Archiv der Kategorie: Biertest

Glaab’s Vicky loves Pale Ale

Glaabsbräu ist nicht nur die älteste Brauerei Südhessens, sondern nach eigenen Angaben auch eine der modernsten Brauereien Deutschlands Im Jahr 2018 hat Glaab’s anlässlich der CraftbeerMesse in Mainz mit ihrem neuen Craftbier “Vicky loves Pales Ale” eine exotische Interpretation des Pale Ale auf den Markt gebracht. Erstmalig in Hessen und in Deutschland kaum bekannt, setzt Glaabsbräu den australischen Hopfen “Vic Secret” ein, der diesem Bier fruchtige Aromen verleihen soll.

Für das neue Bier hat sich die Brauerei durch die Kundenwünsche inspirieren lassen. “Viele unserer Kunden kamen immer wieder mit der Frage auf uns zu, warum wir kein Pale Ale kreieren”, betont Braumeister Julian Menner. “Auch wenn Pale Ale mittlerweile in Deutschland eine bekannte Craftbier-Gattung ist, wollten wir unsere übliche kreative Note setzen. Deswegen haben wir uns für einen Hopfen entschieden, der unserem Pale Ale eine besondere fruchtige exotische Note verleiht und in Deutschland kaum eingesetzt wird: Vic Secret, aus Australien.”, ergänzte er. “Die Craftbier-Messe in Mainz mit über 4.000 Besuchern ist für uns eine ideale Möglichkeit gewesen, um unser neues Craftbier zu präsentieren und Feedback von Konsumenten einzuholen. Das Feedback hat sogar unsere Erwartungen übertroffen!”, ergänzt Brauereichef Robert Glaab. Die Brauer haben mir auf der Internorga eine Flasche des Pale Ale mitgegeben. Dann will ich mal sehen, wie das neue Craft Beer mir gefällt.

Kupferfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei überdurchschnittlich viel feinporigen Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma ist betörend. Düfte nach Grapefruit und roten Johannisbeeren steigen mir in die Nase, unterstützt durch einen Hauch Biskuitteig. Da haben die Brauer ganz tief in die Säcke mit den drei Aromahopfen gegriffen.

Frische, unterstützt durch eine leichte Süße, prägt den ersten Eindruck auf der Zunge. Schnell gesellen sich eine ordentliche Fruchtigkeit sowie ein gut abgestimmtes Bitter dazu. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Dabei bleibt die Frische erhalten und das volle Mundgefühl rundet den positiven Gesamteindruck ab. Auch im Abgang bleiben die Fruchtigkeit und das freundliche Bitter erhalten und sie klingen noch lange nach.

Das Glaab’s Vicky loves Pale Ale passt gut zu allen pikanten Gerichten, kommen die Rezepte aus Indien oder China, auch zu einem Sauerbraten kann ich mir dieses Bier gut vorstellen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Münchner Malz, Cara Red, Cara Hell), Weizenmalz, Hopfen (Summit, Vic Secret, Monroe), Hefe

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Stammwürze:

13,2 %

Brauerei:

Glaabsbräu GmbH & Co. KG
Wallstr. 1
63500 Seligenstadt
www.glaabsbraeu.de

Birra Flea Margherita

Jetzt will ich wieder ein Bier der italienischen Brauerei Birra Flea verkosten. Wie bei den anderen Bieren ist auch dieses einer historischen Persönlichkeit gewidmet: “Sie sollte ein Junge sein: Kaiser Friedrich II. war sich dessen seit dem Moment der Empfängnis von Margaret sicher, denn zu diesem Zweck folgte er genau der Anweisung der Astrologen. Zu diesem Zweck war Margaret auch die einzige legitime Tochter, die aus der Vereinigung zwischen Friedrich II. und Isabella von England geboren wurde. Margherita lebte weit weg von Sizilien und den Kämpfwn. Sie heiratete Albert II. Landgraf von Thüringen, Markgraf von Meißen. 1257 wurde aus ihrer Vereinigung ein ‚neuer Frederik’ namens ‚The Joyful’ geboren, der für eine Weile die Hoffnung auf eine neue glorreiche Zukunft für das schwäbische Haus vertrat: der dritte Frederik.

Im Wesentlichen handelt es sich beim Birra Flea Margherita um ein Weizenbier. Im Gegensatz zum deutschen Weißbier enthält dieses aber mehr Gersten- als Weizenmalz, zumindest, wenn auch die Italiener die Reihenfolge in der Zutatenliste entsprechend der Menge angeben.

Strohgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas, zusammen mit einer durchschnittlichen Blume, sowohl was das Volumen als auch die Haltbarkeit angeht.

Das Aroma wird durch den Duft nach Bananen geprägt, dazu eine leichte fruchtige Säure sowie einige würzige Noten nach weißem Pfeffer und etwas Mandel. Damit ist der Duft für ein Weizenbier ungewöhnlich komplex und er macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Zunächst stellt meine Zunge eine leichte Süße fest, gepaart mit reichlich dosierter kräftiger Kohlensäure. Dann schmecke ich die Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt. Dazu kommt ein zunächst leichtes Bitter, das mit der Zeit kräftiger wird. Das Mundgefühl ist voll, rund und frisch. Der Abgang ist anfänglich bitter und langsam entwickelt sich der Geschmack nach Marzipan, der lange nachklingt.

Das Birra Flea Margherita ist ein Bier, das überraschen kann und das es wert ist, langsam und bewusst genossen zu werden. Es passt zu vielen italienischen Gerichten fast besser als der übliche Rotwein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Flea Società Agricola a r.l.
Via Fratelli Cairoli
Zona Industriale Sud
06023 Gualdo Tadino, PG
Italien
www.birraflea.com

Schwaben Bräu Das Schwarze

Aus Stuttgart kommt das Bier, das jetzt vor mir steht – Das Schwarze von der Brauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu. Die Brauerei bewirbt dieses Bier vollmundig: “Das Schwarze ist ein Vollbier für Kenner und Liebhaber des besonderen Geschmacks. Gebraut mit speziell ausgewählten Naturprodukten von bester Qualität, eigenständig und edel in der Ausstattung. Das ist Braukunst höchster Güte.” An diesem formulierten Anspruch muss sich das Bier jetzt messen lassen.

Fast blickdicht schwarz und mit einem hellgrauen festen Schaum kommt das Bier daher. Die Optik erinnert schon fast an ein Porter. Damit macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Pumpernickel und Röstnoten nach Schokolade und Kaffee prägen zusammen mit einigen würzigen Noten das Aroma des Schwarzen. Bis hierhin lässt dieses Bier keine Wünsche offen.

Frische ist der erste Eindruck, den das Bier aufgrund der reichlich vorhandenen Kohlensäure an der Zunge hinterlässt. Für ein so malzbetontes Bier ist das schon erstaunlich und überraschend. Der Geschmack des Malzes kommt erst an die Oberfläche, als sich das Bier auf der Zunge verteilt. Die Röststoffe dominieren mit ihrem Geschmack nach Kaffee und dunkler Schokolade. Dazu kommt ein diskretes Bitter sowie eine gewisse Fruchtigkeit, die ich in den Aromen nicht festgestellt habe, so dass das Bier angenehm vollmundig ist. Der Abgang ist durch ein freundliches leichtes Bitter geprägt, das leider nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,5 %

Brauerei:

Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG
Tübinger Straße 46
70178 Stuttgart
www.schwabenbraeu.de

Spießbraten Bier

Auf den ersten Blick erscheint der Name des Bieres, das jetzt vor mir steht, etwas merkwürdig. Aber wenn wir einen Moment darüber nachdenken wird er logisch. Beim Wein gibt es eine ähnliche Namensgebung, beispielsweise den “Wein zum Spargel”. OK, jetzt haben wir das Bier zum Spießbraten. Warum nicht. Messen wir dieses Bier also daran, ob es sich als Begleiter zum Spießbraten eignet.

In hellem Goldgelb mit geringer Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal einen ordentlichen Eindruck.

Düfte nach Brotkrume steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige würzige Noten.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist die sehr reichlich dosierte Kohlensäure, die die leichte Süße des Bieres in den Hintergrund treten lässt. Auf der Zunge kommt ein leichtes Bitter dazu. Dabei ist das Bier einigermaßen vollmundig. Mich stört aber weiterhin die viele Kohlensäure. Sollte ich das Bier eventuell einmal umrühren, damit die anderen Geschmackseindrücke besser zum Tragen kommen? Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, bleibt aber diskret und es klingt auch nur kurz nach.

Passt denn der Name jetzt? Ja, als Begleiter zum Grillen ist das Bier durchaus geeignet, aber es hinterlässt bei mir keinen allzu nahhaltigen Eindruck. So richtig überzeugt scheint auch die Brauerei nicht von dem Bier zu sein. Auf der Website der Brauerei wird es nicht erwähnt und auch die Webadresse, die auf dem Rückenetikett abgedruckt ist, lässt sich nicht aufrufen. Andere Biere von Arcobräu gefallen mir jedenfalls deutlich besser.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Arcobräu GmbH
Schlossallee 1
94554 Moos

Birra Flea Bianca Lancia

Flea ist eine Brauerei aus Umbrien in Italien. Ich habe den Brauer kürzlich in Düsseldorf kennengelernt und er hat mir seine Biere zum Verkosten gegeben. Eine Besonderheit dieser Brauerei ist, dass sie ihre Kreationen jeweils einer historischen Besonderheit widmet. In diesem Fall ist es Bianca Lancia.

Bianca Lancia, eine italienische Adlige aus dem Piemont, war eine der vier Ehefrauen von Kaiser Friedrich II. und wahrscheinlich diejenige, die er am meisten liebte. Sie unterhielten eine langjährige geheime Beziehung und nach Ansicht einiger Historiker war Bianca Lancia die einzige wahre Liebe seines Lebens. Sie war ein freundlicher und zarter Mensch und war während Friedrichs Leben ständig und diskret anwesend. Ihre Hochzeit wurde an dem Tag gefeiert, an dem Bianca Lancia im Sterben lag, um den politischen Aufstieg ihres Sohnes Manfred zu legitimieren, der der letzte schwäbische König von Sizilien war.

Das Bianca Lancia ist ein Witbier, ein Bierstil, den ich gerne mag. Mal sehen, ob die Italiener diesen belgischen Bierstil gut hinbekommen. Bevor ich mir das Bier einschenke werfe ich aber noch einen Blick auf das Rückenetikett, genauer gesagt auf die Zutatenliste. Dort fällt mir auf, dass das Wasser als “Wasser aus Gualdo Tadino” ausgewiesen wird. Für mich weist das darauf hin, dass das Wasser so verwendet wird wie es aus der Leitung oder aus dem Brunnen kommt. Das gefällt mir. Viele große Brauereien demineralisieren das Wasser und fügen dem demineralisierten Wasser anschließend wieder eine definierte Mineralienmischung hinzu. Damit handelt es sich nicht mehr um natürliches Wasser, sondern um ein standardisiertes Industrieprodukt. Dadurch wird das Bier sicher nicht schlechter, aber dieses Vorgehen ist ein Schritt hin zu einem Einheitsgeschmack.

Strohgelb und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist sehr groß und bleibt auch einige Zeit erhalten. Die Optik ist damit schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma ist angenehm fruchtig. Düfte nach Banane, Orangenschale, Koriander und Hefe steigen mir in die Nase, umrahmt mit Biskuitduft. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeigt eine leichte Süße. Die Kohlensäure ist zurückhaltend aber ausreichend dosiert, sanft und sehr feinperlig. Auf der Zunge kommt die Würze des Korianders in den Vordergrund, begleitet mit einer leichten fruchtigen Säure. Die Bitterstoffe des Hopfens bleiben diskret im Hintergrund. Der Abgang ist leicht fruchtig und der Geschmack nach Orange klingt kurz nach.

Ich meine, dass Flea das belgische Witbier gut auf Italien angepasst hat. Das Bianca Lancia ist ein schönes leichtes Sommerbier, das sich gut an einem warmen Sommerabend auf dem Balkon oder im Garten genießen lässt. Es passt gut zu Fischgerichten oder einer Käseplatte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hefe, Hopfen, Koriander, Schalen von der Bitterorange

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Flea Società Agricola a r.l.
Via Fratelli Cairoli
Zona Industriale Sud
06023 Gualdo Tadino, PG
Italien
www.birraflea.com

Clausthaler Naturtrüb

Als Clausthaler im Jahr 1979 sein erstes alkoholfreies Bier auf den Markt brachte, war dies eine Pionierleistung, die aus Sicht des Genusses noch nicht wirklich befriedigend war. Seitdem hat sich die Technik deutlich weiterentwickelt und der Geschmack alkoholfreier Biere hat sich deutlich verbessert. Ich bin mir nicht sicher, wann das Clausthaler Naturtrüb auf den Markt kam, aber ich habe diese Kreation kürzlich erstmals entdeckt und musste sie auch gleich mitnehmen. Auf der Website von Clausthaler, die zur Binding-Brauerei in Frankfurt gehört, wird dieses Bier auch noch als “Jetzt Neu” gekennzeichnet. Dann will ich das doch mal glauben und diese Neuentdeckung verkosten.

Kupferfarben und nur leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist nicht allzu stark ausgeprägt, bleibt aber recht lange erhalten.

Zumindest im Aroma fällt kaum auf, dass es sich um ein alkoholfreies Bier handelt. Düfte nach Zitrusfrüchten, Waldhonig und Hefe steigen mir in die Nase, unterstützt von einigen floralen Noten.

Der Antrunk zeigt, dass das Bier einige Malzsüße enthält, aber auch, dass die recht großzügig dosierte sehr feinperlige Kohlensäure es recht spritzig macht. Auf der Zunge paar sich ein kräftiges Bitter mit der Fruchtigkeit des Hopfens. Dabei bleibt das Bier frisch. Der Abgang wird durch ein freundliches und mildes Bitter geprägt, das lange nachklingt.

Das Clausthaler Naturtrüb gehört eindeutig zu den besten alkoholfreien Bieren, die ich bislang getrunken habe.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Gärungskohlensäure, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Binding-Brauerei AG
Darmstädter Landstr. 185
60598 Frankfurt
www.clausthaler.de

 

 

Beim Kalthopfen wird dem abgekühlten Bier nach dem Brauvorgang Hopfen zugesetzt – so kann das Bier die empfindlichen Aromastoffe der Pflanze aufnehmen. Für einen einzigartigen Geschmack verwendet Clausthaler dabei den Cascade Edelhopfen, der mit seinen fruchtig-floralen Aromen und frischen Zitrusnoten auch unter Craft-Beer-Brauern beliebt ist. Clausthaler Naturtrüb – Das naturtrübe Bier, das man mit klarem Kopf genießen kann.

Füchschen Alt

In der Ratinger Straße, mitten in der Altstadt von Düsseldorf, liegt die Brauerei Füchschen. Der Familienbetrieb wird von Peter König inzwischen in der vierten Generation geführt. Bei einer so langen Familientradition soll es doch wohl gelingen, ein gutes Bier zu brauen. Das obergärige Altbier, das jetzt vor mir steht, wird mit einem hauseigenen Hefestamm gebraut, der bereits seit dem Jahr 1848 verwendet wird. Da die Hefe einen Gutteil zum Geschmack eines Bieres ausmacht, darf ich wohl davon ausgehen, dass ich gleich ein unverwechselbares Bier verkosten werde.

Dunkel kupferfarben und gefiltert strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Beim Einschenken hat sich eine sehr große elfenbeinfarbene und feinporige Schaumkrone gebildet, die sehr lange erhalten bleibt. Die Optik ist hervorragend und so, wie ich es mir von einem Altbier aus der Landeshauptstadt von NRW wünsche.

Auch das recht komplexe Aroma kann mich mit seinen malzigen Nuancen begeistern. Düfte nach Brotkrume, Karamell und überraschend dezente Röstaromen mit einem Hauch dunkler Schokolade steigen mir in die Nase. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist überraschend trocken und mit der reichlich vorhandenen sehr feinperligen Kohlensäure spritzig. Auf der Zunge dominieren die Röststoffe mit einer leichten Schokoladennote. Dazu kommt eine leichte Säure, die dem Bier eine gewisse Fruchtigkeit verleiht. Auch der Abgang ist recht trocken. Er beginnt zunächst relativ schlank, bevor die Röststoffe mit einem leichten Kaffeegeschmack wieder hervorkommen und dann sehr lange nachklingen.

Zusammen mit dem Mitbewerber Uerige bildet das Füchschen Alt den Maßstab für Altbier aus Düsseldorf.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Brauerei und Wirtschaft “Im Füchschen”
Peter König e.K.
Ratinger Straße 28
40213 Düsseldorf
www.fuechschen.de

Gentse Gruut Amber

Eine Besonderheit sticht bei den Bieren der Gentse Stadsbrouwerij Gruut sofort ins Auge – sie werden ohne Hopfen gebraut. Was uns heute eventuell etwas ungewöhnlich erscheint, war bis ins 16. Jahrhundert der Normalfall. Bier war ein Alltagsgetränk, sauberer und gesünder als das häufig verseuchte Wasser und viele Kräuter haben eine gesundheitliche Wirkung. Über die Beweggründe, 1516 das “Reinheitsgebot” zu erlassen und damit ausschließlich Hopfen zum Brauen zuzulassen, können wir heute nur noch spekulieren. Mir sind einige Theorien bekannt, die alle für sich recht logisch erscheinen. Aber lassen wir das Thema und freuen uns auf ein wirklich traditionelles Bier, so wie es unsere Vorfahren vor mehr als 600 Jahren getrunken haben könnten.

Dunkel kupferfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sehr gro0e feste hellbraune Schaumkrone, die auch sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist ungewöhnlich komplex. Düfte nach Brotrinde, Rübensirup, Karamell, Korinthen sowie einige würzige Noten steigen mir in die Nase. Es braucht also nicht immer Hopfen, um ein Bier zu brauen.

Der Antrunk ist recht süß, so dass die knapp dosierte Kohlensäure nicht gegen die Süße ankommt. Der Duft nach Rübensirup spiegelt sich auf der Zunge wider, zusammen mit dem Geschmack von Karamell und Kräutern. Saure und bittere Töne fehlen weitgehend. Das Mundgefühl ist fast cremig. Der Abgang ist ebenfalls süß, wobei die Kräuter jetzt etwas mehr in den Vordergrund kommen.

Das Gentse Gruut Amber ist ein interessantes Bier, auch wenn es meinen Geschmack nicht so richtig trifft. Es passt zu fruchtigen Desserts.

Zutaten:

Wasser, Malz, Kräuter, Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Brauerei:

Gentse Gruut Stadsbrouwerij
Grote Huidevettershoek 10
9000 Gent
Belgien
www.gruut.be

Martin’s Pale Ale

Martin’s Pale Ale stammt aus der Anthony Martins Brewery im belgischen Merchtem. Dort wird bereits in der vierten Generation Bier gebraut, genauer gesagt seit dem Jahr 1909. Dabei hält sich die Brauerei an traditionelle belgische und englische Verfahren und Rezepturen. Außerdem importiert das Unternehmen alkoholische und nicht alkoholische Getränke aus Schottland, Irland und Großbritannien.

Im Glas zeigt sich die sehr schöne Bernsteinfarbe von Martin’s Pale Ale und die leicht überdurchschnittliche Krone aus sahnigem Schaum, die lange erhalten bleibt, macht das Bild perfekt.

Der Duft nach Zitrusfrüchten, etwas Toffee sowie einige würzige Noten nach Pfeffer und Zimt steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck besticht durch Frische, Süße und Fruchtigkeit, in der sich die Aromen widerspiegeln. Auf der Zunge tritt dann das Bitter in den Vordergrund, das durch eine leichte Karamellsüße unterstützt wird. Dabei tritt die Fruchtigkeit aber nicht total in den Hintergrund. Das Mundgefühl ist cremig. Im Abgang wird das Bitter zunächst kurze Zeit kräftiger, bevor es abklingt und die Fruchtigkeit noch lange Zeit zurückbleibt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Mais, geröstete Gerste, Hopfen, Antioxidationsmittel E300

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Brauerei:

Anthony Martins Brewery
Rue du Cerf 191
1332 Genval
Belgien
www.anthonymartin.be

Käpplijoch Sauerkirsche

Die Schweiz ist eigentlich nicht für ihre Braukunst bekannt; und das, obwohl die Schweiz das Land mit der größten Brauereidichte weltweit ist. Auf jeweils etwa 8.600 Einwohner kommt eine Brauerei (zum Vergleich: in Deutschland kommen auf jede Brauerei etwa 50.000 Einwohner). Das bedeutet, dass die meisten Brauereien in der Schweiz Kleinbetriebe sind, die handwerklich arbeiten. Ich weiß allerdings nicht, weshalb die Biere aus der Schweiz im Ausland so selten angeboten werden, insbesondere weil ich das Vorurteil habe, dass die Schweizer sehr auf Qualität achten, und das nicht nur bei Uhren und Schokolade. Und tatsächlich – als ich Ende letzten Jahres auf der BrauBeviale war, wo ich viele Biere verkosten konnte, hat mich ein Bier aus der Schweiz am meisten beeindruckt. Dieses Bier steht jetzt vor mir und ich bin mal gespannt, ob es mir zu Hause genauso gut schmeckt wie auf der Messe.

Ich bin da allerdings optimistisch. Auf der Messe hatte ich kurz die Möglichkeit, mit Daniel Nüesch zu sprechen, dem Brauer dieses Fruchtbiers. Er erzählte mir, dass es im Gegensatz zu den belgischen Fruchtbieren nicht mit wilden Hefen gebraut wurde, sondern mit Reinzuchthefe und dass pro Hektoliter volle 30 kg Kirschen verbraut wurden. Da kann ich mich wieder auf ein fruchtiges Trinkvergnügen freuen.

Leuchtend rubinrot strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große rosa Schaumkrone, die wie bei fast allen Fruchtbieren schnell in sich zusammenfällt.

Die Kirschen dominieren das Aroma. Dazu kommt eine angenehme Malzsüße,

Der Antrunk ist für ein Fruchtbier recht trocken und durch die reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure wunderbar spritzig. Auf der Zunge nimmt die Säure der Kirschen zu und die Malzsüße bleibt diskret im Hintergrund, unterstützt den Geschmack der Kirschen aber. Das Mundgefühl ist jetzt rund und angenehm. Im Abgang ist das Käpplijoch Sauerkirsche überraschend schlank, trotzdem klingt der Geschmack der Kirschen noch einige Zeit nach.

Das Käpplijoch Sauerkirsche ist sicher kein Bier, das ich den ganzen Abend trinken möchte. Es ist eher ein Bier als Aperitif, mit dem man seine Gäste empfängt. Dazu noch das passende Löffelfood. Besser können Sie Ihren Gästen Ihre Hochachtung nicht beweisen. Halt ein wirklich außergewöhnliches Bier statt Champagner. Und schon passt auch der Preis dieses Bieres. Herr Nüesch hat mir auf der BrauBeviale stolz erzählt, dass dieses Bier in der Schweiz für bis zu 38 Franken pro Flasche verkauft wird. Und ich meine, auf dieses Bier kann er zu Recht stolz sein.

Zutaten:

Kirschen, Braumalz, Brauwasser, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Käppelijoch
D. Nüesch
Colmarerstr. 16
4055 Basel
Schweiz
https://www.facebook.com/Käppelijoch-Bier-186184561436057/