Deutsche Brauer präsentieren sich auf der drinktec

Die „drinktec“ ist die Weltleitmesse für die Getränke- und Liquid-Food-Industrie und damit auch das wichtigste internationale Forum für die Braubranche. Mehr als 70.000 Fachbesucher aus der ganzen Welt werden von 11. bis 15. September 2017 in den Münchner Messehallen erwartet.

Erstmals präsentiert sich in diesem Jahr der Deutsche Brauer-Bund unterstützt vom FORUM BIER gemeinsam mit dem europäischen Dachverband The Brewers of Europe und dem Bayerischen Brauerbund dem Fachpublikum. Auf dem Messe-Treffpunkt „place2beer“ laden die Verbände interessierte Brauerinnen und Brauer und alle anderen Besucher bei einem frisch gezapften Bier zum Verweilen ein. „Wir wollen mit den Gästen aus aller Welt ins Gespräch kommen und den Vertretern aus unterschiedlichsten Branchen einen Einblick in unsere Arbeit geben“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. „Wir freuen uns, als Partner der Messe München auf der drinktec präsent zu sein und damit den internationalen Austausch der Brauer zu fördern.“ Auf dem „place2beer“ wird jeden Tag ein umfassendes Rahmenprogramm geboten mit Diskussionsrunden und Präsentationen zu ausgewählten Themen rund ums Bier und das Brauen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Verpackung, Marketing, Kennzeichnung, Rohstoffe und Craft.

Auf dem „place2beer“ mit einer Präsentationsfläche von rund 500 Quadratmetern können zudem täglich wechselnde Biere verkostet werden. Unterstützt wird das Messe-Forum u.a. von Bitburger, Erdinger, Franziskaner, Warsteiner, König Ludwig, Krombacher, Kulmbacher, Veltins und Weihenstephaner.

Daneben präsentieren Brauer ausgewählte Craftbiere und bieten eine sensorische Verkostung an. „Wir freuen uns, dass wir die Leitmesse nutzen können, um auch unsere Präventionskampagne Drink Responsibly vorstellen zu können“, so DBB-Geschäftsführer Holger Eichele. Mit der Kampagne werben die deutschen Brauereien für verantwortungsvollen Genuss und wenden sich entschieden gegen Alkoholmissbrauch. Die Messe München GmbH als Betreiber des Messegeländes unterstützt die Kampagne und macht sie während der Messetage sichtbar.

Okocim Jasne Okocimskie

Jetzt will ich mal wieder ein Bier verkosten, das ich bei meinem letzten Besuch in Polen mitgebracht habe. Es handelt sich um ein Lager, gebraut von Carlsberg Polska. Da mir keine weiteren Informationen zur Brauerei vorliegen, beginne ich direkt mit der Verkostung.

Das Bier ist intensiv goldgelb und es bildet sich eine durchschnittlich voluminöse weiße Schaumkrone, größtenteils feinporig, die leider recht flott in sich zusammenfällt. Mit einem stabileren Schaum hätte mir die Optik sicher besser gefallen.

Das Aroma ist recht süßlich nach Toffee, dazu kommt ein leicht würziger Duft, auch nach Pfeffer.

Der Antrunk ist nicht so süß wie ich es anhand des Aromas erwartet habe. Das könnte mir gefallen, würde das Bier nicht so wenig Kohlensäure enthalten, die dafür aber sehr feinperlig ist. Schnell kommt ein leichtes Bitter hervor. Das Bier ist betont frisch, aber doch etwas dünn. Der Abgang ist ein mildes Bitter, das nur recht kurz nachklingt.

Das Bier ist nicht schlecht, aber recht unspektakulär. Es passt zum fleischlastigen polnischen Essen.

Zutaten:

Wasser
Gerstenmalz
Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

11,3 %

Bittereinheiten:

17 IBU

Brauerei:

Carlsberg Polska SP Z O.O
Ul Ilzecka 24
02-135 Warschau
Polen
www.okacim.pl

Kloster Scheyern Kloster-Doppelbock Dunkel

Nunc est bibendum – mit diesem lateinischen Trinkspruch bewiesen die Mönche früher, dass sie auch ganz weltlich zu genießen verstanden. Bereits seit dem Jahre 1119 brauen die Benediktinermönche in Scheyern Bier. Damit ist die Klosterbrauerei die drittälteste Brauerei Deutschlands und zählt zu den ältesten nachgewiesenen Brauereien der Welt. Nach mehreren Jahrzehnten der Verpachtung hat das Kloster im Jahre 2006 die alte Brautradition wiederaufgenommen. Nach einer Komplettsanierung des Brau- und Sudhauses nach neuesten technischen Aspekten sowie einem Umbau der Klosterschänke wird seit März 2006 in den Mauern des alten Brauereigebäudes wieder Klosterbier gebraut. Derzeit werden dort neun unterschiedliche Biere gebraut, einige allerdings nur saisonal. Beispiele für die saisonalen Biere sind der Maibock und das Christkindl-Bier. Jetzt steht aber der dunkle Doppelbock vor mir. Nicht alle Biere braut das Kloster selbst, wie auf dem vorderen Etikett vermerkt ist, wird der Doppelbock bei der Brauerei Tucher in Nürnberg hergestellt. Allerdings soll es sich um die Originalrezeptur handeln und das Kloster hat die Aufsicht über den Brauprozess.

Dunkel-Rubinrot, fast schwarz, zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine hellbraune und durchschnittlich voluminöse Krone aus größtenteils feinporigem Schaum, der sich auch durchschnittlich schnell auflöst. Die Optik ist schon klasse, selbst als sich der Schaum vollständig aufgelöst hat. Dann sieht das Bier aus wie ein Bordeaux.

Das Aroma ist malzbetont mit kräftigen Röststoffen. Dazu kommen eine leichte Süße, etwas Kaffee sowie Düfte nach Trockenpflaumen und Rosinen.

Der Antrunk ist recht süß und mir fehlt einiges an Kohlensäure. Da war die Brauerei etwas zu geizig. Schnell breitet sich im Mund der Geschmack der Röststoffe aus und ich kann Espresso schmecken. Obwohl die Röststoffe intensiv schmecken, ist das Bier überraschend mild. Das gilt auch für den Abgang, bei dem die Röststoffe etwas nachklingen.

Mit mehr Kohlensäure könnte mich dieses wärmende Bockbier aus Franken wirklich begeistern; so kommt es nur ins Mittelfeld.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,4 % Vol.

Stammwürze:

18,2 %

Brauerei:

Tucher Bräu
Tucherstr. 10
90763 Fürth
www.tucher.de

für

Klosterbier-Vertriebs GmbH
Schyrenplatz 1
85298 Scheyern
www.klosterbrauerei-scheyern.de

Hohenthanner Kellerbier Hell

Die niederbayrische Schlossbrauerei in Hohenthann wurde bereits im Jahr 1864 gegründet. Bis heute ist sie im Familienbesitz und von den großen Braukonzernen unabhängig. Bis heute arbeitet sie handwerklich und mit regionalen Zutaten. Der Hopfen kommt aus der Hallertau und das Malz aus Bayern. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Biere dieser Brauerei vielfach ausgezeichnet wurden, sowohl beim European Beer Star als auch bei Meiningers und der DLG. Das helle Kellerbier, das jetzt vor mir steht, wurde im Jahr 2013 beim European Beer Star mit der Silbermedaille geehrt. Es handelt sich um ein naturbelassenes untergäriges und helles Lagerbier, das im klassischen Einmaischverfahren hergestellt wurde.

Goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas, dazu hefetrüb und mit einer agilen Kohlensäure. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große Schaumkrone aus feinporigem weißem Schaum, die auch durchschnittlich schnell in sich zusammenfällt. Bei der Optik hat die Brauerei schon mal nichts verkehrt gemacht.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche das Getreide und die Hefe. Dieser Duft wird durch blumige Noten und einen Hauch Bergamotte unterstützt. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß und wird durch die sehr feinperlige Kohlensäure richtig schön spritzig. Schnell gesellt sich eine fruchtige Säure dazu, so dass ich meine, den Geschmack von Birnen zu schmecken. Insgesamt ist das Bier vollmundig und rund. Der Abgang ist mild und enthält nur wenige Bitterstoffe, so dass er auch nur kurz nachklingt.

An so ein Bier könnte ich mich gewöhnen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,8 %

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei
Brauhausstr. 1
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

Biershop Bayern

Regensburg: Mit jedem Schluck Gutes tun

Genießen für einen guten Zweck: Einen Satz, den sich heutzutage nicht wenige Getränkehersteller mitunter leichtfertig auf ihre Fahnen schreiben – im ostbayerischen Regensburg stimmt er aber sogar. In der Domstadt sind heute drei so genannte Stiftungsbrauereien daheim, eine bundesweit und vermutlich sogar weltweit einmalige Konstellation. Was die Traditionsbrauereien Bischofshof, Kneitinger und die Spital-Brauerei so besonders macht: Anders als in einem normalen Wirtschaftsbetrieb oder einer konventionellen Brauerei fließen die Gewinne aus dem Brauereibetrieb nicht an Aktionäre oder Eigentümer. Die Überschüsse werden entweder in den weiteren Ausbau der Brauerei oder aber in die Förderung von sozialen oder kulturellen Einrichtungen sowie des regionalen Sports investiert. Bei Bischofshof, der größten unter den drei Regensburger Stiftungsbrauereien und gleichzeitig größten Brauerei der Oberpfalz, kamen so allein in den vergangenen zehn Jahren rund zwei Millionen Euro zusammen.

Wenn wir nach den Gründen suchen, weshalb die Regensburger Brauereien anders sind als die meisten Braustätten, müssen wir weit in der Geschichte zurückgehen, im Falle von Bischofshof bis ins 13. Jahrhundert. Historiker glauben, dass zur Versorgung der Dombauhütte bereits 1230 eine Bischöfliche Brauerei bestand. 1649 gründete dann der Fürstbischof Wilhelm Graf von Wartenberg in unmittelbarer Nachbarschaft zum Regensburger Dom die Brauerei Bischofshof. Seit dem ersten Tag ist sie im Besitz der Diözese Regensburg. Heute ist die Bischöfliche Knabenseminarstiftung Träger der Brauerei. Stiftungszweck war ursprünglich die Unterstützung des Priesternachwuchses bei der Ausbildung. Heute konzentriert sich das Engagement von Bischofshof auf vier wesentliche Bereiche: der Förderung von Sport, Kultur, Gesellschaft und Sozialem. Jahr für Jahr fließt den vier Stiftungszwecken eine Summe im hohen sechsstelligen Bereich zu. 

Die Liste der Projekte, die die Brauerei fördert, ist lang: Nach der Aufnahme der Regensburger Altstadt mit Stadtamhof in das UNESCO-Welterbe initiierte die Brauerei die Gründung eines Welterbe-Kulturfonds als Motor für den Denkmalschutz. Jüngstes kulturelles Engagement: die in diesem Sommer abgeschlossene Generalsanierung des ältesten Legionstors der Welt, der Porta Praetoria. Möglich wurde die Maßnahme erst durch das finanzielle Engagement der Brauerei im Rahmen des Welterbe-Kulturfonds in Höhe von rund 600.000 Euro.  

„Bischofshof fühlt sich der Bewahrung des historischen Erbes in Regensburg in besonderer Weise verpflichtet“, sagt Brauereidirektor Hermann Goß. Unterstützt habe Bischofshof in den vergangenen Jahren auch weitere bedeutende Bau-Projekte in der Stadt Regensburg. Dazu gehören unter anderem die Restaurierung des Regensburger Brückenwahrzeichens „Bruckmandl“, die Bischof Sailer-Statue oder die Wiedererrichtung des König Ludwig-Reiterdenkmals am Regensburger Domplatz. 

In und um Regensburg zählt die Brauerei Bischofshof seit vielen Jahren auch zu den bedeutendsten Förderern des Jugend- und Breitensports. Die „vatikanische Brauerei“ stellt dazu jedes Jahr für die allgemeine Sportförderung einen sechsstelligen Betrag in ihren Budgets bereit. „Es ist beeindruckend und absolut nachahmenswert, was die Brauerei Bischofshof in der Förderung des Breitensports in der Region bewegt“, sagt Klaus Eder, der langjährige Chef-Physiotherapeut der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, der in seinem Therapiezentrum in Donaustauf bei Regensburg die Elite des deutschen Spitzensports behandelt. 

Radmarathon, Triathlon, Fußball oder Leichtathletik: „Bischofshof hilft bei der Finanzierung attraktiver Sportveranstaltungen und unterstützt Vereine bei der Förderung und Finanzierung ihrer Jugendarbeit. Highlights im Sport-Sponsoring Kalender 2017 sind beispielsweise unter anderem der Arber-Radmarathon, der Regensburg-Marathon und die Unterstützung des deutschen Baseball-Serienmeisters Buchbinder Legionäre sowie der Fußballer vom SSV Jahn Regensburg. 

„In vielen regionalen Sportvereinen in Stadt und Land Regensburg wäre zudem eine systematische Breitensportförderung und Jugendarbeit ohne die Fördergelder von Bischofshof kaum möglich“, sagt Brauereichef Goß. Er hofft, dass Bayerns Biertrinker im Getränkemarkt und in der Gastronomie auch künftig regionalen Brauspezialitäten den Vorzug geben. Denn, so Goß, weitgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit seien die großen internationalen Getränkekonzerne aus Holland und Belgien längst auch in Bayern angekommen: „Ihre Marktanteile wachsen – auch bei uns im Freistaat. Das bereitet mir große Sorgen, weil diese Konzerne allein ihren Aktionären, der Gier nach Marktanteilen und den internationalen Finanzmärkten verpflichtet sind – und nicht mehr ihrer Heimatregion, ihren heimischen Lieferanten und Kunden“, sagt Goß. Jeder Verbraucher habe es selbst in der Hand, ob er bayerische Heimatliebe oder einen Konzern im Ausland stärke.

Hellers Maibock

Ups, nun haben wir bereits Anfang September und in der letzten Woche hat mein Bioladen noch einmal einige Flaschen Maibock verkauft. Diesen Maibock habe ich auch noch nicht gekannt. Grund genug also, mir gleich eine Flasche zu sichern. Aber ich bin sicher nicht der einzige Mensch, der sich jetzt im September mit dem Maibock von Heller beschäftigt. Der Maibock reift im Lagerkeller immerhin sechs Monate lang, bevor er abgefüllt wird und in den Verkauf kommt. Die Brauerei ist sicher bereits kräftig dabei, den Jahrgang 2018 des Maibocks zu planen.

Rotgolden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Vom feinporigen Schaum gibt es nur recht wenig, der sich auch relativ schnell auflöst.

Dafür gefällt mir das Aroma. Mir steigen Karamellnoten und der Duft roter Beeren sowie einige blumige Noten in die Nase.

Der Antrunk ist mild mit einer angenehmen leichten Süße. Zusammen mit der spritzigen Kohlensäure ist dieses Bier vom ersten Moment an rund. Auch der Körper ist vollmundig und rund. Ein angenehmes Bitter kommt dazu und verbindet sich hervorragend mit dem Geschmack nach Karamell und Honig. Der Abgang ist freundlich bitter. Die Bitterstoffe sind nicht allzu kräftig, aber doch stärker als ich es aufgrund des Aromas erwartet habe.

Dieser Maibock passt gut zu den Gerichten der Saison, also zu Spargel und Spinat, aber durchaus auch zu den ersten Früchten des Frühlings, z.B. zu Erdbeeren.

Zutaten:

Wasser
Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei HELLER GmbH
Roonstr. 33
50674 Köln
www.hellers.koeln

Brasserie Uberach bière blonde

Frankreich gilt als das Land des Rotweins. Ganz Frankreich? Nein, eine Gegend leistet Widerstand gegen die Rotwein-Wüste. Im Elsass werden nicht nur gute Weißweine gekeltert, sondern von dort kommen auch einige gute Biere. Es gibt Kollegen, die halten die Brauerszene in Frankreich für kreativer als die in Belgien. Dann bin ich ja mal gespannt, wie mir das blonde aus Uberach gefällt. Die Brauerei gibt sich jedenfalls Mühe, die Messlatte hochzuhängen. Auf dem Etikett steht sinngemäß folgende Beschreibung (Übersetzung durch mich): Zusammen mit dem Wasser der nördlichen Vogesen entwickeln Malz, Hopfen und Hefen Aromen von Honig bis Ingwer, von Waldmeister und Himbeeren. Das obergärige Uberach Bier ist nicht gefiltert und nicht pasteurisiert um die Aromen vollständig zu erhalten. Ob blond, braun, gelb oder weiß passen sich die Biere bei allen Gelegenheiten und zu jeder Jahreszeit harmonisch an. Na, dann bin ich ja mal gespannt, ob das Bier diesen Ansprüchen gerecht wird.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas, darüber eine voluminöse sahnige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch gefällt mir das Bier schon mal sehr gut.

Dann überrascht mich das komplexe Aroma, auch wenn es nicht allzu intensiv ist. Zitrusnoten mischen sich mit dem Duft von Ananas, dazu leichte Noten von Gras und Blumen.

Der Antrunk ist recht süß, aber durch die Hefe und die gut dosierte Kohlensäure wirkt er recht frisch. Schnell tritt die Hefe in den Hintergrund und eine angenehme fruchtige Säure, in der sich die Aromen widerspiegeln, übernimmt das Zepter. Der Abgang ist zurückhaltend bitter und er klingt recht kurz nach.

Dieses Belgian Pale Ale aus der Brasserie Uberach beweist, dass auch die Franzosen Bier brauen können. Auch wenn es nicht wirklich herausragend ist, wäre es in Deutschland auf jeden Fall ein gutes Zwickl.

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Uberach
30, Grand Rue
Uberach, 67350
Frankreich
www.brasserie-uberach.fr

Schönramer Imperial Stout

Weshalb heißt ein Bier Imperial Stout und aus welchem Grund ist das Etikett so nostalgisch gestaltet? Beide Fragen beantwortet die Brauerei auf ihrer Website: „Das Imperial Stout verdankt seinen Namen dem kaiserlichen Winterpalast, dem „Imperial Winter Palace“ der russischen Zarin, Katharina der Großen. Ende des 18. Jahrhunderts wollten Londoner Brauereien „Eindruck schinden“ und schickten ihre obergärige Starkbier-Version eines Englischen Stouts nach St. Petersburg, um die Zarin zu beeindrucken – ihr sollten die langen, dunklen Wintertage erträglicher gemacht werden und der Überlieferung zufolge, hat dieses hocharomatische Bier, das auf jedem Gaumen ein geschmackliches Feuerwerk abbrennt, wie eine „Bombe eingeschlagen“ und wurde zum Hof-Bier des Zarenhauses. Das „Bavarias Best“ Imperial Stout, gebraut aus erlesenen, ausgesuchten Rohstoffen, vermag auch die eisigste Kälte zu vertreiben.“

Die Optik ist auf jeden Fall schon mal bestechend. Blickdicht schwarz mit einer leicht überdurchschnittlichen, sahnigen und mittelbraunen Schaumkrone, die sehr lange stehen bleibt. Besser geht es wohl nicht.

Wie bei dieser Optik nicht anders zu erwarten, dominieren die Röststoffe des Malzes das Aroma. Ich rieche den Duft dunkler Schokolade, von Kaffee, Karamell und leichte Noten von Kirschen.

Jetzt ist die Zunge gefordert, die Menge der Geschmäcker zu identifizieren, die in diesem Bier enthalten sind. Der allererste Eindruck ist leicht süß, passend zur sehr feinperligen Kohlensäure. Schnell zieht sich die Süße etwas in den Hintergrund zurück und der Geschmack nach Bitterschokolade und Espresso kommt zum Vorschein. Eine leichte fruchtige Säure sorgt für eine hintergründige Fruchtigkeit. Ganz dezent meine ich noch, einige Rauchnoten zu schmecken. Im Abgang drängt sich der Geschmack von Espresso etwas in den Vordergrund; gleichzeitig kommt die Süße zurück. Zusammen sorgen sie für einen Geschmack, der an die Füllung von Mokkabonbons oder auch von Kaffeelikör erinnert. Leider ist der Nachklang recht kurz.

Wow. Besser und edler kann ein Stout wohl nicht mehr sein. Keinesfalls sollte das Bier in den Kühlschrank, die Kälte würde die Geschmackseindrücke verringern und das wäre wirklich schade.

Noch eine Bemerkung zum Abschluss: die Brauerei teilt mit, dass das Imperial Stout in der Flasche noch nachreift und das Bier im Laufe der Zeit noch besser wird. Das ist zwar kein Alleinstellungsmerkmal des Imperial Stout, aber das MHD 4. 2. 31 ist im Jahr 2017 schon eine Seltenheit. Nach fünf bis zehn Jahren sollen sich nach und nach Portwein- und Sherrynoten bilden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Stammwürze:

22° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Landbrauerei Schönram
Salzburger Str. 17
83367 Petting
www.schönramer.de

Biershop Bayern

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Erlbräu Helles Bockerl

Jetzt steht ein helles Bockbier vor mir, das Bockerl aus der hochdekorierten Brauerei Erl in Geiselhöring. Die Qualität der Biere aus diesem Ort in Niederbayern kommt nicht von ungefähr. Die Philosophie hinter diesem Bier erläutert die Brauerei auf ihrer Website. Hier die meiner Meinung nach entscheidenden Infos:

Die Rohstoffe stammen von alteingesessenen bayrischen Mälzereien und Hopfenbauern, mit denen die Brauerei bereits über Jahrzehnte zusammenarbeitt. Unabhängig von Weltmarktpreisen und Spekulation legt Erl-Bräu hier den Schwerpunkt auf die Zuverlässigkeit der Partner und die Qualität von Hopfen und Malz. Daher bezieht das Unternehmen seinen Naturhopfen direkt aus der Hallertau, pflegt noch Beziehungen zum Hopfenbauern und verzichtet bewusst auf Hopfenextrakt. Die Braumalze stammen aus der benachbarten Mälzerei Albert Müller sowie aus Bamberg von Mälzereien, die ihre Braugerste von bayrischen Bauern einkaufen. Das weiche Brauwasser stammt aus dem eigenen kontrollierten Tiefbrunnen, wird nicht chemisch aufbereitet und ist eines der wenigen noch nitratfreien Brauwässer in Niederbayern.

Die Biere dürfen nach einem betont langsamen Reifeprozess unter konsequenter Pflege und Verfeinerung der Familienrezepte, in kleinen Chargen, ihr volles Aroma entfalten. Dieser Reifeprozess ist im Zeitalter von Prozessautomation und Massenproduktion so selten wie sehenswert. Die Gärung findet stets handgeführt statt und nicht nur beim Weißbier, sondern auch noch bei untergärigen Sorten pflegt die Brauerei Tradition der offenen Gärbottiche. Im Brauereikeller reifen die Biere anschließend viele Wochen lang, wo sie von den Brauern manuell betreut werden. Bemerkbar machen sich hier auch die kalten, liegenden Lagertanks tief unter der Erde.

Im Anschluss werden die Biere rein natürlich filtriert und in der modernen und hochpräzisen Abfüllanlage der Umwelt zu Liebe in braune Mehrwegflaschen abgefüllt. Danach freuen sie sich schon darauf, von einem Kenner gekostet zu werden. Um den vollen Geschmack zu erhalten sind die Biere nicht kurzzeiterhitzt oder pasteurisiert.

Nach so viel Theorie mache ich jetzt aber endlich das Bier auf und schenke es mir ein. Dabei steigt mir bereits ein angenehmer Malzduft in die Nase, bevor sich das Bier im Glas Golden und hell präsentiert. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger weißer Schaum, der langsam in sich zusammenfällt. Währenddessen gesellen sich zum Malzduft dieses Bieres noch einige blumige Noten.

Der Antrunk ist stiltypisch recht süß, aber durch die gut dosierte feinperlige Kohlensäure ist er wirklich spritzig und frisch. Aber erst nachdem sich das Bier auf der Zunge verteilt hat, zeigen sich die Stärken dieses Biers wirklich. Es ist intensiv malzig, vollmundig und rund. Der Hopfen wird gerade so stark eingesetzt, dass er den Geschmack des Malzes unterstützt und vervollständigt. Rundherum ein extrem ausgewogenes Bier, das aber trotzdem seinen eigenen Charakter bewahrt. So auch im Abgang, der stiltypisch mild ist und trotzdem lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Brauerei:

Landbrauerei Ludwig Erl
Straubinger Str. 10
94333 Geiselhöring
www.erl-braeu.de

Biershop Bayern

Craft Beer mit 3 Gänge-Menü im Dunkeln

Hochwertig und traditionsbewusst – der Trend geht zu handgemachtem Bier aus regionalen Brauereien. Dass dieses Craft Beer nicht nur den Durst löscht, sondern in Kombination mit ausgewählten Speisen ganz überraschende Geschmackserfahrungen bieten kann, zeigt eine Abendveranstaltung in völliger Dunkelheit im Universum® Bremen. Bei dem Event am 21. Oktober sowie am 4. November ab 18.30 Uhr werden verschiedene Craft-Beer-Sorten der Waller Union Brauerei mit einem 3-Gänge-Menü angeboten, das genau auf den Geschmack der jeweiligen Biere abgestimmt ist. Carsten Eger, Brauingenieur und Biersommelier der Union Brauerei, hat die Zusammenstellung ausgewählt und begleitet die Gäste mit fachkundigen Erläuterungen zu den Rohstoffen, dem Brauverfahren und der Herkunft von Craft Beer durch den ungewöhnlichen Abend.

„Das Bier-Tasting mit Speisen im Dunkeln ist auch für mich eine Premiere“, freut sich Eger auf die Veranstaltung. Der Abend stellt ein Sonderformat des beliebten Dinners im Dunkeln dar, das um die exquisite Bierkomponente erweitert wird – die absolute Lichtlosigkeit während der Verköstigung bleibt jedoch erhalten. Denn ohne die Ablenkung durch das Auge werden Zunge und Nase um ein Vielfaches sensibler und ermöglichen den Gästen ganz neuartige Erfahrungen: Wie beeinflussen sich das Aroma von Pale Ale, Porter und Keller Pils mit Mango, rosa Pfefferbeeren und Schokoladendessert gegenseitig? Macht es einen Unterschied, ob ich vor oder nach dem Essen an meinem Bierglas nippe? Und empfindet mein Sitznachbar eigentlich genauso? Die eigenen Sinneseindrücke, der Austausch mit den anderen Gästen und das ungewohnte Setting machen den Abend zu einem Erlebnis mit Nachhall. Unterstützt wird Sommelier Carsten Eger von erfahrenen, sehbehinderten Mitarbeitern des Universum®, die für einen reibungslosen gastronomischen Ablauf sorgen.

Termin: Die 3-stündige Veranstaltung „Herb trifft delikat – Craft Beer und Dinner im Dunkeln“ findet am 21. Oktober und 4. November 2017 statt, Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr im Universum® Bremen, Wiener Straße 1a. Der Preis beträgt 75 Euro pro Person inklusive 3-Gänge-Menü, Biere und Mineralwasser. Eine Anmeldung unter der Telefonnummer 0421 / 33 46-152 oder -153 ist erforderlich, das Platzangebot ist begrenzt.