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1332 Gose

Auf den ersten Blick erscheint der Name 1332 für ein Bier etwas merkwürdig. Aber er macht durchaus Sinn. Vom 27. März 1332 stammt die älteste erhaltene Urkunde, in der Gose erwähnt wurde. Gebraut wurde sie im Kloster Ilsenburg, einer ehemaligen Benediktinerabtei in der heutigen Stadt Ilsenburg, Landkreis Harz. Die 1332 Gose stammt aber nicht aus Sachsen-Anhalt, sondern aus der Berliner Bierfabrik, gelegen im Bezirk Marzahn.

Strohgelb präsentiert sie die Gose im Glas. Darüber steht eine extrem große sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Es empfiehlt sich also, dieses Bier sehr vorsichtig einzuschenken. Aber dann macht es eine wirklich gute Figur.

Das Aroma ist fruchtig-säuerlich geprägt. Düfte nach Banane, grünen Äpfeln und Birnen steigen mir in die Nase, gut abgerundet durch die leichte Würzigkeit des Korianders.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure spritzig. Erst als sich die Gose auf der Zunge verteilt, kommt die Fruchtigkeit kräftig zum Tragen. Der Geschmack roter Johannisbeeren steht im Vordergrund. Er korrespondiert gut mit der hintergründigen Süße. Die Säure ist deutlich zu schmecken, aber nicht zu kräftig. Insgesamt ist das Bier gut ausgewogen. Das Mundgefühl ist schlank, aber trotzdem voll und rund. Im Abgang lässt die Säure etwas nach und die Würzigkeit des Korianders kommt erstmals deutlich hervor. Der Fruchtgeschmack klingt noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Koriander, Salz, Hefe, Milchsäurebakterien

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Brauerei:

BBF Berliner Bierfabrik
Zur Alten Börse 74
12681 Berlin
http://www.berlinerbierfabrik.com

Ganter Wodan

Das Bier, das jetzt vor mir steht, ist vermutlich etwas Besonderes. Schließlich hat das Wodan aus der Brauerei Ganter im Freiburger Stadtteil Wiehre im Jahr 2018 hat bei den World Beer Awards in der Kategorie „Starkbier Lager“ Bronze gewonnen und zählt damit zu den besten Bieren der Welt. Außerdem hat die Brauerei Ganter auch schon mehrfach bewiesen, dass sie mit den Rohstoffen kreativ umgehen kann, beispielsweise als sie den Aperitif Wier entwickelt hat, in dem sie Wein und Bier zu einer Einheit verschmolzen hat. Na, dann bin ich ja mal gespannt.

In dunklem Rubin, beinahe schwarz, ergießt sich das Bier ins Glas und bildet dabei einen feinporigen hellbraunen Schaum, der allerdings recht flott in sich zusammenfällt.

Düfte nach Sirup, Pumpernickel und dunklen Früchten steigen mir in die Nase. Dabei meine ich, Kirschen riechen zu können. Ich weis also jetzt schon, dass dieser Doppelbock recht süß sein wird.

Das bestätigt auch der Antrunk. Süß mit dem Geschmack dunkler Schokolade und Lakritz stellt sich das Bier auf der Zunge vor. Auch die anderen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Dabei ist das Mundgefühl cremig und auch die 7,5 Volumenprozent Alkohol schmecken deutlich durch, auch wenn er nicht unangenehm wird. Im Abgang wird der Geschmack des Alkohols noch kräftiger und die Fruchtigkeit klingt durchschnittlich lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

18,5 %

Bittereinheiten:

23 IBU

Brauerei:

Brauerei GANTER GmbH & Co. KG
Schwarzwaldstr. 43
79117 Freiburg
www.ganter.com

Glaab’s Grie Soß

Was macht ein hessischer Brauer, der ein Craft Beer außerhalb des Reinheitsgebots brauen will? Er lässt sich von der Frankfurter Grünen Soße inspirieren und schon ist er fertig. Soweit das Vorurteil, dem aber Glaabsbräu aus Seligenstadt gefolgt ist. So entstand im Jahr 2018 erstmals das saisonale Craftbier Glaab´s Grie Soß. Seit April 2019 kam die zweite Auflage dieses Biers wieder in den Handel, ganz nach dem Motto „Schmägg die Kraft der siwwe Kräuder“. Das Biermischgetränk besteht zu 90% aus einem mild gehopften hellen Bier und 10% aus den sieben Kräutern der hessischen Grünen Sauce (Petersilie, Kresse, Borretsch, Schnittlauch, Sauerampfer, Kerbel und Pimpernelle). Ich habe mich auf der Internorga mit den Brauern unterhalten, die mir erzählt haben, dass sie einige Zeit aufwenden mussten, um die richtige Kräutermischung zu finden. Vor allem der Schnittlauch musste geringer dosiert werden, da er im Bier sonst zu dominant wurde. Wie sich die sieben Kräuter der Grünen Soße im Bier machen will ich jetzt feststellen.

Golden und klar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine reichliche feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz geprägt und das Bier duftet wie ein ordentliches Helles. Erst beim zweiten Schnüffeln kommen die Kräuter zum Vorschein, dann aber immer kräftiger. Noch bin ich mir nicht sicher, was ich davon halten soll.

Der Antrunk ist recht trocken und erfrischend. Auf der Zunge schmecke ich wenig bitter, auch wenig Fruchtigkeit; trotzdem ist das Bier wirklich vollmundig. Dafür entwickelt sich der Geschmack der Kräuter, der aber erst im Abgang richtig zur Geltung kommt, dann aber mit Macht. Dabei stelle ich fest, dass die Kräuter gut aufeinander abgestimmt sind und keines besonders hervorsticht. Dass der Geschmack noch lange in der Kehle nachklingt ist sehr angenehm.

Die Grie Soß von Glaabsbräu ist schon etwas Besonderes. Die Kräuter geben dem Bier eine tolle Würzigkeit, die dieses Bier zu einem erstklassigen Begleiter zu vielen Speisen macht. Ich kann mir dazu gut ein Steak oder auch einen Schweinebraten vorstellen. Nur zur Frankfurter Grünen Soße würde ich es nicht empfehlen, denn da fehlt dann der Kontrast.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Kräuter (Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpernelle, Sauerampfer, Schnittlauch), Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Bittereinheiten:

19 IBU

Farbe:

13 EBC

Brauerei:

Glaabsbräu GmbH & Co. KG
Wallstr. 1
63500 Seligenstadt
www.glaabsbraeu.de

Mücke 168

Angefangen haben Dennis Pfahl und Michael Kesseböhmer als Hobbybrauer und hatten mit ihren selbstgebrauten Bieren bei ihren Freunden Erfolg. So fingen sie irgendwann an, ihre Biere auch zu verkaufen. Die Biere für den Verkauf brauen sie aber nicht in einer eigenen Brauerei, sondern sie mieten sich bei Frank Liebhart in Detmold ein, der sie mit Rat und Tat unterstützt. Aus dieser Verbindung erklärt sich auch der Name des Weizenbiers: vom Ortsteil Holsterhausen in Essen nach Detmold sind es 168 Kilometer. Außerdem ist das 168 auch ein Collaboration Brew der beiden Brauereien. Da Frank Liebhart die Biere , die unter seinem Namen vertrieben werden, grundsätzlich aus biologischen Zutaten braut, ist das Weißbier, das jetzt vor mir steht, ebenfalls ein Biobier.

Strohgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Für ein Weizenbier entwickelt es beim Einschenken überraschend wenig feinporigen Schaum, der aber lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier nichts auszusetzen.

Düfte nach Banane, Limone, Steinfrüchten und Nelken bilden das komplexe Aroma dieses Bieres. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist fruchtig und die Aromen spiegeln sich vom ersten Moment an auf der Zunge wider. Schnell kommen die Zitrusnoten in den Vordergrund und sorgen zusammen mit der Süße des Malzes für ein volles und rundes Mundgefühl. Langsam geht die Süße zurück und macht einer leichten angenehmen Herben Platz. Der Abgang ist mild und die Frucht klingt einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Hallertauer Tradition, Cascade, Chinouk, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Liebharts Privatbrauerei GmbH & Co. KG
Am Gelskamp 6
32758 Detmold
www.residenz-biere.de

Zusammen mit

Kesseböhmer-Mai & Pfahl GbR
MÜCKE – Craft Beer
Hölderlinstr. 28
45147 Essen
www.muecke-craftbeer.de

Hoppy Hell

Für eine Brauerei aus Bayern ist es ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit, eine Helle zu brauen. Da macht Maisel & Friends aus dem fränkischen Bayreuth jetzt keine Ausnahme mehr. Ab sofort ist im Standardsortiment dieser Brauerei das Hoppy Hell erhältlich. Auch wenn es sich beim Hellen um ein Standardbier der Bayern handelt, bedeutet dies nicht, dass es einfach zu brauen ist. Gerade bei diesem Bierstil fallen Bierfehler stark auf. Da die Bayreuther ihre Biere immer sehr sorgfältig brauen und sie die Bierstile immer individuell interpretieren, erwarte ich hier etwas ganz Besonderes.

Golden und nur leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine durchschnittlich große Schaumkrone, die überraschend schnell in sich zusammenfällt.

Zitrusaromen stechen im Duft besonders hervor. Dazu kommen der Duft von Mirabellen und aus der zweiten Reihe meldet sich noch diskret der Duft nach Karamell.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Auf der Zunge entwickelt sich ein charmanter Zitrusgeschmack der die Frische noch unterstreicht. Zum vollen Mundgefühl kommt eine hervorragende Süffigkeit. Im Abgang tritt die Fruchtigkeit etwas in den Hintergrund und macht einem freundlichen Bitter mit langem Nachklang Platz.

Meiner Meinung nach ist der Bierstil nicht so ganz getroffen. Aufgrund der für ein Helles kräftigen Kalthopfung ähnelt das Bier schon fast einem Pale Ale. Aber das ändert nichts daran, dass mir das Bier gefällt und es ein Bier für (fast) jede Gelegenheit ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

11,5 %

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

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Wolfscraft The Export

„Deutsches Bierhandwerk. Unangepasst.“ Das fasst die Philosophie von Wolfscraft aus München bestens zusammen. Denn vor Beginn ihrer Bierkarriere stellten die Jungs fest, dass fast alle deutschen Biere irgendwie gleich schmecken. „Dabei sollte Bier unangepasst wie ein Wolf sein.“ Aus dieser Erkenntnis ging Wolfscraft hervor – und mit ihnen klassische deutsche Biere, die modern interpretiert werden. Dafür lassen sie nicht nur die Biere fünfmal so lange reifen wie die industriellen Brauereien, sondern sie verwenden auch regionale Zutaten und brauen ihr Bier mit Ökostrom. Jetzt steht das Export von Wolfscraft vor mir.

Hell goldfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist überdurchschnittlich groß und bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist fruchtig mit Düften nach Zitrusfrüchten, die durch einen Hauch Karamell unterstützt werden.

Die ersten Eindrücke, die das Bier beim Kontakt mit der Zunge hinterlässt, sind eine leichte Süße und eine reichlich dosierte sehr feinperlige Kohlensäure. Als sich das Bier auf der Zunge ausbreitet entfaltet sich der komplexe Geschmack. Die Fruchtigkeit steht im Vordergrund, die gut auf die Malzsüße sowie das jetzt aufkommende Bitter abgestimmt ist. Das Bitter ist für ein Export recht kräftig, aber nicht so stark, dass es einen durchschnittlichen Bierkonsumenten überfordert. Der Abgang lässt die Geschmäcker etwas schwächer werden; trotzdem bleiben die fruchtigen Geschmäcker und auch die Malzsüße erhalten. Sie klingen sie recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Brauerei:

Wolfscraft GmbH
Hopfenstraße 8
80335 München

Ahorn Walnuss Stout

Jetzt steht das Ahorn Walnuss Stout aus der Bierfabrik in Berlin-Marzahn vor mir. Mit diesem Bier hat Sebastian Mergel, der Inhaber der Brauerei, bereits vor dem Brauen eine wahre Odyssee durch die Bürokratie der Hauptstadt hinter sich gebracht. Die Vorgänge hat er in einem Beitrag für den Reinheitsgebot-Blog der FAZ dokumentiert. Dort hat er auch beschrieben, wie unterschiedlich die Behandlung der Anträge auf das Brauen eines besonderen Bieres ist. Nicht nur, dass die verschiedenen Bundesländer die Anträge unterschiedlich behandeln, sondern auch innerhalb eines Landes ist keine einheitliche Linie zu erkennen.

Richtig skurril sind aber die Kommentare, die einige Nutzer hinterlassen haben. So schreibt beispielsweise ein Leser, der sich „Feinkostnutzer“ nennt: „Es ist vollkommen richtig dass man solche Mischungen nicht einfach Bier nennen darf. Ich will als Verbraucher sicher sein dass es sich um Bier handelt und nicht um „bierhaltige Plörre“.“ Da war offensichtlich jemand nicht in der Lage, zu begreifen, was er oder sie da schreibt. Der Duden beschreibt die Bedeutung von Plörre wie folgt: „dünnes, wässriges, gehaltloses, fades Getränk, besonders dünner Kaffee“. Ein Stout ist aber niemals dünn, wässrig, gehaltlos und fade, handelt es sich doch dabei um einen besonders gehaltvollen Bierstil. Niemand ist gezwungen, ein solches Bier zu trinken und dann noch zu mögen. Aber wenn jemand meint, unbedingt einen Kommentar schreiben zu müssen, könnte er oder sie sich durchaus an die Realität halten. Wäre Sebastian nur etwa 100 Kilometer nach Osten gefahren, wäre er in Polen gewesen. Dort hätte er sich in einer Brauerei einmieten können, sein Bier dort brauen und nach Deutschland importieren. Schon hätte er das Ahorn Walnuss Stout problemlos in Deutschland als Bier verkaufen dürfen, ganz ohne Sondergenehmigung. Rechtlich nicht korrekt, aber gefühlt eingängig, ist eher die Einschätzung, dass Sebastian die Bearbeitungsgebühr von 250 Euro als Strafe dafür bezahlt hat, dass er die Wertschöpfung in Deutschland durchgeführt hat. Na ja, kommen wir zum Bier.

Absolut blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine wunderschöne mittelbraune und sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Stout wie gemalt.

Düfte nach Ahorn, Bitterschokolade und gerösteten Walnüssen steigen mir in die Nase, unterstützt durch die Röstnoten des Malzes, die an Espresso erinnern. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet hätte. Stattdessen breitet sich im Mund ein angenehmer Geschmack nach dunkler Schokolade aus, unterstützt durch den Geschmack der Nüsse sowie den holzigen Noten des Ahornsirups. Die Haferflocken sorgen für ein volles samtiges Mundgefühl. Langsam kommt durch das Malz noch der Geschmack nach Mokka dazu. Im Abgang wird die Süße etwas stärker und auch die Nüsse kommen in den Vordergrund. Der Geschmack klingt noch sehr lange nach.

An diesem Bier gefällt mir besonders, dass der Zucker aus dem Ahornsirup weitgehend vergoren wurde und das Bier damit eher leicht herb ist. Dadurch empfiehlt es sich als hervorragender Begleiter zu einem süßen Dessert oder auch einfach zu Schokolade und Keksen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Haferflocken, Ahornsirup, Walnüsse, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Brauerei:

BBF Berliner Bier Fabrik GmbH
Zur Alten Börse 74
12681 Berlin
www.berlinerbierfabrik.com

Eibauer Heller Bock

Bis ins Jahr 1786 reichen die Wurzeln der Privatbrauerei Eibau zurück. Die Geschichte der Brauerei war wechselhaft, aber sie so manchen Eigentümerwechsel, die Enteignung während der Zeit der DDR und auch die Rückübereignung an die ursprünglichen Besitzer überstanden und braut nach wie vor ihr Bier. So auch den hellen Bock, der jetzt vor mir steht.

Intensiv goldfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Leider ist die feinporige Schaumkrone recht klein, aber sie bleibt zumindest einige Zeit erhalten.

Das Aroma ist malzbetont, so wie ich es von einem Bockbier erwarte. Der Hopfen steuert noch diskret den Duft grüner Äpfel bei.

Der Antrunk ist durch die stiltypische Süße geprägt. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, aber leider recht knapp dosiert. Hier hätte ich mir mehr gewünscht. Auf der Zunge kommt ein gut auf die Süße abgestimmtes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist voll und rund. Der Abgang ist sehr mild und er klingt nur kurz nach.

Das helle Bockbier aus Eibau hat keine Fehler, aber es hat nichts, das geeignet wäre, Begeisterung zu erzeugen. Es ist geeignet, um es nebenbei zu trinken, aber ein echtes Genussbier sieht anders aus.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Eibau i. Sa.
02739 Eibau
www.eibauer.de

Bayreuther Hell

Bayerisches Bier und das Helle gehören einfach zusammen. Auch über die Grenzen von Bayern wird dieser traditionelle Bierstil immer beliebter. Jetzt steht ein Helles aus dem Bayreuther Brauhaus vor mir, einer Marke von Maisels Weiße.

In sehr hellem Goldgelb mit einer leicht überdurchschnittlichen feinporigen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt auch recht lange erhalten.

Ein malzbetonter und würziger Duft steigt mir in die Nase, unterstützt durch leichte Noten nach Honig und Zitrone. Insgesamt ist das Aroma unaufdringlich und angenehm und macht so Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeigt überraschend wenig Süße, aber viel feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge ist das Helle aus Bayreuth schlank, frisch und ungeheuer süffig. Das Hopfenaroma verbindet sich gut mit der Malzigkeit. Erst im Abgang kommt ein leichtes Bitter zum Vorschein, das überraschend lange nachklingt.

Das Bayreuther Hell ist ein schönes Allround-Bier, das sich als Begleitung für die meisten Speisen anbietet. Lediglich wenn die Speisen kräftig gewürzt sind, könnte dieses Bier als Begleitung erschlagen werden, so dass ein anderes Bier sicherlich empfehlenswert wäre.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,6 %

Bittereinheiten:

17 IBU

Brauerei:

Bayreuther Bierbrauerei AG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.bayreuther-brauhaus.de

Von Freude Just Pils

Vielen Konsumenten erscheint Pils als ein recht langweiliger Bierstil, und ich bin da keine Ausnahme. Schuld daran sind die vielen Industriebiere, die alle ziemlich gleich schmecken, teilweise nicht schlecht, aber halt auswechselbar. Will ein Craft Bier-Brauer ein Pils brauen, muss er sich schon etwas einfallen lassen, damit sein Bier einerseits unverwechselbar wird, dabei aber auch dem Bierstil entspricht. Die Brauerei Wahnsinn aus Hamburg, die ihre Biere unter dem Label Von Freude vertreibt, hat das Experiment gewagt und sein Bier Just Pils gebraut. Ich muss gestehen, dass ich die Brauerei nicht kannte bis ich ihr auf der ProWein in Düsseldorf begegnet bin. Dort hatte ich kurz die Möglichkeit, mit dem Brauer zu sprechen und er gab mir neben einigen anderen Bieren auch dieses zum Verkosten mit.

Weizengelb und zurückhaltend hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist leicht überdurchschnittlich voluminös und bleibt sehr lange erhalten. An der Optik gibt es nichts zu meckern.

Das Aroma ist fruchtig. Düfte nach Zitrusfrüchten und roten Beeren steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige würzige Noten nach weißem Pfeffer. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die gut dosierte sehr feinperlige Kohlensäure richtig frisch. Auf der Zunge präsentieren sich die Malzsüße, die Fruchtigkeit und ein gut abgestimmtes Bitter in hervorragender Harmonie. Dabei spiegeln sich die Aromen auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist samtig. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger, die Fruchtigkeit bleibt aber erhalten. Zum Schluss klingt der Geschmack noch ellenlang nach.

Das Just Pils weiß den Craft Beer-Trinker zu begeistern, ohne dass dieses Bier den durchschnittlichen Biertrinker verschreckt. Es handelt sich um ein richtig gutes Allround-Bier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12 %

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

Wahnsinn GmbH
Colonnaden 72
20354 Hamburg
www.vonfreude.de