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Zeezuiper Tripel

Nun will ich mich einem Bier aus der Scheldebrouwerij in Meer, wenige Kilometer nordöstlich von Antwerpen gelegen, zuwenden, dem Zeezuiper. Weshalb das Bier Zeezuiper (deutsch: Seeigel) heißt ist mir nicht bekannt. Aber wenn ich die beiden Höhlenmenschen auf dem Etikett betrachte, dann muss dieses Tripel wohl richtig gute Laune machen.

Die Scheldebouwerij wurde im Jahr 1994 gegründet. Seitdem gibt es dort belgische Biere mit niederländischen Wurzeln, die alle in der eigenen Brauerei hergestellt werden. Die Brauer betonen, dass sie traditionell arbeiten, dabei aber das Gleichgewicht zwischen Tradition und Gegenwart suchen.

Alle Biere der Scheldebrouwerij sind ungefiltert und nicht pasteurisiert, was zwar die Haltbarkeit nicht verlängert, aber in der Regel gut für den Genuss ist. Kommen wir nun aber zum Zeezuiper.

Goldgelb und leicht hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist durchschnittlich voluminös und bleibt sehr lange erhalten. Optisch hat die Brauerei also einen sehr guten Job gemacht.

Das Aroma ist fruchtig. Ich rieche Reneclauden sowie einige würzige Noten.

Der Antrunk ist recht trocken und fruchtig. Die sehr feinperlige Kohlensäure ist sanft. Während sich das Bier im Mund verteilt vermittelt es ein cremiges Mundgefühl und in die Fruchtigkeit mischt sich ein freundliches Bitter. Obwohl das Bier nur wenig Süße hat, ist es doch sehr ausgewogen. Der Abgang überzeugt durch ein freundliches mildes Bitter mit einem mittleren Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Brauerei:

Scheldebrouwerij
Wenenstraat 7
2321 Meer
Belgien
www.scheldebrouwerij.com

PoppoLou

Auf dieses Bier bin ich wirklich gespannt. Als Bierstil wird „Belgian North Sea Beer“ angegeben. Und tatsächlich, in der Zutatenliste wird auch Brausalz angegeben. Da mir Brausalz nicht bekannt war, habe ich erst einmal im Internet danach gesucht. Ein Händler beschreibt die Verwendung einer Brausalzlösung wie folgt: „Lösung von natürlich-reinem Kalziumchlorid (E509) enthält 33% Kalziumchlorid. Das Brausalz wird in die Maische gegeben. Die Chloride geben dem Bier einen weicheren, volleren und süßeren Geschmack. Das Kalzium fördert die Ausflockung der Eiweiße und trägt zur Geschmacksstabilisierung bei.“ Nachdem das jetzt geklärt ist, kann ich ja die Flasche öffnen und mir das Bier einschenken.

In hellem Gelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine wahninnig große weiße und feinporige Schaumkrone, die auch recht lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet frisch und fruchtig. Ich rieche Zitrone, Ananas, Vanille und eine kräftige Menge Hefe. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck, auch wenn ich etwas unsicher bin, ob sich die Fruchtigkeit mit dem enthaltenen Salz verträgt.

Der Antrunk ist angenehm trocken, dabei wunderbar fruchtig und mit gut dosierter Kohlensäure. Auf der Zunge erscheint der reinste Obstsalat. Ich schmecke Ananas, und Maracuja, dazu Vanille. Süße und Säure sind gut ausgewogen und Bitter kann ich nicht schmecken. Genauso ist der Abgang frisch, fruchtig und kaum bitter. Jetzt schmecke ich erstmals einen Hauch Salz, aber so dezent, dass ich ihn vermutlich nicht bemerkt hätte, wenn ich nicht bewusst nach dem Geschmack des Salzes gesucht hätte. Leider klingt der Abgang nicht nach.

Das Poppolou ist perfekt für die Liebhaber milder und fruchtiger Biere, aber auch an einem Sommerabend am Strand… Das Bier ist die perfekte Begleitung zu gegrilltem Fisch, Algensalat und allem anderen, das aus dem Meer kommt

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker, Brausalz

Alkoholgehalt:

6,0 %

Brauerei:

Brouwerij Anders!
Stadsbeemd 1025
3545 Halen
Belgien
www.bieranders.be

Lupulus Brune

Eine Besonderheit der hochwertigen belgischen Biere ist, dass sie mit einem Naturkorken verschlossen werden. Damit erinnern die Flaschen bereits an Champagner. Ein solches Bier habe ich jetzt vor mir stehen, das Lupulus Brune.

Tiefschwarz steht das Bier im Glas. Darüber ein hellbrauner feinporiger Schaum, der auch lange stehen bleibt. Optisch begeistert das Lupulus also schon mal.

Beim sehr intensiven Duft steht eindeutig der Malz im Vordergrund. Unterstützt wird er durch einen Hauch Hopfen und von grünen Früchten. Das macht Appetit auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist überwältigend. Der Geschmack des Malzes breitet sich schnell im gesamten Mund aus. Dazu die leichte Herbheit des Hopfens. Die leichte Süße kommt vom Malz; der zugesetzte Zucker ist vollständig durch die Hefe zu den satten 8,5 % Alkohol vergoren worden. Im Abgang kommt zu dem Geschmack noch eine leichte Säure dazu, die den Geschmack abrundet.

Ich bin an dieses Bier mit hohen Erwartungen herangegangen und diese Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt. Würde dieses Bier auch in Deutschland vertrieben würde ich es mir häufiger kaufen.

Zutaten:

Wasser
Gerstenmalz
Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Les 3 Fourquets
Courtil 50
B-6671 Bovigny
Belgien

Hoegaarden Wit Blanche

AB InBev ist für viele Bierliebhaber die Hassfigur. Teilweise kann ich das auch verstehen. Insbesondere wenn dieses Unternehmen eine große Brauerei aufgekauft hat, soll die Qualität der Biere wohl gesunken sein. Ich erinnere mich an einen Fernsehbericht, in dem mehrere ehemalige Betriebsräte von Becks erklärt haben, dass das Hopfenaroma des in Bremen hergestellten Bieres im Gegensatz zu früher heute kaum noch wahrnehmbar sei. Aber das ist nicht immer so bei AB InBev. Beispiele dafür sind Leffe und Hoegaarden, beides belgische Brauereien, die zum Konzern AB InBev gehören und deren Erzeugnisse in fast keinem guten Craft Beer-Laden fehlen. Jetzt steht das Hoegaarden Wit Blanche vor mir, ein Witbier und das Flaggschiff der Brauerei in der gleichnamigen Gemeinde im flämischen Teil von Belgien.

Obwohl die Brauerei Hoegaarden erst im Jahr 1966 gegründet wurde, hat sie bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. 1969 brachte er dann das Hoegaarden Grand Cru auf den Markt. Mit diesem Bier war er so erfolgreich, dass er 1978 die Wasser- und Limonadenfabrik De Kluis dazukaufte und sie zur Brauerei De Kluis umbaute. Die Brauerei brannte 1985 ab und wurde unter dem heute gültigen Brauereinamen neu aufgebaut. An der Finanzierung des Wiederaufbaus beteiligte sich die Brauerei Stella Artois, die sich dafür 45 % der Geschäftsanteile sicherte und 1988 von InBev übernommen wurde. Später übernahm InBev auch die restlichen Anteile der Brauerei vom Firmengründer. So, jetzt ist aber genug der trockenen Theorie, kommen wir endlich zum Bier.

Hell Golden und kräftig hefetrüb steht das Bier im Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist durchschnittlich, sowohl was das Volumen als auch was die Standzeit angeht. Die Optik ist nicht berauschend, aber durchaus ansprechend.

Das Aroma ist fruchtig und die Orangenschalen wie auch der Koriander, die in einem belgischen Witbier mit verbraut werden, stechen mir kräftig in die Nase, unterstützt vom bananigen Duft des Weizens. Dabei ist das Aroma durchaus herb, so dass ich ein eher trockenes Bier erwarte.

Der Antrunk ist überraschend süß, zumindest im Vergleich zum Aroma dieses Biers. Aber bereits auf der Zungenspitze kündigt sich die Fruchtigkeit dieses Bieres an. Auf der Zunge zeigt sich dann die Frische der aromatischen Hopfensorten. Hier spiegelt sich das Aroma aus Zitrusfrüchten und Hopfen am Gaumen wider, aber nicht zu aufdringlich. Im Zusammenspiel mit den Aromen aus Orangenschalen und Koriander hinterlässt das Bier einen einzigartigen Genuss. Der Abgang ist nur leicht bitter; trotzdem klingt er lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Zucker, Koriander, natürliche Orangenschale, Kohlensäure

Alkoholgehalt:

4,9 %

IBU:

15

Brauerei:

Bev Belgium nv/sa
Stoopkenstraat 46
3320 Hoegaarden
Belgien
www.hoegaarden.com

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Chimay Cinq Cents

Über die Besonderheiten der Trappistenbiere im Allgemeinen und von Chimay im Besonderen habe ich nun ja bereits mehrfach geschrieben, so dass ich diese Themen hier nicht wiederholen muss und direkt mit dem Testen des Chimay Cinq Cents beginnen kann.

Es handelt sich um ein bernsteinfarbenes Bier, leicht hefetrüb, das im Glas viel gemischtporigen weißen Schaum entwickelt, der recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz bestimmt, das einen Hauch von Röststoffen mit sich bringt, dazu fruchtige Noten nach roten Früchten und Mandeln.

Der Antrunk ist recht süß nach Rosinen, aber durch die feinperlige Kohlensäure ist er durchaus frisch. Schnell kommen noch würzige Noten dazu, so dass das Bier einen runden und ausgewogenen Eindruck macht. Im Abgang bildet sich das Bitter langsam und klingt lange nach. Am Geschmack erstaunt mich, dass das Bier „nur“ 8 Volumenprozent Alkohol enthält. Es schmeckt durchaus noch kräftiger.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Weizen, Zucker, Hopfen, Hefe, Ascorbinsäure

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Stammwürze:

16,9° Plato

Brauerei:

S.A. Bières de Chimay N.V.
Route Charlemagne, 8
6464 Baileux
Belgien
www.chimay.com

Gouden Carolus Tripel

Jetzt steht ein Bier mit langer Geschichte vor mir. Das Gouden Carolus Tripel wurde erstmals im Jahr 1491 für die Ritter vom Goldenen Fließ gebraut. Damals war die Brauerei Het Anker aus Mechelen im flämischen Teil Belgiens zarte 20 Jahre alt. Vermutlich wurde die Rezeptur im Laufe eines halben Jahrtausends verändert, aber die Geschichte dieses klassischen belgischen Tripel-Bieres reicht so lange zurück.

Alter allein ist für sich noch kein Qualitätsbeweis, aber dieses Bier hat noch mehr zu bieten. Es wurde mehrfach ausgezeichnet: 2002 beim World Beer Cup mit Gold, 2006 beim World Beer Cup mit Bronze, 2009 beim European Beer Star mit Silber und im Jahr 2010 beim gleichen Contest mit Gold und zuletzt im Jahr 2012 beim World Beer Award als bestes Belgian Style Tripel. Von diesem Bier kann ich also durchaus etwas ganz Besonderes erwarten.

Altgolden präsentiert sich das Bier im Glas mit einer großen weißen Krone. Zwar ist der Schaum recht grob, trotzdem bleibt er lange erhalten. Optisch macht das Bier also schon mal eine gute Figur.

Auch das Aroma vermag mich durchaus anzusprechen. Ich rieche Zitronenschale, Banane und die Süße des Malzes.

Der Antrunk ist süßlich, dabei aber fruchtig und spritzig. Dieser Eindruck setzt sich auch fort, wenn sich das Bier im Mund verteilt. Intensive Süße und Säure sind gut aufeinander abgestimmt, so dass der recht hohe Alkoholgehalt von 9 Volumenprozent nicht auffällt. Der Abgang ist freundlich bitter und klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Brauerei:

Brouwerij Het Anker
Guido Gezellelaan 49
2800 Mechelen
Belgien
www.hetanker.be

Floris Apple

Wieder einmal steht ein Fruchtbier aus Belgien vor mir, diesmal das Floris Apple aus der Brasserie L. Huyghe im flämischen Belgien. Meist sind die Fruchtbiere leckere Biere für den Sommer, enthalten sie doch Aromen und damit den Geschmack und die Frische der Früchte, ohne so süß zu sein wie ein Fruchtsaft. Gebraut werden diese Biere auf der Basis der belgischen Witbiere, für die neben dem Gerstenmalz auch Rohweizen, Schalen von Bitterorangen und Koriander verbraut werden. Besonders die Fruchtbiere, die mit Äpfeln bzw. mit Apfelsaft gebraut wurden, mag ich, da der Geschmack des Bieres sich für meinen Geschmack gut mit den Noten nach Cidre verträgt. Mal sehen, ob das auch für das Floris Apple zutrifft.

Golden und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Schaumkrone, feinporig und mit einer guten Standzeit. Optisch ist das Bier also schon mal recht ansprechend.

Das Bier duftet wunderbar nach grünen Äpfeln. Ich meine, den Duft von Granny Smith wahrnehmen zu können. Dazu kommen noch Aromen nach Banane, Grapefruit und Vanille. Damit erinnert das Bier an einen ganzen Obstsalat.

Der Antrunk ist recht süß und ich stelle eine feinperlige Kohlensäure fest. Der Körper ist kräftig fruchtig, leicht säuerlich und bringt wie erwartet einen Hauch Cidre mit sich. Damit mach das Bier einen frischen, runden und ausgeglichenen Eindruck. Der Abgang ist mild und ebenfalls frisch und weist eine leichte Säure auf. Leider klingt der Geschmack nur kurz nach.

Insgesamt ein leckeres leichtes Sommerbier. Zu diesem Eindruck trägt auch der geringe Alkoholgehalt von 3,6 Volumenprozenten bei.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Apfelkonzentrat, Hopfen, Hefe, Aroma

Alkoholgehalt:

3,6 % Vol.

Brauerei:

Brasserie L. Huyghe
Brusselsestw. 282
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be

Floris Chocolat

Im ersten Moment erscheint einem deutschen Biertrinker ein Schokoladenbier erst einmal ziemlich merkwürdig. An Fruchtbiere aus Belgien habe ich mich ja bereits gewöhnt und ich weiß sie durchaus zu schätzen. Aber ein Bier, das mit Schokolade gebraut wurde? Zunächst habe ich mich nicht so richtig daran getraut, aber dann habe ich etwas nachgedacht. Fast jeder Biersommelier bietet auch Verkostungen unter dem Motto „Bier und Schokolade“ an und zu den richtigen Bieren ist Schokolade ein guter Begleiter. Weshalb sollte ich also einem Schokoladenbier keine Chance geben?

Erst einmal werfe ich einen Blick auf die Zutatenliste auf dem Rückenetikett. Dabei stelle ich fest, dass GlaWeizenbier übersetzt. Im Gegensatz zu einem deutschen Weizenbier wird Witbier aber nicht mit mindestens 51 % Weizenmalz gebraut, sondern mit Gerstenmalz und Rohweizen. Außerdem werden dem Sud noch Koriander und die Schale von Bitterorangen zugefügt. Dadurch ist dieser Bierstil in der Regel bereits recht fruchtig und bietet sich auch zum Brauen von Fruchtbieren an. Wenden wir uns also dem Floris Chocolat zu.

Kastanienbraun und hefetrüb ist es und es bildet sich eine durchschnittliche Menge weißer cremiger Schaum, der recht lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet wirklich gut nach dunkler Schokolade, Kirschen und Karamell. Jetzt habe ich den Eindruck, dass meine anfänglichen Zweifel unbegründet waren.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe. Dafür ist der Geschmack recht intensiv und ich stelle eine sehr feinperlige Kohlensäure fest, die auch von der Menge her gut abgestimmt ist. Schnell breitet sich der Geschmack dunkler Bitterschokolade und der Kirschen, die ich bereits in der Nase wahrgenommen habe, auf der Zunge aus. Der Abgang ist leicht sauer und leider kaum bitter. Trotzdem klingt er recht lange nach.

Das erste Glas hat mich trotz meiner anfänglichen Skepsis begeistert. Aber bereits beim zweiten Glas wird das Bier bereits recht langweilig. Mir fehlen einfach die Bitterstoffe des Hopfens. Trotzdem ist dieses Bier nicht schlecht, wird sicherlich nie zu meinen Favoriten gehören, aber für ein Glas als ungewöhnlicher Aperitif ist es sicher gut geeignet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Schokolade, Hopfen, Hefe, Aroma

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Brauerei:

Brasserie L. Huyghe
Brusselsestw. 282
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be

Floris Mango

Jetzt habe ich mal wieder Lust auf ein Fruchtbier. Daher habe ich mir jetzt das Floris Mango aus der Brasserie L. Huyghe im belgischen Melle ausgewählt, aus der auch das bekannte Delirium Tremens stammt. Aber auch das Floris Mango ist im Jahr 2011 ausgezeichnet worden, sowohl beim International Beer Award in Hong Kong als auch beim Beer International Recognition Award. Ich kann also ein gutes Bier erwarten.

Golden und leicht hefetrüb steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich relativ wenig feinporiger weißer Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet fruchtig nach Mango, dazu kommt das Aroma des Malzes sowie etwas Banane, was vermutlich durch den Weizen erzeugt wird.

Der Antrunk ist süß und fruchtig. Leider enthält das Bier nur wenig Kohlensäure. Der Körper erinnert eher an einen nicht allzu süßen Mangonektar als an ein Bier. Wäre da etwas weniger Fruchtkonzentrat besser gewesen? Der Abgang ist mild und ohne langen Nachklang.

Dieses Bier ist an einem warmen Sommerabend sicherlich erfrischend. Es schmeckt durchaus gut, aber mir fehlt doch der eigene Charakter.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Mangokonzentrat, Hopfen, Hefe, Aroma

Alkoholgehalt:

3,6 % Vol.

Brauerei:

Brasserie L. Huyghe
Brusselsestw. 282
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be

Gouden Carolus hopsinjoor

Nun will ich mal wieder ein Bier aus der belgischen Brauerei Het Anker testen. Diese Brauerei erzeugt neben anderen Bieren auch neun Sorten Gouden Carolus. Das Gouden Carolus hipsinjoor ist das jüngste Mitglied dieser Produktfamilie.

Der Name „Hopsinjoor“ ist ein flämisches Wortspiel, zusammengesetzt aus „Opsinjoor“, dem typischen Bierstil aus Mechelen und Hops, dem flämischen Wort für Hopfen. Immerhin werden für das Brauen dieses Bieres fünf unterschiedliche Hopfensorten verwendet. So ist es auch verständlich, dass dieses Bier beim Zythos Beer Festival 2008 mit dem Publikumspreis für das beste Bier ausgezeichnet wurde. Beim World Beer Award wurde das Beer mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Ich kann also mit einem wirklich guten Bier rechnen.

Bereits beim Öffnen der Flasche steigt mir kurz ein intensiver Duft nach Orangenschalen in die Nase. Beim Hopfen hat die Brauerei also schon mal nicht gespart. Das gefällt mir.

Goldgelb und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich wahnsinnig viel weißer feinporiger Schaum, der sich sehr lange hält. Die Optik ist also perfekt, aber beim Einschenken dieses Biers sollte der Konsument vorsichtig sein und das Glas schief halten, da sich sonst der erste Schluck um einige Zeit verzögert.

Das Aroma wird durch den Duft von Orangenschalen und von Grapefruit geprägt, abgerundet durch den Eindruck der Süße des Malzes. Damit erinnert das Gouden Carolus hopsinjoor entfernt an ein IPA, das Aroma ist aber nicht so fruchtig.

Der Antrunk ist mäßig süß, wobei die viele feinperlige Kohlensäure das Bier wunderbar frisch wirken lässt. Schnell breitet sich ein kräftiges Bitter im Mund aus, abgerundet durch den Geschmack nach Zitronenschalen und Ananas sowie einer leichten Pfeffernote. Der Abgang ist dann freundlich bitter mit einem langen Nachklang.

Wow, dieses Bier hat seine Auszeichnungen mit Sicherheit verdient. Dazu ein gutes indisches Essen und der Genuss wäre perfekt gewesen.

Alkoholgehalt:

8,0 %

Stammwürze:

18° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Brouwerij Het Anker
Guido Gezellelaan 49
2800 Mechelen
Belgien
www.hetanker.be