Jetzt ist mal wieder ein Bier aus dem belgischen Marienbourg. Bislang haben mir alle Biere aus dieser kleinen Brauerei gut gefallen und ich vermute mal, dass es diesmal auch der Fall sein wird.
Kräftig rotblond und leicht hefetrüb ist dieses Bier. Nur sehr wenig Kohlensäure ist zu sehen und es bildet sich eine durchschnittliche Menge weißer großporiger Schaum, der schnell in sich zusammenfällt.
Das Aroma ist ein ganzer Strauß von Düften – Karamell, grüne Früchte wie Äpfel und Bananen und dazu noch ein Hauch Zitrusfrüchte. So macht Bier doch richtig Spaß.
Der Antrunk ist nicht allzu süß und es stellt sich heraus, dass im Bier viel Kohlensäure gebunden ist, die zwar im Glas nicht sichtbar war, jetzt aber im Mund ihr Werk verrichtet. Der Körper ist intensiv; Süß und Bitter dominieren. Sauer ist nicht zu schmecken. Trotzdem wirkt das Bier ausgeglichen. Der Abgang ist mild bitter und klingt durchschnittlich lange nach.
Nun habe ich in dieser Beschreibung zweimal das Wort durchschnittlich verwendet. Eigentlich passt dieses Wort nicht zu diesem Bier. Es hat Charakter ohne extravagant zu sein, es ist lecker und es passt genau in die Gegend, aus der es kommt. Weshalb? Die Wallonie liegt direkt neben dem Elsass, von wo die Flammkuchen kommen. Flammkuchen passen gut als Begleitung zu diesem Bier, genau wie auch Fischgerichte mit diesem Bier harmonieren. Ach ja, wenn Sie einmal in der Nähe von Mariembourg sein sollten, versäumen Sie nicht, die Brauerei mit ihrer Gaststätte zu besuchen. Die Flammkuchen dort sind sensationell.
Alkoholgehalt:
7,5 %
Brauerei:
Brasserie des Fagnes
Route de Nismes 26
5660 Mariembourg
Belgien
www.fagnes.com
Nun steht ein Abteibier aus Belgien vor mir, das Maredsous Brune. Im Gegensatz zu den Trappistenbieren, die ausschließlich im Kloster von den Mönchen gebraut werden, werden die Abteibiere in den meisten Fällen von externen Brauereien unter Lizenz gebraut, wobei das Kloster Eigentümer des Rezepts bleibt und dem Bier seinen Namen gibt. Da die Rezepte der etwa 70 noch gebrauten Abteibiere seit Generationen überliefert sind, gehe ich bei Abteibieren davon aus, dass es sich um Biere mit Charakter handelt und nicht um austauschbare Industrieware. Mal sehen, ob das von der Brauerei Duvel hergestellte Bier Maredsous diese Erwartung erfüllen kann.
Wieder steht ein Bier aus Belgien vor mir, das aus dem größten Brauereikonzern der Welt stammt, das Omer von AB InBev. Ich sehe mir zunächst die Etiketten an und dabei fällt mir nicht nur der mit 5 % unterdurchschnittliche Alkoholgehalt des Bieres auf, sondern auch, dass auf dem Rückenetikett eine Zutatenliste abgedruckt ist. Das ist für Biere ungewöhnlich, die für den Vertrieb innerhalb von Belgien abgefüllt wurden. Aber kommen wir zum Wesentlichen, zum Bier.
Jetzt steht ein Bier auf dem flämischen Teil Belgiens vor mir, das Omer. Als Bierstil wird „Traditional Blond“ angegeben.
Jetzt steht die süße Waldelfe, die auf jedem Etikett dieser Serie zu sehen ist, an einem Bach im See und verspricht wieder einmal ein leckeres Bier. Ob sie dieses Versprechen halten kann? Probieren wir es aus.
Bei Bieren, die von Großkonzernen gebraut wurden, bin ich in der Regel etwas kritisch. Sie sind häufig recht langweilig, manchmal aber auch gut, aber austauschbar. Nun steht ein Bier von AB InBev vor mir, das Scotch Crowned Tree Scotch. InBev ist bekannt dafür, auch Biere zu brauen, die durchaus als Craft Beer bezeichnet werden können. Der Konzern hat viele kleine Brauereien aufgekauft, lässt sie ihre Biere weiterbrauen und vertreibt sie unter seinem Dach. Mal sehen, ob es sich hier um ein solches Bier handelt.
Heute fährt die kleine Waldelfe, die die Etiketten dieser Bierserie ziert, mit einem Wikingerschiff gen Norden. Nicht nur, dass das auf dem vorderen Etikett bildlich dargestellt wird, sondern auf dem Rückenetikett wird „Le Réconfort venu du Grand Nord“ versprochen, also eine Aufmunterung aus dem Norden. Dann wollen wir doch mal sehen, ob das Bier diese Versprechungen auch einhalten kann.
Normalerweise lasse ich mich ja nicht über die Gestaltung der Etiketten der Biere aus, da mir der Inhalt der Flaschen wichtiger ist als das Aussehen. Aber bei der Forestinne-Reihe der Brasserie Caracole mache ich mal eine Ausnahme. Das Erkennungszeichen ist ein süßer Waldelf mit neckischem Augenaufschlag, der auf jedem dieser Biere in einer anderen Situation gezeigt wird. Ob diese Darstellung Ihnen gefallen oder nicht müssen Sie selbst entscheiden. Aber eines müssen Sie doch sicher zugeben: der Wiedererkennungswert ist enorm.
Belgien ist unter anderem für seine Fruchtbiere bekannt. Die meisten dieser Spezialitäten kommen eher aus dem flämischen Teil Belgiens, aber jetzt steht ein mit Kirschen gebrautes Fruchtbier aus der Wallonie vor mir. Aber nicht nur die Herkunft des Bieres ist eine Besonderheit, sondern auch, dass es wohl mit 7 % ganzen Früchten gebraut wurde, nicht wie die Fruchtbiere aus Flandern mit Fruchtsaft oder mit Sirup. Zumindest ist auf dem Rückenetikett ausschließlich von Kirschen die Rede. Mal sehen, ob sich dieser Unterschied auch im Geschmack widerspiegelt.
Nun steht nach langer Zeit mal wieder ein Bier als Belgien vor mir. Das Fagnes Scotch stammt aus einer kleinen handwerklichen Brauerei in der Wallonie und es handelt sich um einen limitierten Sud. Biere mit Naturkorken sind in den meisten Fällen besondere Biere, die mit besonderer Sorgfalt hergestellt werden, weshalb ich mir von diesem Bier auch einiges verspreche. Mal sehen, ob es meinen Erwartungen entsprechen wird.