Archiv der Kategorie: Craft Beer

Riegele Robustus 6

Nun steht ein Bier aus der Riegele BierManufaktur vor mir. Es verspricht auf dem vorderen Etikett ein „Kräftiges Vergnügen“. Da mir die anderen Biere von Riegele gut gefallen haben ist meine Erwartung entsprechend hoch.

Tiefschwarz steht das Bier im Glas, ich könnte das Bier auch als fast vollkommen blickdicht beschreiben. Nur wenn ich das Glas gegen das Licht halte sehe ich ein leichtes Dunkelrot durchscheinen. Darüber ein hellbrauner feinporiger Schaum mit einer durchschnittlichen Standzeit.

Das Aroma des Bieres wird durch Röstaromen bestimmt, unterstützt durch den Duft von Kaffee und dunkler Schokolade. Das Aroma ist intensiv, ohne aufdringlich zu sein. Der Antrunk ist überraschend mild, nicht so kräftig wie ich es aufgrund der Farbe und des intensiven Dufts erwartet hätte. Dann kommt der volle Körper zum Tragen, intensiv, schokoladig und mit einer ausgewogenen Menge Bitterstoffen. Der Abgang ist überraschend mild, auch wenn der Geschmack der Röststoffe noch lange anhält. Zu diesem Bier können wir „Sie“ sagen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Chocolate, Dark Chocolate, Steffi, Münchner Malz, Amber Malz), Weizenmalz, Geröstete Gerste, Hopfen (First Gold, Golding), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Riegele BierManufaktur
S. Riegele KG
Augsburg
http://www.riegele-biermanufaktur.de

Biershop Bayern

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Ratsherrn Springbock

Wieder einmal steht ein Bier aus der Hamburger Brauerei Ratsherrn vor mir, der Springbock. Es handelt sich um ein helles Bockbier und das Rückenetikett spricht ausdrücklich vom Frühling. Auch wenn es nicht ausdrücklich als Maibock angepriesen wird, dürfte es wohl doch in diese Kategorie fallen.

Verbraut wurden die drei Hopfensorten Saphir, Mittelfrüh und Tradition. Saphir zählt zu den hochfeinen Aromasorten und ist für helle Biere sehr beliebt. Auch Mittelfrüh gehört zu den hochfeinen Aromasorten. Nach starkem Rückgang der Anbauflächen, da er sehr anfällig für die Welkekrankheit ist, ist Mittelfrüh jetzt wieder stark im Kommen. Tradition gehört ebenfalls zu den Aromahopfen und verleiht dem Bier ein sehr feines, mildes, beinahe süßes Aroma. An Malz wurden Pilsener und Carahell verwendet.

Rotgolden und klar ist das Bier im Glas, darüber ein feinporiger Schaum, der sich allerdings schnell auflöst. Das Aroma ist leicht süßlich nach grünen Früchten, dazu eine feine leichtsäuerliche Note. Der Antrunk erscheint im ersten Moment recht süßlich, dieser Eindruck verfliegt aber schnell, wenn sich das Bier im Mund verteilt. Der Geschmack ist deutlich intensiver als ich bei einem hellen Bock erwartet habe. Eine leichte Süße steht in wunderbar ausgewogenem Verhältnis zu einer angenehmen Bitterkeit. Das Bier ist vollmundig und süffig, was auch durch die feine Kohlensäure unterstützt wird. Geschmacklich erinnert es eher an einen dunklen Bock. Insgesamt ein Bier, das seinesgleichen sucht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Carahell), Hopfen (Saphir, Mittelfrüh, Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

17 %

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstr. 30a
20357 Hamburg

Ratsherrn Moby Wit

Jetzt steht wieder einmal ein Bier aus der Ratsherrn-Brauerei in den Hamburger Schanzenhöfen vor mir. Ein Bier? Für mich schon, aber Puristen, die verschärften Wert auf das Reinheitsgebot legen, werden mir widersprechen. Sie werden auch Bestätigung auf den Etiketten finden, auf denen nichts von Bier steht, sondern es ist nur von einer Brauspezialität die Rede. Weshalb? Hier wurden auch Koriander, Orangenschale und Kamillenblüten mit verbraut. Nennen Sie es wie Sie wollen, Entscheidend ist doch in erster Linie, dass es schmeckt. Können wir uns darauf einigen?

Die Brauerei beschreibt das Bier auf dem Rückenetikett wie folgt: „Bitte ein Wit! Unsere Version der beliebten Belgischen Brauspezialität: Ein außergewöhnlicher Hefestamm verleiht unserem Wit ein fruchtiges, pfeffriges Aroma, das von Koriander, Orangenschalen und Kamillenblüten unterstrichen wird. Ein absolut erfrischendes Trinkerlebnis!“ Na dann wollen wir mal testen. Aber vorher werfen wir noch einen Blick auf die Etiketten.

Die Brauer haben hier die Hopfensorten Herkules und Tradition verwendet. An Malz werden Pilsener, helles Weizenmalz und Hafermalz verwendet, zusätzlich stehen noch Weizenflocken in der Liste. Dass Weizenflocken verbraut werden ist eine Spezialität, die ich bislang noch nirgendwo gefunden habe. Auch Hafermalz ist so selten, dass ich im Internet keine Beschreibung der Eigenschaften finden konnte.

Das Bier ist sehr hell, ungewöhnlich hell für ein Craft-Bier. Dazu ist es hefetrüb und hat einen feinen weißen Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. Der Duft ist einfach umwerfend – blumig, helle Früchte und Zitrusnoten konnte ich feststellen. Das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mild und leicht säuerlich. Dazu eine lebhafte Kohlensäure und eine dezente Schärfe, so dass das Bier wirklich süffig wird. Dazu kommt ein milder und wenig bitterer Abgang. Der Geschmack bleibt durchschnittlich lange im Mund. Hier habe ich ein wirklich leckeres Bier, das ohne Einschränkungen zu empfehlen ist.

Auf seiner Website gibt die Brauerei eine International Bitterness Unit (IBU) von 12 an, es handelt sich also um ein sehr mildes Bier. Genaueres über die IBU finden Sie auf Wikipedia.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Weizenflocken, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Herkules, Tradition), Koriander, Orangenschale, Kamillenblüten, Hefe

Alkoholgehalt:
5,1 % Vol.

Stammwürze:
11,8 %

Brauerei:
Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstr. 30a
20357 Hamburg

www.stoertebeker.com

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Köstritzer Pale Ale

Etwas gestaunt habe ich ja doch, als ich im Getränkemarkt ein Pale Ale von Köstritzer fand. Das muss ich doch gleich einmal verkosten. Bekannt ist die Brauerei aus Köstritz in Thüringen, die zur Bitburger-Gruppe gehört, ja für sein Schwarzbier. Es werden laut der Internetseite der Brauerei auch andere Biere gebraut, die aber wohl nur regional vertrieben werden. Auf der Website wird auch mitgeteilt, dass das Köstritzer Pale Ale beim Craft Beer Award des Meininger Verlages im Jahr 2014 mit der Goldmedaille und 2015 mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurden. Ich kann also etwas ganz besonderes erwarten.

Bevor ich das Bier verkoste sehe ich mir aber erst einmal die Etiketten an. Drei Malzsorten wurden verwendet (Pilsner Malz, Münchner Malz und Karamellmalz), die ich an anderer Stelle bereits beschrieben habe. Zusätzlich wurden fünf verschiedene Hopfensorten verbraut. Sen Citra-Hopfen beschreibt der Großhänder http://www.hopfen-der-welt.de so schön, dass ich es nicht besser kann und daher zitiere: „Der Obstsalat unter den Hopfen! Neben Limette und Grapfruit ist noch ein ganzer Obstkorb tropischer Früchte im Aroma dabei. Delta ist ein neuer Aromahopfen, der durch eine Kreuzung von Fuggles und Cascade entstanden ist. Hallertauer Blanc hat ein blumiges Aroma mit fruchtigen Noten. Galaxy wird mit einer intensiven Hopfennote beworben. Calypso hat ausgeprägte Fruchtaromen. Nun bin ich aber neugierig.

Rotgold und fast klar zeigt sich das Bier im Glas, darüber ein elfenbeinfarbiger feinporiger und fester Schaum mit einer langen Standzeit. Optisch das das Bier also schon mal perfekt. Und dann der Duft: Zitrusfrüchte, Aprikosen und Südfrüchte teigen mir in die Nase. Damit entspricht das Aroma meinen Erwartungen. Zeit also für den ersten Schluck. Der Antrunk ist überraschend mild. Vielleicht ist er mir etwas zu bitter, aber nicht unangenehm. Dann breitet sich aber eine sehr intensive Bitterkeit im Mund aus, der alle anderen Geschmacksnuancen überlagert. Trotzdem folgt ein sehr milder Abgang. Irgendwie macht das Bier mir einen sehr unausgeglichenen Ausdruck. Wie kommt das Bier dann zu seinen Auszeichnungen?

Das ist schon merkwürdig. Ein erneuter Blick auf das Rückenetikett zeigt mir, dass ich ein Bier gekauft habe, das bereits seit mehr als vier Monaten abgelaufen ist. Ich werde einmal bei der Brauerei nachfragen, ob es daran liegt. Wenn ich dieses Ale noch einmal in meinem Getränkemarkt bekomme, werde ich auch noch einen Nachtest durchführen.

Zutaten:

Wasser (Quellwasser aus dem Eleonorental), Gerstenmalz (Pilsner Malz, Münchner Malz, Karamellmalz), Hopfen (Citra, Delta, Hallertau Blanc, Galaxy, Calypso), Hefe

Alkoholgehalt:

6,4 % Vol.

Brauerei:

Köstritzer Schwarzbierbrauerei
07586 Bad Köstritz
http://www.koestritzer.de

Braufactum Roog

Welcher Teufel hat mich eigentlich geritten, dass ich ein Rauchbier gekauft habe? Vermutlich hat mich gereizt, dass es sich um ein Rauchweizen handelt, eine Seltenheit. Außerdem stammt das Bier aus der hessischen Brauerei Braufaktum, während Rauchbier traditionell aus dem fränkischen Bamberg stammt. In der Regel stört mich der Rauchgeschmack im Bier, der in der Regel sehr hervorstechend ist. Aber egal, jetzt habe ich es vor mir stehen und ich werde tapfer sein und es verkosten. Sehen wir uns zunächst die Etiketten an.

Zunächst fällt die Flaschengröße auf; 650 ml passen in die Flasche. Ebenfalls auffällig ist auch der Alkoholgehalt von 6,6 Volumenprozenten, besonders für Weizenbier ein erstaunlich hoher Wert. Auf dem vorderen Etikett wird auch erklärt, dass das Rauchmalz traditionell über Buchenholz gedarrt wurde, womit geklärt ist, woher die Raucharomen stammen. Das Etikett auf der Rückseite trägt die Zutatenliste, auf die ich gleich noch eingehen werde.

Ein Blick auf die Website des Herstellers informiert mich noch, dass dieses Rauchweizen auf dem World Beer Cup 2012 mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurde. Zumindest in diesem Jahr war das Bier also das zweitbeste Rauchbier weltweit. Dementsprechend wachsen jetzt meine Erwartungen; eventuell war der Kauf doch kein Fehler.

Immerhin sechs verschiedene Malzsorten verbraut die Manufaktur in ihrem Rauchweizen. Das helle Weizenmalz ist für Weizenbiere typisch und betont die Frische des Weizenbiers. Durch das dunkle Weizenmalz kommen die Malznoten zum Vorschein. Für das Weizenkaramellmalz wird das Getreide nach speziellen Verfahren vermälzt, verzuckert und anschließend schonend geröstet. Dann folgen noch drei Gerstenmalze. Das Rauchmalz verleiht dem Bier seinen typischen rauchigen Geschmack. Das Wiener Malz sorgt für einen vollmundigen Geschmack und gibt dem Bier eine goldene Farbe, wenn es nicht wie hier mit dunklen Malzen gemischt wird. Das Karamellmalz verbessert die Schaumeigenschaften und die Vollmundigkeit des Bieres wird optimiert, ohne die Farbe zu verändern. Die Hopfensorte Herkules ist eine Neuzüchtung, die seit etwa zehn Jahren auf dem Markt ist und die einen hohen Bitterwert hat. Na ja, eventuell gefällt mir dieses Rauchweizen ja doch. Schenke ich mir also ein.

Dunkelbraun mit einem Rotstich steht das Bier im Glas. Auffällig ist auch die große Menge Hefe, die das Bier enthält. Das gefällt mir, da Biere mit Hefe in der Regel vollmundig sind. Über dem Bier wie für Weizenbier typisch viel Schaum in einem hellen Haselnussbraun. Der Schaum ist feinporig und bleibt lange erhalten. Optisch ist das Bier also perfekt. Der Duft ist durch starke Röstaromen geprägt, ich würde sagen angekokeltes Buchenholz mit einem Hauch gebrannter Mandeln. Das klingt in der Beschreibung nicht so toll, ist aber in der Realität absolut nicht unangenehm.

Der Antrunk ist überraschend mild. Ich hätte ihn aufgrund des intensiven Dufts deutlich heftiger erwartet. Aber so haben wir hier ein mildes Rauchbier mit einer leichten Süße, bei dem die Rauchnoten zwar deutlich wahrnehmbar sind, aber nicht alle anderen Geschmäcker überlagern, wie es bei vielen Rauchbieren aus Bamberg der Fall ist. Hier kommt aber auch der Geschmack der Hefe deutlich durch. Die reichlich vorhandene Kohlensäure sorgt für zusätzliche Frische und Süffigkeit des Bieres. Der Abgang ist bitter und wird von Röstaromen bestimmt, die auch lange nachklingen.

Es ist ein Bier mit Ecken und Kanten, eines der wenigen Rauchbiere, die ich wirklich mag. Ich könnte es mir gut zu einem Wildbraten vorstellen. Aber dieses Bier will nicht jedem gefallen und ich kann durchaus verstehen, wenn jemand dieses Bier nicht mag. Probieren Sie es aus, es lohnt sich.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz (helles Weizenmalz, dunkles Weizenmalz, Weizenkaramellmalz), Gerstenmalz (Rauchmalz, Wiener Malz, Karamellmalz), Hopfen (Herkules), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Brauerei:

Die Internationale Brau-Manufacturen GmbH
60591 Frankfurt

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Firestone Pale 31

Nun möchte ich wieder einmal ein Craft-Bier verkosten, erstmals aus den USA. Das von Firestone Walker in Kalifornien gebraute Bier wird in Deutschland durch Braufactum im hessischen Frankfurt vertrieben. Bereits die Angaben auf den Etiketten versprechen, dass dieses Bier eine Menge Spaß machen wird.

Bereits bei der Malzauswahl haben sich die Brauer eine Menge Arbeit gemacht und haben eine Mischung von vier Malzen kreiert. Das enzymreiche Pilsener Malz verleiht dem Bier einen frischen und abgerundeten Geschmack. Das helle Maris Otter-Malz ist das klassische Malz für Ale und soll wohl das Lieblingsmalz sehr vieler englischer Brauer sein. Das Münchner Malz sorgt für eine intensive Farbe des Biers und das Caramelmalz sorgt für eine Vollmundigkeit des Biers und verbessert die Schaumeigenschaften. Dazu noch vier Hopfensorten. Fuggle ist ein milder und zugleich würziger englischer Aromahopfen, der für Ales und Stouts verwendet wird. Cascade ist nach Angaben eines Hopfenhändlers der beliebteste Aromahopfen in den USA und wird aufgrund seiner Zitrus- und Grapefruitaromen häufig in stark gehopften Ales verwendet. Er entstand aus einer Kreuzung von Fuggle mit der russischen Hopfensorte Serebrianka. Centennial ist ein Aromahopfen mit einem hohen Alphasäuregehalt und blumiger Zitrusnote. Chinook ist eine amerikanische Hopfensorte mit starkem Grapefruitcharakter. Die Zutatenliste macht also schon mal viel Lust auf dieses Bier. Schenke ich es also ein.

Bereits beim Öffnen der Flasche steigt mir ein intensiver und leicht säuerlicher Duft von Zitrusfrüchten und Pfirsichen in die Nase. Ein so intensiv duftendes Bier habe ich selten verkostet. Nachdem ich diesen Duft genossen habe ist es an der Zeit, dass das Bier ins Glas kommt. Intensiv gelb mit einem leichten Rotstich steht das Bier im Glas, dazu eine leichte Trübung durch die vorhandene Hefe. Braufactum, der Vertreiber von Firestone in Deutschland, beschreibt die Farbe als Altgold. Und jetzt im Glas kommt noch eine zusätzliche Duftnote hervor, getrocknete Mango. Dazu eine durchschnittliche Menge weißer Schaum, der aber lange erhalten bleibt.

Der Antrunk bringt überraschend wenig Süße mit sich, da hätte ich bei der intensiven Farbe mehr erwartet. Dazu kommt eine frische Säure, die sich mit der ausgeprägten Bitternote und der reichlich vorhandenen Kohlensäure zu einem wunderbar ausgewogenen Bier verbindet. Der Körper ist weich und herrlich süffig. Der Abgang ist überraschend mild, wobei sich der Geschmack dieses Bieres lange im Mund hält. Dieses Bier macht wirklich Spaß.

Braufactum gibt auf seiner Website noch einige weitere Informationen zur Herstellung des Firestone Pale 31: Pale 31 ist ein Cuvée. Es besteht aus herkömmlich gebrautem Bier und Bieren, die im sogenannten „Firestone- Union-Verfahren“ gebraut werden, einer Weiterentwicklung der traditionellen „Burton-Union-Methode“. Als das Verhalten der Hefe durch Temperaturregelung noch nicht steuerbar war, schäumte das Bier oft aus den Fässern. Die überlaufende Flüssigkeit wurde aufgefangen und später wieder ins Fass gefüllt. Durch diese Zirkulation wird eine besonders aktive Hefe gewonnen, die dem Bier seinen einzigartigen Geschmack gibt. Firestone verwendet hierfür Fässer aus amerikanischer Eiche.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, helles Malz der Sorte Maris Otter, Münchner Malz, Caramelmalz), Hopfen (Fuggle, Cascade, Centennial, Chinook)

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Firestone Walker Brewery
1400 Ramada Drive
93446 Paso Robles
Kalifornien, USA

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taz.panterbräu

Am 3. Juli wurde das taz.panterbräu, das Bier der taz, der Öffentlichkeit vorgestellt und schon ist es bei mir angekommen (an dieser Stelle vielen Dank an Frau Renner von der taz für das Zusenden). Nach den Worten des Brauers handelt es sich um das rote Lager für das rote Lager. Na ja, warten wir mal ab, wie das Bier so ist. Das Etikett verrät erst einmal nicht viel über das Bier; es beschränkt sich auf die minimal erforderlichen Angaben. Aber OK, kommen wir zum Bier.

In einem satten Rotblond und leicht hefetrüb steht das Bier im Glas, darüber ein feinporiger Schaum mit mittlerer Standzeit. Doch, die Optik ist schon recht gut. Das Bier duftet nach Malz und Hefe, etwas bitter und süß. Offensichtlich wurde nicht nur reichlich ein gutes Malz verbraut, sondern auch einiger Aromahopfen. Der Duft wird durch das Aroma roter Früchte abgerundet. Doch, das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk wird durch die Süße des Zuckers bestimmt, der natürlich im Malz enthalten ist. Schnell macht sich ein leicht bitterer und dabei voller und runder Geschmack im Mund breit. Hier würde ich mir etwas mehr Kohlensäure wünschen, wodurch die Frische des Bieres noch etwas klarer zum Ausdruck kommen würde. Aber das ist meine persönliche Vorliebe. Der Abgang ist überraschend mild, der Geschmack bleibt im Mund aber sehr lange erhalten.

Alles in Allem ein hervorragend komponiertes Bier, etwas für Genießer. Es wäre wirklich schade um dieses rote Lager, wenn es jemand aus der Flasche trinkt und es auf diese Weise einfach in sich hineinschüttet. Ich würde es aber begrüßen, wenn das Bier, soweit es möglich ist, aus biologisch angebauten Zutaten hergestellt würde. Normalerweise schreibe ich hier ja nicht über Preise, aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme. Das Bier wird im taz-Café für einen überraschend niedrigen Preis angeboten: außer Haus für 2,00 Euro, bei Verzehr im Café für 2,80 Euro. Wo gibt es sonst noch ein Craft-Bier für diesen Preis?

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

 

Brauerei:

FlessaBräu
Petersburger Str. 39
10249 Berlin

Exklusiv gebraut für
taz
Rudi-Dutschke-Str. 23
10969 Berlin

Vielanker Pilsener

Wieder einmal werde ich jetzt ein Bier aus dem mecklenburg-vorpommerschen Vielank verkosten, diesmal das Pilsener. Nachdem mir das Schwarzbier aus dieser Brauerei im mecklenburgischen Biosphärenreservat bereits sehr gut gefallen hat, bin ich jetzt wirklich neugierig auf das Pilsener.

Mit einem intensiven Goldgelb steht das Bier im Glas. Mir fällt auf, dass es für ein ungefiltertes Bier relativ wenig Hefe enthält. Dafür bildet das Bier eine feste und feinporige Schaumkrone, die auch längere Zeit erhalten bleibt. Der Duft wird durch die Maische, den Hopfen und etwas Hefe geprägt. Der Antrunk ist für ein norddeutsches Pils typisch: herb, dabei leicht süß und spritzig. Anschließend machen sich feine Bitterstoffe im Mund breit, die durch die Hefe abgemildert und komplettiert werden. Das Bier ist herrlich süffig, halt typisch nordisch. Überraschend ist aber der milde Abgang, auch wenn er anschließend noch lange erhalten bleibt. Für mich gehört dieses Pilsener durchaus zu den besten seiner Art.

Zutaten:
Quellwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Brauhefe

Alkoholgehalt:
4,8 % Vol.

Brauerei:

VIELANKER Brauhaus GmbH & Co. KG
Lindenplatz 1
19303 Vielank
http://www.vielanker-brauhaus.de/

Ratsherrn Rotbier

Nun steht das Ratsherrn Rotbier vor mir. Ein Rotbier aus Hamburg? Eigentlich kenne ich diese Brauspezialität hauptsächlich aus Nürnberg und Belgien. Laut dem Etikett soll hamburgisches Rotbier eine Tradition seit 1536 haben. Auf ihrer Website schreibt die Ratsherrn-Brauerei sogar von einer Rotbiertradition auf St. Pauli seit dem frühen 13. Jahrhundert. Auch eine intensive Recherche im Internet und der Literatur hat ansonsten keine Hinweise darauf gebracht. Aber das nur mal nebenbei; schließlich geht es um das Rotbier von heute.

Das Etikett verrät aber noch mehr über das Bier, nämlich die Hopfensorten. Verarbeitet wurden die drei Hopfensorten Herkules, Tradition und Saphir. Herkules ist eine relativ neue Bitterhopfensorte mit den Düften von Paprika und grünen Früchten. Tradition hat er ein feines und fast süßes Aroma. Das Aroma von Saphir wird durch die würzig-holzigen Noten von Wacholder und roten Früchten wie Erdbeere geprägt. Diese Mischung macht mich dann doch neugierig. Schenke ich mir also das erste Bier ein.

Dunkelrot steht das Bier im Glas, darüber ein nicht üppiger hellbrauner Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Die Farbe fasziniert mich. Sie erinnert mich an die Farbe eines roten Traubensaftes. Bereits die Farbe zeigt an, dass hier ein ganz besonderes Bier vor mir steht. Der Duft wird durch Karamellnoten bestimmt, begleitet vom Duft nach Trockenpflaumen.

Der Antrunk ist leicht süß und bringt auch gleich einen intensiven Karamellgeschmack mit sich. Ein aromatischer Malzgeschmack breitet sich dann gleich im gesamten Mundraum aus, unterstützt durch Noten von Karamell, eine milde Kohlensäure, eine leichte Bitterkeit und einen Hauch von Säure. Der Geschmack ist genauso intensiv wie die Farbe. Wirklich gut. Der Abgang ist erstaunlich mild, aber trotzdem lang anhaltend. Dieses Rotbier ist wirklich herausragend.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Herkules, Tradition, Saphir)

Alkoholgehalt:
5,2 % Vol.

Stammwürze:
11,9 %

Brauerei:
Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstr. 30a
20357 Hamburg
http://www.ratsherrn.de

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Vielanker Schwarz

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus dem norddeutschen Mecklenburg-Vorpommern nahe der Grenze zu Niedersachsen vor mir, das Schwarzbier aus Vielank. Zur Brauerei gehört auch eine Gaststätte und wenn ich die Angaben auf der Website richtig verstehe, wird dort auch der Großteil der Produktion verkauft. Es handelt sich also um ein wirklich handwerklich hergestelltes Bier. Das Etikett verrät, dass das Bier wirklich im eigenen Brauhaus hergestellt wurde und dass es ungefiltert ist. Damit werden meine Erwartungen schon mal kräftig hochgeschraubt. Dementsprechend neugierig bin ich auch auf dieses Bier. Dann will ich es mal einschenken.

Bereits während das Bier ins Glas läuft fällt mir die tiefschwarze Färbung auf. Und tatsächlich, auch als ich das Glas gegen das Licht halte, kommt kaum ein Rotschimmer durch. Über dem Bier steht ein feinporiger brauner Schaum, der sich auch nur langsam auflöst. Optisch gefällt mir das Bier schon mal hervorragend. Auch die intensiven Röstaromen sind mir bereits beim Einschenken aufgefallen. Im Glas stelle ich noch leichte Aromen von reifen Pflaumen und Kaffee fest. So ein komplexes Aroma gefällt mir ausnehmend gut.

Im Antrunk kommt die Süße des Malzzuckers zum Vorschein, ohne dass sie sich unangenehm in den Vordergrund drängt. Dann explodiert der Geschmack im Mund regelrecht. Norddeutsch bitter, mit Anklängen von Karamell und Schokolade füllt der Geschmack des Bieres den Mund aus. Lediglich etwas mehr Kohlensäure würde ich mir wünschen. Es folgt ein angenehm bitterer Abgang, dessen Geschmack noch lange anhält.

Was für ein Bier. Es kann sowohl für sich allein genossen werden, konzentriert auf den Geschmack des Bieres. Es passt aber auch hervorragend zu einem herzhaften norddeutschen Essen. So ein Bier würde ich mir häufiger wünschen.

Zutaten:
Quellwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Brauhefe

Brauerei:
VIELANKER Brauhaus GmbH & Co. KG
Lindenplatz 1
19303 Vielank
http://www.vielanker-brauhaus.de/

Alkoholgehalt:
5,5 % Vol.