Archiv der Kategorie: Biertest

Liebhart’s Bio Weizen naturtrüb

Die Brauerei Liebharts aus Detmold steht nicht nur für Bier, das mit Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau gebraut wird, sondern sie versucht auch, die Rohstoffe regional einzukaufen. Das gilt auch für Dienstleistungen, beispielsweise von Handwerkern. Die Brauerei schreibt weiter: “Als Unternehmer mit ausgeprägtem Heimatbezug arbeiten wir nicht nur mit dem ortsansässigen Handwerk und regionalen Zulieferern zusammen, wir schauen ebenso auf die Umweltverträglichkeit der Produktion und auf nachhaltiges Wirtschaften. Die Verwendung von Ökostrom Lippe der Stadtwerke Detmold und die Energierückgewinnung in der Brauerei schont Ressourcen und die Technologie Ohren und Nase der Nachbarn.” Jetzt steht vor mir ein naturtrübes Weizenbier aus der ostwestfälischen Brauerei.

Intensiv goldfarben und mit recht viel Hefe fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich für ein Weizenbier vergleichsweise wenig Schaum, was Konsumenten, die Probleme mit dem Einschenken von Weizenbier haben, sicherlich entgegenkommt. Als Ausgleich ist der Schaum reinweiß und feinporig und er bleibt lange erhalten. An der Optik ist absolut nichts auszusetzen.

Die für ein Hefeweizen typischen Düfte nach Weizen und Nelken steigen mir in die Nase, unterstützt durch einen Hauch Orangenschale. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist spritzig. Die reichlich vorhandene Kohlensäure passt sich gut der leichten Süße an. Das Mundgefühl ist rund und voll. Das Malz kommt zusammen mit der Hefe gut zum Tragen und der Hopfen sorgt für ein ausgewogenes angenehmes Bitter. Im Abgang hält sich ein leichtes Bitter recht lange.

Liebhart’s Bio Weizen naturtrüb ist ein angenehmes und süffiges Weißbier ohne Ecken und Kanten, dafür mit viel Geschmack.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Liebharts Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Gelskamp 6
32758 Detmold
www.residenz-biere.de

La Trappe Idid‘or

Bruder Isidorus Laaber war der erste Braumeister der Onze Lieve Vrouw von Koningshoeven Abtei in Berkel-Enschot in den Niederlanden. Im Jahre 1884 begann er, Trappisten Bier zu brauen und legte den Grundstein für das Bier, das dort bis heute gebraut wird. Eine weise Entscheidung, für die viele Bierliebhaber ihm dankbar sind. Das macht Bruder Isidorus zum Gründungsvater von La Trappe. Im Jahr 2009 wurde anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Trappistenbrauerei Bruder Isidorus mit seinem eigenen Bier geehrt: La Trappe Isid’or. Das Bier wurde so gut aufgenommen, dass es in das Standard-Sortiment aufgenommen wurde. Heute steht es vor mir.

Tief bernsteinfarben und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber zeigt sich ein cremiger beiger Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Auffällig ist die viele lebhafte Kohlensäure.

Das liebliche Aroma ist frisch und intensiv. Düfte nach Karamell, Banane und Sirup steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist weich und recht süß. Malz mischt sich mit den für Weizen typischen Fruchtnoten nach getrockneter Banane, Sahnebonbon und Dörrobst. Schnell kommen noch am hinteren Gaumen geröstete Nüsse dazu. Süße, Bitterstoffe und eine leichte Säure sind ausgewogen. Dazu kommt noch ein leichter Hefegeschmack. Der Abgang ist leicht bitter und die Banane kommt stärker zum Vorschein.

Der Geschmack ist sehr intensiv, weshalb das Bier in kleinen Schlucken getrunken werden sollte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Glukosesirup, Hopfen (Perle aus klostereigenem Anbau), Hefe

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Brauerei:

Bierbrouwerij De Koningshoeven
Eindhovenseweg 3
5056 RP Berkel-Enschot
Niederlande
www.latrappetrappist.com

Stille Nacht

Ups, jetzt geht bald der Sommer zu Ende und was finde ich in einer hinteren Ecke meines Kühlschranks? Ein österreichisches Weihnachtsbier. Kurz hatte ich überlegt, es bis zur diesjährigen Vorweihnachtszeit stehenzulassen, aber das wäre dann wohl doch zu frech. Daher habe ich das Bier jetzt verkostet.

Die Stille Nacht hat zwei Besonderheiten: Es gibt dieses Weihnachtsbier das gesamte Jahr über, derzeit allerdings nur im Rampenverkauf der Brauerei sowie bei einem Versandhändler. In den Handel kommt es nur in der Vorweihnachtszeit. Selten ist es, dass eine Brauerei für ein Bier eine spezielle Website einrichtet. Hier ist es aber der Fall. Unter www.stillenachtbier.at beschreibt die Brauerei Schnaitl die Stille Nacht und gibt auch an, wo es das Bier gibt.

So beschreibt die Brauerei das Bier: “Mit dem »Stille-Nacht-Festbier« würdigt die Privatbrauerei Schnaitl aus Gundertshausen das berühmteste Weihnachtslied der Welt in ganz besonderer Weise: “Fast jeder singt in der Familie gerne ‚Stille Nacht, heilige Nacht’. Dass das Lied in unserer Nachbarschaft komponiert wurde, war ein Grund mehr für uns, es mit einer eigenen Bierkomposition zu ehren”, so Brauerei-Chef Matthias Schnaitl IV. Gebraut und abgefüllt zur Weihnachtszeit passt das mahagonifarbene “Stille-Nacht-Festbier” mit rubinrotem Schein und elfenbeinfarbenem Schaum ideal zu einem entspannenden Ausklang eines Adventtages, als Begleiter zum Weihnachtsessen mit der Familie oder zu weihnachtlichen Bäckereien. Das untergärige Spezialbier mit einer Stammwürze von 14,5° Plato und einem Alkoholgehalt von 6,3 % vol besticht durch seinen karamellmalzigen und toffee- sowie bitterschokoladigen Geschmack und einem vollendet wärmenden zartbitteren Abgang.” Mal sehen, ob mir das Bier auch so gefällt wie der Brauerei.

Dunkel bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittliche Menge hellbrauner cremiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Röststoffe dominieren das Aroma. Düfte nach Karamell und Kaffee steigen mir in die Nase, unterstützt durch den Duft nach Trockenbananen. Die Optik und das Aroma gefallen mir schon mal.

Der Antrunk ist süß mit sehr viel feinperliger Kohlensäure. Auf der Zunge kommen auch die Röststoffe zum Tragen und halten sich mit der Süße die Waage. Ich schmecke Karamell und dunkle Schokolade. Das Bier ist schwer, kräftig und rund. Der Abgang ist mild, der Geschmack nach Schokolade lässt langsam nach, bis nur noch die lange nachklingenden Bitterstoffe bleiben.

Ich weiß zwar, dass die österreichischen Brauereien gute Biere liefern, aber die Stille Nacht hätte ich denen nicht zugetraut. Dieses Bier hat die Qualität eines belgischen Weihnachtsbiers.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,3 % Vol.

Stammwürze:

14,5° Plato

Bittereinheiten:

29 IBU

Brauerei:

Brauerei Schnaitl GmbH & Co. KG
Gundertshausen 9
5142 Eggelsberg
Österreich
www.schnaitl.at

Liebharts Bio Malz

Normalerweise trinke ich kein Malzbier, aber bei diesem Erzeugnis aus Ostwestfalen mache ich doch mal eine Ausnahme. Bislang haben mir alle Biere aus der Brauerei in Detmold recht gut gefallen und wenn die Brauer sich die zusätzlichen Kosten für Biozutaten aufbürden, geben sie sich meist mehr Mühe mit dem Bier, was der Qualität eindeutig zugutekommt. Und letztendlich macht mich die Süßung dieses Malzbiers neugierig. Liebharts Bio Malz wird nicht mit weißem Industriezucker gesüßt, sondern mit Rohrzucker und Reissirup. Diese Süßungsmittel sind zwar nicht unbedingt gesünder als Industriezucker, aber da sie nicht chemisch gereinigt wurden enthalten sie noch Geschmackstoffe, weshalb ich mir durchaus vorstellen kann, dass dieses Bier gut trinkbar ist.

Dunkel-rotbraun ergießt sich das Malzbier ins Glas. Schaum bildet sich fast nicht, und das bisschen Schaum, das sich aufbaut, verschwindet auch fast sofort wieder. OK, das ist bei einem solchen Getränk auch nicht anders zu erwarten.

Das Aroma ist malzig-süß, etwas Karamell kommt dazu und der Hopfen ist bestenfalls zu ahnen. Die Süße war bei dieser Zutatenliste zu erwarten, denn Wasser steht an erster Stelle, danach kommen Malz, Rohrzucker und Reissirup. Aber immerhin ist die Süße nicht so penetrant wie bei einer Limonade oder den Malzgetränken der Industrie.

Auch im Geschmack ist die Süße der vorherrschende Eindruck. Nicht so sehr wie bei Industrieprodukten oder beim Kinderbier, das ich aus der Brauerei Super des Fagnes im belgischen Mariembourg mitgebraucht habe, aber auch das Malzbier von Liebharts ist mir deutlich zu süß. Außerdem enthält es kaum Kohlensäure, so dass es von Anfang an etwas abgestanden wirkt. Eventuell war aber auch das Gummi des Bügelverschlusses porös und bei einem heilen Gummi würde das Bier mehr Kohlensäure enthalten und damit erfrischender sein.

Mein Bier ist das nicht, aber es hat sicher auch seine Liebhaber, denn ansonsten würde es sich nicht verkaufen und in der Folge nicht weiter hergestellt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Rohrzucker, Reissirup, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Liebhart’s Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Geldkamp 6
32758 Detmold
www.residenz-biere.de

Veto Weißer Hai

Bereits bevor ich die Flasche, die jetzt vor mir steht, öffne, weiß ich, dass mir der Weizenbock gefallen wird. Bislang haben mir alle Biere aus der Hopferei Hertrich, die ich bislang getrunken habe, sehr gut gefallen. Außerdem Ich hatte den Weißen Hai bereits einmal getrunken; damals war er allerdings vom Fass. Und letztendlich hat dieser Weizenbock bei Meininger’s International Craft Beer Award 2018 die Goldmedaille gewonnen. Was soll da schon schiefgehen?

Bevor ich die Flasche öffne will ich aber noch einige Worte zum Bierstil des Weißen Hai verlieren. Der Weizenbock ist ein Weizenbier, das mindestens 16° Plato Stammwürze hat, also ein stärker eingebrautes Weizenbier. Als Weizenbier werden Biere bezeichnet, die mit mindestens 50% Weizenmalz gebraut wurden. Häufig wird Weizenbier auch als Weizen, Weißes oder Weiße bezeichnet. “Weizen” und “weiß” besitzen denselben etymologischen Ursprung. Weizenbiere werden obergärig gebraut. Jetzt ist es aber an der Zeit, mit dem Test zu beginnen.

Orange-gelb mit einem Rotstich präsentiert sich das Bier im Glas. Sofort fällt mir auch auf, dass dieses Bier sehr viel Hefe enthält. Es bildet eine durchschnittliche Blume aus sahnigem Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Ein Weizenbock wie gemalt.

Das Aroma gefällt mir genauso gut wie die Optik. Düfte nach Hefe, Sauerteig, überreifer Banane, Nelken und roten Früchten steigen mir in die Nase. Dieses komplexe Aromaprofil macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Bereits der erste Kontakt mit der Zunge ist fruchtig und spritzig. Banane und Hefe prägen den ersten Eindruck. Aber das ist erst der Anfang. Auf der Zunge bildet sich die angenehme Süße der Banane, dazu eine fruchtige Säure. Aber da ist noch mehr. Die komplexen Geschmacksnuancen sind aber so subtil, dass ich sie nicht genau identifizieren kann. Ich denke, das muss jeder für sich selbst herausfinden. Auf jeden Fall ist der Weiße Hai sehr mild und mit wenigen Bitterstoffen. Auch der Abgang ist mild. In der Kehle zeigt sich eine leichte Fruchtigkeit, die ich jetzt als die dunklen Früchte identifiziere, die mir bereits im Aroma aufgefallen sind. Ich meine, Blaubeeren und Brombeeren zu erkennen. Der Geschmack klingt am Gaumen noch lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz ((Münchner, Pilsner, Caramelmalz), Hopfen (Hallertauer Comet, Hallertauer Mittelfrüh), Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

16,6° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Hopferei Hertrich
Brückkanalstr. 33
90537 Feucht
www.hopferei.de

Eibauer Helles Landbier

Weit dem Jahr 1810 wird in der kleinen Gemeinde Eibau, in der Lausitz zwischen Zittau und Bautzen gelegen, Bier gebraut. Bekannt ist die Brauerei vor Allem durch ihr Schwarzbier, aber jetzt steht ein Helles Landbier vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Golden und klar fließt das Landbier ins Glas. Darüber bildet sich relativ wenig feinporiger Schaum, der aber lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist deutlich malzbetont. Getreidige Noten und leichte Röststoffe steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist recht süß, was aber mit der reichlich vorhandenen feinperligen Kohlensäure durchaus in Ordnung geht. Schnell kommen überraschend viele Bitterstoffe dazu, was mich bei einem Hellen überrascht. Ansonsten ist der Geschmack eher schlank. Ich denke, mit anderen Hopfen würde mir das Bier erheblich besser gefallen. Das Bier macht keinen wirklich runden Eindruck, ist aber gut trinkbar. Der Abgang ist deutlich weniger bitter als ich es erwartet habe und er klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,1 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Eibau i. Sa.
02739 Eibau
www.eibauer.de

Friedensreiter Bräu Dunkel

Das dunkle Lager, das jetzt vor mir steht, wird von der Brauerei vollmundig beworben: “Friedensreiter Dunkel ist eine malzig-würzige Bierspezialität. Durch den hohen Einsatz von Karamellmalzen entsteht ein einzigartig aromatischer Geschmack. Die dunkle Bernsteinfarbe wird durch den Einsatz von Röstmalzen erzielt, leichte Röst- und Kaffeearomen prägen den Geschmack. Eine dezente Hopfennote rundet das Geschmackserlebnis ab, die leichte Kohlensäure macht das Bier rezent-prickelnd und süffig. Ein Traum von einem dunklen Bier.” So weit, so gut. Zusätzlich sind die Biere von Friedensreiter nicht nur aus Zutaten gebraut, die aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, sondern bei der Auswahl der Rohstoffe achtet die Brauerei auch darauf, dass es sich um alte Sorten handelt. Den Grund dafür teilt die Brauerei in einer Pressemitteilung mit: “Durch den Einsatz historischer Sorten wie z. B. Dr. Franks grannenabwerfender Imperialgerste, Chevallier von Neuhaus oder Heines Goldthorpe wirkt Friedensreiter® Bräu der zunehmenden Verarmung der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft entgegen. Die einzigartige Aromen- und Geschmacksvielfalt der Inhaltsstoffe wird auf die handgemachten Biere übertragen.” Dann will ich mal testen, ob sich diese Auswahl wirklich auf das Bier auswirkt.

Dunkel bersteinfarben bis rubinrot präsentiert sich das Lager im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Röstaromen und auch ein Hauch des Hopfens steigen mir in die Nase. Ich rieche Karamell und Trockenfrüchte, die an Rosinen erinnern.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zu der reichlich vorhandenen sehr feinperligen Kohlensäure passt. Dabei ist der Geschmack angenehm frisch. Süße und Frische bleiben auch auf der Zunge bestehen und sorgen für ein rundes und vollmundiges Mundgefühl. Der Abgang ist mild und die Röststoffe kommen in den Vordergrund. Bitterstoffe sind nur gering vorhanden. Trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Das Friedensreiter Bräu gefällt mir gut. Es ist ein unkompliziertes Craft Beer, das ohne Experimente auskommt, sondern einen bewährten Bierstil bestens umsetzt. Damit dürfte es nicht nur ausgesprochenen Craft Beer-Trinkern gefallen, sondern auch der durchschnittliche Biertrinker, für den Bier halt nach Bier schmecken soll, dürfte Gefallen an diesem Lager finden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,8 %

Bittereinheiten:

26 IBU

Brauerei:

NUDGE products GmbH
Altenberger STr. 38
48565 Steinfurt
www.friedensreiterbraeu.de

Żywiec Sesyjne IPA

Żywiec wurde im Jahr 1308 als katholische Pfarrei gegründet. Heute hat die schlesische Stadt etwa 30.000 Einwohner und ist außerhalb von Polen vor Allem wegen der dortigen Stadtbrauerei bekannt, aus der auch das Żywiec Sesyjne IPA stammt, das jetzt vor mir steht.

Golden und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas, darüber recht viel sahniger Schaum, der lange erhalten bleibt. Die Optik des Bieres ist durchaus ansprechend.

Das Aroma ist fruchtig. Düfte nach Grapefruit, Zitronenschale und Ananas steigen mir in die Nase.

Der Antrunk hält im Wesentlichen, was das Aroma versprochen hat. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider, die Süße ist zurückhaltend. Ich würde mir aber etwas mehr Kohlensäure wünschen, die für zusätzliche Spritzigkeit und Frische sorgen würde. Schnell kommt ein leichtes Bitter dazu. Offensichtlich ist das Żywiec Sesyjne ein IPA für Einsteiger. Das ändert sich auch im Abgang nicht, der sehr mild und wenig bitter ist und nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12 %

Brauerei:

Cieszyn
ul. Dojazdowa 2
43-400 Śląskie
www.grupazywiec.pl/

Barcelona Beer

Barcelona ist die Stadt der Inspiration, des mediterranen Klimas und der Küche. Kreativ, freundlich, unternehmerisch und weltoffen…. So wird Barcelona allgemein wahrgenommen und die Brauerei hat sich vorgenommen, ein Bier zu brauen, das zu dieser Stadt passt. Dafür geben die Brauer sich viel Mühe: das Brauwasser kommt aus dem Naturschutzgebiet Montseny, aus der Region Font de Regás, die verschiedenen Malzsorten werden von den Braumeistern noch persönlich abgeholt und der beste Hopfen aus vielen verschiedenen Ländern importiert.

Golden und nur wenig hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Ich sehe sehr viel Kohlensäure, die für extrem viel feinporigen Schaum sorgt, der sehr lange erhalten bleibt. Es ist also angeraten, dieses Bier vorsichtig und langsam einzuschenken.

Das Bier duftet verführerisch nach Zitrone, Grapefruit und Ananas. So soll ein Pale Ale duften.

Der Antrunk ist recht trocken, wobei die reichlich vorhandene Kohlensäure für eine angenehme Frische sorgt und die von Anfang an vorhandene Fruchtigkeit hervorragend unterstützt. Schnell kommt ein leichtes Bitter hinzu, das aber die sich widerspiegelnden Aromen nicht überdeckt. Im Abgang wird das Bitter kurz kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Das Bier passt gut zu mediterranen Gerichten, besonders zu Fisch, Meeresfrüchten und Geflügel.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, Caramunich T2), Hopfen (Magnum, Perle, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Goodbeer S.L.
Santander 49
08020 Barcelona
Spanien
www.barcelonabeercompany.com

Das Bier ist leicht trüb, bernsteinfarben/orange und hat eine annehmbare sehr feinporige Schaumkrone. Der Geruch erinnert an reife grüne Äpfel und etwas Limone. Im Antrunk dann viel Zitrusfrucht. Der Körper ist ganz OK , nicht zu voll aber trinkbar mit leichter Bittere. Im Abgang dann recht bitter, für ein Pale Ale schon etwas zu heftig und auch schon kratzig im Hals, das wirkt doch unausgewogen, daher leicht Punktabzüge. Das Gebinde ist ein 0,33 Longneck Flasche mit direkt aufgedrucktem Schriftzug. Leider kommen dadurch die anderen Information viel zu kurz und man muss sich diese anderweitig besorgen.

Die Barcelona Beer Company wurde im Jahre 2012 gegründet. Nachdem man eine ganze Reihe von Erfahrungen sammelte und etliche Lernprozessen durchlief, sowie das Einrichten einer eigenen Brauerei vollendete, brachte man schließlich Ende 2013 die ersten Biere auf den Markt.

Die Philosophie des Unternehmens ist ehrliche und qualitativ hochwertige Handwerks-Biere zu brauen, mit einer sorgfältigen Auswahl von erlesenen Zutaten und dem eigenen Geist von Barcelona.

Veto Zwickelhahn

Der “Zwickelhahn” ist eine Zapfvorrichtung im Lagertank, um Proben des reifenden Bieres zu nehmen. Der “Zwickelhahn”, also ein kleiner Probehahn am Lagertank, ermöglicht dem Braumeister während der Ausreifung des Gerstensaftes sein Bier zu verkosten, bevor es in Flaschen oder Fässer abgefüllt wird.

Die Benutzung ist nur den Brauern vorbehalten – das Bier ist noch nicht versteuert -, um ein frisches, nicht filtriertes Bier direkt aus dem Tank zu zapfen. Das Zwickeln gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen aller Bierbrauer. Der Zwickelhahn ist auf etwa einem Drittel der Tankhöhe angebracht. Wenn am Zwickelhahn kein Bier mehr zu entnehmen ist, dann ist es ein wirklich guter Sud.

Um unkontrolliertes Öffnen des Probehahnes, meist eines Kükenhahnes, zu vermeiden, hatte das Hahnküken keinen Griff, sondern nur einen Schlitz für die Bedienung mit einem Schraubenzieher. Statt eines Schraubenziehers lässt sich auch eine Münze verwenden, am besten eignete sich dafür früher ein Zweimarkstück, häufig auch Zwickel genannt. So kam der Zwickelhahn zum seinem Namen. Nach ihm ist das Bier benannt, das jetzt vor mir steht.

Wunderbar golden zeigt sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittliche cremige Schaumkrone, die anfangs recht flott in sich zusammenfällt, aber ein Rest bleibt lange erhalten. Mich wundert, dass das Bier klar ist, es wirkt wie gefiltert. Ich hätte von einem Zwickelbier eigentlich eine Hefetrübung erwartet.

Das Aroma gefällt mir sehr gut. Mir steigen Karamellnoten in die Nase, dazu etwas dunkler Honig, Rosinen und einige Kräuterdüfte.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist eine zurückhaltende Süße, gepaart mit der passenden Menge Kohlensäure. Unterstützt wird der Geschmack durch einige florale Noten. Schnell kommt eine Fruchtigkeit dazu, die mich überrascht, weil ich sie im Aroma nicht festgestellt habe. Im nächsten Moment kommt ein freundliches und gut abgestimmtes Bitter dazu. Im Abgang verstärkt sich das Bitter kurz, geht dann aber auch schnell wieder etwas zurück. Der Rest klingt lange nach.

Der Zwickelhahn ist ein Bier, das wirklich überraschen kann.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Münchner, Pilsner, Caramellmalz), Hopfen (Hersbrucker Spät, Hallertauer Tradition, Opal), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,9° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Hopferei Hertrich
Brückkanalstr. 33
90537 Feucht
www.hopferei.de