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Braumanufaktur Hell

Seit Mai 2007 arbeitet die Braumanufaktur in Potsdam ausschließlich mit biologischen Zutaten. Glückwunsch zum zehnjährigen Jubiläum! Aber das kleine Unternehmen setzt auch auf absolute Transparenz. Daher sind die meisten Biere mit eine Bio-mit-Gesicht-Nummer ausgestattet, über die der Konsument erfahren kann, wer die Rohstoffe für das Bier erzeugt hat. Bei so viel Transparenz können wir wohl mit Fug und Recht davon ausgehen, dass die Brauer mit den Zutaten auch sorgfältig umgehen. Das beschreibt das Team in Templin auf seiner Website wie folgt: „Im Gegensatz dazu kann es bei den Schnellgärverfahren der Großbrauereien, die bei höheren Temperaturen erfolgen, um die Gärzeiten zu verkürzen, zu mehr Fuselalkoholen und damit auch zu sogenannten „Kopfschmerzbieren“ kommen. Hergestellt werden unsere Bio-Biere mit zertifizierten Rohstoffen mit dem Naturland und dem Öko-Kontrollsiegel. Unser Ziel war es, möglichst Rohstoffe aus einheimischer Produktion einzusetzen, aber zurzeit gibt es in Brandenburg keinen Hersteller von ökologisch erzeugtem Hopfen. Für den Braugerstenanbau ist es uns gelungen, einen Brandenburger Bauern zu gewinnen, so das in absehbarer Zeit unser Bier mit einheimischem Braugerstenmalz eingebraut wird. Das aus der Brandenburger Gerste erzeugte Malz beziehen wir von der Firma Rhön-Malz GmbH und den ökologisch erzeugten Hopfen aus Bayern von einem Bioland-Bauern.“

Aber kommen wir zum Bier. In hellem Gelb und leicht hefetrüb präsentiert es sich im Glas. Darüber bildet sich viel sahniger weißer Schaum, der lange erhalten bleibt. Die Optik ist also nahezu perfekt.

Der Antrunk ist recht süß, aber angenehm. Halt so, wie ich es von einem guten Hellen erwarte. Allerdings enthält das Bier recht wenig Kohlensäure. Etwas mehr würde dem Bier noch mehr Frische verleihen. Schnell gesellt sich noch ein recht kräftiges Hopfenbitter hinzu. Da das Bier nur sehr wenig Säure enthält ist es nicht wirklich ausgewogen, aber es ist süffig und mit Charakter. Der Abgang ist erstaunlich mild und wenig bitter. Er klingt mittellang nach.

Das Helle der Braumanufaktur wird sicher nicht mein Lieblingsbier, aber es eignet sich gut als Begleiter zum Essen oder auch für einen Abend mit Freunden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Naturdoldenhopfen

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Stammwürze:

11,8 %

Brauerei:

Braumanufaktur
Köhler % Kirchhoff GbR
Templiner Str. 102
14473 Potsdam
www.braumanufaktur.de

Klüvers alkoholfreies Weizen

Bis in die 1980er Jahre war Weizenbier eigentlich nur in Bayern bekannt. Dann machte es sich aber auf, ganz Deutschland zu erobern und besonders in den Sommermonaten erreichen die Weizenbiere in den Biergärten einen erheblichen Marktanteil. Jetzt steht ein Weizenbier aus Schleswig-Holstein vor mir, das aus der Braumanufaktur Klüvers in Neustadt/Holstein stammt. Dort betreibt die Familie Klüver seit dem Jahr 1993 in der alten Fischhalle das Neustädter Brauhaus, in dem es neben einer regional geprägten Brauhausküche auch neun ständige Biersorten sowie einige saisonale Sondersude zu verkosten gibt. Ein Besuch lohnt sich sicher. Jetzt steht das erste Bier aus der Braumanufaktur vor mir, das alkoholfreie Weizen.

Strohgelb und kräftig hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Beim Einschenken bildet sich sehr viel weißer cremiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch hat Braumeister Steve Michalak schon mal alles richtiggemacht.

Das Aroma überrascht mich, ja, es irritiert mich sogar etwas. Eigentlich hatte ich einen fruchtigen Duft nach Malz, Banane und eventuell noch anderen Südfrüchten erwartet. Aber wonach duftet dieses Weizenbier? Die zweite Nase bringt es an den Tag: dieses Bier duftet intensiv nach Weizen, genauer gesagt nach frisch gemahlenem Weizenmehl. Ungewohnt, überraschend, aber wirklich gut. Hoffentlich kann das Bier diesen Eindruck auch weiter durchhalten.

Der Antrunk ist kaum süß und auch die Fruchtigkeit hält sich vornehm im Hintergrund. Wie beim Aroma steht auch hier eine kräftige Getreidigkeit im Vordergrund. Dazu kommen der sanfte Geschmack der Hefe und schnell auch eine leichte Bitternote. Insgesamt ist das Bier vollmundig, süffig und ausgewogen, aber mit einem eigenen Charakter. Der Abgang ist fruchtig und nur leicht bitter, klingt aber überraschend lange nach.

Dieses Weizenbier ist absolut anders als ich es erwartet hatte, aber es ist in seiner Unverwechselbarkeit wirklich gut.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt,  Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

Klüvers Delikatessen
Manufaktur GmbH % Co. KG
Schiffbrücke 2-4
23730 Neustadt in Holstein
www.kluevers.com

Stiftungsbräu Helles Vollbier

Kürzlich gab es in meinem Stamm-Getränkemarkt eine Sonderaktion – es gab das Stiftungsbräu aus Erding zum Nulltarif. Die Brauerei hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Sie geht bis ins Jahr 1691 zurück, als Erding an sechs Bürger das Braurecht verlieh. Im Jahr 1838 wurde die Brauerei vom Gastwirt Joseph Fischer übernommen. 1856 übernahm sein Sohn Friedrich die Brauerei und gründete 1891 Fischer’s Wohltätigkeitsstiftung. Die Brauerei wurde Teil der Stiftung und heißt seitdem Fischer’s Stiftungsbräu. 1991 wurde die Brauerei geschlossen, dann aber von Erdinger Weißbräu übernommen. Diese bekannte Brauerei führt die Marke bis heute weiter und spendet pro Liter verkauftes Bier einen Cent an die nach wie vor existierende Fischer’s Wohltätigkeitsstiftung. Mal sehen, wie sich das Bier nun macht.

Golden und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich viel feinporiger weißer Schaum, der sehr langsam in sich zusammenfällt. Die Optik gefällt mir schon mal.

Das Aroma ist malzig, leicht süß und mit einem Hauch von Heu. Das lässt ein gutes aber typisch bayerisches Helles erwarten.

Der Antrunk ist recht süß und bei der feinperligen Kohlensäure war die Brauerei auch etwas geizig. Mehr Kohlensäure hätte für eine bessere Frische gesorgt. Aber dann dreht das Bier noch auf. Das Bitter kommt durch und ist passend zur Süße portioniert. Damit macht das Bier einen vollmundigen, runden und süffigen Eindruck. Im Abgang zieht sich das Bittere zurück, so dass das Bier in der Kehle erstaunlich mild ist und leider nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser
Gerstenmalz
Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 %

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei Erdinger Weißbräu
Werner Brombach GmbH
Erding

Für

Fischer’s Stiftungsbäu
Daimlerstr. 5
85435 Erding
www.stiftungsbraeu.de

Mad Callista

Als ich das Mad Callista erstmals gesehen habe, musste ich erst einmal recherchieren, woher dieser doch etwas merkwürdig anmutende Name stammt. Dass Callista ursprünglich ein Frauenname war, ist mir neu. Noch neuer ist allerdings der Ursprung des Namens dieses Biers aus der Craft Beer-Schmiede der Bitburger-Brauerei. Callista ist eine neue Hopfensorte, die im bayrischen Hüls gezüchtet wurde. Erst im Jahr 2014 begann die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft mit dem Versuchsanbau auf großen Flächen wobei dieser Hopfen auf der ganzen Linie zu überzeugen wusste. Für uns als Konsumenten sind die Aromen dieses Hopfens wichtig, die die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft wie folgt beschreibt: „Aroma der Hopfendolden: hopfig, fruchtig, süße Früchte wie Aprikose und Maracuja, Waldbeeren, Grapefruit, würzig, gemüseartig

Aroma im Bier: blumig, Grapefruit (untergäriges Bier), fruchtig, Orange, Mandarine, Maracuja, Ananas (obergäriges Bier)“

Das soll aber genug der Theorie sein; kommen wir zum Bier. Kräftig goldgelb mit einer munteren feinperligen Kohlensäure erstrahlt das Bier im Glas. Darüber entwickelt sich eine üppige strahlend weiße Krone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma offenbart einen ganzen tropischen Obstsalat: Ich rieche Zitrusfrüchte, Maracuja, Ananas und grüne Früchte. Die Aromen sind aber so vielfältig, dass sicher jede Nase noch weitere Früchte entdecken wird.

Der Antrunk ist schlank mit feinen und angenehmen Malznoten und einer passend abgestimmten Menge feinperliger Kohlensäure. Sobald sich das Bier im Mund verteilt entwickelt sich ein ganzer Fruchtcocktail tropischer Früchte mit blumigen Noten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich schon einmal ein so fruchtiges Bier getrunken habe. Überraschend wenig bitter ist der Abgang, der zum Abschied noch einmal den Geschmack reifer Grapefruits hinterlässt.

Ich glaube, etwas mehr Bitterstoffe würden dem Bier guttun. Aber auch so soft es bei mir für Begeisterung.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Karamellmalz), Hopfen (Callista), Hefe

Alkoholgehalt:

3,9 % Vol.

Stammwürze:

9° Plato

Bittereinheiten:

23 IBU

Brauerei:

CraftWerk Brewing
Bitburger Braugruppe GmbH
Römermauer 3
54634 Bitburg
www.craftwerk.de

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Detmolder Kellerbier

Nun habe ich mal wieder ein Bier aus Ostwestfalen-Lippe vor mir stehen, das Detmolder Kellerbier. Es stammt aus der 1863 gegründeten Brauerei Strate, die inzwischen in der fünften Generation in Familienbesitz ist und von den drei Schwestern Renate, Friederike und Simone Strate als geschäftsführende Gesellschafterinnen geführt wird. Friederike Strate war einmal die jüngste Braumeisterin Deutschlands.

Dunkel-rotbraun und hefetrüb steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich leicht unterdurchschnittlich viel feinporiger Schaum, weiß mit leichtem Beigestich, der relativ schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch Röstaromen dominiert, vor allem durch den Duft dunkler Schokolade. Aber auch Vanille sowie einige blumige Noten steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist nur leicht süß und das Malz hält sich diskret zurück. Stattdessen sorgt die sehr feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Spritzigkeit. Schnell kommt der Geschmack der dunklen Schokolade dazu, den ich bereits im Aroma festgestellt habe, gepaart mit überraschend vielen Bitterstoffen. Das Mundgefühl dieses Bieres ist nicht wirklich ausgewogen, aber mir gefällt es. Der Abgang ist dann trocken und überraschend mild. Er klingt recht kurz nach, nur ein leichtes Bitter bleibt mir lange erhalten.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Strate GmbH & Co. KG
32756 Detmold
www.brauerei-strate.de

Carolus Der Starke

Nach Angaben der Brauerei ist dieser Doppelbock die älteste Bierspezialität aus der Binding Brauerei in Frankfurt. Erstmals ausgeschenkt wurde dieses Bier am 28. Januar 1902, dem Namenstag des Gründers von Frankfurt/Main, dem Namenstag Karls des Großen. Die Brauerei wirbt damit, dass damit eine inzwischen mehr als 100 Jahre alte Tradition der Binding-Brauerei begonnen hat. Allerdings wird dieser Doppelbock ohne Hopfen gebraut, sondern ausschließlich mit Hopfenextrakt. Allerdings wurde Hopfenextrakt erst im Jahre 1968 für das Brauen von Bier zugelassen, so dass sich die heutige Rezeptur dieses Biers doch von der ursprünglichen Rezeptur unterscheiden dürfte. Aber hier geht es nicht um längst getrunkene Biere, sondern um das Carolus von heute. Und dieses Bier will ich nun verkosten.

Dunkelrot, fast schwarz ist das Bier. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger hellbrauner Schaum, der recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist durch die Röstaromen des Malzes geprägt. Dunkle Schokolade und Espresso kann ich riechen, aber keine Spur von Hopfenaromen. Schade. Etwas Aromahopfen hätte diesem Bier sicher gutgetan.

Der Antrunk ist süß, wobei die kräftige Süße durch die sehr feinperlige Kohlensäure etwas gebändigt wird. Der Körper ist malzig mit dem Geschmack dunkler Schokolade. Dazu kommt ein recht intensives Bitter, aber da sämtliche Aromen des Hopfens fehlen, ist der Geschmack recht unausgewogen. Der Abgang ist dann überraschend mild und die Röststoffe klingen einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

18,4 %

Brauerei:

Binding-Brauerei AG
Darmstädter Landstr. 185
60598 Frankfurt
www.binding.de

Schneider TAP1 Meine helle Weisse

Nun hatte ich bereits längere Zeit kein Bier aus der Brauerei Schneider mehr verkostet. Heute ist es mal wieder so weit; vor mir steht das TAP1, „Meine helle Weisse“. Dieses Bier wurde bereits häufig ausgezeichnet, so dass ich eigentlich keinerlei Befürchtungen habe, dass es mich enttäuschen könnte. Hier die Auszeichnungen im Einzelnen:

  • Brussels Beer Challenge 2013: Goldmedaille
  • Australian International Beer Award 2013: Silber
  • Brussels Beer Challenge 2014: Silbermedaille
  • Brussels Beer Challenge 2015: Bronze
  • The International Brewings Awards 2015: Silber

Da kann ja eigentlich nichts schiefgehen, oder? Ich schenke mir also ein Glas ein.

Hellgelb, leicht hefetrüb und mit einer sehr aktiven Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber ein wunderbar feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Optisch gefällt mir das Bier auf jeden Fall.

Das Bier duftet nach Toffee, Hefe und etwas Banane, unterstützt durch blumige und würzige Noten. Die Düfte nach Banane halten sich erstaunlich stark im Hintergrund und sind nicht so kräftig, wie ich es eigentlich von einem Weizen gewohnt bin. Aber gut, ich wechsle meine Biere bekanntlich so häufig, weil ich immer wieder etwas Neues kennenlernen will.

Die Kohlensäure sorgt für einen wirklich spritzigen Antrunk. Aber irgendwie bringt das Bier zunächst auch nicht viel mehr. Kurz darauf kommt eine leicht säuerliche Frische auf, wenn auch nicht so fruchtig wie bei den meisten Weizenbieren. Mir fehlt die Bananennote, die für Weizenbiere typisch ist. Der Abgang macht zunächst einen recht neutralen Eindruck, auch wenn im Nachklang eine gewisse Fruchtigkeit aufkommt, die auch endlich einige Bananennoten mitbringt.

Insgesamt bin ich von diesem Bier recht enttäuscht. Es hat nichts Falsches, aber auch keine Eigenschaften, die geeignet wären, mich zu begeistern. Will dieses Bier jedem gefallen? Wenn dem so wäre, ist es kein Wunder, dass ihm der Charakter fehlt. Das können die Brauer im bayrischen Kelheim wirklich besser. Ich habe bereits die meisten der Biere aus der Brauerei Schneider getrunken und sie haben mir alle besser gefallen.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Tradition, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Schneider Weisse
G. Schneider & Sohn GmbH
93309 Kelheim
www.schneider-weisse.de

Biershop Bayern

Propeller Nachtflug

Die bekannten Brauer von Craft Beer sitzen bekanntlich in Hamburg, Berlin oder München. Aber auch NRW hat bei guten und kreativen Bieren durchaus ein Wörtchen mitzureden. Jetzt habe ich das Imperial Stout der Propeller Getränke GmbH aus Bad Laasphe am Rande des Rothaargebirges vor mir stehen.

Schwarz wie die Nacht und absolut blickdicht präsentiert sich das Bier im Glas, mit einer leicht überdurchschnittlichen Menge haselnussbraunen Schaums, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Vordringlich ist der Duft dunkler Schokolade, unterstützt durch Vanille, rote Früchte und Kräuter. Das macht doch richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck ist süß und intensiv. Ohne die sehr feinperlige Kohlensäure wäre die Süße sicher zu kräftig, aber so macht das Bier einen wirklich guten ersten Eindruck. Dann kommen die Röststoffe in den Vordergrund und demonstrieren dunkle Schokolade und Espresso. Das Bier enthält nur wenig Säure, die Süße und das Bittere machen das Spiel. Allerdings muss ich gestehen, dass mir bei diesem Bier die Säure auch nicht fehlt. Der Abgang wird durch den Geschmack von Espresso dominiert, und obwohl er nur leicht bitter ist, folgt ein sehr langer Nachklang.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

9,1 % Vol.

Brauerei:

Propeller Getränke GmbH
Mauerstr. 24
57334 Bad Laasphe
www.propeller-bier.com

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Potsdamer Stange

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Braumanufaktur in Potsdam vor mir. Die Potsdamer Stange ist ein alter regionaler Bierstil, der zuletzt in den 1970er Jahren gebraut und durch die Braumanufaktur wiederbelebt wurde. Den Namen dieses Bierstils beschreibt die Brauerei auf ihrer Website wie folgt: „Durch den höheren Spundungsdruck bei der Herstellung ist dieses Bier etwas spritziger und es entsteht mehr Schaum. Deshalb verwendet man zum Ausschank hohe Gläser um dem Schaum den nötigen Steigraum zu geben. Diese Stangengläser gaben dem Bier auch den Namen.“

Dass die Brauerei Rohstoffe aus biologischem Anbau verwendet, ist keine Seltenheit mehr. Aber die Brauerei geht noch weiter. Sie veröffentlicht nicht nur den biologischen Anbau, sondern verrät auch ihre Lieferanten. Die gesamte Lieferkette vom Anbau der Rohstoffe über die einzelnen Verarbeitungsstufen wird veröffentlicht. Das nenne ich mal Transparenz. Dafür wird auf dem Rückenetikett der wichtigsten Biere eine bmg-Nummer aufgedruckt. Diese Nummer geben Sie unter www.bio-mit-gesicht.de ein und Sie erfahren, wer den Hopfen und die Gerste angebaut hat, wer die Gerste gemälzt hat, welche Zwischenhändler an der Produktionskette beteiligt waren und die Mannschaft der Brauerei wird mit einem Bild vorgestellt. So detailliert wollen die meisten Konsumenten es vermutlich gar nicht wissen, aber eine so weitgehende Transparenz beweist auf jeden Fall, dass die Brauerei wirklich nichts zu verbergen hat. Aber kommen wir jetzt zum wichtigsten, dem Bier.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Wie von der Brauerei beschrieben bildet sich recht viel feinporiger Schaum. Er ist weiß und hält sich wirklich lange Zeit. Optisch hat die Brauerei also keinen Fehler gemacht.

Nach der Optik vermag auch das Aroma zu überzeugen. Ich rieche Gras, reife Bananen, gebrannte Mandel und aus dem Hintergrund noch ein Hauch fruchtiger Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Die Süße des Bieres wird während des spritzigen Antrunks durch die reichlich vorhandene Hefe abgemildert, die auch vom ersten Moment an für einen komplexen und intensiven Eindruck sorgt. Schnell kommen die bananigen Noten des Weizenmalz hervor. Zwar ist der Geschmack nach Banane nicht so intensiv wie bei einem Weizenbier, aber ich habe ihn durchaus als stärksten Geschmackseindruck wahrgenommen. Aber auch andere fruchtige Noten kommen zu ihrem Recht. Süße, Säure und bitter sind gut ausgewogen, so dass das Bier einen runden und vollmundigen Eindruck macht. Der Abgang ist leicht bitter und er klingt nur relativ kurz nach.

Die Potsdamer Stange erinnert an ein belgisches Witbier, nur dass die zusätzlichen fruchtigen Noten nicht vorhanden sind, die durch die Kumquats und den Koriander entstehen. Es ist ein Bier, das rundherum zu begeistern weiß. Ich kann es nur empfehlen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Naturdoldenhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Stammwürze:

11,8 %

Brauerei:

Braumanufaktur GmbH
Templiner Str. 102
14473 Potsdam
www.braumanufaktur.de

Craftwerk Dark Season

Jetzt habe ich mal wieder ein Bier von Craftwerk Brewing aus der Bitburger-Gruppe vor mir stehen, das Dark Season, ein Sweet Stout. Nachdem mir kürzlich das Tangerine Dream gut gefallen hat, erwarte ich auch jetzt ein besonderes Bier. Mal sehen, ob das Dark Season meine Erwartungen erfüllt.

Tiefschwarz mit einer durchschnittlichen Menge hellbraunem gemischtporigen Schaum zeigt sich das Bier im Glas. Der sich schnell auflösende Schaum weist darauf hin, dass die Brauerei mit dem Hopfen sehr sparsam umgegangen ist.

So ist auch das Aroma überraschend schwach. Ich rieche Karamell, dunkle Schokolade, etwas Kaffee sowie einen Hauch roter Beeren. Das Aroma ist nicht schlecht, aber erheblich schwächer als ich erwartet hätte.

Der Antrunk ist leicht süßlich und ich bemerke, dass das Bier recht viel feinperlige Kohlensäure enthält. Im Mund kommt dann noch eine leichte Säure dazu, was eine gewisse Fruchtigkeit bewirkt, dazu minimal der Geschmack nach Schokolade. Der Abgang ist neutral und da ich keinerlei Bitterstoffe feststellen kann, empfinde ich ihn als nichtssagend.

Das Dark Season hat mich wirklich enttäuscht. Das kann Craftwerk wirklich besser. Gerade weil dieses Bier Dark Season, also dunkle Jahreszeit, heißt, hätte ich ein Bier mit mehr Intensität und Vollmundigkeit erwartet, das ein warmes Mundgefühl erzeugt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Karamellmalz dunkel, Münchner Malz, Röstmalz), Hopfen (Golding), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

12,7 %

Bittereinheiten:

22 IBU

Brauerei:

Bitburger Braugruppe GmbH
54634 Bitburg
www.craftwerk.de

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