Archiv der Kategorie: Biertest

Braufactum Palor

Nun steht ein Pale Ale aus der Internationalen Braumanufacturen GmbH in Frankfurt vor mir – das Palor. Den Namen hat das Bier von der Hopfensorte Polaris, die von Braufactum als erster Brauerei verwendet wurde. Dazu aber gleich mehr. Sehen wir uns erst einmal die Etiketten an.

Das Bier wird in einer Einweg-Pfandflasche mit 355 ml Inhalt verkauft. Normal sind 0,3 l. Ich bin mir nicht sicher, ob in diesen Flaschen immer etwas mehr drin ist, quasi als Sicherheitspuffer oder ob Braufaktum tatsächlich spezielle Flaschen verwendet. Aber das nur mal so nebenbei.

Für das Palor verwendet die Brauerei eine Mischung aus drei Malzsorten. Pale Ale Malz ist vor allem im angelsächsischen Raum verbreitet und wurde, wie der Name bereits aussagt, speziell auf die Herstellung von Pale Ale abgestimmt und sorgt für einen vollmundigen Geschmack des Bieres. Durch das Pilsener Malz erhält das Bier einen frischen und runden Geschmack. Karamellmalz sorgt für einen angenehmen Malzgeschmack und damit für eine Vollmundigkeit des Bieres. Außerdem färbt es das Bier dunkler.

Kommen wir zu den beiden verwendeten Hopfensorten. Polaris ist die Neuzüchtung eines Spezial-Bitterhopfens. Diese Sorte ist erst seit 2013 im Handel. Braufaktum verwendet diesen Hopfen aber bereits seit 2012, ein Zeichen für eine wirklich innovative Brauerei. Sie bringt eine erfrischende Note ins Bier und wird in erster Linie für das Stopfen des Ales verwendet. Die Hopfensorte Cascade stammt ursprünglich aus England und ist typisch für Ales und englische Bitterbiere. Aber kommen wir nun zum fertigen Produkt, dem Bier.

Das Bier hat die Farbe hellen Bernsteins. Es bildet relativ wenig Schaum, der durchschnittlich lange stehenbleibt. Dabei duftet es frisch nach Heu, dunklem Honig und Zitronenmelisse. Damit macht das Bier vor dem ersten Schluck schon mal einen sehr guten Eindruck.

Der Antrunk macht schon mal einen sehr spritzigen Eindruck. Eine lebhafte Kohlensäure verbindet sich mit einer leichten Süße. Der Körper ist vollmundig und verbindet eine nahezu perfekt ausgewogen Süße mit kräftigen Bitternoten und einer leichten Säure. Dabei ist der Geschmack angenehm intensiv. Der Abgang ist mild und hält sich trotzdem recht lange. Dieses Bier ist seinen Preis absolut wert.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale Malz, Pilsener Malz; Karamellmalz), Hopfen (Polaris, Cascade)

Alkoholgehalt:
5,2 % Vol.

Brauerei:
Die Internationale Brau-Manufacturen GmbH
60591 Frankfurt/Main

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Dithmarscher Urtyp

Würden Sie mich jetzt fragen, wie viele unterschiedliche Biere es von der Westküste Schleswig-Holsteins es gibt, würden mir nur das Dithmarscher und das Husumer einfallen – und ich kann gleich vom Start weg sagen, dass mir beide Biere gefallen. Aber eventuell liegt das ja auch daran, dass ich einige Jahre in Schleswig-Holstein gewohnt habe und bei diesen Bieren bei mir einfach Heimatgefühle aufkommen.

Hellgelb mit einem leichten Goldton steht das Bier im Glas. Darüber eine nicht allzu üppige Schaumkrone, diese ist aber feinporig und hält sich lange. Im Duft harmonieren der Hopfen und die Süße des Malzes miteinander. Doch, zumindest optisch hält das Bier, was ich mir von ihm versprochen habe.

Der Antrunk ist angenehm würzig und trotzdem frisch. Wem andere norddeutsche Biere zu herb sind, wird hier angenehm überrascht. Der Körper ist angenehm weich mit einer sehr schönen Süße des Malzes und richtig süffig. Hopfen und Malz spielen hier sehr gut zusammen. Im Abgang dominiert der Hopfen, dabei wird er aber nicht aufdringlich. Alles in Allem ein gelungenes Bier. In Dithmarschen gibt es doch nicht nur Kohl.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:
4,9 % Vol.

Brauerei:

Dithmarscher Privatbrauerei
Oesterstr. 18
25709 Marne
http://www.dithmarscher.de/


Vielanker Pilsener

Wieder einmal werde ich jetzt ein Bier aus dem mecklenburg-vorpommerschen Vielank verkosten, diesmal das Pilsener. Nachdem mir das Schwarzbier aus dieser Brauerei im mecklenburgischen Biosphärenreservat bereits sehr gut gefallen hat, bin ich jetzt wirklich neugierig auf das Pilsener.

Mit einem intensiven Goldgelb steht das Bier im Glas. Mir fällt auf, dass es für ein ungefiltertes Bier relativ wenig Hefe enthält. Dafür bildet das Bier eine feste und feinporige Schaumkrone, die auch längere Zeit erhalten bleibt. Der Duft wird durch die Maische, den Hopfen und etwas Hefe geprägt. Der Antrunk ist für ein norddeutsches Pils typisch: herb, dabei leicht süß und spritzig. Anschließend machen sich feine Bitterstoffe im Mund breit, die durch die Hefe abgemildert und komplettiert werden. Das Bier ist herrlich süffig, halt typisch nordisch. Überraschend ist aber der milde Abgang, auch wenn er anschließend noch lange erhalten bleibt. Für mich gehört dieses Pilsener durchaus zu den besten seiner Art.

Zutaten:
Quellwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Brauhefe

Alkoholgehalt:
4,8 % Vol.

Brauerei:

VIELANKER Brauhaus GmbH & Co. KG
Lindenplatz 1
19303 Vielank
http://www.vielanker-brauhaus.de/

Kloster Scheyern Kloster-Gold Hell

Wieder einmal steht ein Bier aus Bayern vor mir. Die Brauerei rühmt sich einer Tradition seit 1119. Nach fast 900 Jahren sollte das Bier wohl etwas ganz Besonderes sein. Aber Moment, aus welcher Brauerei kommt das Bier eigentlich? Auf dem Etikett steht, dass das Bier nach klösterlichem Rezept und klösterlicher Aufsicht in der Tucher-Brauerei im fränkischen Fürth gebraut worden ist. Auf der Website des Kloster Scheyern steht aber, dass die Biere bereits seit 2006 wieder im Kloster gebraut werden. Da muss ich wohl noch einmal nachfragen.

Goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber ein Schaum, der gut aussieht, aber recht schnell in sich zusammenfällt. Der Duft wird vom Hopfen dominiert, fast wie bei einem Märzen.

Der Antrunk ist spritzig und bringt das Malz gut zum Ausdruck. Im Mund wird das Bier würziger. Der intensive Geschmack sagt mir durchaus zu. Etwas zu mild ist für mich der Abgang. Mir fehlt da etwas das Bittere und der Geschmack hält auch nicht allzu lange an. Alles in Allem ein angenehmes Bier, dem aber noch etwas mehr Charakter gut zu Gesicht stehen würde.

Zutaten:
Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:
5,4 % Vol.

Brauerei:
Klosterbrauerei Scheyern
Schyrenplatz 1
85298 Scheyern

Paderborner Export

Nun will ich mal wieder eine regionale Bierspezialität testen, das Paderborner Export aus Ostwestfalen.

Schon das Erscheinungsbild der Flasche ist betont schlicht. Kein grafischer Schnickschnack auf dem Etikett, auch keine vollmundigen Versprechungen, wie toll das Bier sein soll. Aber eventuell ist das auch gar nicht erforderlich.

Das Bier ist goldgelb-blass, die Schaumkrone klein, ungleichmäßig und nicht allzu standfest. Der Duft ist einigermaßen würzig.

Der Antrunk ist leicht malzig und würzig. Leider bleibt der erste doch recht positive Eindruck nicht lange erhalten. Der Körper ist eher wässrig, es fehlen einfach die Geschmacksnuancen, die ein wirklich gutes Bier ausmachen.

Der Abgang ist leicht säuerlich und würzig. Er reicht aber nicht aus, um den mittelprächtigen Eindruck herauszureißen. Insgesamt ist dies ein durchschnittliches Bier, das man durchaus trinken kann, wenn man in Ostwestfalen ist.

Zutaten:
Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:
5,5 % Vol.

Brauerei:
Paderborner Brauerei
33053 Paderborn
http://www.paderborner-brauerei.de

Einbecker Ur-Bock hell

Einbeck ist nicht nur durch seinen spätmittelalterlichen Stadtkern bekannt, sondern vor allem durch das Bockbier. Am 17. April 1521 soll Martin Luther wird das Zitat „Der beste Trank, den einer kennt, der wird Einbecker Bier genannt“ zugeschrieben. Also auf jeden Fall Grund genug, dieses Bier zu verkosten.

Alle Biere aus dem Einbecker Brauhaus werden in der typischen grünen Flasche mit 0,33 l Inhalt geliefert. Heute teste ich den hellen Ur-Bock.

Der Schaum ist sehr schön feinporig, fällt aber leider recht schnell zusammen. Vermutlich würden dem Bier etwas mehr Hopfen gut zu Gesicht stehen, damit sich der Schaum länger hält. Das Bier selbst kommt mit einer sehr schönen hellen goldgelben Farbe, die mich auf den ersten Schluck freuen lässt.

Vorher aber noch die Duftprobe. Vorwiegend rieche ich Hopfen, aber auch der Alkohol kommt deutlich durch. Fangen wir also mit dem Trinken an. Trotz des Alkoholgehalts von 6,5 % erinnert der Geschmack eher an ein gutes Lightbier. Ich kann keinen Fehlgeschmack feststellen und das Bier ist auch wirklich nicht schlecht, mir fehlt einfach der Körper.

Zutaten:
Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:
6,5 %

Brauerei:
Einbecker Brauhaus AG
37574 Einbeck
www.einbecker.de

Franziskaner Weißbier naturtrüb

Nun mal wieder ein Weizenbier aus Bayern. Das Franziskaner Weißbier naturtrüb zeigt einen schönen gleichmäßigen feinporigen Schaum, der lange erhalten bleibt. Das Bier ist sehr schön rotbraun und ist nicht so trüb wie viele andere Hefeweizen. Aber das ist der Optik nicht abträglich. Der Duft ist stark hefebetont und enthält neben dem typischen Weizenduft eine deutliche Note nach Banane.

Der Antrunk ist leicht süßlich und eher nichtssagend. Erst der Körper zeigt den typischen Weizengeschmack. Er ist getreidig, leicht sauer und bei weitem nicht so komplex wie ich es von einem Premiumbier erwartet hätte. Bitternoten sind kaum zu schmecken. Irgendwie ist der Geschmack recht flach. Der Abgang ist leicht herb und säuerlich, er enttäuscht mich.

Zutaten:
Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hefe, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:
5,0 % Vol.

Brauerei:

Spaten-Franziskanerbräu GmbH
80335 München

Andechser Doppelbock dunkel

Noch ein Bier aus der Klosterbrauerei Andechs, diesmal der dunkle Doppelbock. Schon das edel goldfarbene Etikett lässt erahnen, dass die Brauer dieses Bier für etwas ganz besonderes halten. Mal sehen, ob das Bier diesem Eindruck entsprechen kann.

Das Aussehen entspricht schon einmal dem Design der Etiketten. Klar und dunkelrot, darüber die feste feinporige Schaumkrone, die auch nicht zu schnell in sich zusammenfällt. Da gibt es wirklich nichts zu meckern.

Kräftig, satt, malzig der Duft. Auch die für einen dunklen Bock typische Süße fehlt nicht. Nun wird es aber Zeit für den ersten Schluck. Im Antrunk dominiert Malz mit der feinen Süße. Der Körper ist sehr voll und rund. Mit der Zeit kommt noch eine leichte Lakritznote dazu. Der Alkohol ist zwar zu schmecken, schiebt sich aber nicht in den Vordergrund. Dabei ist das Bier so süffig, dass die Gefahr besteht, schnell mal zu viel davon zu trinken.

Alles in Allem ein dunkler Bock, so wie er sein soll.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:
7,1 % Vol.

Stammwürze:
18,5 %

Brauerei:
Klosterbrauerei Andechs
Bergstr. 2
82346 Andechs
http://www.andechs.de/

Dunkler Hirsch

Nun steht vor mir eine Flasche Dunkler Hirsch, ein dunkles Hefeweißbier aus Sonthofen im Allgäu. Auf dem Rückenetikett rühmt sich die Privatbrauerei Höss, dass sie nach altem Rezept braut und dass das Bier daher besonders würzig und süffig sei. Dann bin ich ja mal gespannt. Also will ich jetzt mal einschenken.

Dunkelbraun, fast schwarz, präsentiert sich das Bier im Glas. Für ein Weizenbier bildet der Dunkle Hirsch recht wenig Schaum, der auch eine relativ kurze Standzeit hat. Da hätte ich mir doch eine etwas bessere Optik gewünscht. Das Bier duftet frisch nach Hefe, dabei getreidig nach Röststoffen und Holunder.

Der Antrunk ist etwas süßlich und macht einen recht wässrigen Eindruck, der aber durch den Körper sofort wieder revidiert wird. Der Malzgeschmack füllt den Mund würzig aus. Dazu verleiht die ausreichend vorhandene Kohlensäure dem Bier eine angenehme Süffigkeit. Der Abgang ist mild, kaum bitter vom Hopfen, sondern hier meine ich eher die Getreideanteile noch einmal schmecken zu können.

Dieses Weizenbier beweist, dass es auch mit Malzextrakt und Farbebier möglich ist, ein gutes Bier herzustellen, dem die industrielle Herkunft kaum anzumerken ist. Das macht dieses Bier durchaus empfehlenswert.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Hefe, Weizenmalz, Farbebier

Alkoholgehalt:
5,2 % Vol.

Stammwürze:
12,6 %

Brauerei:
Privatbrauerei Höss GmbH & Co KG
Grüntenstraße 7
87527 Sonthofen

 

Neuzeller Bock

Wieder einmal steht ein Bier aus der Klosterbrauerei Neuzelle vor mir, diesmal der Neuzeller Bock. Aus dieser kleinen Brauerei in der Lausitz kommen ja viele ungewöhnliche Biere, weshalb ich neugierig auf dieses Bockbier bin, vor allem auch, weil das Etikett aussagt, dass dieses Bier stärker schmecke als es die Polizei erlaubt.

Das Bier hat die Farbe dunklen Bernsteins, so dass ich ein wirklich intensiv schmeckendes Bier erwarten kann. Darüber relativ wenig weißer Schaum, der sich allerdings recht schnell auflöst. Das Aroma erinnert neben einem intensiven Malzduft an getrocknete Aprikosen. Da hat die Brauerei wohl einen wirklich guten Hopfen verwendet.

Der Antrunk ist wie erwartet angenehm malzig-süß. Im Anschluss füllt ein intensiver malziger Geschmack den Mund aus, wobei sich süß und bitter sehr schön die Balance halten. So einen ausgeglichenen Geschmack haben nicht viele Bockbiere. Es folgt ein erstaunlich milder Abgang, der aber noch lange anhält.

Den Lausitzern ist hier ein wirklich gutes Bier gelungen, das durchaus in der Oberliga der Bockbiere mitspielt. Selten gibt es ein Bockbier mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Brauerei:
Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.klosterbrauerei.com 

Alkoholgehalt:
6,2 % Vol.

Dieses Bier können Sie portofrei bestellen, indem Sie auf den folgenden Banner klicken: