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Andechs Bergbock hell

Andechs ist das älteste Kloster Bayerns. Von dort kommt neben vielen anderen landwirtschaftlichen Produkten auch dieses Bier. In aller Regel bürgt der Name Andechs für eine gute Qualität.

Schenken wir also ein. Wir entdecken ein goldgelbes Bier mit einer Schaumkrone, die mich zwar nicht unbedingt umhaut, die aber doch recht ordentlich ist und auch einige Zeit stehen bleibt, bevor sie in sich zusammenfällt. Der Duft ist für ein helles Bockbier typisch, etwas süßlich nach Hopfen.

Im Antrunk dominiert das Malz mit seiner zurückhaltenden Süße, halt typisch helles Bockbier. Der Geschmack des Alkohols kommt flott durch, ebenfalls etwas, was ich bei einem hellen Bock erwarte. Der Alkohol schmeckt deutlich durch, ebenfalls wie ich es erwartet habe. Weitere Aromen kommen nicht wirklich durch. Der Abgang ist leicht bitter und lang anhaltend. Insgesamt ist der helle Bergbock aus der Klosterbrauerei Andechs so, wie ein helles Bockbier sein sollte.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:
6,9 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Andechs
Bergstr. 2
82346 Andechs
http://www.andechs.de/

Aldersbacher Kloster Weiße Dunkel

Heute möchte ich wieder einmal ein Weizenbier verkosten, die Aldersbacher Kloster Weiße Dunkel aus dem niederbayrischen Aldersbach. Die Etiketten verraten nicht viel über das Bier, also kann ich sofort damit beginnen, das Bier einzuschenken.

Dunkelbraun und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber eine ordentliche Schaumkrone, nicht so üppig wie bei anderen Weißbieren, dafür bleibt sie aber lange erhalten. Optisch macht das Bier also schon mal einen guten Eindruck. Es duftet intensiv nach dunklen Malzsorten, nach Karamell und Früchten. Ganz verkehrt kann das Bier also nicht sein.

Bereits beim Antrunk macht sich ein intensiver Malzgeschmack im Mund bereit. Der Körper ist voll und wird durch eine lebhafte Kohlensäure unterstützt. Auch der Abgang ist angenehm. Er ist überraschend malzbetont und lässt nur wenig vom verarbeiteten Naturhopfen durchscheinen. Wir haben hier ein hervorragendes Weißbier für die Liebhaber malzbetonter Weizenbiere.

Zutaten:
Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:
5,1 % Vol.

Stammwürze:
k.A.

Brauerei:
Brauerei Aldersbach
Frhr. v. Aretin GmbH & Co. KG
94501 Aldersbach

Kloster Scheyern Kloster-Gold Hell

Wieder einmal steht ein Bier aus Bayern vor mir. Die Brauerei rühmt sich einer Tradition seit 1119. Nach fast 900 Jahren sollte das Bier wohl etwas ganz Besonderes sein. Aber Moment, aus welcher Brauerei kommt das Bier eigentlich? Auf dem Etikett steht, dass das Bier nach klösterlichem Rezept und klösterlicher Aufsicht in der Tucher-Brauerei im fränkischen Fürth gebraut worden ist. Auf der Website des Kloster Scheyern steht aber, dass die Biere bereits seit 2006 wieder im Kloster gebraut werden. Da muss ich wohl noch einmal nachfragen.

Goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber ein Schaum, der gut aussieht, aber recht schnell in sich zusammenfällt. Der Duft wird vom Hopfen dominiert, fast wie bei einem Märzen.

Der Antrunk ist spritzig und bringt das Malz gut zum Ausdruck. Im Mund wird das Bier würziger. Der intensive Geschmack sagt mir durchaus zu. Etwas zu mild ist für mich der Abgang. Mir fehlt da etwas das Bittere und der Geschmack hält auch nicht allzu lange an. Alles in Allem ein angenehmes Bier, dem aber noch etwas mehr Charakter gut zu Gesicht stehen würde.

Zutaten:
Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:
5,4 % Vol.

Brauerei:
Klosterbrauerei Scheyern
Schyrenplatz 1
85298 Scheyern

Franziskaner Weißbier naturtrüb

Nun mal wieder ein Weizenbier aus Bayern. Das Franziskaner Weißbier naturtrüb zeigt einen schönen gleichmäßigen feinporigen Schaum, der lange erhalten bleibt. Das Bier ist sehr schön rotbraun und ist nicht so trüb wie viele andere Hefeweizen. Aber das ist der Optik nicht abträglich. Der Duft ist stark hefebetont und enthält neben dem typischen Weizenduft eine deutliche Note nach Banane.

Der Antrunk ist leicht süßlich und eher nichtssagend. Erst der Körper zeigt den typischen Weizengeschmack. Er ist getreidig, leicht sauer und bei weitem nicht so komplex wie ich es von einem Premiumbier erwartet hätte. Bitternoten sind kaum zu schmecken. Irgendwie ist der Geschmack recht flach. Der Abgang ist leicht herb und säuerlich, er enttäuscht mich.

Zutaten:
Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hefe, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:
5,0 % Vol.

Brauerei:

Spaten-Franziskanerbräu GmbH
80335 München

Andechser Doppelbock dunkel

Noch ein Bier aus der Klosterbrauerei Andechs, diesmal der dunkle Doppelbock. Schon das edel goldfarbene Etikett lässt erahnen, dass die Brauer dieses Bier für etwas ganz besonderes halten. Mal sehen, ob das Bier diesem Eindruck entsprechen kann.

Das Aussehen entspricht schon einmal dem Design der Etiketten. Klar und dunkelrot, darüber die feste feinporige Schaumkrone, die auch nicht zu schnell in sich zusammenfällt. Da gibt es wirklich nichts zu meckern.

Kräftig, satt, malzig der Duft. Auch die für einen dunklen Bock typische Süße fehlt nicht. Nun wird es aber Zeit für den ersten Schluck. Im Antrunk dominiert Malz mit der feinen Süße. Der Körper ist sehr voll und rund. Mit der Zeit kommt noch eine leichte Lakritznote dazu. Der Alkohol ist zwar zu schmecken, schiebt sich aber nicht in den Vordergrund. Dabei ist das Bier so süffig, dass die Gefahr besteht, schnell mal zu viel davon zu trinken.

Alles in Allem ein dunkler Bock, so wie er sein soll.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:
7,1 % Vol.

Stammwürze:
18,5 %

Brauerei:
Klosterbrauerei Andechs
Bergstr. 2
82346 Andechs
http://www.andechs.de/

Dunkler Hirsch

Nun steht vor mir eine Flasche Dunkler Hirsch, ein dunkles Hefeweißbier aus Sonthofen im Allgäu. Auf dem Rückenetikett rühmt sich die Privatbrauerei Höss, dass sie nach altem Rezept braut und dass das Bier daher besonders würzig und süffig sei. Dann bin ich ja mal gespannt. Also will ich jetzt mal einschenken.

Dunkelbraun, fast schwarz, präsentiert sich das Bier im Glas. Für ein Weizenbier bildet der Dunkle Hirsch recht wenig Schaum, der auch eine relativ kurze Standzeit hat. Da hätte ich mir doch eine etwas bessere Optik gewünscht. Das Bier duftet frisch nach Hefe, dabei getreidig nach Röststoffen und Holunder.

Der Antrunk ist etwas süßlich und macht einen recht wässrigen Eindruck, der aber durch den Körper sofort wieder revidiert wird. Der Malzgeschmack füllt den Mund würzig aus. Dazu verleiht die ausreichend vorhandene Kohlensäure dem Bier eine angenehme Süffigkeit. Der Abgang ist mild, kaum bitter vom Hopfen, sondern hier meine ich eher die Getreideanteile noch einmal schmecken zu können.

Dieses Weizenbier beweist, dass es auch mit Malzextrakt und Farbebier möglich ist, ein gutes Bier herzustellen, dem die industrielle Herkunft kaum anzumerken ist. Das macht dieses Bier durchaus empfehlenswert.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Hefe, Weizenmalz, Farbebier

Alkoholgehalt:
5,2 % Vol.

Stammwürze:
12,6 %

Brauerei:
Privatbrauerei Höss GmbH & Co KG
Grüntenstraße 7
87527 Sonthofen

 

Kapuziner Weißbier alkoholfrei

Nach langer Zeit steht mal wieder ein alkoholfreies Weißbier vor mir, das Kapuziner Weißbier alkoholfrei aus dem oberfränkischen Kulmbach. Auf den Etiketten wirbt die Kulmbacher Brauerei unter anderem damit, dass dieses Bier kalorienarm ist. Auf dem Verschluss ist zusätzlich noch ein Aufkleber, der mitteilt, dass ein halber Liter dieses Biers nur 85 Kilokalorien enthält. Sie wissen schon, Kilokalorien sind diese fiesen kleinen Tierchen, die des Nachts uns die Hosen enger nähen, die aber auch den Geschmack in Speisen und Getränke schütten. Wenige Kalorien = wenig Geschmack – geht diese Gleichung hier auf? Schauen wir mal.

Rotgolden und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber eine gemischtporige Schaumkrone mit mittlerer Standzeit. Die Schaumbildung ist nicht so üppig wie bei den meisten Weizenbieren, aber das ist bei alkoholfreien Weißbieren ja eher die Regel als die Ausnahme. Der Duft ist intensiv getreidig und säuerlich teigig, aber nicht unangenehm. Der Hopfen, wenn er überhaupt im Aroma vorhanden ist, hält sich stark im Hintergrund. Bis jetzt hat die Brauerei nichts verkehrt gemacht. Machen wir also den Geschmackstest.

Der Antrunk ist getreidig und deutlich säuerlich. Bereits jetzt ist mir klar, dass dieses Bier nicht mein Lieblings-Alkoholfreies wird. Der Körper ist eher schwach (daher auch die geringe Kalorienzahl) und bringt einen nicht definierbaren Beigeschmack mit sich. Nein, das Bier wirkt nicht verdorben, aber dieser Geschmack gehört da meiner Meinung nach nicht hin. Der Abgang ist sauer und nicht angenehm. Kräftig gekühlt mag das Bier ja erträglich sein, aber bei einem Test bei Zimmertemperatur gehört es sicher nicht zu den Spitzenerzeugnissen bayrischer Braukunst.

Zutaten:
Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Hefe

Brauerei:
Kulmbacher Brauerei AG
95326 Kulmbach
http://www.kapuziner.biz

Franziskaner Weißbier Royal

Nun steht vor mit ein Weizenbier aus dem Hause Franziskanerbräu, das Franziskaner Weißbier Royal. Der Name schraubt bereits die Erwartungen hoch. Royal – da können wir wohl schon etwas erwarten. Wie das Franziskaner Weißbier naturtrüb ist es leicht trüb, enthält also noch Hefe, wenn auch in diesem Fall nicht allzu viel. Das Bier zeigt einen schönen gleichmäßigen feinporigen Schaum, der diesmal auch recht standfest ist und nicht schnell in sich zusammenfällt. Der Duft enthält neben dem typischen Weizenduft eine deutliche Note nach Malz und Banane. Der Antrunk ist leicht süßlich und zeigt bereits den typischen Weizengeschmack. Aber wenn das Bier sich auf der Zunge verteilt hat, zeigt sich der volle wunderbar komponierte Körper. Feinwürzig und süffig. Der Abgang ist leicht herb und säuerlich. So muss ein Hefeweizen sein. Ja, dieses Bier trägt seinen Namen zu Recht.

Zutaten:
Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hefe, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:
6,0 % Vol.

Brauerei:
Spaten-Franziskanerbräu GmbH
80335 München
https://www.franziskaner-weissbier.de/

Löwenbräu Triumphator

Eigentlich sieht die nächste Flasche Bier, die ich testen möchte, ganz harmlos aus. Es handelt sich um den Triumphator aus der Münchener Löwenbrauerei. Aber bereits der erste Blick auf das Etikett lässt erahnen, dass es sich hier um ein ungewöhnliches Bier handelt, um einen dunklen Doppelbock mit satten 7,6 % Alkohol und einer Stammwürze von 18,2 %. Das weckt doch wirklich Hoffnungen. Gießen wir uns also ein Glas ein.

Tiefschwarz wie die bayrische Landesregierung fließt das Bier aus der Flasche. Selbst als ich das Glas gegen das Licht halte, kommt nur ein schwacher Schein roter Farbe durch die Schwärze. Darüber ein feinporiger hellbrauner Schaum, der lange erhalten bleibt. Dazu der intensive Duft nach Malz, Karamell, dunkler Schokolade und – zurückhaltend – nach schwarzer Johannisbeere. Malz und die dazu gehörende Süße dominieren den Antrunk. Dazu kommt der der intensive Karamellgeschmack. Der Abgang ist frisch mit einer guten Portion Hopfen. Wir haben hier sicher kein Bier der absoluten Oberklasse vor uns,sondern zu dem Preis wird sich schwerlich ein besserer Bock finden lassen.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:
7,6 % Vol.

Stammwürze:
18,2 %

Brauerei:
Löwenbräu AG
80335 München
http://www.loewenbraeu.de/

Riegele Simco 3

Nun habe ich mal wieder ein Bier aus der Riegele Braumanufaktur vor mir stehen, das Simco 3. Es wirbt für sich mit dem Slogan „Hopfiges Lebensglück“. Das schraubt die Erwartungen doch schon mal richtig hoch. Aber sehen wir uns erst einmal die Etiketten an, die wie bei Riegele üblich eine Menge über das Bier verraten.

Auf dem hinteren Etikett schreibt die Brauerei: „Genießen Sie das Aromaspiel der Brauspezialität Simco 3. Dieses Bier verdankt seinen Geschmack dem Hopfendreiklang von Hallertauer Perle, Hallertauer Opal und dem amerikanischen Simcoe Hopfen, der bei Null Grad kaltgestopft das Bier im Reifekeller verfeinert. Entdecken Sie in einem schönen Augenblick mit Auge, Nase, Mund und Gefühl diese weltmeisterliche Brauspezialität.“

Na, das sagt doch schon mal eine Menge aus. Sehen wir uns zunächst einmal die Hopfensorten an.

Die Hallertauer Perle ist bei Hopfenbauern und Brauern gleichermaßen beliebt. Sie hat ein gutes Aroma und gibt dem Bier einen vollen fruchtigen Geschmack. Das Aroma ist würzig nach Zeder und Orange. Hallertauer Opal ist eine relativ neue Hopfensorte mit einem würzigen Aroma nach Zitrusfrüchten und Kräutern. Der Simcoe-Hopfen ist unter den Brauern der Craft-Bier-Szene sehr beliebt. Nach meinen Recherchen im Internet ist die Ernte des letzten Jahres derzeit ausverkauft und in Deutschland nicht erhältlich. Er verströmt Aromen nach Kiefer, Grapefruit und Maracuja. Jetzt können wir uns schon einmal vorstellen, wie dieses Bier schmecken wird.

Am Fuß des Rückenetiketts steht die Zutatenliste. Dort verrät Riegele auch noch, welche Malzsorten verwendet wurden. In erster Linie wurde drei Sorten Gerstenmalz eingesetzt. Das Pilsener Malz ist ein helles Malz und wird in Deutschland am häufigsten verwendet. Steffi ist eine historische Malzsorte. Das Münchner Malz hat ein malziges bis leicht nussiges Aroma. Dazu kommt noch eine geringere Menge Weizenmalz.

Als Hefetyp wird der Riegele Alehefestamm 306 angegeben. Offensichtlich züchtet Riegele seine Hefen selbst. In diesem Bier steckt wirklich viel Herzblut.

Nun aber genug der Theorie, schenken wir das Bier ein. Mit einem hellen orangerot steht das naturtrübe Bier im Glas, darüber eine üppige feinporige Schaumkrone, die auch recht lange stehenbleibt. Das Bier duftet intensiv nach Aprikosen und Zitrusfrüchten, dazu ein herberer Duft nach Holunder. Bereits der Antrunk ist intensiv und die Fruchtaromen des Simoe-Hopfens kommen zum Tragen. Die reichlich vorhandene Kohlensäure gibt dem Bier eine zusätzliche Frische. Der Körper ist vollmundig und komplex. Im Abgang kommt noch das angenehme Bittere des Hopfens dazu. Alle Duft- und Geschmackskomponenten sind perfekt aufeinander abgestimmt.

Zutaten:

Wasser. Gerstenmalz (Pilsener Malz, Steffi, Münchner Malz), Weizenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Opal, Simcoe). Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 %

Brauerei:

Riegele BierManufaktur
S. Riegele KG
Augsburg
http://www.riegele-biermanufaktur.de

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