An dem Bier, das jetzt vor mir steht, ist bereits das Etikett auffällig. Auf dem Hauptetikett steht lediglich der Name der Brauerei und groß, dass es der dritte Sud ist. Um was für ein Bier es sich handelt (es ist ein Stout), steht lediglich klein auf der Halskrause. Inzwischen hat die Brauerei die Etikettierung wohl geändert. Der Name ist in die Mitte des Etiketts gerückt, um den wievielten Sud es sich handelt erscheint nicht mehr. Nur der Bierstil ist weiterhin klein auf der Halskrause vermerkt. Es ist schon erstaunlich, was sich die Brauer alles einfallen lassen, damit ihre Biere im Regal auffallen.
Auch das Rückenetikett erstaunt mich. Dort sind nicht nur die Zutaten aufgeführt, sondern beim Malz auch die Lieferanten. Erstmals erlebe ich es auch, dass nicht nur erwähnt wird, dass Hefe verwendet wurde, auch nicht, ob es sich um ober- oder untergärige Hefe handelt, sondern es steht sogar der Hefestamm auf dem Etikett. Es handelt sich um Safale s04. Jetzt ist aber genug der Vorrede, kommen wir zum Bier.
Das Bier begrüßt mich in einem sehr dunklen Rubin. Der sahnige Schaum ist mittelbraun und bleibt durchschnittlich lange erhalten.
Das Aroma verrät schon, dass die Kieler viel kräftig geröstetes Malz verwendet haben. Ich rieche Kakaopulver und Kaffee unterstützt durch würzige Noten. Die Brauer schreiben, dass auch der Duft von Zimt zu riechen wäre, aber das kann ich nicht identifizieren. Aber das tut meiner Begeisterung für dieses Aroma keinen Abbruch.
Der Antrunk ist stiltypisch recht süß. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert. Gerade bei einem relativ süßen und dunklen Bier würde ich mir eine kräftigere Karbonisierung wünschen. Auf der Zunge ist das Bier samtig frisch. Kaffee und leichte Bitterstoffe dominieren den Geschmack, dazu ein minimales Sauer, so dass ein recht vollmundiges Bier entsteht. Im Abgang schmecke ich zunächst eine leichte Fruchtigkeit, die schnell durch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang abgelöst wird.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Schokoladenmalz), Hafer, Roggenmalz (Röstmalz), Hopfen (East Kent Goldings), Hefe (Safale S04)
Alkoholgehalt:
6,1 % Vol.
Stammwürze:
11,9° Plato
Bittereinheiten:
24 IBU
Brauerei:
Lillebräu GmbH
Eichkamp 9c
24116 Kiel
www.lillebraeu.de
Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brewery Lindemans im belgischen Vlezenbeek vor mir. Die Brauerei ist für ihre Lambic-Biere bekannt.
Witbier ist eine obergärige belgische Bierspezialität, die manchmal auch als „belgisches Weißbier“ bezeichnet wird. Sie hat einen intensiven hefearomatischen Geschmack, der durch die Zugabe von Orangenschalen und Koriander zu einem ganz besonderen Geschmackserlebnis wird. Mit der Verbreitung der Craft-Biere wurde dieser Bierstil auch in Deutschland bekannt und so steht jetzt vor mir das Bremer Witbier aus der Union-Brauerei.
Immer wieder lese ich, dass Bioprodukte seit einigen Jahren einen Boom erleben. Aus irgendeinem Grund scheint das belgische Bier von diesem Trend nicht betroffen zu sein. Aber es gibt auch Ausnahmen. Eine solche Ausnahme steht jetzt vor mir.
Vier unterschiedliche alkoholfreie Biere hat die Rügener Insel-Brauerei inzwischen auf den Markt gebracht. Auch diese Biere werden ausschließlich mit Naturhopfen gebraut. Die verwendeten ganzen Dolden entfalten im Braukessel ihrem feinsten Duft und die beste Bittere. Durch diese natürliche Brauart ergibt sich eine langanhaltend hohe Qualität.
Das Rezept des Viven Imperial IPA stammt von der Westküste Amerikas. Dazu kommt die belgische Baukunst, die es immerhin in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO geschafft hat. Diese Kombination lässt mein Herz höherschlagen, denn ich erwarte ein ganz besonderes Bier.
90 Tage Reifezeit! Lange, kalte Gärung und die Lagerung. Hoppe verspricht, dass auf diese Weise ein Bock entstanden ist, der nicht so süß ist wie viele andere. Dann bin ich ja mal auf dieses Bier gespannt, denn für mich gehört eine gewisse Süße zu einem Bockbier einfach dazu.