Archiv der Kategorie: Craft Beer

UrCraft Pilsener

Nun steht wieder einmal eines der UrCraft-Biere aus der Klosterbrauerei Neuzelle vor mir – diesmal das Pilsener. Die Informationen auf den Etiketten sind wie bei dieser Brauerei üblich etwas spärlich und verraten nicht viel über das Bier. Aber da ich bislang von noch keinem Produkt aus Neuzelle enttäuscht war, habe ich doch recht hohe Erwartungen an den Inhalt dieser Flasche. Beginne ich also gleich damit, das Bier einzuschenken.

In einem hellen goldgelb und hefetrüb steht das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist klein, recht grobporig und fällt recht schnell in sich zusammen. Schade, dadurch wird das eigentlich gute Aussehen des Bieres doch etwas getrübt. Aber ich will ja keine Schönheit beurteilen, sondern in erster Linie den Geschmack. Der Duft ist hefebetont und getreidig, etwas süßlich und bringt nur wenige Hopfennoten mit sich.

Der Antrunk begrüßt mich mit der feinen Süße des Malzzuckers, ohne zu süß zu werden. Anschließend kommt der Geschmack der Hefe durch, was schon mal einen angenehmen Kontrast darstellt. Die fein perlende Kohlensäure sorgt für eine angenehme Spritzigkeit und macht das Bier süffig. Erst im Anschluss kommt der Hopfen überraschend stark durch und sorgt für einen relativ langen Abgang.

Doch, es ist durchaus ein wirklich gutes Bier.

Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:
4,8 % Vol.

Brauerei:
Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle
www.kosterbrauerei.com

Dieses Bier können Sie portofrei bestellen, indem Sie auf den folgenden Banner klicken:



Riegele Simco 3

Nun habe ich mal wieder ein Bier aus der Riegele Braumanufaktur vor mir stehen, das Simco 3. Es wirbt für sich mit dem Slogan „Hopfiges Lebensglück“. Das schraubt die Erwartungen doch schon mal richtig hoch. Aber sehen wir uns erst einmal die Etiketten an, die wie bei Riegele üblich eine Menge über das Bier verraten.

Auf dem hinteren Etikett schreibt die Brauerei: „Genießen Sie das Aromaspiel der Brauspezialität Simco 3. Dieses Bier verdankt seinen Geschmack dem Hopfendreiklang von Hallertauer Perle, Hallertauer Opal und dem amerikanischen Simcoe Hopfen, der bei Null Grad kaltgestopft das Bier im Reifekeller verfeinert. Entdecken Sie in einem schönen Augenblick mit Auge, Nase, Mund und Gefühl diese weltmeisterliche Brauspezialität.“

Na, das sagt doch schon mal eine Menge aus. Sehen wir uns zunächst einmal die Hopfensorten an.

Die Hallertauer Perle ist bei Hopfenbauern und Brauern gleichermaßen beliebt. Sie hat ein gutes Aroma und gibt dem Bier einen vollen fruchtigen Geschmack. Das Aroma ist würzig nach Zeder und Orange. Hallertauer Opal ist eine relativ neue Hopfensorte mit einem würzigen Aroma nach Zitrusfrüchten und Kräutern. Der Simcoe-Hopfen ist unter den Brauern der Craft-Bier-Szene sehr beliebt. Nach meinen Recherchen im Internet ist die Ernte des letzten Jahres derzeit ausverkauft und in Deutschland nicht erhältlich. Er verströmt Aromen nach Kiefer, Grapefruit und Maracuja. Jetzt können wir uns schon einmal vorstellen, wie dieses Bier schmecken wird.

Am Fuß des Rückenetiketts steht die Zutatenliste. Dort verrät Riegele auch noch, welche Malzsorten verwendet wurden. In erster Linie wurde drei Sorten Gerstenmalz eingesetzt. Das Pilsener Malz ist ein helles Malz und wird in Deutschland am häufigsten verwendet. Steffi ist eine historische Malzsorte. Das Münchner Malz hat ein malziges bis leicht nussiges Aroma. Dazu kommt noch eine geringere Menge Weizenmalz.

Als Hefetyp wird der Riegele Alehefestamm 306 angegeben. Offensichtlich züchtet Riegele seine Hefen selbst. In diesem Bier steckt wirklich viel Herzblut.

Nun aber genug der Theorie, schenken wir das Bier ein. Mit einem hellen orangerot steht das naturtrübe Bier im Glas, darüber eine üppige feinporige Schaumkrone, die auch recht lange stehenbleibt. Das Bier duftet intensiv nach Aprikosen und Zitrusfrüchten, dazu ein herberer Duft nach Holunder. Bereits der Antrunk ist intensiv und die Fruchtaromen des Simoe-Hopfens kommen zum Tragen. Die reichlich vorhandene Kohlensäure gibt dem Bier eine zusätzliche Frische. Der Körper ist vollmundig und komplex. Im Abgang kommt noch das angenehme Bittere des Hopfens dazu. Alle Duft- und Geschmackskomponenten sind perfekt aufeinander abgestimmt.

Zutaten:

Wasser. Gerstenmalz (Pilsener Malz, Steffi, Münchner Malz), Weizenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Opal, Simcoe). Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 %

Brauerei:

Riegele BierManufaktur
S. Riegele KG
Augsburg
http://www.riegele-biermanufaktur.de

Biershop Bayern

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Riegele Augustus 8

Und wieder steht eine Brauspezialität aus Franken vor mir, der Weizenbock Augustus 8 aus der Biermanufaktur Riegele in Augsburg. Schon das Etikett macht neugierig, wirbt es doch mit einem „fruchtigen Aromenspiel“ und der Empfehlung des Weltmeisters der Biersommeliers Sebastian B. Priller. Ungewöhnlich sind auch die Flaschengröße von 0,66 l und der hohe Alkoholgehalt von 8 %. Interessanter ist aber das Rückenetikett, auf dem das Bier genau beschrieben wird. Sogar die beiden verwendeten Hopfensorten werden genannt. Die Sorte Hallertauer Perle ist sowohl bei den Brauern als auch bei den Hopfenbauern beliebt (so schreibt zumindest ein Hopfenhändler im Internet). Sie verbindet einen ordentlichen Alphasäuregehalt mit gutem Aroma und gibt dem Bier einen vollen und fruchtigen Geschmack. Die Aromen sind würzig und enthalten Zeder und Orange. Die Sorte ist eine relativ neue Aromasorte mit einem guten Aroma, würzig und mit feiner Zitrusnote. Würzige und Zitrusaromen sind hervorstechend. Diese Hopfensorte empfiehlt der Handel für Lagerbiere, Ales, Weizen und Kölsch. Dann noch zwei unterschiedliche Malzsorten, das Pilsener Malz (der Name sagt wohl bereits alles über die Verwendung dieses Malzes) und das Münchner Malz, ein Gerstenmalz, das eine stärker färbt als Pilsener Malz. Es wird für malzige dunklere Biere verwendet. Zusätzlich bringt das Münchner Malz ein ausgeprägteres Aroma mit und sorgt auf diese Weise für einen intensiveren Geschmack. Aber genug der Theorie, schenken wir das Bier ein.

Rotbraun und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Farbe wird vermutlich nicht meine Lieblingsfarbe werden, aber wichtiger als die Farbe sind beim Bier bekanntlich Duft und Geschmack. Über zeigt sich eine feinporige und üppige Schaumkrone, die ihresgleichen sucht. Der Duft ist einfach umwerfend. Das war aber auch nicht anders zu erwarten, da sich hier gleich zwei Aromahopfen die Ehre geben. Aus der üppigen Fruchtigkeit des Duftes stechen vor allem die Zitrusaromen heraus, unterstützt vom Duft reifer Bananen und der Malzaromen. Dass mir die Farbe des Bieres nicht ganz so gefallen hat, ist an dieser Stelle bereits vergessen.

Jetzt ist es aber Zeit, dass auch die Zunge ihre Eindrücke mitteilen kann. Nehme ich also den ersten Schluck. Der Antrunk überzeugt mit einer feinen Süße, die eine ungeahnte Fruchtigkeit mit sich bringt. Es ist kaum vorstellbar, dass dies ein Bier ist, das den Beschränkungen des deutschen Reinheitsgebots unterliegt. Bereits der erste Gechmackseindruck weist darauf hin, dass ich es hier mit einem der ganz großen deutschen Biere zu tun habe. Der Körper ist von reichhaltigen Aromen geprägt, dabei sehr vollmundig. Die Süße, eine leichte Bitterkeit und der Geschmack der 8.0 % Alkohol sind hervorragend aufeinander abgestimmt.

Das Bier ist seinen Preis auf jeden Fall wert; es ist zu schade, um einfach „hinter die Binde gekippt“ zu werden, sondern es muss wirklich Schluck für Schluck genossen werden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 %

Brauerei:

Riegele BierManufaktur
S. Riegele KG
Augsburg
http://www.riegele-biermanufaktur.de

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UrCraft Porter

Dieses Bier finden Sie nicht beim Discounter, nicht im Supermarkt und auch im Getränkemarkt suchen Sie nach dem UrCraft Porter aus der Klosterbrauerei Neuzelle vergebens. Selbst in diversen Internetshops und im Internetshop der Brauerei werden Sie keinen Erfolg haben. Um dieses Bier zu erwerben müssen Sie sich qualifizieren. OK, die Qualifizierung ist nicht allzu schwierig. Sie müssen lediglich unter http://www.ur-craft.com/ den wöchentlichen Newsletter der Brauerei bestellen und schon dürfen Sie die drei Craft-Biere der Klosterbrauerei bestellen. Dafür hat das Etikett aber ein sehr stylisches Design.

Sehen wir uns aber erst einmal die Flasche an. Die Angaben sind wie in Klosterzelle üblich recht minimalistisch gehalten. Wir finden die Zutatenliste, die Angabe des Alkoholgehalts, dass es sich um Porter handelt, dass es naturtrüb, mit der Hand abgefüllt und auch per Hand etikettiert wurde. Dazu noch an zwei Stellen der Hinweis, dass die Biere der Klosterbrauerei in Neuzelle per Internet oder Telefon bestellt werden können und dass die Bestellungen anschließend kostenfrei nach Hause geliefert werden. Auch ein Blick ins Internet bringt keine tiefgreifend neuen Erkenntnisse. Dort erfahre ich aber zusätzlich, dass das UrCraft Porter, wie die beiden anderen Biere aus der UrCraft-Reihe auch, erst nach Eingang der Bestellung von Hand abgefüllt und etikettiert wird. Ob die Handarbeit dem Konsumenten etwas bringt ist ungewiss, aber in Brandenburg, so kurz vor der polnischen Grenze, ist dieser Arbeitsplatz sicher heiß begehrt.

Nachdem wir in der Theorie nicht weiterkommen machen wir uns nun an die praktische Prüfung des UrCraft Porter. Tiefschwarz und vollkommen undurchsichtig fließt das Bier ins Glas. Dass es nicht filtriert ist und daher noch die Hefe der Gärung enthält kann ich nicht feststellen, eine Trübheit sieht man schließlich nur, wenn etwas durchsichtig oder zumindest durchscheinend ist. Ich glaube es jetzt aber einfach mal. Auf dem Bier recht wenig feiner haselnussbrauner Schaum, der leider relativ schnell verschwindet.

Der Duft wird deutlich vom Röstaroma des Malzes dominiert. Dazu kommt ein dezenter Duft nach dunkler Schokolade. Insgesamt ein angenehmer und intensiver Duft, auch wenn er nicht so viele Nuancen aufweist wie ich erwartet hätte. Eventuell könnte ein Spiel mit weiteren Hopfensorten hier noch eine Steigerung des Genusses bringen. Aber jetzt ist es an der Zeit für den ersten Schluck.

Der Antrunk ist überraschend mild, aber dann explodiert der Geschmack förmlich im Mund. Der intensive Geschmack des stark gerösteten Malzes, dazu die angenehme und zurückhaltende leichte Süße des Malzzuckers. Das ganze wird durch eine feinperlige Kohlensäure perfektioniert. Es wird schwer sein, für den Preis dieses Bieres etwas Besseres zu bekommen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

 

Alkoholgehalt:

8,1 % Vol.

Brauerei:

Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
Brauhausplatz 1
15898 Neuzelle

Dieses Bier können Sie portofrei bestellen, indem Sie auf den folgenden Banner klicken: