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Störtebeker Scotch-Ale

In Schottland wird Torf seit eh und je zum Darren von Malz eingesetzt. Das Aroma des Torffeuers überträgt sich dabei auf das Malz und auf diese Weise entsteht das unverwechselbare Aroma der Whisky-Biere. Ein solches Bier steht jetzt vor mir, das Scotch-Ale aus der Braumanufaktur Störtebeker in Stralsund.

Bernsteinfarben zeigt sich das Bier im Glas. Ich sehe relativ viel Kohlensäure und es bildet sich eine durchschnittliche Menge hellgelber sahniger Schaum, der lange erhalten bleibt. Die Optik gefällt mir schon mal.

Das Aroma wird durch das Mal betont. Düfte nach Toffee und etwas Rauch dominieren, daneben kommt auch der Duft des Torfes. Zusammen mit den 9,0 Volumenprozent Alkohol bildet sich ein angenehmer Whiskygeruch, der auch der Namensgeber dieses Bieres aus Stralsund ist.

Der Antrunk ist recht süß und wuchtig. Ohne die reichlich vorhandene Kohlensäure wäre das Bier mir zu süß, aber so gefällt der erste Geschmackseindruck bereits. Die Süße bleibt auch erhalten, dazu kommen die Torf- und Raucharomen auf der Zunge mehr zum Vorschein als im Duft. Der Abgang ist wenig bitter und es entsteht ein leichter Eindruck von Whisky.

Das Scotch-Ale ist ein prima Begleiter für viele Festtagsgerichte.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Stammwürze:

20,5 %

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
Greifswalder Chaussee 84-85
18439 Stralsund
www.stoertebeker.com

Mooser Liesl

Die bereits 1567 gegründete Brauerei Arcobräu im niederbayerischen Moos beschreibt die Namensgebung für dieses Bier wie folgt: „Geh Liesl, bring ma no a so a guads Hells!

So hieß es einst, als das Bier in unserer Schlosswirtschaft noch aus der Kanne ausgeschenkt wurde. Viele Gäste kamen nur wegen des guten Hellen, das es hier gab.

Nicht wenige aber auch wegen der feschen Liesl. So war es kein Wunder, dass bald beide, die Liesl und das Brauhaus mit seinem Bier, weit über die Grenzen von Moos bekannt und die Liesl für viele Jahre zum Markenzeichen der Brauerei wurde.“ Damit wäre der Name dieses Hellen schon mal geklärt. Kommen wir also zum Bier.

In hellem Gelb und kristallklar erstrahlt das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich voluminöse Krone aus feinporigem Schaum, die recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzig mit einigen blumigen Noten. Nicht sonderlich anregend, aber auch nicht unangenehm.

Der Antrunk ist leicht süß und spritzig. Schnell kommen etwas Bitter und eine leichte Zitrusnote dazu. Der Geschmack ist intensiv, aber nicht richtig rund. Gut gefällt mir der mild bittere Abgang mit langem Nachklang.

So richtig kann mir das Mooser Liesl nicht gefallen, aber wenn die Brauerei noch einige Stellschrauben nachstellt, kann es ein richtig gutes Bier werden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

Arcobräu Moos
Schlossallee 1
94554 Moos
www.arcobraeu.de

Tucher Christkindlesmarkt Bier

Nun gehe ich ja stark aufs Rentenalter zu, aber zum Christkindlesmarkt in Nürnberg habe ich es noch nie geschafft. Aber zumindest habe ich nun das Christkindlesmarkt Bier von Tucher vor mir stehen. Mal sehen, ob mich das über das Versäumte hinwegtrösten kann. Zumindest zeigt das Bild auf dem Etikett schon mal eine Abbildung des vorweihnachtlichen Events auf dem Hauptmarkt in Nürnberg und die Bildunterschrift verspricht „Das Nürnberger Original“. Da bin ich ja mal gespannt, ob das Bier mit dem auf den Etiketten suggerierten Anspruch mithalten kann.

Intensiv golden zeigt sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist etwas größer als im Durchschnitt und der feinporige Schaum bleibt lange erhalten. Außerdem sehe ich recht viel Kohlensäure. Optisch gefällt mir das Bier schon mal sehr gut.

Das Aroma ist malzbetont und wirkt durch den Malzzucker recht süß. Vom Hopfen ist nicht viel zu riechen, so dass das Aroma schon mal recht eindimensional erscheint.

Dementsprechend ist auch das Antrunk recht süß, aber durch die viele Kohlensäure spritzig. Schnell mischt sich noch ein leichtes Bitter unter den Geschmack. Für mich dürfte es durchaus etwas mehr sein. Außerdem fehlt mir jegliche Fruchtigkeit. Dadurch ist das Bier nicht rund. Der Abgang ist ebenfalls nur sehr leicht bitter und er klingt vergleichsweise kurz nach.

Auf mich wirkt das Bier einfach langweilig. Von den fränkischen Bieren bin ich wirklich eine bessere Qualität gewöhnt, wobei sich die Qualität in diesem Zusammenhang nur auf den Geschmack bezieht. Sollte ich einmal auf den Christkindlesmarkt in Nürnberg kommen, werde ich mein Bier mit Sicherheit lieber in einer der beiden Wirtshausbrauereien trinken, die vom Christkindlesmarkt aus fußläufig zu erreichen sind.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol. lt. Etikett auf der Flasche, im Internet werden 6,0 % Vol. angegeben

Stammwürze:

13,3 %

Brauerei:

Tucher Traditionsbrauerei
90409 Nürnberg/Fürth
www.tucher.de

Holla die Bierfee

Eigentlich ist es mir ja vollkommen egal, ob mein Bier von einem Mann oder einer Frau gebraut wurde. Es kommt auf das Ergebnis an, das er oder sie abliefert, das Geschlecht ist mir genauso egal wie die Schuhgröße des Brauers. Aber in diesem Fall kann ich das Geschlecht nicht ignorieren. Das rosa Etikett passt zur ebenfalls rosa Fahne am Flaschenhals. Und die Website www.holladiebierfee.de befasst sich auch mehr mit den Frauen, die das Bier herstellen als mit dem Bier selbst. Ich persönlich finde es nicht so furchtbar ungewöhnlich, dass Frauen ein gutes Bier brauen können. Geschichtlich betrachtet war das Bierbrauen Frauensache und damit waren die Frauen die Begründer der Bierkultur in Deutschland. Kommen wir nun also zu dem Dinkel Ale, das die drei Brauerinnen ständig im Angebot haben.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich sehr viel beiger feinporiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal perfekt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche Karamell, Biskuitteig und Vanille. Ich vermute jetzt mal, dass die Bierfee ein sehr mildes Bier ist.

Und tatsächlich ist der Antrunk recht süß, aber durch die sehr feinperlige Kohlensäure frisch und spritzig. Das gefällt mir. Auch das flott noch einiges an Bitter dazukommt ist angenehm. Allerdings vermisse ich jetzt doch etwas Säure und Fruchtigkeit. Trotzdem ist das Bier vollmundig und rund. Der Abgang wird durch ein freundliches und angenehmes Bitter mit recht langem Nachklang geprägt.

Insgesamt ist die Bierfee ein angenehmes Bier, das auch Menschen überzeugen kann, die ansonsten nur selten Bier trinken.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Hopfen (Monroe, UicSecret, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

G. Meinel GmbH
95028 Hof
www.holladiebierfee.de
Ich bin mir nicht sicher, ob es Holla Die Bierfee noch gibt. Die URL holladiebierfee.de ist seit Anfang April 2019 nicht mehr erreichbar und auch über Facebook habe ich keinerlei Antwort erhalten.

DIE BIEROTHEK

Crew Republic Hop Junkie

Craft-Biere haben immer viel Alkohol. Diese Regel stimmt in den meisten Fällen, aber das Hop Junkie der Münchner Brauerei Crew Republic beweist, dass es auch von dieser Regel Ausnahmen gibt. Getreu dem Motto „low alcohol but full taste“ enthält Hop Junkie nur 3,4 Volumenprozent Alkohol, soll aber das volle Hopfenaroma eines India Pale Ale enthalten. Nicht umsonst hieß das Bier vor seiner Umbenennung Detox. Lassen wir uns also überraschen.

Im Glas fällt gar nicht auf, dass es sich um ein alkoholarmes Bier handelt. Hell bernsteinfarben und hefetrüb ist es, mit viel feinporigem Schaum, der uns lange erhalten bleibt. Na bitte, es geht doch.

Auch das Aroma ist mit dem anderer IPAs mit der doppelten Menge Alkohol vergleichbar. Mir steigt ein ganzer Fruchtcocktail in die Nase. Ich rieche Orange, Ananas, Mango und Vanille. Da gibt es absolut nichts zu meckern.

Der Antrunk ist frisch und fruchtig. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Schnell kommt ein freundliches und feines Bitter dazu, das die Fruchtigkeit noch unterstützt. Der Abgang ist überraschend mild, er klingt aber recht lange nach.

Die Brauerei aus Unterschleißheim beweist mit ihrem Hop Junkie, dass sich Craft-Biere auch mit wenig Alkohol brauen lassen. Mit dieser Kreation haben wir ein wunderbar erfrischendes Bier für den Sommer vor uns stehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchner Malz, Karamellmalz, Pilsner Malz), Hopfen (Chinook, Galaxy, Hallertauer Comet), Hefe

Alkoholgehalt:

3,4 % Vol.

Bittereinheiten:

32 IBU

Brauerei:

Crew Republic GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 Unterschleißheim
www.crewrepublic.de

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Eulchen Märzen

Die Geschichte des Eulchens begann genau wie bei vielen anderen Craft Beer-Brauern: die beiden Kommunikationsdesignstudenten Philip Vogel und Leonidas Lazaridis begannen als Hobbybrauer und kamen irgendwann auf die Idee, das Bier auch zu verkaufen. 2013 suchten sie sich eine kleine Brauerei, in der sie nach ihren Vorstellungen 2000 Flaschen brauen ließen. Sie mieteten einen Pop-Up-Store und bereits nach einer Woche war der erste Sud ausverkauft. Und da das Bier weiterhin nachgefragt wurde machten sie weiter.

2015 eröffneten sie die Trinkhalle in Bahnhofsnähe und bereits ein Jahr später den Biergarten am Schloss. Dort scheinen sie ganz gut im Geschäft zu sein. Jetzt steht das Märzen der beiden vor mir und will verkostet werden.

In kräftigem Bernstein und leicht hefetrüb erstrahlt das Bier. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone hält sich lange. Gegen die Optik lässt sich schon mal nichts sagen.

Anfangs ist das Aroma fruchtig. Das Märzen duftet intensiv nach Limonen, Ananas und anderen Südfrüchten. Die Fruchtigkeit lässt bald nach und der Karamellduft des Malzes übernimmt das Kommando, unterstützt von einer leichten Likörnote, die das Karamell gut unterstützt.

Der Antrunk ist recht süß. Mir gefällt die sehr feinperlige Kohlensäure, von der ich mir aber etwas mehr gewünscht hätte. Der kräftige Körper ist ausgewogen und rund, so dass das Bier sehr süffig ist. Im Abgang mischen sich bittere und süße Geschmäcker, die mittellang nachklingen.

Als Märzen ist dieses Bier ungewöhnlich, aber sehr lecker.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Simcoe, Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 %

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

Eulchen – Lazaridis, ´Vogel GbR
55118 Mainz-Neustadt
www.eulchen-bier.de

Crew Republic Drunken Sailor

Die Brauerei beschreibt das Drunken Sailor so: „Weigh the Anchor, Hoist the Sails… Meterhohe Wellen, peitschender Wind. Das war das Leben der englischen Seefahrer, die den Auftrag hatten, Bier in die indische Kolonie zu bringen. Nur unendlich viel Hopfen und ein hoher Alkoholgehalt machten es haltbar für die gefährliche Reise. Drunken Sailor IPA bringt das Abenteuer und den kräftigen Geschmack ins 21. Jahrhundert… Ship Ahoy!“ OK, das war nicht unbedingt die Beschreibung des Drunken Sailor, sondern eher die Beschreibung der Entstehung dieses Bierstils. Ich finde die Formulierungen aber ganz gelungen. Wenn das Bier genauso gut ist, ist daran nichts auszusetzen.

Tieforange und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine gute Menge feinporiger Schaum und bereits beim Einschenken steigt mir ein intensiver Duft nach Grapefruit in die Nase.

Aber das Aroma hat noch mehr zu bieten. Neben Grapefruit steigen mir noch Düfte von Ananas, Zitrone, grünen Äpfeln, Waldhonig sowie einige florale und kräuterige Noten in die Nase. Das komplexe Aroma gefällt mir sehr gut.

Der Antrunk ist trocken und spritzig. Besonders gefällt mir die sehr feinperlige Kohlensäure. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Besonders die Grapefruit tritt in den Vordergrund, aber langsam lässt sich auch eine feine Malzsüße blicken. Der Abgang ist freundlich bitter und lang nachklingend. Ich hätte aber die 58 IBU nicht erwartet.

Das Drunken Sailor ist ein sehr gut trinkbares IPA. Leider musste ich aber feststellen, dass das fruchtige Aroma bereits nach kurzer Zeit verfliegt. Ich weiß nicht, woran das liegt; bei anderen IPAs sind die Aromen stabiler.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Karamellmalz), Hopfen (Herkules, Citra, Cascade, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

6,4 % Vol.

Bittereinheiten:

58 IBU

Brauerei:

Crew Republic Brewery GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 München/Unterschleißheim
www.crewrepublic.de

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Glaab’s Tropic Thunder

Wieder einmal steht ein Craft Beer aus der Brauerei Glaabsbräu im hessischen Seligenstadt vor mir, das Tropic Thunder. Die Freien Brauer, ein Zusammenschluss von etwa 40 inhabergeführten Brauereien, beschreiben die Brauerei wie folgt: „Älteste Brauerei Südhessens und zugleich eine der modernsten Brauereien Deutschlands – das ist Glaabsbräu. Der Bierkultur ist Glaabsbräu seit mehr als 270 Jahren verpflichtet, dem Qualitätsanspruch, nur die besten und geschmackvollsten Biere zu brauen, ebenso. Sie wird in neunter Generation von Robert Glaab geführt und hebt sich durch ihre besondere Brau- und Rohstoffphilosophie gerade hervor. 2015 und 2017 hat Glaabsbräu wichtige strategische Meilensteine gesetzt. In 2015 wurde eine der modernsten Brauanlagen Deutschlands eingerichtet. Neben brauhandwerklichem Geschick und Liebe zum Detail ist damit eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, individuelle Biere auf höchstem Niveau zu brauen.“ Na, da soll kann ich mich doch wohl auf ein gutes Bier freuen.

In kräftigem Rotgold mit sehr viel sahnigem Schaum, der langsam in sich zusammenfällt, steht das Bier im Glas vor mir. Optisch gibt es da wirklich nichts zu meckern.

Auch das komplexe Aroma ist sehr ansprechend. Ich rieche Banane, Ananas, Melone, Zitrusfrüchte sowie einen Hauch Banane. Das Bier wird mir immer sympathischer.

Der Antrunk hält, was das Aroma verspricht. Vom ersten Moment an ist das Bier fruchtig, frisch und dabei kräftig. Alle Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Während sich das Bier im Mund ausbreitet werden die Geschmäcker noch intensiver. Die Brauerei übertreibt nicht, wenn sie auf dem Rückenetikett schreibt: „Bananen-, Melonen- und Mangoaromen expodieren in einen aromatischen Tropensturm und lassen dich den Alltag vergessen.“ Erst im Abgang kommt ein kräftiges aber freundliches Bitter zum Vorschein, das ellenlang nachklingt.

Das Glaab’s Tropic Thunder ist ein rundherum gelungenes Bier.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Caramel Malz), Hopfen (Hüll Melon, Summit)

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

12,1 %

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Glaabsbräu GmbH & Co. KG
Frankfurter Straße 9
63500 Seligenstadt
www.glaabsbraeu.de

Eulchen Helles

Bei meinem letzten Besuch in Mainz ließ ich es mir selbstverständlich nicht nehmen, die vier Biere der jungen Brauerei Eulchen mitzunehmen. In der Nähe des betreibt das Unternehmen einen Kiosk, der, wenn ich mich richtig erinnere, hauptsächlich die Eulchen-Biere verkauft. Ich finde, das ist eine witzige Idee, auch wenn ich mich wundere, dass das sich wirtschaftlich rechnet. Auf der Website von Eulchen finden sich aber auch einige Bilder, die zeigen, dass dort im Sommer richtig was los ist.

Bleibt noch die Frage, wie es zu dem Namen der Brauerei gekommen ist. Auch hier gibt die Website Aufklärung: „Tiere waren früher beliebte Namensgeber für Brauereien. Wir haben die stolze Eule als Namensgeber und Wappentier gewählt. Ein nachtaktives Tier, welches hervorragend zu unserem hochwertigen Bier passt, welches auch nachts verzehrt werden soll. Aufgrund unserer gewählten 0,33 Liter Flaschen und des wohlklingenden Wortes, ist es das Diminutiv Eulchen geworden.“ Nachdem das auch geklärt ist, können wir endlich zum Bier kommen.

Sonnengelb präsentiert sich das Bier im Glas und macht damit seinem Bierstil schon mal alle Ehre. Außerdem enthält das Bier viel sehr feinperlige Kohlensäure. Die Schaumkrone ist durchschnittlich groß, aber sie fällt leider sehr schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche Karamell, unterstützt durch den Duft von Orangenschale und einigen Kräutern.

Der Antrunk ist mäßig süß und spritzig. Schnell kommt ein ordentliches Bitter dazu. Irgendwie scheint mir der Geschmack nicht wirklich rund, eventuell fehlt etwas Fruchtigkeit. Der Abgang ist dann recht mild, aber er klingt trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hersbrucker, Saazer), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,9 %

Brauerei:

Eulchen GmbH
Hindenburgstr. 7
55118 Mainz
www.eulchen-bier.de

Leikeim Wintertraum

Im Jahr 1887 gründete Johann Leikeim die Brauerei, aus der jetzt der Wintertraum vor mir steht. Bis heute ist sie im Familienbesitz. 2016 wurde der letzte Generationenwechsel vollzogen. Damals übergab Christine Leikeim das Unternehmen an ihre drei Kinder Andreas (Geschäftsführung), Bastian und Anna.

Im Gegensatz zu den meisten Winterbieren strahlt das Leikeim Wintertraum golden im Glas. Es enthält recht viel feinperlige Kohlensäure, die auch für eine ganz ordentliche Blume sorgt, die durchschnittlich lange erhalten bleibt. Damit ist die Optik dieses Winterbieres ungewöhnlich aber ansprechend.

Das Bier duftet nach Karamell und Brot. Hopfennoten kann ich im Aroma nicht feststellen.

Der Antrunk ist schlank und frisch und er weist erfreulich wenig Süße auf. Schnell kommt eine leichte Säure dazu, so dass das Bier richtig süffig wird. Außerdem sind auch bald die 5,4 Volumenprozent Alkohol zu schmecken. Erst im Abgang macht sich ein leichtes Bitter bemerkbar, das aber überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

Brauhaus Leikeim
Gewerbegebiet 4
96264 Altenkunstadt
www.leikeim.de