Archiv der Kategorie: Craft Beer

Klüvers Küstenbier

Jetzt verkoste ich wieder einmal ein Bier aus Klüvers Delikatessenmanufaktur im Hafen von Neustadt in Holstein. Zunächst einmal sollten wir klären, was denn überhaupt ein Küstenbier ist. Die Brauerei erklärt es wie folgt: „Unsere Interpretation eines echten Holsteiner Landbieres wie es traditionell nach der täglichen Feldarbeit in Schleswig-Holstein getrunken wurde. Hergestellt aus eigens in unserer Region angebauter Brau-Gerste, veredelt mit dunklen Malzen, mild süßlich und leicht herb im Geschmack.“

Dunkel-Bernsteinfarben zeigt sich das Bier im Glas, zusammen mit einer leichten Hefetrübung. Die Kohlensäure ist sehr munter und sorgt für eine feinporige weiße Krone aus feinporigem Schaum.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche Karamell sowie leichte blumige Noten. Der Hopfen hält sich hier dezent im Hintergrund.

Der Antrunk ist leicht süß und frisch. Zusammen mit der gut abgestimmten Kohlensäure ist das Bier vom ersten Moment an süffig. Das Malz spielt auch weiterhin die erste Geige, so dass das Bier rund und vollmundig nach Karamell schmeckt. Der Abgang ist mild und schlank und er klingt daher auch nicht lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Caramelmalz Aroma, Caramelmalz Hell, Pilsner Malz, Sauermalz), Hefe (Hallertauer Magnum, Hallertauer Tradition, Northern Brewer), Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,9 %

Brauerei:

Klüvers Delikatessen Manufaktur GmbH & Co. KG
Schiffsbrücke 2-4
23730 Neustadt/Holstein
www.kluevers.com

Camba Dark Side

Das Camba Dark Side ist ein dunkles, nein ein schwarzes, Lagerbier. Der Name Lagerbier stammt von der Notwendigkeit, das Bier nach dem Brauen noch einige Wochen bei niedrigen Temperaturen zu lagern, damit es in Ruhe reifen kann. Und vom Camba Dark Side erwarte ich schon einiges. Schließlich ist es bereits dreimal ausgezeichnet worden, 2015 und 2016 beim Meiningers International Craft Beer Award mit Gold und beim Dark Lager World Beer Award 2016 ebenfalls mit Gold. Das Bier muss also schon recht gut sein.

Schwarz und blickdicht präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sahnige hellbraune Schaumkrone, die auch recht lange erhalten bleibt. Optisch gibt es am Dark Side also schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma wird wie erwartet durch die Röststoffe dominiert. Ich rieche Kaffee und dunkle Schokolade, aber auch eine leichte Süße. Damit ist der Duft wie ich es bei einem so dunklen Bier erwarte.

Der Antrunk ist dann recht trocken; ich hätte eine ausgeprägtere Malzsüße erwartet. Aber so gefällt es mir schon mal sehr gut. Außerdem stört es mich deshalb auch nicht sonderlich, dass die sehr feinperlige Kohlensäure doch recht knapp portioniert ist. Zum Kaffeegeschmack gesellt sich eine angenehme Säure, die dem Bier eine Spur Fruchtigkeit verleiht. Diese Säure nimmt immer mehr zu und dominiert im Abgang über das geringe Bitter.

Dieses Bier trifft nicht so ganz meinen Geschmack, aber ich muss ihm auch zubilligen, dass es seine Auszeichnungen durchaus zurecht erhalten hat.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Tradition

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,6 %

IBU:

17

Brauerei:

Camba Bavaria GmbH
83376 Truchtlaching
www.camba-bavaria.de

Craftbeer-Shop-Banner

Weiherer Urstöffla

Nun steht das Urstöffla aus der Brauerei Weiherer im fränkischen Viereth-Trunstadt vor mir und wartet auf seine Verkostung. Das Bier weist einige Besonderheiten auf. Es ist nicht nur ausschließlich mit Zutaten aus biologischer Erzeugung gebraut, sondern es ist auch nachhaltig hergestellt worden. Darauf weist das Solarbier-Siegel auf dem Rückenetikett hin. Unter dem Namen haben sich etwa drei Dutzend Brauereien zusammengeschlossen, die mit Solarstrom arbeiten und die sich auf diese Weise vom Verbrauch von Strom verabschiedet haben, der durch fossile Energieträger oder durch Atomkraft erzeugt wurde. Dann ist das Bier noch in einer Pfandflasche, die auch von anderen Brauereien befüllt werden kann. Umweltfreundlicher kann ein Bier vermutlich nicht sein.

Und schlecht kann das Bier auch nicht sein. Es wurde zweimal beim Craft Beer Award ausgezeichnet, 2015 mit der Gold- und 2016 mit der Silbermedaille.

Dunkel bernsteinfarben zeigt sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist feinporig, aber leider deutlich unterdurchschnittlich voluminös und sie fällt in durchschnittlicher Zeit in sich zusammen.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche leichte Röstnoten, Trockenbirnen und Karamell. Dazu kommt noch ein dezenter süß-würziger Duft, es könnte sich um Zimt handeln. Nicht schlecht, die Nase verspricht ein mildes und relativ süßliches Bier.

Der Antrunk ist dann auch recht süß, was mit heute durchaus gefallen könnte, wenn die Brauerei nicht so sparsam mit der sehr feinperligen Kohlensäure umgegangen wäre. Schnell kommt eine leichte Säure zur Malzsüße, die eine gewisse Fruchtigkeit mit sich bringt. Hier spiegeln sich auch die Birnen wieder, zusammen mit etwas Mango. Insgesamt macht der Körper einen recht runden Eindruck. Der Abgang ist sehr mild mit wenig Bitter und einem kurzen Nachklang.

Das Bier macht insgesamt nichts verkehrt, ist aber meiner Meinung nach zu sehr auf den Einheitsgeschmack ausgerichtet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,6 %

Brauerei:

Brauerei Kundmüller
Weiher 13
96191 Viereth-Trunstadt
www.weiherer-bier.de

Biershop Bayern

Red Castle Brew Rotbier

Jetzt steht das Rotbier von Red Castle Brew in Gräfenberg vor mir. Rotbier gibt es nicht nur in Nürnberg, sondern auch in der Hanse und in Belgien war bzw. ist das Rotbier verbreitet. Es ist aber das typische Bier aus Nürnberg. Die rote Farbe kommt vom Malz, das zwar stärker als das Helle Malz geröstet wird, aber nicht so stark wie die Malzsorten für die schwarzen Bierstile. Angeblich soll es das Rotmalz bereits seit dem 12. Jahrhundert geben und damit auch das Rotbier. In der Regel sind die Rotbiere sehr vollmundig, so dass ich mich auf dieses Bier richtig freue und ich hoffe, dass es mich nicht enttäuscht.

Kräftig rot ist das Rotbier Red Castle Brew schon mal. Dazu ist es naturtrüb. Leider entwickelt sich die Schaumkrone nicht allzu stark. Obwohl sie unterdurchschnittlich hoch ist, ist der elfenbeinfarbige Schaum schön sahnig und er hält sich auch lange.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche Röstaromen nach Toffee, dazu aber auch eine ordentliche Fruchtigkeit des Hopfens, der nach Pomelos duftet. So gefällt mir das Bier.

Der Antrunk ist recht süß und ich stelle fest, dass die feinperlige Kohlensäure sehr knapp dosiert wurde. Da würde ich mir eindeutig mehr wünschen. Das Bier verteilt sich auf der Zunge und jetzt kommt die Fruchtigkeit richtig zum Tragen. Auch wenn sich jetzt der Geschmack einer überreifen Birne unter die Eindrücke mischt, wirkt das Bier vollmundig und rund. Der Abgang enthält nur sehr wenige Bitterstoffe, die aber trotzdem lange nachklingen.

Das Red Castle Brew Rotbier ist für Menschen gebraut, die vollmundige und milde Biere mögen.

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Brauerei:

Red Castle Brew
Gewerbepark Hüll 17
91322 Gräfenberg
https://www.facebook.com/search/top/?q=red%20castle%20brew

Club Bier 01 Coffee Stout

Liechtenstein ist ja nicht unbedingt für seine Braukunst bekannt, aber auf der anderen Seite muss es auch nicht verwundern, dass auch dort Bier gebraut wird. Jetzt steht ein Bier aus dem Liechtensteiner Brauhaus vor mir. Das Coffee Stout hat die Ordnungsnummer 01, was bedeutet, dass es sich um das erste Bier aus der sechsteiligen Serie der Club Biere handelt, einer Reihe ungewöhnlicher Biere der Brauerei.

Schwarz mit einem kleinen Stich ins Braune ist das Bier, darüber eine feinporige hellbraune Schaumkrone, die aber relativ schnell in sich zusammenfällt. Da bei diesen sehr dunklen und intensiven Bieren der Schaum meist nicht sonderlich haltbar ist, betrachte ich das aber nicht als Makel.

Das Aroma wird durch intensive Röstaromen dominiert. Ich rieche dunkle Schokolade und Kaffee. Der Hopfen hält sich so weit im Hintergrund, dass er sich in der Nase nicht wahrnehmen lässt.

Der Antrunk ist wie aufgrund des Aromas erwartet ziemlich süß und ich bemerke, dass die Kohlensäure nur sehr sparsam vorhanden ist. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Aber dann füllt ein intensiver Geschmack von Espresso den Mund, der mit den vorhandenen Bitterstoffen einen angenehmen Kontrast zur Süße des Antrunks bildet. Jetzt macht das Bier einen ausgewogenen Eindruck und ich könnte mir vorstellen, dass zu diesem Zeitpunkt mehr Kohlensäure eher stören würde. Der Abgang ist wenig bitter, eher trocken, und jetzt kommt der Geschmack dunkler Schokolade zum Vorschein, der ellenlang nachklingt.

An dieses Bier könnte ich mich gewöhnen. Allerdings sollte es gut gekühlt genossen werden, nur dann kommen die Kontraste richtig zur Geltung. Zu diesem Bier passt sowohl eine bayerische Brotzeit mit kräftigem Käse und Schinken als auch ein süßes Dessert. Dieses Coffee Stout ist wirklich sehr anpassungsfähig.

Zutaten:

Liechtensteiner Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Wiener, Carafa, Caramünch, Melanoidin, Caraamber), Hopfen (Perle, Hallertauer Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 %

Stammwürze:

12,8° Plato

IBU:

32

Brauerei:

Liechtensteiner Brauhaus AG
Im Rösle 4
9494 Schaan
Liechtenstein
www.brauhaus.li

Riegele IPA Liberis 2+3

Mit alkoholfreien Bieren tun sich die Craft Beer-Brauer ziemlich schwer. Das verwundert mich nicht allzu sehr, fehlt den alkoholfreien Bieren schließlich mit dem Alkohol ein wichtiger Geschmacksträger. Inzwischen gibt es mit dem Riegele IPA Liberis 2+3 ein weiteres alkoholfreies IPA, das jetzt vor mir steht. Da Riegele erst kürzlich beim Meiningers International Craft Beer Award als Craft-Brauer des Jahres national ausgezeichnet wurde, gehe ich davon aus, dass es sich hierbei um ein wirklich gutes Bier handelt. Dies gilt umso mehr, wenn wir uns vor Augen halten, dass das Liberia 2+3 beim gleichen Wettbewerb die Silbermedaille errungen hat.

Wenn Sie sich fragen, was das 2+3 im Namen zu bedeuten hat, kann ich die Frage schnell beantworten. Das Bier wurde mit zwei speziellen Hefen sowie mit den drei Hopfensorten Amarillo, Simcoe und Mandarina Baravia gebraut.

Goldorange und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Schaumkrone, feinporig und mit einem leichten Gelbstich. An der Optik gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Das Aroma kann mit der Optik mithalten. Das Bier duftet intensiv nach tropischen Früchten. Ich rieche Grapefruit, Mandarine und einen Hauch Muskat. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und fruchtig, wobei die Kohlensäure für eine ordentliche Spritzigkeit sorgt. Ich schmecke Mandarine, Litschi und Pfirsich. Insgesamt ist der Geschmack rund und ausgewogen, auch wenn ich mir etwas mehr Bitterstoffe wünschen würde. Schließlich haben wir hier ein IPA im Test. Der Abgang ist freundlich bitter und er klingt sehr lange nach.

Das Riegele IPA Liberis 2+3 ist das dritte alkoholfreie IPA, das ich verkoste. Eine so intensive Fruchtigkeit habe ich dabei noch nicht erlebt. Für meinen Geschmack ist das Erzeugnis aus dem Haus Riegele das Beste, aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bitterwert:

25 IBU

Brauerei:

Brauerei S.Riegele
Frölichstraße 26
86150 Augsburg
www.riegele.de

Biershop Bayern

DIE BIEROTHEK  

Craftbeer-Shop-Banner

Altstadthof Rotbier

Die kleine Hausbrauerei unterhalb der Nürnberger Burg rühmt sich, die erste Brauerei gewesen zu sein, die ausschließlich mit Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau gebraut hat. Ich kann Ihnen versichern, dass die Franken nicht nur bei den Zutaten auf die Auswahl achten, sondern auch beim Personal. Nur so ist die Qualität zu begründen, die mich bei jedem Besuch in Nürnberg wieder in die Brauereigaststätte zieht. Diesmal steht das Rotbier vor mir. Ich weiß nicht, wo dieser Bierstil ursprünglich herkommt. Den Anspruch, Erfinder des Rotbiers zu sein, beanspruchen sowohl die Nürnberger als auch die Hamburger für sich. Die meisten roten Biere gibt es allerdings in Belgien und eine Brauerei in den Niederlanden braut sogar ein rotes Altbier. Aber eigentlich interessiert mich die Geschichte nicht so sehr, sondern mehr die Gegenwart, also das Bier, das jetzt darauf wartet, von mir verkostet zu werden.

Kastanienbraun mit einer sehr voluminösen beigen Schaumkrone zeigt sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. An der Optik gibt es also schon mal nichts auszusetzen.

Fast noch besser als die Optik ist das komplexe Aroma. Trockenfrüchte paaren sich mit Röstaromen, unterstützt durch den Duft dunkler Schokolade und einem Hauch Vanille. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, aber durch die sehr feinperlige Kohlensäure wirklich frisch. Aber erst als sich das Bier im Mund verteilt kommt der Geschmack durch. Das Malz steht deutlich im Vordergrund, Süße und leichte Röstnoten verbinden sich mit einer perfekt ausbalancierten Säure und Fruchtigkeit zu einem vollmundigen weichen Vergnügen, das noch durch eine dezente Bitterkeit ergänzt wird. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches und mildes Bitter sowie durch einen sehr langen Nachklang aus.

Zu behaupten, dass das Rotbier aus dem Altstadthof das beste Bier ist, das ich bislang getestet habe, wäre vermutlich übertrieben. Aber auf jeden Fall ist es eines der Biere mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Naturhopfen (Hallertauer Tradition, Smaragd), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13,5 %

Bitterwert:

18 IBU

Brauerei:

Hausbrauerei Altstadthof
Bergstr. 19 – 21
90403 Nürnberg
www.hausbrauerei-altstadthof.de

Hofmark Weisse

Sommerzeit ist Weißbierzeit. So steht jetzt die Hofmark Weisse aus der Brauerei Hofmark im Bayrischen Wald vor mir. Die Flasche ist eine Abfüllung für die Bioladenkette denn’s. Dabei handelt es sich um das gleiche Bier, das die Brauerei auch unter dem Namen Hofmark Bio Weisse in der Bügelverschlussflasche vertreibt. Die Brauerei begann im Jahr 1995 Bier aus biologischen Zutaten zu brauen. Dann wollen wir mal sehen, wie sich das Bier so macht.

Kräftig goldfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Für ein Weizenbier bildet sich wenig Schaum, der auch nicht allzu lange erhalten bleibt. Aber es kommt ja nicht so sehr auf den Schaum an und die Farbe des Bieres verspricht schon einmal einen intensiven Geschmack.

Das Aroma ist schon mal überraschend. Der für ein Weizenbier typische Duft nach Banane hält sich diskret im Hintergrund, stattdessen dominieren der Duft der Hefe, nach Toffee, Birnen und einem Hauch Zitrone. Ungewöhnlich, aber wirklich nicht schlecht.

Der Antrunk ist recht süß, aber die sehr gut bemessene feinperlige Kohlensäure sorgt für eine angenehme Frische. Das Bier verteilt sich im Mund und es zeigt sich, dass die Duftnoten sich im Geschmack fortsetzen. Die Süße sorgt für einen vollmundigen kräftigen Geschmack. Ich schmecke Birne und eine dezente Säure, während auch hier der eigentlich sortentypische Geschmack der Banane fast vollständig fehlt. Aber insgesamt macht der Geschmack einen runden und ausgewogenen Eindruck. Erst im Abgang wagt sich der Bananengeschmack hervor und ich meine, auch Anklänge von Haselnuss zu erschmecken. Bitterstoffe tauchen nur sehr wenig auf.

Das Hofmark Weisse ist untypisch, aber wirklich lecker. Wer milde und vollmundige Biere mag, wird dieses Bier lieben.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

IBU:

15

Brauerei:

Hofmark Brauerei KG
Hofmarkstr. 15
93455 Loifling
www.hofmark-brauerei.de

für

denree GmbH
Hofer Str. 11
95183 Töpen
www.denree.de

Summer Pale Ale

Gerade komme ich aus dem Urlaub zurück und finde im Briefkasten die Benachrichtigung, dass bei meinem Nachbarn ein Paket für mich angeliefert wurde. Bestellt hatte ich eigentlich vorher nichts, und so freute ich mich umso mehr, dass Maisel & Friends mir eine Flasche des Sondersuds Summer Pale Ale geschickt hat. Hätte mich vorher jemand gefragt, was für mich ein Sommerbier ist, hätte ich mit Sicherheit ein Weizenbier genannt. Die Brauerei aus Bayreuth ist aber einen anderen Weg gegangen und hat ein Pale Ale kreiert, das mit vergleichsweise moderaten 4,4 Volumenprozenten Alkohol eine gewisse Leichtigkeit verspricht. Mal sehen, ob das Bier meinen Erwartungen entspricht.

Goldgelb und hefetrüb zeigt sich das obergärige Bier im Glas. Trotz der Trübung durch die Hefe zeigt sich eine sehr aktive Kohlensäure. Trotzdem bildet sich recht wenig sahniger weißer Schaum, der dafür aber sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es also nichts zu meckern.

Der Duft ist betörend. Mandarine steht im Vordergrund, unterstützt durch Grapefruit und Mango. Das Malz hält sich hier im Hintergrund, steigt aber trotzdem noch leicht in die Nase.

Der Antrunk ist durch die Kohlensäure prickelnd frisch und auch hier bleibt die Süße vornehm im Hintergrund. Langsam kommt dann die Fruchtigkeit und bringt ein leichtes Bitter mit. Dabei ist das Summer Pale Ale schlank und leicht. Erst im Abgang wird das Bitter kräftiger, bleibt dabei aber immer freundlich und klingt mittellang nach.

Ja, das ist ein frisches Bier, das gut zu einem warmen Sommertag passt. Da es nicht so kräftig im Geschmack ist wie ein IPA passt es auch gut zu jedem leichten Sommeressen. Hier zeigt sich die fränkische Braukunst von ihrer besten Seite. Abschließend will ich noch einmal darauf hinweisen, dass es sich um einen Sondersud handelt. Wenn er weg ist, dann ist er weg und er kommt auch nicht wieder.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Topaz, Citra, Mandarina Bavaria, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

4,4 % Vol.

Stammwürze:

9,9° Plato

Brauerei:

Gebr. Maisel KG
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Riedenburger Dolden Null

Alkoholfreies Craft Beer ist selten und auch beim Bier aus biologischen Zutaten ist alkoholfreies Bier die absolute Ausnahme. Beim Dolden Null aus dem Riedenburger Brauhaus im Altmühltal kommt nun beides zusammen: ein alkoholfreies Craft Beer, das aus Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau gebraut wurde. Nur zur Erinnerung: alkoholfreies Bier heißt nicht, dass das Bier absolut keinen Alkohol enthält, sondern lediglich, dass weniger als ein halbes Volumenprozent enthalten ist. Darauf weist das Riedenburger Brauhaus beim Dolden Null auch auf dem vorderen Etikett hin.

Auf dem Rückenetikett beschreibt die Brauerei im Telegrammstil, weshalb und wie sie das Bier braut: „Manchmal müssen wir noch Auto fahren. Manchmal am nächsten Tag fit sein. Aber deswegen auf ein Craftbier verzichten? Wir mussten es lösen, dieses schier unlösbar geglaubte Dilemma. Auch für uns selbst. Hier ist Dolden Null. Eingebraut als Dolden Sud und dann urplötzlich die Gärung gestoppt. Quasi ein Alcoholitus Interruptus. Das Ergebnis: ein hopfig, fruchtiges craftiges Bier – nur eben fast ohne Alkohol.“ Soweit die Theorie, kommen wir nun zum Bier.

Goldgelb zeigt sich das Bier im Glas, dazu minimal hefetrüb. Darüber bildet sich eine recht große feinporige weiße Schaumkrone, die sich sehr langsam auflöst. Die Optik dieses Biers ist schon mal ein Gedicht.

Das Bier duftet nach Zitrusschalen und Bitterorange. Dazu ist eine gewisse Malzsüße zu erahnen. Jetzt habe ich aber richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk spiegelt das Aroma wider. Die Zitrone kommt dabei mehr in den Vordergrund und ich würde mir etwas mehr Süße wünschen. Aber die sehr lebendige Kohlensäure sorgt für eine ordentliche Frische. Insgesamt macht das Bier während des Trinkens einen leichten Eindruck. Erst im Abgang kommt eine leichte und freundliche bittere Note hervor, die recht kurz nachklingt.

Es ist ein durchaus leckeres Bier, das ich gerne an einem warmen Sommerabend im Biergarten genießen würde. Für ein IPA fehlt mir aber etwas.

Zutaten:

Wasser, Emmermalz, Gerstenmalz, Hopfen (Spalter Select, Saphir, Mandarina Bavaria, Cascade, Pilgrim), Gärungskohlensäure, Hefe

Alkoholgehalt:

> 0,5 % Vol.

Stammwürze:

6 %

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

DIE BIEROTHEK

Craftbeer-Shop-Banner