17. 6. – 18. 6. 2017: Jubiläumsfest 525 Jahre Brauerei Stiegl

An diesem Wochenende wird die Brauerei Stiegl 525 Jahre alt. Am 17. und 18. Juni wird das Firmenjubiläum gebührend gefeiert und die Tore der Brauerei werden weit geöffnet.

Am 16. Juni 1492 wurde das „Prewhaus bey dem Stieglein“ mitten im Herzen der Salzburger Altstadt erstmals urkundlich erwähnt und befindet sich damit historisch gesehen in bester Gesellschaft, denn im gleichen Jahr erfolgte auch die Entdeckung Amerikas. Brauerei-Chef Heinrich Dieter Kiener verdeutlicht diese enorme Zeitspanne durch weitere bahnbrechende Daten mit einem Augenzwinkern: „Bei uns in der Stieglbrauerei wurde schon Bier gebraut, bevor Leonardo da Vinci um 1503 seine Mona Lisa malte, Martin Luther 1517 seine 95 Thesen proklamierte und Kopernikus 1543 seine Schriften zum heliozentrischen Weltbild veröffentlichte.“

Offene Brauerei-Türen am 17. und 18. Juni

525 Jahre Stiegl-Bier – das ist natürlich ein Grund zum Feiern, und so wird am 17. und 18. Juni gleich ein ganzes Jubiläumswochenende ausgerufen und die Tore der Brauerei stehen den Besuchern offen. „Ein solch historisches Datum ist für uns ein wichtiger Anlass, um sich Zeit zu nehmen und auf Gemeinsames anzustoßen. So viel Zeit muss einfach sein“, erklären die Stiegl-Eigentümer Heinrich Dieter und Alessandra Kiener.

Der 17. Juni steht von 10 bis 24 Uhr dabei ganz im Zeichen der bewegten Brauerei-Vergangenheit. Ein schöner Festzug wird sich dann vom Stieglkeller in Richtung Stieglbrauerei bewegen. Die Lauffeuer der Festungsprangerstutzenschützen werden zu hören sein und nach dem obligatorischen Jubiläumsfassanstich werden die Trachtenmusikkapelle Maxglan, die Musikkapelle Tiefgraben Mondsee, die „Runden Oberkrainer“, die Mitterlinger Buam, die Reit im Winkler, die Pucher und „last but not least“ die Niederalmer für Stimmung in der Brauerei sorgen. Übrigens: das Salzburger Bier wird dann im  eigenen 525-Jubiläumskrug in limitierter Auflage ausgeschenkt. Kulinarisch gibt’s alles, was bestens zum Gerstensaft passt: einen Bio-Ochsen aus der brauerei-eigenen Landwirtschaft in Wildshut, Weißwürste aus der Metzgerei Santner, Grillhenderl und die beliebte Brauwelt-Bosna. Die Experimentierfreudigeren können sich durch das Angebot der Foodtrucks, die am Stiegl-Wochenende Halt in der Brauerei machen, kosten.

Am Sonntag, dem 18. Juni (10 bis 20 Uhr) wird auf die Zukunft angestoßen und entsprechend gefeiert. Mit einem Frühschoppen der Lungau Big Band geht es los. Danach steigen Bands wie „The Helagunkis“, „Folkshilfe“ und „Oans no“ auf die Stiegl-Bühne. Interessierte können einen Blick hinter die Stiegl-Kulissen wagen, denn was wäre ein „Tag der offenen Tür“ ohne die Besichtigung der Produktionsstätten. Stiegl macht eindrucksvoll deutlich, dass Bierbrauen in Salzburg-Maxglan nach wie vor echte Handarbeit ist. Davon können sich die Gäste von 10 bis 17 Uhr bei den halbstündlich stattfindenden Führungen überzeugen. Freien Eintritt gibt es übrigens in die Biererlebniswelt. Die 1992 zum 500-Jahre-Jubiläum eröffnete Stiegl-Brauwelt wurde für „525“ herausgeputzt und neugestaltet.

525 Jahre – Zukunft hat Tradition

Es lohnt sich, einen weiten Blick zurück in die bewegte Geschichte von Stiegl zu tun: 1492 lebten in Salzburg nicht mehr als 5000 Menschen. Fester und durchaus beliebter Bestandteil der spätmittelalterlichen Stadt waren diverse Schenken, aber auch etliche Braustätten. Eine davon war das winzige „Prewhaus auff der Gestettenn“, das 31 Jahre später als „Prewhaus bey dem Stieglein“ bezeichnet wurde. Dort, wo eine kleine Stiege zum Namensgeber für ein Bier wurde, begann nun die Erfolgsgeschichte der heute führenden Privatbrauerei Österreichs. „Wenn man die Geschichte von Stiegl in Verbindung zu historischen Eckdaten betrachtet, dann wird klar, welche lange Tradition und Erfahrung hinter unserer Brauerei stehen. Darauf sind wir stolz und von dieser Basis aus kann man gut in eine innovative Zukunft blicken“, sagt Stiegl-Eigentümer Heinrich Dieter Kiener.

Bereits im Jahr 1664 zeigte die Stieglbrauerei, was in ihr steckt. Obwohl es 13 Brauereien in Salzburg gab, wurde Stiegl zur größten Stadtbrauerei. Mit 100.000 Litern Jahresleistung trug man dazu bei, dass den sehr trinkfreudigen Salzburgern die Kehlen nicht austrockneten. Auch während der Mozartzeit war es um die gastronomische Infrastruktur in der Stadt Salzburg gut bestellt und das Stieglbräu war wohl einer der damaligen „Hotspots“. Mozarts Schwester Nannerl hinterließ 1780 einen Tagebucheintrag, in dem sie erwähnte, dass sie mit ihrem Bruder „im Stieglbreü zum Keglscheibn“ gewesen sei.

Im 19. Jahrhundert liefen die Geschäfte weiterhin gut. Man investierte, modernisierte – und während andere Brauereien zusperren mussten, errichtete Stiegl 1863 einen neuen Brauereikomplex im Stadtteil Maxglan und übersiedelte an den heutigen Firmenstandort. 1875 geschah dann die Katastrophe: Die neue Brauerei brannte bis auf die Grundfesten ab. Doch wie so oft wohnen einem Neubeginn auch immer Chancen inne.

Es wurde sofort mit dem Wiederaufbau begonnen und schon wenige Monate nach dem Brand wurde wieder gebraut, sogar mehr als zuvor! Nachdem ein Konsortium die Brauerei fast an den Rand des Ruins gebracht hätte, riss 1887 Franz Huemer das Ruder energisch herum und führte die Brauerei zu neuem Erfolg. Er ernannte seinen Neffen Heinrich Kiener I zum Geschäftsführer, womit eine Ära des stetigen Aufstiegs begann. 1912 wurde der Klassiker der Salzburger Brauerei, das „Stiegl-Goldbräu“, offiziell ins Markenregister der Handelskammer des damaligen Herzogtums von Salzburg eingetragen – die Geburtsstunde des Lieblingsbiers der Österreicher!

Aus der regionalen Brauerei wurde Österreichs führende Privatbrauerei

Zwei Weltkriege hinterließen ihre Spuren in der Unternehmensgeschichte, wobei vor allem Rohstoffknappheit Probleme bereitete. Erst ab 1950 brauten die Salzburger wieder Vollbier mit 12 Grad Stammwürze. Danach ging es unter Heinrich Kiener II wieder aufwärts, er prägte die Privatbrauerei bis 1990. Seither führt Dr. Heinrich Dieter Kiener das Unternehmen mit großem Erfolg. Für Aufsehen sorgte Kiener unter anderem mit der Eröffnung der damals größten Biererlebniswelt Europas, der Stiegl-Brauwelt, im Jahr 1992, in dem das 500-jährige Jubiläum gefeiert wurde und 2004 mit dem Bau des modernsten Sudhauses Europas. „Uns ist vor allem wichtig, den Blick nach vorne zu richten. Das Ziel unserer Arbeit ist, dass auch nachkommende Generationen Freude an der Vielfalt, am Genuss und an einer intakten Umwelt haben. Für uns beginnt Bierbrauen deshalb schon im Boden. Und auf unserem Gut Wildshut zeigen wir das auch“, so Alessandra Kiener, die ihren Mann seit vielen Jahren bei der Brauereileitung unterstützt. 

Für die gute Sache einsetzen: „Rette den Boden“

Um zu verdeutlichen, wie wichtig Stiegl der Boden und dessen gute Zusammensetzung ist, wird es im Zuge der 525-Jahr-Feierlichkeiten für die Gäste auch die Möglichkeit geben, die Aktion „Rette den Boden“ von „People 4 Soil“ zu unterstützen.

Verantwortungsbewusstsein und Nachhaltigkeit haben bei Stiegl eine lange Tradition. So war die Salzburger Brauerei 1990 die erste, die einen Nachhaltigkeitsbericht vorlegte und damit eine Tradition begründete, die bis heute fortbesteht. Auch was die E-Mobilität betrifft, hat das Salzburger Privatunternehmen die Nase vorne. Stiegl wird in Kürze als erste Brauerei Österreichs einen E-LKW in ihren Fuhrpark aufnehmen.

Unter der Führung von Heinrich Dieter Kiener folgten weitere Investitionen und Modernisierungen. Stiegl ist heute die größte und führende Privatbrauerei des Landes, beschäftigt rund 750 Mitarbeiter und ist mit acht Niederlassungen in ganz Österreich vertreten. Qualität steht an erster Stelle, denn das Motto lautet „besser statt billiger“ bzw. „Qualität vor Quantität“.

So werden mit modernster Technik in Verbindung mit traditioneller Brauhandwerkskunst mehr als 20 Bierspezialitäten gebraut. Vermutlich bietet Stiegl damit in Österreich die größte Biervielfalt. Aber auch Themen wie Regionalität, beste Rohstoffe aus einer intakten Umwelt, Vielfalt und Freude am Genuss stehen im Fokus der Unternehmensphilosophie. Das alles spiegelt sich auch in Wildshut, dem 1. Biergut Österreichs, wider, das seit zwei Jahren auch für Besucher geöffnet ist.  Auf diesem Bio-Gutshof werden beinahe in Vergessenheit geratene Urgetreidesorten angebaut, diese vermälzt Stiegl als einzige Brauerei selbst und braut daraus köstliche Wildshuter Biere. Die Erfahrungen aus Wildshut kommen übrigens auch der Brauerei in Salzburg zugute, und zwar in Form einer enormen Geschmacks- und Sortenvielfalt.

Stauder Jacob

Nun verkoste ich mal ein Bier der Brauerei Stauder aus Essen. Lange habe ich Stauder als ziemlich langweilig wahrgenommen, es gab Pils und Helles, das Pils auch in einer alkoholfreien Variante, und das war es dann auch schon. Damit macht die Marke Stauder auf mich einen eher langweiligen Eindruck. Damit ist erst einmal nichts gegen die Qualität der Biere oder des Unternehmens gesagt. Schließlich gehört zu Stauder auch die Borbecker Brauerei, die richtig gute Biere herstellt. Aber unter der Marke Stauder gibt es normalerweise nur die drei erwähnten Biere. Nachdem die Brauerei in diesem Jahr 150 Jahre alt wird, hat sie ein Jubiläumsbier herausgebracht, das Jacob. Auf der Website wird nicht klar, ob das Jacob nur im Jubiläumsjahr 2017 angeboten wird oder ob dieses Bier Teil des Standardsortiments ist.

Hell bernsteinfarben und kristallklar zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große Blume aus feinporigem weißem Schaum, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist also nicht zu bemängeln.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Die wichtigste Note in das Toffee. Dazu kommen grasige, blumige Noten des Hopfens sowie ein Hauch Zitrus. Mir persönlich fehlt da etwas Komplexität, aber auch das Aroma ist fehlerfrei, wenn auch verbesserungsfähig.

Der Antrunk ist spritzig und leicht süß. An dieser Stelle gibt es nichts zu meckern. Aber sobald sich das Bier auf der Zunge ausbreitet, kommt ein Loch. Jetzt fehlt wirklich der Geschmack. Erst im Abgang erscheint ein angenehmes und nicht zu kräftiges Bitter mit kurzem Nachklang.

Das Jacob ist ein Bier, das sich wohltuend aus dem Pils-Einerlei abhebt, das dem Ruhrgebiet gerne nachgesagt wird, auch wenn das nicht mehr unbedingt stimmt. Sollte es noch mehr Spezialitätenbiere aus der Brauerei Stauder geben, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass irgendwann ein Bier dabei sein wird, das mir richtig gut gefällt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Jacob Stauder GmbH & Co. KG
Stauderstr. 88
45326 Essen
www.stauder.de

Erlkönig Bügel-Weisse

Im Jahr 2016 wurde die Brauerei Erl beim European Beer Star mit zwei Goldmedaillen ausgezeichnet – eine für ihr Erlkönig Festbier und eine für den Erlkönig Imperator. Ein gleichgutes Ergebnis erzielte nur die Brauerei Gold Ochsen aus Ulm. Seniorchef Ludwig Erl betonte damals, dieses Ergebnis sei eine Bestätigung für das Bewahren des Ursprünglichen. Der 62-Jährige, der lange vor dem Beginn der „Craft-Beer-Bewegung“ bereits 1990 den Amerikanern in Los Angeles vorführte, wie ein echtes bayerisches Bier entsteht und schmeckt, führte aus: „Wir wollen einfach mit guten Rohstoffen unsere niederbayerische Braukunst erlebbar machen.“ Die Brauerei stellt also an ihr Bier sehr hohe Ansprüche. Jetzt steht die Bügel-Weiße vor mir und ich will mal probieren, ob das Bier diesen Ansprüchen auch gerecht wird. Das Bier wird mit 100% Hallertauer Naturhopfen handwerklich gebraut und soll frisch im Geschmack sein, da es weder kurzzeiterhitzt noch pasteurisiert wird.

Optisch macht das Bier schon mal einen hervorragenden Eindruck. Golden, naturtrüb und mit viel Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine enorm große Blume aus cremigem weißem Schaum, der auch lange erhalten bleibt.

Auch das Aroma macht wirklich etwas her. Es wird durch das Malz dominiert. Ich rieche den für Weißbier typischen Bananenduft, unterstützt durch blumige Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Die Frische stammt nicht nur von der reichlich vorhandenen Kohlensäure, auch die gute Wahl des Malzes trägt ihren Teil dazu bei. Der Körper ist rund und vollmundig, dabei fruchtig mit leichter fruchtiger Säure. So ist auch der Abgang mild und kaum bitter, dafür klingt die Fruchtigkeit lange nach. So muss ein Weizenbier sein.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Erl-Bräu GmbH & Co. KG
Straubinger Straße 10
94333 Geiselhöring
www.erl-braeu.de

Biershop Bayern

Hoppy Schoppy Pilsner

Der meistverkaufte Bierstil in Deutschland. Ich habe keine aktuellen Zahlen über den Marktanteil der Pils-Biere, aber lt. Wikipedia lag der Marktanteil in Deutschland bei 55,2 %. Seitdem soll der Marktanteil zwar leicht zurückgegangen sein, aber er liegt vermutlich immer noch bei etwa 50 %. Zwar sind die meisten Pilsener Fernsehbiere, aber jetzt steht ein Pils vor mir, von dem ich mir mehr Genuss verspreche. Schließlich braut Schoppebräu in der Hauptstadt seit 2001 Craftbiere. Die Brauerei beschreibt ihre Biere auf der Website nur kurz. Für das Hoppy Schoppy Pilsner schreibt die Brauerei: „Unsere Überzeugung: Ein Pils muss kräftig gehopft sein. Hoppy Schoppy ist unsere Antwort auf die langweiligen Fernseh- und Hauptstadtbiere. Back to the Hops!“ Und weiter: „Ein knackiges Pils wie es sein soll — gut gehopft und garantiert nicht mit Felsquellwasser gebraut.“ Das sind doch schon mal hohe Ansprüche an dieses Bier, das jetzt vor mir steht. Mal sehen, ob das Bier diesen Ansprüchen auch genügen kann.

Goldgelb und leicht hefetrüb steht das Bier im Glas. Die Kohlensäure ist sehr aktiv und es bildet sich eine durchschnittliche Menge sahniger weißer Schaum, der lange erhalten bleibt.

Im Aroma tritt das Malz stärker hervor als ich es bei einem Pils erwartet hätte. Der Hopfen hält sich vornehm zurück, aber eine kleine fruchtige Note steuert er auch zum Duft bei. Es könnte sich um den Duft von Ananas handeln. Das Aroma ist für ein Pils ungewöhnlich, aber nicht schlecht.

Nachdem das Malz das Aroma dominiert hatte, verwundert es mich auch nicht, dass der Antrunk für ein Pils sehr süß ist. Wäre da nicht die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure, würde ich vermutlich meinen, dass der Antrunk zu süß ist. Aber so passt er schon. Dann fällt das Bier in der Mitte in ein kleines Loch. Sorgte anfangs die Süße für einen intensiven Geschmackseindruck, lässt die Intensität des Geschmacks auf der Zunge doch deutlich nach, so dass ich das Bier im Mittelteil als etwas langweilig empfinde. Der Abgang ist dann wieder kräftig aber freundlich bitter und er klingt sehr lange nach.

Das Hoppy Schoppy Pilsner ragt zwar aus der Masse der Fernsehbiere wohltuend heraus, aber um mein Lieblingsbier zu werden fehlt ihm doch noch einiges.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Wiener, Pilsner, Cara, Sauer), Hopfen (Perle, Saphir), Hefe (untergärige Hefe Pilsener Art)

Alkoholgehalt:

5,2 %

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Schoppe Bräu GmbH
In den Schifferbergen 14
10119 Berlin
www.schoppebraeu.de

9. 6. – 10. 6. 2017: Herrenhäuser Brauereifest

Am Freitag ist es wieder soweit: das jährliche Brauereifest der Herrenhäuser Brauerei steigt wieder auf dem Brauereigelände. Und wie in jedem Jahr hat die Brauerei ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Freitag um 17:15 Uhr geht es mit dem Fassbieranstich los. Neben dem Bühnenprogramm mit vier Künstlern und Gruppen, das durch Moderatoren von Radio FFN moderiert wird, gibt es auch mehrere Brauereibesichtigungen. Am Samstag geht es um 14:00 weiter. Auch an diesem Tag gibt es wieder etliche Live Acts auf der Bühne sowie vier Brauereiführungen. Daneben gibt es ein umfangreiches Kinderprogramm. Ein besonderes Highlight ist um 18:00 Uhr die Versteigerung von Werbeartikeln der Herrenhäuser Brauerei zugunsten des „Runder Tisch Palliativ und Hospiz in der Region Hannover“. Das ist auf jeden Fall eine Aktion, die eine kräftige Unterstützung verdient. Der letzte Programmpunkt ist um 22:30 Uhr, wenn die Alt-Hanovera DJs auflegen. Das Ende der Party steht in den Sternen.

Neues alkoholfreies IPA von Riegele

Wer ein IPA ohne Alkohol trinken wollte, kam bislang nicht am ü.NN aus der Kreativbrauerei Kehrwieder aus Hamburg nicht vorbei. Jetzt gibt es eine Alternative. Riegele hatte sein neues Produkt bereits Anfang des Jahres inkognito auf einer Craft-Beer-Messe vorgestellt. Jetzt hat die Brauerei mit der Produktion begonnen und das IPA ist endlich auch offiziell im Handel. Das IPA Liberis 2+3, die neueste Kreation aus der Riegele Biermanufaktur, überrascht mit tropisch-fruchtigen Noten und einem schlanken Körper, kommt dabei aber ganz ohne Alkohol aus. „Unseren Brauern ist ein vollwertiges IPA gelungen, das sich durchaus mit alkoholhaltigen Varianten messen kann. Ein erfrischender Genuss für jeden Moment“, schwärmt Brauereichef und Biersommelier-Weltmeister Sebastian Priller-Riegele.

Nicht nur eine Alternative für CraftBier-Fans

Leidenschaft, Hingabe und Wissen – mit diesen drei Zutaten kreiert das Brauhaus Riegele ausgefallene und einzigartige Biere. Für das ausgewogene Geschmackserlebnis der neuen Brauspezialität IPA Liberis 2+3 sorgen außerdem zwei Spezialhefen und die drei seltenen Hopfensorten Amarillo, Mandarina und Simcoe. Mit Nuancen von exotischen Steinfrüchten und einer kräftigen, gold-orangen Farbe überzeugt es nicht nur Craft Beer-Fans, sondern verspricht alkoholfreien Genuss für alle Bierliebhaber, die Lust auf Abwechslung haben.

Eine Spezialität für den alkoholfreien Moment

Für Umsatz im Getränkefach- und Lebensmitteleinzelhandel sorgt IPA Liberis 2+3 ab sofort in 0,33l-Flaschen. Damit ergänzt die neue Kreation das Riegele Brauspezialitäten-Sortiment, das seit 2016 auch im Drittelliter-Gebinde erhältlich ist. So bietet die Reihe nicht nur für jeden Geschmack das richtige, sondern mit dem IPA Liberis 2+3 auch für jeden alkoholfreien Moment eine Alternative.

Warka Strong

Jetzt steht nach längerer Zeit mal wieder ein Bier aus Polen vor mir, ein Strong Lager, das Warka Strong aus der Grupa Zywiec, die zum Heineken-Konzern gehört. Das Bier wird in der polnischen Stadt Warka bereits seit dem 15. Jahrhundert gebraut. Mit seinen 6,5 Volumenprozenten liegt der Alkoholgehalt zwar nur knapp über dem Durchschnitt, aber es geht hier ja um den Genuss, nicht darum, möglichst schnell betrunken zu werden. Der Genusswert der polnischen Biere ist stark unterschiedlich, weshalb ich auf dieses Bier wirklich gespannt bin. Die Etiketten geben nicht viele Geheimnisse über das Bier preis, lediglich, dass sowohl helles als auch dunkles Gestenmalz verwendet wurde. Na, dann wollen wir das Bier mal einschenken.

Bernsteinfarben und mit recht viel feinperliger Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine Krone aus feinporigem weißem Schaum, die recht lange erhalten bleibt. Optisch macht das Warka Strong schon mal einen guten Eindruck.

Das intensive Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche Anklänge von Toffee, dazu würzige Noten sowie den Duft von grünen Äpfeln und von Birnen. Die Nase verspricht damit schon mal ein angenehmes und ausgewogenes Bier.

Der Antrunk ist nicht so süß wie die Nase angekündigt hat, dabei aber durch die Kohlensäure recht spritzig. Der Geschmack des Bieres bildet sich aber erst, wenn es sich auf der Zunge verteilt hat. Es schmeckt intensiv, zur Süße gesellt sich eine angenehme fruchtige Säure. Der Geschmack der Äpfel wird dadurch hervorgehoben. Der Abgang ist mild mit wenig Bitter, dafür taucht jetzt noch ein Hauch Cognac auf.

Doch, an dieses Bier kann ich mich gewöhnen. Die Fruchtigkeit dieses Lagers begeistert mich.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Maissirup, Glukosesirup, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

Grupa Zywiec S.A.
34-300 Zywiec
Polen
www.warka.com.pl

Marathon

Nun steht mal wieder ein Bier aus der Klosterbrauerei Neuzelle in der Lausitz vor mir. Diesmal handelt es sich um das Marathon, das, Nomen est Omen, Bier plus Energie verspricht. Weshalb Energie? Die Zutatenliste gibt Auskunft. Neben den üblichen Zutaten Wasser, Malz und Hopfen enthält das Marathon aus 250 mg L-Carnitin. Diese Zutat muss ich erst einmal im Internet recherchieren.

Wikipedia beginnt die Definition dieses Stoffes mit einem recht schwer verdaulichen Satz: „Carnitin, genauer L-Carnitin, ist eine natürlich vorkommende, chemische Verbindung, die aus den Aminosäuren Lysin und Methionin hergestellt wird. Es spielt eine essentielle Rolle im Energiestoffwechsel tierischer und pflanzlicher Zellen. L-Carnitin fungiert als Rezeptormolekül für aktivierte Fettsäuren im Cytosol und in Zellorganellen wie den Mitochondrien. Es übt diese Funktion im Wechselspiel mit Coenzym A aus. Fettsäuren können nur gebunden an L-Carnitin durch die Mitochondrienmembranen transportiert werden.“ Na gut, damit kann ich nicht allzu viel anfangen. Im weiteren Verlauf dieses Artikels wird ausgeführt, dass das L-Carnitin noch als Fettverbrenner und als leistungssteigerndes Mittel gehandelt wird, beides Eigenschaften, die nicht unumstritten sind. Wenn Sie es genauer wissen wollen, beginnen Sie mit dem Lesen auf der Wikipedia-Seite, die ich am Beginn dieses Absatzes verlinkt habe. Dort finden Sie auch weitergehende Links zu diesem Thema. Hier will ich mich nur mit dem Aussehen und Geschmack des Bieres beschäftigen.

Goldgelb mit viel aktiver Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine leicht überdurchschnittliche Krone aus feinporigem weißem Schaum, die allerdings relativ schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Es enthält aber auch würzige Noten sowie einen süßen Duft, der an ein Sahnebonbon erinnert. Das gefällt mir schon mal nicht schlecht.

Der Antrunk ist nur leicht süß und die Kohlensäure verleiht ihm eine angenehme Spritzigkeit. Auf der Zunge lässt der Geschmack des Bieres nach und erst in der Kehle zeigt sich ein leichtes Bitter. Der Abgang ist mit einem freundlichen Bitter recht mild, aber der Geschmack klingt lange nach.

Das Marathon erinnert an ein bayerisches Helles und ist im Sommer ein recht angenehmes Bier.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen, L-Carnitin

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com

Dieses Bier können Sie portofrei bestellen, indem Sie auf den folgenden Banner klicken:


Plankstetten Maibock

Nun ist der Mai bereits vorbei und ich entdecke in meinem Bioladen noch ein Maibock, den ich nicht kannte. Da muss ich ihn doch glatt noch mitnehmen. Schließlich kommt das Bier aus Riedenburg im Altmühltal, in meinen Augen der schönsten Gegend Deutschlands. Das Riedenburger Brauhaus vertreibt ihre Biere unter zwei Marken, unter Riedenburger und dem Namen der Benediktinerabtei Plankstetten. Dabei hat sich die Brauerei selbst ökologische Bedingungen auferlegt, die sogar die strengen Regeln von Bioland noch übertreffen. Auf ihrer Website sind sie zusammengefasst:

  • 100 % Bioprodukte, das heißt alles was wir produzieren ist ökologisch
  • 100 % Rohstoffe aus ökologischem Landbau – als öko-sozial verantwortungsvolle Leistung
  • 100 % Verzicht auf Filtration und Wasseraufbereitung – für vollwertige Lebensmittel
  • Verwendung von hochwertigen Rohstoffen wie Einkorn, Emmer, Dinkel – zur Förderung der Biodiversität
  • Verwendung nur von ungekreuzten Sorten – weil wir auf die Erfahrung der Natur vertrauen
  • Lebendiges Wasser aus eigenem Brunnen – ohne chemische Aufbereitung
  • Verwendung von Naturdoldenhopfen sowie Hopfenpellets – für vollwertige Lebensmittel
  • Eigene Hefereinzucht
  • Garantiert gentechnikfreie Zutaten – für eine sichere Zukunft
  • Ständige Kontrollen durch BCS und Bioland und EU-Biozeichen
  • Regionale Partnerschaften mit Anbauverband BIOLAND und der Benediktinerabtei Plankstetten.

Da ich bereits weiß, dass aus Riedenburg hervorragende Biere kommen, sind meine Erwartungen an dieses Maibock sehr hoch.

Dass dieses Maibock etwas Besonderes ist, zeigt sich bereits beim Einschenken, als sich zeigt, dass es kein helles Maibock ist, sondern er ist dunkel rubinrot. Es bildet sich eine schöne beige Krone aus sahnigem Schaum, die sich durchschnittlich schnell auflöst.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert, ich rieche Schokolade und auch rote Früchte sowie würzige Noten, die sich zu einem wunderbar komplexen Duft vereinen. Ich ahne bereits, dass ich meine Ansprüche an dieses Bier nicht hoch genug geschraubt habe.

Der Antrunk ist malzig und voll, stiltypisch recht süß und dabei doch leicht spritzig. Spritzigkeit ist aber nicht die hervorstechendste Eigenschaft der Maiböcke, und da macht auch das Maibock aus Riedenburg keine Ausnahme. In Gegenteil. Der Körper dieses Bieres ist sehr dicht und dabei samtig weich. Das Bier füllt den gesamten Mund mit seiner Süße, der sich eine fruchtige Säure zugesellt, mit der auch der Geschmack von Trockenfrüchten kommt. Der Abgang ist wie erwartet mild, aber auch fruchtig.

Spontan würde ich sagen, dass dies das beste Maibock ist, das ich bislang getrunken habe.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16,5 %

Brauerei:

RIEDENBURGER BRAUHAUS
Michael Krieger GmbH & Co.KG
Hammerweg 5
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

Bolten Ur-Alt

Die Brauerei Bolten aus Korschenbroich ist nach eigenen Angaben die älteste Altbierbrauerei der Welt. Inzwischen wird dort nicht nur Altbier gebraut, aber diese Biere stellen immer noch de Produkte dar, für die diese Brauerei steht. Von dort gibt es zwei Altbiere, das Boltens halt und das Boltens Ur-Alt. Diese beiden Biere stehen in den Regalen der Getränkemärkte in der Regel direkt nebeneinander, so dass sich die Frage stellt, worin der Unterschied liegt. Die Antwort ist einfach: das Ur-Alt ist nicht filtriert, enthält also noch die Hefe.

Ob das Filtrieren das Bier besser macht oder nicht ist im Grunde eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich mag in der Regel nicht filtrierte Biere lieber, da sie in der Regel einfach geschmackvoller sind. Das liegt nicht nur am Geschmack der Hefe, sondern mit der Hefe werden dem Bier auch andere Geschmacksstoffe entzogen. Auch das muss nicht unbedingt schlecht sein, da auf diese Weise auch der eine oder andere Fehlgeschmack verschwinden kann. Es kommt wie so häufig halt auf den Einzelfall an.

Jetzt habe ich das Bolten Ur-Alt vor mir stehen, also das Bier mit der Hefe. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich ein naturtrübes Altbier trinke. Mal sehen, wie es sich macht.

Dunkelbraun und wie erwartet hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas, darüber viel hellbrauner cremiger Schaum, der recht lange erhalten bleibt. Die Optik macht schon mal Lust auf den ersten Schluck.

Das Aroma ist kräftig malzig und das Bier duftet nach dunkler Schokolade. Bei der Malzauswahl hat sich die Brauerei also durchaus einige Mühe gegeben.

Der Antrunk ist malzig süß und durch die richtige Dosierung der Kohlensäure frisch und angenehm. Auf der Zunge gesellt sich eine leichte fruchtige Säure dazu, so dass das Bier zusammen mit dem Geschmack der Hefe einen ausgewogenen und runden Eindruck macht. Dazu ist das Bier wunderbar süffig. Der Abgang ist mild und klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Bolten
41352 Korschenbroich
www.bolten-brauerei.de