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Altenauer Edelpils

Um es vorweg zu sagen: Dieses Pils ist etwas ganz besonderes. Es ist kein Pils wie jedes andere. Das Bier hat eine sehr schön goldgelbe Farbe und nach dem Einschenken sehen wir einen feinporigen Schaum, der allerdings auch einige große Blasen enthält, was dem optischen Eindruck nicht wirklich zuträglich ist.

Ein erster Schluck zeigt, dass sich das Altenauer Edelpils nicht mit den Massenprodukten aus der Getränkeindustrie vergleichbar ist. Der intensive herbe Geschmack ist deutlich bitter, ein Bier mit Charakter. Bei der Intensität des Geschmacks ist es erstaunlich, dass dieses Bier nur 5 % Alkohol hat. Andere Biere, die so intensiv schmecken, enthalten erheblich mehr Alkohol. Die Fülle der Aromen ist beeindruckend.

Alles in Allem ein Pils, das es nicht verdient hat, einfach gedankenlos heruntergekippt zu werden. Dieses Bier sollte aufmerksam getrunken und genossen werden, genau wie ein guter Rotwein.

Dass das Bier keinen Hopfenextrakt enthält, sondern ausschließlich Hopfen, zeigt, dass es sich nicht um ein Industrieprodukt handelt, sondern dass der Braumeister wirklich sein Handwerk verstehen muss. Durch die Verwendung von Hopfen, der nicht durch die industrielle Standardisierung gegangen ist, entstehen Biere, die jeweils einmalig sind.

 Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Altenauer Brauerei
38707 Altenau im Oberharz
http://www.altenauer-brauerei.de

Franziskaner Weißbier alkoholfrei

Nehmen wir uns mal wieder einem alkoholfreien Weizenbier an. Eigentlich stehe ich einem alkoholfreien Weißbier eher skeptisch gegenüber, da diese Biere meist eher flach schmecken und beim Entfernen des Alkohols auch der typische Weizencharakter verlorengeht. Wie die anderen Weizenbiere aus dieser Brauerei ist auch das alkoholfreie Weizen leicht trüb, es zeigt einen schönen dichten und gleichmäßigen feinporigen Schaum, der nicht allzu standfest ist, was aber bei alkoholfreien Bieren nicht anders zu erwarten war. An der Nase ist das Bier zunächst unscheinbar. Der Antrunk ist leicht süßlich; aber leider recht dünn. Langsam entwickelt sich auf der Zunge aber der Geschmack, der dieses Bier zu den besten seiner Art macht. Lt. Etikett auf der Rückseite der Flasche ist das Bier isotonisch. Ob das stimmt weiß ich nicht, aber auf jeden Fall ist es ein erfrischendes Getränk an heißen Tagen oder nach körperlicher Anstrengung.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hefe, Hopfenextrakt, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Spaten-Franziskanerbräu GmbH
80335 München
https://www.franziskaner-weissbier.de/

Biershop Bayern

Einbecker Dunkel

Nein, diesmal erwähne ich nicht, dass dieses Bier aus Einbeck in der typischen Flasche der Brauerei geliefert wird und daher im Regal nicht zu übersehen ist. Stattdessen beginne ich gleich damit, es einzuschenken.

Wow, was für ein Bier. Tief dunkelrot, fast schwarz ist es im Glas, zusammen mit einer Krone, die eventuell etwas größer ausfallen könnte. Der Duft wird durch feine Röstmalznoten dominiert.

Der Geschmack ist kräftig und gefällig. Das Malz schmeckt deutlich durch, das Bier ist trotzdem nicht zu süß, aber sehr schön süffig und mit Charakter. Ein schönes Bier für lange Winterabende.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Einbecker Brauhaus AG
37574 Einbeck
www.einbecker.de

Riedenburger Festbier

Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr. Zeit also, ein bayrisches Festbier zu testen. Für Saisonbiere wie dieses zu Weihnachten haben die Brauereien meist spezielle Rezepte, um so ein ganz besonderes Bier zu brauen. Das Riedenburger Festbier ist ein Biobier, nicht nach den Biorichtlinien der EU, die sich lediglich um die Rückstandfreiheit kümmern, sondern es handelt sich um ein „richtiges“ Biobier nach den Bioland-Richtlinien, also ein wirklich nachhaltiges Getränk.

Rohstoffe aus echtem biologischem Landbau sind in der Regel deutlich teurer als solche aus konventionellem Anbau. Häufig können die Mehrkosten nicht vollständig an die Konsumenten weitergegeben werden. Wir können also mit Fug und Recht davon ausgehen, dass bei Verarbeitern, die die teureren Rohstoffe verwenden, noch so einiges an Idealismus vorhanden ist. Des Weiteren gehe ich davon aus, dass diese Brauer auch mehr Sorgfalt beim sachgemäßen Umgang mit den Rohstoffen walten lassen. Dementsprechend hoch sind meine Erwartungen an dieses Bier. Zeit also, das erste Glas einzuschenken.

Ein schön klares Bier in der Farbe dunklen Bernsteins fließt in das Glas, gekrönt von einem elfenbeinfarbenen Schaum, der aber leider sehr schnell in sich zusammenfällt. Schade, ich hätte mir mehr Standfestigkeit gewünscht. Aber der Duft – intensiv nach geröstetem Malz, süßlich mit Zitrusfrüchten gemischt. Schon das Schnuppern an diesem Bier ist ein echtes Erlebnis.

Der Antrunk ist leicht hopfig und zeigt etwas Malz. Dazu eine erfrischende leichte Säure. Es ist nicht wirklich süffig, so dass es sich nicht einfach herunterschütten lässt, sondern es ist ein Bier, bei dem wir jeden einzelnen Schluck bewusst genießen sollten. Nach einem kurzen Verbleib im Mund kommt auch der Geschmack der fünfeinhalb Volumenprozent Alkohol zum Tragen, ohne dabei unangenehm zu werden. Im Abgang kommt anschließend der Hopfen zum Tragen. Der Geschmack bleibt recht lange im Mund erhalten.

Dieses Bier erfüllt meine Anforderungen an ein Saisonbier mit Rohstoffen aus biologischem Anbau in vollem Umfang. Ich würde mir lediglich etwas mehr der sehr schön feinperligen Kohlensäure wünschen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Mit Ausnahme des Wassers stammen alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau.

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
93339 Riedenburg
http://www.riedenburger.de

Biershop Bayern

Warsteiner Weihnacht

Jetzt teste ich einmal das (lt. Rückenetikett) Feierabendbier des Weihnachtsmanns. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass auch Warsteiner ein Saisonbier auf den Markt bringt. Bislang kannte ich die Privatbrauerei aus Warstein im Sauerland eigentlich nur von ihrem Pils, das durchaus gut schmeckt, aber als einziges Bier einer Brauerei im Getränkemarkt doch etwas eintönig ist. Aber wenn das Pils schon gut ist, kann ich auch beim Weihnachtsbier einige Vorschusslorbeeren voraussetzen.

Zumindest optisch macht das Bier einen richtig guten Eindruck: Bernsteinfarben mit einem schönen elfenbeinfarbenen Schaum. Leider fällt er relativ schnell zusammen. Der Duft enthält Hopfen und eine deutliche Schokoladennote. Nun ist es an der Zeit, einmal zu probieren, wie sich das Bier auf der Zunge macht.

Im Antrunk ist von der Schokoladennote des Dufts nichts mehr festzustellen. Auf der Zunge kommt eher eine Note Karamell an. Dazu die leichte Süße des Gerstenmalz, die sich aber angemessen im Hintergrund hält. Wenn sich das Bier im Mund erwärmt, kommt auch der Geschmack des Hopfens zum Vorschein, der dann im Abgang stärker wird und auch nach dem Schlucken lang anhält.

Ganz ehrlich gesagt hat mir das Bier erst ab dem zweiten Schluck wirklich geschmeckt. Aber von da an wird es mit jedem Schluck besser. Nichts für die gesamte Adventszeit, aber ab und an mal ist es das Bier wirklich wert, getrunken zu werden.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

 

Brauerei:

Warsteiner Brauerei
Haus Craner KG
59564 Warstein
www.warsteiner.de

Sebaldus Weizen Dunkles Hefe

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus Franken vor mir – das dunkle Weizen von Sebaldus, benannt nach dem Schutzpatron von Nürnberg. Zu diesem Namen passt auch das historisch gestaltete Etikett. Aber nicht nur die Herkunft aus Franken macht Lust auf das Bier, auch ein Blick auf das Rückenetikett der Flasche steigert die Vorfreude auf das Bier. Dieses Bier enthält keinen Hopfenextrakt, sondern nur Hopfen. Da können wir davon ausgehen, dass es sich um ein handwerklich hergestelltes Bier handelt, da sich beim Hopfen jede Charge von den anderen unterscheidet, ganz im Gegensatz zum standardisierten Hopfenextrakt. Mal sehen, ob das Bier diesen Erwartungen gerecht wird.

Dunkel, kupferfarben und trüb ist das Bier im Glas, gekrönt von einer hellen gelblichen Schaumkrone, genau wie es von einem dunklen Weizenbier erwarte. Der Duft wird von der Hefe bestimmt, die durch Noten nach Banane und Zitrusfrüchten unterstützt wird. Eigentlich hätte ich bei einem dunklen Weizenbier auch den Duft von Röstmalz erwartet, der aber hier nicht durchkommt. Das könnte aber auch daran liegen, dass ich einen leichten Schnupfen habe.

Der Antrunk scheint im ersten Moment etwas enttäuschend. Mir fehlt etwas die typische Süße des Röstmalzes. Aber schnell breitet sich eine feine Säure aus, die zusammen mit dem Geschmack des Röstmalzes und der feinen Kohlensäure die anfängliche Enttäuschung in Begeisterung umschlagen lässt. Langsam kommt noch etwas Bitteres dazu, sehr angenehm. Im Abgang bestimmen die Bitterstoffe den Geschmack, der auch nach dem Schlucken noch einige Zeit erhalten bleibt.

Insgesamt hinterlässt das dunkle Sebaldus Weizen bei mir einen sehr guten Eindruck. Es handelt sich um ein süffiges Bier mit viel Charakter, das ich meinen Gästen gerne anbiete.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Röstmalzbier, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Tucher Traditionsbrauerei
90409 Nürnberg

Urbanus Kellerweizen

Jetzt steht vor mir das Urbanus Kellerweizen aus Pfaffenhofen und wartet darauf, dass ich es teste. Das nostalgisch gestaltete Etikett weist ausdrücklich darauf hin, dass dieses Bier mit „exquisiter Sekthefe“ gebraut ist. Na ja, wollen wir einmal sehen, ob die Sekthefe einen Unterschied in der Qualität ausmacht.

Trüb und bernsteinfarben ist das Bier im Glas, darüber ein feinporiger hellgelber Schaum, der auch recht lange stehenbleibt. Optisch gibt es an diesem Bier also schon mal nichts auszusetzen. Beim Duft hält sich das Weizenmalz erst einmal ziemlich im Hintergrund. Ich rieche etwas Malz, Früchte – und Riesling. Der Duft macht neugierig auf den Geschmack.

Der Antrunk ist weich und angenehm. Neben dem zurückhaltenden Weizenmalz schmecke ich zunächst vor allem eine erfrischende Säure. Während sich das Bier im Mund erwärmt, kommt immer mehr auch der Geschmack nach dem Riesling durch, den ich bereits im Duft entdeckt habe. Der Abgang ist nur leicht bitter und die Frische bleibt im Mund zurück.

Fazit: Das Urbanus Kellerweizen ist ein wirklich rundes Bier, das ich ohne Einschränkungen empfehlen kann.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Urbanus-Brauerei
85276 Pfaffenhofen/Ilm
http://www.urbanus-bier.de

Neumarkter Lammsbräu Blond

Jetzt steht vor mir mal wieder ein Biobier aus dem fränkischen Neumarkt, diesmal das Neumarkter Lammsbräu Blond. Die klare Flasche zeigt bereits das kräftige Gelb dieses Bieres, die Farbe erinnert an Quittensaft. Im Normalfall werden Biere ja vor dem Licht geschützt. Sehen wir mal, ob die klare Flasche dem Bier geschadet hat. Eine weitere Besonderheit des Neumarkter Blond ist das Mineralwasser, das zum Brauen benötigt wurde. In der Regel wird Wasser aus einem Brunnen oder Leitungswasser verwendet.

Der Schaum ist anfangs sehr schön fein, fällt dann aber relativ flott in sich zusammen. Das Bier duftet vorwiegend nach Getreide sowie in geringerem Maße nach Hopfen. Der Antrunk ist frisch und ein wenig herb und zeigt relativ wenig Geschmack. Wir werden aber im Abgang durch eine leichte Bitterkeit entschädigt. Hier kommt zum ersten Mal der Hopfen wirklich durch.

Insgesamt ein erfrischendes leichtes Bier am Ende eines heißen Tages oder für Menschen, die das Bittere des Bieres nicht so gerne mögen.

Zutaten:

Mineralwasser, Gerstenmalz, Naturdolden-Hopfen

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Neumarkter Lammsbräu
Amberger Str. 1
92318 Neumarkt
http://www.lammsbraeu.de

Lüneburger Pilsener

Dieses Pilsener trägt zwar den Namen der Hansestadt mit dem historischen Stadtkern in Niedersachsen, wird aber von der Holsten-Brauerei in Hamburg gebraut. Sehen Prüfen wir einmal, was die Hanseaten uns hier anbieten.

Goldgelb, klar und mit einem nicht ganz feinen, aber gleichmäßigen weißen Schaum steht das Bier im Glas vor mir. Der Schaum fällt auch nur recht langsam in sich zusammen. Optisch gibt es an diesem Bier also schon mal nichts auszusetzen.

Der Duft wird von Hopfen dominiert mit einer zurückhaltenden Note des Malzes. Auch hier gibt es nichts zu meckern.

Der erste Schluck weiß dann bereits richtig zu begeistern. Frisch, bitter und mit der richtigen Menge Kohlensäure kommt das Lüneburger Pilsener im Mund an, genau wie ich es von einem norddeutschen Pils erwarte. Auch der lange Abgang ist angenehm bitter.

Wenn Sie einmal in Lüneburg sind, sollten Sie diese Brauspezialität unbedingt zu einem deftigen Essen probieren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Holsten-Brauerei AG
22755 Hamburg
http://www.holsten-pilsener.de

Neumarkter Lammsbräu Zzzisch Edelpils

Nun will ich mal wieder ein Bier aus Franken verkosten. Diesmal aber kein Weizenbier, sondern ein Pils aus Neumarkt.

Nun ist das Bier bereits im Glas. Leuchtend gelb, klar und mit einer wunderbaren schneeweißen Schaumkrone lacht es mich an. Der Duft wird getragen von den vielfältigen Aromen des Naturhopfens, aber auch eine feine Süße ist festzustellen.

Der Antrunk ist mild und leicht süß. Da sich der Hopfen vornehm zurückhält, ist das Bier nicht allzu herb. Durch eine leichte Säure im Hintergrund ist das Bier sehr schön erfrischend. Der Abgang ist wie erwartet leicht und angenehm bitter und der Geschmack hält sich wirklich lange. Ein Bier wie es sein muss.

Zutaten:

Mineralwasser, Gerstenmalz, Naturdoldenhopfen

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

Neumarkter Lammsbräu
Amberger Str. 1
92318 Neumarkt
http://www.lammsbraeu.de