Marc Gallo
ist Kommunikationsdesigner und Biersommelier. Im März 2015 eröffnete er die Hopfmeister Braumanufaktur, mit der er als Gypsy Brauer Craft Beer braut. Dass er das recht erfolgreich macht beweist die Goldmedaille, die das Franz Josef, ein Helles, im Jahr 2017 beim Mainingers International Craft Beer Award gewonnen hat. Als Gypsy Brauer verfügt Hopfmeister über keine eigene Brauerei, sondern er nutzt die freien Kapazitäten in regionalen Braustätten. Das Franz Josef stammt aus der Hohenthanner Schlossbrauerei. Diese Brauerei ist ja bekannt für gute Craft-Biere, so dass ich keine Bedenken habe, dass es sich beim Franz Josef um ein besonderes Bier handelt.
Golden und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas, zusammen mit einer schönen feinporigen Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier bereits perfekt. Bereits beim Einschenken steigen mir intensive Düfte nach Grapefruit, Südfrüchten und weißen Johannisbeeren in die Nase. Na, bei einem solchen intensiven Aroma kann bei diesem Bier doch wohl absolut nichts mehr schiefgehen.
Der Antrunk ist leicht süß und frisch. Dazu eine gut dosierte sehr feinperlige Kohlensäure. Bis hierhin ist das Bier perfekt. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Besonders die Zitrusaromen kommen in den Vordergrund. Jetzt zeigt das Bier, wie vollmundig, ausgewogen und süffig es ist. Auch der Abgang ist fruchtig, verbunden mit leichten und ausgewogenen Bitterstoffen, die lange nachklingen.
Dieses Bier kann ich mir gut zu Spargel oder gebratenem Fischfilet vorstellen.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger, Crystal, Centennial, Citra), Hefe
Alkoholgehalt:
5,1 % Vol.
Stammwürze:
11,9° Plato
Bittereinheiten:
20 IBU
Brauerei:
Hohenthanner Schlossbrauerei GmbH & Co. KG
Brauhausstraße 1
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de
für
Hopfmeister Braumanufaktur
Marc Gallo
Kyreinstraße 18
81371 München
www.hopfmeister.de
Das Team der Brauerei in Unterschleißheim legt auf seiner Website die Messlatte selbst sehr hoch: „CREW Republic steht für ehrliche, handwerklich gebraute und geschmacklich außergewöhnliche Biere. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Rezepturen und den besten Rohstoffen der Welt. Ein Zuhause für alle, denen „Standardbiere“ nicht genug sind. Wir brauen nur Biere, auf die wir Bock haben und füllen nur ab, was uns selber schmeckt. Damit brechen wir Gewohnheiten – Kein Bier für jedermann! 08/15 gibt es schon genug.“ Wer sein Bier so vollmundig bewirbt, muss dann aber auch liefern. Mal sehen, ob das Easy aus dem Vorort von München diese hohen Ansprüche der Brauer erfüllt.
Dass ich alkoholfreien Bieres kritisch gegenüberstehe (zumindest was den Genusswert betrifft), habe ich schon mehrfach geschrieben und ich will es an dieser Stelle nicht wiederholen. Allerdings billige ich den alkoholfreien Weizenbieren durchaus eine Existenzberechtigung zu, da sie im Sommer ein hervorragender Durstlöscher sind. Das Weizen von Krombacher, das jetzt vor mir steht, hat Ende 2010 von der Stiftung Warentest eine gute Beurteilung erhalten, so dass ich an dieses Bier doch so einige Erwartungen habe. Die besten Einzelbeurteilungen hat das Bier übrigens für die Haltbarkeit des Schaums sowie für seine Schadstoffe erhalten (na gut, für die nicht vorhandenen Schadstoffe). Na, dann wollen wir doch mal sehen, wie sich das alkoholfreie Weizen aus Krombach so macht.
2012 gründete Biersommelier Christian Hans Müller in Aschaffenburg die Hanscraft Brauerei und bietet den Liebhabern von Craftbieren seitdem ein vielfältiges Sortiment besonderer Biere.
Nun steht mal wieder ein Bier aus der Craft Beer-Schmiede BRLO vor mir, das German IPA. Seinen Namen bekam dieses India Pale Ale, da für das Brauen dieses Biers ausschließlich deutsche Hopfensorten verwendet werden. Da in der Regel für IPAs vorwiegend amerikanische Hopfensorten verwendet werden, bin ich auf dieses Bier wirklich gespannt.
Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz vor mir, diesmal aus der Brauerei Kuehn, Kunz, Rosen. Das Besondere an diesem Craft Beer ist, dass beim Festland Tonkabohnen mit verbraut wurden. Nun sind Tonkabohnen nicht allzu bekannt, weshalb ich mich mal bei Wikipedia kundig gemacht habe. Sie haben einen süßlichen, leicht bitteren und der Vanille ähnlichen Geschmack und werden deshalb als Vanilleersatz verwendet. Die Behonen sind sehr hart und werden am besten mit einer Muskatreibe abgerieben oder 1–2 Bohnen mit einem Liter Milch ca. 10 Minuten gekocht und über Nacht stehen gelassen. Für Desserts auf Sahne- oder Milchbasis werden die Bohnen etwa zehn Minuten ausgekocht (sie können bis zu zehnmal verwendet werden). Die Verwendung der Tonkabohne zur Zubereitung in Lebensmitteln war in Deutschland ab 1981 zeitweise verboten. Seit 1991 existiert dieses Verbot in eingeschränkter Form. Nun will ich mich an dieser Stelle nicht weiter über Bohnen auslassen. Nähere Informationen finden Sie auf
Die Brauerei aus dem bayrischen Kelheim verspricht viel, wenn das Bier beschrieben wird, das jetzt vor mir steht, Meine Hopfenweisse genannt: „Gehen Sie auf Entdeckung: „Meine Hopfenweisse“ – das unvergleichliche Genusserlebnis, das alle Vorstellungen übertrifft… hopfig, aber blumig, herb vollmundig, und doch mit malzaromatischer Süße – so facettenreich kann Weissbier schmecken. Ein Hochgenuss speziell nach Schneider-Art! Und zu würzigen Gerichten und raffinierten Schokoladen ein wahres Feuerwerk der Sinne!“ Na, dann wollen wir mal sehen.
Bitter ist ein obergäriger, englischer Bierstil mit einem Alkoholgehalt zwischen 3 % und 7 % Vol. sowie einer goldenen bis rötlichen Farbe.
Märzen, häufig auch als Festbier bezeichnet, ist ein untergäriger Bierstil, der lange Zeit fast ausschließlich in Bayern und in Österreich gebraut wurde. Die Stammwürze beträgt in der Regel 13 bis 15° Plato, wodurch das Märzen zu einen durchschnittlichen Alkoholgehalt von 5 bis 6 Prozent aufweist. Märzenbiere sind malzbetont, aber der Brauer kann ihm auch eine deutliche Hopfenbittere hinzufügen. Märzen sind vollmundig und herzhaft. Jetzt steht das Märzen aus der Reihe „Borbecker Spezialitäten“ aus der Brauerei Stauder in Essen vor mir.
Erst im Jahr 2006 wurde die Brauerei im Münchner Stadtteil Untergiesing gegründet. Ursprünglich brauten die beiden Gründer ihr Bier in einer Garage. Inzwischen hat sich viel getan und die beiden haben nicht nur eine Brauereigaststätte eröffnet, sondern planen derzeit einen zweiten Produktionsstandort in Milbertshofen. Baubeginn des etwa 15 Millionen teuren Neubaus soll im November 2018 sein. Auf diese Weise soll die Produktionskapazität von 12.000 Hektolitern pro Jahr auf 32.000 Hektoliter vergrößert werden. Der alte Standort in der Giesinger Martin-Luther-Straße soll aber erhalten bleiben und dem Brauen der saisonalen Biersorten dienen. Jetzt steht ein typischer bayrischer Bierstil vor mir, das Giesinger Weißbier.