Ich glaube, ich war mein Leben lang noch nicht in Erlangen. Daher kann ich zwar auch nicht sagen, ob sich ein Besuch in dieser mittelfränkischen Stadt lohnt. Jedenfalls zieht mich nicht allzu viel dort hin. Aber ab dem 14. September gibt es im Stadtführungsprogramm des Erlanger Tourismus und Marketing Vereins (ETM) wieder die beliebte BierKul-Tour, die auf unterhaltsame und genussvolle Weise die Geschichte der Bierstadt Erlangen beleuchten soll.
Man nehme begeisterte Braumeister, sechs Bierspezialitäten sowie ausgesuchte bierhistorische Stätten und mische wohl dosiert unterhaltsame Stadt- und Biergeschichte darunter – das Ergebnis: eine zünftige BierKul-Tour auf Erlanger Art! Der Vorverkauf für die Saison 2018/19 hat gerade begonnen. Die kulinarischen Führungen finden an 13 ausgewählten Freitagen von September bis November 2018 und von Februar bis Mai 2019 statt (alle Termine unter www.erlangen-marketing.de/bierkul-tour). Interessierte sollten aber schnell sein: Erfahrungsgemäß ist die Tour immer schnell ausverkauft.
Im Mittelpunkt steht selbstverständlich die Verkostung des in Erlangen gebrauten Biers. Sechs verschiedene Biere von drei Brauereien werden eingeschenkt, fachmännisch begutachtet und natürlich probiert. Ein kleiner Snack zum Start, eine Überraschungsstation, ein zünftiges Abendessen und ein Souvenir für jeden Teilnehmer machen die Tour, die 40 € pro Person kostet, zu einem besonderen Erlebnis. Natürlich darf ein Blick hinter die Kulissen der beiden Erlanger Traditionsbrauereien Steinbach und Kitzmann nicht fehlen. Wo die Überraschungsstation liegt, wird allerdings vorweg nicht verraten.
Start der circa dreistündigen Führung ist jeweils um 16:30 Uhr bei der Steinbach Bräu. „Dass die BierKul-Tour nun schon in die vierte Saison startet ist nicht verwunderlich“, berichtet Viola Raabe vom ETM. „Die Kombination aus kulinarischem Genuss, Bier-Know-How und unterhaltsam erzählter Stadtgeschichte kommt einfach sehr gut an.“
Goes ist eine Kleinstadt in der niederländischen Provinz Zeeland, eine niederländische Stadt wie aus dem Bilderbuch. Bereits im 10. Jahrhundert entstand die erste Siedlung am Ufer eines Wasserlaufs, der inzwischen aber eingedeicht wurde. Die Innenstadt von Goes ist reich an malerischen alten Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Außerdem verfügt Goes über einen Jachthafen. Aus dieser traumhaften Kulisse stammt das Bier, das jetzt vor mir steht, das Vanille Ice Cream Stout.
Brew Age ist eine Brauerei in Wien, die unter der Devise arbeitet: Höchste Qualität und maximale Frische! Der überschäumende Vulkan im Logo der Brauerei soll für die Kreativität bei der Entwicklung neuer Biere stehen. Kreativ sind die Jungs aber auch bei der Beschreibung ihrer Biere. Mehr oder minder originelle Texte haben ja viele Craft Beer-Brauer. Aber eine Empfehlung für ein Käse-Pairing habe ich bislang nur bei BrewAge gesehen.
Seit 1810 wird in Eibau Bier gebraut. Damals erhielt die Eibauer Landbrauerei das Braurecht auf die Herstellung von Bieren. Von hier kommt auch eins der beliebtesten Schwarzbiere Deutschlands – das Eibauer Schwarzbier. Jetzt steht aber das St. M vor mir, ein Klosterbier des Klosters St. Marienthal, das von der Brauerei Eibau in Lizenz des Klosters gebraut und vertrieben wird.
Im Herzen Hamburgs in den Hamburger Riverkasematten zwischen den Landungsbrücken und dem Fischmarkt befindet sich direkt an der Elbe die ÜberQuell-Brauerei, die von den beiden Bierexperten Patrick Rüther und Axel Ohm mitten in St. Pauli betrieben wird. Die beiden sind längst keine Unbekannten mehr in der Hamburger Craft Beer-Szene, denn sie haben früher das Braugasthaus „Altes Mädchen“ betrieben und die beliebten „Craft Beer Days“ veranstaltet. Jetzt haben sie ihre eigene Brauerei eröffnet, und weil Pizza und Bier so gut zusammenpassen, wurde diese gleich noch um eine Pizzeria ergänzt, sodass der geneigte Gast nicht nur gutes Craft Beer, sondern auch echte neapolitanische Steinofenpizza direkt vor Ort genießen kann. Wer also mal wieder die schöne Hansestadt besuchen kommt, der sollte unbedingt einen Abstecher zum ÜberQuell einplanen. Neben bester Pizza und kreativem Bier, lädt auch ein schöner Blick auf die Elbe ein – zumindest von der Dachterrasse aus. Zudem werden Braukurse und Brauereiführungen angeboten, sodass auch ein Blick hinter die Kulissen möglich ist. Das Supadupa IPA ist eines der ständigen Angebote von ÜberQuell. Dunkel bernsteinfarben ist die Hopfenbombe mit leicht überdurchschnittlich viel größtenteils feinporigem Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. An der Optik kann ich wirklich nichts aussetzen. Bei einem IPA erwarte ich in erster Linie Hopfenaromen. Umso mehr überrascht mich das Supadupa mit einem Karamellduft, der durch Limonen- und Grapefruitdüfte sowie einigen würzigen Noten nach Nelke und Vanille unterstützt wird. Überraschend aber gut. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Supadupa auch im Antrunk überrascht. Der allererste Eindruck auf der Zungenspitze ist Frische mit einem angenehmen Malzkörper. Im Anschluss überzeugt das Bier durch seine fruchtigen Zitrusnoten sowie mit Anklängen von Grapefruit sowie würzigen und blumigen Noten, die durch ein ordentliches Bitter begleitet werden. Der Abgang ist überraschend mild und ich frage mich, wo dieses Bier seine 50 Bittereinheiten versteckt hat. Trotzdem klingt der Geschmack noch lange nach. 
Zwei Unternehmen aus Hamburg haben sich zusammengetan, um den Lieblings-Bierstil der Deutschen neu zu interpretieren – die Ratsherrn Brauerei und das Kochmagazin BEEF! aus dem Verlag Gruner & JahrDabei herausgekommen ist ein Craft-Pilsener: das BEEF! Dry Hopped Pilsener. Und genau dieses Bier steht jetzt vor mir. Rund ein Jahr hat es von der ersten Idee bis zum fertigen Bier gedauert. Zusammen mit dem Braumeister Ian Pyle von Ratsherrn sammelte die BEEF! Redaktion Ideen und entwickelte das Braurezept. Dabei wollte die Ratsherrn Brauerei nicht ein weiteres IPA oder Pale Ale brauen, sondern zeigen, dass man auch beim Pilsener neue Aromaimpulse setzen kann, ohne den ursprünglichen Bierstil zu verfälschen.