Archiv der Kategorie: Craft Beer

Zombräu Voodoo

Jetzt steht das letzte Bier von Tobias und Bastian Merches aus Mirskofen vor mir, das Zombräu Voodoo. Es ist ein leichtes IPA mit nur 3,7 Volumenprozenten. Das Etikett verspricht also ein leichtes Sommerbier für zwischendurch. Mal sehen, ob ein IPA mit so wenig Alkohol auch schmecken kann. An dieser Stelle sage ich noch einmal „Danke“ an die beiden Brauer für die Zusendung der Biere.

Rotgolden und wenig hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Ich sehe reichlich Kohlensäure und es bildet sich viel feinporiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig und für ein India Pale Ale erstaunlich mild. Düfte nach Limonen, Maracuja und Mango steigen mir in die Nase. Bis jetzt kann mich das Bier wirklich begeistern.

Der Antrunk ist fruchtig und hopfenbetont, aber auch der Malzkörper kommt zu seinem Recht und sorgt für eine leichte Süße. Diese Mischung überzeugt vom ersten Moment an. Schnell kommt ein ordentliches Bitter dazu, das etwa so kräftig ist wie die Fruchtigkeit und sie beinahe überdecken will. Der Geschmack ist nicht so stark wie bei IPAs mit mehr Alkohol, aber überraschend voll. Auch der Abgang kann überraschen. Er ist vergleichsweise mild und klingt trotzdem lange und angenehm nach.

Mit seinem relativ wenigen Alkohol, seiner Frische und seiner Fähigkeit, den Durst zu löschen, ist dieses Bier ideal für einen heißen Sommertag.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Helles Caramelmalz), Hopfen (Nugget, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

3,7 % Vol.

Brauerei:

Zombräu OHG
Obere Sendlbachstr. 19
84051 Mirskofen
www.zombraeu.com

Super 8 Blanche

Wieder einmal steht ein Bier aus der Brouwerij Haacht in Boortmeerbeek vor mir, das Super 8 Blanche. Auch dieses Bier haben mir die Brauer auf der Internorga mitgegeben. Auch wenn ich für diese Flasche nicht gezahlt habe, werde ich mich bemühen, sie objektiv zu beurteilen.

Super 8 ist eines von fünf Bieren unterschiedlicher Bierstile, für die die Brauerei sogar eine eigene Website eingerichtet hat. Wie der Name bereits aussagt ist das Super 8 Blanche ein Witbier, eines der typischen frischen belgischen Biere, die eine gewisse Ähnlichkeit mit dem deutschen Weizenbier haben, aber meist doch deutlich erfrischender sind. Ob das auch auf dieses Bier zutrifft will ich jetzt feststellen.

In hellem Gold und minimal hefetrüb strahlt mir das Bier im Glas entgegen. Dazu baut sich beim Einschenken sehr viel fester Schaum auf, der auch lange erhalten bleibt. Es empfiehlt sich also, beim Einschenken vorsichtig zu sein, um nicht zu lange mit dem ersten Schluck warten zu müssen.

Das Bier duftet nach Biskuitteig mit deutlichen Zitrusnoten sowie dem Aroma von Orangenschale und Koriander. Genauso erwarte ich ein belgisches Witbier.

Der Antrunk ist leicht süß und vom ersten Moment an fruchtig und frisch. Auf der Zunge entwickelt sich eine volle und runde Fruchtigkeit, wobei sich die Zitrusnoten mit dem Koriander wunderbar vereinen. Zusätzlich wird das Bier leicht trocken, was es zu einem guten Durstlöscher im Sommer macht. Der Abgang ist kaum bitter und leicht fruchtig. Der Nachklang ist kurz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Weizenmalz, Koriander, Orangenschale, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Haacht
Provinciesteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.haacht.com

Braukatz Hop Cat

Das Allgäu – eine Bilderbuchlandschaft. Von dort kommt das Bier, das jetzt vor mir steht, das Braukatz Hop Cat aus der Brau-Manufaktur Allgäu in Nesselwang. Die Brauerei ist seit 1883 in Familienbesitz. Neben den traditionsreichen bayrischen Bieren werden hier auch einige Craft-Biere kreiert, so auch das Hop Cat.

Das helle Gelb des Bieres und die leichte Trübung durch die Hefe gefallen mir schon mal gut. Leider hat das Bier nur recht wenig gemischtporigen Schaum, der auch schnell in sich zusammenfällt.

Über die meiner Meinung nach doch noch verbesserungsfähige Optik dieses Bieres trösten aber die fruchtigen Aromen hinweg, die mir bereits während des Einschenkens in die Nase steigen. Vor Allem Limone und Ananas kann ich riechen. Spätestens mein Geruchssinn verrät mir, dass ich hier ein besonderes Bier vor mir stehen habe.

Bei diesem fruchtigen Aroma erwarte ich einen recht süßen Antrunk – und ich werde auch nicht enttäuscht. Die fruchtige Süße, in der sich das Aroma widerspiegelt, wird aber durch die gut dosierte feinperlige Kohlensäure ausgeglichen. Schnell verbindet sich ein kräftiges aber freundliches Bitter mit der Fruchtigkeit. Jetzt zeigt das Hop Cat seinen Charakter – kräftig und ausgewogen, damit aber absolut nicht langweilig. Trotz des kräftigen Bitter bleibt das Bier sehr gut trinkbar. Auch der Abgang ist fruchtig und zeigt dabei ein erstaunlich mildes Bitter. Trotzdem klingt er ellenlang nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Triskel, Brewers Gold), Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

11,0 %

Bittereinheiten:

42 IBU

Brauerei:

Post-Brauerei Nesselwang
Karl Meyer
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
www.brau-manufactur-allgaeu.de

Biershop Bayern

Zombräu Blutweisse

Mir gefällt ja die Philosophie der beiden Brauer aus Mirskofen, die sie auf ihrer Homepage zusammenfassen: „Was bereits tot ist, kannst du nicht mehr umbringen! Craft Beer ist kein neues Phänomen, sondern existiert schon seit hunderten von Jahren. Aber mit der industriellen Revolution und der Industrialisierung des Bieres wurden innovative in Handarbeit gebraute Schätze niedergemetzelt und durch Standardbier ersetzt. Gesichtsloses, wässriges Lager, das die Leute nur trinken, weil sie glauben, das müsse so schmecken. Aber sie irren sich gewaltig!“ Die Biere von Tobias und Bastian, die ich bislang verkostet habe, haben bereits bewiesen, dass die beiden die Ansprüche, die sie in ihrer Darstellung formulieren, durchaus erfüllen. Daher freue ich mich auf diesen Biertest.

Vor mir steht jetzt die Blutweisse, ein rotes Weizenbier, das vollkommen ohne Weizen auskommt. Wie das geht? Er wurde einfach durch Dinkel ausgetauscht. Dinkel ist ein enger Verwandter des Weizens, einige Quellen sagen auch, dass der Weizen aus dem Dinkel gezüchtet wurde. Tatsächlich sind die beiden Getreidearten so eng miteinander verwandt, dass sie sich sogar kreuzen lassen. Da der Dinkel zumindest im Brot verbacken intensiver schmeckt als Weizen erwarte ich jetzt ebenfalls eine Geschmacksexplosion. Wikipedia schreibt sogar, dass Dinkel auch von Weizenallergikern vertragen wird. Ich weiß zwar nicht, ob diese Menschen auch auf Weizenbier reagieren, aber falls ja, ist die Blutweisse für diese Personen sicher eine Alternative. Wenn Sie von einer Weizenallergie betroffen sind, sollten Sie das aber vor einem Selbstversuch noch genau abklären. Aber genug der Theorie, jetzt ist es an der Zeit, das Glas zu füllen.

Und wirklich – rot mit einem Braunstich und ist leicht hefetrüb. Die durchschnittlich große Schaumkrone ist fest, hat einen leichten Elfenbeinton und bleibt lange erhalten. Optisch ist das Bier schon mal perfekt.

Ein sattes Getreidearoma steigt mir in die Nase, zusammen mit Karamell- und fruchtigen Aromen nach Banane sowie einigen würzigen Noten. Ich meine Düfte nach Pfeffer und Gewürznelken wahrzunehmen. Das runde Aroma macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß, dabei intensiv. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig und sanft. Die Rezenz ist cremig, Malze und Banane bestimmen den Geschmack auf der Zunge. Der Abgang ist wenig bitter, aber er klingt lange nach.

Die Blutweisse hat meine Erwartungen vollkommen erwartet. Sie hat Charakter, ist rund und ausgewogen. Schade, dass es dieses Bier im Ruhrpott nicht zu kaufen gibt; es würde sonst sicher häufiger meinen Kühlschrank bevölkern. Außerdem wird die Blutweisse in 0,33 l-Flaschen geliefert, so dass ich mein kleines Weizenbierglas häufiger mal verwenden könnte.

Zutaten:

Wasser, Dinkelmalz, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Cara50, Cara100, Melanoidinmalz, Special W®), Hopfen (Perle)

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürzegehalt:

14° Plato

Bittereinheiten:

11 IBU

Brauerei:

Zombräu
Obere Sendlbachstr. 19
84051 Mirskofen
www.zombraeu.com

Camba IPA

Camba Bavaria wurde im Jahr 2014 von Meiningers International Award als Craft -Brauer des Jahres ausgezeichnet. 2017 erschien in der Welt ein Artikel, in dem die Redaktion die Brauerei als eine der innovativsten Brauereien beschrieb, gemeinsam mit Maisel & Friends. Diese Beschreibung bezog sich allerdings nicht auf das Bier, sondern auf die Produktion. Die Brauerei beschreibt sich auf ihrer Website wie folgt: „Von der Produktion bis hin zum Vertrieb verfolgen wir gemeinsam ein Ziel: unseren Kunden beste Biere zu bieten – dabei steht der persönliche Kontakt und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit stets an erster Stelle. Unsere Expertise und die Bündelung unterschiedlichster Kompetenzen unter einem Dach zeichnet uns als Brauerei aus. Eine internationale Ausrichtung sowie geballtes Branchen-Know-How, ermöglicht es uns, Kunden aus aller Welt zu beliefern und einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.“ Na, dann wollen wir doch mal sehen, ob sich so viel attestierte Kompetenz auch im Bier niederschlägt.

Mit seiner dunklen Bernsteinfarbe, die einen deutlichen Rotstich aufweist und der kräftigen Hefetrübung spricht mich das Bier schon mal an. Auch die sich darüber bildende sehr voluminöse und sahnige Schaumkrone lässt mir das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Im Aroma halten sich die Fruchtigkeit des Hopfens und der Malzkörper die Waage. Mir steigen Aromen von Mandarinen, Limetten und Ananas in die Nase, gepaart mit dem Karamellduft des Malzes sowie einigen grasigen Noten. Das macht doch richtig Lust auf den ersten Schluck.

Eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure prägen den ersten Eindruck dieses Bieres. Für ein IPA geht es überraschend leicht über die Zunge. Die Bitterstoffe halten sich zunächst diskret im Hintergrund, so dass das Bier recht leicht wirkt. Das bleibt aber nicht so. Als sich das Bier im Mund verteilt, kommt der Geschmack nach Grapefruit in den Vordergrund und zieht auch die Bitterstoffe mit sich. Immer noch wirkt das Bier aber frisch und gut trinkbar. Der Abgang ist durch ein freundliches Bitter mit einem langen Nachklang geprägt.

Zutaten

Brauwasser, helle und dunkle Gerstenbraumalze, Hopfen (Mosaic, Cascade, Chinook, Citra), obergärige Bierhefe

Alkoholgehalt

6,6 % Vol.

Stammwürze

15,5 %

Bittereinheiten

62 IBU

Brauerei:

Camba Bavaria
Gewerbering 3
83370 Seeon
www.cambabavaria.de

Biershop Bayern

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Insel-Brauerei Saison

Die Insel-Brauerei aus Rambin auf Rügen steht einfach für Qualität. Daher habe ich auch keine Befürchtungen das Insel Saison von dort zu öffnen und zu verkosten. Saison, auch Farmhouse Ale genannt, ist ein alter belgischer Bierstil. Traditionell wurde er im Winter gebraut, um im Sommer die Erntehelfer zu motivieren, am nächsten Tag wieder zur harten Arbeit aufs Feld zu gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dabei groß aus Qualität und konsistenten Geschmack geachtet wurde; vermutlich war die Menge wichtiger und es wurde mit den Zutaten gebraut, die noch in ausreichender Menge verfügbar waren.

Heute ist das Saison ein sehr komplexer Bierstil. Die meisten dieser Biere verfügen über ein sehr fruchtiges Aroma, das sich auch im Geschmack widerspiegelt. Achten Sie auf erdige Hefetöne, milde bis mäßige Säure. Viel Würze und mit mittlerer Bitterkeit. Sie neigen dazu, halbtrocken zu sein, wobei viele nur einen Hauch von Süße haben. Ob dies auch auf das Produkt von Deutschlands größter Insel zutrifft will ich jetzt feststellen.

Rotgolden und praktisch ohne Hefetrübung zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel fester Schaum mit einem leichten Gelbstich, der sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Angenehme Fruchtaromen nach Trockenpflaumen, Orange und Pfirsich seigen mir in die Nase, unterstützt durch einige würzige Noten. Ich meine, Koriander und einen Hauch Nelke zu erkennen.

Der Antrunk ist recht süß und fruchtig, wobei die Orange etwas stärker in den Vordergrund tritt als im Aroma. Leider ist die sehr sanfte und feinperlige Kohlensäure recht knapp bemessen. Da würde ich mir etwas mehr wünschen. Auf der Zunge entwickelt sich eine ordentliche geschmackliche Intensität. Zur Süße gesellt sich eine gut abgestimmte fruchtige Säure, so dass mich die wenige Kohlensäure nicht mehr stört. Bitterstoffe kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht feststellen. Dafür erinnert das Bier jetzt etwas an Wein. Auch der Abgang ist sehr mild und mit minimalen Bitterstoffen. Leider klingt auch die Fruchtigkeit nur kurz nach.

Für mich ist das Insel Saison sicher nicht das beste Bier aus der Brauerei in Rambin, aber der Geschmack ist komplex und wirklich nicht zu verachten. Ich kann jeden Biergenießer verstehen, der von diesem Bier begeistert ist. Ich würde aber trotzdem empfehlen, es etwas kühler zu trinken als mit den von der Brauerei empfohlenen 12° Celsius. Es gilt aber: mit diesem Bier kann der Sommer kommen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Traubenzucker (während der Flaschenreifung vollständig vergoren), Naturhopfen, Hefe, Gewürz

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei GmbH
Hauptstraße 2c
18573 Rambin
www.insel-brauerei.de

Dieses Bier können Sie ab einer Bestellsummer von 49,00 Euro durch einen Klick auf das folgende Banner versandkostenfrei bestellen:

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Zombräu Hopfenzupfer

Und wieder einmal steht ein Bier aus der niederbayerischen Brauerei Zombräu vor mir. Der Hopfenzupfer stammt aus der Reihe Mirskofener Mutation. Unter diesem Namen vertreiben die beiden Brauer saisonale und experimentelle Biere, die nur einmal gebraut werden. Wenn sie weg sind, sind sie weg und dieses spezielle Bier wird nie wieder in dieser Form gebraut. Eine Besonderheit dieses Festbieres sei aber auch nicht verschwiegen: es wurde mit frischem Doldenhopfen aus dem eigenen Anbau der Brauer gebaut und mit ebenfalls frischem Hopfen aus der Hallertau kaltgehopft.

Intensiv golden mit minimaler Hefetrübung und viel Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge größtenteils feinporiger Schaum.

Im Duft mischen sich Karamellaromen mit fruchtigen Noten nach Limone und einem Hauch würziger Düfte. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß, dabei auch frisch und fruchtig. Die Fruchtigkeit nach Zitrus bleibt auch dominant, als ein leichtes freundliches Bitter dazukommt. Das Bier macht auf der Zunge einen ausgewogenen, runden und süffigen Eindruck. Der Abgang ist mild bitter mit einem langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Brauerei:

Zombräu
Obere Sendlbachstr. 19
84051 Mirskofen
www.zombräu.de

Craftwerk Holy Cowl

Der Absatz an Craft Beer steigt immer weiter, so dass es kein Wunder ist, dass auch die Brauereikonzerne ihren Anteil am Kuchen sichern wollen. So auch die Bitburger Brauereigruppe, die zu diesem Zweck das Craftwerk gegründet hat. Von dort steht jetzt das Holy Cowl vor mir, ein Tripel, das dem traditionellen belgischen Bierstil nachempfunden ist, bei dem die Brauerei sich aber an das deutsche Reinheitsgebot gehalten hat.

Golden mit einem deutlichen Stich ins Orange präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große gemischtporige Schaumkrone, die sich relativ schnell auflöst.

Das Aroma ist wunderbar komplex. Ich rieche neben leichten Röstaromen Düfte nach getrockneten Feigen und Honig, nach Limette und Pumpernickel, unterstützt durch einen Hauch Gewürznelken. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Im Antrunk fällt mir die reichlich vorhandene Süße auf, die gut mit der sanften und sehr feinperligen Kohlensäure harmonisiert. Dann entwickelt sich auf der Zunge ein ganzes Feuerwerk der Geschmäcker. Fruchtige Noten nach Limette und Banane vereinen sich mit dem leichten Bitter des Hopfens. Obwohl die Süße nicht nachlässt, macht sich trotzdem ein trockenes Gefühl im Mund breit. Im Abgang zeigen sich noch einmal die fruchtig-süßen Aromen, und obwohl ich nur wenige Bitterstoffe feststelle, klingt der Geschmack lange nach.

Den Brauern der Bitburger Braugruppe ist es gelungen, innerhalb der Grenzen des Reinheitsgebots ein typisch belgisches Bier nachzubilden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Perle, Hallertauer Tradition), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Stammwürze:

19,5 %

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Bitburger Braugruppe GmbH
Römermauer 3
54634 Bitburg
www.craftwerk.de


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Mystic Krieken

Seit dem Jahr 2006 braut die Brouwerij Haacht das Mystic Krieken her, ein Kirschbier. Im Gegensatz zu den meisten belgischen Fruchtbieren werden hier nicht die Kirschen in den Sud gegeben, sondern zunächst wird ein Witbier gebraut, das anschließend mit Kirschsaftkonzentrat veredelt wird. Die Menge des Konzentrats entspricht 25 % Fruchtsaft. Jetzt hat eine Flasche dieser Brauspezialität ihren Weg zu mir gefunden, die ich jetzt verkosten werde.

Tief kirschrot glänzt das Bier im Glas, darüber fester hellrosa Schaum, der lange erhalten bleibt. Außerdem sehe ich sehr viel aktive Kohlensäure.

Das sehr intensive Aroma erinnert stark an das Aroma eines Kirschweins. Es ist nicht so süß wie von Kirschsaft und wird durch ein leichtes Mandelaroma unterstützt.

Der Antrunk ist recht süß und absolut fruchtig. Ich schmecke zunächst ausschließlich die Kirschen. Jetzt würde ich mir noch einige Bitterstoffe wünschen. Der Abgang ist fruchtig süß; ich schmecke überhauptkeine Bitterstoffe und der Nachklang ist sehr kurz.

Da mir dieses Bier doch zu süß ist, habe ich es im Verhältnis 1:1 mit Mineralwasser verdünnt und prompt eine Überraschung erlebt. Die Süße hat nachgelassen, der Geschmack des Witbiers kann sich etwas besser gegen den des Kirschsafts durchsetzen. Jetzt habe ich ein erfrischendes alkoholarmes Getränk vor mir, das durch das Witbier ein guter Durstlöscher für einen heißen Sommertag ist. Jetzt gefällt mir das Mystic Krieken richtig gut. Wenn ich die anderen Mystic-Fruchtbiere finde, werde ich sie auf jeden Fall auch verkosten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kirschsaftkonzentrat, Weizen, Weizenmalz, Zucker, Aromen, Säuerungsmittel Milchsäure, Hopfen, Hefe, Kräuter, Süßungsmittel, Antioxidanz (Ascorbinsäure)

Alkoholgehalt:

3,5 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Haacht
Provinciesteenweg 28
3190 Bortmeerbeek
Belgien
www.haacht.com

Mashsee Beverly Pils

Im Süden von Hannover unweit des Maschsees ist die Mashsee Brauerei beheimatet, die die niedersächsische Landeshauptstadt mit guten Bieren versorgt. Von guten Bieren schreibe ich hier ganz bewusst, da mich bislang keines der Biere, die ich aus dieser Brauerei verkostet habe, enttäuscht hat. Ich hoffe, dass diese Aussage auch für das Berverly Pils gilt, ein Bier, dessen Name bereits recht hohe Erwartungen weckt. Ich bin aber guter Dinge, hat dieses Bier mit dem typisch norddeutschen Bierstil doch im Jahr 2017 beim Meininger Craft Beer Award die Goldmedaille gewonnen. Kann da jetzt noch etwas schiefgehen? Ich hoffe nicht. Schließlich verspricht schon der Name dieses Bieres verspricht den Sommer und die Sonne Kaliforniens und damit ein richtig gutes Bier.

Strohgelb und leicht hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine große feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt.

Bei einem Pils erwarte ich eigentlich ein eher herbes Aroma. Anders bei diesem Bier. Mit seinen fruchtigen Aromen nach Grapefruit, Ananas und Zitrone, unterstützt durch würzige und blumige Noten, erinnert es eher an ein Pale Ale als an ein Pils. Aber die Fruchtaromen verfliegen nach einiger Zeit und der Duft ändert sich, so dass das Bier das typische Pilsaroma durchkommt.

Der Antrunk ist überraschend süß. Die feinperlige Kohlensäure ist leider recht knapp dosiert. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die mir bereits in die Nase gestiegen sind. Dazu kommt ein angenehmes Bitter. Der Abgang ist frisch und das Bitter klingt durchschnittlich lange nach.

Das Beverly Pils ist ein sehr schönes Allroundbier. Ich hätte es anfangs für ein Pale Ale gehalten, aber wenn die Fruchtigkeit nachlässt, wird es zum vollmundigen und süffigen Pils.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Carapils, Pilsener Malz, Maris Otter), Hopfen (Cascade, Citra, Magnum), Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11,3° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Mashsee Brauerei GmbH & Co. KG
Am Eisenwerk 17
30519 Hannover
www.mashsee.de

DIE BIEROTHEK

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