Jetzt steht das Premium Pilsener der letzten Privatbrauerei in Hannover vor mir, das Herrenhäuser Premium Pilsener. Aber was macht ein Pils zum Premium Pils? Der Begriff „Premium“ suggeriert schließlich, dass es sich um ein Produkt mit besonderer Qualität handelt. Gegenüber der Rheinischen Post erläuterte im Jahr 2005 Uwe Dewies von Brau und Brunnen in Dortmund: „Premium steht für Marken, die sich durch eine hochwertige Ausstattung in Gastronomie und Handel sowie durch attraktive Werbe- und Sponsoringmaßnahmen von Billigstbieren unterscheiden.“ Der Begriff Premium ist also als reine Marketingaussage zu verstehen. Daraus zu schließen, dass es sich um ein schlechtes Bier handelt, ist selbstverständlich nicht richtig. Dann wollen wir mal sehen, wie sich das Herrenhäuser Premium Pilsener so schlägt.
Kräftig goldgelb ist es, dazu eine ordentliche Portion Kohlensäure und eine weiße Schaumkrone mit durchschnittlichem Volumen, die nur langsam in sich zusammenfällt. Die Optik ist auf jeden Fall schon mal sehr ansprechend.
Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Zunächst duftet das Bier nach Banane, bis dann auch der Hopfen mit einer leichten bitteren Duftnote nach Mandeln und Marzipan durchkommt. Das macht doch Lust auf den ersten Schluck.
Der Antrunk ist süßlich-frisch, dabei sauber. Bis hierhin gibt es nichts zu meckern. Aber das Bier steigert sich noch. Das Malz dominiert weiterhin, und das Bier ist vollmundig, rund und süffig. Erst im Abgang kommt ein freundliches mildes Bitter zum Vorschein, das dann aber überraschend lange nachklingt.
Das Herrenhäuser Premium Pilsener ist nicht das typische Pils, bis auf den Abgang erinnert es durchaus an ein Helles aus Bayern. Aber immerhin unterscheidet es sich von den Fernsehbieren, es hat also einen eigenen Charakter. Deshalb gefällt es mir recht gut.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Alkoholgehalt:
4,9 % Vol.
Stammwürze:
11° Plato
Brauerei:
Privatbrauerei Herrenhausen GmbH
Herrenhäuser STr. 83
30419 Hannover
www.herrenhaeuser.de
Das Helle ist ein traditioneller Bierstil aus Bayern. Typisch für ein Helles ist, dass es recht sparsam gehopft ist, weshalb es nur gering bitter ist, so um die 16 bis 22 IBU. Ich stehe diesem Bierstil eher kritisch gegenüber, da das Helle recht langweilig werden kann, wenn die Malze nicht sorgfältig ausgewählt und dosiert wurden. Ein gutes Helles kann mich wirklich begeistern, aber es gibt doch viele Helle, die eher langweilig sind. Beim Erlkönig muss ich aber wohl keine Befürchtungen haben, wurde dieses Bier doch bereits 2014 mit dem Superior Taste Award und ein Jahr später mit dem Craft Beer Award ausgezeichnet. Außerdem ist das Bier mit Naturhopfen gebraut, was mich vermuten lässt, dass die Brauerei sich bei der Ausarbeitung des Rezepts für dieses Bier einige Mühe gegeben haben. Jetzt aber genug der Spekulationen, ich öffne jetzt das Bier.
Bereits im Jahr 1589 wurde die kleine Brauerei im brandenburgischen Neuzelle gegründet. Dass es sie heute noch gibt, liegt am heutigen Geschäftsführer Helmut Fritsche, der die damals marode Brauerei 1989 übernahm und jetzt das Unternehmen zusammen mit seinem Sohn führt. Nach der Übernahme folgte eine lange juristische Auseinandersetzung mit mehreren Behörden, die verhindern wollten, dass das Traditionsbier der Brauerei, der Schwarze Abt weiterhin gebraut und als Bier verkauft werden durfte. Erst nach vielen Kämpfen und Gerichtsverhandlungen erhielt er die Erlaubnis, das Bier weiterhin nach altem Rezept zu brauen.
Jetzt verkoste ich wieder einmal ein Bier aus Klüvers Delikatessenmanufaktur im Hafen von Neustadt in Holstein. Zunächst einmal sollten wir klären, was denn überhaupt ein Küstenbier ist. Die Brauerei erklärt es wie folgt: „Unsere Interpretation eines echten Holsteiner Landbieres wie es traditionell nach der täglichen Feldarbeit in Schleswig-Holstein getrunken wurde. Hergestellt aus eigens in unserer Region angebauter Brau-Gerste, veredelt mit dunklen Malzen, mild süßlich und leicht herb im Geschmack.“
Der Bierstil Ale stammt ursprünglich aus Großbritannien, wo Ale im Alltag als Synonym für Bier verwendet wird. Ursprünglich stammt das Wort aus dem Germanischen und der Wortstamm findet sich auch in den skandinavischen Worten für Bier (Øl, ölu…) wieder. Aus dem Ale haben sich auch viele andere Unter-Bierstile entwickelt, darunter das bekannte India Pale Ale, aber auch das Mild Ale, das Red Ale das Heather Ale sowie verschiedene Stock Ales. Etwas skurril muten Kreationen wie ein Dark Pale Ale an, schließlich bedeutet Pale bleich oder blass. Aber egal, jetzt geht es um ein Pale Ale ohne weitere Namenszusätze, genauer gesagt um das Pale Ale von Camba im oberbayerischen Seeon.
Die Schlossbrauerei Hohenthann wurde 1864 gegründet. Im Jahr 1961 übernahm Klaus Rauchenecker die Brauerei, die heute von seinem Sohn geführt wird. Heute braut das Unternehmen 15 unterschiedliche Biere sowie zwei Sorten Radler und wirbt damit, dass es aus Hohenthann Biere für jede Gelegenheit gibt. Heute steht das Märzen vor mir, das mit dem Zusatz Festbier vermarktet wird. Der Hopfen stammt aus der Hallertau und das Malz kommt aus Bayern. Da auch das Bier nicht nur aus einer unabhängigen Privatbrauerei stammt, sondern auch regional vertrieben wird, können wir hier zweifelsfrei von einem regionalen Produkt sprechen.
Jetzt steht mal wieder ein Bier aus Franken vor mir. Es kommt allerdings nicht wie die meisten fränkischen Biere aus einer kleinen Brauerei, in der mehr oder weniger handwerklich gearbeitet wird, sondern aus der Kulmbacher Brauerei, die zwar größtenteils recht gute Biere herstellt, allerdings in industriellem Maßstab und unter Verwendung von standardisierten Zwischenprodukten, besonders von Hopfenextrakt. Mal sehen, wie mir das Mönchshof Bockbier gefällt.
Das Camba Dark Side ist ein dunkles, nein ein schwarzes, Lagerbier. Der Name Lagerbier stammt von der Notwendigkeit, das Bier nach dem Brauen noch einige Wochen bei niedrigen Temperaturen zu lagern, damit es in Ruhe reifen kann. Und vom Camba Dark Side erwarte ich schon einiges. Schließlich ist es bereits dreimal ausgezeichnet worden, 2015 und 2016 beim Meiningers International Craft Beer Award mit Gold und beim Dark Lager World Beer Award 2016 ebenfalls mit Gold. Das Bier muss also schon recht gut sein.
Nun steht das Urstöffla aus der Brauerei Weiherer im fränkischen Viereth-Trunstadt vor mir und wartet auf seine Verkostung. Das Bier weist einige Besonderheiten auf. Es ist nicht nur ausschließlich mit Zutaten aus biologischer Erzeugung gebraut, sondern es ist auch nachhaltig hergestellt worden. Darauf weist das Solarbier-Siegel auf dem Rückenetikett hin. Unter dem Namen haben sich etwa drei Dutzend Brauereien zusammengeschlossen, die mit Solarstrom arbeiten und die sich auf diese Weise vom Verbrauch von Strom verabschiedet haben, der durch fossile Energieträger oder durch Atomkraft erzeugt wurde. Dann ist das Bier noch in einer Pfandflasche, die auch von anderen Brauereien befüllt werden kann. Umweltfreundlicher kann ein Bier vermutlich nicht sein.
Seit 1871 gibt es die Brauerei Erl in Geiselhöring in Niederbayern. Das Dunkle, das jetzt vor mir steht, ist eines der ältesten Biere aus dieser Brauerei und wird bereits seit der Gründerzeit des Unternehmens hergestellt. Die Brauerei bezeichnet das Bier als echten Geheimtipp. Ausschließlich mit dunklem Malz und Naturhopfen aus der Hallertau gebraut erwarte ich ein Bier, das mir gefallen wird, insbesondere, weil es im Jahr 2015 beim International Beer Award ausgezeichnet wurde.