Schlagwort-Archive: Deutschland

Crew Republic Rest in Peace

„Maßlosigkeit ist für Dich keine Frage, sondern Lebenseinstellung. Mit beständiger Ignoranz trittst Du der Missgunst anderer gegenüber. Dem Vorwurf des Übermuts begegnest Du mit gelassener Arroganz. In Völlerei lebst Du Deine unbändige Wollust aus. Dieses Elixier ist wie geschaffen für Dich. Das Ende und der Anfang Deiner Träume.“ So beschreibt das Team der Crew Republic das Rest in Peace. Da muss das Bier doch wohl deutlich aus der Masse der Craft-Biere herausstechen. Ob es das auch tut werde ich gleich feststellen.

Das Rest in Peace ist ein Barley Wine, ein starker Bierstil mit mindestens 7 Volumenprozent Alkohol. Dieses Bier von Crew Republic enthält sogar 10,1 Volumenprozent. Dann bin ich ja mal gespannt, wie sich das Bier so macht.

Kupferfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone mit einem leichten Gelbstich, die sich langsam auflöst. Optisch spricht mich das Bier durchaus an.

Das intensive Aroma ist sehr komplex. Süße und saure Düfte steigen mir in die Nase. Ich rieche Trockenfrüchte, besonders Feigen, abgerundet durch den Duft von Vanille. Auch der Alkohol zeigt sich bereits im Aroma und gibt dem Rest in Peace einen Hauch von Rumtopf.

Der Antrunk ist recht süß. Aber die runden Malzaromen bleiben nicht lange allein. Die 10,1 Volumenprozent Alkohol zeigen sich von Anfang an, gemeinsam mit einigen herberen Geschmäckern. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig; für meinen Geschmack könnte der Barley Wine aber gerne noch etwas mehr Kohlensäure enthalten. Schnell treten die Geschmäcker der Trockenfrüchte in den Vordergrund und sorgen für ein rundes und wärmendes Mundgefühl. Dazu kommen der Geschmack nach roten Beeren sowie ein leichtes Bitter, das sich im Abgang noch etwas verstärkt und dann mit der wieder ansteigenden Süße den Konsumenten fordert. Die angegebenen 65 IBU hätte ich aber nicht vermutet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Crystal), Hopfen (Herkules, Fuggles, East Kent Golding), Hefe

Alkoholgehalt:

10,1 % Vol.

Bittereinheiten:

65 IBU

Brauerei:

CREW Republic Brewery GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 München/Unterschleißheim
www.crewrepublic.de

Craftbeer-Shop-Banner

Braukraft Wai-Zen

Die Brauerei aus Gilching schreibt zu jedem ihrer Biere eine kurze erfundene Geschichte, so auch zum Wai-Zen: „Im Jahre 1041 wurde diese Brauspezialität zum ersten Mal am japanischen Kaiserpalast erwähnt. Damals wurde von einem Bauern der allgegenwärtige Reis durch Weizen ersetzt und vergoren…. Nur durch einen Zufall in einem Kloster nahe dem Mt. Fuji kamen wir dem Rezept auf die Spur…. かんぱい ein zünftiges Kanpai!“ Na gut, andere Geschichten aus der Brauerei sind origineller, aber ich finde auch diese Zeilen für erwähnenswert.

Bernsteinfarben und hefetrüb steht das Bier im Glas. Für ein Weizenbier bildet sich recht wenig mittelporiger Schaum, der recht schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist recht schwach. Ich rieche etwas Karamell sowie eine leichte Fruchtigkeit, die aber so gering ist, dass ich sie nicht näher identifizieren kann.

Der Antrunk ist leicht süß und ich stelle eine kräftige Kohlensäure fest. Der schlanke Körper weist eine leichte Säure und Fruchtigkeit auf, aber auch so gering, dass ich nicht näher benennen kann. Der Abgang ist praktisch ohne Bitterstoffe und auch mit minimalem Nachklang.

Ich hätte mir von diesem Bier wirklich mehr erwartet.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,4 %

Bitterstoffe:

16 IBU

Brauerei:

Braukraft
Münchnerstr. 20
82205 Gilching
www.braukraft.de

Glaab’s Hopfenlust

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts besteht bereits die Brauerei Glaabsbräu in Seligenstadt und noch immer befindet sie sich in Familienbesitz, mittlerweile in der neunten Generation. Damit gehört sie zu den ältesten Brauereien im Süden von Hessen.

In diesem Jahr hat Glabsbräu zum zweiten Mal einen Sondersud namens „Hopfenlust“ gebraut. Diese Saisonspezialität steht nur in begrenzter Menge zu Verfügung und wenn sie weg ist, ist sie weg. Das besondere an der Glaabsbräu Hopfenlust ist, dass für diesen Sud ausschließlich Aromahopfen verwendet wurde. Dadurch soll das Bier weniger herb werden und stattdessen wunderbar fruchtige Hopfenaromen erhalten. Verwendet wurden der bekannte aber recht seltene „Sorachi Ace“ und „Citra“ Hopfen aus dem amerikanischen Yakima Valley. Diese Hopfen stehen für sehr fruchtige und frische Aromen. Ich kann mich also auf ein besonderes Bier freuen.

Intensiv goldgelb präsentiert sich die Hopfenlust im Glas. Die Farbe spricht mich wirklich an. Darüber bildet sich viel cremiger Schaum, der sich nur langsam auflöst. Optisch hat die Brauerei schon mal alles richtiggemacht.

Der recht intensive Duft wird durch Zitrusaromen dominiert. Ich rieche Orangen, Limonen und Grapefruit, unterstützt durch das Aroma von Kräutern. Hier zeigt sich bereits die gute Auswahl der Hopfensorten.

Der Antrunk ist mild und deutlich süß. Die reichlich vorhandene sehr feinperlige Kohlensäure macht ihn aber spritzig. Zusammen mit dem eher geringen Alkoholgehalt von 3,8 % ist es also ein sehr schönes Sommerbier. Schnell entfaltet der Hopfenanteil seine Wirkung. Frisch, fruchtig ist es jetzt und auch die Kräuteraromen kommen stärker zum Tragen. Ein freundliches Bitter verdrängt die anfängliche Süße. Süffig und komplex überzeugt mich das Bier immer mehr. Im Abgang kommt die Süße zurück, gut ausgewogen mit dem jetzt stärker werdenden Bitter. Bemerkenswert ist auch der lange Abgang.

Nachdem ich die Hopfenlust verkostet habe, wundert es mich nicht, dass der ProBier-Club es im Mai 2017 zum „Bier des Monats“ gekürt hat.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Caramel Malz), Hopfen (Citra, Cascade, Sorachi Ace, Summit), Hefe

Alkoholgehalt:

3,8 % Vol.

Stammwürze:

10,2 %

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Glaabsbräu GmbH & Co. KG
Wallstr. 1
63500 Seligenstadt
www.glaabsbraeu.de

Lindener Spezial

Nun steht wieder einmal ein Bier aus Hannover vor mir, das Lindener Spezial. Wenige Brauereien in Deutschland trauen sich, dermaßen schmucklose Etiketten zu verwenden wie die Gilde-Brauerei für das Lindener Spezial. Das Rückenetikett ist wie das vordere Etikett gestaltet und enthält die minimalen Angaben: Name und Alkoholgehalt des Bieres, die Flaschengröße, die Adresse der Brauerei (allerdings ohne Straßenangabe) und den Barcode des Bieres. Weniger geht nicht mehr. Aber immerhin wird das Lindener Spezial nicht mit Hopfenextrakt gebraut, was mich ein etwas besseres Bier erwarten lässt.

Mein Versuch, über die Webseite der Brauerei weitere Informationen über dieses Bier zu erhalten, waren leider ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Die Webseite der Gilde-Brauerei ist sehr kurz gehalten und wird offensichtlich seit längerer Zeit nicht mehr gepflegt. So wird nach wie vor eine Abstimmung beworben, in der die Besucher der Webseite darüber abstimmen, welcher Verein ein Sponsoring der Brauerei erhalten soll. Die Abstimmung wurde allerdings bereits vor ziemlich genau 16 Monaten beendet. Sonderlich vertrauenserweckend erscheint mir eine so lange vernachlässigte Webseite nicht zu sein und ich finde es schade, wenn Unternehmen mit regionalen Wurzeln sich auf diese Weise selbst das Wasser abgraben. Aber eventuell ist ja das Bier geeignet, diesen schlechten Eindruck zu revidieren. Probieren wir es aus.

Kräftig goldfarben präsentiert sich „Hannovers Spezielles“ im Glas. Es ist wenig feinperlige Kohlensäure zu sehen und die anfangs schöne Schaumkrone fällt schnell bis auf einen kleinen Rest zusammen. Würde die Brauerei die Haltbarkeit des Schaumes verbessern, wäre an der Optik dieses Bieres schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma ist nicht komplex, aber es stechen die Süße des Malzes sowie die Würzigkeit des Hopfens heraus, beides nicht schlecht.

Der Antrunk ist mäßig süß. Würde das Bier mehr Kohlensäure enthalten, würde dies der Spritzigkeit guttun. So fehlt dem Bier aber etwas die Frische. Schade. Knapp am Ziel vorbei. Auf der Zunge entwickelt sich ein mildes Bitter, für ein Helles ist es sogar überraschend herb, was aber durchaus angenehm ist. Der Abgang ist mild und er klingt nur kurz nach.

Das Lindener Spezial hat wirklich gute Ansätze, erreicht aber weder bei der Optik noch beim Aroma und Geschmack wirklich das Ziel.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Gilde Brauerei GmbH
Hildesheimer Straße 132
30173 Hannover
www.gilde-brauerei.com

Berliner Berg Lager

Jetzt steht das Lager aus der Brauerei Berliner Berg vor mir. Die Brauerei gehört nicht zu den kleinsten Craft-Brauereien, immerhin besteht die Belegschaft aus 15 Menschen und zwei Hunden. Das Stammsortiment, zu dem auch das Lager gehört, beschreibt die Brauerei auf ihrer Website wie folgt: „Vier Stammspieler sind unser ganzer Stolz: Knackiges Lager, charakterstarkes Bantam Pils, ausgewogenes Pale Ale und frisches California Wheat Ale. Inspiriert von deutscher Handwerkstradition und internationalen Bierstilen, werden sie mit ausgewähltem Hopfen und Malz gebraut.“ Und weiter die Beschreibung des Lager: „Eine Hommage an die deutsche Braukunst. Ein voller Malzkörper, grassig-fruchtiges Hopfenaroma und angenehme Bittere machen das Bier zu einem echten Berliner Lager: vielseitig, charakteristisch und super trinkbar. Dieses Berliner Berg lässt es krachen.“ Die Brauerei beschreibt ihr Bier also sehr selbstbewusst. An diesen Aussagen werde ich jetzt das Bier messen.

In kräftigem Goldgelb und leicht hefetrüb strahlt mich das Berliner Berg Lager an. Darüber bildet sich vergleichsweise wenig gemischtporiger Schaum, der aber lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert, unterstützt durch den Duft getrockneter Feigen. Ich empfinde es zwar nicht als allzu komplex, aber durchaus als angenehm.

Der Antrunk ist frisch, spritzig und trocken. Dieser positive Eindruck bleibt auch bestehen. Das Bier macht ein angenehmes Mundgefühl, es ist rund und ausgewogen. Schnell kommt ein leichtes Bitter dazu und auch dass das Bier auf der Zunge überraschend wenig Fruchtigkeit zeigt stört mich nicht. Im Abgang tritt das Bitter in den Vordergrund. Es bleibt aber freundlich und klingt lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Carahell), Hopfen (Hüll Melon, Hallertau Blanc, Hersbrucker, Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,9 %

Bittereinheiten:

33 IBU

Brauerei:

Berliner Berg GmbH
Kopfstraße 59
12053 Berlin
www.berlinerberg.com

Apfel Bier

Bereits seit dem 6. Jahrhundert wird in Mitteleuropa der Apfel angebaut, das Bier gehört sogar noch deutlich länger zur europäischen Kultur. Beides vereint das Apfel Bier aus der Klosterbrauerei Neuzelle in dem Bier, das jetzt vor mir steht. Im Internet habe ich mehrere Rezensionen gefunden, in denen das Apfel Bier als Biermischgetränk bezeichnet wurde. Ich habe darüber mit Herrn Fischer, dem Geschäftsführer der Klosterbrauerei, gesprochen und er hat mir erläutert, dass die Brauerei das Bier zunächst nach dem Reinheitsgebot braut und anschließend mit verschiedenen Zusätzen veredelt. Er hat mir versichert, dass für alle Biere eine Ausnahmegenehmigung als „besonderes Bier“ nach dem vorläufigen Biergesetz aus dem Jahr 1993 vorliegt. Daher dürfen die Biere aus Neuzelle auch als Bier verkauft werden.

Trotzdem bin ich zunächst kritisch, denn ehrlich gesagt kann ich mir die Mischung des Geschmacks von Äpfeln mit dem von Bier nicht so richtig vorstellen. Aber gut, eventuell werde ich ja positiv überrascht. Schließlich kommen aus Belgien auch sehr gute Apfelbiere.

Im Glas sieht das Bier erst einmal aus wie ein Pils. Golden, klar, mit einer durchschnittlichen Schaumkrone. Unspektakulär, aber nicht schlecht.

Das ändert sich, als ich am Bier rieche. Es duftet intensiv nach Malz, unterstützt durch den Duft grüner Äpfel. Den Hopfen kann ich nicht riechen, eventuell wird er ja durch die Äpfel überdeckt.

Der Antrunk ist recht süß, was aber durchaus zu der recht reichlich vorhandenen Kohlensäure passt. Bereits auf der Zungenspitze meine ich, den Apfel zu schmecken, was aber durchaus auch am Duft des Bieres liegen kann, der mir in die Nase steigt. Auch als sich das Bier auf der Zunge verteilt, bleibt das Bier angenehm süß; die Süße verträgt sich aber gut mit dem Herben des Bieres. Das schlanke Bier ist erfrischend. Auch der Abgang ist überraschend gut, da sich auch hier die Apfelsüße gut mit dem ursprünglichen Bier verbindet. Mir persönlich fehlen die Bitternoten des Hopfens, eine Eigenschaft des Apfel Biers, die meiner Frau dagegen ausgesprochen gut gefällt.

Dieses erfrischende Bier eignet sich im Sommer hervorragend, um nach einer Wanderung wieder fit zu werden. Dabei sollten aber die 4,8 Volumenprozente bedacht werden.

Zutaten:

Pilsner (Wasser, Gerstenmalz, Hopfen), Apfelsaftkonzentrat, Invertzuckersirup, Zitronensaftkonzentrat

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

Dieses Bier können Sie portofrei bestellen, indem Sie auf den folgenden Banner klicken:


Juicy IPA

Letzte Woche war es wieder so weit – die Brauerei Maisel & Friends schickte mir ihren neuen Sondersud, das Juicy IPA. Viele andere Brauereien bringen in der Vorweihnachtszeit dunkle und stärkere Biere auf den Markt. Maisel geht einen anderen Weg und holt uns den Sommer zurück. Auf der Website verspricht die Brauerei viel: „In der Maisel & Friends Brauwerkstatt haben sich unsere Braumeister eingefunden und alles an Hopfen organisiert, was zu bekommen war. Es gab eine regelrechte Explosion an Fruchtaromen und daran nicht ganz unschuldig waren die Hopfensorten Chinook, Citra, Amarillo, Simcoe, Mosaic und Mandarina Bavaria.“ Das klingt doch schon mal gut und ich freue mich darauf, die Flasche aufzumachen und das neue Bier zu verkosten.

In kräftigem Gold, leicht hefetrüb und mit sehr agiler Kohlensäure erstrahlt das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine große und sehr feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei auf jeden Fall alles richtiggemacht.

Bereits beim Einschenken steigen mir viele fruchtige Aromen in die Nase. Ich rieche Grapefruit, Mango, Pfirsich, Birne und Orange. Nach dem Aroma ist den Brauern in Bayreuth wohl wieder ein Meisterstück gelungen.

Der Antrunk hält, was das Aroma verspricht. Er ist spritzig, frisch und fruchtig. Schnell macht sich ein kräftiges aber freundliches Bitter im Mund breit. Ja, die 50 IBU kommen durchaus hin. Aber jetzt fehlt mir doch die starke Fruchtigkeit, die ich gerade noch gerochen und auf der Zungenspitze geschmeckt habe. Trotzdem – Zitrusfrüchte sind zu schmecken und das Bitter gefällt mir durchaus. Überraschend ist dann der Abgang, der milder als erwartet ist und mittellang nachklingt.

Bis zum Antrunk hat mich das Bier absolut begeistert. Auf der Zunge fehlte mir zunächst die Fruchtigkeit. Ich konnte es jetzt nicht testen, da ich nur eine Flasche hatte, aber ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass das Juicy IPA sich gut als Begleiter süßer Desserts oder von Fruchtsalat eignet.

Das Juicy Fruit ist ein Sondersud, Sie sollten sich also beeilen, dieses Bier zu bestellen. Wenn es weg ist, ist es weg. Sie erhalten es im Shop an der Brauerei und bei Flaschenfreund.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Chinook, Citra, Amarillo, Simcoe, Mosaic, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

14,8 %

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Brauerei Gebrüder Maisel KG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Klüvers Weizen

Wieder steht ein Bier aus der kleinen Braumanufaktur Klüvers vor mir, das Klüvers Weizen. Bislang haben mir alle Biere aus dem Hafen von Neustadt in Holstein recht gut gefallen. Es waren alles Biere mit Charakter, ohne dass sie die Konsumenten durch allzu gewagte Experimente verschrecken. Die richtige Balance zu finden ist eine Kunst, die die Brauerei an der Ostküste von Schleswig-Holstein gut beherrscht. Ein entsprechend unaufgeregtes und dabei leckeres Bier erwarte ich jetzt auch von diesem Weizenbier.

Kräftig hellgolden präsentiert sich das Bier im Glas, ganz leicht hefetrüb und mit viel agiler Kohlensäure. Die sehr feste Schaumkrone ist stiltypisch voluminös und bleibt auch lange erhalten. Optisch hat die Brauerei an der Küste schon mal alles richtiggemacht.

Das Aroma wird durch den Bananenduft der obergärigen Hefe dominiert, unterstützt von Nelken und Muskat.

Der Geschmack des Klüvers Weizen ist vom ersten Moment an voll und spritzig. Im Gegensatz zu den meisten anderen Weizenbieren enthält dieses Bier relativ wenig Restzucker. Der vergleichsweise trockene Eindruck bekommt dem Bier wirklich gut. Auf der Zunge zeigt sich dann ein ausgewogenes Verhältnis von Süße und Säure. Das Bier ist vollmundig und süffig. Der Abgang ist sehr mild mit wenigen Bitterstoffen, aber er klingt trotzdem lange nach.

Das Klüvers Weizen hat meine Erwartungen voll erfüllt, ein leckeres Bier, gut komponiert und ohne Überraschungen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,8° Plato

Brauerei:

Klüver’s Delikatessen Manufaktur GmbH & Co. KG
Schiffbrücke 2-4
23730 Neustadt in Holstein
www.kluevers.com

Hohenthanner Blau Weiße

Seit etwa 150 Jahren braut die Familie Rauchenecker in der Hohenthanner Schlossbrauerei ihre Biere. Die Brauerei ist für ihren hohen Anspruch an die Qualität der Rohstoffe und der daraus gebrauten Biere bekannt. Das zeigt sich auch darin, dass die Brauerei eine ganz Reihe an Craft-Bieren im Angebot hat.

Die Rohstoffe für die Biere aus der Brauerei im Familienbesitz stammen aus der Umgebung der Brauerei. Das Wasser kommt aus dem hauseigenen Brunnen, der Hopfen aus der Hallertau und das Getreide von Bauern in Bayern, die den Brauern persönlich bekannt sind. Da versteht es sich fast von selbst, dass die Hefe aus der hauseigenen Zucht stammt. Aber kommen wir jetzt zum Bier.

Hell bersteinfarben mit einer sehr agilen Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Zusammen mit der leichten Hefetrübung und der wunderschönen cremigen Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt, gefällt mir das Bier optisch schon mal sehr gut.

Bereits beim Einschenken steigen mir blumige Düfte sowie der Duft von Banane in die Nase. Dazu kommen noch Zitrusnoten, Melone sowie ein Hauch Karamell. Das opulente Aroma zeigt, dass sich die Brauer bei der Auswahl der vier Hopfensorten sehr viel Mühe gegeben haben. Die Grundhopfung wurde mit den Sorten Hallertauer Tradition und Perle durchgeführt, die spätere Kalthopfung mit Hüll Melon und Hallertauer Cascade.

Der erste Eindruck ist angenehm und vergleichsweise trocken. Schnell entfalten sich die Geschmäcker nach Banane und Zitrone, begleitet durch einen leichten Teiggeschmack, den der Weizen mit sich bringt. Der Abgang ist ebenfalls fruchtig und dabei mild. Jetzt meine ich, auch etwas Ananas zu schmecken. Der Geschmack klingt mittellang nach.

Dieses niederbayerische Bier ist mild und dürfte daher auch Konsumenten schmecken, die sonst kein Weizenbier trinken.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz (karamellfarbenes Weizen- und Gerstenmalz), Hopfen (Hallertauer Tradition, Perle, Hüll Melon, Hallertauer Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei GmbH & Co. KG
Brauhausstraße 1
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

Biershop Bayern

Aecht Nürnberger Kellerbier

Die Brauerei Tucher, die zum Radeberger Konzern gehört, bewirbt ihr Bier mit vollmundigen Worten: „Es war einmal … eine Zeit, da gab es in Nürnberg bis zu 42 Brauereien, die den Bierdurst der Bürger löschten. Um all das Bier kühl zu lagern, wurden tiefe Felsenkeller unter der Kaiserburg angelegt. Die richtige Lagerung ist auch bei unserem Aecht Nürnberger Kellerbier von entscheidender Bedeutung: Es reift in aller Seelenruhe und wird naturtrüb abgefüllt. Ein wahres Nürnberger Meisterbier.“ Na, hoffentlich hat der Texter bei Radeberger da den Mund nicht zu voll genommen. An diesen Worten wird sich schließlich das Bier messen lassen müssen.

Intensiv golden steht das Bier im Glas. Mir fällt auf, dass es fast keine Hefe enthält, obwohl es doch als naturtrübes Bier angeboten wird. Na gut, diesen Effekt hatte ich ja bereits häufiger, so dass ich das der Tucher-Brauerei nicht ankreiden möchte, aber ein Bier, das fast wie gefiltert aussieht, hatte ich nicht erwartet und es war ja auch nicht versprochen worden. Die Krone aus gemischtporigem weißen ist überraschend klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist blumig, dazu kommt bereits im Aroma eine leichte Malzsüße zum Vorschein. Damit enthält das Aroma keine falschen Töne, aber um mich zu begeistern ist es einfach zu wenig. Mit einer besseren Hopfenauswahl könnte mir das Aroma durchaus gefallen.

Der Antrunk ist leicht süß und wenig spritzig. Und so ähnlich geht es auch weiter. Der Körper ist schlank, wenig bitter und ohne Fruchtigkeit. Der Abgang ist ebenfalls nur gering bitter und er klingt nur kurz nach.

Nein, dieses Bier enthält keine falschen Töne, aber irgendwie von Allem zu wenig. So sehr ich mich auch anstrenge, kann ich dieses Bier nicht als Meisterbier anerkennen.

Alkoholgehalt:

12,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen, Hopfenextrakt

Brauerei:

Tucher Bräu GmbH & Co. KG
Tucher Straße 10
90763 Fürth
www.tucher.de