Ungefähr auf halber Strecke zwischen Brüssel und Gent ist im flämischen Teil von Belgien die Brasserie van den Bossche beheimatet, von der ich jetzt das Kerstpater Christmas Beer vor mir stehen habe. Die Brauerei beschreibt das Bier als charaktervolles süß-bitteres Winterbier. Das klingt doch schon mal gut. Dieses Winter Ale kommt in jedem Jahr am 1. November auf den Markt und wie bei saisonalen Bieren üblich wird es erst im Folgejahr neu gebraut.
Schwarz ist das Kerstpater Christmas Beer, nur wenn ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert ein leichtes Rubinrot durch. Darüber bildet sich eine große Krone aus hellbraunem Schaum, die sich nur langsam auflöst.
Das Aroma ist süßlich. Offensichtlich hat die Brauerei in ihrer Beschreibung nicht übertrieben. Ich rieche Trockenfrüchte, Vanille, dunkle Schokolade und Nelken. Dieses komplexe Aroma macht richtig Lust auf den ersten Schluck.
Der Antrunk ist süß und schwer, im Geschmack fast sirupartig. An den Zutaten hat die Brauerei auf keinen Fall gespart. Im Körper kommt zur kräftigen Süße eine gut austarierte Fruchtigkeit dazu, gepaart mit würzigen Anklängen. Jetzt erinnert das Bier an Elisen-Lebkuchen und kandierte Früchte. Der wärmende Abgang ist fruchtig mit nur leichtem Bitter und er klingt sehr lange nach.
Das Kerstpater trägt seinen Namen zu Recht und es passt hervorragend zu Weihnachtsgebäck wie auch zu Gänse- oder Entraten mit Klößen und Rotkohl.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Nachgärungszucker
Alkoholgehalt:
9 % Vol.
Brauerei:
Brasserie van den Bossche
St. Lievensplein 16
9550 Herzele
Belgien
www.paterlieven.be
Und jetzt kommt gleich noch ein Weihnachtsbier aus Belgien, das Gauloise Christmas aus der Brauerei BOCQ. Bislang haben mir die Biere aus dieser Brauerei gut gefallen, so dass ich mich auf dieses Bier ebenfalls freue. Wie so häufig bei belgischen Bieren gibt es zum Gauloise Christmas keine Zutatenliste, weder auf dem Etikett noch auf der Website der Brauerei. Schade.
Père Noël (deutsch: Vater Weihnachten) ist der französische Weihnachtsmann. Daher passt das Bier doch gut in diese Zeit. Deshalb wird das Bier auch ausschließlich von September bis Dezember ausgeliefert.
Nun steht das erste Weihnachtsbier dieses Jahres vor mir, das Buch de Noël aus der Brasserie Dubuisson im belgischen Pipaix. Die Brasserie Dubuisson, aus der auch die Marke Cuvée des Trolls stammt, ist die älteste Brauerei in der Wallonie. Die Brauerei wurde im Jahr 1769 gegründet und obwohl sich die Brauerei bis heute im Familienbesitz befindet, hat sie eine wechselvolle Geschichte vorzuweisen. Bis zum Jahr 1932 braute sie ausschließlich für die Dorfbewohner sowie die dort tätigen Knechte. Im Jahr 1933 wurde die Produktion ausgeweitet, die Marke Bush wurde aus der Taufe gehoben und das Bier wurde in ganz Belgien sowie in Großbritannien verkauft.
Die Brauerei Leffe braut in ihrer Reihe Royale regelmäßig Sondersude, bei denen spezielle Hopfensorten aus aller Welt verwendet werden. Das Ergebnis sind meist überraschende Biere mit einem speziellen Geschmack, der durch die Hopfensorten erzeugt wird. Jetzt steht das Leffe Royale Ella vor mir. Ella ist ein Hopfen aus Tasmanien. Ich habe nach dem Hopfen recherchiert und es scheint wirklich ein wirklich vielseitiger Hopfen zu sein. Ein Händler beschreibt ihn wie folgt: „Ella hat zwei Gesichter: vorsichtig dosiert bringt sie blumige und würzige (Anis) Noten ins Bier, bei höherer Dosis oder gestopft kommen dann auch sehr schöne Grapefruit/tropische Aromen.“ Na ja, wenn das stimmt, kann mit diesem Bier wohl nicht viel schiefgehen.
Das Bier, das jetzt vor mir steht, ist der Hexe Quintine gewidmet, der letzten Hexe, die im belgischen Ellezelles im wallonischen Teil von Belgien am 26. Oktober 1610 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Quintine war als gute Brauerin bekannt, verwendete aber häufig Zutaten, die nicht immer Gutes bewirkten.
Nun steht ein Blond aus der belgischen Brouwerij Wolf vor mir. Das Blonde ist ein typischer belgischer Bierstil, vergleichbar mit dem Lager. Häufig handelt es sich um Abteibiere. Der Alkoholgehalt liegt in der Regel bei etwa 8 Volumenprozenten. Für deutsche Verhältnisse handelt es sich also um ein recht starkes Bier, während für Belgien der Alkoholgehalt eher im Durchschnitt oder knapp darunterliegt.
Pier Kloeffe war Fischer und wurde am 4. August 1853 geboren und hieß eigentlich Petrus Decreton. Der Name stammt aus dem Bauerndorf Creton im Eure-Tal in der Normandie (Frankreich). Die ganze Familie trug den Spitznamen Kloeffe, weil die Vorfahren noch die Herberge De Kloeffe auf dem Weg nach Veurne betrieben hatten.
Jetzt habe ich ein seltenes Bier aus Belgien vor mir stehen. Das Quintine Blonde wird in kleinen Mengen aus Zutaten aus biologischem Anbau gebraut und reift vor der Abfüllung in Eichenfässern. Dieses Verfahren dient dazu, dem Bier einen runden malzigen Geschmack zu verleihen und die Hopfennoten hervorzuheben. In Deutschland würden wir dieses Bier als Craft Beer bezeichnen. Ich markiere es hier nicht unter diesem Begriff, weil die belgischen Brauer den Begriff Craft Beer ablehnen und mit einigem Recht darauf verweisen, dass dort schon immer handwerklich gearbeitet wurde und dass die Biere aus den kleinen belgischen Brauereien doch alle Craft Beer seien.
Von Leffe sind vor allem die Biere Leffe Blond und Leffe Bruin bekannt, die es in nahezu jedem belgischen Supermarkt und in den meisten belgischen Restaurants gibt. Nicht ganz so bekannt ist, dass die zu AB InBev gehörende Brauerei auch einige Spezialitäten braut, die nicht ständig im Angebot sind. Dazu gehört die Reihe Royale, aus der ich jetzt das Mapuche vor mir stehen habe. Ein merkwürdiger Name? Nein, absolut nicht. Die Brauerei verrät die Lösung des Rätsels: