Das Winterbier hat zwar einen deutschen Namen, es kommt aber aus Belgien. Auch wenn es nicht allzu bekannt ist, ist Deutsch eine der Amtssprachen in Belgien.
Die Brauerei t’Gaverhopke, aus der das Winterbier stammt, wurde 1994 gegründet und 2007 von Gudrun Vandoorne und Bruno Delrue übernommen. Die kleine traditionelle Familienbrauerei zog im Juli 2015 in das Schloss „Goed te Nieuwenhove“ um, wo sie nicht nur sehr romantisch beheimatet ist, sondern auch besucht werden kann. Neben einem Ausschank gibt es regelmäßige Tastings und Sie können auch eine Kleinigkeit zu Essen bestellen. Dazu ist die Brauerei recht familienfreundlich, denn für die Kleinsten gibt es im Hof einen Spielplatz mit Hüpfburg. Die Brauerei ist also auch ein lohnendes Ausflugsziel, wenn Sie einmal in Belgien unterwegs sind.
Golden und mit viel Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt.
Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Der Duft nach Karamell wird durch den Duft grüner Äpfel unterstützt. Nichts Überraschendes, aber auch nicht schlecht.
Der Antrunk ist recht süß; mit weniger Kohlensäure wäre mir das Bier eindeutig zu süß, aber so ist es durchaus spritzig. Im Mund präsentiert sich das Bier vollmundig und rund und schnell tauchen auch erste Spuren der Bitterstoffe auf. Insgesamt ist das Bier aber recht süffig. Im Abgang ist der Alkohol im ersten Moment dominant und er verdrängt kurz sogar die Bitterstoffe. Ich meine sogar, einen leichten Hauch von Cognac zu schmecken. Langsam kommt aber auch das Bitter hervor, das anschließend lange nachklingt.
Das Winterbier gefällt mir recht gut. Es ist wenig überraschend, macht aber einen wärmenden Eindruck und passt zu nahezu jedem Essen.
Alkoholgehalt:
6,8 %
Brauerei:
Brouwerij ‚t Gaverhopke
Platanendreef 16A
8790 Waregem
Belgien
www.tgaverhopke.be
Die Brauerei „Les 3 Fourquets“ wurde 2004 gegründet, ursprünglich, um das benachbarte Bistro mit Malzgetränken in Fässern zu versorgen, entschied sich aber drei Jahre später, ein neues Bier in Champagnerflaschen, aber auch in Fässern zu kreieren.
Die Brauerei Roman, aus der das Adriaen Brouwer stammt, ist die nach eigenen Angaben älteste noch arbeitende Brauerei im Familienbesitz in Belgien. Die Geschichte der Brauerei beginnt im Jahr 1545 mit einem Mann namens Joos Roman. Er besaß ein Gasthaus namens „De Clocke“ in Mater, heute ein Ortsteil von Oudenaarde. Dieses Gasthaus mit Übernachtungsmöglichkeit lag an der deutsch-französischen Handelsroute. Roman neben dem Gasthaus noch einen Bauernhof, eine Mühle, eine Mälzerei und selbstverständlich eine Brauerei. Damals war das Bierbrauen nur eine von vielen Aktivitäten, die hier stattfanden. Mit der Zeit, als die nächsten Generationen das Ruder übernahmen, wurde Bier zur Haupttätigkeit der Familie. So ist es bis zum heutigen Tag geblieben.
Auch die Familienbrauerei Bocq braut ein Weihnachtsbier, das Corsendonk Christmas Ale. Bis 1982 wurden die Corsendonk-Biere von der Brewery Corsendonk in Oud-Tournhout im ehemaligen Augustiner-Kloster hergestellt. Seitdem werden die Corsendonk-Biere in der Brauerei du Bocq gebraut, die sich vollständig im Besitz der Familie Keersmaker befindet. Das Corsendonk Christmas Ale wird nur für die Weihnachtszeit gebraut.
Für viele Bierliebhaber gilt AB InBev als Inbegriff des schlechten Biers. Dafür gibt es auch gute Beispiele. Viele Industriebiere sind unter dem Dach des größten Brauereiunternehmens der Welt vereint und alle, die mit diesen Bieren zu tun haben, bestätigen einen Qualitätsrückgang. Es gibt aber auch viele andere Beispiele, in denen auch unter dem Dach von InBev die Qualität hochgehalten wurde und auch Sondersude möglich sind. Ein Beispiel dafür ist Leffe. Bei Leffe habe ich sogar den Eindruck, dass sich die Biervielfalt vergrößert wurde. Aber das ist ein gefühltes Argument und ich kann mich auch irren. Jetzt steht jedenfalls das Leffe Radieuse vor mir. Ob der Name gerechtfertigt ist (radieuse ist französisch für frohlockend, strahlend), will ich jetzt feststellen.
Die Inhaber der Brauerei Préaris waren viele Jahre lang Hobbybrauer und nahmen als solche auch im April 2011 am „Brouwland Biercompetitie“ teil. Dort wurden sie als die besten belgischen Heimbrauer ausgezeichnet. Daraufhin haben sie sich entschlossen, ihr Bier auch Bierliebhabern verfügbar zu machen. Da sie aber nur über eine Heimbrauanlage mit 80 Litern verfügten und kein eigenes Brauhaus aufbauen wollten, haben sie sich entschlossen, ihr Bier in Lizenz bei einer anderen Brauerei herstellen zu lassen. Die Wahl fiel auf die ProefBewery, wo das Bier nach meinen Informationen bis heute gebraut wird. 2011 begann der kommerzielle Verkauf der Biere und bereits zwei Jahre später wurde Préaris von ratebeer.com als beste neue Brauerei in Belgien ausgezeichnet.
Nachdem ich vom Mère de Noël aus der Brasserie L. Huyghe nicht gar so begeistert war, will ich jetzt das zweite Weihnachtsbier aus der ostflämischen Brauerei verkosten, das Delirium Christmas. Bei Ratebeer hat dieses Bier satte 98 %, so dass ich diesmal durchaus ein gutes Bier erwarte. Es soll auch Menschen geben, die das Delirium Christmas für das beste Bier dieser Brauerei halten. Also – es ist an der Zeit, die Flasche zu öffnen.
Jetzt will ich das Tripel Karmeliet verkosten, das aus der Brauerei Bosteels stammt und nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert gebraut wird. Gebraut wird es aus Gerste, Weizen und Hafer, so dass ich bei diesem Bier etwas Besonderes erwarten darf, insbesondere weil mir auch das Kwak aus dieser Brauerei bereits gut gefallen hat. Na ja, eine Familientradition von sieben Generationen Brauen sollte schließlich auch nicht spurlos an der Brauerei vorbeigehen.
Die Brauerei Huyghe im ostflämischen Melle ist meines Wissens die einzige Brauerei, die zwei unterschiedliche Weihnachtsbiere braut. Neben dem bekannteren Delirium Christmas gibt es seit einigen Jahren auch regelmäßig das La Mère Noël. La Mère Noël ist die Frau des Weihnachtsmanns. Während es den Weihnachtsmann bereits länger gibt, wurde seine Frau wird erstmals im Jahr 1849 in einer Weihnachts-Legende von James Rees erwähnt und nun gibt es sie auch im Bierregal.
Die Brauerei St. Feuillien wurde 1873 durch die Familie Friart gegründet und befindet sich bis heute im Familienbesitz. Benannt wurde die Brauerei nach dem irischen Heiligen Feuillien, der Mitte des siebten Jahrhunderts ermordet wurde. Zunächst wurde dort zu seinem Gedenken eine Kapelle errichtet, die im Jahr 1125 durch das Prämonstratenserkloster Saint-Feuillien du Rœulx ersetzt wurde. Bis Saint-Feuillien du Rœulx infolge der Wirren der Französischen Revolution aufgegeben wurde, brauten die Mönche dort auch ihr eigenes Bier. Diese Tradition wollte die Familie Friart im Jahr 1873 fortsetzen. Die Brauerei ist Mitglied der Gesellschaft Belgian Family Brewers.