Dass ich recht selten Biere aus Dänemark teste liegt sicher nicht an der Qualität der bislang verkosteten Biere, sondern einfach daran, dass mir dänische Biere nicht häufig angeboten werden. Andernfalls würden Sie hier sicher mehr über Biere aus Dänemark lesen können. Jetzt steht vor mir das Høker bajer vor mir, ein Pils aus der Brauerei Hancock. Es wurde ausschließlich mit Saazer Hopfen aus Tschechien gebraut, der auch dem Pilsener Urquell seinen Geschmack verleiht, und ist mindestens 45 Tage gereift. Das klingt doch schon mal sehr gut und ich will jetzt mal sehen, was dabei herausgekommen ist.
In einem satten Goldgelb steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der etwas schneller als der Durchschnitt in sich zusammenfällt. Aber schlecht ist die Optik mit Sicherheit nicht.
Das Aroma gleicht gut zwischen dem verwendeten Malz und dem Hopfen aus. Kräuter und Blumen sind zu entdecken; das Aroma erinnert daher an eine blühende Wiese. Doch, ich habe den Eindruck, ein gutes Pils vor mir stehen zu haben.
Der Antrunk ist recht süß, dabei recht intensiv und mir fehlt doch etwas Kohlensäure. Deshalb fehlt mir zumindest anfangs etwas Frische. Schnell fordert der Hopfen sein Recht ein und schiebt sich in den Vordergrund, bleibt aber mit der Süße im Einklang. Der Abgang ist leicht bitter und er klingt sehr lange nach.
Wer Pils mag, wird das Høker bajer lieben.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Stärke, Hopfen (Saazer), Ascorbinsäure
Alkoholgehalt:
5,0 % Vol.
Brauerei:
Hancock Bryggerierne A/S
7800 Skive
Dänemark
www.hancock.dk
Nun steht mal wieder ein Bier von Stiegl im schönen Salzburg vor mir. Es handelt sich um den Gipfelstürmer aus der Hausbier-Reihe der Brauerei. Dabei handelt es sich um ein Dinkel-Weißbier, wobei das Bier mit mehr Dinkelmalz als mit Gerstenmalz gebraut wurde. Für die Gärung wurde eine obergärige Weißbierhefe verwendet.
Nun habe ich mal wieder ein Bier aus dem hohen Norden vor mir stehen, das Baltic Dubbel aus der Insel-Brauerei auf Rügen. Markus Berberich gibt seinen Bieren immer einen besonderen und persönlichen Touch. Dabei hält er sich nicht sklavisch an die einzelnen Bierstile, sondern macht aus seinen Bieren immer etwas Individuelles, so dass ich auf dieses Bier wirklich gespannt bin, insbesondere, weil die Insel-Brauerei grundsätzlich nur Naturhopfen verwendet, keine Pellets und keinen Hopfenextrakt (na gut, letzteres verbietet sich bei Craft Beer ja von selbst).
Ich glaube, es gibt keinen Craft Beer-Brauer ohne ein IPA. Ab und an mag ich diese Bierstil ja wirklich gerne, aber manchmal habe ich auch den Verdacht, dass ein Sud nicht gelungen ist und durch eine reichliche Gabe von Simcoe-Hopfen doch noch für den Verkauf gerettet werden soll. Dieses Gefühl kommt bei mir immer auf, wenn das Bier nur noch nach dem Hopfen schmeckt und der Geschmack des Malzes vollkommen überdeckt wird. Nun hoffe ich, dass dieser Verdacht beim IPA aus Bayreuth unbegründet ist.
Nicht nur im Norden werden Maiböcke gebraut, auch das Hofbräuhaus in München bringt ihren eigenen Maibock auf den Markt. Nach Angaben der Brauerei wurde der dortige Maibock erstmals im Jahr 1614 gebraut und ist damit das älteste Bockbier Münchens. Wenn der bayerische Finanzminister und der Direktor der Brauerei Hofbräu München alljährlich in der letzten Aprilwoche zum Maibockanstich einladen, dann kommt alles was in Politik, Wirtschaft und Kultur Rang und Namen hat ins Hofbräuhaus am Platzl. Auch das bayerische Fernsehen hat sich dort bereits sehen lassen und die Veranstaltung übertragen. Mich wundert es nun doch etwas, dass das Bier bereits so lange vor dem offiziellen Anstich im Handel erhältlich ist. Aber gut, es ist halt so. Kommen wir zum Bier.
Jetzt ist Mitte März und damit die Hochzeit der Bockbiere. Viele Brauereien stellen Maiböcke her, die jetzt auf den Markt kommen. Dass die Brauerei aus Flensburg ihr Bockbier nun Frühlingsbock nennt, macht da keinen Unterschied. Immerhin wurde der Frühlingsbock bereits mehrfach ausgezeichnet, 2014 beim World Beer Award, 2015 bei Meiningers International Award mit der Silbermedaille und 2016 mit dem goldenen Preis der DLG. Es muss sich hier also um ein recht gutes Bier handeln. Die Brauerei verspricht, dass der Frühlingsbock angenehm kräftig und lebendig ist.
Der Winter ist in dieser Saison mal wieder ausgefallen. Eis und Schnee blieben uns auch in diesem kalendarischen Winter versagt. Darauf hatte ich eigentlich gewartet, um das Winterbier aus Franken zu testen. Nun hat der Frühling begonnen und es ist an der Zeit, dass dieses Bier endlich wegkommt. Daher werde ich es jetzt verkosten, auch wenn die Temperaturen nicht zu diesem Bier passen.
Jetzt habe ich mal wieder Lust auf ein Fruchtbier. Daher habe ich mir jetzt das Floris Mango aus der Brasserie L. Huyghe im belgischen Melle ausgewählt, aus der auch das bekannte Delirium Tremens stammt. Aber auch das Floris Mango ist im Jahr 2011 ausgezeichnet worden, sowohl beim International Beer Award in Hong Kong als auch beim Beer International Recognition Award. Ich kann also ein gutes Bier erwarten.
Nun steht wieder ein Sondersud aus Bayreuth vor mir, der Hopfenreiter der Brauerei Maisel in Bayreuth. Auch der Hopfenreiter hat eine Besonderheit. An ihm waren fünf Brauereien beteiligt, allerdings nicht im Rahmen eines Co-Brewing, sondern es handelt sich um einen Freundschafts-Sud. Der Begriff war mir bislang noch nicht bekannt, aber die Brauerei erklärt ihn: „Wir finden es wichtig, dass sich Craftbrauer gegenseitig helfen, sich unterstützen, sich mit Rat und Tat zur Seite stehen.“ So entstand die Idee, einen Sondersud zu brauen, zu dem befreundete Brauereien jeweils eine Zutat beisteuern. Zum Hopfenreiter haben die Brauereien Hoppebräu, BFLO, Schanzenbräu, Brew Age und Jopen jeweils einen Hopfen beigesteuert. Auch wenn es heißt, dass viele Köche den Brei verderben, wollen wir jetzt dem Hopfenreiter eine faire Chance geben. Auf der anderen Seite ist dies bereits der zweite Freundschafts-Sud, so dass wir wohl davon ausgehen können, dass es zumindest beim ersten Mal ein gutes Ergebnis gegeben hat.
In der letzten Woche klingelte der Paketbote von DHL bei mir und ich dachte zunächst, dass ich mal wieder ein Paket für einen Nachbarn annehmen solle. Aber nein, es war für mich. Es kam von der Brauerei Maisel in Bayreuth und enthielt zwei Flaschen Bier mit Sondersuden, dem Hopfenbock und dem Hopfenreiter. Beide Biere werden nur einmal gebraut und wenn sie weg sind, dann ist es zu spät und es wird keine weiteren Auflagen dieser Biere mehr geben. Ich habe die beiden Biere am Wochenende verkostet und kann daher mit Fug und Recht behaupten, dass es ein spannendes Wochenende war.