Schlagwort-Archive: Deutschland

500 SL 2017

Nun steht ein Sondersud aus der Hausbrauerei Altstadthof in Nürnberg vor mir. Das 500 SL wurde 2016 erstmals im Gedenken an das 500jährige Bestehen des Reinheitsgebots gebraut und in diesem Jahr gab es einen Sondersud dieser Kreation, der auf 500 Flaschen limitiert ist.

Auf dem Etikett verspricht dieses Bier schon mal viel: „Das 500 SK besticht durch Eleganz und eine fantastische fruchtige Note. Es entwickelt eine Dynamische Aromatik und entführt Sie auf eine Fahrt mit offenem Verdeck durch die Hopfenlandschaft Eckental-Herpersdorf. Das rote Spezialmalz sorgt für den Kraftvollen Körper, der durch eindrucksvolle fünf Flavour-Hopfen veredelt und getunt wird. Unser B®aumeister hat einen Typus geschaffen, der traditionell gebraut und doch zeitgemäß anmutet und alle gehobenen Ansprüche im Detail erfüllt. Spritzig, geschmeidig, kraftvoll und erfrischend anders.“

Die Brauerei verspricht also ziemlich viel und jetzt will ich mal prüfen, ob die Versprechungen auch eingehalten werden.

Zumindest was die Optik betrifft hat die Brauerei nicht zu viel versprochen. Kupferrot und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel weißer sahniger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Wenn der Geschmack genauso gut ist wie die Optik, hat die Brauerei wirklich nichts falsch gemacht. Irgendwie war das ja auch zu erwarten, denn Rotbier können die Nürnberger ja wirklich brauen.

Im Aroma kämpft der Duft des Malzes mit dem Duft roter Johannisbeeren und von Vanille. Die Brauerei verspricht auch das Aroma wilder Stachelbeeren, die ich allerdings nicht riechen kann. Das mag auch daran liegen, dass ich Stachelbeeren ausschließlich als Kulturpflanze kenne. Aber auf jeden Fall duftet das Bier intensiv und sehr fruchtig. Ich kann den ersten Schluck kaum erwarten.

Auch der Antrunk ist sehr fruchtig und dabei recht süß. Dazu kommt die sehr feinperlige Kohlensäure, von der ich mir aber doch etwas mehr erhofft hätte. Die Fruchtigkeit bleibt auch erhalten, während sich das Bier auf der Zunge verteilt. Jetzt kommt neben den Johannisbeeren noch eine andere, süßere Frucht zum Vorschein, die ich allerdings nicht identifizieren kann. Ob das die wilde Stachelbeere ist? Egal, auf jeden Fall macht das Bier einen vollen und runden Eindruck. Der Abgang ist kurz bitter. Der bittere Eindruck lässt aber sehr schnell nach und wird durch einen leichteren milden Nachklang abgelöst, der lange erhalten bleibt.

Im 500 SL 2017 zeigt sich die fränkische Braukunst von ihrer schönsten Seite.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Naturhopfen (Tradition, Saphir, Blanc, Select), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Hausbrauerei Altstadthof
Bergstr. 19/21
90403 Nürnberg
https://www.hausbrauerei-altstadthof.de/

Krombacher Pils 0,0 %

Nun steht eine neue Kreation aus Krombach im Kreis Siegen-Wittgenstein vor mir, ein alkoholfreies Pils. Bekanntlich gibt es zwei Möglichkeiten, ein alkoholfreies Bier herzustellen: entweder wird die Gärung unterbrochen, so dass lediglich etwas Kohlensäure entsteht, aber nur wenig Alkohol, oder das Bier wird fertiggebraut und der Alkohol wird dem Bier anschließend entzogen. Die Krombacher Brauerei kombiniert diese beiden Verfahren und erhält damit ein Bier, dass als wirklich alkoholfrei verkauft werden darf. Alkoholfrei bedeutet in diesem Fall, dass das Bier weniger als 0,05 Volumenprozent Alkohol enthält. Zum Vergleich: Apfelsaft enthält bis zu 0,38 Volumenprozent Alkohol. Da es bislang noch niemandem gelungen ist, sich mit Apfelsaft zu betrinken, können wir auch den noch vorhandenen Alkohol im Krombacher vernachlässigen.

Goldgelb und kristallklar präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger weißer Schaum, der erstaunlich lange erhalten bleibt. Zusätzlich enthält das Bier viel feinperlige Kohlensäure. Gegen die Optik ist schon mal nichts einzuwenden.

Das Aroma wird durch das Malz geprägt, das Bier duftet nach Toffee, dazu kommen Noten von Kräutern und Gras.

Der Antrunk ist leicht süß und spritzig. Aber erst als sich das Bier auf der Zunge ausbreitet wird der Geschmack voll und rund. Süße, Säure und Bitterkeit sind recht gut ausgewogen und auch der leicht bittere Abgang klingt lange nach.

Für ein alkoholfreies Bier ist das Krombacher 0,0 % alkoholfrei recht gut. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass da noch mehr geht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

> 0,05 % Vol.

Brauerei:

Krombacher Brauerei
57223 Krombach
www.krombacher.de

Benediktiner Hell

Nun steht mal wieder ein Bier aus der zur Bitburger-Gruppe gehörenden Licher Brauerei vor mir, das dort im Auftrag und unter Aufsicht der Mönche des Benediktinerklosters in Ettal gebraut wurde. Diesmal handelt es sich um das Helle. Ich habe bereits das naturtrübe Hefeweißbier verkostet, bei dem mein Eindruck etwas durchwachsen war. Daher bin ich jetzt gespannt, wie mir das Helle gefällt.

Eine sehr schön satte goldene Farbe hat das Bier, aber leider ist nur sehr wenig Kohlensäure zu sehen. Daher bildet sich auch recht wenig feinporiger Schaum, der jedoch recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzig-mild nach Karamell und enthält nur wenige würzige Noten.

Der Antrunk ist spritzig und voll und jetzt zeigt sich, dass dieses Bier erheblich mehr Kohlensäure enthält als ich gesehen habe. Schnell kommt ein mildes Bitter dazu, das sich auch bis zum recht kurzen Abgang erhält.

Das Benediktiner Hell ist ein gutes Bier für die Freunde der milden Biere.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 %

Stammwürze:

11,5 % Vol.

Brauerei:

Licher Privatbrauerei Jhring-Melchior GmbH
In den Hardtberggärten
35423 Lich
www.licher.de

Für

Benediktiner Weißbräu GmbH
Kaiser-Ludwig-Platz 1
82488 Ettal
www.benediktiner-weissbier.de

Stauder Jacob

Nun verkoste ich mal ein Bier der Brauerei Stauder aus Essen. Lange habe ich Stauder als ziemlich langweilig wahrgenommen, es gab Pils und Helles, das Pils auch in einer alkoholfreien Variante, und das war es dann auch schon. Damit macht die Marke Stauder auf mich einen eher langweiligen Eindruck. Damit ist erst einmal nichts gegen die Qualität der Biere oder des Unternehmens gesagt. Schließlich gehört zu Stauder auch die Borbecker Brauerei, die richtig gute Biere herstellt. Aber unter der Marke Stauder gibt es normalerweise nur die drei erwähnten Biere. Nachdem die Brauerei in diesem Jahr 150 Jahre alt wird, hat sie ein Jubiläumsbier herausgebracht, das Jacob. Auf der Website wird nicht klar, ob das Jacob nur im Jubiläumsjahr 2017 angeboten wird oder ob dieses Bier Teil des Standardsortiments ist.

Hell bernsteinfarben und kristallklar zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große Blume aus feinporigem weißem Schaum, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist also nicht zu bemängeln.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Die wichtigste Note in das Toffee. Dazu kommen grasige, blumige Noten des Hopfens sowie ein Hauch Zitrus. Mir persönlich fehlt da etwas Komplexität, aber auch das Aroma ist fehlerfrei, wenn auch verbesserungsfähig.

Der Antrunk ist spritzig und leicht süß. An dieser Stelle gibt es nichts zu meckern. Aber sobald sich das Bier auf der Zunge ausbreitet, kommt ein Loch. Jetzt fehlt wirklich der Geschmack. Erst im Abgang erscheint ein angenehmes und nicht zu kräftiges Bitter mit kurzem Nachklang.

Das Jacob ist ein Bier, das sich wohltuend aus dem Pils-Einerlei abhebt, das dem Ruhrgebiet gerne nachgesagt wird, auch wenn das nicht mehr unbedingt stimmt. Sollte es noch mehr Spezialitätenbiere aus der Brauerei Stauder geben, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass irgendwann ein Bier dabei sein wird, das mir richtig gut gefällt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Jacob Stauder GmbH & Co. KG
Stauderstr. 88
45326 Essen
www.stauder.de

Erlkönig Bügel-Weisse

Im Jahr 2016 wurde die Brauerei Erl beim European Beer Star mit zwei Goldmedaillen ausgezeichnet – eine für ihr Erlkönig Festbier und eine für den Erlkönig Imperator. Ein gleichgutes Ergebnis erzielte nur die Brauerei Gold Ochsen aus Ulm. Seniorchef Ludwig Erl betonte damals, dieses Ergebnis sei eine Bestätigung für das Bewahren des Ursprünglichen. Der 62-Jährige, der lange vor dem Beginn der „Craft-Beer-Bewegung“ bereits 1990 den Amerikanern in Los Angeles vorführte, wie ein echtes bayerisches Bier entsteht und schmeckt, führte aus: „Wir wollen einfach mit guten Rohstoffen unsere niederbayerische Braukunst erlebbar machen.“ Die Brauerei stellt also an ihr Bier sehr hohe Ansprüche. Jetzt steht die Bügel-Weiße vor mir und ich will mal probieren, ob das Bier diesen Ansprüchen auch gerecht wird. Das Bier wird mit 100% Hallertauer Naturhopfen handwerklich gebraut und soll frisch im Geschmack sein, da es weder kurzzeiterhitzt noch pasteurisiert wird.

Optisch macht das Bier schon mal einen hervorragenden Eindruck. Golden, naturtrüb und mit viel Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine enorm große Blume aus cremigem weißem Schaum, der auch lange erhalten bleibt.

Auch das Aroma macht wirklich etwas her. Es wird durch das Malz dominiert. Ich rieche den für Weißbier typischen Bananenduft, unterstützt durch blumige Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Die Frische stammt nicht nur von der reichlich vorhandenen Kohlensäure, auch die gute Wahl des Malzes trägt ihren Teil dazu bei. Der Körper ist rund und vollmundig, dabei fruchtig mit leichter fruchtiger Säure. So ist auch der Abgang mild und kaum bitter, dafür klingt die Fruchtigkeit lange nach. So muss ein Weizenbier sein.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Erl-Bräu GmbH & Co. KG
Straubinger Straße 10
94333 Geiselhöring
www.erl-braeu.de

Biershop Bayern

Hoppy Schoppy Pilsner

Der meistverkaufte Bierstil in Deutschland. Ich habe keine aktuellen Zahlen über den Marktanteil der Pils-Biere, aber lt. Wikipedia lag der Marktanteil in Deutschland bei 55,2 %. Seitdem soll der Marktanteil zwar leicht zurückgegangen sein, aber er liegt vermutlich immer noch bei etwa 50 %. Zwar sind die meisten Pilsener Fernsehbiere, aber jetzt steht ein Pils vor mir, von dem ich mir mehr Genuss verspreche. Schließlich braut Schoppebräu in der Hauptstadt seit 2001 Craftbiere. Die Brauerei beschreibt ihre Biere auf der Website nur kurz. Für das Hoppy Schoppy Pilsner schreibt die Brauerei: „Unsere Überzeugung: Ein Pils muss kräftig gehopft sein. Hoppy Schoppy ist unsere Antwort auf die langweiligen Fernseh- und Hauptstadtbiere. Back to the Hops!“ Und weiter: „Ein knackiges Pils wie es sein soll — gut gehopft und garantiert nicht mit Felsquellwasser gebraut.“ Das sind doch schon mal hohe Ansprüche an dieses Bier, das jetzt vor mir steht. Mal sehen, ob das Bier diesen Ansprüchen auch genügen kann.

Goldgelb und leicht hefetrüb steht das Bier im Glas. Die Kohlensäure ist sehr aktiv und es bildet sich eine durchschnittliche Menge sahniger weißer Schaum, der lange erhalten bleibt.

Im Aroma tritt das Malz stärker hervor als ich es bei einem Pils erwartet hätte. Der Hopfen hält sich vornehm zurück, aber eine kleine fruchtige Note steuert er auch zum Duft bei. Es könnte sich um den Duft von Ananas handeln. Das Aroma ist für ein Pils ungewöhnlich, aber nicht schlecht.

Nachdem das Malz das Aroma dominiert hatte, verwundert es mich auch nicht, dass der Antrunk für ein Pils sehr süß ist. Wäre da nicht die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure, würde ich vermutlich meinen, dass der Antrunk zu süß ist. Aber so passt er schon. Dann fällt das Bier in der Mitte in ein kleines Loch. Sorgte anfangs die Süße für einen intensiven Geschmackseindruck, lässt die Intensität des Geschmacks auf der Zunge doch deutlich nach, so dass ich das Bier im Mittelteil als etwas langweilig empfinde. Der Abgang ist dann wieder kräftig aber freundlich bitter und er klingt sehr lange nach.

Das Hoppy Schoppy Pilsner ragt zwar aus der Masse der Fernsehbiere wohltuend heraus, aber um mein Lieblingsbier zu werden fehlt ihm doch noch einiges.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Wiener, Pilsner, Cara, Sauer), Hopfen (Perle, Saphir), Hefe (untergärige Hefe Pilsener Art)

Alkoholgehalt:

5,2 %

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Schoppe Bräu GmbH
In den Schifferbergen 14
10119 Berlin
www.schoppebraeu.de

Marathon

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Klosterbrauerei Neuzelle in der Lausitz vor mir. Diesmal handelt es sich um das Marathon, das, Nomen est Omen, Bier plus Energie verspricht. Weshalb Energie? Die Zutatenliste gibt Auskunft. Neben den üblichen Zutaten Wasser, Malz und Hopfen enthält das Marathon aus 250 mg L-Carnitin. Diese Zutat muss ich erst einmal im Internet recherchieren.

Wikipedia beginnt die Definition dieses Stoffes mit einem recht schwer verdaulichen Satz: „Carnitin, genauer L-Carnitin, ist eine natürlich vorkommende, chemische Verbindung, die aus den Aminosäuren Lysin und Methionin hergestellt wird. Es spielt eine essentielle Rolle im Energiestoffwechsel tierischer und pflanzlicher Zellen. L-Carnitin fungiert als Rezeptormolekül für aktivierte Fettsäuren im Cytosol und in Zellorganellen wie den Mitochondrien. Es übt diese Funktion im Wechselspiel mit Coenzym A aus. Fettsäuren können nur gebunden an L-Carnitin durch die Mitochondrienmembranen transportiert werden.“ Na gut, damit kann ich nicht allzu viel anfangen. Im weiteren Verlauf dieses Artikels wird ausgeführt, dass das L-Carnitin noch als Fettverbrenner und als leistungssteigerndes Mittel gehandelt wird, beides Eigenschaften, die nicht unumstritten sind. Wenn Sie es genauer wissen wollen, beginnen Sie mit dem Lesen auf der Wikipedia-Seite, die ich am Beginn dieses Absatzes verlinkt habe. Dort finden Sie auch weitergehende Links zu diesem Thema. Hier will ich mich nur mit dem Aussehen und Geschmack des Bieres beschäftigen.

Goldgelb mit viel aktiver Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Krone aus feinporigem weißem Schaum, die allerdings relativ schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Es enthält aber auch würzige Noten sowie einen süßen Duft, der an ein Sahnebonbon erinnert. Das gefällt mir schon mal nicht schlecht.

Der Antrunk ist nur leicht süß und die Kohlensäure verleiht ihm eine angenehme Spritzigkeit. Auf der Zunge lässt der Geschmack des Bieres nach und erst in der Kehle zeigt sich ein leichtes Bitter. Der Abgang ist mit einem freundlichen Bitter recht mild, aber der Geschmack klingt lange nach.

Das Marathon erinnert an ein bayerisches Helles und ist im Sommer ein recht angenehmes Bier.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen, L-Carnitin

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

Dieses Bier können Sie portofrei bestellen, indem Sie auf den folgenden Banner klicken:


Plankstetten Maibock

Nun ist der Mai bereits vorbei und ich entdecke in meinem Bioladen noch ein Maibock, den ich nicht kannte. Da muss ich ihn doch glatt noch mitnehmen. Schließlich kommt das Bier aus Riedenburg im Altmühltal, in meinen Augen der schönsten Gegend Deutschlands. Das Riedenburger Brauhaus vertreibt ihre Biere unter zwei Marken, unter Riedenburger und dem Namen der Benediktinerabtei Plankstetten. Dabei hat sich die Brauerei selbst ökologische Bedingungen auferlegt, die sogar die strengen Regeln von Bioland noch übertreffen. Auf ihrer Website sind sie zusammengefasst:

  • 100 % Bioprodukte, das heißt alles was wir produzieren ist ökologisch
  • 100 % Rohstoffe aus ökologischem Landbau – als öko-sozial verantwortungsvolle Leistung
  • 100 % Verzicht auf Filtration und Wasseraufbereitung – für vollwertige Lebensmittel
  • Verwendung von hochwertigen Rohstoffen wie Einkorn, Emmer, Dinkel – zur Förderung der Biodiversität
  • Verwendung nur von ungekreuzten Sorten – weil wir auf die Erfahrung der Natur vertrauen
  • Lebendiges Wasser aus eigenem Brunnen – ohne chemische Aufbereitung
  • Verwendung von Naturdoldenhopfen sowie Hopfenpellets – für vollwertige Lebensmittel
  • Eigene Hefereinzucht
  • Garantiert gentechnikfreie Zutaten – für eine sichere Zukunft
  • Ständige Kontrollen durch BCS und Bioland und EU-Biozeichen
  • Regionale Partnerschaften mit Anbauverband BIOLAND und der Benediktinerabtei Plankstetten.

Da ich bereits weiß, dass aus Riedenburg hervorragende Biere kommen, sind meine Erwartungen an dieses Maibock sehr hoch.

Dass dieses Maibock etwas Besonderes ist, zeigt sich bereits beim Einschenken, als sich zeigt, dass es kein helles Maibock ist, sondern er ist dunkel rubinrot. Es bildet sich eine schöne beige Krone aus sahnigem Schaum, die sich durchschnittlich schnell auflöst.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert, ich rieche Schokolade und auch rote Früchte sowie würzige Noten, die sich zu einem wunderbar komplexen Duft vereinen. Ich ahne bereits, dass ich meine Ansprüche an dieses Bier nicht hoch genug geschraubt habe.

Der Antrunk ist malzig und voll, stiltypisch recht süß und dabei doch leicht spritzig. Spritzigkeit ist aber nicht die hervorstechendste Eigenschaft der Maiböcke, und da macht auch das Maibock aus Riedenburg keine Ausnahme. In Gegenteil. Der Körper dieses Bieres ist sehr dicht und dabei samtig weich. Das Bier füllt den gesamten Mund mit seiner Süße, der sich eine fruchtige Säure zugesellt, mit der auch der Geschmack von Trockenfrüchten kommt. Der Abgang ist wie erwartet mild, aber auch fruchtig.

Spontan würde ich sagen, dass dies das beste Maibock ist, das ich bislang getrunken habe.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16,5 %

Brauerei:

RIEDENBURGER BRAUHAUS
Michael Krieger GmbH & Co.KG
Hammerweg 5
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

Bolten Ur-Alt

Die Brauerei Bolten aus Korschenbroich ist nach eigenen Angaben die älteste Altbierbrauerei der Welt. Inzwischen wird dort nicht nur Altbier gebraut, aber diese Biere stellen immer noch de Produkte dar, für die diese Brauerei steht. Von dort gibt es zwei Altbiere, das Boltens halt und das Boltens Ur-Alt. Diese beiden Biere stehen in den Regalen der Getränkemärkte in der Regel direkt nebeneinander, so dass sich die Frage stellt, worin der Unterschied liegt. Die Antwort ist einfach: das Ur-Alt ist nicht filtriert, enthält also noch die Hefe.

Ob das Filtrieren das Bier besser macht oder nicht ist im Grunde eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich mag in der Regel nicht filtrierte Biere lieber, da sie in der Regel einfach geschmackvoller sind. Das liegt nicht nur am Geschmack der Hefe, sondern mit der Hefe werden dem Bier auch andere Geschmacksstoffe entzogen. Auch das muss nicht unbedingt schlecht sein, da auf diese Weise auch der eine oder andere Fehlgeschmack verschwinden kann. Es kommt wie so häufig halt auf den Einzelfall an.

Jetzt habe ich das Bolten Ur-Alt vor mir stehen, also das Bier mit der Hefe. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich ein naturtrübes Altbier trinke. Mal sehen, wie es sich macht.

Dunkelbraun und wie erwartet hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas, darüber viel hellbrauner cremiger Schaum, der recht lange erhalten bleibt. Die Optik macht schon mal Lust auf den ersten Schluck.

Das Aroma ist kräftig malzig und das Bier duftet nach dunkler Schokolade. Bei der Malzauswahl hat sich die Brauerei also durchaus einige Mühe gegeben.

Der Antrunk ist malzig süß und durch die richtige Dosierung der Kohlensäure frisch und angenehm. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte fruchtige Säure dazu, so dass das Bier zusammen mit dem Geschmack der Hefe einen ausgewogenen und runden Eindruck macht. Dazu ist das Bier wunderbar süffig. Der Abgang ist mild und klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Bolten
41352 Korschenbroich
www.bolten-brauerei.de

Red Castle Kellerbier

Jetzt habe ich ein Bier vor mir stehen, das ich von meinem letzten Aufenthalt in Nürnberg mitgebracht habe. Die kleine Brauerei verkauft ihr Bier und die anderen Produkte, die sie aus dem eigenen Bier herstellt, auf dem Hauptmarkt in Nürnberg. Als ich die Brauerei vor einigen Jahren kennenlernte, war sie ein Ein-Mann-Unternehmen. Ob das heute noch so ist entzieht sich meiner Kenntnis, aber groß ist sie nicht geworden, aber offensichtlich trotzdem erfolgreich. Immerhin hat Michael Bellair, der Brauer und Inhaber, vor einiger Zeit seine Website abgeschaltet, nach eigenen Angaben war die Pflege zu aufwändig und auch der Versand des Bieres war einfach nicht mehr leistbar. Außerdem ist die Brauerei vor einiger Zeit in größere Räumlichkeiten umgezogen. Die Brauerei ist im Internet inzwischen nur noch über Facebook zu erreichen.

Kräftig rot ist es, das Kellerbier aus Gräfenberg. Dazu kommen eine sehr lebhafte Kohlensäure und etwas Hefe. Auf dem Bier bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Krone aus sahnigem weißem Schaum. Optisch macht das Bier schon mal einen sehr guten Eindruck.

Leichte Röstaromen sind der erste Eindruck des Aromas, unterstützt durch den Duft von Trockenfeigen und Rosinen. Dazu kommen noch leichte würzige Noten.

Der Antrunk ist intensiv, recht süß und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure auch frisch. Ein Geschmack nach Banane mischt sich noch darunter. Schnell taucht noch eine leichte angenehme Säure und Fruchtigkeit auf, die den Geschmack abrunden. Mir persönlich fehlt noch etwas Bitterkeit, von der ich erwarten würde, dass sie dem Geschmack noch etwas mehr Komplexität verleihen würde. Auch der Abgang bringt nur ein leichtes Bitter hervor, das aber gut mit der Süße und Säure auf der Zunge spielt. Im Nachklang meine ich noch einen leichten Geschmack von Cognac zu bemerken.

Das Red Castle Kellerbier ist seinen Preis auf jeden Fall wert und wenn Sie einmal den Hauptmarkt von Nürnberg besuchen, sollten Sie sich die eine oder andere Flasche mitnehmen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Red Castle Brew
Gewerbepark Hüll 17
91322 Gräfenberg
https://www.facebook.com/search/top/?q=red%20castle%20brew