Das Ainpöckisch Bier 1378 ist ein weiteres Bockbier aus Einbeck. Im Gegensatz zu den anderen Bockbieren dieser Brauerei enthält dieses Bier Hefe. Da auch die klaren Böcke aus Einbeck mir gut gefallen haben und da mit der Hefe auch Geschmacksstoffe aus dem Bier entfernt werden, erwarte ich hier ein wirklich geschmackvolles Bier. Das Ainpöckisch Bier, das im Jahr 1378 erstmals urkundlich erwähnt wurde, wird nach Angaben der Brauerei nach traditioneller Rezeptur gebraut, ist unfiltriert und hopfenbetont. Zu Zeiten der Hanse war Ainpöckisch Bier im gesamten Hanseraum begehrt und selbst Martin Luther lobte 1521: „Der beste Trank, den einer kennt, wird Ainpöckisch Bier genennt.“ Na, dann wollen wir mal. Vor dem Öffnen der Flasche müssen wir diese aber erst einmal etwas schütteln, da sich die Hefe am Boden abgesetzt hat und sich erst einmal wieder mit dem Bier vermischen muss, damit wir in den vollen Genuss dieses Bieres kommen.
Hell bernsteinfarben und hefetrüb ist das Ainpöckisch, die Krone ist leicht überdurchschnittlich hoch und sehr feinporig. Sie bleibt sehr lange erhalten.
Das Bier duftet würzig, leicht süß und nach Hefe. Halt so, wie ein gutes Bockbier riechen soll, die einzige Besonderheit ist der Duft der Hefe.
Der Antrunk ist wie erwartet recht süß und das Bier enthält eine gute Menge feinperliger Kohlensäure. Der Körper ist sehr vollmundig. Zur Süße kommt jetzt etwas der Geschmack der Hefe sowie ein leichtes Bitter. Das Bier macht einen wirklich ausgewogenen Eindruck. Im Abgang nimmt das angenehme Bitter zu und der Geschmack klingt lange nach.
Zu dem Bier passen Schmorbraten, Wild und Frikadellen.
Zutaten:
Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Alkoholgehalt:
6,7 % Vol.
Stammwürze:
16,4 %
Brauerei:
Einbecker Brauhaus AG
Papenstr. 4-7
37574 Einbeck
www.einbecker.de
Nun will ich mich wieder einem Bier aus Niedersachsen zuwenden, dem Klosterkeller aus dem Kloster Wöltingerode. Dort am Nordrand des Westharzes werden einige Biere gebraut und veredelt, die sogar zwischen anderen Craft-Bieren herausstechen. Das Klosterkeller, das jetzt vor mir steht, ist im Cognacfass gereift. Durch die Reifung im Cognac- oder Rumfass erhalten die Biere ein besonderes Aroma, so dass es sich meist lohnt, für diesen Genuss etwas mehr Geld pro Flasche auszugeben. Jetzt will ich feststellen, ob das auch für dieses Bier zutrifft. Immerhin werden die Flaschen exklusiv von Hand abgefüllt und nummeriert, meine Probe ist Flasche 49 von 3562 abgefüllten Flaschen.
Wieder steht ein Bier aus Niedersachsen vor mir, das naturtrübe Einbecker Kellerbier. Die Brautradition von Einbeck geht bis ins 14. Jahrhundert zurück, als jeder Bürger das Recht hatte, Bier zu brauen. Damals gab es in der kleinen Stadt im Weserbergland etwa 700 Brauherren. Das führte selbstverständlich zu einer extremen Überproduktion, die von der Stadt aufgekauft wurde, um sie außerhalb der Stadtmauern zu verkaufen. Die Biertransporte gingen bis nach Amsterdam, München und nach Reval, dem heutigen Tallinn, der Hauptstadt von Estland. Von den vielen Brauereien ist nur noch das Einbecker Brauhaus übriggeblieben, das dafür aber zu den bekanntesten Brauereien Deutschlands gehört.
Winter und Frühling sind die traditionelle Zeit, in der spezielle Bockbiere gebraut werden. Ich erinnere hier an die ganzen Mai- und Frühjahrsböcke. Da will auch die Brauerei Hacker-Pschorr aus München keine Ausnahme machen und hat den Animator aufgelegt. Mit 8,1 Volumenprozenten Alkohol entspricht der Alkoholgehalt auch den anderen Frühlingsbieren. Etwas Besonderes hat dieses Bier aber an sich: während andere Bockbiere in der Regel gefiltert sind, ist der Animator naturtrüb. Wie sich die Hefe im Bockbier macht, werde ich gleich feststellen. Besonders ist auch die Bügelflasche, in der ich das Bier gekauft habe. Sie hat zwei Liter Inhalt, eine recht seltene Größe für Bierflaschen. Gebraut wurde das Bier aus 80 % Münchner Malz, das aus den Gerstensorten Marthe, Grace und Catamaran hergestellt wurde. Es ist das erste Mal, dass eine Brauerei die Gersten benennt, aus denen das Malz besteht. Im Gegenzug verrät die Brauerei aber auch nicht, welche anderen Malze die anderen 20 % bilden. Aber bei satten 19 % Stammwürze kann ich mich auf ein sehr intensives Bier freuen.
Kürzlich war ich in Nürnberg und habe dort die Hausbrauerei Altstadthof besucht. Die kleine Brauerei unterhalb der Burg braut neben einigen Bieren, die ständig im Angebot sind, auch etliche saisonale Bierstile. Dabei stammen sowohl das Malz als auch der Hopfen aus biologischem Anbau. Nun weiß ich nicht, ob sich die bessere Rohware nach den ganzen Verarbeitungsschritten in der Brauerei noch im Bier bemerkbar macht. Ich halte es für wahrscheinlich, dass die Brauereien, die bei den Zutaten nicht nur auf den Preis achten, sorgfältiger mit diesen Zutaten umgehen und sich mehr bemühen, das Beste aus dem Ursprungsmaterial herauszuholen. Aber das ist meine Spekulation. Als ich vor Ostern im Altstadthof war, gab es selbstverständlich das Ostergold aus dem Jahrgang 2017 und genauso selbstverständlich habe ich mir eine Flasche dieses Biers, von dem nur 500 Flaschen abgefüllt wurden, zur Verkostung mitgenommen. Eine Besonderheit dieser Brauerei sei noch erwähnt: sowohl der Hopfen als auch das Malz stammen aus der Region, was auch dem Werbespruch der Brauerei, Original Nürnberger Biergenuss, seinen Wahrheitsgehalt verleiht.
In der nächsten Woche findet wie jedes Jahr die Industriemesse in Hannover statt, die ich aus beruflichen Gründen besuchen werde. Zeit also, sich mental darauf vorzubereiten. Damit beginne ich heute mit einem Bier aus dem südlichen Niedersachsen, dem Einbecker Brauherren Alkoholfrei. Mir fällt auf, dass das vordere Etikett nicht aussagt, dass es sich um ein Pils handelt; diese Information wird erst auf dem Rückenetikett verraten. Im Jahr 2012 wurde dieses alkoholfreie Bier durch die „Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e. V.“ als Kulinarischer Botschafter Niedersachsens ausgezeichnet. Von diesem Bier des Brauhauses in Einbeck, dessen Geschichte bis ins Jahr 1371 zurückreicht, kann ich also einiges erwarten.
Wenn ein Bier aus Franken stammt, ist das ja eigentlich schon ein Qualitätsbeweis. Ein solches Bier steht jetzt wieder vor mir, das Leikeim Kellerbier aus Altenkunstadt in Oberfranken. Die Brauerei bezeichnet dieses Bier als „Naturtrübe Bierspezialität wie einst von unseren Vätern gebraut“. An Selbstbewusstsein fehlt es in Altenkunstadt jedenfalls nicht. Mal sehen, ob es auch gerechtfertigt ist.
Nun steht mal wieder ein Bier aus Neuzelle in der Lausitz vor mir, das Spargel Bier. Ich habe ja bereits mehrfach berichtet, wie der Geschäftsführer der Neuzeller Klosterbrauerei, Herr Fritsche, mit den Behörden ringen musste, um die Erlaubnis zu bekommen, seine Biere mit anderen Zutaten zu veredeln und sie anschließend trotzdem unter der Bezeichnung Bier verkaufen zu dürfen. Das will ich an dieser Stelle nicht wiederholen. Aber ein solches Bier steht jetzt vor mir. Nun ist Bier nicht der klassische Begleiter für Spargel, auch wenn es einige Biere gibt, die gut zu diesem Gemüse passen. Ob das Spargelbier wirklich zu den Bieren gehört, die sich geschmacklich gut mit dem Spargel vertragen und wie sich die Kombination von Bier und Spargelsaft kulinarisch verhält, will ich jetzt testen.
Bevor ich das Borbecker Helle Dampfbier öffne, will ich erst einmal klären, was es denn mit dem Begriff Dampfbier auf sich hat.
Jetzt will ich das dunkle Bier von den Rhönpiraten verkosten. Die Brauerei beschreibt das Bier als untergäriges Dunkelbier und Vollbier. Viel mehr ist auf der Website der Brauerei leider nicht über das Bier zu erfahren. Auch auf Facebook hat die im April 2012 gegründete Brauerei hauptsächlich Bilder veröffentlicht, Infos über die Biere suche ich hier vergebens. Das ist schade, denn diese Biere aus dem fränkischen Ostheim hätten es wirklich verdient, dass sie bekannter werden.