststätten ein gutes wenn auch sehr fleischlastiges Essen serviert wird, ist allgemein bekannt. Die Besonderheit der Brauereigaststätte von Walter Bräu ist aber, dass Sie Ihre Mahlzeit auch selbst mitbringen und in der Gaststätte verzehren können. Das kennen Sie auch aus traditionellen Biergärten in Bayern? OK, aber bei Walter Bräu erhalten Sie zu Ihrem mitgebrachten Essen noch Teller und Besteck. Auch einen Grill, ein Raclette oder einen heißen Stein können Sie dort mieten, um Ihre mitgebrachten Speisen fertigzustellen. Sie werden zugeben, dass das eine Besonderheit ist. Aber hier wollen wir uns nicht länger mit der Gaststätte aufhalten, sondern wir kommen nun endlich zum Bier.
NBG ist offensichtlich eine Abkürzung, in diesem Fall sogar doppelt. NBG ist eine geläufige Abkürzung für Nürnberg, aber auch für „New Beer Generation“, zwei Amerikaner, die mit nach amerikanischen Rezepten gebrautem Bier von Nürnberg aus die deutsche Bierwelt erobern wollen. Allerdings brauen sie nicht selbst, sondern in der Brauerei Binkert in Breitengüßbach. Ich bin mir nicht sicher, ob Deutschlands Bierkultur unbedingt Entwicklungshilfe aus den USA nötig hat, aber Vielfalt kann ja nie schaden. Egal, jetzt geht es erst einmal um das NBG IPA.
Seit dem Jahr 1929 existiert die Brauerei aus dem fränkischen Neuhaus, von der mir jetzt das Landbier vor mir steht.
In wenigen Wochen ist es soweit: Die 2016 erstmals durchgeführte Event-Serie rund um Bier als High Class-Produkt geht am 7. Februar 2017 in die zweite Runde. Die „Wiener Biershow“ zeigt edle, ungewöhnliche Biere im Rahmen eines stilvollen Events, das allen Interessierten gegen einen Eintrittspreis von 16 Euro (Vorverkauf unter www.beer-affairs.at) bzw. 20 Euro (Abendkasse) offensteht und sich von den üblichen Bierverkostungen und Messen abhebt – auch durch die Location im noblen Wiener Marriott Hotel. Auch die Brau Union Österreich wird mit feinen Bierspezialitäten fernab vom Mainstream vertreten sein.
Nun habe ich ein IPA aus der Brauerei Camba in Truchtlaching im Landkreis Traunstein in Oberbayern vor mir stehen. Ich kenne die Brauerei nicht näher, aber es fällt mir auf, dass dort etwa 40 Biersorten gebraut werden. Das ist schon eine erstaunliche Menge, die ich ansonsten bislang nur noch in der Klosterbrauerei in Neuzelle gefunden habe.
Ein Bier aus Breitengüßbach. Da muss ich erst einmal nachsehen, wo Breitengüßbach überhaupt liegt. Auf der Karte finde ich den Ort im Landkreis Bamberg in Oberfranken. Dann wird das Bier vermutlich gut sein, denn die Franken kennen sich mit Bier ja nun wirklich aus. Ob das auch für ein IPA gilt werde ich gleich wissen.
Nun steht mal wieder ein Bier aus Riedenburg im Altmühltal vor mir, ein Weizenbock namens Doldenbock mit 7,9 % Vol. Alkohol. Das Rückenetikett verspricht viel: Ein Doppelbock, doppelt mit Hopfen gestopft. Dazu noch ein Weizenbock und das Ganze unfiltriert und aus Bioland-Anbau. Irgendwie habe ich den Eindruck, das Team des Riedenburger Brauhauses, das im letzten Jahr sein 150jähriges Jubiläum feierte, wollten mit diesem Bier das deutsche Reinheitsgebot mal so richtig ausreizen. Mal sehen, was dabei rausgekommen ist.
Ganz im Westen von Flandern liegt das größte Hopfenanbaugebiet Belgiens. Und genau dort befindet sich in Watou die Brauerei des St. Bernardus. Dort wird im Übrigen nicht nur Bier gebraut, sondern seit 1959 befindet sich auf dem gleichen Gelände auch eine Käserei. Jetzt steht vor mir das St. Bernardus Abt 12, mit 10 % Vol. das stärkste Bier dieser Brauerei. Es wird in der Brauerei seit 1946 gebraut, das Rezept ist aber älter und wurde der Brauerei von der Abtei im Rahmen der damals erteilten Lizenz zum Brauen dieses Biers übergeben.
Wieder einmal steht ein Bier aus Bayerns ältester Weißbierbrauerei vor mir, das TAP 4 mit Namen „Meine Festweiße“. Anders als andere Festbiere wird dieses Weizenbier nicht zu einem speziellen Volksfest gebraut, sondern die Brauerei Schneider schreibt auf ihrer Website, dass das Bier nach altem Festbierrezeptur für feierliche Runden neu aufgelegt wurde.