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Trappist Achel Blonde 8°

Ursprünglich lebte die Trappistenabtei Achtel von der Landwirtschaft. Als sich die Abtei aus diesem Wirtschaftszweig zurückzog sah sie die Entwicklung als eine Möglichkeit, das finanzielle Überleben des Klosters zu sichern. Bruder Antoine, der zuvor Brauer in der Trappistenabtei von Rochefort war, zog nach Achel, um die Zwillingssterne am Firmament der neuen Brauerei zu entwickeln – die Achel 8 Blond und Achel 8 Bruin. Diese Achelse-Tripel-Dubbel-Paarung repräsentiert die größeren, stärkeren Brüder der Achel-Familie. Und im Gegensatz zur Achel Blond 5, die nur frisch gegossen in der Abtei verkostet werden kann, waren es Biere, die für die Außenwelt bestimmt waren.

Das Blond Tripel kam 2001 auf den Markt, hatte anfangs aber einen etwas wackeligen Start. Ursprünglich handelte es sich um ein ungefiltertes Bier, wobei die Hefe in der Flasche zurückgehalten wurde. Aber das war kein Erfolg, und das obergärige Blonde entwickelte sich zu einem Bier, das mit Hilfe der Nachgärung in der Flasche hergestellt wurde.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel feinporiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Damit macht das Bier schon mal eine sehr gute Figur.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche Biskuitteig Ananas und etwas Zitrone. Nicht gerade umwerfend, aber doch sehr angenehm.

Der Antrunk ist leicht süß und spritzig. Schnell gesellen sich ein freundliches mildes Bitter und eine gut darauf abgestimmte fruchtige Säure dazu. Die Aromen spiegeln sich jetzt im Geschmack wider. Auch der Abgang ist freundlich bitter. Die Fruchtigkeit hält sich ebenfalls im Abgang, der lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen. Hefe

Alkoholgehalt:

8 % Vol.

Brauerei:

V.Z.W. Sint Benedictusabdij
De Kluis 1
3930 Hamont-Achel
Belgien
www.achelsekluis.org

Avec Les Bons Voeux

Jetzt will ich mich mal wieder mit einem Bier aus der Brasserie Dupont beschäftigen, dem Avec Les Bons Voeux. Ich würde dieses Bier durchaus zu den seltenen Bieren zählen. Erstmals wurde es im Jahr 1970 als Geschenk für die besten Kunden der Brauerei gebraut. Weil es so gut ankam, begannen die Brauer, das Bier auch zu verkaufen, Trotzdem ist die Menge des Sudes streng limitiert, so dass das Bier schnell ausverkauft und in der Folge für den Konsumenten etwas schwierig ist, an eine Flasche dieses begehrten belgischen Bieres zu kommen.

Bereits optisch macht das Avec Les Bons Voeux eine gute Figur. Golden, hefetrüb und mit viel Kohlensäure versehen steht es im Glas, darüber viel feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Wenn ein Bier mit 9,5 Volumenprozent Alkohol einen solchen Schaum entwickelt, muss die Brauerei schon mal vieles richtiggemacht haben.

Das Aroma steht der Optik in nichts nach. Das Avec Les Bons Voeux duftet teigig, aber auch fruchtig-säuerliche und würzige Noten spielen eine Rolle. Ich rieche Sauerteig, Honig, Orangeat, dazu weißen Pfeffer, Vanille und Marzipan. Die Haushefe von Dupont ist allerdings auch für die reichhaltigen Aromen bekannt, die sie erzeugt.

Der Antrunk macht vom ersten Moment an einen hervorragenden Eindruck. Der kräftige Geschmack mit einer leichten Süße begeistert von Anfang an. Der Reichtum des Malzes wird mich auch durch das gesamte Bier führen. Das Bier ist wunderbar vollmundig und der Malzgeschmack zusammen mit den würzigen Noten nach Pfeffer passt auch mit dem deutlichen Alkoholgeschmack zusammen. Der Abgang wird durch ein leichtes freundliches Bitter geprägt, das extrem lange nachklingt.

Ich will ja nicht auf den Putz hauen, aber ich glaube, das Avec Les Bons Voeux ist meiner Meinung nach das beste Bier aus dieser außergewöhnlichen Brauerei und es gehört für mich zu den besten belgischen Bieren.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie Dupont
Rue Basse 5
7904 Tourpes
Belgien
www.brasserie-dupont.com

Pax Tongerlo Christmas

Das Pax Tongerlo Christmas ist ein belgisches Abteibier. Wie der Name bereits aussagt wird dieses Bier ausschließlich für die Winterzeit gebraut. Wie bei vielen belgischen Bieren üblich wird auch das Tongerlo Christmas in der Flasche nachvergoren, was nicht nur für einen intensiveren Geschmack, sondern auch für eine längere Haltbarkeit sorgt.

Das Bier hat die Farbe dunklen Bernsteins, die durchaus auch an Whisky erinnert. Der feinporige weiße Schaum bleibt durchschnittlich lange erhalten. Auffällig ist, dass viel Kohlensäure zu sehen ist. Optisch macht das Bier also durchaus einen guten Eindruck.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Neben den Röststoffen steigt mir auch eine leichte alkoholische Note in die Nase, unterstützt durch den Duft von roten Früchten. Außerdem duftet das Bier recht süß.

So wundert es mich auch nicht, dass auch der Antrunk süß ist. Durch die viele Kohlensäure ist er aber auch spritzig. Schnell kommt ein leichtes Bitter dazu, so dass das Bier zusammen mit einer Fruchtigkeit nach Kirschen einen runden und recht ausgewogenen Eindruck macht. Leider kommt der Alkoholgeschmack immer mehr in den Vordergrund. Der Abgang ist mild und mit minimalem Nachklang.

Das Bier ist für Liebhaber süßer Biere recht gefällig, aber wenig überraschend, so dass es einen eher langweiligen Eindruck macht.

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Haacht
Provinciesteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.tongerlo.be

Kapittel Watou Winter

Jetzt steht das Kapttel Watou Winter aus der Brouwerij van Eecke vor mir. Diese unabhängige Familienbrauerei wurde im Jahr 1629 erstmals urkundlich erwähnt, als geschrieben wurde, dass die örtliche Burg an eine Brauerei angrenzt.

Während der Französischen Revolution verbrannten die plündernden französischen Truppen das Schloss und die Brauerei. Die Adelsfamilie entkam der Guillotine, indem sie nach England flüchtete. Die Burg wurde nicht wiederaufgebaut, aber die Brauerei wurde im selben Jahr unter dem Motto „Zerstöre alles, was du willst, aber wir brauchen hier noch Bier“ wieder aufgebaut. Die Brauerei erhielt den Namen „In de Gouden Leeuw“ (Im Goldenen Löwen), ein französisches Wortspiel. Viele Landgasthöfe in Frankreich tragen den Namen „Au Lion d’Or“ (im Goldenen Löwen), aber die Aussprache ist genau die gleiche wie bei „au lit on dort“ (im Bett schläft man). Die Brauerei in Watou hatte natürlich auch eine eigene Kneipe und bot Platz für Reisende.

Durch Heirat wurde die Familie Van Eecke 1862 zum Braumeister der Brauerei und braute dort ein Landbier. Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Brauerei nur eine lokale Bedeutung. Erst als in den 1960er Jahren die authentischen lokalen Biere populär wurden, kamen die Biere der Brauerei in ganz Belgien und Nordfrankreich in den Handel und die Gastronomie. Watou ist heute eine der drei verbliebenden Städte in Belgien mit drei Brauereien. Neben der Brasserie van Eecke, existieren in Watou auch die beiden unabhängigen Familienbrauereien St. Bernard und De Bie.

Die Brasserie van Eecke bezieht ihr Wasser aus einem eigenen Brunnen unter der Brauerei. Die ursprüngliche Wasserschicht beginnt aufgrund der Umweltverschmutzung zu bestimmten Zeiten im Jahr Probleme zu bereiten, so dass neue und tiefere Bohrungen bis zu 600 Meter Tiefe geplant sind. Das Malz wird im benachbarten Nordfrankreich gekauft (die Grenze ist nur 5 Minuten entfernt), und der Hopfen wird vor Ort gekauft. Watou gehört zur Stadt Poperinge, dem letzten noch verbliebenen Gebiet Belgiens, in dem Hopfen auf örtlichen Bauernhöfen angebaut wird, und das schon seit Jahrhunderten. Die Brauerei verwendet ausschließlich eigene Hefeschnüre, die im eigenen Labor kultiviert werden. Dieselbe Hefe wird nur sieben Generationen lang verwendet. Dann beginnen sie mit aus dem Original frisch gezüchteten Hefen.

Hommel ist das lokale Wort für Hopfen. Hopfen war bis weit in die 1950er Jahre hinein die Hauptindustrie für Poperinge. Das Schuljahr begann in Poperinge erst im Oktober, denn alle, auch die Kinder, mussten vorher den Hopfen ernten. Kommen wir jetzt aber zum Bier.

Dunkel kastanienbraun ist das Kapittel Winter. Der Schaum ist recht grobporig und er fällt schnell in sich zusammen. Das finde ich schade, da auf diese Weise die Optik doch kräftig nachlässt.

Das Bier duftet nach Keksteig und Vanille, nach Schokolade mit einem Hauch Kirschen und unterstützt durch Düfte von Kreuzkümmel, Lakritz und Koriander. Die drei Kräuter gibt die Brauerei im Internet an, in der Zutatenliste auf der Flasche findet sich davon aber nichts.

Der Antrunk ist so süß, dass selbst die reichlich vorhandene und sehr feinperlige Kohlensäure keine Frische hervorzaubern kann. Das Bier macht eher einen schweren und warmen Eindruck. Schnell gesellt sich noch eine leichte Säure zur Süße, die eine angenehme Fruchtigkeit erzeugt. Im Abgang zieht sich die Süße zurück, die Säure bleibt erhalten. Beim Hopfen war die Brauerei wohl ziemlich geizig, denn die Bitterstoffe verstecken sich geschickt.

Dieses Bier kann man durchaus mögen, muss man aber nicht. Mein Fall ist es nur bedingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,8 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij van Eecke
Douvieweg 2
8978 Poperinge
Belgien
www.watou.com

Leffe Bière d‘Hiver

Nun will ich mich dem Winterbier der Abtei Leffe zuwenden. Von dort kommen nicht nur gute Biere, die das ganze Jahr von AB InBev gebraut werden, sondern auch eine ganze Reihe Sondersude. Jedes Jahr vor Weihnachten wird ein Winterbier gebraut, für das Leffe erklärt, dass hierfür das beste Malz und der beste Hopfen verwendet werden.

Kastanienbraun steht das Winter Ale im Glas. Darüber bildet sich eine voluminöse Schaumkrone, größtenteils feinporig und mit einem leichten Gelbstich. Der Schaum bleibt lange erhalten. Optisch hat die Brauerei schon mal alles richtiggemacht.

Das sehr komplexe Aroma wird durch das Malz dominiert. Die Röststoffe verbinden sich mit Aromen von Rosinen, Waldhonig, braunem Zucker, Nüssen und einigen würzigen Noten.

Der Antrunk ist nicht so süß wie ich es aufgrund des Aromas erwartet habe. Da das Bier viel sehr feinperlige Kohlensäure enthält ist es für ein Winterbier überraschend frisch und spritzig. Im Mund entwickelt sich der Geschmack von Karamell, Kaffee und Trockenfrüchten, zusammen mit Noten von Orangenschalen und Koriander. Der Abgang ist leicht bitter und fruchtig und er klingt recht lange nach.

Das Bier ist nicht ganz so intensiv wie die meisten Winterbiere aus Belgien, dafür macht es einen frischeren Eindruck. Es passt gut zu vielen weihnachtlichen Gerichten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Gerste, Kräuter (Orangenschale, Koriander), Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Brauerei:

InBev Belgium sprl/bvba
Boulevard Industriel 21
1070 Brüssel
Belgien

für

Brasserie Abbaye de Leffe s.a./n.v.
Place del’Abbaye 1
5500 Dinant
Belgien
www.leffe.com

Kempisch Vuur Winter

Kempisch Vuur (Weihnachtsfeuer) heißt das Blonde Strong Ale, das jetzt vor mir steht. Von dieser belgischen Spezialität werden jedes Jahr im August 1000 Liter gebraut. Auf diese Weise hat das Bier ausreichend Zeit zu reifen, so dass dieses Winter Ale zum Jahresende des übernächsten Jahres seinen gesamten Genuss entfaltet hat. So sagt es jedenfalls das Etikett der Flasche aus und ich will jetzt mal testen, wie weit es mit dem Genuss überhaupt her ist.

Goldgelb und hefetrüb präsentiert sich das Kampisch Vuur Winter im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt. Alles in Allem ist die Optik solide und ansprechend, aber nicht außergewöhnlich.

Das Aroma wird durch Karamellnoten geprägt. Daneben sticht eine deutliche Alkoholnote hervor, was bei einem Alkoholgehalt von 9 Volumenprozent aber auch kein Wunder ist. Abgerundet wird das Aroma durch die Düfte von Südfrüchten, vor allem von Mango, sowie einige würzige Noten, die ich aber nicht näher bestimmen kann.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber durch die sehr feinperlige Kohlensäure durchaus spritzig und frisch. Zunächst spiegeln sich auf der Zunge die Fruchtnoten aus dem Aroma wider, bevor sich auch die Bitterstoffe hervorwagen. Das Mundgefühl ist kräftig, rund und wärmend. Insgesamt ein wirklich ausgewogenes kräftiges Bier. Der Abgang wird durch ein freundliches und nicht zu starkes Bitter geprägt, das aber lange nachklingt. Dazu kommt in der Kehle auch der Alkohol deutlich dazu.

Das Kempisch Vuur Winter ist ein süffiges und angenehmes Bier zum Jahresausklang. Die Brauer haben also ihre Aufgabe voll und ganz erfüllt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchner), Weizenmalz, Hafermalz, Maismalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Stammwürze:

20° Plato

Bitterwert:

32 IBU

Brauerei:

Brouwerij Pirlot
Heistraat 3
2240 Zandhoven
www.kempisch-vuur.be

Das Weihnachtsfeuer hat eine goldgelbe Farbe (16EBC). Aus der Ablagerung von 20° Plato entsteht schließlich ein Bier mit einem Alkoholgehalt von 9,0 Vol%. Neben den gleichen Malzsorten, die auch im Tripel verwendet werden, sorgt eine beträchtliche Menge an Münchner Malz für zusätzliche Vitalität und lässt daher sicherlich keinen alkoholischen Geschmack zu. Eine spezielle Mischung aus Hopfen und Kräutern (32 EBU) macht dieses Bier zu einem typischen Weihnachtsbier. Dieses Bier ist nur in begrenztem Umfang erhältlich. Jedes Jahr im August wird gebraut, das Bier kann optimal reifen und ist dann am Ende des Jahres zum Verzehr bereit.

Vedett Extra Blond

Das Vedett, das jetzt vor mir steht, kommt ganz unaufgeregt daher. Es handelt sich um ein Lager aus der Brouwerij Duvel im flämischen Teil von Belgien. Weder auf den Etiketten der Flasche noch auf der Internetseite der Brauerei finden sich mehr Informationen über das Bier als unbedingt erforderlich. Auch dass das Vedett im Internet als Premium Lager bezeichnet wird, hat keine inhaltliche Bedeutung, da der Begriff Premium weder hier noch in Belgien geschützt ist. Auch das „Extra“ in der Stilbezeichnung sollten wir nicht überbewerten, dieses Wort hat die Brauerei bei allen Bieren dieser Marke eingefügt. Mir fällt lediglich auf der Website auf, dass die Brauerei das Extra Blond einmal als Premium Lager und einmal als Premium Pilsner bewirbt. Wissen die Texter in der Brauerei wirklich nicht, für was für ein Bier Werbung gemacht werden soll? Das macht mich dann schon etwas stutzig. Jetzt ist es aber genug der Theorie und ich will mich dem Bier zuwenden.

In hellem Goldgelb erstrahlt das Bier. Es enthält viel Kohlensäure und bildet leicht überdurchschnittlich viel feinporigen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist kräftig hopfig. Offensichtlich hat die Brauerei nicht am Bitterhopfen gespart, andere Aromen sind aber leider Mangelware. Der gute Eindruck der Optik schwindet bereits vor dem ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, dabei aber durchaus frisch und spritzig. Schnell kommen einige Bitterstoffe dazu. Trotzdem wirkt das Bier nicht wirklich rund, ist aber doch einigermaßen süffig. Der Abgang ist überraschend mild mit wenig Bitter und er klingt nur kurz nach.

Das Vedett Extra Blond ist ein freundliches Bier, das man sich gut gekühlt hinter die Binde kippen kann, aber ein echter Genuss ist es nicht. Es kommt leider über die Qualität eines Fernsehbieres nicht hinaus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saaz-Saaz, Styrian Golding, Hallertau Magnum)

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Duvel Moortgat Belgium
Breendonkdorp 58
2870 Puurs
Belgien
www.vedett.com

Cuvée des Trolls

Das Cuvée des Trolls, das jetzt vor mir steht, stammt aus der Brauerei Dubuisson, der ältesten Brauerei in der Wallonie. Das 1769 gegründete Unternehmen braute bis 1932 nur für die eigenen Angestellten sowie die anderen Dorfbewohner. Heute exportiert sie ihr Bier in mehr als 30 Länder. Zur Brauerei gehören ein Brauereimuseum, eine Taverne, ein Souvenirladen sowie eine Cafeteria. Ein Besuch in der Brauerei dürfte sich also durchaus lohnen.

Goldgelb und hefetrüb zeigt sich das Bier. Der feinporige Schaum bleibt lange erhalten, so dass die Optik keinen Raum für Kritik lässt.

Das Aroma ist durch das Malz dominiert. Ich rieche Karamell, Rhabarber Zitrusaromen wie Zitronenschale.

Der Antrunk ist recht süß, frisch und durch die reichlich vorhandene Kohlensäure wirklich spritzig. Zusätzlich hält ein kräftiges Bitter die Süße im Zaum. Unterstützt wird das Geschmacksduo zunächst durch eine ordentliche Fruchtigkeit, die an Orangen erinnert, und später zusätzlich durch eine leichte Pfeffernote. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klingt auch relativ lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe, Ascorbinsäure

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

15,8° Plato

Bittereinheiten:

19 IBU

Brauerei:

Dubuisson Brauerei
Chaussée de Mons 28
7904 Pipaix
Belgien
http://www.cuveedestrolls.com/

Orval

Das Orval ist ein Trappistenbier, das in der Zisterzienserabtei Notre-Dame d’Orval gebraut wird. Die Herstellung dieses Bieres ist aufwändiger als bei den meisten anderen Bieren.

Ungewöhnlich ist schon einmal das Schroten, das im Nassmahlverfahren geschieht. Dabei wird während des Schrotens auf 65° Celsius erhitztes Wasser zugeführt und die Maische wird direkt in den Läuterbottich gepumpt. Die Erhöhung der Temperatur geschieht durch Zubrühen von heißem Wasser. Die obergärige Hauptgärung dauert vier bis fünf Tage. Bei der anschließenden Nachgärung wird ein Verschnitt aus zehn Hefestämmen verwendet, der vorwiegend aus Brettanomyces besteht. Brettanomyces ist ein Hefestamm, den die meisten Brauer meiden wie der Teufel das Weihwasser. Ausnahmen sind die Produzenten von Sauerbier, beispielsweise von Geuze oder Gose. Bei den weitaus meisten Bierstilen gilt Brettanomyces als Kontamination. Während der Lagerung wird das Bier mit Doldenhopfen gestopft. Nachdem die Hefe per Zentrifuge entfernt wurde wird das Bier erneut mit flüssigem Kandiszucker gespeist und es wird für die Flaschengärung neue Hefe zugegeben. Für die Flaschengärung werden die Flaschen zwei bis drei Wochen bei einer konstanten Temperatur von 15° Celsius gelagert. Bei der Auslieferung beträgt der Alkoholgehalt etwa 6,2 % Vol., durch die Flaschengärung kann er noch um etwa ein Volumenprozent steigen.

Das Orval lässt sich nicht beschreiben. Da die Reifung in der Flasche fortschreitet, ändert sich der der Geschmack grundlegend. In Wikipedia wird die Geschmacksänderung während der Flaschenreifung so beschrieben: „. Während das Bier beim Verlassen der Brauerei frisch und hopfig ist, entwickelt sich bei weiterer Lagerung ein komplexes Aromenprofil. Die durch Brettanomyces gebildeten Phenole und Ester treten nach sechs Monaten hervor.[3] Orval hat, nach der Beschreibung des Bierkritikers Michael Jackson, „[…] ein erdiges, lederig-öliges Aroma, in dem manche Degustatoren Salbei entdecken, und intensiv herben, säuerlichen Geschmack.“ (Michael Jackson: Michael Jackson: Bier International. 2. Aufl., Bern 1999, ISBN 978-3444105401, S. 136.) Von anderen Trappistenbieren unterscheidet es sich insbesondere in seiner Trockenheit.“ Damit Sie den Reifegrad des Bieres einschätzen können, hier noch der Hinweis, dass die Brauerei dem Orval eine Mindesthaltbarkeit von fünf Jahren gibt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer, Styrian Goldings, Strisselspalt), Zucker, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol. – 7,2 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Abbaye d’Orval
Orval Nr. 1
6823 Villers-devant-Orval
Belgien
www.orval.be

St. Bernardus Christmas Ale

Nun will ich ein Weihnachtsbier verkosten, das gleichzeitig ein Abteibier ist. Da die Abteibiere in der Regel etwas Besonderes sind, sind meine Erwartungen entsprechend hoch. Die Brauerei verspricht auf ihrer Website auch viel (Übersetzung von mir): „St. Bernardus Christmas Ale ist ein dunkles, saisonales Bier, das im klassischen Quadrupel-Stil von Belgiens bester Abtei gebraut wird. Ähnlich wie alle Biere aus unserer Brauerei begrüßt es den Trinker mit dem charakteristischen Aroma des St. Bernardus-Haushefe-Stammes (der bereits seit 1946 verwendet wird). St. Bernardus Christmas Ale bietet ein würziges, minzartiges Geschmacksprofil, das den Geschmack von wärmendem Alkohol, fermentierter Melasse, Aprikosen, Lakritze und Marzipan ausstrahlt, die durch die perfekte Balance der Brauzucker hervorgerufen werden. Der perfekte Begleiter, um einen (kalten?) Winterabend allein oder mit Freunden zu genießen!“ Na, dieses Bier muss doch wohl hervorragend munden.

In tiefdunklem Rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas, mit einer durchschnittlich großen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Wie erwartet ist das Aroma recht komplex. Ich rieche die Süße von Trockenpflaumen und Rosinen, einen leichten Hauch Säure sowie einige würzige Noten, die an Nelken und Muskat erinnern. Außerdem lässt bereits das Aroma die 10 Volumenprozente Alkohol erahnen.

Der Antrunk ist spritzig und süß. Hefegeschmack breitet sich im Mund aus, gepaart mit der Süße und Fruchtigkeit von Trockenobst und unterstützt durch würzige Noten nach Nelken und Muskatnuss. Der Abgang ist wie erwartet sehr mild und ohne Bitterstoffe, aber die Fruchtigkeit dieses Christmas Ale klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie St. Bernard
Trappistenweg 23
8978 Watou
Belgien
www.sintbernardus.be

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